Dienstag, 31. März 2015

Halbmarathon Berlin 2015-03-29

Der einhundertundelfte Halbmarathon meines Lebens.
Der 35. Berliner Halbmarathon.
Am Berlin-Halbmarathon hatte ich vor fünf Jahren bereits einmal teilgenommen. Das war damals im Jahre 2010 und es hatte sich dabei um den dritten Halbmarathon meines Lebens gehandelt und um die dreißigste Auflage dieser Veranstaltung, bei der leider kurz vor dem Zieleinlauf ein Teilnehmer tödlich verunglückt war. In den Folgejahren war ich an diesem Wochenende entweder in Freiburg oder an der Deutschen Weinstraße gelaufen.
Nun hatte ich mich wieder für dieses Ereignis angemeldet und eine Übernachtung in Marzahn für zehn Euro gebucht. Leider wurde mir keine zwei Wochen vor der Anfahrt mitgeteilt, dass die Unterkunft renoviert werden sollte. Ich musste mich um eine andere Übernachtungsmöglichkeit kümmern und fand in der Nähe von Friedrichshain ein Bett in einem Zimmer für acht Leute für nur 10,50€.
Ich stand am Samstagmorgen gegen halb sechs Uhr auf. Leider spürte ich, dass es mir nicht allzu gut ging. Ich hatte offenbar irgendeine Viruserkrankung mit starkem Stuhlgang. Trotzdem konnte ich frühstücken, meine Tasche packen und mich dann auf den Weg zur Straßenbahn machen. Um kurz nach sieben Uhr nahm ich die Straßenbahn zum Bahnhof Walle. Im Gegensatz zum letzten Sonntag kam hier die Nordwestbahn pünktlich an und brachte mich zum Hauptbahnhof, wo ich in den schnellen Metronom nach Hamburg einsteigen konnte. Dort kam ich um 8:42 Uhr an. Ich begab mich zum richtigen Bahnsteig, wo pünktlich um kurz nach neun Uhr der ICE in Richtung Leipzig eintraf. In diesem Zug sah ich bereits den ersten weiteren Läufer, welchen ich an seinen Schuhen und dem Champion-Chip erkannte. Es ging nun ohne Zwischenstation bis Berlin-Spandau und von dort aus in die unterirdische Etage des Berliner Hauptbahnhofs. Ich stieg allerdings erst am Südkreuz aus und wechselte in die S-Bahn, die mich eine Station nach Tempelhof brachte. Hier wechselte ich in die U-Bahn und fuhr nach Norden bis zum Platz der Luftbrücke. Nun musste ich nur noch der Menschenmasse hinterherlaufen, bis ich am Gelände des stillgelegten Flughafens Tempelhof ankam, wo sich die Vital-Messe befand. Meine Teilnahmebestätigung zeigte ich vor und konnte daraufhin das Gelände betreten.
Über das äußere Flughafengelände, wo gerade ein Lauf für Kinder stattfand, kamen wir in den Bereich, wo die Stände der Messe waren. Ich begab ich mich noch einmal auf die Toilette, wo ich bemerkte, dass ich gesundheitlich offenbar wirklich ein bisschen angeschlagen war. Dann ging es weiter, bis ich mich in einer langen Schlange anstellen konnte. Hier sollten nun endlich die Startunterlagen abzuholen sein. Ich stellte mich an einem der Stände an und bekam dann die Startnummer in einem Beutel. Ein Trikot, wie vor fünf Jahren, war im Startpreis allerdings nicht enthalten. Ich hätte es explizit mitbestellen und extra bezahlen müssen.
Ich begab mich nun zum Ausgang und nahm Kurs in Richtung Unterkunft. Ich hatte einen Fußweg von über einer halben Stunde vor mir. Leider waren in der Straße die Hausnummern so merkwürdig angeordnet, dass ich die ganze Straße erst bis zum Ende durchlief, um von dort aus wieder zurückzulaufen und dann erst die Unterkunft fand. Ich bekam den Zimmerschlüssel und konnte nun meine Tasche abladen. Dann ging ich zu Fuß zum Alexanderplatz, wo ich in einem italienischen Restaurant ein Essen zu mir nahm. Dann, gegen 14 Uhr, ging ich zur Unterkunft zurück.
Ich hatte inzwischen Kopfschmerzen bekommen und fühlte mich nicht wohl. In der Unterkunft angekommen, legte ich mich ins Bett und schaffte es tatsächlich, für etwa 30 Minuten zu schlafen. Auch den restlichen Abend verbrachte ich im Bett und verließ dieses nur, um auf die Toilette zu gehen und bei dieser Gelegenheit meine Feldflasche mit Wasser zu füllen. Ich begann, mir Sorgen zu machen, denn in diesem Zustand wäre eine Teilnahme am morgigen Tag unmöglich gewesen.
Gegen Abend kamen auch die anderen Gäste auf das Zimmer, fast alles nur Läufer. Sogar ein Pärchen aus Osteuropa (vermutlich Tschechien) war dabei. Leider befand sich im Nebenbett ein Schnarcher, was es mir schwer machte, Ruhe zu finden. Doch für einige Stunden konnte ich trotzdem schlafen.
Die Umstellung auf Sommerzeit machte es am nächsten Morgen ein bisschen kompliziert. Ich stand gegen halb sieben Uhr auf und zog mich um. Ohne irgendetwas gegessen zu haben, verließ ich die Unterkunft und machte mich mit der schweren Tasche in der Hand auf den Weg zum Alexanderplatz. Unterwegs hatte ich den Eindruck, dass eine Teilnahme heute wohl nicht möglich sei. Als ich am Bahnhof ankam, suchte ich zunächst eine Imbissbude auf, wo ich einen Vitamin-Saft bestellte. Etwa eine halbe Stunde lang hielt ich mich hier auf und trank die Flasche. Dies verlieh mir offenbar neue Kräfte. Ich bekam langsam Hunger und ging in eine andere Imbissbude, wo ich zwei belegte Brötchen zu mir nahm. Danach suchte ich die Toilette am Bahnhof auf und ging danach zum Veranstaltungszentrum. Dabei lief ich zuerst in die falsche Richtung. Im Vorjahr war die Startgerade weiter westlich, auf der Spree-Insel gewesen. Heute musste ich nach Osten gehen. Ich ging erst in den Sicherheitsbereich hinein und gab meine Tasche ab. Da ich noch einmal die Toilette aufsuchte, hatte ich keine Zeit mehr, bis zum Start um 10:05 Uhr meinen Startblock A, direkt hinter der Elite, zu erreichen. Ich stellte mich also hinten an.
Um 10:05 Uhr war dann zwar der Startschuss, ich steckte aber in der Masse fest. Erst lange Zeit später konnten wir auf die Gerade und als wir den Startpunkt erreichten war es schon 10:50 Uhr. In einer Viertelstunde würde der Sieger im Ziel ankommen.
Ich war froh, als es nun endlich losging. Es hatte zuvor leicht genieselt, aber während des Rennens kam kein Wasser von oben. Natürlich musste ich langsam laufen, um keine Gefährdung meines Körpers zu riskieren. Ich trug dabei das Trikot vom Braunschweiger Lauftag 2010.
Wir liefen die Alexanderstraße entlang und bogen dann nach links in die Karl-Liebknecht-Straße ein, wo wir den Fernsehturm links liegen ließen. Ich musste anfangs viel überholen, da ich mich ja im Bereich der langsamsten Teilnehmer befand. Wir überquerten nun ein erstes Mal die Spree und kamen auf die Museumsinsel am Berliner Dom vorbei, bevor wir wieder über den Nebenarm der Spree kamen. Die jetzige Straße war „Unter den Linden“ und führte auf das Brandenburger Tor zu. Zuschauer standen hier zahlreich an der Stecke.
Dann kamen wir an den Pariser Platz. Ich wich ganz nach links aus und lief dann, bei Kilometer drei, durch die Säulen des Brandenburger Tors hindurch. Dahinter begann der Tiergarten, den wir auf der Straße des 17. Juni durchquerten. Bis jetzt spürte ich keinerlei körperliche Beschwerden. An der Siegessäule mussten wir rechts herumlaufen. Dann, am Ende des Tiergartengeländes, war der erste Erfrischungspunkt, wo ich mir Tee zu trinken nahm. Das Geräusch von zertretenen Plastikbechern, welches ich noch von 2010 in Erinnerung hatte, hielt sich diesmal in Grenzen. Am Ernst-Reuter-Platz sah ich ein Gebäude der Technischen Universität und eines der Firma Rohde & Schwarz. Wir liefen an diesem Platz auch rechtsherum und bogen dann in die Otto-Suhr-Alle ein, die uns nach Nordwesten bis zum Schloss Charlottenburg führte.
Hier wurde mir nun klar, dass ich heute wohl das Ziel erreichen sollte, denn ich musste sowieso zum Startgelände zurück um meine Tasche abzuholen. Am Schloss ging es dann zwei Kilometer lang nach Süden. Am zweiten Verpflegungspunkt nahm ich mir wieder Tee zu trinken. Ich merkte, dass ich schon ein bisschen schwitzte. Bei Kilometer zehn wurden – wie bereits fünf Kilometer zuvor – unserer Zwischenzeiten gemessen. Bei Kilometer elf ging es dann wieder zurück. Erst nach einiger Zeit wurde mir klar, dass wir uns nun auf dem Kurfürstendamm befanden, dessen linke Seite für uns gesperrt war, während die andere Seite für die Autos freigegeben war. Wir kamen zur Gedächtniskirche, welche teilweise zerstört war. Hier war der Ku‘damm zu Ende. Nach vierzehn Kilometern waren wir an einem Verpflegungspunkt, wo man uns die Getränke in Plastikbechern servierte. Dann kam eine Linkskurve und nun gab es einen starken Wind, welcher die weggeworfenen Plastikbecher vor sich her wehte. Bei Kilometer 15 wurden wieder die Zwischenzeiten gemessen und nun befanden wir uns am Lützowufer. Hier ging es ein Stückchen entlang und dann über den Fluss. In der Ferne konnte ich bereits die auffälligen Gebäude des Potsdamer Platzes sehen, als wieder ein Verpflegungspunkt vorhanden war.
Dann kamen wir zum Sony-Center und danach an den Potsdamer Platz. Dahinter machten wir einen Rechts-Schlenker und waren nun auf der Hauptverkehrsstraße, auf der ich heute Morgen von meiner Unterkunft zum Veranstaltungszentrum gegangen war. Irgendwo davor war der Checkpoint Charlie, wo sich die Besucher in einem Blackbox über dieses Gelände informieren konnten. Wir kamen über die Museumsinsel an das rote Rathaus. Dahinter ging es nach rechts auf die Zielgeraden in der Karl-Marx-Allee. Im Gegensatz zu vielen anderen, die einen Endspurt einlegten, machte ich langsam und überquerten nach über zwei Stunden die Ziellinie. Ich war unendlich froh, dass heute doch noch alles geklappt hatte.
Ich ließ mir die Medaille umhängen, die der vor fünf Jahren sehr ähnlich war. Diesmal war auf der Rückseite aber nicht der Fernsehturm, sondern das „Kaufhaus des Westens“ (KaDeWe) zu sehen. Ich holte mir meine Tasche ab und zog mich um, ohne zu duschen. Dann ging ich zu Fuß zum Bahnhof am Alexanderplatz und fuhr zum Hauptbahnhof, wo ich kurz vor 14 Uhr ankam und einen alten Bekannten traf, der mich zum Essen einlud. Ich konnte das Gericht zwar nur langsam zu mir nehmen, aber mir wurde zumindest nicht schlecht davon. Um 16 Ihr verabschiedeten wir uns und ich ging zu meinem ICE, der mich nach Hamburg brachte. Von dort fuhr ich nach Bremen wo ich kurz vor 20 Uhr in meiner Wohnung ankam. Zumindest bis jetzt hatte ich nicht den Eindruck, schwerwiegende gesundheitliche Schäden vom heutigen Tag davongetragen zu haben.

