Der neunundsiebzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der zehnte Osnabrücker-Land-Marathon.
An dieser Veranstaltung nahm ich nun schon zum vierten Mal teil, seit 2010 hatte ich sie nie verpasst. Ich hatte dabei jeweils den Halbmarathon absolviert, der immer um 16:30 Uhr startete, während der Marathon schon eine Stunde früher losging. Im letzten Jahr handelte es sich um das härteste Rennen meines Lebens, da zu diesem Zeitpunkt Temperaturen von über 30°C herrschten. Zwar sollte es dieses Mal nicht so heiß werden, aber leider stiegen die Temperaturen gerade zum Samstag wieder an, so dass wir mit 25°C zu rechnen hatten.
Die Anfahrt war wie jedes Jahr die gleiche: Ich nahm mein Mittagessen zu mir und machte mich dann mit dem Fahrrad auf den Weg zum Bahnhof Oslebshausen, wo ich Viertel vor zwei Uhr die Nordwestbahn zum Hauptbahnhof nahm. Hier stieg ich in den Regionalexpress nach Osnabrück ein. Diesmal waren die Abteile nicht durch Fußballfans verschmutzt und auch Fahrradfahrer waren außer mir fast keine unterwegs.
Ohne Verspätung kam der Zug um 15:20 Uhr in Osnabrück an. Ich nahm die zweite Abzweigung nach links, von wo aus ich nur noch geradeaus radeln musste, um Bissendorf zu erreichen. Leider musste ich bei fast jeder Ampel anhalten und auch der Wind kam mir entgegen, so dass ich schon auf der Hinfahrt die Beine entsprechend anstrengen musste. Zusätzlich führte der Weg leicht bergauf.
Um 16:00 Uhr, eine halbe Stunde vor dem Start des Halbmarathons, kam ich am Veranstaltungsort an. Ich ging als erstes in die Umkleidekabine, wo ich mich umzog und gleichzeitig mein mitgebrachtes Brot verzehrte. Dann holte ich meine Startnummer ab. Ich schaute mich noch kurz um, und dann stellte ich mich auf die Startgeraden. Da es heute nicht so heiß wie im letzten Jahr war, ordnete ich mich ein bisschen weiter vorne ein. Meine Bestzeit bei diesem Lauf lag bisher bei über 1:46 Stunden, diese wollte ich heute toppen. Ich trug obenrum das weiße Trikot vom Wilhelmshavener Halbmarathon diesen Jahres und außerdem die Sonnenbrille, denn es war nur leicht bewölkt.
Bereits eine Minute vor halb vier Uhr kam der Startschuss. Die Strecke war die gleiche wie im letzten Jahr. Für den Halbmarathon musste man eine kleine und danach eine große Runde absolvieren.
Der erste Kilometer führte nur geradeaus zwischen abgeernteten Feldern entlang. Hier ging es leicht bergauf. Ich bekam erneut den Gegenwind zu spüren und fing an, mich mit einem anderen Läufer zu unterhalten, welcher ein Trikot vom Münster-Marathon letzten Jahres trug und aus der Nähe von Osnabrück kam. Dabei wurden wir von einer Frau überholt, die mit einem Baby-Jogger unterwegs war. Für diese Umstände legte sie ein beachtliches Tempo vor.
Nach zwei Kilometern war der erste Versorgungspunkt erreicht, wo ich mir einen Becher Wasser nahm. Meine bisherige Zeit lag bei unter fünf Minuten pro Kilometer. Der jetzige Weg führte zwischen hochgewachsenen Feldern hindurch, bevor der Wendepunkt der ersten Runde erreicht war. Nun hatten wir nicht nur Rückenwind, sondern es ging auch leicht bergab. Der Boden war allerdings nicht immer asphaltiert.
Auf dem Rückweg nach Bissendorf kamen wir, wie jedes Jahr, an der engen Stelle vorbei, wo Überholen praktisch nicht möglich war. Dann war die Ortschaft Bissendorf wieder erreicht. Am See gab es einige Zuschauer. Dahinter drehten wir um 180° und waren wieder auf der Startgeraden. Hier winkte ich in die Zuschauermenge und der Kommentator nannte meinen Namen.
Nun lag noch die zweite, größere Runde vor mir. Zusammen mit meinem Begleiter überholten wir die Frau mit dem Baby-Jogger, welche eine Pause einlegen musste, weil ihr Kind in die Windeln gemacht hatte. Nun war angeblich nur noch eine Frau vor mir. Ich erklärte meinem Begleiter, dass ich nun ein bisschen schneller machten wollte und verabschiedete mich daher von ihm, um vorauszulaufen.
Inzwischen musste ich immer wieder Marathonläufer überholen, die sich auf der zweiten Runde befanden (Sie hatten insgesamt drei große Runden zu absolvieren). Hinter dem Versorgungspunkt kam nun die Stelle, wo wir statt rechts links abbogen, um nun den Teil der Strecke zu sehen, der nur zur großen Runde gehörte. Mein Begleiter hatte mich plötzlich wieder eingeholt und machte nun seinerseits richtig schnell, was dazu führte, dass er mich (vorerst) abhängte.
Nach elf Kilometern mussten wir eine Landstraße überqueren, wo ein Polizist dafür sorgte, dass es keinen Unfall gab. Dahinter folgte ein etwas steilerer Anstieg. Danach ging es durch einen Wald, wo wir direkt vor dem Tor des Schlosses Ledenburg rechts abbogen. Hier war der östlichste Teil der Strecke erreicht.
Dahinter folgte ein Abstecher durch die Ortschaft Nemden und dann kam der Rückweg nach Bissendorf, wo wir wieder Rückenwind hatten. Mein Begleiter hatte zwischendurch einen Vorsprung von mehreren hundert Metern auf mich. Beim Versorgungsstand zwischen Kilometer 16 und 17 nahm ich mir erstmals Cola zu trinken. Ich kam meinem Begleiter nun wieder näher, als ich ein lautes Geräusch hinter mir hörte. Ich sah einen Notarzt, welcher mich auf einem sogenannten „Quad“ überholte. Vielleicht war irgendwo jemand zusammengebrochen.
Als ich dann wieder die enge Stelle erreichte, wo Überholten kaum noch möglich war, erreichte ich meinen Begleiter wieder. Ich sagte ihm, dass eine Zeit unter 1:40 Stunden bei mir noch möglich sei, bevor ich ihn dann wieder überholte. Danach kam ich an einigen Walkerinnen vorbei, welche Platz für mich machten, damit ich problemlos überholen konnte.
Als ich wieder den See erreicht hatte, war ich auch bei der letzten Versorgungsstelle angekommen, die ich aber ausließ, denn es wurde nun richtig knapp mit den 100 Minuten. Am Start-Ziel-Bereich lief ich noch einmal so schnell es nur ging. Tatsächlich kam ich noch ganz knapp unter 1:40 Stunden ins Ziel, zumindest nach meiner Zeitmessung. Ich bekam die Medaille umgehängt, nahm mir einen Becher mit Saft und legte mich dann auf die Wiese. Die Zelte der Sanitäter, in denen ich letztes Jahr auch Platz nehmen durfte, waren gut gefüllt. Da ich nach kurzer Zeit wieder aufstand, wurde ich diesmal nicht ins Zelt gebracht. Ich fühlte eine leichte Übelkeit, die aber schnell verging.
Bei einigen weiteren Getränken unterhielt ich mich mit meinem Begleiter und schaute mir dabei die Medaille an. Im Gegensatz zu den Vorjahren war diesmal auf dem Metallstück nicht nur ein einfacher Aufkleber, sondern über diesem befand sich noch eine durchsichtige Schicht. Die Medaille selber war diesmal ellipsenförmig.
Ich ging zusammen mit meinem Begleiter zu den Duschen. Danach verabschiedete ich mich und schwang mich aufs Fahrrad. Die Rückfahrt war wesentlich angenehmer, auch wenn ich wieder an zahlreichen Ampeln anhalten musste. Nach einer aufwändigen Bahnfahrt kam ich gegen 23 Uhr zu Hause an.
Montag, 26. August 2013
Montag, 19. August 2013
Halbmarathon Bremerhaven 2013-08-18
Der achtundsiebzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Bremerhaven-Marathon.
