Montag, 9. November 2015
Marathon Athen 2015-11-08
Aufgrund streikender Flugbegleiter war ein Anflug nach Athen leider nicht möglich.
Donnerstag, 29. Oktober 2015
Samstag, 26. September 2015
Sonntag, 6. September 2015
Samstag, 29. August 2015
Donnerstag, 27. August 2015
Samstag, 22. August 2015
Montag, 3. August 2015
Donnerstag, 30. Juli 2015
Sonntag, 12. Juli 2015
Dienstag, 30. Juni 2015
Freitag, 26. Juni 2015
Halbmarathon Wilhelmshaven 2015-06-21
Der einhundertundachtzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der zehnte Gorch-Fock-Marathon.
Der Gorch-Fock-Marathon in Wilhelmshaven fand dieses Jahr zum zehnten Mal statt. Bereits zum sechsten Mal nahm ich Teil. Gerne hätte ich dieses Jahr auch zum sechsten Mal am Hamburg-Halbmarathon teilgenommen, aber dieser fiel mit Wilhelmshaven auf denselben Tag. Ich hatte mich für Wilhelmshaven entschieden, weil hier die Abholung der Startunterlagen bis wenige Minuten vor Beginn möglich war.
Während der Nacht schlief ich nur etwa drei Stunden. Ich stand gegen halb sechs Uhr auf und frühstückte. Dann fuhr ich mit der Straßenbahn zur Schlachte und ging über die Brücke auf das andere Weser-Ufer. Von dort aus gelangte ich an den Bahnhof Neustadt. Hier wartete ich auf die Nordwestbahn, welche mich nach Oldenburg brachte. In Oldenburg musste ich eine Dreiviertelstunde auf die Nordwestbahn nach Wilhelmshaven warten.
In diesem Zug frühstückte ich nun ein zweites Mal. Meine Läuferkleidung trug ich bereits, obenrum das Trikot vom Münster-Marathon 2012. Der Zug kam pünktlich um 9:19 Uhr in Wilhelmshaven an. Marathon und Halbmarathon sollten um 9:45 Uhr starten. Ich ging zum Gorch-Fock-Haus und holte mir die Startunterlagen ab. Das Trikot war diesmal grau. Ich gab meine Tasche im LKW ab und begab mich dann noch einmal zu den Toiletten. Erst fünf Minuten vor Beginn kam ich zur Startlinie, wo ich mich weit nach vorne stellte. Offenbar war Jan Fitschen als Zuschauer anwesend, er saß mit seinem Bein im Gips am Straßenrand.
Um 9:45 Uhr ging es los. Die Strecke schien zunächst die gleiche wie im Vorjahr zu sein. Die Temperaturen waren nahezu ideal. Anfangs war es bewölkt, später kam die Sonne zum Vorschein. Es waren aber weniger als 20°C. Nach der langen Geraden vom Gorch-Fock-Haus nach Süden bogen wir nach rechts in die Fußgängerzone ein. Ich überholte hier einige Leute. Für den ersten Kilometer hatte ich nur knapp über vier Minuten benötigt. Es ging wie jedes Jahr lange geradeaus. Vor den Cafés und Hotels standen vereinzelte Zuschauer.
Hinter der Fußgängerzone begann ein Wohngebiet. Ich wurde auf einen Fahrradfahrer aufmerksam, welcher die schnellste Frau begleitete, die ich allerdings selber jetzt noch nicht sehen konnte. Ich befand mich insgesamt etwa auf Position 15, wobei sich hierunter sowohl Marathon- als auch Halbmarathonläufer befanden.
Am Ender der Geraden kamen wir an eine Hauptverkehrsstraße, die uns auf die Brücke brachte, welche über die Bahngleise führte. Wir überquerten die Brücke und erreichten den Kanalhafen, wo der erste Versorgungsstand war. In den letzten Jahren waren wir jetzt geradeaus, auf eine weitere Brücke, über diesen Fluss gelaufen. Heute mussten wir aber vorher rechts abbiegen und am Nordufer des Kanals entlang nach Westen laufen. Dies war der Abschnitt der Strecke, welcher zur zweiten Runde des Marathons gehörte und den ich vorher noch nie gesehen hatte. Hatten sich die Organisatoren für die Jubiläumsauflage etwas ganz Besonderes ausgedacht?
Dieser Fahrradweg bildete eine ähnlich lange Gerade. Ich wurde nun von der Führenden des Halbmarathons und ihrer Fahrradbegleitung überholt, konnte die Frau aber kurz darauf wieder einholen. Am Ende der Geraden überquerten wir den Fluss und kreuzten kurz darauf eine Hauptverkehrsstraße. An Ende des Weges, der zwischen Bäumen hindurchführte, war ein Wendepunkt. Ich konnte nun zählen, auf welcher Position ich lag.
Nach der Wende ging es zurück zur Hauptverkehrsstraße, in welche wir einbogen. Hier befand sich das Ortsschild, welches auf das Verlassen des Ortes Wilhelmshaven hindeutete. Wir bogen links ab. Nach einem weiteren Verpflegungspunkt erreichten wir das Niedersächsische Wattenmeer. In den letzten Jahren hatten wir anfangs den Deich zwischen dem Laufkurs und dem Wattenmeer gehabt. Ein Zaun hatte uns dabei von der Deichwiese getrennt, auf welcher auch Schafe weideten. An einer Stelle hatten wir dann auf den Deich hinauflaufen müssen und dann auf der anderen Seite wieder hinunter. Erst dann hatten wir den freien Blick auf das Wattenmeer. Heute liefen wir von Anfang an am Ufer entlang. Es herrschte gerade Ebbe. Die Schafe weideten direkt auf der Wiese neben uns und hätten problemlos auch auf den Asphaltweg spazieren und uns den Weg versperren können. Glücklicherweise hielten sich die Tiere aber fern von uns.
Etwa drei Kilometer lang hatten wir zu unserer linken Seite den Deich. Als wir Kilometer zehn erreichten, änderte sich das Bild. Wir waren nun in dem Bereich, wo die Touristenwiese lag. Hier stand eine Reihe von Ferienhütten, später kamen wir an Strandkörben vorbei. Darin saßen Urlauber, welche uns zuschauten. Später war dann auf der linken Seite ein großer Spielplatz. Eine Zuschauergruppe hielt ein großes Plakat hoch, unter dem wir hindurch laufen durften.
Am nächsten Verpflegungspunkt mussten wir einen kurzen Linksschlenker machen, bevor wir wieder an der Uferstraße entlangliefen. Die lange Gerade zu den Kriegsschiffen wurde heute aber nicht abgelaufen. Daher konnte ich auch nicht zählen, auf welcher Position ich lag, da mir das Vorderfeld nicht entgegenkam.
Nun kam der „Rückweg“. An der Stelle, wo vorhin der Linksschlenker gewesen war, traf ich kurzzeitig auf das Läuferfeld hinter mir. Dann kamen wir an eine Hauptverkehrsstraße, wo der Läuferbereich mit orangefarbenen Verkehrshütchen für uns vom Autoverkehr abgetrennt war. Diese Straße befand sich direkt neben dem großen Hafen.
Ich war inzwischen langsamer geworden und eine neue Jahresbestzeit schien nicht mehr möglich. Immerhin schaffte ich es noch, einen Teilnehmer zu überholen. Auf welcher Position ich ungefähr lag, ließ sich nicht abschätzen. Es ging über zwei Brücken auf die andere Seite des Hafens, wo das Festland war. Direkt hinter der zweiten Brücke bogen wir in einen engen Fußweg nach rechts ab. Wir liefen auf der anderen Seite des Hafens entlang. Nach einer Linkskurve hatte ich bereits meinen Vordermann aus den Augen verloren. Mehrere Soldaten, die als Streckenposten eingesetzt worden waren, zeigten mir den Weg.
Nach einigen Schlenkern ging es durch den Park, wo ein Moderator stand und mir ein letztes Mal Getränke angeboten wurden. Dahinter war die Stelle, wo die Marathonis sich von uns trennten und zur zweiten Runde in die Fußgängerzone einbogen. Ich lief nach rechts auf die Start- und Zielgeraden. Obwohl ich noch einmal beschleunigte, schaffte es tatsächlich noch ein Teilnehmer, mich zu überholen. Ich hatte zwischen 88 und 89 Minuten für den Halbmarathon benötigt und ließ mir die Medaille umhängen. Dann nahm ich mir mehrere Stücke Wassermelone zu essen und holte meine Tasche ab.
Ich begab mich zu den Duschen, wo ich eine ganze Umkleide für mich allein hatte. Dann ging ich zurück zum Gorch-Fock-Haus, um bei der Siegerehrung des Halbmarathons anwesend zu sein. In den letzten beiden Jahren war ich jeweils Altersklasse der MH geworden. Dieses Jahr war ich in die M30 gerutscht. Ich sah an den Ergebnissen, dass ich insgesamt den zehnten Platz (im Internet erfuhr ich später, dass es doch nur Platz 11 war) erreicht hatte und in meiner Altersklasse Zweiter geworden war. Da es sich um die Jubiläumsausgabe handelte, wurden auch Dauerteilnehmer geehrt. Ein Läufer bekam einen Preis, weil er bisher zehn Mal den Halbmarathon gelaufen war. Ich selber erhielt eine Tasse, diesmal in orangener Farbe.
Nach der Siegerehrung ging ich noch eine Kleinigkeit essen und fuhr danach wieder mit dem Zug nach Hause.
Der zehnte Gorch-Fock-Marathon.
Der Gorch-Fock-Marathon in Wilhelmshaven fand dieses Jahr zum zehnten Mal statt. Bereits zum sechsten Mal nahm ich Teil. Gerne hätte ich dieses Jahr auch zum sechsten Mal am Hamburg-Halbmarathon teilgenommen, aber dieser fiel mit Wilhelmshaven auf denselben Tag. Ich hatte mich für Wilhelmshaven entschieden, weil hier die Abholung der Startunterlagen bis wenige Minuten vor Beginn möglich war.
Während der Nacht schlief ich nur etwa drei Stunden. Ich stand gegen halb sechs Uhr auf und frühstückte. Dann fuhr ich mit der Straßenbahn zur Schlachte und ging über die Brücke auf das andere Weser-Ufer. Von dort aus gelangte ich an den Bahnhof Neustadt. Hier wartete ich auf die Nordwestbahn, welche mich nach Oldenburg brachte. In Oldenburg musste ich eine Dreiviertelstunde auf die Nordwestbahn nach Wilhelmshaven warten.
In diesem Zug frühstückte ich nun ein zweites Mal. Meine Läuferkleidung trug ich bereits, obenrum das Trikot vom Münster-Marathon 2012. Der Zug kam pünktlich um 9:19 Uhr in Wilhelmshaven an. Marathon und Halbmarathon sollten um 9:45 Uhr starten. Ich ging zum Gorch-Fock-Haus und holte mir die Startunterlagen ab. Das Trikot war diesmal grau. Ich gab meine Tasche im LKW ab und begab mich dann noch einmal zu den Toiletten. Erst fünf Minuten vor Beginn kam ich zur Startlinie, wo ich mich weit nach vorne stellte. Offenbar war Jan Fitschen als Zuschauer anwesend, er saß mit seinem Bein im Gips am Straßenrand.
Um 9:45 Uhr ging es los. Die Strecke schien zunächst die gleiche wie im Vorjahr zu sein. Die Temperaturen waren nahezu ideal. Anfangs war es bewölkt, später kam die Sonne zum Vorschein. Es waren aber weniger als 20°C. Nach der langen Geraden vom Gorch-Fock-Haus nach Süden bogen wir nach rechts in die Fußgängerzone ein. Ich überholte hier einige Leute. Für den ersten Kilometer hatte ich nur knapp über vier Minuten benötigt. Es ging wie jedes Jahr lange geradeaus. Vor den Cafés und Hotels standen vereinzelte Zuschauer.
Hinter der Fußgängerzone begann ein Wohngebiet. Ich wurde auf einen Fahrradfahrer aufmerksam, welcher die schnellste Frau begleitete, die ich allerdings selber jetzt noch nicht sehen konnte. Ich befand mich insgesamt etwa auf Position 15, wobei sich hierunter sowohl Marathon- als auch Halbmarathonläufer befanden.
Am Ender der Geraden kamen wir an eine Hauptverkehrsstraße, die uns auf die Brücke brachte, welche über die Bahngleise führte. Wir überquerten die Brücke und erreichten den Kanalhafen, wo der erste Versorgungsstand war. In den letzten Jahren waren wir jetzt geradeaus, auf eine weitere Brücke, über diesen Fluss gelaufen. Heute mussten wir aber vorher rechts abbiegen und am Nordufer des Kanals entlang nach Westen laufen. Dies war der Abschnitt der Strecke, welcher zur zweiten Runde des Marathons gehörte und den ich vorher noch nie gesehen hatte. Hatten sich die Organisatoren für die Jubiläumsauflage etwas ganz Besonderes ausgedacht?
Dieser Fahrradweg bildete eine ähnlich lange Gerade. Ich wurde nun von der Führenden des Halbmarathons und ihrer Fahrradbegleitung überholt, konnte die Frau aber kurz darauf wieder einholen. Am Ende der Geraden überquerten wir den Fluss und kreuzten kurz darauf eine Hauptverkehrsstraße. An Ende des Weges, der zwischen Bäumen hindurchführte, war ein Wendepunkt. Ich konnte nun zählen, auf welcher Position ich lag.
Nach der Wende ging es zurück zur Hauptverkehrsstraße, in welche wir einbogen. Hier befand sich das Ortsschild, welches auf das Verlassen des Ortes Wilhelmshaven hindeutete. Wir bogen links ab. Nach einem weiteren Verpflegungspunkt erreichten wir das Niedersächsische Wattenmeer. In den letzten Jahren hatten wir anfangs den Deich zwischen dem Laufkurs und dem Wattenmeer gehabt. Ein Zaun hatte uns dabei von der Deichwiese getrennt, auf welcher auch Schafe weideten. An einer Stelle hatten wir dann auf den Deich hinauflaufen müssen und dann auf der anderen Seite wieder hinunter. Erst dann hatten wir den freien Blick auf das Wattenmeer. Heute liefen wir von Anfang an am Ufer entlang. Es herrschte gerade Ebbe. Die Schafe weideten direkt auf der Wiese neben uns und hätten problemlos auch auf den Asphaltweg spazieren und uns den Weg versperren können. Glücklicherweise hielten sich die Tiere aber fern von uns.
Etwa drei Kilometer lang hatten wir zu unserer linken Seite den Deich. Als wir Kilometer zehn erreichten, änderte sich das Bild. Wir waren nun in dem Bereich, wo die Touristenwiese lag. Hier stand eine Reihe von Ferienhütten, später kamen wir an Strandkörben vorbei. Darin saßen Urlauber, welche uns zuschauten. Später war dann auf der linken Seite ein großer Spielplatz. Eine Zuschauergruppe hielt ein großes Plakat hoch, unter dem wir hindurch laufen durften.
Am nächsten Verpflegungspunkt mussten wir einen kurzen Linksschlenker machen, bevor wir wieder an der Uferstraße entlangliefen. Die lange Gerade zu den Kriegsschiffen wurde heute aber nicht abgelaufen. Daher konnte ich auch nicht zählen, auf welcher Position ich lag, da mir das Vorderfeld nicht entgegenkam.
Nun kam der „Rückweg“. An der Stelle, wo vorhin der Linksschlenker gewesen war, traf ich kurzzeitig auf das Läuferfeld hinter mir. Dann kamen wir an eine Hauptverkehrsstraße, wo der Läuferbereich mit orangefarbenen Verkehrshütchen für uns vom Autoverkehr abgetrennt war. Diese Straße befand sich direkt neben dem großen Hafen.
Ich war inzwischen langsamer geworden und eine neue Jahresbestzeit schien nicht mehr möglich. Immerhin schaffte ich es noch, einen Teilnehmer zu überholen. Auf welcher Position ich ungefähr lag, ließ sich nicht abschätzen. Es ging über zwei Brücken auf die andere Seite des Hafens, wo das Festland war. Direkt hinter der zweiten Brücke bogen wir in einen engen Fußweg nach rechts ab. Wir liefen auf der anderen Seite des Hafens entlang. Nach einer Linkskurve hatte ich bereits meinen Vordermann aus den Augen verloren. Mehrere Soldaten, die als Streckenposten eingesetzt worden waren, zeigten mir den Weg.
Nach einigen Schlenkern ging es durch den Park, wo ein Moderator stand und mir ein letztes Mal Getränke angeboten wurden. Dahinter war die Stelle, wo die Marathonis sich von uns trennten und zur zweiten Runde in die Fußgängerzone einbogen. Ich lief nach rechts auf die Start- und Zielgeraden. Obwohl ich noch einmal beschleunigte, schaffte es tatsächlich noch ein Teilnehmer, mich zu überholen. Ich hatte zwischen 88 und 89 Minuten für den Halbmarathon benötigt und ließ mir die Medaille umhängen. Dann nahm ich mir mehrere Stücke Wassermelone zu essen und holte meine Tasche ab.
Ich begab mich zu den Duschen, wo ich eine ganze Umkleide für mich allein hatte. Dann ging ich zurück zum Gorch-Fock-Haus, um bei der Siegerehrung des Halbmarathons anwesend zu sein. In den letzten beiden Jahren war ich jeweils Altersklasse der MH geworden. Dieses Jahr war ich in die M30 gerutscht. Ich sah an den Ergebnissen, dass ich insgesamt den zehnten Platz (im Internet erfuhr ich später, dass es doch nur Platz 11 war) erreicht hatte und in meiner Altersklasse Zweiter geworden war. Da es sich um die Jubiläumsausgabe handelte, wurden auch Dauerteilnehmer geehrt. Ein Läufer bekam einen Preis, weil er bisher zehn Mal den Halbmarathon gelaufen war. Ich selber erhielt eine Tasse, diesmal in orangener Farbe.
Nach der Siegerehrung ging ich noch eine Kleinigkeit essen und fuhr danach wieder mit dem Zug nach Hause.
Dienstag, 23. Juni 2015
Halbmarathon Katzwang 2015-06-14
Der einhundertundsiebzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der Halbmarathon in Katzwang.
Dieses Jahr bereitete mir der Monat Juni einige Probleme. Im letzten Jahr war ich Halbmarathon in Nordholz, Hamburg und Wilhelmshaven gelaufen. Dieses Jahr fielen alle drei Veranstaltungen unglücklicherweise auf das gleiche Wochenende (21.Juni 2015), während für den 14. Juni kaum eine Laufveranstaltung zu finden war. Erst bei genauerer Recherche entdeckte ich den Lauf in Katzwang, welcher lediglich aus einem Halbmarathon bestand. Da Katzwang bei Nürnberg liegt, konnte ich die Nacht bei meiner Großmutter verbringen. Meine Verwandten hatten mir zuvor angeboten, das darauffolgende Wochenende bei ihnen zu verbringen, da dann der Metropolmarathon in Fürth stattfinden würde. Dieses Angebot konnte ich allerdings nicht annehmen, da ich eine der bereits erwähnten Veranstaltungen besuchen wollte.
Leider war ich immer noch erkältet und zum Wochenende sollten die Temperaturen – besonders in Süddeutschland – wieder ansteigen.
Ich hatte die Nacht von Samstag auf Sonntag bei meiner Großmutter verbracht, welche mir ein Tagesticket für den Nahverkehr spendiert hatte. Die Läuferkleidung hatte ich sofort nach dem Aufstehen um halb sieben Uhr angelegt, wobei ich das Trikot vom Augsburg-Marathon 2012 trug. Ich hatte auch die Laufschuhe an, welche ich letzte Woche in Augsburg zum ersten Mal bei einem Halbmarathon getestet hatte. An die beiden Stellen, wo sich Blasen gebildet hatten, legte ich Pflaster. Die Temperatur sollte während des Laufes, der um neun Uhr starten würde, zwischen 19°C und 21°C liegen. Meine Sonnenbrille hatte ich offenbar verlegt.
Ich nahm die U-Bahn zum Hauptbahnhof und stieg dort in die S-Bahn ein. Ich kam dort bereits mit einem anderen Läufer ins Gespräch. Wir kamen um Viertel nach acht Uhr in Katzwang an und mein Begleiter brachte mich zum Veranstaltungsgelände. Die acht Euro Startgebühr musste ich in bar begleichen, im Gegenzug erhielt ich die Startnummer. Meine Tasche ließ ich in der Umkleidekabine, welche nicht bewacht wurde.
