Mittwoch, 16. März 2011

Halbmarathon Frankfurt 2011-03-13



Der vierzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Nach viereinhalb Monaten Pause war es endlich wieder soweit: Mit dem Halbmarathon in Frankfurt konnte ich zum ersten Mal in diesem Jahr wieder bei einem Wettkampf teilnehmen.
Angemeldet hatte ich mich bereits im Jahr 2010. Die Gebühr für diesen reinen Halbmarathon betrug gerade einmal 13 Euro. Dafür wurde den Teilnehmern außer Laufen auch nicht viel geboten: Ein T-Shirt war in den Startunterlagen nicht enthalten und sogar auf eine Finishermedaille wurde verzichtet.
Ich hatte die letzten Tage in Bremen verbracht und schon drei Monate vorher die Fahrkarten nach Frankfurt und zurück gebucht. Dass ich überhaupt in einer so weit entfernten Stadt zu einer Sportveranstaltung anreisen konnte, lag an den günstigen Zugverbindungen, die mir die Übernachtung in einem Hotel ersparten. Ich stieg am Samstag um 23:44 Uhr am Bremer Hauptbahnhof in den Intercity nach Frankfurt ein. Der Zug sollte um 7:02 Uhr am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main ankommen. Ich konnte also die komplette Nacht im Zug verbringen um dann drei Stunden vor dem Startpfiff in der richtigen Stadt zu sein.
Ich möchte hier das Innere des Intercity ein bisschen näher beschreiben: Da dieser Zug praktisch die ganze Nacht lang unterwegs war, gab es hier kein Bistro-Abteil. Und anstatt vieler Großraum-Wagen bestanden die Waggons überwiegend aus kleinen Abteilen mit jeweils fünf Sitzplätzen. Ich hatte die Hoffnung, ein solches Abteil für mich allein zu bekommen, um dann dort möglicherweise sogar schlafen zu können. Zunächst musste ich mir dieses Abteil jedoch mit einer Frau teilen, welche allerdings bei der nächsten Station (Diepholz) den Zug verließ. Von nun an hatte ich für den Rest der Fahrt das Abteil für mich allein. Leider brachte mir das keine Vorteile ein: Ich konnte mich ausbreiten und meinen Körper über die Sessel verteilen wie ich wollte: Ich schaffte es nicht einzuschlafen.
Als der Zug kurz nach sieben Uhr in Frankfurt ankam, hatte ich keine einzige Minute geschlafen. Am Hauptbahnhof kaufte ich mir ein Tagesticket für den Regionalverkehr und setzte mich in die entsprechende S-Bahn, die mich zum Bahnhof „Stadion“ brachte.
Ich muss dazu sagen, dass das Wetter hier wesentlich besser als im Norden war: Es war einige Grad wärmer, man könnte fast sagen, ideal zum Laufen. Ferner waren an diesem Tag viele Wolken am Himmel, sodass man von den Sonnenstrahlen nicht geblendet wurde.
Am Bahnhof traf ich nun auf andere Sportler, denen ich einfach zum Stadion, der Commerzbank-Arena, folgte. Dort kamen wir nach etwa zehn Minuten an. Die Tore zum Eintritt in den Außenbereich des Stadions waren geöffnet. In einer Lounge, von der aus man auf das Spielfeld blicken konnte, wurden die Startunterlagen ausgegeben. Ich musste nur meinen Namen nennen, und ohne Vorzeigen meines Personalausweise bekam ich die Startnummer. Diese heftete ich mittels Büroklammern auf das Trikot vom Berliner Halbmarathon, welches ich an diesem Tag trug. Danach hatte ich noch über eine Stunde Zeit, die ich nutzte, etwas zu essen und einmal um das gesamte Stadion herumzulaufen.
Eine halbe Stunde vor dem Start stellte ich meine Tasche im Innenraum des Stadions ab. Lediglich für die Wertsachen war eine überwachte Abgabe möglich, was wohl auch den geringen Startgebühren zu verdanken war. Dann ging ich zur Startgeraden neben dem Stadion. Der Sprecher sagte, dass sich über 4000 Läufer für diese Veranstaltung angemeldet hatten.
