Der einhundertundsechste Halbmarathon meines Lebens.
Der Oldenburg-Marathon.
Der Halbmarathon wird in Oldenburg seit 2009 jährlich angeboten und ich hatte dieses Angebot seitdem jedes Mal angenommen. Somit trat ich heute hier schon zum sechsten Mal an. Seit 2010 gibt es auch einen Marathon, welcher zwei Runden des Halbmarathons umfasst. Dieses Jahr war auch eine Marathonstaffel dabei, bei welcher sich mehrere Läufer die Distanz teilten. Der Zehn-Kilometerlauf umfasste drei kleine Runde.
Leider war mein Magenproblem noch nicht ganz überstanden, auch wenn die Schmerzen schon deutlich geringer geworden waren. Ein Acht-Kilometer-Sprint am Vortag hatte mir unter Beweis gestellt, dass ich im Moment wirklich nicht in Topform war. Zu allem Überfluss sollte es am Sonntag auch noch einmal sommerlich warm werden.
Ich stand um kurz nach sechs Uhr auf, frühstückte und packte meine Tasche. Für die Anfahrt nach Oldenburg hatte ich mir diesmal eine Konstellation zusammengestellt, bei der ich erst relativ spät von zu Hause losgehen musste. Ich nahm um 7:47 Uhr die Straßenbahn in die Innenstadt und stieg an der Eduard-Schopf-Allee aus, von wo aus ich zehn Minuten zu Fuß über die Weser zum Bahnhof Neustadt ging. Hier kam um 8:19 Uhr die Nordwestbahn an, in welche ich einstieg. Es saßen schon zahlreiche Läufer darin. Die Nordwestbahn war als Privatbahn von den Streiks der Lokführer nicht betroffen.
Um kurz vor neun Uhr kamen wir in Oldenburg an. Ich ging zu Fuß zum Einkaufszentrum, wo wie jedes Jahr im Erdgeschoss die Startunterlagenausgabe war. Den Großteil meiner Laufkleidung hatte ich bereits angelegt. Diesmal hatte ich darauf geachtet, die Pflaster auf meinen Brustwarzen sehr stabil festzudrücken. Obenrum trug ich das Trikot vom Weimarer Stadtlauf vom letzten Wochenende. Ich frühstückte nun noch einmal mein mitgebrachtes Brot und brachte dann meine Tasche aufs Parkdeck, wo ich sie abgeben konnte.
Jetzt waren es noch 20 Minuten bis zum Start von Marathon, Marathonstaffel, Halbmarathon und Zehn-Kilometerlauf. Ich lief mich kurz warm und stellte mich dann in das dichtgedrängte Feld relativ weit nach vorne. Der Moderator machte noch einmal darauf aufmerksam, dass die Teilnehmer des Zehn-Kilometerlaufes sich auf der linken Straßenseite einordnen sollten, da nach dem ersten Kilometer die Strecken getrennt würden. Am Himmel war keine einzige Wolke und gerade hier, wo ich warten musste, blendete mich die Sonne ganz extrem.
Um Punkt zehn Uhr ging es dann los. Die Strecke war exakt die gleiche wie in den letzten Jahren. Wir machten erst eine Linkskurve und hatten dann den Stadtgraben zwischen uns und den Zehn-Kilometerläufer. Hinter der Unterführung unter den Eisenbahnschienen kamen wir an den Pferdemarkt, wo die Langstreckenläufer nun nach rechts abbiegen mussten. Im Moment konnte ich eine Zeit von 4 Minuten und 15 Sekunden halten. Es folgte nun eine Schleife durch den östlichsten Teil der Strecke. Nach zweieinhalb Kilometer konnte ich bereits einen Becher Wasser bekommen. Auf dem Rückweg konnte ich am selben Versorgungsstand erneut Wasser trinken. Jetzt sah ich auch das dichtgedrängte Feld hinter mir.
Als wir den Pferdemarkt wieder erreichten, bogen wir erneut nach rechts ein auf die Schleife in den Oldenburger Norden. Hier gab es nur vereinzelte Anwohner, die uns zujubelten. Auf dem Rückweg kamen wir ein letztes Mal am Pferdemarkt an und machten uns nun auf die große Runde durch den Oldenburger Westen. Acht Kilometer hatte ich jetzt schon hinter mir und das Feld war schon weit auseinandergezogen. Unter den Läufern sah ich nun auch schon Marathon-Staffel-Teilnehmer, die den zweiten Teil der Strecke absolvierten, da am Pferdemarkt der erste Wechselpunkt gewesen war. Die Sonne störte nicht allzu sehr, da wir kaum gegen sie zu laufen hatten. An einigen Stellen spürte ich allerdings den starken Gegenwind.
Bei Kilometer zehn war die Stelle erreicht, wo wir rechts abbogen und entlang der Fernverkehrsstraße liefen. Ich hatte für diesen Abschnitt 42,5 Minuten benötigt. Leider baute ich jetzt mit der Geschwindigkeit ab.
Besonders an der Stelle, wo wir die Unterführung nehmen mussten, konnte ich beim folgenden Hinauflaufen nur sehr langsam machen. Die Hitze spürte ich gar nicht allzu sehr, aber ich merkte einfach, dass ich noch ein bisschen geschwächt war. Kurz vor der Zielgeraden war ich so einsam unterwegs, dass der Kommentator auch meinen Namen durchgab. Bei einer Zeit von knapp über 1:32 Stunden überquerte ich die Ziellinie.
Ich ließ mir die Medaille umhängen, welche mit der des letzten Jahres nahezu identisch war. Lediglich das Datum war angepasst worden. Auf der anderen Seite des Verpflegungszeltes gab es – wie jedes Jahr – den Laib Brot der Bäckereikette Müller & Egerer. Ich ging ins Einkaufszentrum und auf das Parkdeck, um meine Tasche abzuholen. Die Duschen befanden sich dort, wo sie immer waren. Hier wimmelte es noch von Läufern der 10km-Distanz.
Ich duschte und ging dann zum Zug. Ich konnte um 12:35 den leicht verspäteten Regionalexpress nach Bremen nehmen, der nicht bestreikt wurde. Gegen 14 Uhr war ich wieder zu Hause.
Mittwoch, 22. Oktober 2014
Samstag, 18. Oktober 2014
Halbmarathon Weimar 2014-10-11
Der einhundertundfünfte Halbmarathon meines Lebens.
Der Weimarer Stadtlauf.
Für dieses Wochenende war es mir nicht leicht gefallen, eine passende Veranstaltung zu finden. Neben des (Halb-)Marathon in München wäre nur noch die Veranstaltung in Eindhoven möglich gewesen, zu welcher sich aber die Anfahrt als schwierig gestaltet hätte. Zum Glück war ich im Internet auf den Stadtlauf in Weimar gestoßen, welcher bereits am Samstagmittag stattfinden sollte. Die Hauptläufe waren ein Halbmarathon und ein Zehn-Kilometerlauf. Auch die Anfahrt am selben Tag war möglich, weshalb ich keine Übernachtung buchen musste.
Ich stand am Samstagmorgen um fünf Uhr auf, duschte und frühstückte. Dann packte ich meine Tasche und ging zur Straßenbahn. Um kurz nach sieben Uhr kam ich am Bremer Hauptbahnhof an, wo um Viertel nach Sieben der ICE in den Süden losfuhr. Um neun Uhr stieg ich in Göttingen aus. Hier ging ich in einen asiatischen Imbiss und nahm ein paar Nudeln zu mir. Der Regionalexpress, welcher mich nun nach Weimar bringen sollte, fährt nur alle zwei Stunden in die tiefste Ossi-Provinz bis nach Glauchau. Der Zug startete um acht Minuten nach zehn Uhr. Er hielt u.A. in Erfurt und Mühlhausen. Während der Fahrt aß ich noch mein mitgebrachtes Brot. Leider waren meine Magenbeschwerden immer noch vorhanden un außerdem schien ich eine ganz leichte Erkältung zu haben, da meine Nase ein bisschen stärker am Laufen war. Nach zwei Stunden kamen wir schließlich in Weimar an.