Der Start befand sich ein bisschen weiter weg vom Sportplatz. Hier stellten sich etwa 100 Läufer auf. Wir befanden uns auf einer Verkehrsstraße durch den Ort. Um kurz nach neun Uhr kam der Startschuss.
Ich hatte meiner Tante am gestrigen Tag leider nicht ganz verheimlichen können, dass ich ein bisschen krank war. Auf das Risiko, erkältet Halbmarathon zu laufen, hatte sie mich allerdings nicht angesprochen. Trotzdem wollte ich zunächst einmal versuchen, so schnell wie möglich zu laufen. Die Kilometer waren alle ausgeschildert. Positiv war zu bemerken, dass der Kurs nur aus einer einzigen Runde bestand. Hin- und Rückweg waren aber teilweise identisch. Glücklicherweise hatten wir zunächst bedeckten Himmel, so dass ich meine Sonnenbrille nicht unbedingt vermisste.
Ich setzte mich relativ schnell an die Spitze des Feldes, etwa auf Position 15. Kurz nach dem Start kamen wir durch den Wald, und zwar auf einer Art „Trampelpfad“, wo kein Überholen möglich war. Das Ende dieses Kurses war auf einer Pferdeweide und dahinter erreichten wir das westliche Ufer eines Flusses, an welchem wir nach Norden liefen. Hier war der erste Kilometer absolviert, für den ich knapp vier Minuten benötigt hatte. Ich war fast schon ein bisschen zu schnell unterwegs.
Es ging nun zwei Kilometer lang am Fluss entlang. An unserer linken Seite war zunächst die Ortschaft mit einem großen Entsorgungsbetrieb, der dutzende orangefarbene Fahrzeuge beherbergte. Danach hatten wir das Feld zur linken Seite.
Nach drei Kilometer bogen wir links ab. Es begannen nun Abschnitte, die von Anstiegen und Abhängen geprägt waren. Wir machten einen Schlenker bis an den Rand des Ortes und liefen dann wieder nach Osten auf den Fluss zu. Als wir den Fluss dann wieder erreichten, war die erste Wasserstelle vorhanden, kurz nach Kilometer fünf. Ich nahm mir den lang ersehnten Becher Wasser zu trinken und lief durch eine lange Unterführung. Möglicherweise führte diese uns unter dem Fluss hindurch, denn danach hatten wir die andere Seite erreicht, wo es steil bergauf ging. Der gesamte Kurs war von einigen Tunneln geprägt.
Auch weiter nördlich nahmen wir eine Unterführung, die uns unter einer Hauptverkehrsstraße hindurchführte. Hier war es extrem dunkel, was auffiel, da die Sonne inzwischen zum Vorschein gekommen war. Der Boden war übrigens wechselhaft, teilweise Asphalt, Wanderwege und Schotter.
Auf der anderen Seite der Unterführung konnten wir nun den Hafen am Westufer sehen. Hier waren auch viele Fahrradfahrer unterwegs. Ich hatte relativ früh meinen Vordermann aus den Augen verloren und musste mich an den weißen Pfeilen orientieren, welche am Boden aufgemalt waren, oder darauf hoffen, dass bei Verzweigungen ein Streckenposten stand und aufpasste. Dies war meistens der Fall.
Auf Höhe des Hafens drehten wir nach Osten ab. Wir kamen durch einen Wald und dahinter durch ein Industriegebiet. Dann folgte wieder ein Tunnel, der uns unter einer Verkehrsstraße hindurchführte und dahinter war der zweite Versorgungspunkt. Wir liefen danach an einer Art Autobahn entlang. Ich konnte sehen, dass wir nach der Hälfte der Strecke keinen richtigen Wendepunkt haben würden, sondern eine große Schleife zu laufen hatten.
Auf der jetzigen Strecke nach Osten hatten wir Kilometer zehn erreicht. Ich hatte für diesen Teil nur knapp über 41 Minuten benötigt, was eine sehr gute Leistung war, wenn man meinen Gesundheitszustand und die hohen Temperaturen berücksichtigte. Aber leider begann ich nun, stark abzubauen. Ich schaffte es nicht mehr, die Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten. Später erfuhr ich von anderen Teilnehmern, dass diese auch nach der Hälfte der Strecke den Eindruck hatten, die Temperatur sei sprunghaft angestiegen. Auf dem jetzigen Abschnitt waren wir der Sonne ausgesetzt. Erst als wir am Ende der Geraden nach links abbogen, kamen wir wieder in einen Bereich, wo uns die Bäume vor der Sonne schützten.
Es ging unter einer Autobahn hindurch und danach in entgegengesetzter Richtung nach Westen. Ich wurde jetzt regelmäßig von Läufern überholt. Ich wurde in etwa von Position 14 auf 24 durchgereicht. Wir kamen an einer Ortschaft vorbei und überquerten dann wieder die Autobahn. Auf der anderen Seite der Brücke stießen wir auf den gemeinsamen Weg, wo mir nun das Schlussfeld entgegenkam. Als ich kurz vor der Unterführung wieder die Wasserstelle erreichte und mir einen Becher nahm, mussten die Streckenposten eine Radfahrergruppe zurückhalten, die gerade aus dem Tunnel herauskam.
Der Rückweg entsprach dem Hinweg, solange wir auf der Ostseite des Kanals waren. Hier spürte ich nun richtig, wie die Sonne auf uns herniederbrannte. Man hatte den Eindruck, dass es im Vergleich zum Start wesentlich wärmer geworden war. Zusätzlich strengten die vielen Hügel an, die erklommen werden mussten. Auch spürte ich an den Fersen Schmerzen, obwohl ich auf beiden Seiten ein Pflaster aufgetragen hatte. Die Streckenposten sprachen mir Mut zu.
Dann ging es wieder bergab und ich musste durch den Tunnel, welcher mich auf die andere Seite des Flusses führte. Hier war wieder die erste Versorgungsstelle, wo ich mir zwei Becher Wasser nahm und erstmals ein paar Schritte ganz langsam vorwärts ging. Statt des Abstechers bis zum Wohngebiet ging es nun aber einfach geradeaus, wo wir dann wieder die Stelle erreichten, wo sich beide Wege wieder vereinigten. Anfangs hatte ich noch auf eine Zeit unter 90 Minuten gehofft, dies war jetzt aber leider nicht mehr möglich. Ich spürte einfach, dass ich noch erkältet war.
Ich kam wieder an der Entsorgungsfirma vorbei und dann am Dorf. An der Pferdeweide ging es durch den Trampelpfad und dann waren wir wieder in Katzwang. Das Ziel befand sich ein bisschen weiter südlich, nämlich auf dem Fußballfeld. Ich lief über den Fluss und kam dann zum Vereinsgelände. Nach knapp über 93 Minuten hatte ich die Ziellinie überquert. Mein Name wurde durchgesagt. Ich nahm mir zwei Trinkbecher und ließ mich kurz auf dem Rasen nieder. Meiner Ansicht nach war ich während des Laufes von so vielen Männern in meinem Alter überholt worden, dass ich es nicht unter die Top Drei meiner Altersklasse geschafft haben konnte. Dies wäre nämlich deshalb interessant gewesen, weil es für die ersten Drei aller Altersklassen Sachpreise gab.
Ich ging in die Umkleidekabine und duschte. Dann ging ich wieder nach draußen, kaufte mir erst ein Eis und dann ein Bier und ließ mich auf einem der Sessel im Schatten nieder. Bevor die Siegerehrung begann, wurde eine Verlosung von Preisen gemacht. Teilnehmen konnte jeder Läufer, indem er seine Startnummer abgab. Ich wollte meine jedoch als Erinnerung behalten. Ich war überrascht, wie viele Gewinner es gab. Neben Sachpreisen gab es für einige auch Freistarts beim Nürnberg-Stadtlauf am dritten Oktober. Von daher war es gut, dass ich nicht gewinnen konnte, denn ich wollte am vierten Oktober ja schon in Bremen laufen.
Bei der Siegerehrung stellte sich heraus, dass ich tatsächlich nur den sechsten Platz von zwölf Teilnehmern in meiner Altersklasse erreicht hatte. Meine Urkunde wurde trotzdem ausgedruckt und ich konnte sie mitnehmen. Danach ging ich zu Fuß zum Bahnhof zurück, wo gerade die S-Bahn nach Nürnberg einfuhr. Nach einer halben Stunde war ich wieder bei meiner Großmutter.
Der Halbmarathon in Katzwang.
Dieses Jahr bereitete mir der Monat Juni einige Probleme. Im letzten Jahr war ich Halbmarathon in Nordholz, Hamburg und Wilhelmshaven gelaufen. Dieses Jahr fielen alle drei Veranstaltungen unglücklicherweise auf das gleiche Wochenende (21.Juni 2015), während für den 14. Juni kaum eine Laufveranstaltung zu finden war. Erst bei genauerer Recherche entdeckte ich den Lauf in Katzwang, welcher lediglich aus einem Halbmarathon bestand. Da Katzwang bei Nürnberg liegt, konnte ich die Nacht bei meiner Großmutter verbringen. Meine Verwandten hatten mir zuvor angeboten, das darauffolgende Wochenende bei ihnen zu verbringen, da dann der Metropolmarathon in Fürth stattfinden würde. Dieses Angebot konnte ich allerdings nicht annehmen, da ich eine der bereits erwähnten Veranstaltungen besuchen wollte.
Leider war ich immer noch erkältet und zum Wochenende sollten die Temperaturen – besonders in Süddeutschland – wieder ansteigen.
Ich hatte die Nacht von Samstag auf Sonntag bei meiner Großmutter verbracht, welche mir ein Tagesticket für den Nahverkehr spendiert hatte. Die Läuferkleidung hatte ich sofort nach dem Aufstehen um halb sieben Uhr angelegt, wobei ich das Trikot vom Augsburg-Marathon 2012 trug. Ich hatte auch die Laufschuhe an, welche ich letzte Woche in Augsburg zum ersten Mal bei einem Halbmarathon getestet hatte. An die beiden Stellen, wo sich Blasen gebildet hatten, legte ich Pflaster. Die Temperatur sollte während des Laufes, der um neun Uhr starten würde, zwischen 19°C und 21°C liegen. Meine Sonnenbrille hatte ich offenbar verlegt.
Ich nahm die U-Bahn zum Hauptbahnhof und stieg dort in die S-Bahn ein. Ich kam dort bereits mit einem anderen Läufer ins Gespräch. Wir kamen um Viertel nach acht Uhr in Katzwang an und mein Begleiter brachte mich zum Veranstaltungsgelände. Die acht Euro Startgebühr musste ich in bar begleichen, im Gegenzug erhielt ich die Startnummer. Meine Tasche ließ ich in der Umkleidekabine, welche nicht bewacht wurde.
Der Start befand sich ein bisschen weiter weg vom Sportplatz. Hier stellten sich etwa 100 Läufer auf. Wir befanden uns auf einer Verkehrsstraße durch den Ort. Um kurz nach neun Uhr kam der Startschuss.
Ich hatte meiner Tante am gestrigen Tag leider nicht ganz verheimlichen können, dass ich ein bisschen krank war. Auf das Risiko, erkältet Halbmarathon zu laufen, hatte sie mich allerdings nicht angesprochen. Trotzdem wollte ich zunächst einmal versuchen, so schnell wie möglich zu laufen. Die Kilometer waren alle ausgeschildert. Positiv war zu bemerken, dass der Kurs nur aus einer einzigen Runde bestand. Hin- und Rückweg waren aber teilweise identisch. Glücklicherweise hatten wir zunächst bedeckten Himmel, so dass ich meine Sonnenbrille nicht unbedingt vermisste.
Ich setzte mich relativ schnell an die Spitze des Feldes, etwa auf Position 15. Kurz nach dem Start kamen wir durch den Wald, und zwar auf einer Art „Trampelpfad“, wo kein Überholen möglich war. Das Ende dieses Kurses war auf einer Pferdeweide und dahinter erreichten wir das westliche Ufer eines Flusses, an welchem wir nach Norden liefen. Hier war der erste Kilometer absolviert, für den ich knapp vier Minuten benötigt hatte. Ich war fast schon ein bisschen zu schnell unterwegs.
Es ging nun zwei Kilometer lang am Fluss entlang. An unserer linken Seite war zunächst die Ortschaft mit einem großen Entsorgungsbetrieb, der dutzende orangefarbene Fahrzeuge beherbergte. Danach hatten wir das Feld zur linken Seite.
Nach drei Kilometer bogen wir links ab. Es begannen nun Abschnitte, die von Anstiegen und Abhängen geprägt waren. Wir machten einen Schlenker bis an den Rand des Ortes und liefen dann wieder nach Osten auf den Fluss zu. Als wir den Fluss dann wieder erreichten, war die erste Wasserstelle vorhanden, kurz nach Kilometer fünf. Ich nahm mir den lang ersehnten Becher Wasser zu trinken und lief durch eine lange Unterführung. Möglicherweise führte diese uns unter dem Fluss hindurch, denn danach hatten wir die andere Seite erreicht, wo es steil bergauf ging. Der gesamte Kurs war von einigen Tunneln geprägt.
Auch weiter nördlich nahmen wir eine Unterführung, die uns unter einer Hauptverkehrsstraße hindurchführte. Hier war es extrem dunkel, was auffiel, da die Sonne inzwischen zum Vorschein gekommen war. Der Boden war übrigens wechselhaft, teilweise Asphalt, Wanderwege und Schotter.
Auf der anderen Seite der Unterführung konnten wir nun den Hafen am Westufer sehen. Hier waren auch viele Fahrradfahrer unterwegs. Ich hatte relativ früh meinen Vordermann aus den Augen verloren und musste mich an den weißen Pfeilen orientieren, welche am Boden aufgemalt waren, oder darauf hoffen, dass bei Verzweigungen ein Streckenposten stand und aufpasste. Dies war meistens der Fall.
Auf Höhe des Hafens drehten wir nach Osten ab. Wir kamen durch einen Wald und dahinter durch ein Industriegebiet. Dann folgte wieder ein Tunnel, der uns unter einer Verkehrsstraße hindurchführte und dahinter war der zweite Versorgungspunkt. Wir liefen danach an einer Art Autobahn entlang. Ich konnte sehen, dass wir nach der Hälfte der Strecke keinen richtigen Wendepunkt haben würden, sondern eine große Schleife zu laufen hatten.
Auf der jetzigen Strecke nach Osten hatten wir Kilometer zehn erreicht. Ich hatte für diesen Teil nur knapp über 41 Minuten benötigt, was eine sehr gute Leistung war, wenn man meinen Gesundheitszustand und die hohen Temperaturen berücksichtigte. Aber leider begann ich nun, stark abzubauen. Ich schaffte es nicht mehr, die Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten. Später erfuhr ich von anderen Teilnehmern, dass diese auch nach der Hälfte der Strecke den Eindruck hatten, die Temperatur sei sprunghaft angestiegen. Auf dem jetzigen Abschnitt waren wir der Sonne ausgesetzt. Erst als wir am Ende der Geraden nach links abbogen, kamen wir wieder in einen Bereich, wo uns die Bäume vor der Sonne schützten.
Es ging unter einer Autobahn hindurch und danach in entgegengesetzter Richtung nach Westen. Ich wurde jetzt regelmäßig von Läufern überholt. Ich wurde in etwa von Position 14 auf 24 durchgereicht. Wir kamen an einer Ortschaft vorbei und überquerten dann wieder die Autobahn. Auf der anderen Seite der Brücke stießen wir auf den gemeinsamen Weg, wo mir nun das Schlussfeld entgegenkam. Als ich kurz vor der Unterführung wieder die Wasserstelle erreichte und mir einen Becher nahm, mussten die Streckenposten eine Radfahrergruppe zurückhalten, die gerade aus dem Tunnel herauskam.
Der Rückweg entsprach dem Hinweg, solange wir auf der Ostseite des Kanals waren. Hier spürte ich nun richtig, wie die Sonne auf uns herniederbrannte. Man hatte den Eindruck, dass es im Vergleich zum Start wesentlich wärmer geworden war. Zusätzlich strengten die vielen Hügel an, die erklommen werden mussten. Auch spürte ich an den Fersen Schmerzen, obwohl ich auf beiden Seiten ein Pflaster aufgetragen hatte. Die Streckenposten sprachen mir Mut zu.
Dann ging es wieder bergab und ich musste durch den Tunnel, welcher mich auf die andere Seite des Flusses führte. Hier war wieder die erste Versorgungsstelle, wo ich mir zwei Becher Wasser nahm und erstmals ein paar Schritte ganz langsam vorwärts ging. Statt des Abstechers bis zum Wohngebiet ging es nun aber einfach geradeaus, wo wir dann wieder die Stelle erreichten, wo sich beide Wege wieder vereinigten. Anfangs hatte ich noch auf eine Zeit unter 90 Minuten gehofft, dies war jetzt aber leider nicht mehr möglich. Ich spürte einfach, dass ich noch erkältet war.
Ich kam wieder an der Entsorgungsfirma vorbei und dann am Dorf. An der Pferdeweide ging es durch den Trampelpfad und dann waren wir wieder in Katzwang. Das Ziel befand sich ein bisschen weiter südlich, nämlich auf dem Fußballfeld. Ich lief über den Fluss und kam dann zum Vereinsgelände. Nach knapp über 93 Minuten hatte ich die Ziellinie überquert. Mein Name wurde durchgesagt. Ich nahm mir zwei Trinkbecher und ließ mich kurz auf dem Rasen nieder. Meiner Ansicht nach war ich während des Laufes von so vielen Männern in meinem Alter überholt worden, dass ich es nicht unter die Top Drei meiner Altersklasse geschafft haben konnte. Dies wäre nämlich deshalb interessant gewesen, weil es für die ersten Drei aller Altersklassen Sachpreise gab.
Ich ging in die Umkleidekabine und duschte. Dann ging ich wieder nach draußen, kaufte mir erst ein Eis und dann ein Bier und ließ mich auf einem der Sessel im Schatten nieder. Bevor die Siegerehrung begann, wurde eine Verlosung von Preisen gemacht. Teilnehmen konnte jeder Läufer, indem er seine Startnummer abgab. Ich wollte meine jedoch als Erinnerung behalten. Ich war überrascht, wie viele Gewinner es gab. Neben Sachpreisen gab es für einige auch Freistarts beim Nürnberg-Stadtlauf am dritten Oktober. Von daher war es gut, dass ich nicht gewinnen konnte, denn ich wollte am vierten Oktober ja schon in Bremen laufen.
Bei der Siegerehrung stellte sich heraus, dass ich tatsächlich nur den sechsten Platz von zwölf Teilnehmern in meiner Altersklasse erreicht hatte. Meine Urkunde wurde trotzdem ausgedruckt und ich konnte sie mitnehmen. Danach ging ich zu Fuß zum Bahnhof zurück, wo gerade die S-Bahn nach Nürnberg einfuhr. Nach einer halben Stunde war ich wieder bei meiner Großmutter.
Donnerstag, 11. Juni 2015
Halbmarathon Augsburg 2015-06-07
Der einhundertundsechzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der Sportcheck-Lauf in Augsburg.
Der Halbmarathon in Augsburg sollte für mich der zweite Lauf der Sportcheck-Serie in diesem Jahr sein. Bereits am Freitag, den 22. Mai 2015 hatte ich die Zehn-Kilometer-Distanz beim Nachtlauf in Bremen absolviert. Im Gegensatz zum Vorjahr gab es bei dieser Laufserie Medaillen. Die Medaille in Bremen war allerdings nicht mit der genauen Veranstaltung graviert gewesen. Diese stand nur auf dem Band. Ich vermutete daher, dass ich beim Zieleinlauf in Augsburg exakt die gleiche Medaille bekommen würde.
Im Vorjahr hatte ich leider zu spät gemerkt, dass es beim Sportchecklauf in Augsburg auch einen Halbmarathon gab. Ich hatte mich damals schon für den Marathon in Duisburg angemeldet. Dieses Jahr nutzte ich die Veranstaltung in Augsburg aber, um meine Mutter zu besuchen. Meine Cousine hatte die Startunterlagen für mich abgeholt. Darunter war natürlich das orangefarbene Trikot, da man bei dieser Laufserie keine Startnummer hat, sondern sich an Hand des Trikots als Teilnehmer ausweist.
Leider wurde ich schon wieder krank. Am Samstag spürte ich ein Kratzen im Hals und ein verstärktes Nasenlaufen. Zumindest war mir nun schon klar, dass ich nicht Vollgas würde geben können. Mit meiner Ankunft in Augsburg hatte für mich übrigens auch der Sommer begonnen. Am Samstag waren es knapp unter 30°C, am Sonntag sollte es nur ein kleines bisschen kühler werden.