Montag, 30. März 2015

Halbmarathon Wandsetal 2015-03-22

Der einhundertundzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der 2. Wandsetaler Runde.
Der Musekelkater vom Barcelona-Marathon hielt etwa drei Tage an. Am Freitag konnte ich wieder eine Trainingsstrecke von knapp über acht Kilometern zurücklegen. Erst nach dem Barcelona-Marathon hatte ich mich für diesen Halbmarathon angemeldet, da ich mir nicht sicher war, ob eventuell Knieprobleme auftreten würden. Alternativ wäre auch noch der Airport-Run in Hannover am heutigen Tag gewesen, welche mir aber als zu teuer erschien.
Ich stand gegen sechs Uhr auf und frühstückte. Dann verließ ich das Haus, um die Straßenbahn zum Bahnhof Walle zu nehmen. Die Nordwestbahn sollte dort um 7:21 Uhr eintreffen. Leider hatte sie 15 Minuten Verspätung, wodurch ich den schnellen Metronom am Bremer Hauptbahnhof verpasste. Ich musste mich mit dem Langsamen begnügen, der um acht Uhr in Richtung Hamburg startete. Während der Zugfahrt nahm ich mein mitgebrachtes Brot zu mir, bevor der Zug um 9:20 Uhr in Hamburg ankam. Ich erreichte dort noch die U-Bahn nach Wandsbek-Markt, wo ich dann sah, dass der nächste Bus zum Veranstaltungszentrum erst in zwanzig Minuten abfahren würde. Es sollte nun ziemlich knapp werden, da der Halbmarathon schon um 10:30 Uhr beginnen sollte.
Ich verpasste den Bus zwar, der Fahrer ließ mich aber an der Ampel noch einsteigen. Als wir nach wenigen Minuten am Veranstaltungszentrum ankamen, sprach ich eine junge Frau an, die heute den Fünf-Kilometerlauf absolvieren wollte. Ich zeigte ihr den Weg zur Startunterlagenausgabe auf dem Schulgelände, welches ich noch aus dem Vorjahr kannte. Hier holte auch ich meine Startnummer ab. Dann zog ich mich auf dem Schulhof um. Ich trug das grüne Trikot vom Wilhelmshaven-Marathon 2010. Ein Zeitmess-Transponder musste um das Bein gebunden werden. Die Taschenabgabe war beim Startbereich. Ich musste mich ein bisschen beeilen, dorthin zu kommen. Dann gab ich meine Tasche ab. Es waren nun nur noch zwei Minuten bis zum Start. Ich kletterte über eine Absperrung, um mich nicht ganz hinten anzustellen. Das Wetter war in Ordnung. Leider schien die Sonne ein bisschen stark, aber es war relativ kühl.
Um 10:30 Uhr ging es los. Halbmarathon, Zehn-Kilometer- und Fünf-Kilometerlauf starteten gemeinsam. Die Strecke war die gleiche wie im Vorjahr. Anfangs war es richtig eng. Wir kamen auf die Hauptstraße und bogen dann nach rechts in den Park ein. Es hatte am Vortag ein bisschen geregnet, aber der Boden war trotzdem so gut wie trocken. Nur vereinzelte Pfützen waren noch vorhanden. Einer meiner Vorderleute achtete offenbar nicht so genau darauf und trat zweimal mit voller Wucht in solch eine Pfütze. Dabei machte er sich nicht nur die eigenen Füße nass, sondern auch die Beine seiner Nebenleute. Ich selber wurde verschont.
Als nach zwei Kilometern der Park von einer Verkehrsstraße unterbrochen wurde, mussten die Fünf-Kilometerläufer rechts abbiegen, wir anderen links. Wir überquerten die Straße, wobei wir durch ein Fahrrad-Hindernis hindurchmussten. Im nun folgenden Abschnitt war die erste Verpflegungsstelle, an der wir ein großes Tuch mit der Aufschrift „125 Jahre TSV Wandsetal“ (Veranstalter dieses Rennens) sehen konnte. Nach einem kurzen Abschnitt an einer weiteren Verkehrsstraße ging es wieder in den Park hinein.
Nun kam der östlichste Abschnitt. Wir mussten unter einer Fernverkehrsstraße und unter der Eisenbahnlinie hindurch. Die jeweiligen Abzweigungen waren mit Pfeilen auf dem Boden angegeben. Hier war einer der kritischen Punkte, weil der Rückweg auch auf diesem engen, nicht gut einsehbaren Weg war. Zunächst erreichte ich aber das Schrebergartengebiet, in welches ich nach rechts einbog. Ich sah einige ganz schnelle Läufer, die mir entgegenkamen. Als ich dann selber auf dem Rückweg war, kam mir das Hauptfeld entgegen. Unglücklicherweise gingen vor mir zwei Rentnerinnen spazieren, die ich erst überholen konnte, als ich keinen Gegenverkehr hatte. Somit verlor ich wertvolle Sekunden. Zurück bei den beiden Unterführungen musste ich höllisch aufpassen, um mit niemandem zu kollidieren. Auf der anderen Seite ging es dann geradeaus. Hier hatte ich keinen Gegenverkehr mehr. Es ging wieder durch einen Parkabschnitt. Jedes Mal, wenn der Park durch eine Straße unterbrochen wurde, regelten zwei Polizisten den Verkehr. Schließlich erreichte ich wieder die Stelle, wo die Fünf-Kilometerläufer rechts abgebogen waren und sich von uns getrennt hatten. Nun musste ich diese Abzweigung nehmen.
Es kam nun wieder ein kurzer Abschnitt, in welchem uns das Führungsfeld entgegenkam. Dann ging es über eine kleine Holzbrücke, auf deren anderer Seite ein Parkabschnitt mit Hundewiese und Spielplatz war. Am Ende kamen wir wieder auf die Hauptstraße, die das Startgelände vom Schulzentrum trennte. Hier trennten sich dann auch die Kurse: Die Zehn-Kilometerläufer mussten zurück zur Start- und Zielgeraden, während wir Halbmarathonis in die zweite Runde einbogen. Ich hatte für die erste Hälfte etwa 45 Minuten gebraucht.
Nun war für mich wesentlich mehr Platz vorhanden. Die Abzweigung des Fünf-Kilometerlaufes konnte ich daher ungehindert schon aus der Ferne sehen, weshalb ich das Fahhrad-Hindernis diesmal locker und sanft durchlaufen konnte. Bei den beiden Unterführungen hatte ich zwar Gegenverkehr von den Leuten, die noch auf der ersten Runde waren, jedoch handelte es sich nur um ein paar wenige Teilnehmer. Die Läuferin, welche den Abschluss bildete, wurde von einem Fahrradfahrer begleitet. Ich überholte sie kurz hinter der Unterführung. Ich war gespannt, ob ich nun vielleicht Klas zu sehen bekam. Doch er nahm heute offenbar gar nicht an dieser Veranstaltung teil.
Im Vorderfeld konnte ich nun sogar eine Frau sehen, die richtig schnell unterwegs war. Meinen direkten Vordermann verlor ich sogar kurzzeitig aus den Augen, weshalb ich eine falsche Abzweigung nahm, was ich erst nach ein paar Sekunden bemerkte. Als ich dann wieder auf dem richtigen Kurs war, hatte mein Vordermann schon einen bedeutenden Vorsprung. Bei der kleinen Holzbrücke rief mir der Streckenposten zu, dass ich den Typen doch noch locker einholen könnte. Ich verstärkte nun meine Anstrengungen, obwohl ich langsam schon richtig Hunger bekam. Ich überholte ihn tatsächlich noch.
An der Hauptstraße bog ich nun auf die Zielgeraden ein. Ich wollte noch unter einer Nettozeit von 90 Minuten über die Linie, was mir aber leider nicht gelang. Ein Jugendlicher hängte mir dann die Medaille um, welche der des Vorjahres ähnlich war. Es war ein Stück Metall, wie man es im Laden kaufen konnte, ohne irgendeine Beschriftung. Er forderte mich auf, den Zeitmesschip auszuziehen und abzulegen, was ich im Normalfall wohl vergessen hätte. Dann nahm ich mir ein Getränk und ein Stück Apfel und machte mich auf den Weg zu den Duschen. Dort sah ich in einem Spiegel, dass mein Gesicht von zahlreichen Salzkrusten gezeichnet war. Als ich umgezogen war, ging ich direkt zur Bushaltestelle. Dort traf ich die junge Frau (sie war 17), mit der ich mich schon auf dem Hinweg unterhalten hatte. Sie war Altersklassensiegerin geworden und hatte ein Badetuch gewonnen. Sachpreise gab es für alle Altersklassensieger. Ich ging davon aus, dass ich kein Altersklassensieger geworden war und hatte mich auch deshalb gleich wieder auf den Heimweg gemacht, ohne zur Siegerehrung zu erscheinen.
Ich fuhr noch mit der S-Bahn zur Sternschanze, wo ich in eine Imbissbude ging. Dann fuhr ich zurück zum Hauptbahnhof, wo ich um 14:15 Uhr den Metronom nach Bremen nahm. Von dort aus ging es mit der Nordwestbahn nach Walle und mit der Straßenban weiter nach Hause. Erst aus den Ergebnissen im Internet erfuhr ich, dass ich doch Altersklassensieger geworden war. Ob der Preis verfalle oder mir zugeschickt werden würde, konnte ich nicht wissen.