In Bremerhaven war ich bereits einmal Halbmarathon gelaufen, nämlich im Jahr 2010. In den beiden Folgejahren hatte ich jeweils andere Veranstaltungen an diesem Wochenende vorgezogen. Inzwischen hatte sich hier Einiges verändert. Die Marathonstrecke bestand aus vier identischen Runden (vorher zwei) und der Halbmarathonkurs damit aus zwei Runden. Zusätzlich gab es einen Zehn- und einen Dreißig- sowie einen Fünfkilometerlauf. Der Veranstalter war derselbe wie in Cuxhaven, was zur Folge hatte, dass auch in Bremerhaven jedes Jahr die gleiche Medaille an die Finisher ausgegeben wurde. Das Datum und der Jahrgang waren lediglich auf dem Band vermerkt.
Alle genannten Hauptläufe sollten um zehn Uhr starten. Die Marathonläufer würden dann nach und nach immer einsamer auf der Strecke werden. Vor drei Jahren herrschten am Veranstaltungstag relativ hohe Temperaturen. Dieses Jahr sollten die Temperaturen glücklicherweise genau am Sonntag fallen und mittags etwa 20°C betragen.
An diesem Tag stand ich gegen sechs Uhr auf. Ich duschte, frühstückte und packte meine Tasche. Um kurz vor halb acht Uhr nahm ich den Bus zum Bahnhof Bremen-Burg. Als ich dort die Nordwestbahn nach Bremerhaven bestieg, sah ich bereits die ersten Läufer. Kurz vor halb neun Uhr kam der Zug am Bremerhavener Hauptbahnhof an. Dieser Hauptbahnhof liegt ein wenig außerhalb des Stadtzentrums, wo sich die Fußgängerzone und das Veranstaltungszentrum befinden. Zusammen mit einigen anderen Läufern machten wir uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Innenstadt, denn auf den nächsten Bus hätten wir heute, an einem Sonntagmorgen, fast eine halbe Stunde warten müssen.
Einer meiner Begleiter hieß Marius. Er wollte heute zehn Kilometer laufen und im Oktober in Bremen den Halbmarathon absolvieren. Ich hatte meine Kappe aufgesetzt, da es leicht regnete. Nach zwanzig Minuten kamen wir in der Fußgängerzone an, in welcher sich die Startgerade befand. Wie vor drei Jahren war die Startunterlagenausgabe in einem kleinen Raum neben der Kirche. Hier erreichte uns eine schlechte Nachricht: Der Medaillenhersteller hatte statt der bestellten 1500 nur 150 Exemplare geliefert. Diese sollten offenbar Kindern, Altersklassensiegern oder Ausländern vorbehalten sein. Somit musste ich heute auf dieses Erinnerungsstück verzichten. Nirgendwo gab es einen Hinweis darauf, dass die Finisher das gute Stück vielleicht nachträglich zugesendet bekommen sollten.
Der Dusch- und Umkleidebereich befand sich, genau wie vor drei Jahren, in einer Schulsporthalle neben der Fußgängerzone. Marius und ich zogen uns um und danach setzten wir uns noch auf den Schulhof, wobei ich mein mitgebrachtes Brot aß. Eine halbe Stunde vor dem Start verabschiedete sich Marius vorerst von mir und lief sich warm. Ich aß fertig und gab dann meine Tasche in der Sporthalle ab. Nun konnte ich mich auch ein bisschen warmlaufen.
Eine Viertelstunde vor dem Start begannen die Glocken der nebenstehenden Kirche enorm laut zu läuten. Ich ging zunächst für ein paar Minuten in das Einkaufszentrum und dann stellte ich mich zum Starterfeld dazu. Wie bereits erwähnt sollten alle Hauptläufe, zu denen auch eine Marathon-Staffel gehörte, um zehn Uhr starten. Es ging also erst einmal recht eng zu.
Ich trug das Trikot vom Potsdamer Schlösserlauf. Das Wetter spielte mit: Der Regen hatte aufgehört, der Himmel war aber bewölkt, so dass ich auf meine Sonnenbrille verzichten konnte. Um Punkt zehn Uhr ging es los. Ich stand im Feld zwar weit vorne, aber nicht so weit vorne genug, um freie Bahn zu haben. Ich musste zahlreiche Läufer der einzelnen Disziplinen, erkennbar an den unterschiedlichen Farben der Startnummern, überholen und dabei immer wieder nach rechts und links abweichen. Der Kurs war eng und nicht ohne Hindernisse. Es ging die Fußgängerzone entlang und dann nach links an der Hochschule vorbei über eine kleine Brücke, unter der sich ein Nebenarm der Weser befand.
Nach einem Kilometer hatte ich dann doch freie Bahn, das Überholen setzte ich jedoch fort. Nach einem kurzen Abschnitt auf der Hauptstraße entlang kamen uns schon die ersten Läufer entgegen, die einen Wendepunkt erreicht hatten. Ich wollte schon zählen, wie viele Halbmarathonis sich vor mir befanden, als ich verstand, dass der Wendepunkt nur für die Fünf-Kilometerläufer vorgesehen war. Diese waren damit schon einmal weg von unserer Strecke, was für ein bisschen mehr Platz sorgte.
Hinter einer Unterführung, die unter den Bahngleisen hindurchführte, passierte ich den ersten Versorgungspunkt, wo allerdings erst auf dem Rückweg Wasser ausschenkt wurde. Nun folgte eine Runde durch den Bürgerpark, wo ich am ersten Versorgungspunkt einen Becher Wasser bekam. Danach kam es zu einer ersten Trennung der Kurse: Marathon- und Halbmarathonläufer mussten geradeaus, um eine Ausgleichsstrecke zu absolvieren, während Zehn- und Dreißig-Kilometerläufer nach links abbogen.
Links von mir hörte ich eine Frau Lautsprecherdurchsagen machen, sehen konnte ich jedoch nichts, weil sich die Stelle, wo die Lautsprecher aufgestellt waren, offenbar mitten im Bürgerpark befand, während ich nun am Rande des Bürgerparks entlang noch Norden lief. Ich erkannte rechts vor mir die Brücke, welche über die Autobahn 27 führte. Vor drei Jahren führte der Kurs dort hinüber, nun bogen wir links ab und trafen wieder mit dem anderen Teil der Läufer zusammen.
Es ging nun wieder auf die andere Seite der Bahngleise. Kurz vor der Unterführung kam ich noch einmal in den Genuss eines Bechers Wasser. Hinter der Brücke, welche in die Innenstadt führte, ging es nach rechts am Nebenarm der Weser entlang. Danach folgte ein kleiner Abstecher nach Norden. Ich überholte einen der Zehn-Kilometerläufer und erkannte Marius. Er war vor mir gestartet und hatte durch die abgekürzte Zehn-Kilometerrunde erneut einen Vorsprung auf mich gewonnen. Wir unterhielten uns kurz, dann lief ich vorneweg.
Kurze Zeit später trennten sich erneut die Kurse: Marathon- und Halbmarathonläufer mussten an einem Wendepunkt etwa hundert Meter vor den restlichen Teilnehmern eine 180°-Kurve hinlegen. Glücklicherweise machten die postierten Helfer auf diesen komplizierten Sachverhalt aufmerksam.
Nun folgte der Weg zurück in die Innenstadt und in die Fußgängerzone. Während die Zehn-Kilometerläufer im Zielbereich stehenblieben, machte ich mich auf in die zweite Runde. Für die erste Hälfte der Strecke hatte ich ziemlich genau 45 Minuten benötigt. Das Teilnehmerfeld war nun wesentlich übersichtlicher. Hinter der Brücke kam mir das Schlussfeld entgegen. An der Stelle im Bürgerpark, wo sich die Kurse trennten, liefen diesmal alle meine Vorderleute geradeaus. Die Dreißig-Kilometerläufer waren offenbar nicht sehr zahlreich.
Beim Unterqueren der Bahnlinie konnte ich erneut das Schlussfeld sehen. Selber überholte ich nur noch sporadisch andere Teilnehmer, unter denen sich ein einziger Halbmarathonläufer befand.