Ich stand am Sonntag um kurz nach acht Uhr auf und nahm das Frühstück zu mir, welches meine Mutter zubereitet hatte. Ich hatte auch Gliederschmerzen. Nach dem Frühstück trank ich ein Red Bull. Um zehn Minuten nach acht Uhr verließ ich die Wohnung und machte mich auf den Weg zum Veranstaltungszentrum, welches am Einkaufszentrum (City-Galerie) lag. Ich trug das zweite Paar Schuhe, welches ich im Dezember bei Karstadt in Augsburg gekauft hatte. Die Zeitmessung erfolgte mit dem Champion-Chip, welchen man sich auch hätte ausleihen können, wenn man keinen eigenen besaß. Ich trug meine Spezial-Sonnenbrille, da heute so gut wie keine Wolke am Himmel war. Gestern hatte es ein bisschen gewittert, was sich während des Laufes durch einzelne Pfützen bemerkbar machen sollte.
Es war jetzt schon knapp über 20°C. Ich ging durch das komplette Einkaufszentrum und zum Hinterausgang, wo die Start- und Zielgerade war. Der Halbmarathon sollte als erstes starten, und zwar um 9:30 Uhr. Kurz danach sollte dann der Zehn-Kilometerlauf beginnen, welcher aus einer verkürzten Runde bestand. Der Halbmarathon bestand tatsächlich nur aus einer einzigen Runde.
Ich stellte mich im Starterfeld relativ weit nach hinten. Die Teilnehmerzahl dieser Disziplin lag bei etwa 1000. Mit etwas Verspätung ging es kurz nach halb zehn Uhr los. Nach kurzer Zeit war auch ich über die Linie. Die Sonne strahlte hier auf uns nieder. Meine Mutter stand kurz hinter der Startlinie und jubelte mir zu. Wir liefen nach Osten, von der City-Galerie weg, auf einer breiten Verkehrsstraße entlang.
Wir drehten eine Rund um das Stadtgebiet nordöstlich des Einkaufszentrums und kamen dann an der anderen Seite des Einkaufszentrum vorbei. Hier stand erneut meine Mutter und jubelte mir zu. Danach ging es nach Süden, zuerst auf Verkehrsstraßen entlang, und danach kamen wir in den Wald. Wir liefen am botanischen und dann am zoologischen Garten vorbei. Hier zwischen den Bäumen konnte ich meine Sonnenbrille zwischendurch absetzen, ansonsten ließ ich sie fast durchgehend vor den Augen.
Wir kamen an den Stempflesee im Siebentischwald. Hier drehten wir und liefen nach Norden, an der Wiese vor dem Zoo vorbei. Bevor wir dann nach Osten abbogen, war der erste Verpflegungspunkt erreicht. Ich hatte knapp über fünf Kilometer hinter mir und dafür etwa 27 Minuten benötigt. Mit dieser Leistung konnte ich zufrieden sein. Ich nahm mir einen Becher Wasser.
Einige Zeit später erreichten wir den Lech, an dessen Westufer wir nach Süden liefen. Hier war die „Wildwasserregion“ zu sehen, welche von Extremsportlern in dazu geeigneten Booten befahren wurde. Danach ging es über eine Brücke, die uns auf die andere Seite des Lechs führte. Dieser kurze Abschnitt diente auch als Rückweg, weshalb ich nun auch kurz das Führungsfeld sehen konnte.
Jetzt war der Kuhsee erreicht, in dem ich als kleines Kind häufig geschwommen war. Es ging einmal komplett herum. Dies war die südlichste Stelle des Kurses. Auf der anderen Seite des Sees standen die Kiosks, an denen ich mir damals immer hatte Eis kaufen lassen. Einige Leute lagen auf der Wiese und sonnten sich.
Noch bevor wir den Lech wieder erreichten, kamen wir zur zweiten Versorgungsstelle. Ich nahm mir erneut einen Becher Wasser. Zu einer Unterhaltung mit anderen Teilnehmern hatte ich keine Lust und auch keine Kraft. Es ging nun kilometerweit am Lech entlang nach Norden. Dabei überquerten wir auch die Friedberger Straße. Vor dem nördlichsten Punkt, der Lechbrücke, war erneut eine Versorgungsstelle, wo ich mir diesmal Iso nahm. Dann ging es auf der anderen Seite zurück nach Süden, zunächst am Lech entlang. Dabei fiel mir ein Läufer auf, welcher offenbar das gleiche Schuhmodell trug wie ich. Ich spürte inzwischen, dass sich an meinen Fersen Blasen bildeten. Allerdings war das Ziel nun nicht mehr weit.
Als wir an der Lechbrücke auf Höhe der Friedberger Straße eintrafen, mussten wir eine Treppe hochsteigen. Dahinter wartete meine Mutter ein letztes Mal auf mich. Sie wollte nun nach Hause gehen, und dort auf mich warten. Ich bekam am letzten Versorgungspunkt noch etwas zu trinken und bog dann am Schwabencenter nach Norden ab. Hier trafen wir mit dem Feld des Zehn-Kilometerlaufes zusammen. Ich wurde von einigen amerikanischen Sportlern überholte. Kurz vor dem Ziel sah ich einen Teilnehmer, der zusammengebrochen war und nun behandelt wurde. Ich lief ins Ziel und ließ mir die Medaille umhängen. Es war exakt die gleiche wie vor 16 Tagen in Bremen. Dann bekam ich eine 0,75-Liter-PET-Flasche mit Wasser, die ich auf dem Fußweg nach Hause vollständig leerte. Ich ging durch das Einkaufszentrum und machte mich auf den Heimweg. Unterwegs schloss sich mir eine alte Frau an, mit der ich mich länger unterhielt, bevor sie sich vor ihrem Hotel von mir verabschiedete. Zu Hause duschte ich und legte mich dann ins Bett, in der Hoffnung, keine großen Schäden davongetragen zu haben.
Der Sportcheck-Lauf in Augsburg.
Der Halbmarathon in Augsburg sollte für mich der zweite Lauf der Sportcheck-Serie in diesem Jahr sein. Bereits am Freitag, den 22. Mai 2015 hatte ich die Zehn-Kilometer-Distanz beim Nachtlauf in Bremen absolviert. Im Gegensatz zum Vorjahr gab es bei dieser Laufserie Medaillen. Die Medaille in Bremen war allerdings nicht mit der genauen Veranstaltung graviert gewesen. Diese stand nur auf dem Band. Ich vermutete daher, dass ich beim Zieleinlauf in Augsburg exakt die gleiche Medaille bekommen würde.
Im Vorjahr hatte ich leider zu spät gemerkt, dass es beim Sportchecklauf in Augsburg auch einen Halbmarathon gab. Ich hatte mich damals schon für den Marathon in Duisburg angemeldet. Dieses Jahr nutzte ich die Veranstaltung in Augsburg aber, um meine Mutter zu besuchen. Meine Cousine hatte die Startunterlagen für mich abgeholt. Darunter war natürlich das orangefarbene Trikot, da man bei dieser Laufserie keine Startnummer hat, sondern sich an Hand des Trikots als Teilnehmer ausweist.
Leider wurde ich schon wieder krank. Am Samstag spürte ich ein Kratzen im Hals und ein verstärktes Nasenlaufen. Zumindest war mir nun schon klar, dass ich nicht Vollgas würde geben können. Mit meiner Ankunft in Augsburg hatte für mich übrigens auch der Sommer begonnen. Am Samstag waren es knapp unter 30°C, am Sonntag sollte es nur ein kleines bisschen kühler werden.
Ich stand am Sonntag um kurz nach acht Uhr auf und nahm das Frühstück zu mir, welches meine Mutter zubereitet hatte. Ich hatte auch Gliederschmerzen. Nach dem Frühstück trank ich ein Red Bull. Um zehn Minuten nach acht Uhr verließ ich die Wohnung und machte mich auf den Weg zum Veranstaltungszentrum, welches am Einkaufszentrum (City-Galerie) lag. Ich trug das zweite Paar Schuhe, welches ich im Dezember bei Karstadt in Augsburg gekauft hatte. Die Zeitmessung erfolgte mit dem Champion-Chip, welchen man sich auch hätte ausleihen können, wenn man keinen eigenen besaß. Ich trug meine Spezial-Sonnenbrille, da heute so gut wie keine Wolke am Himmel war. Gestern hatte es ein bisschen gewittert, was sich während des Laufes durch einzelne Pfützen bemerkbar machen sollte.
Es war jetzt schon knapp über 20°C. Ich ging durch das komplette Einkaufszentrum und zum Hinterausgang, wo die Start- und Zielgerade war. Der Halbmarathon sollte als erstes starten, und zwar um 9:30 Uhr. Kurz danach sollte dann der Zehn-Kilometerlauf beginnen, welcher aus einer verkürzten Runde bestand. Der Halbmarathon bestand tatsächlich nur aus einer einzigen Runde.
Ich stellte mich im Starterfeld relativ weit nach hinten. Die Teilnehmerzahl dieser Disziplin lag bei etwa 1000. Mit etwas Verspätung ging es kurz nach halb zehn Uhr los. Nach kurzer Zeit war auch ich über die Linie. Die Sonne strahlte hier auf uns nieder. Meine Mutter stand kurz hinter der Startlinie und jubelte mir zu. Wir liefen nach Osten, von der City-Galerie weg, auf einer breiten Verkehrsstraße entlang.
Wir drehten eine Rund um das Stadtgebiet nordöstlich des Einkaufszentrums und kamen dann an der anderen Seite des Einkaufszentrum vorbei. Hier stand erneut meine Mutter und jubelte mir zu. Danach ging es nach Süden, zuerst auf Verkehrsstraßen entlang, und danach kamen wir in den Wald. Wir liefen am botanischen und dann am zoologischen Garten vorbei. Hier zwischen den Bäumen konnte ich meine Sonnenbrille zwischendurch absetzen, ansonsten ließ ich sie fast durchgehend vor den Augen.
Wir kamen an den Stempflesee im Siebentischwald. Hier drehten wir und liefen nach Norden, an der Wiese vor dem Zoo vorbei. Bevor wir dann nach Osten abbogen, war der erste Verpflegungspunkt erreicht. Ich hatte knapp über fünf Kilometer hinter mir und dafür etwa 27 Minuten benötigt. Mit dieser Leistung konnte ich zufrieden sein. Ich nahm mir einen Becher Wasser.
Einige Zeit später erreichten wir den Lech, an dessen Westufer wir nach Süden liefen. Hier war die „Wildwasserregion“ zu sehen, welche von Extremsportlern in dazu geeigneten Booten befahren wurde. Danach ging es über eine Brücke, die uns auf die andere Seite des Lechs führte. Dieser kurze Abschnitt diente auch als Rückweg, weshalb ich nun auch kurz das Führungsfeld sehen konnte.
Jetzt war der Kuhsee erreicht, in dem ich als kleines Kind häufig geschwommen war. Es ging einmal komplett herum. Dies war die südlichste Stelle des Kurses. Auf der anderen Seite des Sees standen die Kiosks, an denen ich mir damals immer hatte Eis kaufen lassen. Einige Leute lagen auf der Wiese und sonnten sich.
Noch bevor wir den Lech wieder erreichten, kamen wir zur zweiten Versorgungsstelle. Ich nahm mir erneut einen Becher Wasser. Zu einer Unterhaltung mit anderen Teilnehmern hatte ich keine Lust und auch keine Kraft. Es ging nun kilometerweit am Lech entlang nach Norden. Dabei überquerten wir auch die Friedberger Straße. Vor dem nördlichsten Punkt, der Lechbrücke, war erneut eine Versorgungsstelle, wo ich mir diesmal Iso nahm. Dann ging es auf der anderen Seite zurück nach Süden, zunächst am Lech entlang. Dabei fiel mir ein Läufer auf, welcher offenbar das gleiche Schuhmodell trug wie ich. Ich spürte inzwischen, dass sich an meinen Fersen Blasen bildeten. Allerdings war das Ziel nun nicht mehr weit.
Als wir an der Lechbrücke auf Höhe der Friedberger Straße eintrafen, mussten wir eine Treppe hochsteigen. Dahinter wartete meine Mutter ein letztes Mal auf mich. Sie wollte nun nach Hause gehen, und dort auf mich warten. Ich bekam am letzten Versorgungspunkt noch etwas zu trinken und bog dann am Schwabencenter nach Norden ab. Hier trafen wir mit dem Feld des Zehn-Kilometerlaufes zusammen. Ich wurde von einigen amerikanischen Sportlern überholte. Kurz vor dem Ziel sah ich einen Teilnehmer, der zusammengebrochen war und nun behandelt wurde. Ich lief ins Ziel und ließ mir die Medaille umhängen. Es war exakt die gleiche wie vor 16 Tagen in Bremen. Dann bekam ich eine 0,75-Liter-PET-Flasche mit Wasser, die ich auf dem Fußweg nach Hause vollständig leerte. Ich ging durch das Einkaufszentrum und machte mich auf den Heimweg. Unterwegs schloss sich mir eine alte Frau an, mit der ich mich länger unterhielt, bevor sie sich vor ihrem Hotel von mir verabschiedete. Zu Hause duschte ich und legte mich dann ins Bett, in der Hoffnung, keine großen Schäden davongetragen zu haben.
Samstag, 23. Mai 2015
Halbmarathon Kassel 2015-05-17
Der einhundertundfünfzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der Kassel-Marathon.
Seit mein Freund Horst in der Nähe von Kassel wohnt, ist es mir möglich, auch an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Zuvor war dies wegen der komplizierten Anfahrt nicht möglich gewesen, da von Bremen nach Kassel zur frühen Stunde keine Züge fahren und besonders der Halbmarathon extrem früh startet, dieses Jahr um 8:15 Uhr.
Da ich am Freitagabend mit zwei Freunden zusammen ein bisschen Whiskey getrunken hatte, konnte ich in der Nacht leider nur für etwa drei Stunden schlafen. Zu allem Überfluss war ich leider schon wieder ein bisschen erkältet. Ich hatte seit dem Mannheim-Marathon ein Dauerhusten gehabt und dies war leider in den darauffolgenden Tagen nicht besser geworden. Ich stand am nächsten Morgen auf und packte meine Tasche. Dann nahm ich die Straßenbahn zum Bahnhof Walle, wo ich um 10:51 Uhr die Nordwestbahn zum Hauptbahnhof nahm und dort drei Minuten später ankam.
Ich stieg in den Intercity nach Hannover ein. Dieser hatte nur wenige Minuten Verspätung. In Hannover erreichte ich dann den ICE, der mich ohne Zwischenhalt nach Kassel-Wilhelmshöhe brachte. Nach einigen Minuten Wartezeit holte Horst mich ab und wir gingen gemeinsam zu seinem Auto. Er fuhr uns zum Aue-Stadion, wo wir die Startunterlagen abholten. Auf die Pasta-Party mussten wir noch ein bisschen warten, da diese erst um 15 Uhr begann. Als es losging, nahmen wir zwei Portionen Nudeln und anschließend fuhren wir nach Körle, zum Wohnort von Horst.
Auch in dieser Nacht schlief ich nur etwa fünf Stunden lang. Dann stand ich um kurz vor sechs Uhr auf und frühstückte. Um kurz nach sieben Uhr fuhr Horst uns mit dem Auto nach Kassel. Es war ein sehr sonniger Tag, aber auch ziemlich frisch. Mein Husten war leider noch schlimmer geworden. Ich hatte allerdings keine Lust, heute langsam zu laufen. Wenn ich nachher noch Zeit zum Duschen haben wollte, blieb mir sowieso nichts anderes übrig, als Gas zu geben, denn meine Rückfahrt sollte bereits um 10:46 Uhr am Kasseler Hauptbahnhof beginnen. Ich hatte nämlich Zugbindung.
Wir parkten etwa einen Kilometer vom Stadion entfernt. Ich ließ einen Großteil meines Gepäcks im Auto und nahm nur die Wechselkleidung mit, um nachher Duschen und mich umziehen zu können. Ich trug das orangefarbene Trikot vom Wilhelmshaven-Marathon 2012. Ich trank noch eine Dose Red Bull, da mir zwei Tage zuvor berichtet worden war, dass dies wahre Wunder wirken würde. Die Taschenabgabe war in einer Sporthalle. Da Horst vorher noch einmal die Toilette aufsuchen musste, waren es weniger als zehn Minuten bis zum Start, als wir an der Startgeraden ankamen. Wir kletterten über die Absperrung, so dass wir an der Stelle im Feld waren, wo wir auch hingehörten. Trotz meiner Erkältung wollte ich heute so schnell wie möglich sein. Ich sah vor mir einen Läufer mit einem silberfarbenen Luftballon, auf welchem die Zeit 1:30 h geschrieben war. An diesem Pacemaker hatte ich mich zu orientieren.
Um Punkt 8:15 Uhr fiel der Startschuss. Ich bemerkte, dass ich doch etwas zu weit hinten aufgestellt war. Es dauerte schon eine gewisse Zeit, bis ich die Linie überquert hatte und anfangs war das Überholen nicht einfach, da ich immer wieder nach einer Lücke suchen musste. Horst hatte ich relativ schnell hinter mir gelassen.
Die Strecke schien exakt die gleiche wie im Vorjahr zu sein. Nach wenigen Metern ging es bergauf. Wir kamen auf eine Brücke, die über die Fulda führte. Auf der anderen Seite näherte ich mich dann sehr schnell dem anvisierten Pacemaker und überholte ihn. Dann ging es an einem Park vorbei, bevor wir erneut auf eine Brücke kamen, die uns über eine Eisenbahnlinie sowie über eine Autobahn führte. Hier wartete die Fahrradbegleitung für mehrere Teilnehmer. Ich vermutete, dass es sich hierbei um die drei schnellsten Frauen handelte. Da der Marathon und der Staffel-Marathon erst um neun Uhr starten sollten, waren wir Halbmarathonis ziemlich alleine auf der Strecke.
Der Moderator hatte vor dem Start noch gesagt, dass das Wetter nahezu ideal sei. Es wären angeblich einige Wolken am Himmel, weshalb man nicht gegen die tiefstehende Sonne laufen musste. Davon war aber zunächst nichts zu sehen.
Nach fünf Kilometern, für die ich nur knapp über 21 Minuten benötigt hatte, war der erste Verpflegungspunkt erreicht. Ich nahm mir einen Becher Wasser. Dann kamen wir an einem Blasorchester vorbei. Wir liefen ein Quadrat und kamen dann auf der anderen Straßenseite wieder zurück, wodurch ich nun das Feld hinter mir sehen konnte. Somit kamen wir auch zum zweiten Mal am Blasorchester vorbei und setzten dann unseren Weg in Richtung Norden fort.
Was nun auffiel, waren die wahnsinnig vielen Verpflegungspunkte. Teilweise war der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Stellen geringer als ein Kilometer. Dies lag daran, dass die Strecke ähnlich aufgebaut war wie in Hannover. Der Marathon-Kurs bestand aus einer großen Runde. Der Halbmarathonkurs verlief auf dieser Runde, allerdings mit Abkürzungen. Da die Erfrischungspunkte sich an der Marathonstrecke orientierten, befanden sich einige kurz vor und andere kurz hinter einer solchen Stelle, wo der Marathon- vom Halbmarathonkurs abwich.
Nach einem dieser Erfrischungspunkte kamen wir unter einer Unterführung durch, an die ich mich noch vom letzten Jahr erinnern konnte. Dahinter war dann wieder so eine Stelle, wo der Marathonkurs sich von uns trennte, um eine Zusatzrunde auszuführen. Anhand der Beschilderungen konnte ich abschätzen, wie viele solche Abzweigungen es noch geben würde.
Als wir nach acht Kilometern zum zweiten Mal über die Fulda kamen, spielte ein uniformiertes Querflötenorchester für uns. Dann war wieder eine Beschilderung zu sehen, nach welcher die Halbmarathonis links abzubiegen hatten, während der Marathonkurs geradeaus ging. Allerdings mussten die Helfer hier noch nicht das Feld kontrollieren, da der Marathon noch gar nicht begonnen hatte.
Für die ersten zehn Kilometer hatte ich nur etwa 42 Minuten benötigt. Dieses Ergebnis überraschte mich, wenn ich meinen Gesundheitszustand berücksichtigte. Möglicherweise war sogar eine neue Bestzeit heute möglich. Nach einer weiteren Verzweigung der Kurse konnte ich aus den Kilometerschildern ersehen, dass der Marathon von nun an nur noch kleine Abweichungen machen würde. Jetzt war es auch neun Uhr geworden und der Marathon sollte starten. Ich erreichte eine Brücke, die über zahlreiche Bahngleise führte. Vermutlich war ich hier in der Nähe des Fernbahnhofs Wilhelmshöhe, welcher aber nicht einsehbar war, da die Gleise sehr krummlinig waren. Ich überholte jetzt eine dunkelhäutige Läuferin, die wahrscheinlich zum Spitzenfeld gehörte. Später erfuhr ich dann, dass nur vier von 783 Teilnehmerinnen schneller gewesen waren als ich. Insgesamt war das Feld inzwischen so dünn hier vorne, dass die Zuschauer ihre ungeteilte Aufmerksamkeit auf mich richten konnten.