Samstag, 21. März 2015

Marathon Barcelona 2015-03-15

Der siebzehnte Marathon meines Lebens.
Der Barcelona-Marathon.
Die ganze Reise hatte ich etwa ein halbes Jahr im Voraus geplant. Mit den guten Verbindungen vom Bremer Flughafen nach Paris, von wo aus man fast alle Ziele weltweit ansteuern kann, war es möglich, einen Flug nach Barcelona zu buchen. Die Teilnahmegebühr für den Marathon war nach der bisherigen Anzahl der Anmeldungen gestaffelt. Da ich zu den ersten zehntausend gehörte, bekam ich noch den günstigsten Tarif. Ich war im Jahr 2003 schon einmal als Schüler in Barcelona gewesen, damals allerdings im Hochsommer (Juni), untergebracht bei Gastfamilien im Vorort in Rubí und der Anflug mit Ryanair zum etwas weiter entfernt liegenden Flughafen Girona.
Tag 1:
Ich nahm, wie schon beim Florenz-Marathon, das 6:30-Uhr-Flugzeug am Samstag nach Paris. Dafür musste ich um 3:30 Uhr aufstehen. Ich hatte am Vortag mal wieder eine Mini-Erkältung mit leichtem Kratzen im Rachen und etwas verstärktem Nasenlaufen gehabt. Dies ließ mich ein wenig Zittern, denn eine Marathonteilnahme im Krankheitsfall ist bekanntlich lebensgefährlich. Insgesamt hatte ich in der jetzigen Nacht nur drei Stunden geschlafen. Ich hatte am Vortag beim Bäcker noch drei Brötchen gekauft, die ich in Paris mit Schinken belegen und dann verzehren wollte, da ich am Charles-de-Gaulle-Airport über vier Stunden Aufenthalt haben sollte und die Preise in den dortigen Gastronomiebetrieben schon ziemlich hoch sind. Ich zog mich an und packte dann meinen Koffer. Um 4:35 Uhr nahm ich die Straßenbahn in die Innenstadt, wo ich an der Domsheide in die Linie 6 zum Flughafen einstieg. Um kurz nach fünf Uhr kam ich dort an. Ich gab am Air-France-Schalter meinen Koffer ab. Dort wurde mir bestätigt, dass dieser Koffer in Paris von einem Terminal zum anderen transportiert werden würde, sodass ich ihn erst wieder in Barcelona abholen müsste. Erst als ich das Reisegepäck aufgegeben hatte, fiel mir ein, dass sich in diesem meine Brötchen befanden. Ich musste also irgendwie anders den baldigen Hunger bekämpfen.
Als ich dann in den Sicherheitsbereich einchecken wollte, stellte ich fest, dass die Warteschlange extrem lang war. Es dauerte bis kurz vor sechs Uhr, bevor ich an die Reihe kam. Außer dem Flug nach Paris warteten die Reisenden auch noch auf Flugzeuge nach Gran Canaria und Mallorca. Der Start unserer Maschine verzögerte sich wegen des hohen Andrangs auch ein bisschen. Zu allem Überfluss sah ich nun auch noch, dass meine Armbanduhr offenbar kaputt war. Sie war mal wieder stehengeblieben, obwohl ich schon zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Tagen die Batterie gewechselt hatte. Ich musste also wieder einmal einen Marathon ohne funktionierende Uhr absolvieren, genauso wie in Florenz.
Um kurz nach acht Uhr kamen wir in Paris an. Ich wurde angewiesen, den Sicherheitsbereich nicht zu verlassen, sondern in einen Bus zu steigen, der mich und zwei weitere Reisende direkt zum anderen Terminal brachte. Es war das gleiche Terminal, von welchem aus ich auch nach Florenz geflogen war. Mein Flug nach Barcelona sollte um 12:35 Uhr starten. Ich hatte also noch viel Zeit, mir den ganzen Flughafen anzuschauen. An einem Snackautomaten kaufte ich mir für 1,50€ ein paar Kartoffelchips, sodass der Hunger wenigstens ein bisschen gestillt war. Als ich dann um halb eins endlich im Flugzeug nach Barcelona saß, war ich froh, dass es hier als Mittagessen ein Brötchen mit Salat gab, welches mir schmeckte. Kurz nach 14 Uhr kamen wir in Barcelona an.
Ich hatte keinen aktuellen Metro-Plan dabei, hatte aber gelesen, dass der Weg vom Flughafen zum Zentrum besser mit dem Bus zu bewältigen sei. Zunächst musste ich aber die Gepäckabgabe abwarten. Ich war erleichtert, als ich meinen grünen Koffer tatsächlich wiederentdeckte. Jetzt konnte ich endlich die drei Brötchen mit Schinken belegen und verzehren. Dann ging ich aus dem Flughafengebäude hinaus auf einen tiefer gelegenen Platz, wo einige Busse standen. Ich fragte zwei Helferinnen, welche mir erklärten, dass einer der Busse bis zur Plaza Catalunya fahren würde. Dies kostete 5,90€. Ich zahlte beim Fahrer und fuhr bis zur Endstation. Die Plaza Catalunya liegt südlich von der Diagonal, an welcher meine Unterkunft lag. Ich fragte mich ein bisschen durch, bis ich in die richtige Richtung lief. Tatsächlich kam ich an die Diagonal-Straße, wo ich auch schnell die Unterkunft fand. Sie war im ersten Stock eines Hauses angesiedelt und relativ klein. Mit dem Hotelwärter unterhielt ich mich ausschließlich auf Spanisch. Ich bekam ein Bett und ein Schließfach in einem großen Raum angewiesen. Dann machte ich mich sofort wieder auf den Weg, um mir die Startunterlagen abzuholen. Ich wollte wissen, wie weit der Weg dorthin war, um ihn morgen notfalls zu Fuß zurückzulegen.
Der Weg war zwar nicht allzu weit, allerdings musste ich immer wieder an roten Ampeln anhalten. Unterwegs kamen mir immer mehr Sportler mit den Starterbeuteln des Barcelona-Marathons entgegen. Das Veranstaltungszentrum lag an der Plaza Espanya. Ich erkannte diesen Ort nun wieder, da ich vor zwölf Jahren schon einmal hier gewesen war. Südlich von ihm liegt auf einer Anhöhe ein großer Park, südwestlich das Messegelände. Die Startgerade führte offenbar von diesem Park in nördliche Richtung. In einer großen Halle zeigte ich zunächst auf meinem Smartphone die Anmeldebestätigung vor und erhielt im Gegenzug die Startnummer. An einem großen Plakat konnte ich mich noch einmal versichern, dass der Marathon um 8:30 Uhr starten sollte. An weiteren Orten auf der Messe bekam ich noch das diesjährige Teilnehmertrikot (türkis) und den Starterbeutel, der allerdings kaum nennenswerte Gegenstände enthielt.
Beim Rückweg verlief ich mich nun zum ersten Mal. Dies wurde mir klar, als einige Touristen an einer Metrostation anhielten und ich nun sah, dass ich an der falschen Metrostrecke entlanggelaufen war. Daher entschied ich mich, die restliche Strecke zu meiner Unterkunft nun direkt mit der Metro zurückzulegen. Ich kaufte mir für weniger als zehn Euro ein Ticket, mit dem ich zehn einfach Fahrten machen konnte. Ich fuhr nun allerdings erst zur Plaza de Catalunya, um mir in einem kleinen Supermarkt etwas zu essen zu kaufen. Ich ging dabei über die Mitte des großen Platzes und erinnerte mich nun, wie ich hier vor zwölf Jahren mit meinen Schulkameraden im Schatten gesessen und trotzdem Sonnenbrand bekommen hatte. Im nebenan gelegenen Corte Ingles hatte Jochen sich damals ein Poster zweimal kaufen müssen, da er es nach dem ersten Mal irgendwo verloren hatte.
Ich verirrte mich nun erneut und kam in eine der Ramblas, wo ich in einer Seitenstraße dann doch einen kleinen Laden fand, wo ich mir Pepsi, Hot-Dog-Brötchen und Salami kaufte. Als ich den Laden wieder verließ, fing es fürchterlich an zu hageln und zu regnen. Ich stellte mich auf der Rambla bei einem Andenkenladen unter und kaufte dort einen Barcelona-Teller für sechs Euro. Dann suchte ich an der Plaza de Catalunya den McDoof auf. Dies dauerte ein bisschen und meine Kleidung wurde nun immer feuchter. Im McDoof angekommen, kaufte ich mir zwei große Portionen Pommes und ging damit in die unterirdische Metro-Station. Mit der sogenannten grünen Linie fuhr ich nun bis zur Station „Diagonal“. Unterwegs erklärte mir ein deutsches Pärchen, dass die Metro auch sonntags alle vier bis fünf Minuten fahren würde.
Als ich an der betreffenden Metrostation ausstieg, verlief ich mich wieder zweimal, bevor ich meine Unterkunft endlich fand. Dort konnte ich dann meine Füße abduschen und mich gegen Viertel nach neun Uhr schlafen legen.
Tag 2:
Da sich in meiner Unterkunft zwei laut schnarchende Gäste befanden, wurde die Nacht ein bisschen unangenehm. Dennoch schlief ich mit nur wenigen Unterbrechungen. Am nächsten Morgen stand ich gegen 6:30 Uhr auf und duschte. Dann ging ich in den Frühstücksraum und nahm insgesamt vier Hot-Dog-Brötchen mit 80 Gramm Salami zu mir. Während des Frühstücks kam ein Familienvater mit seinen beiden Söhnen und seiner Frau herein. Er war aus Barcelona und wollte heute auch mitlaufen. Da ich schon alle meine Sachen am Vorabend gepackt hatte, konnte ich sofort nach dem Frühstück losgehen. Ich hatte nur wenig Gepäck dabei, weil ich nicht am Veranstaltungsgelände sondern erst wieder im Hotel duschen wollte. Meine vorgesehenen Laufsocken hatten leider Löcher, weshalb ich auf normale Socken umgestiegen war. Die Schuhe hatte ich im Dezember in Augsburg bei Karstadt gekauft und in den Folgemonaten einigermaßen „eingelaufen“, die längste Strecke war um die 30 Kilometer gewesen. Obenrum trug ich das Trikot vom Lesmona-Lauf 2010.
Heute war auf den Straßen wesentlich weniger Autoverkehr als gestern. Ich fand die Metrostation sofort, wo die grüne Linie in Richtung Universität fuhr. Tatsächlich fuhren die Züge auch Sonntags im Fünf-Minuten-Takt. Es wimmelte hier bereits von Läufern. Wir kamen über die Plaza de Catalunya zur Plaza Espanya, wo alle Läufer ausstiegen. Es dauerte einige Zeit, bis der ganze Strom an die Erdoberfläche kam. Ich schaute mir erst einmal die Startgerade an. Sie lag zwischen der Anhöhe mit dem künstlichen Wasserfall und der Plaza Espanya. Dazwischen war das Messegelände. Ich schaute mir den Wasserfall an und wollte dann auf dem Messegelände meinen Starterbeutel abgeben. Erst jetzt sah ich, wie lang die Schlange hier war. Bis zum Start waren es noch 30 Minuten. Glücklicherweise ging es dann doch relativ zügig voran. Ich behielt meine Kappe auf dem Kopf, um mich vor der Sonne zu schützen und gab den Rest meiner Sachen beim Personal ab. Dann ging es auf der anderen Seite des Gebäudes wieder hinaus. Ich suchte noch eine Toilette auf und wollte mich dann in den für mich vorgesehenen Startblock einordnen. Meine Startnummer war hellblau, dies stand für den Starterblock mit Zeiten zwischen 3:15 Stunden und 3:30 Stunden. Leider fand ich keine Zugang zu der Geraden, welche von den Zuschauern mit übermäßig großen Gittern abgegrenzt war. Da ich jedoch zahlreiche andere Sportler sah, die sich an diesem Zaun hochschwangen, um auf die Startgeraden zu gelangen, folgte ich diesem Beispiel. Der Zaun war zum Glück sehr stabil. Um acht Uhr dreißig ging es dann los. Vorne regnete es großes Konfetti. Nach einer weiteren Minute kam ein zweiter Countdown. Womöglich war der erstere für die Elite gewesen. Nach etwa drei Minuten überquerte dann auch ich die Startlinie.
Der Kurs bestand aus einer einzigen Runde, die uns zuerst durch den Westen und dann durch den Osten der Stadt führen sollte. Als wir die beiden Türme an der Plaza Espanya erreichten, drehten wir nach links ab und liefen in Richtung Nordwesten. Wir hatten somit die Sonne erst einmal im Rücken. Nach zweieinhalb Kilometern folgte eine Rechtskurve, so dass wir nun die Sonne vor uns hatten. Zum Glück trug ich meine Kappe. Ich sah einen Teilnehmer mit einem Trikot, auf welchem er fünf Veranstaltungen vermerkt hatte. Dreimal wurden hier Auflagen des Athen-Marathons erwähnt. Ich erinnerte mich, dass man sich ja genau  ab heute für die diesjährige Auflage anmelden konnte, was ich noch tun wollte. Deshalb sprach ich ihn auf Englisch an und erklärtem ihm dies. Dann ließ ich ihn hinter mir.
Nach einer zweifachen Linkskurve ging es durch den nordwestlichsten Teil des Kurses. Bei Kilometer fünf wurden unsere Zwischenzeiten gemessen. Danach gab es an einer ersten Verpflegungsstelle Wasser zu trinken, welches uns in geöffneten 0,33-Liter-Plastikflaschen gereicht wurde.
Kurz darauf erreichten wir das Nou Camp, welches ich vor zwei Jahren auch von innen hatte besichtigen dürfen. Diesmal liefen wir einmal fast komplett drum herum. Dann ging es nach rechts auf eine große Straße, die uns nach Südwesten führte. Die Straße bestand aus zahlreichen Autospuren, zwischen denen sich auch noch Straßenbahnschienen befanden.  Für uns Läufer war nur die eine Hälfte gesperrt, der Teil jenseits der Schienen war für den Autoverkehr freigegeben. Ein Helfer erklärte mir, dass es sich bei dieser Straße um die Diagonal handelte.
Wir verließen die Straße wieder und erreichten Kilometer zehn, wo erneut unsere Zwischenzeiten gemessen wurden. Dann ging es nach Süden, wieder auf die beiden Türme der Plaza Espanya zu. Kurz vor den Türmen bogen wir nach Osten ab, wir waren nun auf der Gran Via. Langsam wurde es lauter, da immer mehr Zuschauer vorhanden waren. Auf Höhe der Plaza Catalunya bogen wir nach Norden ab und kamen durch die Pg de Grácia, welche ich gestern schon zur Genüge abgeschritten war. Hier war auch das Steinhaus, Pedrera, welches keine rechten Winkel besitzt. Kurz bevor wir wieder die Diagonal erreicht hätten bogen wir nach rechts ab. Jetzt überquerten wir die Diagonal doch noch einmal von West nach Ost. Hier wurde bei Kilometer 15 erneut unsere Zwischenzeit gemessen.
Das Feld war inzwischen wieder auseinandergezogen und ich hatte ausreichend Platz für mich. Ich kam nun an der Sagrada Familia vorbei. Vor zwölf Jahren hatten wir diese besichtigt und bestiegen. Leider hatte mich kurz vor der Spitze der Mut verlassen und ich war damals über den Durchgang in den anderen Turm gewechselt, dessen Treppe ausschließlich zum Herabsteigen gedient hatte. Heute blieb ich wenige Sekunden stehen um das Bauwerk zu betrachten, wurde aber von einer Zuschauerin sofort aufgefordert, weiterzulaufen.
Als wir kurz darauf nach halblinks abbogen, waren wir auf einer sehr breiten Straße, der Meridiana, die uns an den nordwestlichsten Punkt der Strecke führte. Es handelte sich dabei um eine Art Wendepunkt und die jetzige Straße diente als Hin- und Rückweg. Rechts von uns war das Vorderfeld zu sehen, vor uns die Berge. Ich konnte auch die Kilometermarkierungen des Feldes der Gegenseite sehen. Da sah kurz nach der Kurve die Angabe „KM 22“. Ich wurde mir dessen bewusst, dass ich bei Erreichen dieser Stelle wohl auch den Rest des Marathons absolvieren würde. Zweifel waren vor dem Rennen angebracht gewesen, da ich ja am Vortag nach sehr leicht erkältet gewesen war.
Als wir dann den Wendepunkt erreicht hatten, sah ich, dass dieser nicht um eine scharfe Kurve, sondern um einen Häuserblock herum führte. Erst auf der anderen Seite des Häuserblocks trafen wir wieder auf das uns entgegenkommende Feld. Als wir dann wieder zwei Kilometer zurückliefen, konnte ich auch einen Pacemaker für 3:45 Stunden sehen. Ein Pacemaker für 3:30 Stunden war entweder gar nicht vorhanden oder er war mir so dicht auf den Fersen, dass ich ihn bereits verpasst hatte.
Wir erreichten nun die Halbmarathondistanz. Hier konnte ich erstmals meine Zwischenzeit ablesen. Ich war positiv überrascht: Die Bruttozeit lag bei 1:43 Stunden, die Nettozeit also bei etwa 1:40 Stunden. Sollte ich keinen größeren Einbruch erleben, so war heute sogar eine neue persönliche Bestzeit möglich.
Langsam bekam ich erste Probleme an meinen Füßen. Der rechte Hinterfuß schmerzte ein bisschen. Ich wartete mit dem Aufsetzen eines Pflasters aber noch ein bisschen. Dann, bei Kilometer 25, als ich zum ersten Mal ein Stück Banane (es gab auch Orangen und Rosinen) zu mir genommen hatte, begab ich mich auf den Bürgersteig, zog den Schuh aus und suchte nach der wunden Stelle, an welcher ich eine Blase vermutete. Leider war diese Stelle optisch nicht zu erkennen. Ich klebte das Pflaster auf die Stelle, wo ich das Problem vermutete, band den Schuh wieder zu und setzte den Marathon fort.
Wir kamen nun wieder auf eine große Straße, die neben zahlreichen Autospuren auch eine Straßenbahn enthielt. Ich vermutete erneut die Diagonal und ein Läufer bestätigte mir dies. Es gab eine Wendestelle, an welcher der Kurs drehte. Daher sah ich einige Kilometer lang das Vorderfeld, welches über einen 3:15-Stunden-Pacemaker verfügte. Der Wendepunkt befand sich kurz vor einem großen, paraboloidförmigen Turm, dem Torre Agbar. Als wir ihm wieder den Rücken zukehrten, ging es die Diagonal wieder hinunter bis zum südöstlichsten Punkt der Strecke. Bei Kilometer dreißig war erneut unsere Zwischenzeit gemessen worden. Des Weiteren sah ich hier zum zweiten Mal auf der Strecke eine Digitalanzeige der Bruttozeit. Netto lag ich bei 2:22 Stunden. Sollte ich mit konstanten 12 km/h weiterlaufen, so wäre heute tatsächlich eine neue Bestzeit möglich.
Es ging nun wieder nach Westen. Da ich links von uns keine großen Gebäude sehen konnte, vermutete ich, dass wir sehr nahe an der Küste des Mittelmeers waren. Und tatsächlich konnte ich das Meer sahen, als unser Kurs ein bisschen weiter nach links versetzt wurde. Plötzlich wurde ich von einem Läufer überholt, der nahezu nackt war. Von hinten betrachtet, schien er nur eine Schnur zu tragen, die an der Vorderseite möglicherweise ein kleines Stoffteil enthielt, welches die intimsten Körperteile bedeckte.
Bei den quaderförmigen Torres Mapfre bogen wir nach rechts ab, später wieder nach links. Wir kamen einem Park vorbei, der durch Gitter umschlossen war. Hier wurde bei Kilometer 35 erneut die Zwischenzeit gemessen. Langsam spürte ich, dass meine Beine schwerer wurden. Ansonsten hatte ich keine körperlichen Beschwerden.
Als wir nach rechts abbogen, kamen wir durch den Arc de Triomf. Dahinter ging es nach links, auf die Plaza Catalunya zu. Wir liefen aber nicht mitten über den Platz, sondern drehten vorher nach links ab und waren nun in der Innenstadt, wo der Boden aus unangenehmen Pflastersteinen bestand. Ganz im Süden kamen wir wieder ans Mittelmeer und sahen nun den Yachthafen. Wir liefen westwärts bis zu einem Platz, auf dem eine große Statue (Colom) war, die einen Mann mit ausgestrecktem Arm zeigte. An diesem Platz ging es nun nordöstlich die Parallel entlang, direkt auf die Plaza Espanya zu. Dieser Platz war wieder an den beiden Türmen zu erkennen, hinter denen wir dann links abbogen, auf die Start- und Zielgeraden zu. Ich war nun auf meine Zeit gespannt. An der Digitalanzeige konnte ich lesen, dass sich die Bruttozeit auf die 3:27 zubewegte. Eine neue Bestzeit war somit sicher. Als ich die Ziellinie überquerte, musste ich ein Stückchen nach vorne gehen, um zunächst eine Flasche Iso und eine Flasche Wasser zu bekommen. Um die Ecke gab es dann Obst zu essen. Ich stopfte mehrere Orangenstücke in mich hinein.
Dann ließ ich mir die Medaille umhängen, auf welcher alle relevanten Details vermerkt waren. Ich wollte mir den Zielbereich noch einmal von oben anschauen und ging daher am Wasserfall hoch, wo zum Glück eine Rolltreppe war. Nach einigen Minuten fuhr ich wieder nach unten und machte mich auf den Weg zur Taschenabgabe. Dabei unterhielt ich mich mit einer Läuferin aus Freiburg, die heute ihren zweiten Marathon gelaufen war. Als ich meinen Starterbeutel wieder zurückerhalten hatte wollte ich zur unterirdischen Metrostation gehen. Allerdings war es aufwändig, zum richtigen Gleis zu gelangen. Immer wieder musste ich dafür Treppen hinauf- und hinabsteigen. Endlich saß ich doch in der Linea verde, die mich direkt zur meiner Unterkunft brachte. Hier konnte ich duschen.
Am Nachmittag schaute ich mich noch ein bisschen am Yachthafen um. In der folgenden Nacht konnte ich nicht besonders gut schlafen, ich wachte immer wieder zwischendurch auf.
Tag 3:
Ich ging an diesem Montag in ein Café zum Frühstücken. Danach schaute ich mir den Corte Ingles an, bevor ich wieder in die Unterkunft zurückging, um meine Koffer zu packen und abzureisen. Über eine unterirdische Zugstation konnte ich diesmal den Flughafen erreichen, allerdings an Terminal 2. Ein Bus brachte mich zu Terminal 1, wo ich das Flugzeug nach Paris nahm. Mein Aufenthalt hier war kürzer als beim Hinflug. Um 20:00 Uhr startete das Flugzeug nach Bremen, wo ich schon kurz nach 21 Uhr ankam. Mit der Straßenbahn fuhr ich dann zu meiner Wohnung zurück.