Ich hatte mir den Weg vom Bahnhof zum Veranstaltungszentrum zuvor auf googlemaps angeschaut. Ich musste einen Kilometer nach Süden laufen, wobei es stark abwärts ging. Neben dem Stadtlauf war auch noch der gutbesuchte Zwiebelmarkt aufgebaut. Am Veranstaltungszentrum blieb mir nicht mehr allzu viel Zeit, da ich mich auch noch umziehen musste. In den Startunterlagen war sogar ein Trikot vom Stadtlauf, aber leider keine Sicherheitsnadeln. Eine andere Läuferin schenkte mir drei Stück. Im Keller der Halle konnte ich mich umziehen und dann meine Tasche abgeben. Ich trug obenrum das Trikot vom Nürnberger Sportcheck-Lauf und hatte auf meine Brustwarzen sehr große Pflaster gesetzt, um zu verhindern, dass es hier erneut zu einer Wunde kommen sollte.
Das Wetter war nahezu ideal. Es war leicht herbstlich und stark bewölkt, aber es regnete nicht. Vermutlich hatte es aber einige Stunden zuvor geregnet, denn der Boden war leicht durchnässt. Beim Warmlaufen in einem kleinen Park erklärte mir ein Läufer, dass man nachher im Schweimmbad, einige hundert Meter entfernt, duschen könne. Dies merkte ich mir, denn ich wollte nachher nicht stundenlang verschwitzt im Zug sitzen.
Der Start des Halbmarathons, welcher vier gleiche Runden umfasste, sollte um 12:55 Uhr sein, der Start des Zehn-Kilometerlaufes fünf Minuten später. Als ich wenige Minuten vor dem Start zur Geraden ging, war hier schon alles voll. Ich schaffte es mich im Feld nach vorne durchzukämpfen und dann ging es auch schon los.
Anfangs war es sehr eng auf dem Kurs, der auf unangenehmen Pflasterstein durch die Altstdt von Weimar führt. Die Strecke war mit einem Gitter von den Zuschauern abgesperrt. Wir kamen an etlichen Imbissbuden vorbei, die wegen des Zwiebelmarktes hier aufgebaut worden waren. Dementsprechend waren hier auch zahlreiche Zuschauer vorhanden. Ich überholte einige langsame Läufer. Als wir die Altstadt hinter uns hatten, kamen wir auf eine Brücke, die über die Ilm, einen kleinen Fluss, führte. Von hier aus konnten wir einen künstlich angelegten Wasserfall im Fluss sehen. Hinter der Brücke bogen wir nach Süden ab. Der größte Teil dieser 5,2 Kilometer langen Runde führte nun durch den Park an der Ilm, welcher sich am Fluss entlang von Nord nach Süd zog. An manchen Stellen war es richtig eng und immer wieder ging es bergauf und wieder bergab. Am südlichsten Punkt war eine Versorgungsstelle, wo ich Wasser und Cola trinken konnte. Dann folgte eine 180°-Kurve, nach welcher ich dann nach Norden zurücklief. Der erste Abschnitt führte auf dem Fußgängerweg an der Hauptstraße entlang, kurz darauf kamen wir aber wieder in den Park zurück. Die Anzahl der Streckenposten entlang des Kurses war mehr als ausreichend. Kurz bevor ich wieder die Altstadt erreichte, wurde ich von einem Fahrrad aus dem Weg geklingelt, welches den Führenden des Zehn-Kilometerlaufes begleitete. Dieser war fünf Minuten nach mir gestartet und hatte mich nun eingeholt. Von nun an musste ich mir immer wieder solche Überholungen gefallen lassen, bis ich das Ende der zweiten Runde erreicht hatte, da dann nur noch die Halbmarathonis auf der Strecke sein sollten. Der letzte Abschnitt der Runde führte wieder auf Pflastersteinen durch die Innenstadt, wo überall die aufgebauten Buden des Zwiebelmarktes standen.
Ich hatte für die erste Runde etwa 25 Minuten benötigt und lief mit konstanter Geschwindigkeit weiter. In der zweiten Runde überrundete ich dann schon den langsamsten Teilnehmer des Zehn-Kilometerlaufes, welcher ebenfalls von einem Radfahrer begleitet wurde. Dann war wiederum ich an der Reihe, von der führenden Frau des Halbmarathons überholt zu werden. Noch im Park sprach mich ein Läufer an, in welchem ich den Typen erkannte, welcher mir vor dem Start den Weg zum Hallenbad erklärt hatte. Er absolvierte ebenfalls den Halbmarathon und von nun an liefen wir gemeinsam und unterhielten uns. Er kam aus Thüringen und sagte mir, dass er regelmäßig beim sogenannten Rennsteig-Lauf teilnehme. Ich ließ mir von ihm erklären, wie er sich auf diesen vorbereite.
Am Ende der zweiten Runde sah ich den Kommentator an der Start- und Zielgeraden. Ich erkannte in ihm den Mann, welchen ich schon bei so vielen Laufveranstaltungen als Kommentator erlebt hatte. Er war auch 2013 in Cuxhaven im Einsatz gewesen, als ich den dritten Platz erreicht hatte. Als ich nun auf die dritte Runde einbog, musste ich feststellen, dass die auf meiner Brustwarze aufgesetzten Pflaster nicht festhielten. Zum Glück hatte ich ja ein Ersatzpflaster dabei, welches ich nun auftragen konnte. Leider hielt auch diese nicht und ich entschied mich nun, das Trikot auszuziehen und es in der Hand zu halten, da es wirklich schwer war und die Brustwarzen extrem schmerzten. Natürlich hielt ich das Trikot so, dass auch meine Startnummer zu erkennen war. Dies fiel nicht nur den Zuschauern auf, sondern auch dem Kommentator, als er mich am Ende der dritten Runde sah. Er informierte sich schnell über mich, nannte meinen Namen und erwähnte dabei, dass ich dieses Jahr auch in Bremerhaven dabeigewesen war. Inzwischen kannte er also meinen Namen.
Als wir in der letzten Runde die Brücke über die Ilm erreichten, deren gesamte Breite nur für die Läufer vorgesehen war, geriet ein Streckenposten mit einer Zuschauerin aneinander, weil diese auch über die Brücke gehen wollte. Offenbar setzte sie sich durch und ihren Weg fort. Später wurde ich noch einmal vom Halbmarathon-Führenden überholt, bevor ich einen Kilometer vor dem Ziel wieder mein Trikot anzog. Ich dachte mir, dass ich diesen einen Kilometer wohl überstehen würde, aber selbst für diese kurze Zeit wurden die Schmerzen an den Brustwarzen so extrem, dass ich die entsprechenden Stellen am Trikot nach vorne zog. Hier am Zwiebelmarkt sprinteten ständig Zuschauer von der einen Seite der Strecke auf die andere Seite. Nach über 1:45 Stunden war ich schließlich im Ziel. Ich nahm mir eine Banane zu essen und ging dann zum Zentrum zurück, wo ich im Keller meine Tasche holte.
Nach zehn Minuten Fußweg kam ich am Hallenbad an. Der Eintritt war nur für Teilnehmer von Halbmarathon und Zehn-Kilometerlauf gestattet. Ich ging in die Umkleiden und von dort aus zu den Duschen. Als ich die Duschbrause für ein paar Sekunden ruhen ließ, um meine Haare mit Shampoo einzureiben, ergriff ein anderer Läufer die Gelegenheit, meinen Duschplatz einzunehmen. Etwas verwirrt ging ich unter „seine“ Duschbrause und merkte dann, warum er den Platz gewechselt hatte. Aus meiner jetzigen Duschbrause kam nur kaltes Wasser, was mir allerdings nichts ausmachen konnte, da ich Duschen mit eiskaltem Wasser gewöhnt bin.
Ich zog mich wieder an und lief dann zum Bahnhof zurück. Um kurz nach 16 Uhr bestieg ich den Regionalexpress, welcher mich nach Göttingen brachte. In Hannover musste ich noch einmal umsteigen, gegen halb neun Uhr war ich schließlich wieder zu Hause.
Der Weimarer Stadtlauf.
Für dieses Wochenende war es mir nicht leicht gefallen, eine passende Veranstaltung zu finden. Neben des (Halb-)Marathon in München wäre nur noch die Veranstaltung in Eindhoven möglich gewesen, zu welcher sich aber die Anfahrt als schwierig gestaltet hätte. Zum Glück war ich im Internet auf den Stadtlauf in Weimar gestoßen, welcher bereits am Samstagmittag stattfinden sollte. Die Hauptläufe waren ein Halbmarathon und ein Zehn-Kilometerlauf. Auch die Anfahrt am selben Tag war möglich, weshalb ich keine Übernachtung buchen musste.