Auf den letzten beiden Kilometern sah ich, dass es mit einer Zeit von unter 90 Minuten knapp werden würde. Als ich die Fußgängerzone erreichte, war die Ziellinie leider zu weit weg. Etwa zehn Sekunden nach der 90-Minuten-Marke erreichte ich sie. Der Kommentator war der gleiche wie beim Cuxhaven-Marathon. Unter den Zuschauern befand sich Marius. Da er auch nach Bremen zurückfahren musste, beschlossen wir, gemeinsam den Zug zu benutzen. Ich ging zu den Umkleidekabinen, wo ich meine Tasche abholte und dann duschte. Um Punkt zwölf Uhr war ich wieder an der Zielgeraden. Da Marius unbedingt noch seine Urkunde ausdrucken wollte, gingen wir gemeinsam zur Startunterlagenausgabe. Die Schlange war hier extrem lang. Daher verabschiedete ich mich nach zehn Minuten Wartezeit und ging alleine zum Bahnhof, wo um 12:42 Uhr die Nordwestbahn losfahren sollte. Am Bahnhof hatte Marius mich dann aber doch wieder eingeholt. Nun fuhr der Zug auch ein. In Bremen-Burg stieg ich wieder aus, während Marius weiter bis zum Bremer Hauptbahnhof fuhr. Ich nahm den Bus nach Gröpelingen, wo ich gegen 13:45 Uhr eintraf.
Der Bremerhaven-Marathon.
In Bremerhaven war ich bereits einmal Halbmarathon gelaufen, nämlich im Jahr 2010. In den beiden Folgejahren hatte ich jeweils andere Veranstaltungen an diesem Wochenende vorgezogen. Inzwischen hatte sich hier Einiges verändert. Die Marathonstrecke bestand aus vier identischen Runden (vorher zwei) und der Halbmarathonkurs damit aus zwei Runden. Zusätzlich gab es einen Zehn- und einen Dreißig- sowie einen Fünfkilometerlauf. Der Veranstalter war derselbe wie in Cuxhaven, was zur Folge hatte, dass auch in Bremerhaven jedes Jahr die gleiche Medaille an die Finisher ausgegeben wurde. Das Datum und der Jahrgang waren lediglich auf dem Band vermerkt.
Alle genannten Hauptläufe sollten um zehn Uhr starten. Die Marathonläufer würden dann nach und nach immer einsamer auf der Strecke werden. Vor drei Jahren herrschten am Veranstaltungstag relativ hohe Temperaturen. Dieses Jahr sollten die Temperaturen glücklicherweise genau am Sonntag fallen und mittags etwa 20°C betragen.
An diesem Tag stand ich gegen sechs Uhr auf. Ich duschte, frühstückte und packte meine Tasche. Um kurz vor halb acht Uhr nahm ich den Bus zum Bahnhof Bremen-Burg. Als ich dort die Nordwestbahn nach Bremerhaven bestieg, sah ich bereits die ersten Läufer. Kurz vor halb neun Uhr kam der Zug am Bremerhavener Hauptbahnhof an. Dieser Hauptbahnhof liegt ein wenig außerhalb des Stadtzentrums, wo sich die Fußgängerzone und das Veranstaltungszentrum befinden. Zusammen mit einigen anderen Läufern machten wir uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Innenstadt, denn auf den nächsten Bus hätten wir heute, an einem Sonntagmorgen, fast eine halbe Stunde warten müssen.
Einer meiner Begleiter hieß Marius. Er wollte heute zehn Kilometer laufen und im Oktober in Bremen den Halbmarathon absolvieren. Ich hatte meine Kappe aufgesetzt, da es leicht regnete. Nach zwanzig Minuten kamen wir in der Fußgängerzone an, in welcher sich die Startgerade befand. Wie vor drei Jahren war die Startunterlagenausgabe in einem kleinen Raum neben der Kirche. Hier erreichte uns eine schlechte Nachricht: Der Medaillenhersteller hatte statt der bestellten 1500 nur 150 Exemplare geliefert. Diese sollten offenbar Kindern, Altersklassensiegern oder Ausländern vorbehalten sein. Somit musste ich heute auf dieses Erinnerungsstück verzichten. Nirgendwo gab es einen Hinweis darauf, dass die Finisher das gute Stück vielleicht nachträglich zugesendet bekommen sollten.
Der Dusch- und Umkleidebereich befand sich, genau wie vor drei Jahren, in einer Schulsporthalle neben der Fußgängerzone. Marius und ich zogen uns um und danach setzten wir uns noch auf den Schulhof, wobei ich mein mitgebrachtes Brot aß. Eine halbe Stunde vor dem Start verabschiedete sich Marius vorerst von mir und lief sich warm. Ich aß fertig und gab dann meine Tasche in der Sporthalle ab. Nun konnte ich mich auch ein bisschen warmlaufen.
Eine Viertelstunde vor dem Start begannen die Glocken der nebenstehenden Kirche enorm laut zu läuten. Ich ging zunächst für ein paar Minuten in das Einkaufszentrum und dann stellte ich mich zum Starterfeld dazu. Wie bereits erwähnt sollten alle Hauptläufe, zu denen auch eine Marathon-Staffel gehörte, um zehn Uhr starten. Es ging also erst einmal recht eng zu.
Ich trug das Trikot vom Potsdamer Schlösserlauf. Das Wetter spielte mit: Der Regen hatte aufgehört, der Himmel war aber bewölkt, so dass ich auf meine Sonnenbrille verzichten konnte. Um Punkt zehn Uhr ging es los. Ich stand im Feld zwar weit vorne, aber nicht so weit vorne genug, um freie Bahn zu haben. Ich musste zahlreiche Läufer der einzelnen Disziplinen, erkennbar an den unterschiedlichen Farben der Startnummern, überholen und dabei immer wieder nach rechts und links abweichen. Der Kurs war eng und nicht ohne Hindernisse. Es ging die Fußgängerzone entlang und dann nach links an der Hochschule vorbei über eine kleine Brücke, unter der sich ein Nebenarm der Weser befand.
Nach einem Kilometer hatte ich dann doch freie Bahn, das Überholen setzte ich jedoch fort. Nach einem kurzen Abschnitt auf der Hauptstraße entlang kamen uns schon die ersten Läufer entgegen, die einen Wendepunkt erreicht hatten. Ich wollte schon zählen, wie viele Halbmarathonis sich vor mir befanden, als ich verstand, dass der Wendepunkt nur für die Fünf-Kilometerläufer vorgesehen war. Diese waren damit schon einmal weg von unserer Strecke, was für ein bisschen mehr Platz sorgte.
Hinter einer Unterführung, die unter den Bahngleisen hindurchführte, passierte ich den ersten Versorgungspunkt, wo allerdings erst auf dem Rückweg Wasser ausschenkt wurde. Nun folgte eine Runde durch den Bürgerpark, wo ich am ersten Versorgungspunkt einen Becher Wasser bekam. Danach kam es zu einer ersten Trennung der Kurse: Marathon- und Halbmarathonläufer mussten geradeaus, um eine Ausgleichsstrecke zu absolvieren, während Zehn- und Dreißig-Kilometerläufer nach links abbogen.
Links von mir hörte ich eine Frau Lautsprecherdurchsagen machen, sehen konnte ich jedoch nichts, weil sich die Stelle, wo die Lautsprecher aufgestellt waren, offenbar mitten im Bürgerpark befand, während ich nun am Rande des Bürgerparks entlang noch Norden lief. Ich erkannte rechts vor mir die Brücke, welche über die Autobahn 27 führte. Vor drei Jahren führte der Kurs dort hinüber, nun bogen wir links ab und trafen wieder mit dem anderen Teil der Läufer zusammen.
Es ging nun wieder auf die andere Seite der Bahngleise. Kurz vor der Unterführung kam ich noch einmal in den Genuss eines Bechers Wasser. Hinter der Brücke, welche in die Innenstadt führte, ging es nach rechts am Nebenarm der Weser entlang. Danach folgte ein kleiner Abstecher nach Norden. Ich überholte einen der Zehn-Kilometerläufer und erkannte Marius. Er war vor mir gestartet und hatte durch die abgekürzte Zehn-Kilometerrunde erneut einen Vorsprung auf mich gewonnen. Wir unterhielten uns kurz, dann lief ich vorneweg.
Kurze Zeit später trennten sich erneut die Kurse: Marathon- und Halbmarathonläufer mussten an einem Wendepunkt etwa hundert Meter vor den restlichen Teilnehmern eine 180°-Kurve hinlegen. Glücklicherweise machten die postierten Helfer auf diesen komplizierten Sachverhalt aufmerksam.