Dienstag, 10. März 2015

Halbmarathon Frankfurt 2015-03-08

Der einhundertundneunte Halbmarathon meines Lebens.
Der 13. Lufthansa-Halbmarathon.
Der Lufthansa-Halbmarathon in Frankfurt findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im März statt und bildet für mich den Beginn der Halbmarathonsaison. Von 2011 bis 2013 hatte ich hier teilgenommen. Im letzten Jahr hatte ich auf eine Teilnahme verzichtet. Nun war ich wieder dabei, nahm jedoch nicht den Nacht-Intercity, sondern übernachtete in Frankenthal. Ich stand gegen sechs Uhr auf, duschte und frühstückte. Meine Läuferkleidung hatte ich bereits unter der langen Hose an. Ich wurde zum Hauptbahnhof gefahren und bestieg dort um 7:10 Uhr die Regionalbahn nach Frankenthal.
Die Nacht war noch sehr frostig mit Temperaturen knapp unter null Grad gewesen. Doch der heutige Tag sollte der bisher wärmste des Jahres mit zweistelligen Temperaturen werden. Am Himmel war keine einzige Wolke zu sehen, eine Sonnenbrille hatte ich aber auch nicht dabei. Während der Fahrt stiegen nun immer mehr Läufer ein. Am Römischen Theater in Mainz mussten wir aussteigen und das Gleis wechseln. Kurz darauf traf auch schon die S-Bahn ein, welche uns zum Frankfurter Stadion brachte, wo wir kurz nach halb neun Uhr ankamen.
Ich hatte in diesem Jahr zwei der drei Vorbereitungsläufe im Bremer Bürgerpark absolviert. Beim Zehn-Kilometerlauf hatte ich eine Zeit von unter 41 Minuten erzielt und beim 20-Kilometerlauf eine Zeit von unter 84 Minuten. Heute wollte ich unter 1:28 Stunden laufen, was ich im gesamten vergangenen Jahr nicht geschafft hatte.
Am Kursverlauf sowie der restlichen Organisation hatte sich nichts geändert. Allerdings war für dieses Jahr eine Rekordzahl an Voranmeldern erreicht worden. Ich hatte für die Rückfahrt nach Bremen eine relativ zeitige Zugbindung und konnte es mir daher auch nicht erlauben, beim Halbmarathon allzu langsam zu sein.
Die Räume im Stadion waren bereits gut gefüllt. Da ich keine ausgedruckte Anmeldebestätigung dabei hatte, zeigte ich meinen Ausweis vor und nannte meine Startnummer, die ich an einer aufgehängten Liste ablesen konnte. Die Unterlagen bestanden lediglich aus der Startnummer und dem Davengo-Chip zur Zeitmessung. Nun ging ich auf die Hinterseite des Stadions und nahm mein mitgebrachtes Brot zu mir. Als ich fertiggegessen hatte, ging ich in die Katakomben des Stadions und suchte zunächst die Toilette auf. Danach kam ich in den Vorraum der Umkleiden, wo man die Taschen ablegen konnte. Ich musste nun feststellen, dass ich meine Pflaster offenbar vergessen hatte. Meine im Geldbeutel vorhandene „Notration“ reichte nur für die linke Brustwarze. Obenrum trug ich das Trikot vom Berlin-Halbmarathon 2010. Ich stellte meine Tasche an den Rand des großen Raumes und gab die Wertsachen bei den ehrenamtlichen Helfern ab. Dann suchte ich noch nach einem Rettungswagen, wo ich vielleicht Pflaster bekommen hätte. Leider wurde ich nicht fündig.
Es war nun schon wenige Minute vor zehn Uhr und ich stellte mich daher in die Startgerade neben dem Stadion. Die Elite startete um Punkt zehn Uhr. Drei Minuten später war das Fußvolk dran, wobei ich im vordersten Bereich war. Der erste Streckenabschnitt war ziemlich kritisch, da hier einige enge, scharfe Kurven dabei waren. Ich stellte meine Uhr entsprechend dem Überqueren der Startlinie. Dann ging es aus dem Stadiongelände hinaus zur Unterführung unter der S-Bahn-Linie hindurch. Hier war es extrem eng. Dahinter kam nun eine etwas längere Gerade, wo ich einige Leute überholten musste. Wir hatten die Sonne zunächst im Rücken.
Nach einem Kilometer ging es scharf nach links. Der nun folgende Abschnitt durch den Wald, unter einer Bahn-Brücke hindurch, war extrem eng. Überholen war ziemlich schwierig. So ging es einige Zeit geradeaus, bis dann nach dreieinhalb Kilometern eine 180°-Kurve auf eine Hauptverkehrsstraße führte. Nun tauchten links vor uns die Hochhäuser und Bürogebäude von Niederrad auf. Wir überquerten die Straßenbahnschienen und bogen daraufhin links in den Stadtteil ein. Für die ersten fünf Kilometer hatte ich weniger als 21 Minuten benötigt.
Nun liefen wir nach Norden auf den Main zu und bogen kurz vor dessen Ufer rechts ab. Aus der Entfernung konnten wir die Hochhäuser des Bankenviertels auf der anderen Uferseite sehen. Noch führte der Kurs allerdings auf der Hauptverkehrsstraße etwas oberhalb des Flusspegels entlang.
Nach sieben Kilometern ging es dann direkt ans Ufer, wo ich einen Skatebordfahrer überholte, der auf seinem Brett ebenfalls nach unten fuhr. Nun konnten wir den Main neben uns sehen. Einige Jogger kamen uns entgegen und ein paar Zuschauer standen am Streckenrand. Ein kleines Mädchen fragte „So viele?“ und ich rief ihr im Vorbeilaufen „5000“ zu, was der offiziellen Zahl der Voranmelder dieses Halbmarathons entsprach.
Wir liefen unter zwei Brücken hindurch, bevor es über ein unangenehmes Kopfsteinpflaster wieder nach oben auf die Hauptverkehrsstraße ging. Hier, bei Kilometer 9,7, befand sich der erste Versorgungspunkt, wo ich mir einen Becher Wasser nahm. Kurz darauf bogen wir ins Wohngebiet nach Süden ein. Hier war Kilometer zehn erreicht, wo eine Zwischenzeit von knapp über 41 Minuten gemessen wurde. Das war nicht schlecht, doch wurde ich nun allmählich langsamer.
Der Lauf wurde jetzt ein bisschen unangenehmer, da es Richtung Süden ging und wir nun die Sonne vor uns hatte. Es war auch inzwischen wesentlich wärmer geworden. Als wir nach zwei weiteren Bahn-Unterführungen (Eine davon war die Unterführung am Bahnhof Niederrad, welchen ich inzwischen gut kannte) den Stadtteil hinter uns hatten, kamen wir durch den Wald. Nach einer langen Linkskurve erreichten wir die lange Gerade, an deren Ende sich der Wendepunkt befand. Hier ging es nun über zwei Kilometer lang geradeaus. Ich spürte immer wieder leichtes Seitenstechen, weshalb ich nicht mehr ganz so schnell laufen konnte. Eine Zeit von unter 88 Minuten schien aber noch möglich zu sein. Bei Kilometer 15 war der zweite Versorgungsstand. Ich nahm mir diesmal neben Wasser noch einen Becher Iso, dessen Inhalt wie gegorener Apfelsaft schmeckte. Inzwischen wurde ich von immer mehr Hintermännern überholt. Die Versorgungsstelle befand sich auf der Höhe, wo die Landstraße zweigeteilt war. Auf der linken Seite liefen wir, auf der rechten Seite war das Vorderfeld, welches bei der Versorgungsstation nach links Richtung Stadion abbog.
Dieses Vorderfeld konnte ich nun einige Zeit lang beobachten, bevor ich selber den Wendepunkt erreichte (Kilometer 16,3), wo ich eine scharfe 180°-Kurve hinlegte und dann die Landstraße wieder zurücklief. Hier wurde ich von einer Zuschauerin erstmals mit meinem Namen, der auf der Startnummer aufgedruckt war, angefeuert. Ich wusste, dass es zwei Versorgungsstellen auf der Strecke gab. Als ich jedoch die zweite Versorgungsstelle wieder auf dem Rückweg erreichte, sah ich, dass diese auch auf unserer Straßenseite aufgebaut war. Ich konnte also kurz vor Kilometer 18 noch einmal einen Schluck Wasser zu mir nehmen. Danach ging es rechts ab, durch den Wald. Es war nun der letzte Abschnitt, bei dem wir gegen die (inzwischen relativ hoch stehende) Sonne laufen mussten. Meine Zielmarke von unter 88 Minuten war inzwischen stark in Gefahr.
Nach neunzehn Kilometern ging es nach rechts auf eine Brücke, die uns über eine Fernverkehrsstraße führte. Nun konnten wir wieder die Commerzbank-Arena sehen. Wir liefen geradeaus an der Arena vorbei zu dem Weg, den ich vor einigen Stunden von der S-Bahn-Station aus zum Stadion zurückgelegt hatte. Dann bogen wir auf den Stadionvorplatz ein. Ich rannte nun, so schnell ich konnte, um meine Zielzeit doch noch zu erreichen. Am südlichen Rand des Stadions ging es auf die Innenfläche der Arena. Ich sah, dass uns einige Zuschauer auf den Rängen zujubelten. Ich überquerte die Ziellinie nach ziemlich genau 88 Minuten. Eine Medaille gab es – wie jedes Jahr – natürlich nicht. Dann ging ich weiter, aus dem Stadion hinaus, wo dieses Jahr die Verpflegung war. Ich nahm mir einen warmen Tee und begab mich dann zu den Katakomben, um meine Tasche wieder abzuholen und zu duschen. Erst danach holte ich die Wertsachen ab. Vor dem Stadion gab es einen Würstchenstand, wo ich mir eine Bratwurst kaufte. Dann ging ich langsamen Schrittes zum S-Bahnhof. Hier nahm ich das nächste Fahrzeug, welches über Niederrad zum Hauptbahnhof fuhr. Dort stieg ich in den ICE nach Hannover ein. In Hannover wechselte ich in den ICE nach Bremen. Erst kurz nach Achim kam es zu Verspätungen, da hier Personen auf den Gleisen waren. Gegen 18:30 Uhr war ich schließlich wieder zu Hause.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Marathon Florenz 2014-11-30