Ich stand am Samstagmorgen um fünf Uhr auf, duschte und frühstückte. Dann packte ich meine Tasche und ging zur Straßenbahn. Um kurz nach sieben Uhr kam ich am Bremer Hauptbahnhof an, wo um Viertel nach Sieben der ICE in den Süden losfuhr. Um neun Uhr stieg ich in Göttingen aus. Hier ging ich in einen asiatischen Imbiss und nahm ein paar Nudeln zu mir. Der Regionalexpress, welcher mich nun nach Weimar bringen sollte, fährt nur alle zwei Stunden in die tiefste Ossi-Provinz bis nach Glauchau. Der Zug startete um acht Minuten nach zehn Uhr. Er hielt u.A. in Erfurt und Mühlhausen. Während der Fahrt aß ich noch mein mitgebrachtes Brot. Leider waren meine Magenbeschwerden immer noch vorhanden un außerdem schien ich eine ganz leichte Erkältung zu haben, da meine Nase ein bisschen stärker am Laufen war. Nach zwei Stunden kamen wir schließlich in Weimar an.
Ich hatte mir den Weg vom Bahnhof zum Veranstaltungszentrum zuvor auf googlemaps angeschaut. Ich musste einen Kilometer nach Süden laufen, wobei es stark abwärts ging. Neben dem Stadtlauf war auch noch der gutbesuchte Zwiebelmarkt aufgebaut. Am Veranstaltungszentrum blieb mir nicht mehr allzu viel Zeit, da ich mich auch noch umziehen musste. In den Startunterlagen war sogar ein Trikot vom Stadtlauf, aber leider keine Sicherheitsnadeln. Eine andere Läuferin schenkte mir drei Stück. Im Keller der Halle konnte ich mich umziehen und dann meine Tasche abgeben. Ich trug obenrum das Trikot vom Nürnberger Sportcheck-Lauf und hatte auf meine Brustwarzen sehr große Pflaster gesetzt, um zu verhindern, dass es hier erneut zu einer Wunde kommen sollte.
Das Wetter war nahezu ideal. Es war leicht herbstlich und stark bewölkt, aber es regnete nicht. Vermutlich hatte es aber einige Stunden zuvor geregnet, denn der Boden war leicht durchnässt. Beim Warmlaufen in einem kleinen Park erklärte mir ein Läufer, dass man nachher im Schweimmbad, einige hundert Meter entfernt, duschen könne. Dies merkte ich mir, denn ich wollte nachher nicht stundenlang verschwitzt im Zug sitzen.
Der Start des Halbmarathons, welcher vier gleiche Runden umfasste, sollte um 12:55 Uhr sein, der Start des Zehn-Kilometerlaufes fünf Minuten später. Als ich wenige Minuten vor dem Start zur Geraden ging, war hier schon alles voll. Ich schaffte es mich im Feld nach vorne durchzukämpfen und dann ging es auch schon los.
Anfangs war es sehr eng auf dem Kurs, der auf unangenehmen Pflasterstein durch die Altstdt von Weimar führt. Die Strecke war mit einem Gitter von den Zuschauern abgesperrt. Wir kamen an etlichen Imbissbuden vorbei, die wegen des Zwiebelmarktes hier aufgebaut worden waren. Dementsprechend waren hier auch zahlreiche Zuschauer vorhanden. Ich überholte einige langsame Läufer. Als wir die Altstadt hinter uns hatten, kamen wir auf eine Brücke, die über die Ilm, einen kleinen Fluss, führte. Von hier aus konnten wir einen künstlich angelegten Wasserfall im Fluss sehen. Hinter der Brücke bogen wir nach Süden ab. Der größte Teil dieser 5,2 Kilometer langen Runde führte nun durch den Park an der Ilm, welcher sich am Fluss entlang von Nord nach Süd zog. An manchen Stellen war es richtig eng und immer wieder ging es bergauf und wieder bergab. Am südlichsten Punkt war eine Versorgungsstelle, wo ich Wasser und Cola trinken konnte. Dann folgte eine 180°-Kurve, nach welcher ich dann nach Norden zurücklief. Der erste Abschnitt führte auf dem Fußgängerweg an der Hauptstraße entlang, kurz darauf kamen wir aber wieder in den Park zurück. Die Anzahl der Streckenposten entlang des Kurses war mehr als ausreichend. Kurz bevor ich wieder die Altstadt erreichte, wurde ich von einem Fahrrad aus dem Weg geklingelt, welches den Führenden des Zehn-Kilometerlaufes begleitete. Dieser war fünf Minuten nach mir gestartet und hatte mich nun eingeholt. Von nun an musste ich mir immer wieder solche Überholungen gefallen lassen, bis ich das Ende der zweiten Runde erreicht hatte, da dann nur noch die Halbmarathonis auf der Strecke sein sollten. Der letzte Abschnitt der Runde führte wieder auf Pflastersteinen durch die Innenstadt, wo überall die aufgebauten Buden des Zwiebelmarktes standen.
Ich hatte für die erste Runde etwa 25 Minuten benötigt und lief mit konstanter Geschwindigkeit weiter. In der zweiten Runde überrundete ich dann schon den langsamsten Teilnehmer des Zehn-Kilometerlaufes, welcher ebenfalls von einem Radfahrer begleitet wurde. Dann war wiederum ich an der Reihe, von der führenden Frau des Halbmarathons überholt zu werden. Noch im Park sprach mich ein Läufer an, in welchem ich den Typen erkannte, welcher mir vor dem Start den Weg zum Hallenbad erklärt hatte. Er absolvierte ebenfalls den Halbmarathon und von nun an liefen wir gemeinsam und unterhielten uns. Er kam aus Thüringen und sagte mir, dass er regelmäßig beim sogenannten Rennsteig-Lauf teilnehme. Ich ließ mir von ihm erklären, wie er sich auf diesen vorbereite.
Am Ende der zweiten Runde sah ich den Kommentator an der Start- und Zielgeraden. Ich erkannte in ihm den Mann, welchen ich schon bei so vielen Laufveranstaltungen als Kommentator erlebt hatte. Er war auch 2013 in Cuxhaven im Einsatz gewesen, als ich den dritten Platz erreicht hatte. Als ich nun auf die dritte Runde einbog, musste ich feststellen, dass die auf meiner Brustwarze aufgesetzten Pflaster nicht festhielten. Zum Glück hatte ich ja ein Ersatzpflaster dabei, welches ich nun auftragen konnte. Leider hielt auch diese nicht und ich entschied mich nun, das Trikot auszuziehen und es in der Hand zu halten, da es wirklich schwer war und die Brustwarzen extrem schmerzten. Natürlich hielt ich das Trikot so, dass auch meine Startnummer zu erkennen war. Dies fiel nicht nur den Zuschauern auf, sondern auch dem Kommentator, als er mich am Ende der dritten Runde sah. Er informierte sich schnell über mich, nannte meinen Namen und erwähnte dabei, dass ich dieses Jahr auch in Bremerhaven dabeigewesen war. Inzwischen kannte er also meinen Namen.
Als wir in der letzten Runde die Brücke über die Ilm erreichten, deren gesamte Breite nur für die Läufer vorgesehen war, geriet ein Streckenposten mit einer Zuschauerin aneinander, weil diese auch über die Brücke gehen wollte. Offenbar setzte sie sich durch und ihren Weg fort. Später wurde ich noch einmal vom Halbmarathon-Führenden überholt, bevor ich einen Kilometer vor dem Ziel wieder mein Trikot anzog. Ich dachte mir, dass ich diesen einen Kilometer wohl überstehen würde, aber selbst für diese kurze Zeit wurden die Schmerzen an den Brustwarzen so extrem, dass ich die entsprechenden Stellen am Trikot nach vorne zog. Hier am Zwiebelmarkt sprinteten ständig Zuschauer von der einen Seite der Strecke auf die andere Seite. Nach über 1:45 Stunden war ich schließlich im Ziel. Ich nahm mir eine Banane zu essen und ging dann zum Zentrum zurück, wo ich im Keller meine Tasche holte.