Nun folgte der Weg zurück in die Innenstadt und in die Fußgängerzone. Während die Zehn-Kilometerläufer im Zielbereich stehenblieben, machte ich mich auf in die zweite Runde. Für die erste Hälfte der Strecke hatte ich ziemlich genau 45 Minuten benötigt. Das Teilnehmerfeld war nun wesentlich übersichtlicher. Hinter der Brücke kam mir das Schlussfeld entgegen. An der Stelle im Bürgerpark, wo sich die Kurse trennten, liefen diesmal alle meine Vorderleute geradeaus. Die Dreißig-Kilometerläufer waren offenbar nicht sehr zahlreich.
Beim Unterqueren der Bahnlinie konnte ich erneut das Schlussfeld sehen. Selber überholte ich nur noch sporadisch andere Teilnehmer, unter denen sich ein einziger Halbmarathonläufer befand.
Auf den letzten beiden Kilometern sah ich, dass es mit einer Zeit von unter 90 Minuten knapp werden würde. Als ich die Fußgängerzone erreichte, war die Ziellinie leider zu weit weg. Etwa zehn Sekunden nach der 90-Minuten-Marke erreichte ich sie. Der Kommentator war der gleiche wie beim Cuxhaven-Marathon. Unter den Zuschauern befand sich Marius. Da er auch nach Bremen zurückfahren musste, beschlossen wir, gemeinsam den Zug zu benutzen. Ich ging zu den Umkleidekabinen, wo ich meine Tasche abholte und dann duschte. Um Punkt zwölf Uhr war ich wieder an der Zielgeraden. Da Marius unbedingt noch seine Urkunde ausdrucken wollte, gingen wir gemeinsam zur Startunterlagenausgabe. Die Schlange war hier extrem lang. Daher verabschiedete ich mich nach zehn Minuten Wartezeit und ging alleine zum Bahnhof, wo um 12:42 Uhr die Nordwestbahn losfahren sollte. Am Bahnhof hatte Marius mich dann aber doch wieder eingeholt. Nun fuhr der Zug auch ein. In Bremen-Burg stieg ich wieder aus, während Marius weiter bis zum Bremer Hauptbahnhof fuhr. Ich nahm den Bus nach Gröpelingen, wo ich gegen 13:45 Uhr eintraf.
Halbmarathon Bokel 2013-08-10
Der siebenundsiebzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Bokeler Straßenlauf.
Im letzten Jahr hatte ich zum ersten Mal an diesem Dorf-Lauf teilgenommen, welcher wieder an einem Samstagnachmittag stattfinden sollte. Halbmarathon und Zehn-Kilometerlauf sollten um 16:30 Uhr starten. Die Temperaturen hatten, verglichen mit den Vortagen, zum Glück ein bisschen nachgelassen.
Mit einer E-Mail hatte ich mich für den Halbmarathon angemeldet. An diesem Samstag fühlte ich mich allerdings nicht besonders gut. Zwar war ich nicht krank, aber ich fühlte mich ein bisschen schlapp. Gegen 14 Uhr nahm ich den Bus zum Bahnhof Bremen-Burg, wo ich um Viertel vor drei Uhr in die Nordwestbahn nach Bremerhaven stieg. Nach weniger als einer halben Stunde Fahrt stieg ich in Stubben aus und begab mich zu Fuß nach Bokel. Den etwa drei Kilometer langen Weg kannte ich noch aus dem Vorjahr. Diesmal musste ich ihn jedoch nicht alleine zurücklegen, denn ich traf zwei Frauen, die ebenfalls im Zug nach Stubben gesessen hatten und nun nach Bokel wollten. Die eine von ihnen wollte heute ihren ersten Halbmarathon laufen.
Wir unterhielten uns und kamen dann am Veranstaltungsgelände an. Ich sah, dass der Andrang diesmal geringer als im letzten Jahr war. Verantwortlich dafür war eine Parallelveranstaltung. Ich holte meine Startnummer ab und bezahlte die 8 Euro Startgebühr. Dann zog ich mich um. Es waren etwa 20°C. Der Halbmarathonkurs hatte sich um Vergleich zum Vorjahr nicht geändert: Er bestand aus zwei identischen Runden. Der Kurs des Zehn-Kilometerlaufes fiel nur an ganz wenigen Stellen mit dem unseren zusammen und bestand aus drei identischen Runden.
Ich lief mich ein bisschen warm und entschied mich dafür, sowohl auf die Sonnenbrille als auch auf die Kappe zu verzichten. Da ich mir nicht sicher war, ob es vielleicht doch noch anfangen würde zu regnen, hängte ich die Kappe an die Absperrung des Kurses an der Zielgeraden, wo ich zum Start der zweiten Runde wieder vorbeikommen würde. Sollte es bis dahin angefangen haben zu regnen, so konnte ich die Kappe aufziehen.
Kurz vor 16:30 Uhr begab ich mich zur Startgeraden. Diese lag, wie im letzten Jahr, zwischen Feldern und einer Reihe von Wohnungen. Die Teilnehmer des Zehn-Kilometerlaufes starteten etwa hundert Meter vor uns. Das Teilnehmerfeld des Halbmarathons war recht überschaubar. Gerade einmal 13 Läuferinnen und Läufer traten an.
Ein Helfer las, wie im Vorjahr, alle Teilnehmer einzeln vor und überprüfte somit die Anwesenheit. Dann ging es endlich los. Ein Radfahrer fuhr vorneweg und begleitete den Führenden. Wie im letzten Jahr zeigten uns bunte Pfeile die Richtung des Kurses an, wobei die Halbmarathonis den gelben Pfeilen zu folgen hatten. Im Gegensatz zum Vorjahr hatte ich mir diesmal vorgenommen, mich nicht zu verlaufen. Ich setzte mich sofort auf den dritten Platz, sah dabei aber schnell ein, dass ich gegen die beiden Führenden wohl keine Chance haben würde.
Nach einem halben Kilometer hatte ich das Feld der Zehn-Kilometerläufer eingeholt, als sich die beiden Kurse auch schon trennten. Nun hatte ich noch meine beiden Vordermänner und den Fahrradfahrer vor mir, welche ich aber bald aus den Augen verlor. Auch der Vorsprung auf meinen nächsten Verfolger vergrößerte sich, so dass ich den dritten Platz bis zum Schluss des Rennens behielt.
Nach einem Kilometer war das Wohngebiet verlassen und zu beiden Seiten des asphaltierten Weges waren Felder zu sehen. Vereinzelt standen auch noch Häuser dazwischen. Am Ende einer langen Geraden, wo eine Links-Rechts-Kurve folgte, war der erste Versorgungsstand, wo ich einen Becher Wasser zu mir nahm. Dann ging es weiter in Richtung Westen, bevor hinter einem Friedhof eine Abzweigung nach rechts folgte. Nach einem halben Kilometer folgte erneut eine Abzweigung nach rechts und ich lief wieder in östliche Richtung zurück nach Bokel. Kurz vor einem Haus sah ich aus einiger Entfernung ein Tier aus den Feldern springen. Für einen Hasen war das Ding zu groß. Ein Hund schien es auch nicht zu sein. Beim Näherkommen erkannte ich ein Reh, welches dann aber wieder in den Feldern verschwand.
Zwischen Kilometer acht und neun erreichte ich den zweiten Versorgungspunkt. Gleich dahinter folgte eine Links-Rechts-Kurve, wo ich kurzzeitig auf das Feld der Zehn-Kilometerläufer traf. Dahinter ging es ein Stück weit auf Feldwegen entlang, während der Rest des Rundkurses ausschließlich auf Asphalt verlief. Dann war auch schon wieder die Ortschaft Bokel erreicht. Die Startgerade führte bergab. Als ich am Veranstaltungsort vorbeikam, wurde vom Kommentator mein Name genannt. Ich hatte eine Dreiviertelstunde für die erste Runde benötigt.
Da ich meinen Vordermann längst aus den Augen verloren hatte, orientierte ich mich nur an den gelben Pfeilen. Lediglich einmal hatte ich das Gefühl, mich verlaufen zu haben, bevor ich dann zum Glück doch wieder den nächsten gelben Pfeil entdeckte.