Der sechzehnte Marathon meines Lebens.
Der Florenz-Marathon.
Der Florenz-Marathon findet jedes Jahr am letzten Sonntag im November statt und gab mir die Möglichkeit, einerseits meinen 29. Geburtstag nachzufeiern und andererseits den Temperaturen um den Gefrierpunkt in Deutschland zu entfliehen. Dabei wollte ich nur Samstag und Sonntag unterwegs sein. Die Reiseplanung sah vor, dass ich beim Marathon nicht allzu langsam laufen durfte, um rechtzeitig das Flugzeug für den Rückflug zu bekommen.
Tag 1:
Ich wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag von meinem Wecker um 3:30 Uhr geweckt, stand auf und frühstückte. Ich packte dann meine Tasche, welche mein Handgepäck darstellte. Einen weiteren Koffer hatte ich nicht vorgesehen. Gegen 4:40 Uhr verließ ich das Haus, wobei ich nur mit einer dünnen Jacke bekleidet war. In Florenz sollte es um die 17°C werden.
Ich fuhr mit der Straßenbahn zur Domsheide und von dort aus weiter zum Flughafen. Hier musste ich feststellen, dass meine Armbanduhr kaputt war. Der Sekundenzeiger kam an einigen Stellen zeitweise nicht vorwärts. Damit war für mich klar, dass ich während des Marathons keine Information über meine Geschwindigkeit bekommen würde. Ich ließ mir am Air-France-Schalter das Ticket ausdrucken. Um 6:30 Uhr startete das Flugzeug nach Paris, wo ich noch vor acht Uhr am Charles-de-Gaulle-Airport ankam. Da ich nur mein Handgepäck bei mir hatte, konnte ich mich sofort auf den Weg zum anderen Terminal machen. Dafür musste ich einen Bus besteigen, welcher mich in etwa zehn Minuten dorthin brachte.
Um 10:10 Uhr startete dann das Flugzeug nach Florenz, wo ich knapp zwei Stunden später ankam. Der Flughafen von Florenz befindet sich etwa fünf Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum und ist mit diesem nur über einen Shuttle-Bus zu erreichen. Obwohl die Fahrt nicht sonderlich lange dauert, kostet sie pro Person sechs Euro. Ich hatte mir zuvor keinen Reiseführer von Florenz gekauft und war daher sehr glücklich, im Ankunftsbereich einen kostenlosen Stadtplan zu erhalten. Nun konnte ich mich in der Stadt zurechtfinden.
An der Haltestelle traf ich ein deutsches Pärchen, welches morgen auch laufen wollte. Wir unterhielten uns während der zwanzigminütigen Fahrt, bis wir schließlich am Hauptbahnhof ankamen. Ich schaute mir zunächst den Bahnhof an und ging dann nach Norden zu meiner Unterkunft. Der Stadtplan erleichterte mir den Weg. Als ich im Hostel ankam, sagte man mir, dass das Zimmer noch nicht für mich bereitstände. Ich konnte aber schon einmal meine schwere Tasche abgeben und dann nur mit der Mappe in der Hand zur Marathonmesse gehen, um die Startunterlagen abzuholen.
Die Ausgabe der Startunterlagen ist beim Florenz-Marathon nur am Freitag und Samstag möglich, was Teilnehmende von auswärts zu einer Übernachtung zwingt. Des Weiteren muss man – wie für jeden Marathon in Italien – ein sportärztliches Gesundheitszeugnis vorlegen, soweit man kein Mitglied in einem Sportverein ist. Dies hatte mir erhebliche Mühen bereitet. Ich musste bei meiner Hausärztin einen Termin vereinbaren, bei welchem mir dann auch noch Blut abgenommen wurde. Die schriftliche Bestätigung kostete mich auch noch fünf Euro. Ferner muss ein Zahlungsnachweis der Startgebühr vorgelegt werden. Ich hatte also einige Papiere in meiner Mappe.
Der sicherste Weg zur Messe führte an der Plazza da Libertà vorbei an einer der Hauptverkehrsstraßen entlang. Dann musste ich nach links einbiegen und an einem Bahnhof eine Brücke über die Eisenbahnschienen nehmen. Auf der anderen Seite sah ich dann, wie die ganzen Läufer mit einer Plastiktüte in der Hand mir entgegenkamen. Das Gelände befand sich neben einem kleinen Fußballstadion. Überall waren Stände aufgebaut, wo für verschiedene Produkte und internationale Marathonläufe geworben wurde. Bei der Ausgabe der Startnummer legte ich alle Nachweise vor. Das Gesundheitszeugnis war in deutscher Sprache geschrieben. Der Helfer konnte es mit Sicherheit nicht lesen, akzeptierte es aber. Ich bekam die Startnummer mit dem Zeitmesschip, welcher mit einem Gummiband an der Startnummer befestigt und nach dem Rennen unbedingt wieder zurückgegeben werden musste. An einem weiteren Stand bekam ich dann die Plastiktüte, in welche man auch das Trikot mit der Größe M hineinlegte. Dieses Trikot war langärmlig und von violetter Farbe.
Nun machte ich mich auf den Weg zurück zum Hostel. Ich hatte inzwischen mächtig Hunger bekommen und suchte daher nach einem Restaurant, in welchem ich Spaghetti Bolognese essen konnte. Leider musste ich feststellen, dass sämtliche Restaurants um diese Nachmittagszeit geschlossen waren. Somit kam ich gegen 16 Uhr wieder im Hostel an, wo ich nun mein Acht-Bett-Zimmer im ersten Stock beziehen konnte. Ich legte meine Tasche in einem der oberen Betten ab und ging dann wieder in Richtung Hauptbahnhof. Unterwegs sah ich einen kleinen Imbiss, wo ich ein Brot mit Fleisch und eine Dose Cola zu trinken bekam. Der drittel Liter Cola kostete ganze drei Euro.
Nun schaute ich mich ein bisschen auf dem Markt in der Altstadt um, aber ohne etwas zu kaufen. Als es dämmerte, fand ich nun ein kleines Restaurant, wo ich Spaghetti Bolognese zu essen bekam. Hier zahlte ich für 0,4 Liter Cola stolze 5,50 Euro. Danach machte ich mich auf den Weg zum Hostel. Es war etwa 18:30 Uhr, ich war aber schon ziemlich müde. Auf dem Zimmer war außer mir noch ein weiterer Läufer. Er hieß Giovanni und hatte früher bei Triathlons mitgemacht, beschränkte sich nun aber aufs Laufen. Wir unterhielten uns in Englisch und beschlossen, am nächsten Morgen gegen sieben Uhr in den Frühstücksraum zu gehen, wo wir für sechs Euro essen konnten. Er war bisher zweimal den Marathon in Venedig gelaufen.
Ich schaute mir nun noch einmal die Unterlagen an, welche wir mit dem Starterbeutel ausgehändigt bekommen hatten. Ich fand keinen Hinweis auf Duschmöglichkeiten nach dem Rennen und überlegte daher, ob ich vielleicht hier im Hostel duschen könne. Viel Zeit würde mir nicht bleiben, da der Rückflug von Florenz aus schon um 16 Uhr startete. Ich schlief wohl gegen 22 Uhr ein und wachte um sechs Uhr morgens wieder auf.
Tag 2:
Ich duschte kurz auf dem Zimmer und ging dann mit Giovanni zum Essen. Während ich drei belegte Brötchen frühstückte, nahm er nur eines zu sich. Dann gingen wir zurück aufs Zimmer und ich packte meine Tasche. Giovanni wollte noch bis Mittwoch in der Unterkunft bleiben. An der Rezeption tummelten sich massenweise Franzosen, die heute alle laufen wollten. Ich erfuhr nun, dass im Eingangsbereich des Hostels auch eine Dusche vorhanden war. Somit konnte ich mein Gepäck hier abgeben und nur mit dem Starterbeutel zum Marathon gehen. Um kurz nach sieben Uhr gingen wir dann los. Draußen sahen wir, dass es über Nacht geregnet hatte und ein dunkelhäutiger Verkäufer bot uns Regenschirme an, was wir allerdings ablehnten.
Während des Weges zum Startbereich unterhielten wir uns über unsere Erlebnisse. Giovanni kam aus der Nähe von Mailand und war auch schon einmal in New York gelaufen. Gegen 8:00 Uhr kamen wir am Startbereich an. Jetzt realisierte ich erst richtig, wie groß diese Veranstaltung war. Es gab wohl eine fünfstellige Teilnehmerzahl. In aneinandergereihten LKWs konnte man seinen Starterbeutel abgeben. Ich hatte am Mittwoch 25 Kilometer trainiert, um die Stellen an den Füßen ausfindig zu machen, an denen beim Laufen Blasen entstanden. Obenrum trug ich das Trikot vom Halbmarathon in Weimar. Giovanni zog sich schnell um und dann gingen wir zu den entsprechenden LKWs.
Es hatte inzwischen wieder leicht zu regnen angefangen. Einige Sportler suchten unter den LKWs Schutz. Giovanni und ich gaben unsere Taschen ab und dann gingen wir zur Startgeraden. Das Starterfeld war in mehrere Bereiche unterteilt. Diese richteten sich nach der erwarteten Zielzeit der Teilnehmer. Für Giovanni war offenbar eine Zeit im Bereich von dreieinhalb Stunden vorgesehen, weshalb er in einen der vorderen Blöcke musste und sich dann auch von mir verabschiedete. Ich ging weiter nach hinten. Der Farbe auf meiner Startnummer zu Folge musste ich von ganz hinten starten.
Ein großes Problem sollte auch die lange Wartezeit sein. Die Zugänge zu den Startbereichen sollten um 8:45 Uhr geschlossen werden. Wer dann nicht in seinem Bereich sei, könne nur noch von ganz hinten starten. Der Start des vordersten Blocks war aber erst für 9:15 Uhr vorgesehen. Ich hätte somit mindestens eine halbe Stunde warten müssen. Ich entschied mich daher, den hintersten Starterblock erst einmal nicht zu betreten, sondern mich kurz warmzulaufen. Hier am Ende der Startgeraden war eine Stelle am Fluss, wo eine Brücke hinüberführte. Ich lief kurz aufs andere Ufer und suchte dann eine der Toiletten auf. Gegen neun Uhr konnte ich dann in den letzten Starterblock hineingehen.
Ich drängelte mich nun so weit nach vorne, bis ich die Grenze zum vorletzten Block erreicht hatte. Auf den Armbanduhren anderer Teilnehmer sah ich, dass es kurz nach neun Uhr war. An der Grenze der zwei Bereiche standen Sicherheitsleute, was mich daran hinderte, das rotweiße Band, welches die Bereiche trennte, zu überqueren. Nach einigen Minuten jedoch kamen hinter mir zwei Läufer, die einfach das Band hochhoben und untendurch gingen. Kurzentschlossen tat ich dasselbe und drängelte mich nun im zweithintersten Bereich so gut es ging nach vorne. Irgendwann merkte ich aber, dass es nicht mehr möglich war, weiter nach vorne zu gelangen. Ich stand nun neben einer Gruppe von drei jungen Leuten, von denen ein Zwei-Meter-Riese ein Trikot des FC Chelsea trug.
Irgendwann hörten wir dann, wie der Marathon startete. Trotzdem dauerte es noch einige Minuten, bis wir endlich losgehen konnten. Nach über vier Minuten hatte ich dann endlich die Startlinie überquert.
Obwohl Florenz nicht gerade eine riesige Stadt ist, besteht der 42 Kilometer lange Kurs aus nur einer einzigen Runde. Die Startgerade lag neben dem Arno-Fluss, nach wenigen Metern bogen wir aber bereits nach rechts ab und liefen nun nach Norden auf der breiten Hauptstraße, auf welcher ich zuvor mit Giovanni zu Fuß von der Unterkunft hierhergekommen war. Leider konnte ich hier nicht so schnell laufen, wie ich es gerne wollte, da es einfach zu eng war. Die Hauptstraße war in der Mitte durch eine Betonerhöhung getrennt, und für uns Läufer stand nur die eine Hälfte zur Verfügung. Auf der anderen Seite war ein eingeschränkter Autoverkehr möglich. Irgendwann sah ich jedoch, wie einige Läufer über diese Begrenzung sprangen, um auf der anderen Seite freie Bahn zu haben. Dies tat ich nun auch, denn ich wollte endlich ein bisschen schneller rennen.
Dabei musste ich aufpassen, es mit der Geschwindigkeit nicht sofort zu übertreiben, denn ich bekam langsam ein bisschen Seitenstechen. Wir kamen an der großen Piazza Donatello vorbei und dann an der Piazza della Libertà, wo wir links abbogen und nun in südwestlicher Richtung auf den Hauptbahnhof zuliefen. Links von uns zweigte die Straße ab, in der meine Unterkunft war. Ich erreichte nun die Gruppe der Pacemaker mit der 4:15-Stunden-Zielmarke. Jeder dieser drei bis vier Pacemaker war mit einer ganzen Reihe von Luftballons ausgestattet. Diese Luftballons hatten unterschiedliche Farben, je nachdem, zu welcher Zielzeit der Läufer gehörte. Um heute eine neue Bestzeit zu laufen, musste ich die 3:30h-Pacemaker überholen. Als wir dann  in der Innenstadt waren, mussten wir eine Unterführung nehmen, um unter den Schienen am Hauptbahnhof hindurch zu gelangen. Hier machten einige Läufer ziemlich viel Lärm.
Als wir die Unterführung hinter uns hatten, folgte der Abschnitt durch den Westen von Florenz. Später sollten wir auch relativ nahe am Flughafen vorbeikommen. Im Moment waren wir noch in einem Wohngebiet. Kurz vor Kilometer fünf kam der erste Verpflegungspunkt, wo ich einen Becher Wasser zu mir nahm. Da ich im Feld relativ weit hinten war, lagen schon entsprechend viele zertretene Plastikbecher am Boden. Ich sah nun vor mir zwei junge, großgebaute Männer, die sich in deutscher Sprache unterhielten. Als ich sie überholt hatte, rief der eine in sächsischem Dialekt: „Weimarer Stadtlauf? Do warn wir ooch!“ Ich fragte daraufhin, ob er aus Ostdeutschland käme, korrigierte mich aber sofort und sagte: „Entschuldigung, aus den Neuen Bundesländern?“ Ich erzählte ihm, dass ich für das zweite Wochenende im Oktober keine bessere Alternative gefunden hätte, da ich nicht nach München wollte. Dann hatte ich die beiden Typen hinter mir gelassen.
Als wir nun erneut eine Unterführung unter Eisenbahngleisen hatten, wurde es wieder richtig laut. Dann kamen wir auf eine Straße, die neben einem großen Park lag. Ich wich mehrfach auf den Gehweg aus, um besser überholen zu können. Ich überholte auch die Pacemaker für die 4:00-Stunden-Marke. Die jetzige Strecke diente auch als Rückweg, auf welchem sich gerade das Führungsfeld befand und uns entgegenkam. Ich sah einige dunkelhäutige Läufer. Zwischen den Bäumen hielten immer wieder Teilnehmer an, um ihre Notdurft zu verrichten. Ich selber musste während des Marathons keine einzige solche Pause einlegen.
Etwa ab Kilometer 7,5 hatten wir die Straße wieder für uns alleine, das Führungsfeld kam hier nicht vorbei. Als wir dann am Ende des Parks eine 180°-Kurve hinlegten, schaute ich nach rechts, ob ich hier vielleicht den Flughafen erblicken konnte. Leider war er nicht sichtbar.
Nun ging es nach Südosten zurück, zur linken Seite den Park, zur rechten Seite den Arno-Fluss. Ich überholte einen Läufer, der einen Pudel an der Leine hielt. Ob der kleine Hund den gesamten Marathon überstehen konnte? Im Arno-Fluss waren einige künstliche Wasserfälle sichtbar. Dann hatte ich die Pacemaker für 3:45 Stunden erreicht und überholte sie auch. Der Riese im Chelsea-Trikot war immer noch in meiner Nähe, doch bald verlor ich ihn aus den Augen.
Auf Höhe einer Brücke war der zweite Versorgungspunkt erreicht, wo ich auch Iso zu trinken bekam. Diese Versorgungspunkte waren bei Kilometer 5, 10, 15 usw., während bei den Abschnitte 7.5, 12.5, 17.5 usw. Stände waren, an denen nasse Schwämme an die Teilnehmer ausgegeben wurden.
Ich sah nun vor mir einen älteren Läufer, welcher aus Bad Dürkheim war, was ich an seinem Trikot erkannte. Wir redeten kurz über die Marathonläufe an der Deutschen Weinstraße und in Mannheim, dann ließ ich ihn hinter mir. Bei Kilometer zehn war eine Uhr aufgestellt. Meine Bruttozeit lag bei etwa 53 Minuten für diese ersten zehn Kilometer. Dann folgte eine 180°-Kurve und es ging – ein bisschen versetzt – neben der bisherigen Strecke wieder zurück bis wenige hundert Meter vor Ende des Parks, wo wir rechts abbogen und dann in der Straße waren, wo uns vorhin das Führungsfeld entgegengekommen war. Wir liefen nun in südöstlicher Richtung und sahen nun die hintersten Teilnehmer, die von einem Rettungswagen begleitet wurden.
Nach 15 Kilometern nahmen wir wieder Kurs auf das Zentrum. Bevor wir die Altstadt jedoch erreichten, ging es über den Arno-Fluss in den Stadtteil südlich des Flusses. Wir liefen am anderen Ufer geradeaus und ich erblickte nun die Pacemaker-Gruppe für die 3:30-Stunden-Marke. Zwar näherte ich mich diesen Läufern, aber meine Geschwindigkeit war nur wenig höher als ihre und daher dauerte der Überholprozess sehr, sehr lange.
Eine weitere Brücke über den Fluss ließen wir links liegen, bei der nächsten Brücke bogen wir rechts ab in das Stadtzentrum südlich des Flusses. Hier gab es endlich wieder einmal zahlreiche Zuschauer am Streckenrand. Am südlichsten Punkt der Strecke folgte eine 180°-Kurve, als es plötzlich sehr laut wurde, da ein aufgebautes Orchester mit einem Mal anfing, Musik zu machen. Ich hielt mir die Ohren zu und war dann auch schon an der Stelle vorbei. Wir sahen jetzt noch den Pitti-Platz, welcher mir bekannt vorkam, den ich aber gestern nicht gesehen hatte, da auch mich ja nur nördlich des Arno aufgehalten hatte.
Als wir den Fluss wieder erreichten, bogen wir rechts ab, um am südlichen Ufer entlangzulaufen. Auf dieser langen Geraden sah ich wieder die Pacemaker-Gruppe, die nun nicht mehr weit vor mir war. Wir erreichten den vierten Versorgungspunkt. Inzwischen gab es hier auch zu Essen. Ich nahm mir einige Stücke Banane. Dabei sah ich, dass sogar Zitronen angeboten wurden.
Wir nahmen nun die zweite Brücke, um wieder in den Bereich nördlich des Arno zu gelangen. Direkt dahinter bogen wir nach rechts ab. Nun begann der Abschnitt durch den Osten von Florenz. Zunächst liefen wir am Flussufer entlang nach Osten. Hier erreichten wir die Stelle, an der die erste Hälfte des Marathons absolviert worden war. Meine Bruttozeit von etwa 1:47 Stunden bestätigte mir, dass meine Geschwindigkeit konstant geblieben war.
Die 3:30-Pacemaker waren immer noch vor mir und ich näherte mich ihnen nur sehr langsam. Als wir den östlichsten Punkt der Strecke erreicht hatten, ging es südlich der Bahnlinie nach Nordwesten wieder zurück. Dabei kamen wir auch am Bahnhof vorbei, den ich zur Abholung meiner Startunterlagen gestern überqueren musste. Schließlich kamen wir im Norden an eine Brücke, die uns über die Gleise führte. Auf der anderen Seite ging es wieder nach Süden zurück um einen Park herum. Hier befand sich das Stadion des AC Florenz. Nun war es auch soweit, dass ich einen Pacemaker nach dem anderen überholte. Bei Kilometer 30 betrug meine Bruttozeit ziemlich genau zweieinhalb Stunden. Die Pacemaker waren auch untereinander schon ein ganzes Stück auseinander.
Bei der Verpflegungsstelle nahm ich mir sogar eine Zitrone und bis kräftig hinein. Bis jetzt hatte ich meine Geschwindigkeit konstant halten können. An einer Rechts-Linkskurve sprach mich plötzlich ein Läufer von hinten in deutscher Sprache an und hielt mir die Hand hin. Er sagte: „Hey, du warst doch vor vier Wochen in Porto, oder?“ Ich war sehr erstaunt und er sagte mir, dass er auf dem Rückflug neben mir gesessen hatte. Da er wesentlich schneller als ich war, ließ ich ihn vorbei. Dann ging es wieder auf einer Brücke über die Bahngleise. Wir nahmen nun Kurs auf die Innenstadt.
Der Boden wurde hier teilweise ein bisschen ungemütlicher, weil er aus Kopfsteinpflastern bestand. Ich spürte auch langsam, wie meine Beine schwerer wurden. Bei Kilometer 35 überholten mich die Pacemaker wieder, einer nach dem anderen. Ich spürte jetzt auch ein immer wieder auftretendes Kratzen im Bein. Als wir wieder am Nordufer des Arno-Flusses entlangliefen, konnte ich wieder einen der Pacemaker überholten. Er sagte mir, dass er seine vorgegebene Zeit nicht einhalten könne. An zwei aufeinanderfolgenden Brücken ging es dann auf das südliche Ufer und wieder zurück. Dann kamen wir an einigen historischen Plätzen vorbei. Es ging hier sehr eng und auch sehr laut zu. Auf einem dieser Plätze lag ein Sportler am Boden und musste behandelt werden. Er war offenbar kollabiert. Mir fiel nun ein, dass ich den Zeitmesschip im Ziel wieder zurückgeben musste.
Nach einer Rechtskurve kamen wir wieder an der Startgeraden vorbei und dann an der Geraden, wo die LKWs mit den Beuteln waren. Am Ende dieser Geraden lief ich nach rechts und kam dann im Ziel an. Meine Bruttozeit betrug ziemlich genau 3:33 Stunden.
Nun wurde ich mit einigen kleinen Getränkeflaschen versorgt. Die Finisher erhielten außerdem Tücher zum Umhängen, worauf ich allerdings verzichtete. Dann konnte ich den Chip abgeben und die goldfarbene Medaille mit dem Michelangelo entgegennehmen. Ich ging direkt weiter zum LKW, wo ich meinen Starterbeutel zurückbekam. Nun war keine Zeit zu verlieren. Ich musste rechtzeitig am Flughafen sein und vorher geduscht haben. Ich lief die Hauptstraße entlang bis zum Hostel, wo ich meine Tasche zurückbekam. Tatsächlich gab es hier ein kleines Badezimmer, wo ich duschen konnte. Dann zog ich mich wieder an, verabschiedete mich und machte mich auf den Weg zum Hauptbahnhof, wo die Busse zum Flughafen fahren sollten. Hier unterhielt ich mich mit zwei Frauen aus Holland, bevor der Bus dann eintraf und uns zum Flughafen brachte. Die Fahrt kostete erneut 6€.
Am Flughafen konnte ich mir am Air-France-Schalter das Ticket abholen. Dabei gelang es mir, ein erstes Gespräch komplett auf Italienisch zu führen. Der Rückflug verlief ohne Zwischenfälle. Gegen 21:30 Uhr kam das Flugzeug in Bremen an. Ich nahm die Straßenbahn und war kurz nach 22 Uhr wieder zu Hause.