Kurz vor Kilometer 15 ging es dann steil bergab. Blasen hatte ich an den Fersen übrigens keine und auch Knieprobleme traten nicht auf. Als es in einem Wohngebiet zweimal kurz hintereinander nach rechts ging, verlor ich sogar meinen Vordermann kurzfristig aus den Augen. Noch wenige Kilometer vor dem Ziel glaubte ich an eine neue Bestzeit, da ich eigentlich kaum langsamer geworden war. Bei Kilometer 18 war dann die Stelle mit der schönsten Aussicht erreicht worden. Wir blicken nach Osten auf den Berg, auf welchem das Schloss stand. Genau wie im letzten Jahr mussten wir nun aber nicht geradeaus, was uns nach oben geführt hätte, sondern bogen nach links ab. Nach einer weiteren Kurve erreichten wir die letzte Gerade vor dem Stadion. Hier hatten wir fürchterlichen Gegenwind. Ich glaubte, mich zu erinnern, dass hier auch schon im letzten Jahr so ein starker Wind geweht hatte. Dann kam ich ins Stadion. Leider führte der Weg nun fast eine ganze Runde um das Spielfeld. Daher dauerte es noch eine ganze Weile, bis ich die Ziellinie überquert hatte, obwohl ich absichtlich auf der innersten, also der kürzesten Laufbahn war und sogar jetzt noch einen Teilnehmer überholte. Meine Bruttozeit war knapp über 88 Minuten. Später sah ich im Internet, dass ich nur wenige Sekunden länger als bei meiner bisherigen Jahresbestzeit in Paderborn benötigt hatte.
Ich ließ mir die Medaille umhängen. Es war eine andere als im letzten Jahr, aber leider war das Jahr lediglich auf dem Band aufgedruckt, während das genaue Datum komplett fehlte. Ich suchte nun den Ausgang, um sofort duschen zu können. Ich holte meine Tasche ab. Dabei musste ich immer wieder husten. Zusammen mit einem anderen Läufer suchte ich die Duschen. Er erzählte mir, dass seine Socken zu eng gewesen waren und er deshalb auf diese verzichtet hatte. Das Resultat konnte ich sehen: Sein rechter Schuh war vom Blut rot gefärbt.
Wir hatten die Umkleidekabine ganz für uns allein. Ich duschte, zog mich wieder an und ging nach draußen, um auf Horst zu warten. Dieser war ungewöhnlich langsam gewesen. Es dauerte auch noch eine Weile, bis wir zu seinem Auto kamen. Er fuhr mich zum Hauptbahnhof, wo ich gerade noch den Cantus nach Göttingen bekam. Über Hannover kam ich wieder zurück nach Bremen.
Der Kassel-Marathon.
Seit mein Freund Horst in der Nähe von Kassel wohnt, ist es mir möglich, auch an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Zuvor war dies wegen der komplizierten Anfahrt nicht möglich gewesen, da von Bremen nach Kassel zur frühen Stunde keine Züge fahren und besonders der Halbmarathon extrem früh startet, dieses Jahr um 8:15 Uhr.
Da ich am Freitagabend mit zwei Freunden zusammen ein bisschen Whiskey getrunken hatte, konnte ich in der Nacht leider nur für etwa drei Stunden schlafen. Zu allem Überfluss war ich leider schon wieder ein bisschen erkältet. Ich hatte seit dem Mannheim-Marathon ein Dauerhusten gehabt und dies war leider in den darauffolgenden Tagen nicht besser geworden. Ich stand am nächsten Morgen auf und packte meine Tasche. Dann nahm ich die Straßenbahn zum Bahnhof Walle, wo ich um 10:51 Uhr die Nordwestbahn zum Hauptbahnhof nahm und dort drei Minuten später ankam.
Ich stieg in den Intercity nach Hannover ein. Dieser hatte nur wenige Minuten Verspätung. In Hannover erreichte ich dann den ICE, der mich ohne Zwischenhalt nach Kassel-Wilhelmshöhe brachte. Nach einigen Minuten Wartezeit holte Horst mich ab und wir gingen gemeinsam zu seinem Auto. Er fuhr uns zum Aue-Stadion, wo wir die Startunterlagen abholten. Auf die Pasta-Party mussten wir noch ein bisschen warten, da diese erst um 15 Uhr begann. Als es losging, nahmen wir zwei Portionen Nudeln und anschließend fuhren wir nach Körle, zum Wohnort von Horst.
Auch in dieser Nacht schlief ich nur etwa fünf Stunden lang. Dann stand ich um kurz vor sechs Uhr auf und frühstückte. Um kurz nach sieben Uhr fuhr Horst uns mit dem Auto nach Kassel. Es war ein sehr sonniger Tag, aber auch ziemlich frisch. Mein Husten war leider noch schlimmer geworden. Ich hatte allerdings keine Lust, heute langsam zu laufen. Wenn ich nachher noch Zeit zum Duschen haben wollte, blieb mir sowieso nichts anderes übrig, als Gas zu geben, denn meine Rückfahrt sollte bereits um 10:46 Uhr am Kasseler Hauptbahnhof beginnen. Ich hatte nämlich Zugbindung.
Wir parkten etwa einen Kilometer vom Stadion entfernt. Ich ließ einen Großteil meines Gepäcks im Auto und nahm nur die Wechselkleidung mit, um nachher Duschen und mich umziehen zu können. Ich trug das orangefarbene Trikot vom Wilhelmshaven-Marathon 2012. Ich trank noch eine Dose Red Bull, da mir zwei Tage zuvor berichtet worden war, dass dies wahre Wunder wirken würde. Die Taschenabgabe war in einer Sporthalle. Da Horst vorher noch einmal die Toilette aufsuchen musste, waren es weniger als zehn Minuten bis zum Start, als wir an der Startgeraden ankamen. Wir kletterten über die Absperrung, so dass wir an der Stelle im Feld waren, wo wir auch hingehörten. Trotz meiner Erkältung wollte ich heute so schnell wie möglich sein. Ich sah vor mir einen Läufer mit einem silberfarbenen Luftballon, auf welchem die Zeit 1:30 h geschrieben war. An diesem Pacemaker hatte ich mich zu orientieren.
Um Punkt 8:15 Uhr fiel der Startschuss. Ich bemerkte, dass ich doch etwas zu weit hinten aufgestellt war. Es dauerte schon eine gewisse Zeit, bis ich die Linie überquert hatte und anfangs war das Überholen nicht einfach, da ich immer wieder nach einer Lücke suchen musste. Horst hatte ich relativ schnell hinter mir gelassen.
Die Strecke schien exakt die gleiche wie im Vorjahr zu sein. Nach wenigen Metern ging es bergauf. Wir kamen auf eine Brücke, die über die Fulda führte. Auf der anderen Seite näherte ich mich dann sehr schnell dem anvisierten Pacemaker und überholte ihn. Dann ging es an einem Park vorbei, bevor wir erneut auf eine Brücke kamen, die uns über eine Eisenbahnlinie sowie über eine Autobahn führte. Hier wartete die Fahrradbegleitung für mehrere Teilnehmer. Ich vermutete, dass es sich hierbei um die drei schnellsten Frauen handelte. Da der Marathon und der Staffel-Marathon erst um neun Uhr starten sollten, waren wir Halbmarathonis ziemlich alleine auf der Strecke.
Der Moderator hatte vor dem Start noch gesagt, dass das Wetter nahezu ideal sei. Es wären angeblich einige Wolken am Himmel, weshalb man nicht gegen die tiefstehende Sonne laufen musste. Davon war aber zunächst nichts zu sehen.
Nach fünf Kilometern, für die ich nur knapp über 21 Minuten benötigt hatte, war der erste Verpflegungspunkt erreicht. Ich nahm mir einen Becher Wasser. Dann kamen wir an einem Blasorchester vorbei. Wir liefen ein Quadrat und kamen dann auf der anderen Straßenseite wieder zurück, wodurch ich nun das Feld hinter mir sehen konnte. Somit kamen wir auch zum zweiten Mal am Blasorchester vorbei und setzten dann unseren Weg in Richtung Norden fort.
Was nun auffiel, waren die wahnsinnig vielen Verpflegungspunkte. Teilweise war der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Stellen geringer als ein Kilometer. Dies lag daran, dass die Strecke ähnlich aufgebaut war wie in Hannover. Der Marathon-Kurs bestand aus einer großen Runde. Der Halbmarathonkurs verlief auf dieser Runde, allerdings mit Abkürzungen. Da die Erfrischungspunkte sich an der Marathonstrecke orientierten, befanden sich einige kurz vor und andere kurz hinter einer solchen Stelle, wo der Marathon- vom Halbmarathonkurs abwich.
Nach einem dieser Erfrischungspunkte kamen wir unter einer Unterführung durch, an die ich mich noch vom letzten Jahr erinnern konnte. Dahinter war dann wieder so eine Stelle, wo der Marathonkurs sich von uns trennte, um eine Zusatzrunde auszuführen. Anhand der Beschilderungen konnte ich abschätzen, wie viele solche Abzweigungen es noch geben würde.
Als wir nach acht Kilometern zum zweiten Mal über die Fulda kamen, spielte ein uniformiertes Querflötenorchester für uns. Dann war wieder eine Beschilderung zu sehen, nach welcher die Halbmarathonis links abzubiegen hatten, während der Marathonkurs geradeaus ging. Allerdings mussten die Helfer hier noch nicht das Feld kontrollieren, da der Marathon noch gar nicht begonnen hatte.
Für die ersten zehn Kilometer hatte ich nur etwa 42 Minuten benötigt. Dieses Ergebnis überraschte mich, wenn ich meinen Gesundheitszustand berücksichtigte. Möglicherweise war sogar eine neue Bestzeit heute möglich. Nach einer weiteren Verzweigung der Kurse konnte ich aus den Kilometerschildern ersehen, dass der Marathon von nun an nur noch kleine Abweichungen machen würde. Jetzt war es auch neun Uhr geworden und der Marathon sollte starten. Ich erreichte eine Brücke, die über zahlreiche Bahngleise führte. Vermutlich war ich hier in der Nähe des Fernbahnhofs Wilhelmshöhe, welcher aber nicht einsehbar war, da die Gleise sehr krummlinig waren. Ich überholte jetzt eine dunkelhäutige Läuferin, die wahrscheinlich zum Spitzenfeld gehörte. Später erfuhr ich dann, dass nur vier von 783 Teilnehmerinnen schneller gewesen waren als ich. Insgesamt war das Feld inzwischen so dünn hier vorne, dass die Zuschauer ihre ungeteilte Aufmerksamkeit auf mich richten konnten.
Kurz vor Kilometer 15 ging es dann steil bergab. Blasen hatte ich an den Fersen übrigens keine und auch Knieprobleme traten nicht auf. Als es in einem Wohngebiet zweimal kurz hintereinander nach rechts ging, verlor ich sogar meinen Vordermann kurzfristig aus den Augen. Noch wenige Kilometer vor dem Ziel glaubte ich an eine neue Bestzeit, da ich eigentlich kaum langsamer geworden war. Bei Kilometer 18 war dann die Stelle mit der schönsten Aussicht erreicht worden. Wir blicken nach Osten auf den Berg, auf welchem das Schloss stand. Genau wie im letzten Jahr mussten wir nun aber nicht geradeaus, was uns nach oben geführt hätte, sondern bogen nach links ab. Nach einer weiteren Kurve erreichten wir die letzte Gerade vor dem Stadion. Hier hatten wir fürchterlichen Gegenwind. Ich glaubte, mich zu erinnern, dass hier auch schon im letzten Jahr so ein starker Wind geweht hatte. Dann kam ich ins Stadion. Leider führte der Weg nun fast eine ganze Runde um das Spielfeld. Daher dauerte es noch eine ganze Weile, bis ich die Ziellinie überquert hatte, obwohl ich absichtlich auf der innersten, also der kürzesten Laufbahn war und sogar jetzt noch einen Teilnehmer überholte. Meine Bruttozeit war knapp über 88 Minuten. Später sah ich im Internet, dass ich nur wenige Sekunden länger als bei meiner bisherigen Jahresbestzeit in Paderborn benötigt hatte.
Ich ließ mir die Medaille umhängen. Es war eine andere als im letzten Jahr, aber leider war das Jahr lediglich auf dem Band aufgedruckt, während das genaue Datum komplett fehlte. Ich suchte nun den Ausgang, um sofort duschen zu können. Ich holte meine Tasche ab. Dabei musste ich immer wieder husten. Zusammen mit einem anderen Läufer suchte ich die Duschen. Er erzählte mir, dass seine Socken zu eng gewesen waren und er deshalb auf diese verzichtet hatte. Das Resultat konnte ich sehen: Sein rechter Schuh war vom Blut rot gefärbt.
Wir hatten die Umkleidekabine ganz für uns allein. Ich duschte, zog mich wieder an und ging nach draußen, um auf Horst zu warten. Dieser war ungewöhnlich langsam gewesen. Es dauerte auch noch eine Weile, bis wir zu seinem Auto kamen. Er fuhr mich zum Hauptbahnhof, wo ich gerade noch den Cantus nach Göttingen bekam. Über Hannover kam ich wieder zurück nach Bremen.
Sonntag, 17. Mai 2015
Marathon Mannheim 2105-05-09
Der neunzehnte Marathon meines Lebens.
Der Dämmermarathon in Mannheim und Ludwigshafen.
Der Dämmermarathon trägt seinen Namen deshalb, weil er Samstagabends beginnt und man in die Nacht hineinläuft. Vor drei Jahren hatte ich diesen Marathon erstmals absolviert. Damals war der Start um 18:30 Uhr gewesen und knapp vier Stunden später hatte ich das Ziel erreicht. Zusätzlich dazu gab es noch einen Halbmarathon durch Mannheim, welcher mit dem Marathonstart zusammengefallen war. Dadurch waren die Marathonläufer auf der ersten Hälfte der Strecke nicht so alleine unterwegs. In den letzten drei Jahren hatte es außerdem einen weiteren Halbmarathon durch Ludwigshafen gegeben, welcher zwei Stunden nach dem Marathon gestartet wurde und dessen Strecke mit der zweiten Hälfte des Marathons zusammengefallen war. 2013 hatte ich hieran teilgenommen und den fünften Platz erreicht. Für dieses Jahr war dieser zweite Halbmarathon aber nicht mehr vorgesehen. Duo- (gesamte Strecke zu zweit) und Teammarathon (vier bis sechs Läufer) bestanden weiterhin.
Eine Teilnahme im letzten Jahr war für mich nicht möglich gewesen, da ich mich frühzeitig für den Marathon in Duisburg angemeldet hatte. Bei der neuen Strecke durch Mannheim-Ludwigshafen war es dann zu enormen organisatorischen Problemen gekommen. Die diesjährige Strecke sollte wieder ein bisschen anders sein. Da die Startgebühren für Marathon und Halbmarathon bei frühzeitiger Anmeldung identisch waren, hatte ich mich für die gesamte Distanz entschieden.
Als ich die Anfahrt Monate zuvor gebucht hatte, konnte ich noch nicht damit rechnen, dass es zu einem langandauernden Streik der Lokführer kommen würde. Am Samstagmorgen sah ich im Internet, dass der Ersatzfahrplan erneut überarbeitet worden war. Von Bremen nach Hannover fuhren keine Fernverkehrszüge und nur alle zwei Stunden ein Regionalzug. Ich nahm daher die Nordwestbahn von Walle bis nach Verden, damit ich nicht die ganze Strecke bis Hannover im überfüllten Regionalexpress sitzen musste. In Verden wartete ich dann gespannt darauf, wie eng es nun wirklich im RE zugehen würde, denn auch einige Fußballfans mussten nach Hannover und nahmen wegen des Ersatzfahrplans einen früheren Zug. Als der Regionalexpress um 8:40 Uhr einfuhr, war ich überrascht, da noch ausreichend Platz vorhanden war. Wir kamen schließlich pünktlich in Hannover an.
Die Fernverkehrszüge nach Mannheim fuhren nur alle zwei Stunden. Ich bestieg um Viertel nach zehn Uhr einen ICE, der mich ohne Verspätung nach Mannheim brachte. Hier holte ich meine Startunterlagen ab und wollte dann eine Regionalbahn nach Frankenthal nehmen, doch dorthin fuhr überhaupt kein Schienenfahrzeug. Lediglich zum Ludwigshafener Hauptbahnhof konnte ich eine S-Bahn nehmen, weshalb ich meinen Vater anrief, er sollte mich von dort aus bitte mit dem Auto nach Frankenthal bringen.
Gegen 16 Uhr konnte ich dann das von meiner Mutter zubereitete Essen zu mir nehmen und mich dann umziehen. Es waren ungefähr 20°C und kaum Wolken am Himmel. Regnen sollte es während des Abends nicht. Um 18 Uhr brachten mich meine Eltern mit dem Auto nach Mannheim. Ich hatte den Starterbeutel mit Wechselkleidung dabei, um direkt nach dem Marathon duschen zu gehen. Ich trug die Schuhe, in welchen ich bereits in Barcelona und in Rotterdam Marathon gelaufen war. Trotz der tiefstehenden Sonne verzichtete ich auf eine Kappe, da der Kurs anfangs in Richtung Osten gehen sollte. Am meisten Sorge hatte ich wegen meines Knies, da ich wieder einige Probleme befürchtete.
Die Taschenabgabe war wieder im Keller des Hotels. Der Versammlungspunkt, von welchem aus die Läufer zur Startgeraden gingen, war für mich erst nicht auffindbar und ich musste dann von der Zuschauerperspektive aus sehen, wie die Läufer nun zur Startgeraden vorgelassen wurden. Ich kletterte daher über den Zaun und befand mich dann im Starterfeld. Ich schaute nach Frank aus, der heute auch mitlaufen wollte, fand ihn aber nicht. Der Moderator nannte einige prominente Teilnehmer, darunter auch den Ironman-Weltmeister. Um Punkt 19 Uhr ging es los. Sollte ich von Knieproblemen verschont bleiben, dann wäre heute eine neue persönliche Bestzeit möglich. Es dauerte nicht lange, bis ich die Startlinie überquert hatte. Als Teilnehmer des Marathons war meine Startnummer weiß, während die Teilnehmer von Duo-, Team- und Halbmarathon Startnummern in blau, orange und einer weiteren Farbe hatten.
Die Startlinie war am nordwestlichen Ende des Rosengartens gewesen, um den wir nun einmal herumliefen. Wie viele Sekunden es genau gedauert hatte, bis ich die Startlinie überquert hatte, das hatte ich nicht geprüft. Am Ende des Rosengartens, als wir den Wasserturm hinter uns hatten, liefen wir in östliche Richtung auf einer der Hauptverkehrsstraßen entlang. Ich legte dabei ein durchaus beachtliches Tempo vor, da ich heute eine neue Bestzeit anpeilte. Es ging so lange geradeaus, bis wir das Planetarium erreicht hatten und hier zunächst links und dann rechts abbogen. Auf dem Hinweisschild für Kilometer zwei konnte ich nun einen Spruch im pfälzischen Dialekt lesen. Und so ging es dann auch weiter: Jedes der Kilometerschilder war mit solch einem Spruch versehen.
Wir kamen an einem sehr alten Stadion, dem Carl-Benz-Stadion vorbei. Ich hatte kurz zuvor den Pacemaker für die 3:15-Stundenmarke überholt und war so schnell unterwegs, dass er mich langsam aus den Augen verlieren musste. Bis jetzt konnte ich mit meiner Leistung zufrieden sein. Nach der Unterquerung einer Eisenbahnlinie bogen wir nach Süden ab. Wir kamen über eine sehr große Bundesstraße, an deren südlichen Rand wir nun in Richtung Osten weiterliefen. Diese Bundesstraße war für den Autoverkehr freigegeben und durch einige Baumreihen von uns getrennt.
Später kamen wir zur SAP-Arena und danach wieder unter der Bundesstraße hindurch, sodass wir uns wieder nördlich von ihr befanden. An diesem Weg wurde es erstmals ein bisschen enger. Schilder wiesen darauf hin, dass parkende Autos kostenpflichtig abgeschleppt werden würden, falls diese nach acht Uhr morgens noch hier stehen sollten. An der ersten Verpflegungsstelle nahm ich mir einen Becher Wasser.