Auf der zweiten Runde ließ meine Geschwindigkeit ein bisschen nach. Ich brauchte zwischen 92 und 93 Minuten, bevor ich im Ziel eintraf. Hier war es inzwischen sehr ruhig geworden. Die Siegerehrung für den Zehn-Kilometerlauf hatte bereits stattgefunden und die Teilnehmer waren schon alle nach Hause gegangen. Ich unterhielt mich mit dem Sieger und dem Zweitplatzierten des Laufes. Dann duschte ich, zog mich um und wartete dann auf die restlichen Halbmarathonläufer. Als auch der Letzte im Ziel war, begann für uns die Siegerehrung. Wie im letzten Jahr gab es kleine Modellschuhe aus Metall für jeden Altersklassensieger. 13 Teilnehmer verteilten sich auf zwölf Altersklassen. Ausgerechnet in meiner Altersklasse gab es noch einen zweiten Teilnehmer, welcher langsamer als ich gewesen war und damit leer ausging.
Zwar gab es, wie im letzten Jahr, ein Podest für drei Personen, aber es wurde darauf verzichtet, als Altersklassensieger darauf Platz zu nehmen. Als ich an der Reihe war, nahm ich die Urkunde und den Modellschuh entgegen. Dieser war vom gleichen Typ wie der Schuh, welcher im Oktober bei den Braunschweiger Lauftagen an die Finisher ausgegeben worden war. Er war lediglich größer und neben der Aufschrift auf der Vorderseite, „Strassenlauf 2013“ war an der Seite noch ein Aufkleber mit dem Hinweis „Strassenlauf LAV Bokel 2013“ angebracht.
Ohne die beiden Frauen, die ich auf dem Hinweg kennengelernt hatte, trat ich den Rückweg zum Bahnhof an. Es war inzwischen Abend und deutlich kühler geworden. Leider hatte ich nur ein kurzärmliges Shirt an und am Bahnhof musste ich noch fast eine ganze Stunde auf den nächsten Zug nach Bremen warten. Als ich endlich zu Hause war, konnte ich erst gegen Mitternacht einschlafen. Am nächsten Tag stand ich erst nach zehn Uhr auf und hatte Kopfschmerzen.
Der Bokeler Straßenlauf.
Im letzten Jahr hatte ich zum ersten Mal an diesem Dorf-Lauf teilgenommen, welcher wieder an einem Samstagnachmittag stattfinden sollte. Halbmarathon und Zehn-Kilometerlauf sollten um 16:30 Uhr starten. Die Temperaturen hatten, verglichen mit den Vortagen, zum Glück ein bisschen nachgelassen.
Mit einer E-Mail hatte ich mich für den Halbmarathon angemeldet. An diesem Samstag fühlte ich mich allerdings nicht besonders gut. Zwar war ich nicht krank, aber ich fühlte mich ein bisschen schlapp. Gegen 14 Uhr nahm ich den Bus zum Bahnhof Bremen-Burg, wo ich um Viertel vor drei Uhr in die Nordwestbahn nach Bremerhaven stieg. Nach weniger als einer halben Stunde Fahrt stieg ich in Stubben aus und begab mich zu Fuß nach Bokel. Den etwa drei Kilometer langen Weg kannte ich noch aus dem Vorjahr. Diesmal musste ich ihn jedoch nicht alleine zurücklegen, denn ich traf zwei Frauen, die ebenfalls im Zug nach Stubben gesessen hatten und nun nach Bokel wollten. Die eine von ihnen wollte heute ihren ersten Halbmarathon laufen.
Wir unterhielten uns und kamen dann am Veranstaltungsgelände an. Ich sah, dass der Andrang diesmal geringer als im letzten Jahr war. Verantwortlich dafür war eine Parallelveranstaltung. Ich holte meine Startnummer ab und bezahlte die 8 Euro Startgebühr. Dann zog ich mich um. Es waren etwa 20°C. Der Halbmarathonkurs hatte sich um Vergleich zum Vorjahr nicht geändert: Er bestand aus zwei identischen Runden. Der Kurs des Zehn-Kilometerlaufes fiel nur an ganz wenigen Stellen mit dem unseren zusammen und bestand aus drei identischen Runden.
Ich lief mich ein bisschen warm und entschied mich dafür, sowohl auf die Sonnenbrille als auch auf die Kappe zu verzichten. Da ich mir nicht sicher war, ob es vielleicht doch noch anfangen würde zu regnen, hängte ich die Kappe an die Absperrung des Kurses an der Zielgeraden, wo ich zum Start der zweiten Runde wieder vorbeikommen würde. Sollte es bis dahin angefangen haben zu regnen, so konnte ich die Kappe aufziehen.
Kurz vor 16:30 Uhr begab ich mich zur Startgeraden. Diese lag, wie im letzten Jahr, zwischen Feldern und einer Reihe von Wohnungen. Die Teilnehmer des Zehn-Kilometerlaufes starteten etwa hundert Meter vor uns. Das Teilnehmerfeld des Halbmarathons war recht überschaubar. Gerade einmal 13 Läuferinnen und Läufer traten an.
Ein Helfer las, wie im Vorjahr, alle Teilnehmer einzeln vor und überprüfte somit die Anwesenheit. Dann ging es endlich los. Ein Radfahrer fuhr vorneweg und begleitete den Führenden. Wie im letzten Jahr zeigten uns bunte Pfeile die Richtung des Kurses an, wobei die Halbmarathonis den gelben Pfeilen zu folgen hatten. Im Gegensatz zum Vorjahr hatte ich mir diesmal vorgenommen, mich nicht zu verlaufen. Ich setzte mich sofort auf den dritten Platz, sah dabei aber schnell ein, dass ich gegen die beiden Führenden wohl keine Chance haben würde.
Nach einem halben Kilometer hatte ich das Feld der Zehn-Kilometerläufer eingeholt, als sich die beiden Kurse auch schon trennten. Nun hatte ich noch meine beiden Vordermänner und den Fahrradfahrer vor mir, welche ich aber bald aus den Augen verlor. Auch der Vorsprung auf meinen nächsten Verfolger vergrößerte sich, so dass ich den dritten Platz bis zum Schluss des Rennens behielt.
Nach einem Kilometer war das Wohngebiet verlassen und zu beiden Seiten des asphaltierten Weges waren Felder zu sehen. Vereinzelt standen auch noch Häuser dazwischen. Am Ende einer langen Geraden, wo eine Links-Rechts-Kurve folgte, war der erste Versorgungsstand, wo ich einen Becher Wasser zu mir nahm. Dann ging es weiter in Richtung Westen, bevor hinter einem Friedhof eine Abzweigung nach rechts folgte. Nach einem halben Kilometer folgte erneut eine Abzweigung nach rechts und ich lief wieder in östliche Richtung zurück nach Bokel. Kurz vor einem Haus sah ich aus einiger Entfernung ein Tier aus den Feldern springen. Für einen Hasen war das Ding zu groß. Ein Hund schien es auch nicht zu sein. Beim Näherkommen erkannte ich ein Reh, welches dann aber wieder in den Feldern verschwand.
Zwischen Kilometer acht und neun erreichte ich den zweiten Versorgungspunkt. Gleich dahinter folgte eine Links-Rechts-Kurve, wo ich kurzzeitig auf das Feld der Zehn-Kilometerläufer traf. Dahinter ging es ein Stück weit auf Feldwegen entlang, während der Rest des Rundkurses ausschließlich auf Asphalt verlief. Dann war auch schon wieder die Ortschaft Bokel erreicht. Die Startgerade führte bergab. Als ich am Veranstaltungsort vorbeikam, wurde vom Kommentator mein Name genannt. Ich hatte eine Dreiviertelstunde für die erste Runde benötigt.
Da ich meinen Vordermann längst aus den Augen verloren hatte, orientierte ich mich nur an den gelben Pfeilen. Lediglich einmal hatte ich das Gefühl, mich verlaufen zu haben, bevor ich dann zum Glück doch wieder den nächsten gelben Pfeil entdeckte.