Nach zehn Minuten Fußweg kam ich am Hallenbad an. Der Eintritt war nur für Teilnehmer von Halbmarathon und Zehn-Kilometerlauf gestattet. Ich ging in die Umkleiden und von dort aus zu den Duschen. Als ich die Duschbrause für ein paar Sekunden ruhen ließ, um meine Haare mit Shampoo einzureiben, ergriff ein anderer Läufer die Gelegenheit, meinen Duschplatz einzunehmen. Etwas verwirrt ging ich unter „seine“ Duschbrause und merkte dann, warum er den Platz gewechselt hatte. Aus meiner jetzigen Duschbrause kam nur kaltes Wasser, was mir allerdings nichts ausmachen konnte, da ich Duschen mit eiskaltem Wasser gewöhnt bin.
Ich zog mich wieder an und lief dann zum Bahnhof zurück. Um kurz nach 16 Uhr bestieg ich den Regionalexpress, welcher mich nach Göttingen brachte. In Hannover musste ich noch einmal umsteigen, gegen halb neun Uhr war ich schließlich wieder zu Hause.
Donnerstag, 9. Oktober 2014
Halbmarathon Bremen 2014-10-05
Der einhundertundvierte Halbmarathon meines Lebens.
Der zehnte swb-Marathon Bremen.
Ich war erst am Vorabend aus Nürnberg zurückgekehrt und hatte daher meine Startunterlagen für diese Jubiläumsausgabe noch nicht abholen können. Dies musste dann am Sonntag bis spätestens eine Stunde vor dem Start geschehen. Die Startzeiten sowie die Laufstrecken hatten sich gegenüber den Vorjahren nicht verändert. Leider war mein körperlicher Zustand nicht ideal. Muskelkater hatte ich zwar nicht mehr, aber die Magenbeschwerden waren – wenn auch nicht so stark wie in den Vortagen – immer noch vorhanden.
Ich stand am Sonntag um acht Uhr auf und frühstückte. Ein zusätzliches Brot packte ich ein, welches ich dann vor dem Start noch essen wollte. Da meine eigentliche Läuferhose noch vom Nürnberg-Stadtlauf verschwitzt war, zog ich heute die adidas-Hose an. Obenrum trug ich das Trikot vom Wolfsburg-Marathon 2014. In dieser Kleidung bestieg ich gegen 9:35 Uhr, als der Zehn-Kilometerlauf startete, mein Fahrrad. Es war ein wolkenloser Tag und die Sonne störte ein wenig.
Im Überseequartier traf ich auf die erste Polizei-Absperrung. Als ich dann mit dem Rad auf die Schlachte wollte, war diese mit einem rot-weißen Verkehrsband gesperrt, aber ich fuhr einfach trotzem hin. Nun traf ich auf das Abschlussfeld des Zehn-Kilometerlaufes. Dann stellte ich mein Fahrrad am Brill vor der Sparkasse ab, wo gerade das Hauptfeld des Marathons auf die Wilhelm-Kaisen-Brücke zulief.
Ich ging zu Fuß weiter zum Swiss-Hotel, wo ich meine Startunterlagen abholen konnte. Dann setzte ich mich in die Wallanlagen auf eine Bank, wo ich mein mitgebrachtes Brot aß und dabei das Bremer-Sportmagazin laß, welches in den Startunterlagen enthalten war. Im Vorwort hatte Willi Lemke angekündigt, beim zehnten swb-Marathon teilzunehmen. Dies verwunderte mich, da ich ihn nicht in der Voranmelderliste gefunden hatte. Mehmet und Janina hatten sich für den ganzen Marathon angemeldet.
Als ich fertig mit Essen war, ging ich in die Fußgängerzone, wo die Start- und Zielgeraden war. Meinen Starterbeutel gab ich im vorgesehenen Zelt ab, ich hatte jedoch keine Wechselkleidung und kein Badetuch eingepackt, da ich direkt nach dem Rennen wieder nach Hause fahren und dort duschen wollte. Als ich zehn Minuten vor dem Start die Toiletten aufsuchte, sah ich Antje, die sich heute auch für den Halbmarathon angemeldet hatte.
Nun kam der beschwerliche Weg zum Starterfeld, in dem ich mich dann immer weiter nach vorne vorarbeitete. Die auf meiner Startnummer angegebene Zielzeit betrug 1:35 Stunden. Als ich meiner Ansicht nach an der richtigen Stelle angekommen war, wartete ich den Startschuss ab. Der Mann, welcher die Pistole bediente, wollte angeblich auch selber mitlaufen. Neben mir konnte ich Helfer sehen, wie sie die Medaillen für beide Disziplinen bereitstellten. Sie hatten dieses Jahr die Form einer Zehn. Pünktlich um 11:25 Uhr, genau eine Stunde und 40 Minuten nach dem Start des Marathons, ging es los.
In der Fußgängerzone ging es noch sehr eng zu, ich musste immer ausweichen um zu überholen. Am Ende der Fußgängerzone ging es nach rechts in Richtung Hauptbahnhof. Hier wurden wir von einer Straßenbahn überholt, deren Fahrgäste uns nun beim Laufen zusehen durften. Dann ging es nach rechts in eine der Hauptverkehrsstraßen, welche uns zum Hauptbahnhof führte. Wir kamen am Bahnhofsvorplatz vorbei, wo die Straßenbahnen in Richtung Universität, Osterholz und Falkenberg nun eine Pause einlegen musste, bis die ganze Läuferschar vorüber war.
Hinter dieser großen Unterführung kamen wir zum Stern, wo sechs Straßen aufeinandertreffen. Hier überholte ich eine stark abgemagerte Dame, die mich von ihrem Aussehen her an die Hahner-Zwillinge erinnerte. Beim Überholen versuchte ich, ihren Vornamen zu lesen. Dieser war allerdings länger als Lisa oder Anna.
Am Stern bogen wir in die Parkstraße ein und liefen hier auf den beiden linken Spuren, die direkt neben dem Bürgerpark lagen. Bis jetzt hatte ich eine Durchschnittszeit von vier Minuten pro Kilometer benötigt. Mein Magen verursachte zwar keine Schmerzen, aber ich wurde nun deutlich langsamer.
Auf Höhe der Polizeidienststelle mussten wir auf die beiden rechten Autofahrbahnen ausweichen, da die bisherigen Straßen nun für das Spitzenfeld bereitstanden. Ich sah nun, wie mir die Schnellsten des Marathons entgegenkamen. Ich erkannte Mehmet und rief ihn laut an, allerdings hörte er mich nicht. Er hatte auf mich einen Vorsprung von etwa acht Minuten. Dann sah ich das Spitzenfeld des Halbmarathons, welches mir voraus war, bevor ich selber hinter der Eisenbahnbrücke mit der Schienenstrecke nach Hamburg eine 180°-Kurve hinlegte und nach Süden lief.
Ab hier waren die Strecken für Marathon und Halbmarahon vereint. Die Marathonis konnte man an den roten Startnummern erkennen, während die Halbmarathonis grüne hatten. Ich sah nun auch das dichtgedrängte Läuferfeld hinter mir. Kurz, bevor ich am Polizeipräsidium nach rechts in den Bürgerpark einbog, überholte mich die abgemagerte Frau wieder, die ich kurz darauf aus den Augen verlor. Mitten im Bürgerpark, bei Kilometer sieben, war dann endlich der erste Versorgungsstand, wo ich mir einen Becher Wasser nahm.
Auf der anderen Seite des Bürgerparks bogen wir links ab, so dass wir zwischen dem Park und dem Torfkanal nach Süden liefen. Auf der anderen Seite des Kanals lief das Feld vor uns in entgegengesetzter Richtung. An der Wendestelle war ein Moderator, der über ein Mikrofon die Zuschauer unterhielt. Als ich auf die andere Seite des Kanals wechselte, sah ich einige Kreideaufschriften auf dem Boden, die sich auf bestimmte Teilnehmer bezogen. Dabei überholte ich immer wieder Läufer mit roten Startnummern.
Dann bogen wir links ab und kamen nach Findorff. Nach einem Abschnitt durch eine breite Straße mit Backsteinhäsuern ging es nach links in die Hemmstraße, dem Streckenteil, wo es – neben der Schlachte – am lautesten zuging. Besonders viele Kinder feuerten uns an. Ich hatte inzwischen wieder Durst bekommen und war froh, dass eine „private“ Versorgungsstelle Wasser anbot. Kurz darauf sah ich jedoch, dass der eigentliche Versorgungspunkt auch nicht viel weiter weg gewesen wäre.