Dienstag, 25. November 2014

Halbmarathon Düsseldorf-Eller 2014-11-09

Der einhundertundachte Halbmarathon meines Lebens.
Der Martinslauf in Düsseldorf-Eller.
Ab dem Monat November ist es kaum noch möglich, passende Laufveranstaltungen in Deutschland zu finden. Umso erfreuter war ich, als ich im Internet den Martinslauf in Düsseldorf-Eller entdeckte, welcher sogar einen Halbmarathon beinhaltete. Dieser Halbmarathon bestand auch nur aus einer einzigen Runde, weshalb ich mich sofort dafür angemeldet hatte.
Ursprünglich hatte ich an diesem Sonntagmorgen von Bremen aus nach Düsseldorf-Eller fahren wollen, aber ich hatte ein Angebot bekommen, in Osnabrück übernachten zu können. Da die Bahnstreiks vorzeitig beendet worden waren, stand einer Anreise nichts im Wege. An diesem Sonntagmorgen stand ich gegen sieben Uhr auf und machte mich auf den Weg zum Hauptbahnhof von Osnabrück. Dort angekommen, ging ich zunächst in eine Bäckerei und verzehrte ein belegtes Brötchen. Dann ging ich zum Gleis und wartete auf den Eurocity, welcher pünktlich um 8:35 Uhr ankam. Die Fahrt zum Düsseldorfer Hauptbahnhof dauerte zwei Stunden. Als ich dort ankam, kaufte ich mir erneut etwas zu essen und wartete auf die s-Bahn, welche nach Düsseldorf-Eller fahren sollte. Sie fuhr um 11:55 Uhr ab und nach einer Viertelstunde kam sie in Eller an. Jetzt sah ich einige andere Leute, die Laufschuhe trugen.
Wir wollten zunächst auf den Bus warten, der uns zum Veranstaltungszentrum fahren sollte. Diese Zeit nutze ich, um auf einem Parkplatz meine Läuferkleidung anzulegen. Wir beschlossen daraufhin, auf den Bus zu verzichten und zu Fuß zu gehen. Doch der Weg war relativ weit. Der Halbmarathon sollte um 13 Uhr starten. Unser Weg führte durch einen Wald hindurch, in welchem wir bereits die Kilometermarkierungen sehen konnten. Gegen 12:40 Uhr kamen wir dann endlich am Veranstaltungsort an. In einem großen Zelt konnte ich meine Startnummer abholen und die Tasche ablegen, welche aber nicht bewacht wurde. Dann ging ich zur Startgeraden. Es standen mehrere hundert Teilnehmer bereit. Ich unterhielt mich mit einem Läufer, der das Trikot vom Füssen-Marathon trug. An diesem Lauf wollte ich 2015 teilnehmen. Er erzählte mir, dass er jedes Jahr in Füssen Marathon liefe.
Der Startschuss kam gegen 13:05 Uhr. Der Kurs bestand aus zwei Schleifen. Die erste führte südöstlich vom Startbereich entlang. Es ging fast ausschließlich auf Fahrradpfaden durch Waldgebiete. Auf den ersten Kilometern unterhielt ich mich mit dem Füssen-Läufer. Wir mussten hier sehr gut aufpassen, da uns immer wieder Reitergruppen entgegenkamen, die ihre Pferde nicht unter Kontrolle hatte. Ich beeilte mich nicht besonders, eine Zeit von 100 Minuten sollte mir heute reichen.
Wir kamen an zwei Seen vorbei und bei Kilometer sieben war denn endlich der erste Versorgungspunkt, wo ich ein süßes Getränk zu mir nahm. Als wir dann die ersten elf Kilometer hinter uns hatten, waren wir wieder im Startbereich und nahmen Kurs auf die zweite Schleife nordwestlich vom Zentrum. Auf der Start- und Zielgeraden hatten wir wieder etwas zu trinken bekommen.
Wir mussten an einem weiteren See vorbei. Ich hatte das Tempo inzwischen ein bisschen erhöht und den Füssen-Läufer hinter mir gelassen. Als wir auch das Seeufer verließen, mussten wir einige Zeit lang auf einem Fahrradweg entlanglaufen, der neben einer Hauptstraße war. Wegen der Autos war es hier ein bisschen lauter. Dann bogen wir endlich wieder nach links in den Wald ein, wo der letzte Versorgungspunkt war. Kurz vor Kilometer 19 stießen wir auf den Weg, den ich bereits vom Bahnhof Eller zum Starbereich gegangen war. Nach etwa einer Stunde und 37 Minuten erreichte ich das Ziel, ohne richtigen Muskelkater zu spüren.
Ich bekam ein Stück Gebäck und einige Getränke. Dann suchte ich die Duschen auf, die inmitten eines Campingplatzes lagen. Es ging hier sehr eng zu, weshalb ich mich mit dem Umziehen beeilte. Nun erfuhr ich, dass die Medaille vorher hätte mitbestellt werden müssen. Dies hätte acht Euro gekostet, worauf ich natürlich verzichtet hatte. Ich machte mich auf den Fußweg zum Bahnhof, wo ich nun das Schlussfeld des Halbmarathons sah. Am Bahnhof Eller konnte ich gerade noch in die S-Bahn nach Solingen einsteigen. Leider musste ich hier feststellen, dass kein Fernverkehrszug nach Hamburg fuhr. Ich musste zurück nach Düsseldorf und von dort aus den Eurocity nach Bremen nehmen. Gegen 21 Uhr kam ich wieder zu Hause an.