Nach einem Schlenker durch das freie Feld kamen wir wieder durch einen kleinen Stadtteil, wo wir nach einer 180°-Kurve wieder in Richtung Osten liefen. Als wir diesen Stadtteil dann hinter uns hatten, mussten wir wieder unter einer Autobahnbrücke hindurch. Wir kamen für kurze Zeit an die Hauptverbindungsstraße, die uns Läufern nachher als Rückweg dienen sollte. Diese Hauptverkehrsstraße mussten wir allerdings für einen Abstecher durch Mannheim-Seckenheim wieder verlassen. Ich konnte jetzt allerdings schon das Führungsfahrzeug sehen, welches uns auf der Hauptstraße entgegenkam und dort den führenden Läufer des Marathons (oder des Halbmarathons) begleitete.
Seckenheim hatte einen sehr dörflichen Charakter. Es ging erst um den Ort herum und dann von Süd nach Nord durch den Ort hindurch. Zuvor war ich von der führenden Frau des Marathons, begleitet von einem Fahrradfahrer, überholt worden. Wir erreichten die Hauptstraße, kamen an einem Versorgungspunkt vorbei und bogen links ab, sodass wir nun nach Westen liefen. Dieser Abschnitt war der unangenehmste, da ich nun gegen die Sonne laufen musste und keine Kappe bei mir hatte.
Ich musste nun ständig auf den Boden schauen, um nicht total von der Sonne geblendet zu werden. Links von uns waren Wohnhäuser, rechts die Straßenbahn. Wir kamen wieder an der Stelle vorbei, wo ich vorhin das Führungsfahrzeug gesehen hatte. Nun konnte ich das dichtgedrängte Feld hinter mir sehen. Ich kam unter der Autobahnbrücke hindurch und danach trennten sich Hin- und Rückweg wieder. Vereinzelt standen Bäume am Straßenrand, in deren Schatten ich der tiefstehenden Sonne nicht allzu extrem ausgesetzt war. Hinter der Verzweigungsstelle trennte uns nur noch die Straßenbahnlinien von der Südseite des Neckars, an dem wir jetzt entlangliefen. Dann kamen wir an eine Stelle, wo ein Wendepunkt der Straßenbahn war sowie eine hochgelegene Straße. Wir machten eine Links-Rechts-Kurve und waren nun erstmals für einige Zeit im Schatten. Nun sah ich erst richtig, wie dunkel es bereits war, da die Sonne extrem tief stand. Hier war eine Verpflegungsstelle sowie ein Staffel-Wechselpunkt. Ich nahm mir nun ein isotonisches Getränk.
Mittlerweile hatte ich zwei körperliche Probleme. Zum einen spürte ich mein rechtes Knie. Ich überlegte daher, ob ich vielleicht doch nur den Halbmarathon absolvieren sollte. Zum anderen glaubte ich, dass ich an beiden Fersen Blasen bekam. Ich war mir jedoch nicht sicher, ob ich mir dies nur einbildete und wartete noch ein wenig mit dem Einsatz eines Pflasters. Da ich sowieso nur ein einziges Reservepflaster bei mir hatte, war ich auf den Rettungsdienst angewiesen und hielt daher die Augen offen.
Es ging nun ein sehr langes Stück geradeaus am Neckar entlang. Erst hatten wir links von uns ein Wohngebiet und dann den Luisenpark, der allerdings durch eine Mauer von uns getrennt war. Ganz grob konnte ich das Teehaus erkennen. Dann sah ich den Fernsehturm auf der linken Seite. Am Ende dieser Geraden lagen einige Leute auf der Wiese und schauten uns beim Laufen zu.
Am Ende des Luisenparks bogen wir links ab und waren nun wieder in der Mannheimer Innenstadt. Nach einer weiteren Rechtskurve ging es wieder Richtung Westen. Nach einer Weile hatten wir den Rosengarten hinter uns und befanden uns nun dort, wo die Straßen alle senkrecht aufeinander stehen. Hier waren auch die meisten Zuschauer vorhanden.
Es ging eine lange Strecke geradeaus. Irgendwann war denn der Punkt gekommen, wo die Teilnehmer des Halbmarathons uns verließen. Sie mussten links abbiegen und dann zurück zum Rosengarten, wo sie das Ziel erreicht hatten. Wir waren jetzt aber trotzdem nicht allein auf der Strecke, sondern wurden noch von den Duo- und den Staffelläufern begleitet. Fast jedes Mal, wenn mich ein Teilnehmer überholte, handelte es sich um einen der letztgenannten beiden Disziplinen. Da meine Probleme am Knie wieder verschwunden waren, war es für mich keine Frage, den ganzen Marathon zu absolvieren.
Für die erste Hälfte der Strecke hatte ich weniger als 100 Minuten benötigt. Leider wurden die Schmerzen an den beiden Fersen immer stärker. Ich wollte nun den nächsten Rettungspunkt ansteuern, um mir ein zweites Reservepflaster geben zu lassen. Die Blasen an den Fersen mussten eigentlich sichtbar sein, so stark wie sie inzwischen schmerzten.
Eigentlich hatte ich erwartet, jetzt auf die Pylon-Brücke zu kommen, welche über den Rhein und über die Ludwigshafener Innenstadt führt. Doch hier wurde ich getäuscht. Die Streckenführung hatte sich extrem geändert. Wir bogen erst nach links ab und kamen am Schloss vorbei. Dahinter ging es auf einer Wendelbrücke entlang auf die Konrad-Adenauer-Brücke, welche weiter südlich liegt und auch die Eisenbahnstrecke von Mannheim nach Ludwigshafen beherbergt. Ich war ziemlich enttäuscht. Da ich hier ein Rettungsteam sah, lief ich auf die andere Straßenseite zu den Helfern hin. Dabei musste ich über zwei Straßen, die für Autos vorgesehen waren. Es war ein zusammenklappbarer Stuhl vorhanden, auf den ich mich setzte und beide Schuhe auszog. Während ich mein mitgebrachtes Reservepflaster auf die Ferse des linken Fußes setzte, brachten die Helfer ein Pflaster auf der linken Ferse an. Dieser Zwischenstopp hatte mich über eine Minute gekostet. Als ich dann wieder weiterlaufen wollte, musste ein Helfer die Autos anhalten, welche zunächst einfach weiterfuhren. Mit ein bisschen Verzögerung war ich dann wieder auf der Strecke.
Ich sah vor mir einen Läufer, der das gleiche Trikot wie ich trug, nämlich das grün-weiße vom Mittelrhein-Marathon 2012. Ich holte den Typen ein und unterhielt mich mit ihm ein bisschen. Er war bisher erst zwei Marathons gelaufen und peilte heute eine neue Bestzeit an. Wir verließen zusammen die Brücke und bogen gleich dahinter rechts ab, um eine 270°-Kurve zu absolvieren, die uns nun direkt an das Rheinufer brachte. Der andere Teilnehmer erklärte mir, dass hier vor einigen Tagen der Flusspegel noch extrem hoch gestanden hätte. Auch dieser Streckenabschnitt war für mich neu, da ich ihn weder 2012 noch 2013 gelaufen war.
Als wir den Luitpoldhafen erreichten, ging es eine Schneckenbrücke hinauf. Hier spürte ich nun, dass der Helfer des Rettungsteams mein Pflaster total schlecht justiert hatte. Während es an der rechten Ferse einigermaßen auszuhalten war, war die Belastung der linken Ferse extrem unangenehm. Ich versuchte dies auszugleichen, indem ich nur auf Zehensitzen nach oben lief. Umso angenehmer war dann der Weg nach unten. Gegenverkehr hatten wir hier keinen, aber direkt auf der anderen Seite, wo sich Hin- und Rückweg trennten, sah ich von links das Führungsfahrzeug kommen. Der Führende war nun also nur noch etwa fünf Kilometer vom Ziel entfernt.
Da ich meine Geschwindigkeit nicht aufrechterhalten konnte, lief mir mein Gesprächspartner davon und ich war wieder alleine unterwegs. Ich befand mich auf einer richtigen Insel im Rhein, die nur durch drei Brücken mit dem Ludwigshafener Festland verbunden war. Der Weg führte hier durch ein Wohngebiet am Park entlang, bevor wieder eine Brücke auftauchte, welche mich zurück zum Festland führte. So langsam fing es an zu dämmern.
Die jetzige Strecke diente fast ununterbrochen als Hin- und Rückweg und war mit zahlreichen Zuschauern versehen. Am Südweststadion bogen wir links ab. Hier war wieder eine Wechselzone, die sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg genutzt wurde. Nach einer Strecke durch den Wald kam ich an eine breite Hauptstraße, deren Fahrzeugspuren durch die Straßenbahnlinie getrennt waren. Ich lief auf der rechten Seite, links kamen mir die Läufer vor mir entgegen. Leider verpasste ich es, drauf Acht zu geben, ob Frank vielleicht unter ihnen war.
Da meine Fersen schmerzten, wartete ich gespannt, wo denn nun der Wendepunkt war, von dem aus ich dann nur noch zurück nach Mannheim ins Ziel laufen musste. Leider zog sich der Weg lange hin. Nach Mundenheim kam ich in den Stadtteil Rheingönheim. Es war inzwischen richtig dunkel geworden und ich sah erstmals angebrannte Fackeln an der Strecke. Irgendwo war es dann doch so weit, dass ich das Ende des Kurses sah. Ich legte eine 180°-Kurve ein, nahm mir einen Becher Wasser und lief den gleichen Weg zurück. Lediglich an einer Stelle zwischen Mundenheim und Rheingönheim musste ich vom Hinweg kurz abweichen. Als ich dann wieder an der Straßenbahnlinie war, hatte ich sogar meinen Vordermann aus den Augen verloren. Ein kleiner Junge begleitete mich nun etwa einen Kilometer lang. Er sagt, dass er neun Jahre alt sei. Ich erklärte ihm, dass er als Zehnjähriger dann einen Zehn-Kilometerlauf absolvieren könne. Kurz vor dem Waldstück verließ er mich wieder.
Ich war inzwischen deutlich langsamer geworden. Eine neue Bestzeit schien zwar möglich, aber sie sollte nicht so überragend ausfallen. Ich kam wieder am Südweststadion vorbei und bog dann rechts ab, um wieder auf die Insel im Rhein zu gelangen. Hier trennte sich die Strecke vom Hinweg. Ich lief am Ostufer der Insel entlang. Es gab hier weniger Zuschauer, da links von uns ein Park war. Als wir am Ende der Insel wieder den gemeinsamen Hin- und Rückweg erreichten, kamen wir an einer extrem dunklen Passage vorbei, wo ich aufpassen musste, nicht auf irgendwelche Hindernisse zu treten.
Ich glaube, es war auf der anderen Seite der Schneckenbrücke, wo mich die drittschnellste Frau des Marathons, begleitet von einem Fahrradfahrer, überholte. Die beiden Pacemaker für die 3:15-Stundenmarke hatten mich schon zuvor überholt. Ich sah jetzt das hintere Feld des Marathons mir entgegenkommen. Auf oder kurz hinter der Konrad-Adenauer-Brücke kam mir dann auch der langsamste Teilnehmer des Marathons entgegen. Hinter der Konrad-Adenauer-Brücke über den Rhein trennten sich Hin- und Rückweg. Ich hatte nun einen längeren Abschnitt zu absolvieren, bei dem ich zunächst an einem Red-Bull-Versorgungsstand einen Becher des gleichnamigen Getränks zu mir nahm, was ich sonst nie trank. Dann ging es einen längeren Abschnitt durch das Schloss hindurch.
Danach trafen wir wieder auf den Hinweg und waren schnell wieder in der Mannheimer Innenstadt, wo alle Straßen rechtwinklig angeordnet sind. Ich nahm Kurs auf das Ziel. Um noch eine neue Bestzeit hinzulegen, musste ich mich nun doch noch ein bisschen anstrengen. Ich lief eben, so gut es noch ging. Je näher wir dem Rosengarten kamen, umso mehr Zuschauer jubelten mir zu. Wie 2012 und 2013 ging es am Ende noch einmal eine ganze Runde um den Rosengarten, bevor ich nach einer Bruttozeit von wenig über 3:23 Stunden im Ziel war. Ich ließ mir die Medaille umhängen, auf der nur auf dem Band das Jahr zu lesen war (von einem genauen Datum ganz zu schweigen). Dann nahm ich mir ein bisschen zu essen und zu trinken und traf dabei wieder auf den Mann im Mittelrhein-Marathon-Trikot, der tatsächlich einige Minuten schneller als ich gewesen war. Wir redeten kurz miteinander und dann holte ich im Keller des Gebäudes meine Tasche ab. Ich rief meinen Vater an und bat ihn, mich mit dem Auto abzuholen. Ich musste ständig husten.
Ich begab mich zu den Duschen, die am gleichen Ort wie in den letzten Jahren waren. Ich zog mich um und ging zum Bahnhof, wo mein Vater mich abholte und nach Hause brachte. Wegen der Bahnstreiks konnte ich am nächsten Morgen schon einen früheren Zug nach Hannover nehmen, weshalb ich eine Stunde früher als geplant wieder in Bremen ankam.
Der Dämmermarathon in Mannheim und Ludwigshafen.
Der Dämmermarathon trägt seinen Namen deshalb, weil er Samstagabends beginnt und man in die Nacht hineinläuft. Vor drei Jahren hatte ich diesen Marathon erstmals absolviert. Damals war der Start um 18:30 Uhr gewesen und knapp vier Stunden später hatte ich das Ziel erreicht. Zusätzlich dazu gab es noch einen Halbmarathon durch Mannheim, welcher mit dem Marathonstart zusammengefallen war. Dadurch waren die Marathonläufer auf der ersten Hälfte der Strecke nicht so alleine unterwegs. In den letzten drei Jahren hatte es außerdem einen weiteren Halbmarathon durch Ludwigshafen gegeben, welcher zwei Stunden nach dem Marathon gestartet wurde und dessen Strecke mit der zweiten Hälfte des Marathons zusammengefallen war. 2013 hatte ich hieran teilgenommen und den fünften Platz erreicht. Für dieses Jahr war dieser zweite Halbmarathon aber nicht mehr vorgesehen. Duo- (gesamte Strecke zu zweit) und Teammarathon (vier bis sechs Läufer) bestanden weiterhin.
Eine Teilnahme im letzten Jahr war für mich nicht möglich gewesen, da ich mich frühzeitig für den Marathon in Duisburg angemeldet hatte. Bei der neuen Strecke durch Mannheim-Ludwigshafen war es dann zu enormen organisatorischen Problemen gekommen. Die diesjährige Strecke sollte wieder ein bisschen anders sein. Da die Startgebühren für Marathon und Halbmarathon bei frühzeitiger Anmeldung identisch waren, hatte ich mich für die gesamte Distanz entschieden.
Als ich die Anfahrt Monate zuvor gebucht hatte, konnte ich noch nicht damit rechnen, dass es zu einem langandauernden Streik der Lokführer kommen würde. Am Samstagmorgen sah ich im Internet, dass der Ersatzfahrplan erneut überarbeitet worden war. Von Bremen nach Hannover fuhren keine Fernverkehrszüge und nur alle zwei Stunden ein Regionalzug. Ich nahm daher die Nordwestbahn von Walle bis nach Verden, damit ich nicht die ganze Strecke bis Hannover im überfüllten Regionalexpress sitzen musste. In Verden wartete ich dann gespannt darauf, wie eng es nun wirklich im RE zugehen würde, denn auch einige Fußballfans mussten nach Hannover und nahmen wegen des Ersatzfahrplans einen früheren Zug. Als der Regionalexpress um 8:40 Uhr einfuhr, war ich überrascht, da noch ausreichend Platz vorhanden war. Wir kamen schließlich pünktlich in Hannover an.
Die Fernverkehrszüge nach Mannheim fuhren nur alle zwei Stunden. Ich bestieg um Viertel nach zehn Uhr einen ICE, der mich ohne Verspätung nach Mannheim brachte. Hier holte ich meine Startunterlagen ab und wollte dann eine Regionalbahn nach Frankenthal nehmen, doch dorthin fuhr überhaupt kein Schienenfahrzeug. Lediglich zum Ludwigshafener Hauptbahnhof konnte ich eine S-Bahn nehmen, weshalb ich meinen Vater anrief, er sollte mich von dort aus bitte mit dem Auto nach Frankenthal bringen.
Gegen 16 Uhr konnte ich dann das von meiner Mutter zubereitete Essen zu mir nehmen und mich dann umziehen. Es waren ungefähr 20°C und kaum Wolken am Himmel. Regnen sollte es während des Abends nicht. Um 18 Uhr brachten mich meine Eltern mit dem Auto nach Mannheim. Ich hatte den Starterbeutel mit Wechselkleidung dabei, um direkt nach dem Marathon duschen zu gehen. Ich trug die Schuhe, in welchen ich bereits in Barcelona und in Rotterdam Marathon gelaufen war. Trotz der tiefstehenden Sonne verzichtete ich auf eine Kappe, da der Kurs anfangs in Richtung Osten gehen sollte. Am meisten Sorge hatte ich wegen meines Knies, da ich wieder einige Probleme befürchtete.
Die Taschenabgabe war wieder im Keller des Hotels. Der Versammlungspunkt, von welchem aus die Läufer zur Startgeraden gingen, war für mich erst nicht auffindbar und ich musste dann von der Zuschauerperspektive aus sehen, wie die Läufer nun zur Startgeraden vorgelassen wurden. Ich kletterte daher über den Zaun und befand mich dann im Starterfeld. Ich schaute nach Frank aus, der heute auch mitlaufen wollte, fand ihn aber nicht. Der Moderator nannte einige prominente Teilnehmer, darunter auch den Ironman-Weltmeister. Um Punkt 19 Uhr ging es los. Sollte ich von Knieproblemen verschont bleiben, dann wäre heute eine neue persönliche Bestzeit möglich. Es dauerte nicht lange, bis ich die Startlinie überquert hatte. Als Teilnehmer des Marathons war meine Startnummer weiß, während die Teilnehmer von Duo-, Team- und Halbmarathon Startnummern in blau, orange und einer weiteren Farbe hatten.
Die Startlinie war am nordwestlichen Ende des Rosengartens gewesen, um den wir nun einmal herumliefen. Wie viele Sekunden es genau gedauert hatte, bis ich die Startlinie überquert hatte, das hatte ich nicht geprüft. Am Ende des Rosengartens, als wir den Wasserturm hinter uns hatten, liefen wir in östliche Richtung auf einer der Hauptverkehrsstraßen entlang. Ich legte dabei ein durchaus beachtliches Tempo vor, da ich heute eine neue Bestzeit anpeilte. Es ging so lange geradeaus, bis wir das Planetarium erreicht hatten und hier zunächst links und dann rechts abbogen. Auf dem Hinweisschild für Kilometer zwei konnte ich nun einen Spruch im pfälzischen Dialekt lesen. Und so ging es dann auch weiter: Jedes der Kilometerschilder war mit solch einem Spruch versehen.
Wir kamen an einem sehr alten Stadion, dem Carl-Benz-Stadion vorbei. Ich hatte kurz zuvor den Pacemaker für die 3:15-Stundenmarke überholt und war so schnell unterwegs, dass er mich langsam aus den Augen verlieren musste. Bis jetzt konnte ich mit meiner Leistung zufrieden sein. Nach der Unterquerung einer Eisenbahnlinie bogen wir nach Süden ab. Wir kamen über eine sehr große Bundesstraße, an deren südlichen Rand wir nun in Richtung Osten weiterliefen. Diese Bundesstraße war für den Autoverkehr freigegeben und durch einige Baumreihen von uns getrennt.
Später kamen wir zur SAP-Arena und danach wieder unter der Bundesstraße hindurch, sodass wir uns wieder nördlich von ihr befanden. An diesem Weg wurde es erstmals ein bisschen enger. Schilder wiesen darauf hin, dass parkende Autos kostenpflichtig abgeschleppt werden würden, falls diese nach acht Uhr morgens noch hier stehen sollten. An der ersten Verpflegungsstelle nahm ich mir einen Becher Wasser.
Nach einem Schlenker durch das freie Feld kamen wir wieder durch einen kleinen Stadtteil, wo wir nach einer 180°-Kurve wieder in Richtung Osten liefen. Als wir diesen Stadtteil dann hinter uns hatten, mussten wir wieder unter einer Autobahnbrücke hindurch. Wir kamen für kurze Zeit an die Hauptverbindungsstraße, die uns Läufern nachher als Rückweg dienen sollte. Diese Hauptverkehrsstraße mussten wir allerdings für einen Abstecher durch Mannheim-Seckenheim wieder verlassen. Ich konnte jetzt allerdings schon das Führungsfahrzeug sehen, welches uns auf der Hauptstraße entgegenkam und dort den führenden Läufer des Marathons (oder des Halbmarathons) begleitete.