Als wir Findorff hinter uns hatten und unter der Unterführung durchkamen, die nach Utbremen führte, erreichte ich die beiden Pacemaker für die Marathonzielzeit von 3:15 Stunden, was beim Halbmarathon einer Zeit von 1:35 Stunden entsprach. Eine Zeit von 90 Minuten war heute nicht mehr möglich. Die beiden Zugläufer überholte ich jedoch problemlos. Wie jedes Jahr mussten die Straßenbahnen an der Haltestelle Hansestraße warten. Hier war wieder ein privater Versorgungspunkt, wo ich Wasser bekam.
Wir erreichten jetzt die Überseestadt, an welcher ich heute morgen mit dem Fahrrad vorbeigefahren war. Als ich durch das eine Haus hindurchgelaufen war, kam ich an Cafés vorbei, wo die Menschen zu Mittag aßen. Dann ging es wieder über die Hansestraße hinüber in Richtung des großen Büroturms. Als ich nun an einem Versorgungspunkt nach dem Wasserbecher griff, drückte ich diesen unglücklich zusammen, so dass fast das gesamte Wasser verschüttet wurde. Dann ging es über die Straßenbahnschienen der Linie 3 an die Schlachte und hier an der Weser entlang. Auf Höhe der Brücken waren zahlreiche Zuschauer, die uns Läufern kaum Platz ließen. Ich überholte nun einen Fahrradfahrer, der als Begleitung für die drittschnellste Marathonläuferin fungierte. In dieser erkannte ich Janina, der ich nun im Voraus zum dritten Platz gratulierte. Dahinter versuchten die Ordner, ein bisschen Platz zu schaffen, da nun langsam das Hauptfeld der Läufer vorbekommen sollte.
Hinter der Schlachte ging es zum Osterdeich, an welchem die Zuschauer nicht standen, sondern auf der Wiese lagen. Hier sah ich zum zweiten Mal am heutigen Tage eine Jedermann-Drohne, die uns Läufer offenbar von oben filmen sollte. Auch hier war nun eine Sprechstelle aufgebaut, an welcher der Kommentator sagte, dass nun die Top-Ten der Frauen im Halbmarathon langsam vollzählig seien. Ich lief gerade mit einer Frau in den mittleren Jahren zusammen.
Langsam merkte ich, wie meine rechte Brustwarze schmerzte. Ich musste feststellen, dass das aufgetragen Schutzpflaster leider zu schmal war und die Brustwarze nicht abdeckte. Große Sorgen machte ich mir allerdings nicht. Schließlich erreichten wir das Weserstadion, wo der Stadionsprecher auch meinen Namen durchgab. Auf der anderen Seite der Arena war dann endlich wieder ein Versorgungspunkt.
Nun machten wir eine Wende und liefen auf den Osterdeich hinauf, wo es nun in Richtung Innenstadt ging. Bei Kilometer 18 war das falsche Schild aufgebaut, es zeigte Kilometer 19 an. Dann überholte ich wieder eine Frau mit Fahrradbegleitung, die Zweitplatzierte des Marathons. Dies erinnerte mich an letztes Jahr, als ich ebenfalls die zweit- und drittschnellste Marathonläuferin überolt hatte und es – trotz einer sehr guten Zeit von mir – zum Überholen der Siegerin nicht mehr ganz gereicht hatte.
Kurz vor dem letzten Versorgungspunkt erreichte ich dann tatsächlich die Führende des Marathons. Ich konnte es nicht lassen, die Fahrradbegleitung einmal darauf anzusprechen, dass die Läuferinnen heute extrem langsam seien. Es wies mich entsprechend zurecht. Dann war ich auch schon vorbei.
In der Unterführung am Domshof war ein weiterer Fahrradfahrer, welcher der Halbmarathonläuferin, die mit mir gleichauf war, sagte, dass sie noch einen Platz gut machen könne. Es wurde nun eng an der Strecke. Am Ende der Martinistraße bogen wir in die Fußgängerzone auf die Zielgeraden ein. Ich kam nach fast einer Stunde und 33 Minuten dort an. Eine Helferin hängte mir die Medaille um, auf welcher stand: „Drei Mal ist Bremer Recht, zehn mal ist sportlich echt“. Ein Marathonläufer gratulierte mir und sagte mir, dass er mich vom Bremerhaven-Marathon 2013 kenne. Er machte mich auf einen Blutfleck auf meiner Brust aufmerksam. Nun sah ich, dass die Belastung meiner Brustwarze so groß gewesen war, dass diese angefangen hatte zu bluten.
Den Zieleinlauf der Siegerin verpasste ich. Stattdessen sah ich Oliver Sebrankte, allerdings sprach ich ihn nicht an. Ob er den Marathon gewonnen hatte, wusste ich nicht. Ich holte meine Tasche ab und ging dann zum Rettungspersonal, um mir ein Pflaster für meine Brustwarze abzuholen. Dann ging ich durch die Fußgängerzone und kam zu meinem Fahrrad. Es war inzwischen schön warm geworden und ich fuhr nun nach Hause. In der Überseestadt konnte ich das Schlussfeld des Marathons sehen, welches sich über die letzten zehn Kilometer kämpfte.
Der zehnte swb-Marathon Bremen.
Ich war erst am Vorabend aus Nürnberg zurückgekehrt und hatte daher meine Startunterlagen für diese Jubiläumsausgabe noch nicht abholen können. Dies musste dann am Sonntag bis spätestens eine Stunde vor dem Start geschehen. Die Startzeiten sowie die Laufstrecken hatten sich gegenüber den Vorjahren nicht verändert. Leider war mein körperlicher Zustand nicht ideal. Muskelkater hatte ich zwar nicht mehr, aber die Magenbeschwerden waren – wenn auch nicht so stark wie in den Vortagen – immer noch vorhanden.
Ich stand am Sonntag um acht Uhr auf und frühstückte. Ein zusätzliches Brot packte ich ein, welches ich dann vor dem Start noch essen wollte. Da meine eigentliche Läuferhose noch vom Nürnberg-Stadtlauf verschwitzt war, zog ich heute die adidas-Hose an. Obenrum trug ich das Trikot vom Wolfsburg-Marathon 2014. In dieser Kleidung bestieg ich gegen 9:35 Uhr, als der Zehn-Kilometerlauf startete, mein Fahrrad. Es war ein wolkenloser Tag und die Sonne störte ein wenig.
Im Überseequartier traf ich auf die erste Polizei-Absperrung. Als ich dann mit dem Rad auf die Schlachte wollte, war diese mit einem rot-weißen Verkehrsband gesperrt, aber ich fuhr einfach trotzem hin. Nun traf ich auf das Abschlussfeld des Zehn-Kilometerlaufes. Dann stellte ich mein Fahrrad am Brill vor der Sparkasse ab, wo gerade das Hauptfeld des Marathons auf die Wilhelm-Kaisen-Brücke zulief.
Ich ging zu Fuß weiter zum Swiss-Hotel, wo ich meine Startunterlagen abholen konnte. Dann setzte ich mich in die Wallanlagen auf eine Bank, wo ich mein mitgebrachtes Brot aß und dabei das Bremer-Sportmagazin laß, welches in den Startunterlagen enthalten war. Im Vorwort hatte Willi Lemke angekündigt, beim zehnten swb-Marathon teilzunehmen. Dies verwunderte mich, da ich ihn nicht in der Voranmelderliste gefunden hatte. Mehmet und Janina hatten sich für den ganzen Marathon angemeldet.
Als ich fertig mit Essen war, ging ich in die Fußgängerzone, wo die Start- und Zielgeraden war. Meinen Starterbeutel gab ich im vorgesehenen Zelt ab, ich hatte jedoch keine Wechselkleidung und kein Badetuch eingepackt, da ich direkt nach dem Rennen wieder nach Hause fahren und dort duschen wollte. Als ich zehn Minuten vor dem Start die Toiletten aufsuchte, sah ich Antje, die sich heute auch für den Halbmarathon angemeldet hatte.