Montag, 10. November 2014

Marathon Porto 2014-11-02

Der fünfzehnte Marathon meines Lebens.
Der elfte Maratona do Porto.
Neben dem New-York-City-Marathon gab es an diesem Wochenende kaum große Veranstaltungen. Im November ist die Marathonsaison in Deutschland größtenteils vorbei. Da ich nicht wieder nach New York reisen wollte, entschied ich mich für den Marathon in Porto, welcher am gleichen Tag stattfinden sollte. Die Anmeldeformalitäten und Reiseplanung hatte ich ein halbes Jahr im Voraus durchgeführt. Die Startgebühr betrug 35€. Dies entpuppte sich später als richtiges „Schnäppchen“, da für das Geld einiges geboten wurde.
Tag 1: Freitag, 31.10.2014
Wie im letzten Jahr hatte ich an Halloween einen weiten Weg vor mir. Ich stand um halb sieben Uhr auf, kaufte bei Penny-Markt zwei Dosen Pepsi und frühstückte dann. Meinen giftgrünen Koffer hatte ich schon am Vorabend gepackt. Ich hatte Zugbindung und musste daher relativ früh los. Um kurz vor neun Uhr nahm ich die Straßenbahn zum Bahnhof Walle, von wo aus ich mit der Nordwestbahn zum Hauptbahnhof fuhr. Hier stieg ich in den Regionalexpress nach Hannover ein, wo ich zwanzig Minuten vor elf Uhr eintraf. Um kurz nach elf Uhr kam der Intercity aus Hamburg pünktlich an. Er sollte bis zum Frankfurter Hauptbahnhof fahren. Ich stieg ein und ging während der Fahrt noch eine Lektion aus meinem neuen Portugiesisch-Lehrbuch durch. Um kurz nach halb zwei Uhr mittags kam der Intercity an seinem Ziel- und Endbahnhof, dem Frankfurter Hauptbahnhof an.
Eigentlich hatte ich nun einen ICE gebucht, der mich in zwölf Minuten zum Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens bringen sollte. Aber da ich mich kurzfristig mit einem alten Schulfreund in Niederrad verabredet hatte, kaufte ich ein Ticket für den Nahverkehr und stieg in die nächste S-Bahn ein, die dorthin fuhr. Um kurz vor 14 Uhr kam ich am Bahnhof Niederrad an, auf meinen Freund musste ich aber eine Dreiviertelstunde warten. Als dieser dann eintraf, setzten wir uns zwischen die Hochhäuser und unterhielten uns bis 16 Uhr. Dann erlaubte er mir noch, die Toilette in seinem Bürogebäude zu benutzen und verabschiedete sich wieder von mir. Ich ging zu einer Würstchenbude und nahm ein Mittagessen zu mir. Jetzt begann es schon langsam zu dämmern und ich machte mich auf den Weg zum Bahnhof Niederrad zurück, wo ich in die nächste S-Bahn zum Flughafen, diesmal zum Regionalbahnhof, einstieg. Auf dem riesigen Flughafengelände zog ich mir erst das gebuchte Lufthansa-Ticket, gab dann meinen Koffer ab und ging durch die Sicherheitskontrolle. Als ich an der anvisierten Abflugstelle ankam, erinnerte ich mich, dass ich hier vor über 13 Jahren schon einmal gewesen war, als ich mit meiner Mutter nach Madrid geflogen war.
Da es bis zum Start der Maschine noch drei Stunden waren, setzte ich mich in die Nähe einer Steckdose, lud den Akku meines Smartphones auf und ging ein weiteres Kapitel im Portugiesisch-Buch durch. Zwischendurch holte ich mir noch eine Laugenbrezel und eine Landjäger-Wurst für völlig überteuertes Geld an einem der Imbissstände. Um 20:40 Uhr war dann endlich Einlass.
Das Flugzeug war vollbesetzt bis auf den letzten Platz, wobei der Großteil der Passagiere offenbar portugiesisch war. Der Kapitän bat uns, das viele Handgepäck bestmöglich zu verstauen, da man andernfalls eine Umladung vornehmen musste, was unweigerlich zu einer Verzögerung des Starts geführt hätte. Ich saß zwischen zwei Männern, mit denen ich ein paar Worte auf Englisch wechselte. Mein linker Sitznachbar bekreuzigte sich, als es dann endlich losging.
Beim angebotenen Getränk entschied ich mich für Bier, um den Flug damit besser überstehen zu können. Das Essen schmeckte mir natürlich nicht. Nach über zweieinhalb Stunden kamen wir pünktlich um 22:50 Uhr Ortszeit in Porto an, wo die Zeit – verglichen zu Deutschland – um eine Stunde hinterherhinkt.
Ich musste ziemlich lange auf meinen Koffer warten und so war es schon 23:30 Uhr, als ich die Ankunftshalle verließ und mich auf den Weg zur unterirdischen Metrostation machte. Beim Verlassen der Halle bekam ich einen Stadtplan von Porto geschenkt, den ich dankend annahm. Einen Reiseführer hatte ich vorher nicht gekauft, lediglich den Weg von der Metrostation zu meiner Unterkunft hatte ich mir über googlemaps ausgedruckt.
Ein Angestellter half mir beim Kaufen einer Fahrkarte im Wert von 2,35 Euro. Dann stieg ich in die Metro ein, welche wenige Minuten später losfuhr. Unterwegs unterhielt ich mich mit einem Ehepaar aus Kassel, das in Porto einige Tage Urlaub machen wollte. Die Metro in Porto muss man sich als eine etwas breitere Form einer Straßenbahn in Deutschland vorstellen. Sie fährt ober- und unterirdisch.
Bei der Station „24 de Agosto“ stieg ich aus. Der direkte Weg zu meiner Unterkunft wäre nicht weit gewesen, aber leider ging ich in die falsche Richtung und tat mir bei der Orientierung schwer. Schließlich halfen mir ein paar Jugendliche, mit denen ich mich auf Englisch unterhielt. So kam ich gegen halb eins am Gebäude an. Die Angestellte zeigte mir das Doppelzimmer im ersten Stock, welches eine Art Ehebett enthielt. Eine zweite Person sollte während meines Aufenthalts aber nicht hier wohnen. Ich hatte volle Kontrolle über den Zimmerschlüssel und somit ein Zimmer für mich allein, welches mich für drei Nächte gerade einmal 36 Euro kostete. Leider lag es an einer Straßenkreuzung und war durch seine Lage im ersten Stock direkt an der Lärmquelle. Trotzdem konnte ich einigermaßen schlafen.
Tag 2: Samstag, 1.11.2014
Ich wurde gegen sieben Uhr wach, ging in das öffentliche Badezimmer und duschte. Dann zog ich mich an. Mein erstes Ziel war es, etwas Essbares zu bekommen. Ich ging nun auf direktem Weg zur Metrostation, was keine fünf Minuten dauerte. Dort kaufte ich ein Tagesticket und fuhr eine Station. Hier war ich nun an einem Wochenmarkt, wo ich mir erst zwei Birnen und dann drei Brötchen kaufte. Die Verkäuferin der Brötchen musste mir den Preis dreimal in verschiedenen Sprachen sagen, bevor ich verstand, dass ich tatsächlich nur 24 Cent bezahlen musste.
Nun machte ich mich auf den Weg zur Marathonmesse, um meine Startunterlagen abzuholen. Das Gebäude war am nördlichen Ufer des Flusses, des Rio Douro, der vom Mittelmeer ins Festland hineinführt. Bis zur Öffnung um zehn Uhr musste ich aber noch eine halbe Stunde warten. Diese Zeit nutzte ich, um mir einen kleinen Überblick zu verschaffen. Der Fluss liegt extrem tief, die Felswände führen steil hinauf. Ganzen unten am Fluss sind aber auch Häuser, jedoch muss man ins Festland hinein steil bergauf gehen. Dieser Sachverhalt führt dazu, dass eine der bekanntesten Brücken, die „Ponte D. Luís“ aus zwei Ebenen besteht, wobei die obere Ebene weit höher als die untere Ebene liegt.
Um zehn Uhr trat ich nun in das Gebäude ein, in welchem die Messe war. Ich legte meinen Ausweis vor und erfuhr daraufhin meine Startnummer. Diese konnte ich mir an einer anderen Stelle abholen. Am nächsten Stand musste ich meine erwartete Zielzeit angeben, woraufhin ein bestimmter Aufkleber auf der Nummer befestigt wurde. Ein Gutschein für eine Pastaparty am heutigen Tag war auch vorhanden.
Beim nächsten Stand bekam ich ein T-Shirt und einen Rucksack. Ferner wurde mir erklärt, dass ich im Ziel ein weiteres Finishershirt bekommen sollte. Das war Einiges für 35 Euro! Sowohl Start als auch Ziel des Marathons sollten übrigens an ganz anderen Orten sein.
Ich fuhr wieder in mein Hotel zurück und legte nun die Jacke und den Pullover ab, da es doch recht warm geworden war. Ich hatte leider nicht nachgefragt, wo genau die Pastaparty stattfinden sollte. Ahnungsvoll fuhr ich noch einmal zur Messe, wo ich im Keller fündig wurde. Ich bekam ein Brötchen, einen Apfel, ein Getränk und eine Portion Spaghetti Bolognese. Auch dies war bereits alles im Startgeld enthalten. Leider machte hier im Keller eine Musikband solchen Lärm, dass ich mir die Ohren zuhalten musste.
Nach dem Essen betrat ich die obere Etage der Brücke „Ponte D. Luís I“. Als ich dann bemerkte, dass der Boden dieser Brücke aus mehreren nebeneinandergelegten Platten bestand, durch deren Schlitze man nach unten in die Tiefe blicken konnte, wurde mir so schwindlig, dass ich zitternd versuchte, so schnell wie möglich wieder das Festland zu erreichen. Ich stieg in die Metro und fuhr zum Stadion des FC Porto. Hier wollten mir ein paar junge Männer ein verbilligtes Ticket für das heutige Abendspiel „FC Porte – Nacional Funchal“ aufschwatzen, aber ich lehnte ab, da ich den Leuten nicht traute. Außerdem sollte das Spiel erst um 21:15 Uhr beginnen und ich hatte schon diese Nacht nicht lange genug geschlafen.
Glücklicherweise fand ich wenige Meter von meiner Unterkunft entfernt einen kleinen Supermarkt, wo ich mir Brötchen, Rama (in Portugal „Planta“ genannt), Salami und Plastikmesser kaufen konnte. So konnte ich mir auf meinem Zimmer ein günstiges Abendessen machen und musste nicht nach einem Restaurant suchen. Um 21 Uhr legte ich mich schlafen.
Tag 3: Sonntag, 2.11.2014
Ich hatte den Wecker auf sieben Uhr gestellt, da ich davon ausging, dass der Marathon um neun Uhr starten würde. Mit absoluter Sicherheit war dies aus dem Informationsheft gar nicht hervorgegangen. Dort hatte ich lediglich gelesen, dass das Family-Race über 16 Kilometern um neun Uhr und der Mini-Marathon über sechs Kilometern um halb elf Uhr starten sollten. Ich frühstückte die verbliebenen Brötchen, welche ich gestern im Laden gekauft hatte, zog mich um und machte mich um zehn Minuten nach acht Uhr auf den Weg. Da in meinem Zimmer kein Mülleimer war, steckte ich den angefallenen Abfall in eine Plastiktüte und trug ihn bis zur Metrostation, um ihn dort artgerecht getrennt zu entsorgen. Ich hatte im Starterbeutel nur meinen Reisepass, einen Stadtplan, ein bisschen Geld und die Baseball-Kappe dabei, welche auch in den Startunterlagen dabei gewesen war. Der Beutel sollte nach dem Start zum vier Kilometer entfernten Zielbereich transportiert werden. Duschen wollte ich erst wieder in meiner Unterkunft
Leider hatte ich nicht bedacht, dass ich ein bereits benutztes Metroticket neu aufladen und dabei Geld sparen konnte. In der Station musste ich daher ein ganz neues Einzelticket kaufen. Dann ging ich zum Gleis hinunter. Es war zwar Sonntagmorgen, aber zwischen meiner Start- und Zielstation verkehrten insgesamt fünf unterschiedliche Metrolinien, so dass ich nicht lange auf die nächste warten musste. Beunruhigenderweise sah ich in der Metro zunächst nur Läufer mit Startnummer für den Family-Race. Als wir dann jedoch an der Station „Casa da música“ ausstiegen, erblickte ich schon zahlreiche Läufer mit einer roten Startnummer, welche für den Marathon stand. Wie viele Teilnehmer bei dieser Disziplin starteten, konnte ich nicht sagen.
Ich war bereits in Läuferkleidung unterwegs. Obenrum trug ich das Trikot vom Berliner Halbmarathon aus dem Jahr 2010. Auf der Startnummer, in welcher auch der Zeitmess-Chip integriert war, war übrigens die Nationalität mit einer Flagge gekennzeichnet. Somit konnte jeder Passant sehen, dass ich Deutscher war. Auffällig war auch der hohe Anteil der Franzosen unter den Teilnehmern.
Ich unterhielt mich auf Englisch mit einem Portugiesen, der heute seinen ersten Marathon laufen wollte. Wenn ich ihn richtig verstanden hatte, so hatte er für diese Veranstaltung gerade einmal 20 Euro Startgeld bezahlt, da er sich sehr früh angemeldet hatte. Wir gingen zusammen am Placa Mousinho Albuquerque vorbei und kamen so an die Startgeraden. Der Start sollte von Süd nach Nord erfolgen. In LKWs konnten wir unsere Taschen abgeben. Ich hatte nur an den Brustwarzen Pflaster angebracht, an den Füßen nicht. Zur Sicherheit hatte ich aber einige Pflaster mitgenommen, die ich während des Rennens in der Hosentasche mit mir trug.
Ich lief mich ein bisschen warm und stellte mich dann, um zehn Minuten vor neun Uhr, in die Startgeraden, und zwar in den Abschnitt B, für den ich wegen meiner erwarteten Zielzeit eingeteilt war. Ich sah jetzt nur Läufer mit roter Startnummer, erfuhr aber später, dass Marathon und 16-Kilometerlauf zusammen auf dieser Geraden gestartet waren. Über uns flogen Drohnen, die offenbar die Aufgabe hatten, Bilder von uns aufzunehmen. Ich unterhielt mich mit einem französischen Pärchen und um neun Uhr ging es dann los. Das Wetter schien angenehm zu sein. Es war noch nicht zu warm, aber leider schien die Sonne ein bisschen stärker. Dies sollte aber zunächst nicht stören, da wir auf den ersten Abschnitten die Sonne im Rücken hatten.
Für bestimme Zielzeiten gab es Pacemaker , darunter auch einige für 3:15 und für 3:30 Stunden. An letzteren wollte ich mich orientieren. Eine neue Bestzeit war nicht ausgeschlossen, wenn es heute nicht allzu warm werden sollte. Beim Start war ich noch hinter den Pacemakern für die Dreieinhalbstundenmarke. Es ging nun nach Norden, so dass wir die Sonne im Rücken hatten. Dann kamen wir an den runden Platz, der eine Wiese beinhaltete und in dessen Mitte ein großes Denkmal stand. Um den runden Platz herum führte ein großer Verkehrskreisel. Wir umliefen den Platz in etwa zur Hälfte und bogen dann nach Westen auf eine Hauptverkehrsstraße ab. Hier kamen wir nun an der Casa da Música vorbei, einem architektonisch sehr auffälligen Gebäude.