Auf der zweiten Runde ließ meine Geschwindigkeit ein bisschen nach. Ich brauchte zwischen 92 und 93 Minuten, bevor ich im Ziel eintraf. Hier war es inzwischen sehr ruhig geworden. Die Siegerehrung für den Zehn-Kilometerlauf hatte bereits stattgefunden und die Teilnehmer waren schon alle nach Hause gegangen. Ich unterhielt mich mit dem Sieger und dem Zweitplatzierten des Laufes. Dann duschte ich, zog mich um und wartete dann auf die restlichen Halbmarathonläufer. Als auch der Letzte im Ziel war, begann für uns die Siegerehrung. Wie im letzten Jahr gab es kleine Modellschuhe aus Metall für jeden Altersklassensieger. 13 Teilnehmer verteilten sich auf zwölf Altersklassen. Ausgerechnet in meiner Altersklasse gab es noch einen zweiten Teilnehmer, welcher langsamer als ich gewesen war und damit leer ausging.
Zwar gab es, wie im letzten Jahr, ein Podest für drei Personen, aber es wurde darauf verzichtet, als Altersklassensieger darauf Platz zu nehmen. Als ich an der Reihe war, nahm ich die Urkunde und den Modellschuh entgegen. Dieser war vom gleichen Typ wie der Schuh, welcher im Oktober bei den Braunschweiger Lauftagen an die Finisher ausgegeben worden war. Er war lediglich größer und neben der Aufschrift auf der Vorderseite, „Strassenlauf 2013“ war an der Seite noch ein Aufkleber mit dem Hinweis „Strassenlauf LAV Bokel 2013“ angebracht.
Ohne die beiden Frauen, die ich auf dem Hinweg kennengelernt hatte, trat ich den Rückweg zum Bahnhof an. Es war inzwischen Abend und deutlich kühler geworden. Leider hatte ich nur ein kurzärmliges Shirt an und am Bahnhof musste ich noch fast eine ganze Stunde auf den nächsten Zug nach Bremen warten. Als ich endlich zu Hause war, konnte ich erst gegen Mitternacht einschlafen. Am nächsten Tag stand ich erst nach zehn Uhr auf und hatte Kopfschmerzen.
Montag, 12. August 2013
Halbmarathon Rostock 2013-08-03
Der sechsundsiebzigste Halbmarathon meines Lebens.
Die Marathon-Nacht Rostock.
Da der Augsburger Friedenslauf dieses Jahr aus finanziellen Gründen abgesagt worden war, musste ich mir eine Alternative suchen. Schon seit einiger Zeit hatte ich von der großen Marathon-Nacht in Rostock gehört, wo an einem Samstagabend ein Marathon, ein Halbmarathon und eine Marathonstaffel stattfanden. Der Marathon sollte um 18 Uhr starten und von der Rostocker Innenstadt an der Warnow entlang und schließlich durch den Warnowtunnel auf die andere Seite des Flusses und wieder zurück in die Innenstadt führen. Der Halbmarathon startete direkt vor dem Tunnel und führte zunächst auf die andere Seite der Warnow und dann zurück in die Innenstadt. Da dieser Wettkampf um 20 Uhr starten sollte, war zu erwarten, dass wir mit dem Hauptfeld der Marathonläufer zusammentreffen würden.
Wegen der schlechten Zugverbindungen von Rostock nach Bremen war es unvermeidlich, eine Übernachtung zu buchen und die Rückfahrt erst am darauffolgenden Morgen anzutreten.
An diesem Samstag nahm ich um 11:33 Uhr den Metronom nach Hamburg-Harburg, wo nach zwanzig Minuten Aufenthaltszeit der Intercity in Richtung Stralsund eintraf. Ich fuhr mit diesem zwei Stunden lang bis nach Rostock, wo ich gegen 15 Uhr am Hauptbahnhof ankam.
Den ganzen Juli über hatten wir hochsommerliche Temperaturen, was mich nicht gestört hatte, da ich in diesem Monat keinen Halbmarathon hatte. Leider setzte sich dieser Trend nun im August fort. Für Rostock waren an diesem Tag Höchsttemperaturen von 30°C vorausgesagt worden. Ich konnte nur hoffen, dass es am Abend wieder etwas kühler sein würde.
Da ich am Bahnhof den falschen Ausgang nahm, musste ich etwas länger laufen, um mein Hotel zu finden, welches tatsächlich nur wenige Meter vom Hauptbahnhof entfernt war. Mein Zimmer lag im fünften Stock und einen Fahrstuhl gab es nicht. Ich legte meine schwere Tasche ab und legte schon einmal meine Läuferkleidung an, um mich nun in der Stadt schneller bewegen zu können, denn die Startunterlagen konnte ich nur bis 17 Uhr abholen. Seltsamerweise sah ich am Hauptbahnhof keinen Menschen, der wie ein Läufer gekleidet war. Ich musste daher das Veranstaltungszentrum auf eigene Faust suchen. Auf dem Weg dorthin traf ich dann zum Glück doch noch ein paar andere Sportler, denen ich mich anschloss. Der Zielbereich, in welchem man auch seine Startunterlagen abholen konnte, befand sich am sogenannten „Neuen Markt“. Die Startunterlagen bestanden nur aus der Startnummer und dem Zeitmesschip. Dieser Zeitmesschip war von der gleichen Firma wie der beim Halbmarathon in Hamburg und musste daher nach dem Rennen wieder abgegeben werden. Ich erinnerte mich daran, dass ich dies in Hamburg vergessen hatte und ihn dann nachträglich mit der Post zurücksenden musste.
Zum Startbereich konnten wir Läufer kostenlos die Fähre benutzen, welche uns vom Stadthafen zum Anlegepunkt Oldendorf, etwa einen Kilometer von der Startlinie entfernt, bringen sollte. Die beiden Fähren sollten um 17:45 Uhr und um 18:00 Uhr starten. Ich musste also bis dahin noch ein Mittagessen zu mir genommen haben und geriet nun ein bisschen unter Zeitdruck.
Ich schaute mir zunächst die Stelle an, von wo aus uns die Fähre später zum Startbereich bringen sollte. In der Rostocker Innenstadt fand ich eine Dönerbude, wo es aber leider nur Lammfleisch gab. Ich speiste dort und ging dann zurück zu meinem Hotel. Hier nahm ich dann die notwendigen Dinge mit (verpackt in einer Plastiktüte) und ging wieder zum Hauptbahnhof. Um den langen Weg zum Hafen nicht wieder zu Fuß zurücklegen zu müssen, stieg ich in die Straßenbahn ein, welche mich bis zum Neuen Markt brachte. Von da aus ging ich zu Fuß zum Hafen, wo bereits die erste der beiden Fähren mit Läufern gefüllt wurde. Ich trug meine Spezial-Sonnenbrille, da kaum eine Wolke am Himmel war.
Mit ein bisschen Verspätung kam dann auch die zweite Fähre an. Zum Glück war ausreichend Platz für uns alle vorhanden und die Schifffahrt konnte beginnen. Nach einem Zwischenhalt in Gehlsdorf, wo bestimmte Staffelläufer von Bord gingen, kamen wir noch vor 19 Uhr in Oldendorf an. Hier mussten wir zu Fuß zum Startbereich gehen. Wir nahmen dabei einen Weg, den wir später auch ablaufen sollten. Es handelte sich um Kilometer acht des Halbmarathons und um Kilometer 21 und 29 des Marathons. Tatsächlich sahen wir nun, kurz nach 19 Uhr, den Führenden des Marathons.
Beim Startbereich konnten wir nun unsere Taschen abgeben. Meine Sonnenbrille wollte ich nicht während des Laufes tragen, aber ich behielt sie jetzt noch ein bisschen auf und gab daher meine Tasche noch nicht ab. Als ich mich auf den Asphaltboden legte und nach oben schaute, sah ich, wie der Himmel sich veränderte. Es zogen langsam dickere Wolken auf. Eine Viertelstunde vor dem Start begann es leicht zu tropfen.
Ich gab meine Plastiktüte im LKW ab und lief mich langsam warm. Dann ging ich zur Startgeraden und drängelte mich nach vorne. In der letzten Stunde konnten wir immer wieder Marathonläufer sehen, welche an unserer Station vorbeikamen. Schließlich kam auch der Führende wieder vorbei, da er sich inzwischen schon wieder auf dem Rückweg befand.
Wenige Minuten vor dem Start begann es dann richtig zu schütten von oben. Der Startschuss wurde daher spontan um eine Minute nach vorne verlegt, um das Leiden der Läufer abzukürzen. Die Startgerade des Halbmarathons war an der Kontrollstelle des Warnow-Tunnels, wo die Maut zum Durchqueren des Tunnels abkassiert wurde. Ich war im Feld so weit vorne, dass ich nach wenigen Überholvorgängen freie Bahn hatte. Die Marathonläufer waren nicht so zahlreich, dass es zu Engpässen kam. Nur hin und wieder musste ich einen überholen.