Seckenheim hatte einen sehr dörflichen Charakter. Es ging erst um den Ort herum und dann von Süd nach Nord durch den Ort hindurch. Zuvor war ich von der führenden Frau des Marathons, begleitet von einem Fahrradfahrer, überholt worden. Wir erreichten die Hauptstraße, kamen an einem Versorgungspunkt vorbei und bogen links ab, sodass wir nun nach Westen liefen. Dieser Abschnitt war der unangenehmste, da ich nun gegen die Sonne laufen musste und keine Kappe bei mir hatte.
Ich musste nun ständig auf den Boden schauen, um nicht total von der Sonne geblendet zu werden. Links von uns waren Wohnhäuser, rechts die Straßenbahn. Wir kamen wieder an der Stelle vorbei, wo ich vorhin das Führungsfahrzeug gesehen hatte. Nun konnte ich das dichtgedrängte Feld hinter mir sehen. Ich kam unter der Autobahnbrücke hindurch und danach trennten sich Hin- und Rückweg wieder. Vereinzelt standen Bäume am Straßenrand, in deren Schatten ich der tiefstehenden Sonne nicht allzu extrem ausgesetzt war. Hinter der Verzweigungsstelle trennte uns nur noch die Straßenbahnlinien von der Südseite des Neckars, an dem wir jetzt entlangliefen. Dann kamen wir an eine Stelle, wo ein Wendepunkt der Straßenbahn war sowie eine hochgelegene Straße. Wir machten eine Links-Rechts-Kurve und waren nun erstmals für einige Zeit im Schatten. Nun sah ich erst richtig, wie dunkel es bereits war, da die Sonne extrem tief stand. Hier war eine Verpflegungsstelle sowie ein Staffel-Wechselpunkt. Ich nahm mir nun ein isotonisches Getränk.
Mittlerweile hatte ich zwei körperliche Probleme. Zum einen spürte ich mein rechtes Knie. Ich überlegte daher, ob ich vielleicht doch nur den Halbmarathon absolvieren sollte. Zum anderen glaubte ich, dass ich an beiden Fersen Blasen bekam. Ich war mir jedoch nicht sicher, ob ich mir dies nur einbildete und wartete noch ein wenig mit dem Einsatz eines Pflasters. Da ich sowieso nur ein einziges Reservepflaster bei mir hatte, war ich auf den Rettungsdienst angewiesen und hielt daher die Augen offen.
Es ging nun ein sehr langes Stück geradeaus am Neckar entlang. Erst hatten wir links von uns ein Wohngebiet und dann den Luisenpark, der allerdings durch eine Mauer von uns getrennt war. Ganz grob konnte ich das Teehaus erkennen. Dann sah ich den Fernsehturm auf der linken Seite. Am Ende dieser Geraden lagen einige Leute auf der Wiese und schauten uns beim Laufen zu.
Am Ende des Luisenparks bogen wir links ab und waren nun wieder in der Mannheimer Innenstadt. Nach einer weiteren Rechtskurve ging es wieder Richtung Westen. Nach einer Weile hatten wir den Rosengarten hinter uns und befanden uns nun dort, wo die Straßen alle senkrecht aufeinander stehen. Hier waren auch die meisten Zuschauer vorhanden.
Es ging eine lange Strecke geradeaus. Irgendwann war denn der Punkt gekommen, wo die Teilnehmer des Halbmarathons uns verließen. Sie mussten links abbiegen und dann zurück zum Rosengarten, wo sie das Ziel erreicht hatten. Wir waren jetzt aber trotzdem nicht allein auf der Strecke, sondern wurden noch von den Duo- und den Staffelläufern begleitet. Fast jedes Mal, wenn mich ein Teilnehmer überholte, handelte es sich um einen der letztgenannten beiden Disziplinen. Da meine Probleme am Knie wieder verschwunden waren, war es für mich keine Frage, den ganzen Marathon zu absolvieren.
Für die erste Hälfte der Strecke hatte ich weniger als 100 Minuten benötigt. Leider wurden die Schmerzen an den beiden Fersen immer stärker. Ich wollte nun den nächsten Rettungspunkt ansteuern, um mir ein zweites Reservepflaster geben zu lassen. Die Blasen an den Fersen mussten eigentlich sichtbar sein, so stark wie sie inzwischen schmerzten.
Eigentlich hatte ich erwartet, jetzt auf die Pylon-Brücke zu kommen, welche über den Rhein und über die Ludwigshafener Innenstadt führt. Doch hier wurde ich getäuscht. Die Streckenführung hatte sich extrem geändert. Wir bogen erst nach links ab und kamen am Schloss vorbei. Dahinter ging es auf einer Wendelbrücke entlang auf die Konrad-Adenauer-Brücke, welche weiter südlich liegt und auch die Eisenbahnstrecke von Mannheim nach Ludwigshafen beherbergt. Ich war ziemlich enttäuscht. Da ich hier ein Rettungsteam sah, lief ich auf die andere Straßenseite zu den Helfern hin. Dabei musste ich über zwei Straßen, die für Autos vorgesehen waren. Es war ein zusammenklappbarer Stuhl vorhanden, auf den ich mich setzte und beide Schuhe auszog. Während ich mein mitgebrachtes Reservepflaster auf die Ferse des linken Fußes setzte, brachten die Helfer ein Pflaster auf der linken Ferse an. Dieser Zwischenstopp hatte mich über eine Minute gekostet. Als ich dann wieder weiterlaufen wollte, musste ein Helfer die Autos anhalten, welche zunächst einfach weiterfuhren. Mit ein bisschen Verzögerung war ich dann wieder auf der Strecke.
Ich sah vor mir einen Läufer, der das gleiche Trikot wie ich trug, nämlich das grün-weiße vom Mittelrhein-Marathon 2012. Ich holte den Typen ein und unterhielt mich mit ihm ein bisschen. Er war bisher erst zwei Marathons gelaufen und peilte heute eine neue Bestzeit an. Wir verließen zusammen die Brücke und bogen gleich dahinter rechts ab, um eine 270°-Kurve zu absolvieren, die uns nun direkt an das Rheinufer brachte. Der andere Teilnehmer erklärte mir, dass hier vor einigen Tagen der Flusspegel noch extrem hoch gestanden hätte. Auch dieser Streckenabschnitt war für mich neu, da ich ihn weder 2012 noch 2013 gelaufen war.
Als wir den Luitpoldhafen erreichten, ging es eine Schneckenbrücke hinauf. Hier spürte ich nun, dass der Helfer des Rettungsteams mein Pflaster total schlecht justiert hatte. Während es an der rechten Ferse einigermaßen auszuhalten war, war die Belastung der linken Ferse extrem unangenehm. Ich versuchte dies auszugleichen, indem ich nur auf Zehensitzen nach oben lief. Umso angenehmer war dann der Weg nach unten. Gegenverkehr hatten wir hier keinen, aber direkt auf der anderen Seite, wo sich Hin- und Rückweg trennten, sah ich von links das Führungsfahrzeug kommen. Der Führende war nun also nur noch etwa fünf Kilometer vom Ziel entfernt.
Da ich meine Geschwindigkeit nicht aufrechterhalten konnte, lief mir mein Gesprächspartner davon und ich war wieder alleine unterwegs. Ich befand mich auf einer richtigen Insel im Rhein, die nur durch drei Brücken mit dem Ludwigshafener Festland verbunden war. Der Weg führte hier durch ein Wohngebiet am Park entlang, bevor wieder eine Brücke auftauchte, welche mich zurück zum Festland führte. So langsam fing es an zu dämmern.
Die jetzige Strecke diente fast ununterbrochen als Hin- und Rückweg und war mit zahlreichen Zuschauern versehen. Am Südweststadion bogen wir links ab. Hier war wieder eine Wechselzone, die sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg genutzt wurde. Nach einer Strecke durch den Wald kam ich an eine breite Hauptstraße, deren Fahrzeugspuren durch die Straßenbahnlinie getrennt waren. Ich lief auf der rechten Seite, links kamen mir die Läufer vor mir entgegen. Leider verpasste ich es, drauf Acht zu geben, ob Frank vielleicht unter ihnen war.
Da meine Fersen schmerzten, wartete ich gespannt, wo denn nun der Wendepunkt war, von dem aus ich dann nur noch zurück nach Mannheim ins Ziel laufen musste. Leider zog sich der Weg lange hin. Nach Mundenheim kam ich in den Stadtteil Rheingönheim. Es war inzwischen richtig dunkel geworden und ich sah erstmals angebrannte Fackeln an der Strecke. Irgendwo war es dann doch so weit, dass ich das Ende des Kurses sah. Ich legte eine 180°-Kurve ein, nahm mir einen Becher Wasser und lief den gleichen Weg zurück. Lediglich an einer Stelle zwischen Mundenheim und Rheingönheim musste ich vom Hinweg kurz abweichen. Als ich dann wieder an der Straßenbahnlinie war, hatte ich sogar meinen Vordermann aus den Augen verloren. Ein kleiner Junge begleitete mich nun etwa einen Kilometer lang. Er sagt, dass er neun Jahre alt sei. Ich erklärte ihm, dass er als Zehnjähriger dann einen Zehn-Kilometerlauf absolvieren könne. Kurz vor dem Waldstück verließ er mich wieder.
Ich war inzwischen deutlich langsamer geworden. Eine neue Bestzeit schien zwar möglich, aber sie sollte nicht so überragend ausfallen. Ich kam wieder am Südweststadion vorbei und bog dann rechts ab, um wieder auf die Insel im Rhein zu gelangen. Hier trennte sich die Strecke vom Hinweg. Ich lief am Ostufer der Insel entlang. Es gab hier weniger Zuschauer, da links von uns ein Park war. Als wir am Ende der Insel wieder den gemeinsamen Hin- und Rückweg erreichten, kamen wir an einer extrem dunklen Passage vorbei, wo ich aufpassen musste, nicht auf irgendwelche Hindernisse zu treten.
Ich glaube, es war auf der anderen Seite der Schneckenbrücke, wo mich die drittschnellste Frau des Marathons, begleitet von einem Fahrradfahrer, überholte. Die beiden Pacemaker für die 3:15-Stundenmarke hatten mich schon zuvor überholt. Ich sah jetzt das hintere Feld des Marathons mir entgegenkommen. Auf oder kurz hinter der Konrad-Adenauer-Brücke kam mir dann auch der langsamste Teilnehmer des Marathons entgegen. Hinter der Konrad-Adenauer-Brücke über den Rhein trennten sich Hin- und Rückweg. Ich hatte nun einen längeren Abschnitt zu absolvieren, bei dem ich zunächst an einem Red-Bull-Versorgungsstand einen Becher des gleichnamigen Getränks zu mir nahm, was ich sonst nie trank. Dann ging es einen längeren Abschnitt durch das Schloss hindurch.
Danach trafen wir wieder auf den Hinweg und waren schnell wieder in der Mannheimer Innenstadt, wo alle Straßen rechtwinklig angeordnet sind. Ich nahm Kurs auf das Ziel. Um noch eine neue Bestzeit hinzulegen, musste ich mich nun doch noch ein bisschen anstrengen. Ich lief eben, so gut es noch ging. Je näher wir dem Rosengarten kamen, umso mehr Zuschauer jubelten mir zu. Wie 2012 und 2013 ging es am Ende noch einmal eine ganze Runde um den Rosengarten, bevor ich nach einer Bruttozeit von wenig über 3:23 Stunden im Ziel war. Ich ließ mir die Medaille umhängen, auf der nur auf dem Band das Jahr zu lesen war (von einem genauen Datum ganz zu schweigen). Dann nahm ich mir ein bisschen zu essen und zu trinken und traf dabei wieder auf den Mann im Mittelrhein-Marathon-Trikot, der tatsächlich einige Minuten schneller als ich gewesen war. Wir redeten kurz miteinander und dann holte ich im Keller des Gebäudes meine Tasche ab. Ich rief meinen Vater an und bat ihn, mich mit dem Auto abzuholen. Ich musste ständig husten.
Ich begab mich zu den Duschen, die am gleichen Ort wie in den letzten Jahren waren. Ich zog mich um und ging zum Bahnhof, wo mein Vater mich abholte und nach Hause brachte. Wegen der Bahnstreiks konnte ich am nächsten Morgen schon einen früheren Zug nach Hannover nehmen, weshalb ich eine Stunde früher als geplant wieder in Bremen ankam.
Dienstag, 5. Mai 2015
Halbmarathon Winsen 2015-05-01
Der einhundertundvierzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der Deichlauf in Winsen.
Winsen an der Luhe liegt zwischen Hamburg und Lüneburg. Ich hatte bereits im Oktober 2012 einen Halbmarathon in Borstel-Sangenstedt absolviert. Diese Ortschaft liegt östlich von Winsen und ich hatte damals zum ersten Mal in meinem Leben einen dritten Platz erreicht. Die heutige Veranstaltung ging jedoch über eine ganz andere Strecke. Der Startbereich war im Zentrum von Winsen und die Strecke sollte auf dem Deich bis an die Elbe führen. Neben dem Halbmarathon gab es noch einige kürzere Strecken.
Meine Dauererkältung schien inzwischen auskuriert zu sein. Am letzten Wochenende hatte ich auf die Veranstaltung in der Südheide verzichtet. Nun konnte ich aber endlich wieder laufen.
Da der Halbmarathon um neun Uhr beginnen sollte, musste ich an diesem Freitag schon um fünf Uhr aufstehen. Ich frühstückte, zog meine Läuferkleidung und darüber die normale Kleidung an und ging zur Straßenbahn, die um kurz nach sechs Uhr losfuhr. Um kurz vor halb sieben Uhr war ich am Hauptbahnhof. Hier war ich ein bisschen verwirrt, da zunächst nicht eindeutig einzusehen war, von welchem Gleis der Metronom nach Hamburg abfuhr. Rechtzeitig kam ich jedoch in den Zug, der dann pünktlich abfuhr. Nach einer Stunde erreichte ich Hamburg-Harburg und wartete eine halbe Stunde lang auf den Metronom nach Uelzen. Physikalisch betrachtet handelte es sich um den gleichen Zug, in dem ich zuvor nach Harburg gefahren war.
Diese Fahrt dauerte nur zehn Minuten, bevor ich in Winsen ankam. Unterwegs nahm ich mein mitgebrachtes Brot zu mir. Als ich dann in Winsen ausstieg, musste ich einfach nur den anderen Teilnehmern hinterhergehen. Begleitet wurde ich von einem älteren Ehepaar, das heute dem Sohn beim Laufen zuschauen wollte, und einem Besoffenen, der die ganze Nacht durchgefeiert hatte.
Der Weg vom Bahnhof zum Stadtzentrum erwies sich als länger als vermutet. Es war 8:40 Uhr, als ich dort endlich ankam. In einem Gebäude konnte ich meine Startnummer und einen Zeitmesschip abholen, den ich unbedingt nach dem Rennen wieder abgeben musste, da sonst eine zweistellige Gebühr fällig werden würde. Danach ging ich auf die Toilette, zog meine Jacke aus und brachte meine Tasche zu einem Zelt, wo eine überwachte Aufbewahrung war. Inzwischen waren es nur noch wenige Minuten bis zum Start. Die Teilnehmerzahl lag bei etwa 100 Leuten. Ich hatte aus den Vorjahresergebnissen gesehen, dass ich mit meinem heutigen Leistungsstand unter die ersten zehn Finisher kommen konnte und stellte mich dementsprechend weit nach vorn. Um Punkt neun Uhr kam der Startschuss, die anderen Läufe sollten später beginnen.
Es ging nach Norden durch die Stadt. Ich hatte das Läuferfeld vor mir ganz gut im Blick. Eine Frau befand sich vor mir, sie wurde jedoch nach wenigen Kilometern überholt. Ich konnte nun sehen, dass ich mich auf Position elf befand. Noch innerhalb der Stadt überquerten wir einen Fluss, bei welchem es sich vermutlich um die Luhe handelte. Dahinter kamen wir dann auf dem Deich, auf welchem es nun kilometerlang nach Norden ging. Wir hatten hier eine schöne Übersicht. Rechts von uns war ein Feld mit einem Fluss, links von uns waren einzelne Grundstücke. Zuschauer waren überhaupt keine zu sehen, stattdessen war die Verpflegung an der Strecke extrem gut Es gab fast alle drei Kilometer Wasser und Tee zu trinken. Auch die Anzahl der Fotografen war auffallend hoch.
Das Wetter war nahezu ideal. Nachdem es anfangs noch extrem sonnig gewesen war, waren inzwischen Wolken aufgezogen. Die Temperaturen lagen noch knapp im einstelligen Bereich. Ein südländischer Läufer, welcher sich vor mir befand, wurde immer langsamer. Als ich ihn überholte, hatte ich Position zehn erreicht.
Als wir den nördlichsten Streckenpunkt erreichten, ging es an einem Park von Yachten vorbei und dann mussten wir durch einen sehr engen Tunnel, der unter einer Brücke hindurchführte. Die Ortschaft hier hieß Stöckte. Dann waren wir am Ufer der Elbe. Hier war eine Art Landstraße mit einem Fahrradweg. Der Fahrradweg war für uns Läufer vorgesehen. Die beiden Autospuren waren für Autos vorgesehen, allerdings fuhren hier nur extrem wenige PKWs. Wir liefen in Richtung Westen und ich überholte nun einen Läufer, der ein Trikot mit der Aufschrift „Polizei“ auf dem Rücken trug. Als ich ihn überholte, fragte ich ihn, ob ihm etwas von Duschen im Zielbereich bekannt sei. Er sagte mir, dass er keine Ahnung habe, da er selber nur drei Kilometer vom Ziel entfernt wohne und jedes Jahr zu Hause duschen würde. Ich verabschiedete mich von ihm und er sagte, dass wir uns dann im Ziel sehen würden.
Ich hatte bis jetzt ein relativ gutes Tempo hingelegt, wurde aber ein bisschen langsamer. Zum Glück waren alle Kilometer ausgeschildert, was mir die Geschwindigkeitsberechnung ein bisschen einfacher machte. Nach einer gewissen Strecke auf dem Fahrradweg der Landstraße bogen wir links ab. Es ging nun wieder auf einem Deich entlang. Hier verlor ich erstmals meinen Vordermann aus den Augen. Zum Glück standen genug Helfer bereit, um zu verhindern, dass ich den falschen Weg nahm. Ein weiteres Überholen war inzwischen nahezu ausgeschlossen für mich.
Wir kamen durch eine Ortschaft namens Laßrönne. Als wir diese Ortschaft wieder verließen, kamen wir auf den Fahrradweg einer Landstraße. Ich sah hier einige Läufer, die mir entgegenkamen. Der letzte von ihnen wurde von einem Radfahrer begleitet. Jetzt wurde mir klar, dass ich mich wieder auf der gleichen Strecke fand, die ich auf dem Hinweg abgelaufen hatte. Die mir entgegenkommenden Teilnehmer bildeten das Schlussfeld des Halbmarathons. Dies gab mir die Garantie, dass mir jetzt kein Teilnehmer mehr entgegen kommen würde.
Der Rückweg war nun exakt die gleiche Strecke wie der Hinweg. Ich lief die Landstraße entlang und bog dann links ab, kam durch den Tunnel hindurch und dann wieder auf dem Deich entlang. Hier war irgendwo der Wendepunkt für die 10,8-Kilometer-Strecke. Mir kamen nun ständig Walker entgegen, von denen aber nur die wenigsten Stöcke hatten, während die Mehrheit irgendwelche merkwürdigen Ringe in den Händen hielt. Ich hatte inzwischen Hunger bekommen und spürte auch leichte Schmerzen am rechten Knie.
Eine Zeit von 90 Minuten schien nicht mehr möglich zu sein. Ich wurde sogar noch von einem Halbmarathonläufer überholt, wodurch ich auf den zehnten Platz zurückfiel. Kurz darauf ging es wieder in die Stadt und zum Veranstaltungszentrum zurück. Ich überquerte die Ziellinie nach einer Zeit zwischen 90 und 91 Minuten. Eine Medaille gab es nicht, was bei einer Startgebühr von sechs Euro auch nicht zu erwarten gewesen war.