Der Weg führte nun an dieser Hauptstraße geradeaus. Auf der rechten Seite sah ich einen großen McDoof. Dies fiel mir auf, da ich bisher in Porto keine Niederlassung dieser Art gefunden hatte. Ansonsten waren hier nur große Plattenbauten, in denen Menschen wohnten, oder die zum Verkauf standen, da ich an vielen Wänden die Aufschrift „Vende-se“ mit einer Telefonnummer lesen konnte.
Wir verließen diese Hauptstraße nur für einen kurzen Abstecher auf eine etwas weiter nördlich gelegene Straße. Hier kamen wir ebenfalls durch ein Wohngebiet und nun fiel mir erst richtig auf, dass es hier kaum Zuschauer gab. Ich hatte gelesen, dass die Portugiesen relativ lang schlafen und auch spät zur Arbeit gehen. Da konnte man nicht erwarten, dass sie am Sonntag früh aufstanden, nur um beim Marathon zuzusehen.
Als wir wieder auf der eigentlichen Hauptstraße ankamen, überquerten wir den Autobahnring, der einmal durch Porto führt. Dieser Autobahnring führt in einem großen Rundkurs durch Porto, wobei der Rio Douro zweimal überquert wird. Ich beobachtete nun, wie zwei der Pacemaker für die 3:30-Stundenmarke ihre Luftballonseile voneinander lösten, die sich ineinander verheddert hatten. Dabei überholte ich diese Läufer, musste später jedoch sehen, wie einer der beiden wieder an mir vorbeisprintete. Wenig später hatte ich ihn allerdings erneut überholt. Ich lief eine Zeit von 4:50 Minuten pro Kilometer.
Nach fünf Kilometer war der erste Verpflegungsstand erreicht. Hier gab es zunächst nur Wasser zu trinken, welches in Plastikflaschen serviert wurde. Ich nahm eine Flasche, trank sie halbleer und wollte sie dann in hohem Bogen in einen der Müllcontainer werfen, die dafür vorgesehen waren. Leider zielte ich nicht genau genug und traf einen anderen Läufer, der auf dem Bürgersteig war. Glücklicherweise bekam er dies gar nicht richtig mit.
Nun kamen wir an den Stadtpark, welcher zur rechten Seite lag. Hier sollte später das Ziel sein. Schon jetzt mussten wir durch einige aufgeblasene Tore hindurchlaufen, die auf dem Rückweg den Zielbereich markieren sollten. Dann ging es leicht bergab, bis wir an die Atlantikküste kamen. Hier war erneut ein großer Platz mit einer Reiterstatue. Der Reiter hielt ein Kreuz in der Hand. Der Platz war rund und ebenfalls von einem Verkehrskreisel umgeben, den wir während des Marathons einmal komplett umlaufen sollten. Jetzt nahmen wir die erste Ausfahrt, sodass wir nach Norden liefen. Den Stadtpark, der etwas unterhalb lag, hatten wir zu unserer rechten Seite.
Nach wenigen Metern kamen wir erneut an einen Verkehrskreisel. An den Seiten waren große Pfeiler, die eine Art Netz hielten, welches über diesen Platz gespannt war. Wir liefen weiter nach Norden und kamen nun durch eine etwas engere Straße. Die Atlantikküste war nicht mehr sichtbar. Die Straße war durch Verkehrshütchen in zwei Hälften geteilt, da sie auch den Rückweg bildete. Tatsächlich kam uns nun das Führungsfeld, bestehend aus mehreren dunkelhäutigen Sportlern, entgegen.
Wir verließen nun das Wohngebiet und kamen an eine Straße mitten im Grünen, die neben der blauen Metrolinie entlangführte. Ich verlor hier ein Taschentuch und machte mir die Mühe, dieses aufzuheben, wobei ich fast mit einem der Hintermänner kollidierte. Nun konnte ich auch das Feld vor mir sehen. Die Pacemaker für 3:15 Stunden hatten auf mich bereits einen Vorsprung von einigen Minuten. Dann hatten wir die Endhaltestelle der Metrolinie erreicht und kamen kurz darauf auch an den Wendepunkt. Die nördlichste Stelle des Kurses hatten wir damit hinter uns.
Jetzt, wo es nach Süden ging, hätten wir die Sonne eigentlich im Gesicht gehabt. Aber das Wetter hatte sich verändert. Es waren dichte Wolken aufgezogen, ohne dass es regnete. Somit konnte ich also unbeschwert den Marathon fortsetzen und das dichtgedrängte Feld hinter mir sehen.
Vor mir beobachtete ich einen Mann in den mittleren Jahren, der offenbar auch Deutscher war. Tatsächlich erkannte ich beim Überholten die deutsche Flagge auf seiner Startnummer. Dem Trikot zufolge, auf welchem eine mit einer Sieben beginnende Postleitzahl aufgedruckt war, ließ mich vermuten, dass er Schwabe war.
Im Wohngebiet wurde es nun wieder enger, da die Straße hier geteilt war und uns viele langsamere Läufer entgegenkamen. Als wir dann wieder die Atlantikküste erreichten, fiel mir rechts hinter uns ein sehr merkwürdiges Gebäude auf, das an der Küste stand. Es hatte eine unbeschreibliche Form, war aber sehr weit von der Strecke entfernt.
Schließlich kamen wir zum zweiten Mal an den Kreisel mit der Reiterstatue. Hier trennten sich die Wege. Die Teilnehmer des 16-Kilometerlaufes mussten nach links abbiegen, um zum Stadtpark zurück ins Ziel zu laufen. Die Marathonis mussten geradeaus nach Süden an der Atlantikküste entlang. Nun sah ich, dass der deutsche Läufer vor mir einige Fans hier stehen hatte. Diese begrüßten ihn in schwäbischen Dialekt.
Bei Kilometer 15 gab es wieder etwas zu trinken. Die Verpflegungspunkte waren gleichmäßig verteilt. Alle fünf Kilometer gab es Wasser. Im Küstenbereich konnte man einige große Felsen sehen, an denen sich die Wellen brachen. Zuschauer waren hier aber nur wenige.
Schließlich erreichten wir die Stelle, wo der Rio Douro in den Atlantik mündet. Wir liefen am Fluss entlang und nahmen nun Kurs auf die Innenstadt von Porto. Wir kamen unter der ersten Brücke vorbei, welche einen Teil der Autobahn bildete, die durch Porto führt. Diese Brücke ist extrem hoch.
Nun war die Halbmarathondistanz absolviert. Ich hatte in etwa eine Zeit von 1:42 Stunden benötigt. Im Gegensatz zum Baden-Marathon vor sechs Wochen schmerzten meine Beine aber noch nicht. An der linken Ferse merkte ich, dass sich eine Blase bildete. Ein Pflaster schien aber noch nicht nötig zu sein und ich wollte versuchen, erst einmal durchzuhalten, um eine neue mögliche Bestzeit nicht zu gefährden.
Nun begann der Bereich, den ich schon gestern erkundet hatte. Wir kamen auf die Brücke, welche ein Stück auf dem Rio Douro entlangführt. Hier konnten wir den Abschnitt benutzen, welcher für die Autos bestimmt ist. Der Boden beim eigentlichen Fußgängerbereich besteht aus Gittern, durch die man ins Wasser sehen kann, wenn man nach unten schaut.
Als wir wieder das richtige Festland betraten, kamen wir an der Marathonmesse vorbei, die heute geschlossen war. Die Startunterlagen hatten man sich spätestens am Samstag abholen müssen. Nun waren wieder mehr Zuschauer sichtbar. Eine Band spielte neben dem Messegebäude laut Musik. Auf der anderen Seite des Flusses konnten wir das Läuferfeld vor uns sehen. Das Spitzenfeld kam uns jetzt entgegen. Ich sah zwei Männer, die sich um den dritten Platz stritten, während der Führende schon einen großen Vorsprung hatte.
Als nächstes kamen wir in die Altstadt. Es ging an einer Stelle richtig steil bergab und dann waren wir in einer engen Straße am Fluss, auf welcher der Markt aufgebaut war. Hier gab es Zelte, an denen verschiedene Sachen verkauft wurden. Am Ende dieses Abschnitts ging es wieder ein Stückchen bergauf und gleich dahinter nach rechts. Nun waren wir auf der berühmten „Ponte da Lúiz I“, allerdings auf der unteren Ebene, die für Fußgänger und Autos vorgesehen ist. Die zweite Etage konnte ich weit über mir sehen, wenn ich den Kopf hob.
Sofort als wir das andere Ufer erreicht hatten, bogen wir rechts ab, so dass wir wieder am Ufer entlangliefen. Inzwischen war die Sonne wieder hervorgekommen. Wir kamen durch eine breite Straße hindurch, in welcher viele Cafés waren. Auf dem Rio Douro konnte man nun zahlreiche Kähne sehen, die jeweils mit sechs Fässern beladen waren.
Nach und nach kam uns das Feld vor uns entgegen. Da dieses Feld aber schon relativ weit auseinandergezogen war, wurde es nicht allzu eng. Bei Kilometer 25 nahm ich mir erstmals etwas zu essen. Getrocknete Aprikosen gab es hier - im Gegensatz zum Valencia-Marathon- nicht. Stattdessen konnte ich mir Rosinen zu essen nehmen. Ich sah einen nicht gerade umweltbewussten Läufer vor mir, der die leere Wasserflasche einfach in den Fluss warf. Auf der anderen Seite des Flusses konnte ich das Läuferfeld hinter uns sehen.
Die Autobahnbrücke wurde erneut unterquert. Nun waren wir schon fast wieder am Atlantik, bevor wir dann den Wendepunkt erreichten. Den schwäbischen Läufer vor mir hatte ich langsam aus den Augen verloren, da ich mit der Geschwindigkeit ein bisschen nachgelassen hatte. Es war auch inzwischen deutlich wärmer geworden und ich musste mir immer wieder den Schweiß von der Stirn wischen. Langsam spürte ich auch, wie meine Beine schwer wurden.
Nun kam der Rückweg. Die Straße war erneut zweigeteilt und ich konnte sehen, dass sich um den Pacemaker für die 3:45-Stundenmarke eine dicke Läufertraube gebildet hatte. Als wir wieder im Bereich mit den vielen Cafés waren, sah ich, dass viele der Anwohner bereits jetzt, also gegen halb zwölf Uhr, Rotwein tranken.
Nun ging es wieder über die Ponte da Lúiz I. Auf der anderen Seite bogen wir aber nicht in die enge Gasse ein, in welcher sich der Markt befand, sondern liefen ein bisschen weiter rechts versetzt durch einen langen Tunnel. Als wir diesen wieder verließen, trafen wir auf den Weg, den wir bereits hergelaufen waren. Ich sah nun, wie die beiden hintersten Läuferinnen von einem Rettungsfahrzeug begleitet wurden. Nun nahmen wir Kurs auf das Ziel. Es ging wieder am Rio Douro entlang, auf dessen anderen Ufer das Läuferfeld hinter uns sichtbar war. Die zahlreichen Pflastersteine waren ein bisschen unangenehm zu laufen. An der Marathonmesse wurde immer noch Musik gespielt. Dann passierten wir wieder die Brücke, welche ein bisschen über den Fluss hinwegführt. Später kamen wir wieder unter der Autobahnbrücke hindurch und als dann die Atlantikküste erreicht wurde, sahen wir wieder einige Zuschauer und die Wellen, welche sich an den Felsen brachen.
An einer etwas breiteren Stelle der Straße war ein Feuerwehrwagen aufgestellt. Aus einem Schlauch kam eine Wasserfontäne. Ich nahm meine Brille vom Gesicht, versteckte sie unter meinem Trikot und hielt das Gesicht in den Wasserstrahl. Dabei wurde auch die Rückseite meines Trikots nass, welches nun an meinem Rücken klebte. Mein Eindruck war, dass mich dies ein bisschen schneller machte, weil ich das Gefühl hatte, von hinten geschoben zu werden.
Ich wollte auf den letzten drei Kilometern noch einmal ein bisschen schneller machen. Ein Pflaster hatte ich immer noch nicht auf die Verse auftragen müssen. Ich kam kurz nach Kilometer 40 zum letzten Mal an den Verkehrskreisel mit der Reiterstatue. Von hier aus ging es nun nach rechts in die Straße neben dem Stadtpark hinein. Leider musste ich hier einen beschwerlichen Weg bergauf laufen, aber ich wusste nun, dass eine neue Bestzeit möglich war. Je näher wir den aufgeblasenen Toren kamen, desto mehr Zuschauer standen am Rand. Der Weg wurde dadurch immer enger und die Lautstärke stieg an. Als ich das letzte Tor hinter mir hatte, bog ich links ein. Ich hatte den schwäbischen Teilnehmer nun fast wieder eingeholt, da kam ich bei einer Nettozeit zwischen 3:27 Stunde und 3:28 Stunden über die Ziellinie.
Wenige Meter dahinter ließ ich mir die Medaille geben. Sie war sehr groß und mit allen relevanten Details versehen. Ich nahm mir Obst und Getränke und bekam dann noch einen Beutel in die Hand gedrückt. Dieser war ziemlich schwer. Er enthielt nicht nur das blaue Finisher-Trikot, sondern auch eine ganze Flasche Portwein. Ich staunte immer mehr, wieviel ich für die Startgebühr von 35 Euro erhalten hatte.
Ich sah die LKWs, welche mit den Starterbeuteln hierhergefahren waren. Ich ließ mir meinen Beutel aushändigen. Duschen wollte ich erst in meiner Unterkunft. Zufällig hörte ich, wie ein Teilnehmer nach den Bussen fragte, die zum Startbereich fahren sollten. Ich ging ihm hinterher und kam zu der Hauptstraße, die wie kurz nach dem Start abgelaufen waren. Hier standen die Busse bereit. Ich setzte mich, obwohl ich verschwitzt war, auf einen der Sitze, da ich nicht mehr stehen konnte. Dann ging die Fahrt los. Nach einer Viertelstunde waren wir bei der Casa da música. Ich ging zur Metro und fuhr zu meinem Hotel, wo ich duschte und mich umzog. Jetzt zog ein fürchterliches Gewitter auf. Welch ein Glück, dass ich jetzt nicht mehr am Laufen war.
Später ging ich noch ein bisschen in die Innenstadt und nahm ein Abendessen bei McDoof zu mir. Zusätzlich kaufte ich in einem Supermarkt, der sonntags offen hatte, einige Hot-Dog-Brötchen und Salami. Ich legte mich gegen zehn Uhr schlafen.
Tag 4: Montag, 3.11.2014
Ich stand gegen acht Uhr auf, duschte und frühstückte die Hot-Dog-Brötchen. Muskelkater hatte ich vergleichsweise wenig. Ich packte meinen Koffer, wobei ich vor allem die Portwein-Flasche sicher verstaute. Dann gab ich den Zimmerschlüssel ab und ging zur Metrostation. Die Linie E zum Flughafen fährt nur alle 20 Minuten. Die Fahrt dauerte über eine halbe Stunde. Dann konnte ich mir den Flughafen noch einmal bei Tageslicht anschauen. Sogar den schwäbischen Läufer sah ich im Sicherheitsbereich wieder.
Das Flugzeug startete gegen 13 Uhr und kam gegen 16:20 Uhr in Frankfurt an. Leider fiel mein eigentlicher Zug vom Fernbahnhof aus. Ich musste mit einem anderen ICE bis zum Hauptbahnhof fahren und dort in einen Ersatz-Intercity nach Hannover einsteigen. Dieser fuhr verspätet ab und konnte auf der Schnellstrecke ab Kassel nicht die Geschwindigkeit eines ICEs erreichen. Die Folge war, dass ich den Anschlusszug in Hannover verpasste. Ich musste vierzig Minuten lang auf den Regionalexpress warten und kam gegen halb ein Uhr, ein Stunde später als geplant, zu Hause an.