Als wir den Tunnel betraten, waren wir erst einmal vor dem Regen sicher. Es ging steil bergab und danach wieder bergauf. Wir musste aufpassen, da uns auch vereinzelte Marathonläufer entgegenkamen, die sich bereits auf dem Rückweg befanden und es keine Streckentrennung gab. Als wir dann die andere Seite der Warnow erreicht und wieder den Himmel über uns hatten, begann die Regenschlacht erst richtig.
Ein Tropfen hatte sich so unglücklich in meinem rechten Auge verirrt, dass dieses eine Zeit lang schmerzte. Wir liefen auf einer Bundesstraße, die auf einer Seite für den Autoverkehr gesperrt war. Ich musste aufpassen, nicht in Pfützen zu treten. Meine Brillengläser waren vollkommen nass und eine gute Sicht daher nicht möglich.
Der Abschnitt westlich der Warnow führte uns durch einen Park. Zuschauer gab es hier fast keine. Einige Leute rannten halbnackt zu ihren geparkten Autos. Offenbar hatten sie im Fluss gebadet und waren dann vom Unwetter überrascht worden. Im Park war lediglich eine kleine Gruppe Besoffener zu sehen, die es dort trotz des Regens aushielt. Da wir nicht auf Asphalt liefen, merkte ich schnell, wie meine Waden immer dreckiger wurden.
Als wir wieder die Bundesstraße erreichten, trat ich dann doch unglücklich in eine Pfütze. Im Tunnel kamen uns dann die langsamsten Marathonläufer entgegen. Als wir wieder das andere Ufer erreicht hatten, hörte der Regen langsam auf. Wir liefen nun wieder am Startbereich vorbei und benutzten dann dieselbe Strecke, auf der wir von der Anlegestelle zum Starbereich gekommen waren. Am Anlegepunkt war einer der vielen Staffelwechselpunkte. Wir entfernten uns nun wieder vom Ufer und liefen nach Süden durch ein Gebiet, in dem sehr schöne Häuser standen. Hier gab es nun vereinzelt Zuschauer. An den Versorgungspunkten bekam ich Wasser und Iso. Eine neue Bestzeit war heute definitiv nicht möglich und auch eine Zeit unter 90 Minuten wurde langsam unwahrscheinlich.
Der Regen hatte nun vollständig aufgehört und so konnte ich meine Brillengläser putzen und hatte wieder freie Sicht. Nach einem kleinen Abschnitt am Ufer ging es wieder durch ein teures Wohngebiet. Dann machte die Warnow eine Krümmung und wir liefen einen Wanderweg am Ufer entlang nach Osten. Hinter uns war das Abendrot des Sonnenuntergangs zu sehen. Schließlich erreichten wir den Punkt, auf dessen anderen Uferseite der Hafen war, von wo aus wir vor ein paar Stunden losgefahren waren.
An einer Stelle, wo die Unterwarrow relativ schmal war, überquerten wir sie mit Hilfe einer Brücke und liefen dann auf den Hafen zu. Hier war erstmals eine größere Masse von Zuschauern. Bis zum Ziel waren es noch zwei Kilometer. Kurz vor dem Marktplatz bogen wir nach rechts ab, um noch eine Runde durch die Fußgängerzone zu laufen. Hier war alles schön beleuchtet. Beim Schlussspurt überholten mich noch zwei Männer. Wieder am Marktplatz angekommen, passierte ich das Ziel knapp unter 92 Minuten-Grenze. Der Kommentator nannte meinen Namen. Eine Helferin mit Medaillen verwies mich auf eine andere Helferin, da es für Marathon und Halbmarathon verschiedene Medaillen gab. Ich erkannte jedoch schnell, dass der Unterschied nur aus dem Stoffband bestand. Das für den Halbmarathon war blau und hatte die Aufschrift „03.08.2013 | halbmarathon“. Da auf der rechteckförmigen Medaille selber kein Hinweis auf das genaue Datum, noch nicht einmal auf das Jahr zu finden war, vermutete ich, dass der Veranstalter jedes Jahr die gleichen Medaillen zur Verfügung stellte. Ein anderer Teilnehmer bestätigte mir dies.
Ich nahm mir mehrere Becher mit verschiedenen Getränken. Als ich dann den Zielbereich verlassen wollte, hielt mich eine Frau auf. Sie erinnerte mich an den Chip, den ich abgeben musste. Das hätte ich sonst tatsächlich wieder vergessen. Meine Plastiktüte konnte ich schnell abholen, dann ging ich zu Fuß zum Hotel zurück. Hier kaufte ich mir am Automaten noch ein paar Süßigkeiten, da ich schon seit Stunden nichts mehr gegessen hatte. Beim Duschen stellte ich nun fest, wie verschrumpelt die Haut an meinen Füßen war, da diese während des Rennens ununterbrochen nass gewesen waren. Ich schlief einige Stunden und trat am nächsten Morgen wieder die Heimreise an.
Die Marathon-Nacht Rostock.
Da der Augsburger Friedenslauf dieses Jahr aus finanziellen Gründen abgesagt worden war, musste ich mir eine Alternative suchen. Schon seit einiger Zeit hatte ich von der großen Marathon-Nacht in Rostock gehört, wo an einem Samstagabend ein Marathon, ein Halbmarathon und eine Marathonstaffel stattfanden. Der Marathon sollte um 18 Uhr starten und von der Rostocker Innenstadt an der Warnow entlang und schließlich durch den Warnowtunnel auf die andere Seite des Flusses und wieder zurück in die Innenstadt führen. Der Halbmarathon startete direkt vor dem Tunnel und führte zunächst auf die andere Seite der Warnow und dann zurück in die Innenstadt. Da dieser Wettkampf um 20 Uhr starten sollte, war zu erwarten, dass wir mit dem Hauptfeld der Marathonläufer zusammentreffen würden.
Wegen der schlechten Zugverbindungen von Rostock nach Bremen war es unvermeidlich, eine Übernachtung zu buchen und die Rückfahrt erst am darauffolgenden Morgen anzutreten.
An diesem Samstag nahm ich um 11:33 Uhr den Metronom nach Hamburg-Harburg, wo nach zwanzig Minuten Aufenthaltszeit der Intercity in Richtung Stralsund eintraf. Ich fuhr mit diesem zwei Stunden lang bis nach Rostock, wo ich gegen 15 Uhr am Hauptbahnhof ankam.
Den ganzen Juli über hatten wir hochsommerliche Temperaturen, was mich nicht gestört hatte, da ich in diesem Monat keinen Halbmarathon hatte. Leider setzte sich dieser Trend nun im August fort. Für Rostock waren an diesem Tag Höchsttemperaturen von 30°C vorausgesagt worden. Ich konnte nur hoffen, dass es am Abend wieder etwas kühler sein würde.
Da ich am Bahnhof den falschen Ausgang nahm, musste ich etwas länger laufen, um mein Hotel zu finden, welches tatsächlich nur wenige Meter vom Hauptbahnhof entfernt war. Mein Zimmer lag im fünften Stock und einen Fahrstuhl gab es nicht. Ich legte meine schwere Tasche ab und legte schon einmal meine Läuferkleidung an, um mich nun in der Stadt schneller bewegen zu können, denn die Startunterlagen konnte ich nur bis 17 Uhr abholen. Seltsamerweise sah ich am Hauptbahnhof keinen Menschen, der wie ein Läufer gekleidet war. Ich musste daher das Veranstaltungszentrum auf eigene Faust suchen. Auf dem Weg dorthin traf ich dann zum Glück doch noch ein paar andere Sportler, denen ich mich anschloss. Der Zielbereich, in welchem man auch seine Startunterlagen abholen konnte, befand sich am sogenannten „Neuen Markt“. Die Startunterlagen bestanden nur aus der Startnummer und dem Zeitmesschip. Dieser Zeitmesschip war von der gleichen Firma wie der beim Halbmarathon in Hamburg und musste daher nach dem Rennen wieder abgegeben werden. Ich erinnerte mich daran, dass ich dies in Hamburg vergessen hatte und ihn dann nachträglich mit der Post zurücksenden musste.