Nun kam der beschwerliche Weg zum Starterfeld, in dem ich mich dann immer weiter nach vorne vorarbeitete. Die auf meiner Startnummer angegebene Zielzeit betrug 1:35 Stunden. Als ich meiner Ansicht nach an der richtigen Stelle angekommen war, wartete ich den Startschuss ab. Der Mann, welcher die Pistole bediente, wollte angeblich auch selber mitlaufen. Neben mir konnte ich Helfer sehen, wie sie die Medaillen für beide Disziplinen bereitstellten. Sie hatten dieses Jahr die Form einer Zehn. Pünktlich um 11:25 Uhr, genau eine Stunde und 40 Minuten nach dem Start des Marathons, ging es los.
In der Fußgängerzone ging es noch sehr eng zu, ich musste immer ausweichen um zu überholen. Am Ende der Fußgängerzone ging es nach rechts in Richtung Hauptbahnhof. Hier wurden wir von einer Straßenbahn überholt, deren Fahrgäste uns nun beim Laufen zusehen durften. Dann ging es nach rechts in eine der Hauptverkehrsstraßen, welche uns zum Hauptbahnhof führte. Wir kamen am Bahnhofsvorplatz vorbei, wo die Straßenbahnen in Richtung Universität, Osterholz und Falkenberg nun eine Pause einlegen musste, bis die ganze Läuferschar vorüber war.
Hinter dieser großen Unterführung kamen wir zum Stern, wo sechs Straßen aufeinandertreffen. Hier überholte ich eine stark abgemagerte Dame, die mich von ihrem Aussehen her an die Hahner-Zwillinge erinnerte. Beim Überholen versuchte ich, ihren Vornamen zu lesen. Dieser war allerdings länger als Lisa oder Anna.
Am Stern bogen wir in die Parkstraße ein und liefen hier auf den beiden linken Spuren, die direkt neben dem Bürgerpark lagen. Bis jetzt hatte ich eine Durchschnittszeit von vier Minuten pro Kilometer benötigt. Mein Magen verursachte zwar keine Schmerzen, aber ich wurde nun deutlich langsamer.
Auf Höhe der Polizeidienststelle mussten wir auf die beiden rechten Autofahrbahnen ausweichen, da die bisherigen Straßen nun für das Spitzenfeld bereitstanden. Ich sah nun, wie mir die Schnellsten des Marathons entgegenkamen. Ich erkannte Mehmet und rief ihn laut an, allerdings hörte er mich nicht. Er hatte auf mich einen Vorsprung von etwa acht Minuten. Dann sah ich das Spitzenfeld des Halbmarathons, welches mir voraus war, bevor ich selber hinter der Eisenbahnbrücke mit der Schienenstrecke nach Hamburg eine 180°-Kurve hinlegte und nach Süden lief.
Ab hier waren die Strecken für Marathon und Halbmarahon vereint. Die Marathonis konnte man an den roten Startnummern erkennen, während die Halbmarathonis grüne hatten. Ich sah nun auch das dichtgedrängte Läuferfeld hinter mir. Kurz, bevor ich am Polizeipräsidium nach rechts in den Bürgerpark einbog, überholte mich die abgemagerte Frau wieder, die ich kurz darauf aus den Augen verlor. Mitten im Bürgerpark, bei Kilometer sieben, war dann endlich der erste Versorgungsstand, wo ich mir einen Becher Wasser nahm.
Auf der anderen Seite des Bürgerparks bogen wir links ab, so dass wir zwischen dem Park und dem Torfkanal nach Süden liefen. Auf der anderen Seite des Kanals lief das Feld vor uns in entgegengesetzter Richtung. An der Wendestelle war ein Moderator, der über ein Mikrofon die Zuschauer unterhielt. Als ich auf die andere Seite des Kanals wechselte, sah ich einige Kreideaufschriften auf dem Boden, die sich auf bestimmte Teilnehmer bezogen. Dabei überholte ich immer wieder Läufer mit roten Startnummern.
Dann bogen wir links ab und kamen nach Findorff. Nach einem Abschnitt durch eine breite Straße mit Backsteinhäsuern ging es nach links in die Hemmstraße, dem Streckenteil, wo es – neben der Schlachte – am lautesten zuging. Besonders viele Kinder feuerten uns an. Ich hatte inzwischen wieder Durst bekommen und war froh, dass eine „private“ Versorgungsstelle Wasser anbot. Kurz darauf sah ich jedoch, dass der eigentliche Versorgungspunkt auch nicht viel weiter weg gewesen wäre.
Als wir Findorff hinter uns hatten und unter der Unterführung durchkamen, die nach Utbremen führte, erreichte ich die beiden Pacemaker für die Marathonzielzeit von 3:15 Stunden, was beim Halbmarathon einer Zeit von 1:35 Stunden entsprach. Eine Zeit von 90 Minuten war heute nicht mehr möglich. Die beiden Zugläufer überholte ich jedoch problemlos. Wie jedes Jahr mussten die Straßenbahnen an der Haltestelle Hansestraße warten. Hier war wieder ein privater Versorgungspunkt, wo ich Wasser bekam.
Wir erreichten jetzt die Überseestadt, an welcher ich heute morgen mit dem Fahrrad vorbeigefahren war. Als ich durch das eine Haus hindurchgelaufen war, kam ich an Cafés vorbei, wo die Menschen zu Mittag aßen. Dann ging es wieder über die Hansestraße hinüber in Richtung des großen Büroturms. Als ich nun an einem Versorgungspunkt nach dem Wasserbecher griff, drückte ich diesen unglücklich zusammen, so dass fast das gesamte Wasser verschüttet wurde. Dann ging es über die Straßenbahnschienen der Linie 3 an die Schlachte und hier an der Weser entlang. Auf Höhe der Brücken waren zahlreiche Zuschauer, die uns Läufern kaum Platz ließen. Ich überholte nun einen Fahrradfahrer, der als Begleitung für die drittschnellste Marathonläuferin fungierte. In dieser erkannte ich Janina, der ich nun im Voraus zum dritten Platz gratulierte. Dahinter versuchten die Ordner, ein bisschen Platz zu schaffen, da nun langsam das Hauptfeld der Läufer vorbekommen sollte.
Hinter der Schlachte ging es zum Osterdeich, an welchem die Zuschauer nicht standen, sondern auf der Wiese lagen. Hier sah ich zum zweiten Mal am heutigen Tage eine Jedermann-Drohne, die uns Läufer offenbar von oben filmen sollte. Auch hier war nun eine Sprechstelle aufgebaut, an welcher der Kommentator sagte, dass nun die Top-Ten der Frauen im Halbmarathon langsam vollzählig seien. Ich lief gerade mit einer Frau in den mittleren Jahren zusammen.
Langsam merkte ich, wie meine rechte Brustwarze schmerzte. Ich musste feststellen, dass das aufgetragen Schutzpflaster leider zu schmal war und die Brustwarze nicht abdeckte. Große Sorgen machte ich mir allerdings nicht. Schließlich erreichten wir das Weserstadion, wo der Stadionsprecher auch meinen Namen durchgab. Auf der anderen Seite der Arena war dann endlich wieder ein Versorgungspunkt.
Nun machten wir eine Wende und liefen auf den Osterdeich hinauf, wo es nun in Richtung Innenstadt ging. Bei Kilometer 18 war das falsche Schild aufgebaut, es zeigte Kilometer 19 an. Dann überholte ich wieder eine Frau mit Fahrradbegleitung, die Zweitplatzierte des Marathons. Dies erinnerte mich an letztes Jahr, als ich ebenfalls die zweit- und drittschnellste Marathonläuferin überolt hatte und es – trotz einer sehr guten Zeit von mir – zum Überholen der Siegerin nicht mehr ganz gereicht hatte.
Kurz vor dem letzten Versorgungspunkt erreichte ich dann tatsächlich die Führende des Marathons. Ich konnte es nicht lassen, die Fahrradbegleitung einmal darauf anzusprechen, dass die Läuferinnen heute extrem langsam seien. Es wies mich entsprechend zurecht. Dann war ich auch schon vorbei.