Um 10:00 Uhr startete zunächst die Elite, also die Läufer, welche als Profis gelten. Zwei Minuten später kam der Startschuss für das Fußvolk, wobei auch hier wieder nur die erste Hälfte loslaufen durfte und die zweite Hälfte noch ein paar weitere Minuten auf den Startschuss warten musste. Dies sollte dem Zweck dienen, das gesamte Teilnehmerfeld ein bisschen auseinanderzuziehen, da bereits nach wenigen Metern eine enge Unterführung zu durchlaufen war. Die Nettozeit wurde übrigens mit dem Champion-Chip gemessen, dessen Kauf sich bei mir inzwischen amortisiert haben sollte.
Um etwa 10:07 Uhr konnte ich dann auch die Startlinie überqueren. Die Commerzbank-Arena liegt südlich des Main, und auch die gesamte Halbmarathonstrecke war hier angesiedelt. Das bedeutete, dass der größte Teil des Kurses durch den Stadtwald führen sollte und die Innenstadt mit dem Bankenviertel gar nicht durchquert wurde.
Die Veranstaltung hieß „Lufthansa Halbmarathon Frankfurt“, und wir als Teilnehmer konnten während des gesamten Kurses zahlreiche Lufthansa-Maschinen beim Landeanflug auf den Frankfurter Airport aus allen Perspektiven betrachten.
Zunächst wurde der Weinberg-Park umlaufen, bevor es eine Zeit lang in westlicher Richtung auf (aus meiner Sicht) zu engen Waldwegen entlang ging. Erst nach vier Kilometern bekamen wir etwas von der Stadt zu sehen, denn nach einer Kurve führte die Strecke in nördlicher Richtung durch das Niederrad-Viertel zum Mainufer. Dieser Stadtteil besteht aus einigen ziemlichen großen Hochhäusern, aus denen uns einige Zuschauer beobachteten. Nun folgte eine vier Kilometer lange Gerade am südlichen Mainufer in östlicher Richtung. Hier konnten wir nun die Innenstadt mit den Wolkenkratzern der Bankgebäude aus der Ferne betrachten. Auch Zuschauer gab es einige, die uns laut zujubelten.
Die Temperaturen waren zwar erträglich, aber ich stellte mir langsam die Frage, wo denn die erste Verpflegungsstation sein würde. Hatte ich sie etwa übersehen? Oder war in den günstigen Startgebühren etwa auch kein Trinkwasser enthalten?
Kurz vor Kilometer Zehn war es dann soweit: Das Ende der langen Gerade am Main war erreicht, und ich konnte mir zwei Becher Wasser gönnen. Nun folgten drei Kilometer durch eine Art Innenstadtbereich. Hier konnte ich erstmals sehen, dass für diese Veranstaltung auch Straßen für den Autoverkehr gesperrt waren. Ab Kilometer 13 mussten wir wieder durch den Wald laufen. Der Kurs führte auf die Isenburger Schneise, eine Art Landstraße, die heute komplette für Autos gesperrt war. Nachdem ich hier den zweiten und damit auch letzten Verpflegungspunkt passiert hatte, musste ich diese Straße bis zu einem Wendepunkt ablaufen, um dann wieder zurückzulaufen. Bevor ich am Verpflegungspunkt wieder vorbeigekommen wäre, bog der Kurs links ab. Wir näherten uns nun wieder dem Stadion. Dieses musste noch einmal komplett umlaufen werden, bevor wir auf der Zielgeraden in das Innere des Stadions gelangten. Ich lief ich noch einmal so schnell ich konnte. Die Ziellinie überquerte ich kurz vor 12:00 Uhr. Der Rasen des Fußballfeldes war allerdings gesperrt, sodass ich ihn leider nicht betreten konnte. Da die Getränkestände außerhalb des Stadions waren und ich richtig Durst hatte, musste ich das Innere der Arena sofort wieder verlassen, um mir draußen ein alkoholfreies Weizen zu nehmen.
Ich ging daraufhin schnellstmöglich zu den Umkleidekabinen, wo ich mein Badetuch nahm und duschte. Trotz der großen Teilnehmerzahl dauerte dies nicht lange. Nachdem ich mich umgezogen und meine Wertsachen abgeholt hatte, verließ ich das Gelände und fuhr mit der S-Bahn zurück zum Hauptbahnhof. Auf Grund der Zugbindung meiner Fahrkarte konnte ich erst gegen 15:00 Uhr in den Zug nach Braunschweig einsteigen. In Fallersleben kam ich gegen 19:00 Uhr an, um 21:00 konnte ich mich schlafenlegen. Ich brauchte einen ganzen freien Tag, um die schlaflose Nacht von Samstag auf Sonntag aufzuholen.