Zum Startbereich konnten wir Läufer kostenlos die Fähre benutzen, welche uns vom Stadthafen zum Anlegepunkt Oldendorf, etwa einen Kilometer von der Startlinie entfernt, bringen sollte. Die beiden Fähren sollten um 17:45 Uhr und um 18:00 Uhr starten. Ich musste also bis dahin noch ein Mittagessen zu mir genommen haben und geriet nun ein bisschen unter Zeitdruck.
Ich schaute mir zunächst die Stelle an, von wo aus uns die Fähre später zum Startbereich bringen sollte. In der Rostocker Innenstadt fand ich eine Dönerbude, wo es aber leider nur Lammfleisch gab. Ich speiste dort und ging dann zurück zu meinem Hotel. Hier nahm ich dann die notwendigen Dinge mit (verpackt in einer Plastiktüte) und ging wieder zum Hauptbahnhof. Um den langen Weg zum Hafen nicht wieder zu Fuß zurücklegen zu müssen, stieg ich in die Straßenbahn ein, welche mich bis zum Neuen Markt brachte. Von da aus ging ich zu Fuß zum Hafen, wo bereits die erste der beiden Fähren mit Läufern gefüllt wurde. Ich trug meine Spezial-Sonnenbrille, da kaum eine Wolke am Himmel war.
Mit ein bisschen Verspätung kam dann auch die zweite Fähre an. Zum Glück war ausreichend Platz für uns alle vorhanden und die Schifffahrt konnte beginnen. Nach einem Zwischenhalt in Gehlsdorf, wo bestimmte Staffelläufer von Bord gingen, kamen wir noch vor 19 Uhr in Oldendorf an. Hier mussten wir zu Fuß zum Startbereich gehen. Wir nahmen dabei einen Weg, den wir später auch ablaufen sollten. Es handelte sich um Kilometer acht des Halbmarathons und um Kilometer 21 und 29 des Marathons. Tatsächlich sahen wir nun, kurz nach 19 Uhr, den Führenden des Marathons.
Beim Startbereich konnten wir nun unsere Taschen abgeben. Meine Sonnenbrille wollte ich nicht während des Laufes tragen, aber ich behielt sie jetzt noch ein bisschen auf und gab daher meine Tasche noch nicht ab. Als ich mich auf den Asphaltboden legte und nach oben schaute, sah ich, wie der Himmel sich veränderte. Es zogen langsam dickere Wolken auf. Eine Viertelstunde vor dem Start begann es leicht zu tropfen.
Ich gab meine Plastiktüte im LKW ab und lief mich langsam warm. Dann ging ich zur Startgeraden und drängelte mich nach vorne. In der letzten Stunde konnten wir immer wieder Marathonläufer sehen, welche an unserer Station vorbeikamen. Schließlich kam auch der Führende wieder vorbei, da er sich inzwischen schon wieder auf dem Rückweg befand.
Wenige Minuten vor dem Start begann es dann richtig zu schütten von oben. Der Startschuss wurde daher spontan um eine Minute nach vorne verlegt, um das Leiden der Läufer abzukürzen. Die Startgerade des Halbmarathons war an der Kontrollstelle des Warnow-Tunnels, wo die Maut zum Durchqueren des Tunnels abkassiert wurde. Ich war im Feld so weit vorne, dass ich nach wenigen Überholvorgängen freie Bahn hatte. Die Marathonläufer waren nicht so zahlreich, dass es zu Engpässen kam. Nur hin und wieder musste ich einen überholen.
Als wir den Tunnel betraten, waren wir erst einmal vor dem Regen sicher. Es ging steil bergab und danach wieder bergauf. Wir musste aufpassen, da uns auch vereinzelte Marathonläufer entgegenkamen, die sich bereits auf dem Rückweg befanden und es keine Streckentrennung gab. Als wir dann die andere Seite der Warnow erreicht und wieder den Himmel über uns hatten, begann die Regenschlacht erst richtig.
Ein Tropfen hatte sich so unglücklich in meinem rechten Auge verirrt, dass dieses eine Zeit lang schmerzte. Wir liefen auf einer Bundesstraße, die auf einer Seite für den Autoverkehr gesperrt war. Ich musste aufpassen, nicht in Pfützen zu treten. Meine Brillengläser waren vollkommen nass und eine gute Sicht daher nicht möglich.
Der Abschnitt westlich der Warnow führte uns durch einen Park. Zuschauer gab es hier fast keine. Einige Leute rannten halbnackt zu ihren geparkten Autos. Offenbar hatten sie im Fluss gebadet und waren dann vom Unwetter überrascht worden. Im Park war lediglich eine kleine Gruppe Besoffener zu sehen, die es dort trotz des Regens aushielt. Da wir nicht auf Asphalt liefen, merkte ich schnell, wie meine Waden immer dreckiger wurden.
Als wir wieder die Bundesstraße erreichten, trat ich dann doch unglücklich in eine Pfütze. Im Tunnel kamen uns dann die langsamsten Marathonläufer entgegen. Als wir wieder das andere Ufer erreicht hatten, hörte der Regen langsam auf. Wir liefen nun wieder am Startbereich vorbei und benutzten dann dieselbe Strecke, auf der wir von der Anlegestelle zum Starbereich gekommen waren. Am Anlegepunkt war einer der vielen Staffelwechselpunkte. Wir entfernten uns nun wieder vom Ufer und liefen nach Süden durch ein Gebiet, in dem sehr schöne Häuser standen. Hier gab es nun vereinzelt Zuschauer. An den Versorgungspunkten bekam ich Wasser und Iso. Eine neue Bestzeit war heute definitiv nicht möglich und auch eine Zeit unter 90 Minuten wurde langsam unwahrscheinlich.
Der Regen hatte nun vollständig aufgehört und so konnte ich meine Brillengläser putzen und hatte wieder freie Sicht. Nach einem kleinen Abschnitt am Ufer ging es wieder durch ein teures Wohngebiet. Dann machte die Warnow eine Krümmung und wir liefen einen Wanderweg am Ufer entlang nach Osten. Hinter uns war das Abendrot des Sonnenuntergangs zu sehen. Schließlich erreichten wir den Punkt, auf dessen anderen Uferseite der Hafen war, von wo aus wir vor ein paar Stunden losgefahren waren.
An einer Stelle, wo die Unterwarrow relativ schmal war, überquerten wir sie mit Hilfe einer Brücke und liefen dann auf den Hafen zu. Hier war erstmals eine größere Masse von Zuschauern. Bis zum Ziel waren es noch zwei Kilometer. Kurz vor dem Marktplatz bogen wir nach rechts ab, um noch eine Runde durch die Fußgängerzone zu laufen. Hier war alles schön beleuchtet. Beim Schlussspurt überholten mich noch zwei Männer. Wieder am Marktplatz angekommen, passierte ich das Ziel knapp unter 92 Minuten-Grenze. Der Kommentator nannte meinen Namen. Eine Helferin mit Medaillen verwies mich auf eine andere Helferin, da es für Marathon und Halbmarathon verschiedene Medaillen gab. Ich erkannte jedoch schnell, dass der Unterschied nur aus dem Stoffband bestand. Das für den Halbmarathon war blau und hatte die Aufschrift „03.08.2013 | halbmarathon“. Da auf der rechteckförmigen Medaille selber kein Hinweis auf das genaue Datum, noch nicht einmal auf das Jahr zu finden war, vermutete ich, dass der Veranstalter jedes Jahr die gleichen Medaillen zur Verfügung stellte. Ein anderer Teilnehmer bestätigte mir dies.
Ich nahm mir mehrere Becher mit verschiedenen Getränken. Als ich dann den Zielbereich verlassen wollte, hielt mich eine Frau auf. Sie erinnerte mich an den Chip, den ich abgeben musste. Das hätte ich sonst tatsächlich wieder vergessen. Meine Plastiktüte konnte ich schnell abholen, dann ging ich zu Fuß zum Hotel zurück. Hier kaufte ich mir am Automaten noch ein paar Süßigkeiten, da ich schon seit Stunden nichts mehr gegessen hatte. Beim Duschen stellte ich nun fest, wie verschrumpelt die Haut an meinen Füßen war, da diese während des Rennens ununterbrochen nass gewesen waren. Ich schlief einige Stunden und trat am nächsten Morgen wieder die Heimreise an.
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