Den Zeitmesschip legte ich sofort ab. Dann holte ich meine Tasche und informierte mich, wo die Duschen seien. Zum Glück gab es Duschen, diese sollten in einem Schulgelände sein, welches ich nach kurzer Zeit fand. Ich duschte, zog mich um und ging zum Bahnhof Winsen zurück. Dort stieg ich in den nächsten Metronom. Ich schaute mir noch ein bisschen Hamburg an und kam abends wieder nach Hause.
Der Deichlauf in Winsen.
Winsen an der Luhe liegt zwischen Hamburg und Lüneburg. Ich hatte bereits im Oktober 2012 einen Halbmarathon in Borstel-Sangenstedt absolviert. Diese Ortschaft liegt östlich von Winsen und ich hatte damals zum ersten Mal in meinem Leben einen dritten Platz erreicht. Die heutige Veranstaltung ging jedoch über eine ganz andere Strecke. Der Startbereich war im Zentrum von Winsen und die Strecke sollte auf dem Deich bis an die Elbe führen. Neben dem Halbmarathon gab es noch einige kürzere Strecken.
Meine Dauererkältung schien inzwischen auskuriert zu sein. Am letzten Wochenende hatte ich auf die Veranstaltung in der Südheide verzichtet. Nun konnte ich aber endlich wieder laufen.
Da der Halbmarathon um neun Uhr beginnen sollte, musste ich an diesem Freitag schon um fünf Uhr aufstehen. Ich frühstückte, zog meine Läuferkleidung und darüber die normale Kleidung an und ging zur Straßenbahn, die um kurz nach sechs Uhr losfuhr. Um kurz vor halb sieben Uhr war ich am Hauptbahnhof. Hier war ich ein bisschen verwirrt, da zunächst nicht eindeutig einzusehen war, von welchem Gleis der Metronom nach Hamburg abfuhr. Rechtzeitig kam ich jedoch in den Zug, der dann pünktlich abfuhr. Nach einer Stunde erreichte ich Hamburg-Harburg und wartete eine halbe Stunde lang auf den Metronom nach Uelzen. Physikalisch betrachtet handelte es sich um den gleichen Zug, in dem ich zuvor nach Harburg gefahren war.
Diese Fahrt dauerte nur zehn Minuten, bevor ich in Winsen ankam. Unterwegs nahm ich mein mitgebrachtes Brot zu mir. Als ich dann in Winsen ausstieg, musste ich einfach nur den anderen Teilnehmern hinterhergehen. Begleitet wurde ich von einem älteren Ehepaar, das heute dem Sohn beim Laufen zuschauen wollte, und einem Besoffenen, der die ganze Nacht durchgefeiert hatte.
Der Weg vom Bahnhof zum Stadtzentrum erwies sich als länger als vermutet. Es war 8:40 Uhr, als ich dort endlich ankam. In einem Gebäude konnte ich meine Startnummer und einen Zeitmesschip abholen, den ich unbedingt nach dem Rennen wieder abgeben musste, da sonst eine zweistellige Gebühr fällig werden würde. Danach ging ich auf die Toilette, zog meine Jacke aus und brachte meine Tasche zu einem Zelt, wo eine überwachte Aufbewahrung war. Inzwischen waren es nur noch wenige Minuten bis zum Start. Die Teilnehmerzahl lag bei etwa 100 Leuten. Ich hatte aus den Vorjahresergebnissen gesehen, dass ich mit meinem heutigen Leistungsstand unter die ersten zehn Finisher kommen konnte und stellte mich dementsprechend weit nach vorn. Um Punkt neun Uhr kam der Startschuss, die anderen Läufe sollten später beginnen.
Es ging nach Norden durch die Stadt. Ich hatte das Läuferfeld vor mir ganz gut im Blick. Eine Frau befand sich vor mir, sie wurde jedoch nach wenigen Kilometern überholt. Ich konnte nun sehen, dass ich mich auf Position elf befand. Noch innerhalb der Stadt überquerten wir einen Fluss, bei welchem es sich vermutlich um die Luhe handelte. Dahinter kamen wir dann auf dem Deich, auf welchem es nun kilometerlang nach Norden ging. Wir hatten hier eine schöne Übersicht. Rechts von uns war ein Feld mit einem Fluss, links von uns waren einzelne Grundstücke. Zuschauer waren überhaupt keine zu sehen, stattdessen war die Verpflegung an der Strecke extrem gut Es gab fast alle drei Kilometer Wasser und Tee zu trinken. Auch die Anzahl der Fotografen war auffallend hoch.
Das Wetter war nahezu ideal. Nachdem es anfangs noch extrem sonnig gewesen war, waren inzwischen Wolken aufgezogen. Die Temperaturen lagen noch knapp im einstelligen Bereich. Ein südländischer Läufer, welcher sich vor mir befand, wurde immer langsamer. Als ich ihn überholte, hatte ich Position zehn erreicht.
Als wir den nördlichsten Streckenpunkt erreichten, ging es an einem Park von Yachten vorbei und dann mussten wir durch einen sehr engen Tunnel, der unter einer Brücke hindurchführte. Die Ortschaft hier hieß Stöckte. Dann waren wir am Ufer der Elbe. Hier war eine Art Landstraße mit einem Fahrradweg. Der Fahrradweg war für uns Läufer vorgesehen. Die beiden Autospuren waren für Autos vorgesehen, allerdings fuhren hier nur extrem wenige PKWs. Wir liefen in Richtung Westen und ich überholte nun einen Läufer, der ein Trikot mit der Aufschrift „Polizei“ auf dem Rücken trug. Als ich ihn überholte, fragte ich ihn, ob ihm etwas von Duschen im Zielbereich bekannt sei. Er sagte mir, dass er keine Ahnung habe, da er selber nur drei Kilometer vom Ziel entfernt wohne und jedes Jahr zu Hause duschen würde. Ich verabschiedete mich von ihm und er sagte, dass wir uns dann im Ziel sehen würden.
Ich hatte bis jetzt ein relativ gutes Tempo hingelegt, wurde aber ein bisschen langsamer. Zum Glück waren alle Kilometer ausgeschildert, was mir die Geschwindigkeitsberechnung ein bisschen einfacher machte. Nach einer gewissen Strecke auf dem Fahrradweg der Landstraße bogen wir links ab. Es ging nun wieder auf einem Deich entlang. Hier verlor ich erstmals meinen Vordermann aus den Augen. Zum Glück standen genug Helfer bereit, um zu verhindern, dass ich den falschen Weg nahm. Ein weiteres Überholen war inzwischen nahezu ausgeschlossen für mich.
Wir kamen durch eine Ortschaft namens Laßrönne. Als wir diese Ortschaft wieder verließen, kamen wir auf den Fahrradweg einer Landstraße. Ich sah hier einige Läufer, die mir entgegenkamen. Der letzte von ihnen wurde von einem Radfahrer begleitet. Jetzt wurde mir klar, dass ich mich wieder auf der gleichen Strecke fand, die ich auf dem Hinweg abgelaufen hatte. Die mir entgegenkommenden Teilnehmer bildeten das Schlussfeld des Halbmarathons. Dies gab mir die Garantie, dass mir jetzt kein Teilnehmer mehr entgegen kommen würde.
Der Rückweg war nun exakt die gleiche Strecke wie der Hinweg. Ich lief die Landstraße entlang und bog dann links ab, kam durch den Tunnel hindurch und dann wieder auf dem Deich entlang. Hier war irgendwo der Wendepunkt für die 10,8-Kilometer-Strecke. Mir kamen nun ständig Walker entgegen, von denen aber nur die wenigsten Stöcke hatten, während die Mehrheit irgendwelche merkwürdigen Ringe in den Händen hielt. Ich hatte inzwischen Hunger bekommen und spürte auch leichte Schmerzen am rechten Knie.
Eine Zeit von 90 Minuten schien nicht mehr möglich zu sein. Ich wurde sogar noch von einem Halbmarathonläufer überholt, wodurch ich auf den zehnten Platz zurückfiel. Kurz darauf ging es wieder in die Stadt und zum Veranstaltungszentrum zurück. Ich überquerte die Ziellinie nach einer Zeit zwischen 90 und 91 Minuten. Eine Medaille gab es nicht, was bei einer Startgebühr von sechs Euro auch nicht zu erwarten gewesen war.
Den Zeitmesschip legte ich sofort ab. Dann holte ich meine Tasche und informierte mich, wo die Duschen seien. Zum Glück gab es Duschen, diese sollten in einem Schulgelände sein, welches ich nach kurzer Zeit fand. Ich duschte, zog mich um und ging zum Bahnhof Winsen zurück. Dort stieg ich in den nächsten Metronom. Ich schaute mir noch ein bisschen Hamburg an und kam abends wieder nach Hause.
Montag, 27. April 2015
Halbmarathon Gifhorn 2015-04-26
Aus Rücksicht auf meine Gesundheit habe ich schweren Herzens auf eine Teilnahme verzichtet.
Montag, 20. April 2015
Halbmarathon Hannover 2015-04-19
Der einhundertunddreizehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der 25. Hannover-Marathon.
Der Hannover-Marathon gehört für mich zu den Pflichtveranstaltungen. Er findet jedes Jahr im April oder Mai statt und ich hatte hier seit 2010 immer den Halbmarathon absolviert. Zur 25. Auflage hatte der Hauptsponsor gewechselt. Bei diesem handelte es sich nicht mehr um TUI, sondern um HAJ. Schon seit einiger Zeit hatte ich hier einmal den kompletten Marathon absolvieren wollen, aber gerade im April gibt es zu viele andere Veranstaltungen, denen ich in dann jeweils den Vorzug gegeben hatte. Im Frühjahr 2013 war ich den Hamburg-Marathon gelaufen, im Frühjahr 2014 den Marathon an der Deutschen Weinstraße und dieses Jahr den Marathon in Rotterdam. Ich hatte mir jedoch fest vorgenommen, mich sofort nach dem heutigen Rennen für die Marathon-Auflage 2016 anzumelden, da ich aus Erfahrung wusste, dass das Datum in den Startunterlagen bekanntgegeben werden würde.
Leider war ich gesundheitlich wieder angeschlagen. Es war offenbar doch nicht so gut gewesen, am letzten Wochenende trotz Erkältung einen ganzen Marathon zu absolvieren. Seit Donnerstag hatte ich wieder mit einem Kratzen im Hals und einem verstärkten Nasenlaufen zu kämpfen. Als ich an diesem Sonntagmorgen um kurz nach sechs Uhr aufstand, war mir klar, dass ich heute nicht Vollgas würde geben können. Ich duschte, frühstückte und packte meine Tasche. Meine Läuferkleidung hatte ich bereits unter meiner Kleidung an, denn in Hannover sollte mir weniger Zeit bleiben als in den Vorjahren. Während der Start des Marathons auf neun Uhr gelegt war, sollte der Halbmarathon um 10:30 Uhr beginnen.
Um kurz vor halb acht Uhr ging ich aus dem Haus. Es war relativ kühl und noch ziemlich bewölkt. Ich nahm die Straßenbahn zum Bahnhof Walle, wo ich von einem Mann angesprochen wurde, der die Nacht in Bremen verbracht hatte und nun nach Verden wollte. Unser Weg war also erst einmal der gleiche. Wir nahmen die Nordwestbahn über den Hauptbahnhof bis nach Verden. Dort trennten wir uns. Ich ging zum anderen Bahnsteig und wartete auf den Regionalexpress nach Hannover, welcher pünktlich eintraf. Unterwegs stiegen immer mehr Halbmarathonläufe zu. Ich zog meine Kleidung aus, sodass ich nur noch die Läuferkleidung und eine Jacke anhatte.
Um 9:40 Uhr kam der Zug in Hannover an. Ich ging zur U-Bahn-Station und fuhr zwei Stationen bis zum Aegidientorplatz, dem Veranstaltungszentrum. Hier sah ich, wie gerade einige Top-Läufer des Marathons vorbeirannten. Die Startnummernausgabe war wie jedes Jahr im großen Zelt. Ich bekam den Starterbeutel, legte die Nummer an und gab die Tasche im LKW ab. Dann lief ich mich noch ein bisschen warm, ehe ich zur Startgeraden ging.
Wir schon im Vorjahr hatte ich eine Art Sonderstatus. Dank meiner schnellsten Halbmarathonzeit aus dem Jahre 2013 (damals in Paderborn, nochmals vielen Dank an die Deutsche Bahn) war ich Startblock A zugeteilt worden. Hier befand sich eine Art Elite. Der Startblock war von den Zuschauern durch Gitter getrennt, ich wurde jedoch durch eine Lücke vom Personal in Rugby-Kleidung hereingelassen. Von Startblock B trennte uns ein rot-weißes Absperrband, das auch von Helfern bewacht wurde. In diesem Startblock B waren die Läufer dichtgedrängt, während wie hier vorne richtig viel Platz hatten. Ich fühlte mich, als wäre ich in der Eisenbahn in der ersten Klasse.
Die Wolken waren inzwischen verschwunden und wir hatten strahlenden Himmel. Da ich wegen meiner Schwächung heute keine Jahresbestzeit anpeilte, sondern zwischen 90 und 95 Minuten laufen wollte, musste ich damit rechnen, von einigen Leuten überholt zu werden. Andererseits hatte ich die Möglichkeit, diesen Lauf einmal richtig zu genießen.
Um Punkt 10:30 Uhr ging es los. Die Strecke war exakt die gleiche wie im Vorjahr. Die Startgeraden, an der unzählige Zuschauer standen und Lärm machten, führte zuerst nach Westen und bog dann nach halblinks ab. Lins von uns war eine Wiese, auf der mir diesmal eine große Säule mit einem Denkmal auffiel. Es handelte sich dabei um die Waterloo-Säule. Hinter der Waterloo-Säule legten wir eine 180°-Kurve hin. Ich sah, dass ich für den ersten Kilometer weniger als viereinhalb Minuten benötigt hatte. Ich musste daher ein bisschen langsamer machen. Nach einer scharfen Rechtskurve kamen wir in eine ruhigere Straße nach Süden. Am Ende dieser Geraden war das Stadion zu sehen und der Maschsee erreicht. Jetzt wurde es wieder viel lauter. Wir liefen am Nordufer des Maschsee entlang und bogen dann nach rechts ab, um östlich des Sees entlangzulaufen. Auf dieser nun ziemlich langen Geraden wurde ich von einer großen Läufergruppe überholt, bei der es sich vermutlich um die Gruppe um den Pacemaker für die 1:30-Stundenmarke handelte.
Es ging bis Kilometer fünf geradeaus. Dann war der Maschsee zu Ende und vor uns befand sich eine hochgelegene Eisenbahnbrücke. Unter dieser waren die Marathonläufer vor eineinhalb Stunden geradeaus hindurch gelaufen, während wir nun nach links geleitet wurden. Hier befand sich auch der erste Verpflegungspunkt, wo es neben Getränken auch schon Obst gab. Ich nahm lediglich einen Becher Wasser zu mir.
Wir liefen nun ein Stückchen an der Eisenbahnbrücke entlang und bogen dann wieder links ab, sodass wir – ein bisschen rechts versetzt – wieder den Rückweg nach Norden in Richtung Zentrum antraten. Rechts von uns war die Straßenbahnlinie, an deren Stationen uns auch zahlreiche Zuschauer beobachteten.
Diese Gerade nach Norden war extrem lang und gehörte auch wieder zum Marathonkurs. Die Marathonläufer waren aber schon alle hier vorbei. Nach sieben Kilometern war wieder ein Verpflegungspunkt, wo ich bei einer Helferin meine Hände aufhielt, damit sie mir ein Stück Banane hineinlegen sollte. Sie legte mir aber gleich zwei Stücke hinein, die ich dann beide essen musste.
Weiter nördlich war dann der Aegidientorplatz erreicht, wo ich bei meiner Anreise das Führungsfeld hatte vorbeirasen sehen. Je näher wir dem Stadtzentrum kamen, desto lauter wurde es. Am Kröpcke in der Fußgängerzone legte ich eine Rechtskurve hin und kam dann zum Hauptbahnhof, vor welchem ich wieder rechts abbog. Wir waren hier von den Zuschauern durch Gitter getrennt.
Ich lief durch die Unterführung südöstlich des Hauptbahnhofs und direkt dahinter war Kilometer zehn erreicht, wo unsere Zwischenzeit gemessen wurde. Ich hatte bis jetzt etwa 43,5 Minuten benötigt, hochgerechnet war also sogar eine Zeit von unter 1:33 Stunden möglich. Nicht schlecht für meinen Gesundheitszustand. Schmerzen am Knie hatte ich überraschenderweise nicht.
Es ging nun durch einige engere Straßen und dann wurde es auch auf der Strecke enger, da das Schlussfeld des Marathons erreicht worden war. Ich hatte nun ständig zu überholen. Schließlich kam ich an einem Staffelwechselpunkt vorbei, wo viele Teilnehmer warteten, um endlich loslaufen zu können. Ich war mir vor dem Start dessen gar nicht bewusst gewesen, dass man sich den Hannover-Marathon auch mit mehreren Leuten teilen konnte. Da ich mein Trikot vom Wolfsburg-Marathon 2011 trug, feuerten mich einige Zuschauer auch mit „Volkswagen“ an.
Ich hatte schon vor Monaten erfahren, dass Matthias, den ich vor zwei Jahren beim Hamburg-Marathon kennengelernt hatte, heute den Hannover-Marathon laufen wollte. Ich versuchte, mir auszurechnen, wo ich ihn in etwa überholten würde, bekam ihn jedoch nicht zu sehen. Stattdessen folgte wieder eine der Stelle, wo die Teilnehmer durch aufgestellte Schilder darauf hingewiesen wurden, sich richtig einzuordnen. Halbmarathonis nach links, Marathonis nach rechts. Dann mussten beide Gruppen tatsächlich in die angegebene Richtung abbiegen. Ich war inzwischen seit einer Stunde mit konstanter Geschwindigkeit unterwegs und hatte keinerlei körperliche Beschwerden außer der Tatsache, dass ich ständig meine Nase leeren musste.
Kurz vor Kilometer 14 trafen wir wieder mit den Halbmarathonläufern zusammen. Wir liefen einen Halbkreis, waren allerdings durch Gitter voneinander getrennt. Hier kamen wir erneut an einem sehr gut besuchten Staffelwechselpunkt vorbei, bevor sich unsere Wege wieder trennten. Auf dem nun folgenden, kurzen Abschnitt muss ich Matthias wohl überholt haben.
Als beide Felder wieder zusammentrafen, ging es unter der Bahnlinie hindurch. Wir waren nun wieder südlich der Gleise und kamen am Welfenschloss vorbei. Rechts von uns war wieder eine Straßenbahnlinie, an der Zuschauer standen, und auch links war die Rasenfläche voller Menschen, die das inzwischen leicht sommerliche Wetter genossen. Nach einer 150°-Kurve hatten wir dann zu unserer rechten Seite die Herrenhäuser Gärten. Ich konnte in diesem Park sehen, wie die Marathonteilnehmer dort entlangliefen. Ich selber legte am Ende des Parks eine 180°-Kurve hin und kam dann an den Autobahnzubringer, von dem eine Spur für uns Läufer gesperrt war. Nun trennten sich die Kurse ein letztes Mal. Die Marathonläufer mussten geradeaus um noch die Runde durch die Gärten zu drehen. Ich bog links ab und nach wenigen Metern war ich dann an der Stelle, wo die Kurse sich wieder vereinigten.
Es ging nun unter einer hochgelegenen Auto-Fernverkehrsstraße hindurch. Im nun folgenden Wohngebiet hatten einige Zuschauer einen Tisch aufgebaut, an dem man sich mit Bier bedienen konnte. Die Aufschrift „5,0% Alkohol“ war an jedem der Gläser angebracht. Ich überlegte kurz, ob ich zugreifen sollte, aber ich wollte wegen meines Gesundheitszustands kein Risiko eingehen.
Beim letzten Versorgungspunkt nahm ich mir noch einen Becher Wasser und bog danach auf die lange Zielgeraden ein. Einen Schlussspurt legte ich nicht ein, sondern winkte stattdessen den Zuschauern zu. Schon im letzten Jahr war die Ziellinie ein bisschen verlegt worden. Da ich noch einen guten Platz bei den Duschen haben wollte, joggte ich nun im Zielbereich weiter. Meine Helferin schaffte es nach anfänglichen Problemen, mir die Medaille umzuhängen. Sie hatte die Form einer 25 und war für alle Disziplinen gleich, lediglich das Band hatte verschiedene Farben, wie man es vom Hannover-Marathon nun einmal gewohnt ist. Meine Zeit hatte knapp über 93 Minuten betragen.