In der Unterführung am Domshof war ein weiterer Fahrradfahrer, welcher der Halbmarathonläuferin, die mit mir gleichauf war, sagte, dass sie noch einen Platz gut machen könne. Es wurde nun eng an der Strecke. Am Ende der Martinistraße bogen wir in die Fußgängerzone auf die Zielgeraden ein. Ich kam nach fast einer Stunde und 33 Minuten dort an. Eine Helferin hängte mir die Medaille um, auf welcher stand: „Drei Mal ist Bremer Recht, zehn mal ist sportlich echt“. Ein Marathonläufer gratulierte mir und sagte mir, dass er mich vom Bremerhaven-Marathon 2013 kenne. Er machte mich auf einen Blutfleck auf meiner Brust aufmerksam. Nun sah ich, dass die Belastung meiner Brustwarze so groß gewesen war, dass diese angefangen hatte zu bluten.
Den Zieleinlauf der Siegerin verpasste ich. Stattdessen sah ich Oliver Sebrankte, allerdings sprach ich ihn nicht an. Ob er den Marathon gewonnen hatte, wusste ich nicht. Ich holte meine Tasche ab und ging dann zum Rettungspersonal, um mir ein Pflaster für meine Brustwarze abzuholen. Dann ging ich durch die Fußgängerzone und kam zu meinem Fahrrad. Es war inzwischen schön warm geworden und ich fuhr nun nach Hause. In der Überseestadt konnte ich das Schlussfeld des Marathons sehen, welches sich über die letzten zehn Kilometer kämpfte.
Halbmarathon Nürnberg 2014-10-03
Der einhundertunddritte Halbmarathon meines Lebens.
Der Sportchecklauf in Nürnberg.
Die Sportcheck-Laufserie in Deutschland beinhaltet überwiegend kürzere Laufstrecken. Einen ganzen Marathon gibt es meines Wissens zu Folge nicht, und da, wo Halbmarathons angeboten werden, bestehen diese meist aus einem Rundkurs, der mehrfach durchlaufen wird. Somit ist eine Teilnahme an solch einer Veranstaltung für mich normalerweise nicht sehr attraktiv. In Nürnberg bestand der Halbmarathonkurs aus zweimal der gleichen Runde. Da es in Nürnberg neben dem Sportchecklauf keine attraktiven Events dieser Art gibt, hatte ich mich entschieden, in diesem Jahr am 3. Oktober dort hinzufahren. Im letzten Jahr war ich an diesem Feiertag in Dortmund gelaufen.
Leider hatte ich in den letzten Tagen an Magenschmerzen gelitten und war daher nicht in Topform. Ich stand an diesem Freitag um fünf Uhr morgens auf, frühstückte und packte meine Tasche. Um 7:14 Uhr nahm ich vom Bremer Hauptbahnhof den ICE, welcher mich nach Hannover brachte. Dort hatte ich über eine Stunde Aufenthalt. Diesen benutzte ich, um in der Nordsee ein Früchstück zu mir zu nehmen. Dann bestieg ich einen anderen ICE, welcher mich mit 30 Minuten Verspätung nach Nürnberg brachte. Meine Läuferkleidung hatte ich im Zug angezogen.
In Nürnberg wurde ich von zwei Verwandten abgeholt, die mich per U-Bahn zum Opernhaus brachten. Schon auf dem Weg dorthin waren uns immer wieder Leute in den Teilnehmertrikots entgegengekommen. Beim Sportchecklauf gibt es keine Startnummern, sondern die Teilnehmer werden durch das einheitliche Trikot gekennzeichnet. Es war eine sehr gut besuchte Veranstaltung mit etwa 10.000 Läufern.
Ich holte meine Startunterlagen ab, welche lediglich aus dem Trikot bestanden. Dieses zog ich an und dann gab ich meinen Verwandten die Tasche zum Aufbewahren. Ich lief mich ein bisschen warm. Als ich dann, nur fünf Minuten vor halb zwei Uhr, in die Startgeraden stellen wollte, war diese bereits überfüllt. Die Seiteneingänge waren von Läufern blockiert und so blieb mir nichts anderes übrig, als ein bisschen weiter hinten zu starten.
Pünktlich um halb zwei Uhr ging es los, nach etwa einer Minute hatte ich die Linie überquert. Es ging nach Norden, und bereits nach wenigen Metern kamen wir an den Hauptbahnhof, welcher tatsächlich nicht sehr weit vom Opernhaus entfernt lag. Kurz vor dem Bahnhofsgebäude bogen wir links ab. Diese große Kreuzung gehört jetzt nur uns Läufern. Es ging nun leicht bergab und dann über den Wöhrder See, an dessen linkem Ufer wir nun entlangliefen.
Ich hatte eine Zielzeit von 95 Minuten angepeilt, was fünf Minuten pro Kilometer entsprach. Dieses Tempo hielt ich zunächst durch. Einige Meter vor mir war ein Pacemaker mit Luftballon, allerdings konnte ich nicht lesen, welche Zeit auf dem Luftballon draufstand. Da er jedoch die gleiche Geschwindigkeit wie ich besaß, vermutete ich, dass er einer der Zugläufer für 1:35 Stunden war.
Es ging immer weiter nach Norden am Wöhrder See entlang. Das Wetter war in Ordnung, aber nicht perfekt. Der Himmel war nahezu wolkonlos und es waren fast 20°C. Meine Magenschmerzen machten sich leider hin und wieder bemerkbar. Wir kamen unter einer großen Brücke hindurch und stießen wenig später auf den ersten Versorgungspunkt an der Strecke, wo ich mir einen Becher Wasser nahm. Als wir unter einer weiteren Brück hindurchliefen, konnte ich nun das Feld vor mir sehen, da der Kurs eine 270°-Kurve hinlegte. Es ging auf die Brücke, die über den Wöhrder See führte, so dass wir nun auf das andere Ufer kamen. Leider war von dieser Brücke nur die eine Fahrbahnhälfte für uns Läufer vorgesehen, auf der anderen Seite kamen uns hupende Autos entgegen.
Noch bevor wir die Brücke ganz verlassen hatten, mussten wir in einen engen, versteckten Weg nach links abbiegen, in den uns einer der zahlreichen Helfer einwies. Der Weg führte nun hinunter an das Ufer des Sees. Leider konnte ich hier nicht schnell machen, da das Feld immernoch sehr eng beieinander war und die Leute vor mir langsam liefen. Dann kam eine 180°-Kurve und nun liefen wir am östlichen Ufer des Sees wieder nach Süden, zurück in Richtung Innenstadt. Hin und wieder kamen uns Radfahrer entgegen, die es tatsächlich wagten, hier nicht abzusteigen.
Als wir unter der anderen Brücke hindurchliefen, konnte ich sehen, dass es sich einige Obdachlose hier offenbar bequem gemacht hatten. Dann kam der zweite Versorgungspunkt an der Strecke, wo ich wieder Wasser nachm. Der Pacemaker war immernoch vor mir. Der jetzige Abschnitt führte uns an einer großen Wiese mit Spielplätzen vorbei.
Schließlich unterquerten wir die Brücke, auf welcher wir auf dem Hinweg den See überquert hatten. Wir kamen jetzt in die Innenstadt, wo ein weiterer steiler Aufstieg folgte. Ich überholte jetzt den Pacemaker und sah zu meiner Überraschung, dass er für eine Zielzeit von 1:44 Stunden stand. Aus meiner Sicht war er bis jetzt eindeutig zu schnell unterwegs. In der Fußgängerzone gab es zahlreiche Zuschauer. Dann kamen wir an der U-Bahn-Haltestelle Opernhaus vorbei, und dahinter ging es bergauf und hinter einer Kurve auf die Start- und Zielgeraden.
Von meinen Verwandten konnte ich jetzt niemanden sehen. Ich nahm mir nun Iso zu trinken und ein Stück Banane zu essen. Als ich dann wieder am Hauptbahnhof links abbog, sprach mich ein anderer Läufer an, der heute seinen ersten Halbmarathon absolvierte. Bis zur folgenden Versorgungsstelle, kurz vor dem Wendepunkt, unterhielten wir uns. Dann nahm ich mir wieder Wasser zu trinken, denn von dem Iso-Zeug hatte ich ganz schön Durst bekommen.
Auf dem Rückweg sah ich dann, wie eine Fahrradfahrerin mit einem Läufer leicht kollidierte und umstürzte. Zum Glück war ein Streckenposten in der Nähe, weshalb ich mich nicht um den Vorfall kümmern musste und in aller Ruhe weiterlaufen konnte. Mit der Geschwindigkeit ließ ich nun deutlich nach. Am Ende spürte ich auch eine Stelle an der Ferse, wo sich offenbar eine Blase bildete. Pflaster hatte ich an den Füßen nicht aufgetragen.
Ich wurde nun von immer mehr Läufern und Läuferinnen überholt, da meine Magenschmerzen es mir nicht ermöglichten, mich zu sehr anzustrengen. Ich kam bei einer Bruttozeit von etwa 1:42 Stunden ins Ziel. Ich nahm mir etwas zu trinken und ging dann zu meinen Verwandten. Gemeinsam bestiegen wir die U-Bahn und fuhren zu ihnen nach Hause, wo ich duschen konnte.
Der Sportchecklauf in Nürnberg.
Die Sportcheck-Laufserie in Deutschland beinhaltet überwiegend kürzere Laufstrecken. Einen ganzen Marathon gibt es meines Wissens zu Folge nicht, und da, wo Halbmarathons angeboten werden, bestehen diese meist aus einem Rundkurs, der mehrfach durchlaufen wird. Somit ist eine Teilnahme an solch einer Veranstaltung für mich normalerweise nicht sehr attraktiv. In Nürnberg bestand der Halbmarathonkurs aus zweimal der gleichen Runde. Da es in Nürnberg neben dem Sportchecklauf keine attraktiven Events dieser Art gibt, hatte ich mich entschieden, in diesem Jahr am 3. Oktober dort hinzufahren. Im letzten Jahr war ich an diesem Feiertag in Dortmund gelaufen.
Leider hatte ich in den letzten Tagen an Magenschmerzen gelitten und war daher nicht in Topform. Ich stand an diesem Freitag um fünf Uhr morgens auf, frühstückte und packte meine Tasche. Um 7:14 Uhr nahm ich vom Bremer Hauptbahnhof den ICE, welcher mich nach Hannover brachte. Dort hatte ich über eine Stunde Aufenthalt. Diesen benutzte ich, um in der Nordsee ein Früchstück zu mir zu nehmen. Dann bestieg ich einen anderen ICE, welcher mich mit 30 Minuten Verspätung nach Nürnberg brachte. Meine Läuferkleidung hatte ich im Zug angezogen.
In Nürnberg wurde ich von zwei Verwandten abgeholt, die mich per U-Bahn zum Opernhaus brachten. Schon auf dem Weg dorthin waren uns immer wieder Leute in den Teilnehmertrikots entgegengekommen. Beim Sportchecklauf gibt es keine Startnummern, sondern die Teilnehmer werden durch das einheitliche Trikot gekennzeichnet. Es war eine sehr gut besuchte Veranstaltung mit etwa 10.000 Läufern.
Ich holte meine Startunterlagen ab, welche lediglich aus dem Trikot bestanden. Dieses zog ich an und dann gab ich meinen Verwandten die Tasche zum Aufbewahren. Ich lief mich ein bisschen warm. Als ich dann, nur fünf Minuten vor halb zwei Uhr, in die Startgeraden stellen wollte, war diese bereits überfüllt. Die Seiteneingänge waren von Läufern blockiert und so blieb mir nichts anderes übrig, als ein bisschen weiter hinten zu starten.
Pünktlich um halb zwei Uhr ging es los, nach etwa einer Minute hatte ich die Linie überquert. Es ging nach Norden, und bereits nach wenigen Metern kamen wir an den Hauptbahnhof, welcher tatsächlich nicht sehr weit vom Opernhaus entfernt lag. Kurz vor dem Bahnhofsgebäude bogen wir links ab. Diese große Kreuzung gehört jetzt nur uns Läufern. Es ging nun leicht bergab und dann über den Wöhrder See, an dessen linkem Ufer wir nun entlangliefen.
Ich hatte eine Zielzeit von 95 Minuten angepeilt, was fünf Minuten pro Kilometer entsprach. Dieses Tempo hielt ich zunächst durch. Einige Meter vor mir war ein Pacemaker mit Luftballon, allerdings konnte ich nicht lesen, welche Zeit auf dem Luftballon draufstand. Da er jedoch die gleiche Geschwindigkeit wie ich besaß, vermutete ich, dass er einer der Zugläufer für 1:35 Stunden war.
Es ging immer weiter nach Norden am Wöhrder See entlang. Das Wetter war in Ordnung, aber nicht perfekt. Der Himmel war nahezu wolkonlos und es waren fast 20°C. Meine Magenschmerzen machten sich leider hin und wieder bemerkbar. Wir kamen unter einer großen Brücke hindurch und stießen wenig später auf den ersten Versorgungspunkt an der Strecke, wo ich mir einen Becher Wasser nahm. Als wir unter einer weiteren Brück hindurchliefen, konnte ich nun das Feld vor mir sehen, da der Kurs eine 270°-Kurve hinlegte. Es ging auf die Brücke, die über den Wöhrder See führte, so dass wir nun auf das andere Ufer kamen. Leider war von dieser Brücke nur die eine Fahrbahnhälfte für uns Läufer vorgesehen, auf der anderen Seite kamen uns hupende Autos entgegen.
Noch bevor wir die Brücke ganz verlassen hatten, mussten wir in einen engen, versteckten Weg nach links abbiegen, in den uns einer der zahlreichen Helfer einwies. Der Weg führte nun hinunter an das Ufer des Sees. Leider konnte ich hier nicht schnell machen, da das Feld immernoch sehr eng beieinander war und die Leute vor mir langsam liefen. Dann kam eine 180°-Kurve und nun liefen wir am östlichen Ufer des Sees wieder nach Süden, zurück in Richtung Innenstadt. Hin und wieder kamen uns Radfahrer entgegen, die es tatsächlich wagten, hier nicht abzusteigen.
Als wir unter der anderen Brücke hindurchliefen, konnte ich sehen, dass es sich einige Obdachlose hier offenbar bequem gemacht hatten. Dann kam der zweite Versorgungspunkt an der Strecke, wo ich wieder Wasser nachm. Der Pacemaker war immernoch vor mir. Der jetzige Abschnitt führte uns an einer großen Wiese mit Spielplätzen vorbei.
Schließlich unterquerten wir die Brücke, auf welcher wir auf dem Hinweg den See überquert hatten. Wir kamen jetzt in die Innenstadt, wo ein weiterer steiler Aufstieg folgte. Ich überholte jetzt den Pacemaker und sah zu meiner Überraschung, dass er für eine Zielzeit von 1:44 Stunden stand. Aus meiner Sicht war er bis jetzt eindeutig zu schnell unterwegs. In der Fußgängerzone gab es zahlreiche Zuschauer. Dann kamen wir an der U-Bahn-Haltestelle Opernhaus vorbei, und dahinter ging es bergauf und hinter einer Kurve auf die Start- und Zielgeraden.
Von meinen Verwandten konnte ich jetzt niemanden sehen. Ich nahm mir nun Iso zu trinken und ein Stück Banane zu essen. Als ich dann wieder am Hauptbahnhof links abbog, sprach mich ein anderer Läufer an, der heute seinen ersten Halbmarathon absolvierte. Bis zur folgenden Versorgungsstelle, kurz vor dem Wendepunkt, unterhielten wir uns. Dann nahm ich mir wieder Wasser zu trinken, denn von dem Iso-Zeug hatte ich ganz schön Durst bekommen.
Auf dem Rückweg sah ich dann, wie eine Fahrradfahrerin mit einem Läufer leicht kollidierte und umstürzte. Zum Glück war ein Streckenposten in der Nähe, weshalb ich mich nicht um den Vorfall kümmern musste und in aller Ruhe weiterlaufen konnte. Mit der Geschwindigkeit ließ ich nun deutlich nach. Am Ende spürte ich auch eine Stelle an der Ferse, wo sich offenbar eine Blase bildete. Pflaster hatte ich an den Füßen nicht aufgetragen.
Ich wurde nun von immer mehr Läufern und Läuferinnen überholt, da meine Magenschmerzen es mir nicht ermöglichten, mich zu sehr anzustrengen. Ich kam bei einer Bruttozeit von etwa 1:42 Stunden ins Ziel. Ich nahm mir etwas zu trinken und ging dann zu meinen Verwandten. Gemeinsam bestiegen wir die U-Bahn und fuhren zu ihnen nach Hause, wo ich duschen konnte.
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