Ich nahm mir einige Dinge zu essen und verließ dann den Finisher-Bereich, um zu den LKWs weiter zu joggen. Dort bekam ich meine Tasche zurück und suchte die Duschen auf. Hier war noch jede Menge Platz vorhanden. Ich duschte, zog mich wieder an und machte mich dann per U-Bahn auf den Weg zurück zum Hauptbahnhof. Es war inzwischen richtig warm geworden. Am Nachmittag kam ich wieder zu Hause an.
Der 25. Hannover-Marathon.
Der Hannover-Marathon gehört für mich zu den Pflichtveranstaltungen. Er findet jedes Jahr im April oder Mai statt und ich hatte hier seit 2010 immer den Halbmarathon absolviert. Zur 25. Auflage hatte der Hauptsponsor gewechselt. Bei diesem handelte es sich nicht mehr um TUI, sondern um HAJ. Schon seit einiger Zeit hatte ich hier einmal den kompletten Marathon absolvieren wollen, aber gerade im April gibt es zu viele andere Veranstaltungen, denen ich in dann jeweils den Vorzug gegeben hatte. Im Frühjahr 2013 war ich den Hamburg-Marathon gelaufen, im Frühjahr 2014 den Marathon an der Deutschen Weinstraße und dieses Jahr den Marathon in Rotterdam. Ich hatte mir jedoch fest vorgenommen, mich sofort nach dem heutigen Rennen für die Marathon-Auflage 2016 anzumelden, da ich aus Erfahrung wusste, dass das Datum in den Startunterlagen bekanntgegeben werden würde.
Leider war ich gesundheitlich wieder angeschlagen. Es war offenbar doch nicht so gut gewesen, am letzten Wochenende trotz Erkältung einen ganzen Marathon zu absolvieren. Seit Donnerstag hatte ich wieder mit einem Kratzen im Hals und einem verstärkten Nasenlaufen zu kämpfen. Als ich an diesem Sonntagmorgen um kurz nach sechs Uhr aufstand, war mir klar, dass ich heute nicht Vollgas würde geben können. Ich duschte, frühstückte und packte meine Tasche. Meine Läuferkleidung hatte ich bereits unter meiner Kleidung an, denn in Hannover sollte mir weniger Zeit bleiben als in den Vorjahren. Während der Start des Marathons auf neun Uhr gelegt war, sollte der Halbmarathon um 10:30 Uhr beginnen.
Um kurz vor halb acht Uhr ging ich aus dem Haus. Es war relativ kühl und noch ziemlich bewölkt. Ich nahm die Straßenbahn zum Bahnhof Walle, wo ich von einem Mann angesprochen wurde, der die Nacht in Bremen verbracht hatte und nun nach Verden wollte. Unser Weg war also erst einmal der gleiche. Wir nahmen die Nordwestbahn über den Hauptbahnhof bis nach Verden. Dort trennten wir uns. Ich ging zum anderen Bahnsteig und wartete auf den Regionalexpress nach Hannover, welcher pünktlich eintraf. Unterwegs stiegen immer mehr Halbmarathonläufe zu. Ich zog meine Kleidung aus, sodass ich nur noch die Läuferkleidung und eine Jacke anhatte.
Um 9:40 Uhr kam der Zug in Hannover an. Ich ging zur U-Bahn-Station und fuhr zwei Stationen bis zum Aegidientorplatz, dem Veranstaltungszentrum. Hier sah ich, wie gerade einige Top-Läufer des Marathons vorbeirannten. Die Startnummernausgabe war wie jedes Jahr im großen Zelt. Ich bekam den Starterbeutel, legte die Nummer an und gab die Tasche im LKW ab. Dann lief ich mich noch ein bisschen warm, ehe ich zur Startgeraden ging.
Wir schon im Vorjahr hatte ich eine Art Sonderstatus. Dank meiner schnellsten Halbmarathonzeit aus dem Jahre 2013 (damals in Paderborn, nochmals vielen Dank an die Deutsche Bahn) war ich Startblock A zugeteilt worden. Hier befand sich eine Art Elite. Der Startblock war von den Zuschauern durch Gitter getrennt, ich wurde jedoch durch eine Lücke vom Personal in Rugby-Kleidung hereingelassen. Von Startblock B trennte uns ein rot-weißes Absperrband, das auch von Helfern bewacht wurde. In diesem Startblock B waren die Läufer dichtgedrängt, während wie hier vorne richtig viel Platz hatten. Ich fühlte mich, als wäre ich in der Eisenbahn in der ersten Klasse.
Die Wolken waren inzwischen verschwunden und wir hatten strahlenden Himmel. Da ich wegen meiner Schwächung heute keine Jahresbestzeit anpeilte, sondern zwischen 90 und 95 Minuten laufen wollte, musste ich damit rechnen, von einigen Leuten überholt zu werden. Andererseits hatte ich die Möglichkeit, diesen Lauf einmal richtig zu genießen.
Um Punkt 10:30 Uhr ging es los. Die Strecke war exakt die gleiche wie im Vorjahr. Die Startgeraden, an der unzählige Zuschauer standen und Lärm machten, führte zuerst nach Westen und bog dann nach halblinks ab. Lins von uns war eine Wiese, auf der mir diesmal eine große Säule mit einem Denkmal auffiel. Es handelte sich dabei um die Waterloo-Säule. Hinter der Waterloo-Säule legten wir eine 180°-Kurve hin. Ich sah, dass ich für den ersten Kilometer weniger als viereinhalb Minuten benötigt hatte. Ich musste daher ein bisschen langsamer machen. Nach einer scharfen Rechtskurve kamen wir in eine ruhigere Straße nach Süden. Am Ende dieser Geraden war das Stadion zu sehen und der Maschsee erreicht. Jetzt wurde es wieder viel lauter. Wir liefen am Nordufer des Maschsee entlang und bogen dann nach rechts ab, um östlich des Sees entlangzulaufen. Auf dieser nun ziemlich langen Geraden wurde ich von einer großen Läufergruppe überholt, bei der es sich vermutlich um die Gruppe um den Pacemaker für die 1:30-Stundenmarke handelte.
Es ging bis Kilometer fünf geradeaus. Dann war der Maschsee zu Ende und vor uns befand sich eine hochgelegene Eisenbahnbrücke. Unter dieser waren die Marathonläufer vor eineinhalb Stunden geradeaus hindurch gelaufen, während wir nun nach links geleitet wurden. Hier befand sich auch der erste Verpflegungspunkt, wo es neben Getränken auch schon Obst gab. Ich nahm lediglich einen Becher Wasser zu mir.
Wir liefen nun ein Stückchen an der Eisenbahnbrücke entlang und bogen dann wieder links ab, sodass wir – ein bisschen rechts versetzt – wieder den Rückweg nach Norden in Richtung Zentrum antraten. Rechts von uns war die Straßenbahnlinie, an deren Stationen uns auch zahlreiche Zuschauer beobachteten.
Diese Gerade nach Norden war extrem lang und gehörte auch wieder zum Marathonkurs. Die Marathonläufer waren aber schon alle hier vorbei. Nach sieben Kilometern war wieder ein Verpflegungspunkt, wo ich bei einer Helferin meine Hände aufhielt, damit sie mir ein Stück Banane hineinlegen sollte. Sie legte mir aber gleich zwei Stücke hinein, die ich dann beide essen musste.
Weiter nördlich war dann der Aegidientorplatz erreicht, wo ich bei meiner Anreise das Führungsfeld hatte vorbeirasen sehen. Je näher wir dem Stadtzentrum kamen, desto lauter wurde es. Am Kröpcke in der Fußgängerzone legte ich eine Rechtskurve hin und kam dann zum Hauptbahnhof, vor welchem ich wieder rechts abbog. Wir waren hier von den Zuschauern durch Gitter getrennt.
Ich lief durch die Unterführung südöstlich des Hauptbahnhofs und direkt dahinter war Kilometer zehn erreicht, wo unsere Zwischenzeit gemessen wurde. Ich hatte bis jetzt etwa 43,5 Minuten benötigt, hochgerechnet war also sogar eine Zeit von unter 1:33 Stunden möglich. Nicht schlecht für meinen Gesundheitszustand. Schmerzen am Knie hatte ich überraschenderweise nicht.
Es ging nun durch einige engere Straßen und dann wurde es auch auf der Strecke enger, da das Schlussfeld des Marathons erreicht worden war. Ich hatte nun ständig zu überholen. Schließlich kam ich an einem Staffelwechselpunkt vorbei, wo viele Teilnehmer warteten, um endlich loslaufen zu können. Ich war mir vor dem Start dessen gar nicht bewusst gewesen, dass man sich den Hannover-Marathon auch mit mehreren Leuten teilen konnte. Da ich mein Trikot vom Wolfsburg-Marathon 2011 trug, feuerten mich einige Zuschauer auch mit „Volkswagen“ an.
Ich hatte schon vor Monaten erfahren, dass Matthias, den ich vor zwei Jahren beim Hamburg-Marathon kennengelernt hatte, heute den Hannover-Marathon laufen wollte. Ich versuchte, mir auszurechnen, wo ich ihn in etwa überholten würde, bekam ihn jedoch nicht zu sehen. Stattdessen folgte wieder eine der Stelle, wo die Teilnehmer durch aufgestellte Schilder darauf hingewiesen wurden, sich richtig einzuordnen. Halbmarathonis nach links, Marathonis nach rechts. Dann mussten beide Gruppen tatsächlich in die angegebene Richtung abbiegen. Ich war inzwischen seit einer Stunde mit konstanter Geschwindigkeit unterwegs und hatte keinerlei körperliche Beschwerden außer der Tatsache, dass ich ständig meine Nase leeren musste.
Kurz vor Kilometer 14 trafen wir wieder mit den Halbmarathonläufern zusammen. Wir liefen einen Halbkreis, waren allerdings durch Gitter voneinander getrennt. Hier kamen wir erneut an einem sehr gut besuchten Staffelwechselpunkt vorbei, bevor sich unsere Wege wieder trennten. Auf dem nun folgenden, kurzen Abschnitt muss ich Matthias wohl überholt haben.
Als beide Felder wieder zusammentrafen, ging es unter der Bahnlinie hindurch. Wir waren nun wieder südlich der Gleise und kamen am Welfenschloss vorbei. Rechts von uns war wieder eine Straßenbahnlinie, an der Zuschauer standen, und auch links war die Rasenfläche voller Menschen, die das inzwischen leicht sommerliche Wetter genossen. Nach einer 150°-Kurve hatten wir dann zu unserer rechten Seite die Herrenhäuser Gärten. Ich konnte in diesem Park sehen, wie die Marathonteilnehmer dort entlangliefen. Ich selber legte am Ende des Parks eine 180°-Kurve hin und kam dann an den Autobahnzubringer, von dem eine Spur für uns Läufer gesperrt war. Nun trennten sich die Kurse ein letztes Mal. Die Marathonläufer mussten geradeaus um noch die Runde durch die Gärten zu drehen. Ich bog links ab und nach wenigen Metern war ich dann an der Stelle, wo die Kurse sich wieder vereinigten.
Es ging nun unter einer hochgelegenen Auto-Fernverkehrsstraße hindurch. Im nun folgenden Wohngebiet hatten einige Zuschauer einen Tisch aufgebaut, an dem man sich mit Bier bedienen konnte. Die Aufschrift „5,0% Alkohol“ war an jedem der Gläser angebracht. Ich überlegte kurz, ob ich zugreifen sollte, aber ich wollte wegen meines Gesundheitszustands kein Risiko eingehen.
Beim letzten Versorgungspunkt nahm ich mir noch einen Becher Wasser und bog danach auf die lange Zielgeraden ein. Einen Schlussspurt legte ich nicht ein, sondern winkte stattdessen den Zuschauern zu. Schon im letzten Jahr war die Ziellinie ein bisschen verlegt worden. Da ich noch einen guten Platz bei den Duschen haben wollte, joggte ich nun im Zielbereich weiter. Meine Helferin schaffte es nach anfänglichen Problemen, mir die Medaille umzuhängen. Sie hatte die Form einer 25 und war für alle Disziplinen gleich, lediglich das Band hatte verschiedene Farben, wie man es vom Hannover-Marathon nun einmal gewohnt ist. Meine Zeit hatte knapp über 93 Minuten betragen.
Ich nahm mir einige Dinge zu essen und verließ dann den Finisher-Bereich, um zu den LKWs weiter zu joggen. Dort bekam ich meine Tasche zurück und suchte die Duschen auf. Hier war noch jede Menge Platz vorhanden. Ich duschte, zog mich wieder an und machte mich dann per U-Bahn auf den Weg zurück zum Hauptbahnhof. Es war inzwischen richtig warm geworden. Am Nachmittag kam ich wieder zu Hause an.
Freitag, 17. April 2015
Marathon Rotterdam 2015-04-12
Der achtzehnte Marathon meines Lebens.
Der 35.Rotterdam-Marathon.
Der Rotterdam-Marathon ist der größte Marathon in den Niederlanden und hatte gerade in den letzten drei Jahren enorme Teilnehmerzuwächse. 2014 waren mehr als 10.000 Teilnehmer die Gesamt-Distanz gelaufen. Ähnlich wie in Eindhoven und Amsterdam startet der Marathon vormittags, während der Halbmarathon kurz nach Mittag beginnt (so dachte ich, lag damit aber falsch). Hier in Rotterdam gab es auch noch einen Zehn- und einen Fünf-Kilometerlauf.
Die Strecke gilt als sehr attraktiv und für jeden Sportler ist es einer der größten Träume, einmal hier laufen zu dürfen. Der Veranstalter wirbt mit Sprüchen wie „Die schönsten 42 Kilometer Ihres Lebens“ für dieses Event. Ich selber hatte auf die Teilnahme am Halbmarathon in Hamburg-Wilhelmsburg sowie in Cuxhaven verzichtet, um an diesem Wochenende hier in Holland teilnehmen zu können. Angemeldet hatte ich mich im Vorjahr, sofort, nachdem die Anmeldung im Internet freigeschaltet war.
Leider hatte ich gesundheitliche Probleme. Vor zwei Wochen hatte eine Viruserkrankung beinahe meine Teilnahme am Berlin-Halbmarathon verhindert. Sechs Tage später, am Ostersamstag, konnte ich zwar eine vorläufige Jahresbestzeit hinlegen, aber schon am darauffolgenden Montag spürte ich, dass ich mich offenbar leicht erkältet hatte. Einem Kratzen im Hals folgte nach einigen Tagen eine stark laufende Nase. Ich bekam Zweifel, ob ich tatsächlich zum Marathon antreten könne. Besonders die drohenden Langzeitschädigungen meines Körpers beunruhigten mich.
Ich konnte in der Nacht von Freitag auf Samstag nur zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens schlafen. Dann wachte ich auf und blieb bis halb sieben Uhr im Bett liegen, bevor ich aufstand und frühstückte. Ich fuhr noch zu einem Discounter und kaufte einen Zehn-Kilo-Sack Kartoffeln, von denen ich einige unter meinen Nachbarn verteilte. Dann nahm ich meine am Vortag gepackte Tasche und ging los.
Ich hatte meine Marathon-Schuhe dabei, die ich vor vier Wochen in Barcelona getragen hatte. Sie hatten sich bewährt, waren von mir allerdings seitdem überhaupt nicht mehr getragen worden. Um kurz nach acht Uhr nahm ich die Straßenbahn von Gröpelingen zum Bahnhof Walle. Erst später erfuhr ich von einer Zugbegleiterin, dass ich damit schwarzgefahren war, da bei meiner Fahrkarte (Niederlande-Spezial) kein City-Plus dabei war, das mir eine kostenlose Anschlussfahrt mit der Straßenbahn ermöglicht hätte.
Vom Bahnhof Walle aus nahm ich die Nordwestbahn zum Hauptbahnhof, wo ich kurz vor halb neun Uhr ankam. Der Intercity nach Osnabrück hatte so viel Verspätung, dass ich den Zug nach Holland wohl um wenige Minuten verpasst hätte, wenn dieser nicht zufällig auch einige Minuten Verspätung gehabt hätte und am Gleis auf uns wartete. Hier fuhr ich nun zweieinhalb Stunden lang nach Westen. Unterwegs nahm ich vier Brötchen zu mir, die ich im Gepäck hatte. In Ammersfort stieg ich aus und wechselte in den holländischen Intercity, der mich in einer Stunde zum Bahnhof „Rotterdam Centraal“ brachte. Glücklicherweise befand sich meine Unterkunft nur etwa zwei Kilometer südlich des Bahnhofs.
Da in dieser Woche in Deutschland der Frühling ausgebrochen war, hatte ich nur eine dünne Jacke mitgenommen, was ich nun bereute. Ich machte mit meiner Kamera einige Bilder von der Innenstadt. Dabei gab es Momente, in denen mir der Wind orkanartig ins Gesicht wehte. Danach waren die Batterien auch leer und ich ging mit der Tasche in der Hand zum Hostel. Am Eingang lernte ich einen anderen Deutschen, Frank aus Darmstadt, kennen, der sich im späteren Verlauf als Hardcore-Ultra-Läufer entpuppte. Wir konnten unsere Zimmer noch nicht beziehen und stellten daher unser Gepäck in die Ablage, um zusammen zur Marathon-Messe zu gehen. Diese befand sich in der Nähe des Bahnhofs. Das Messegelände war nicht allzu groß. Ich bekam erst meine Startnummer mit integriertem Zeitmesschip und einem Beutel und danach noch das Trikot der diesjährigen Auflage. Es war hellgrün. Wir gingen daraufhin zum nächsten McDoof. Ich nahm hier zwei Hamburger und eine große Portion Pommes zu mir, was bis zum Abend reichen musste. Mein nun noch vorhandenes Reisegeld betrug nach Abzug der Übernachtungskosten weniger als drei Euro.
Im Hostel angekommen, zahlte ich den Preis für die Übernachtung im Acht-Bett-Zimmer. Dieser eigentliche Preis betrug 21,42€. Da das Personal aber Ein- und Zwei-Cent-Stücke nicht annahm, musste ich nur 21,40€ zahlen. Auf meinem Zimmer befanden sich sechs Frauen und ein Mann. Dieser Mann war offenbar aus Spanien und wollte morgen auch mitlaufen. Die sechs Damen bildeten eine Reisegruppe. Mit einer von ihnen hatte ich zunächst französisch gesprochen, doch dann stellte ich fest, dass der Großteil von ihnen offenbar spanischsprachig war.
Ich verbrachte den restlichen Tag auf dem Zimmer und fühlte mich langsam immer besser. Einer Teilnahme am morgigen Tag sollte nichts mehr im Wege stehen, wobei ich natürlich vorsichtig sein musste. Die Frauen auf dem Zimmer teilten mir mit, dass sie erst morgen früh gegen vier oder fünf Uhr wieder zurückkommen würden, als sie den Raum verließen. Ich erfuhr, dass zumindest eine von ihnen aus Chile war. Sie sprach mit mir spanisch.
Ich legte mich gegen 22 Uhr schlafen, da ich wirklich müde war. Gemessen an der Tatsache, dass ich in einem fremden Bett lag, konnte ich sogar relativ lange schlafen. Als die Frauen morgens wieder zurückkamen, wurde ich kurz wach. Gegen sieben Uhr war ich dann hellwach. Mir fiel auf, dass ich kaum noch Niesen musste und auch die Nase so gut wie nicht mehr lief. Die Vorzeichen standen also gut. Um 7:30 Uhr ging ich zur Toilette, verzichtete aber darauf, zu duschen. Ich zog mich um und verstaute meine Tasche im dafür vorgesehenen Raum des Hostels. Gegen ein Bestechungsgeld von drei Euro (meine letzten Reserven) wurde mir zugesichert, dass ich nach dem Marathon hier duschen dürfe. Lediglich die wertvollsten Sachen hatte ich im Starterbeutel, den ich nachher abgeben wollte. Dies war vorteilhaft, weil ich dann die schwere Tasche nicht zum Startgelände schleppen musste. Wie es im Zielbereich mit Duschen allgemein aussah, wusste ich auch nicht.
In meinem Übernachtungspreis war ein Frühstück miteinbegriffen. Ich nahm insgesamt sechs Toastbrote mit Honig zu mir. Salami gab es nicht. Am Tisch unterhielt ich mich mit einigen Leuten aus Frankreich, die hier auch zahlreich vertreten waren. Gegen halb neun Uhr verließ ich das Hostel. Ich hatte erfahren, dass es heute in Rotterdam gar keinen Halbmarathon gab, wie ich ursprünglich angenommen hatte.
Da der Start erst um zehn Uhr sein sollte, schaute ich mir noch ein bisschen die Stadt an. Ich ging auf die Erasmusbrücke, die nachher zweimal abgelaufen werden sollte. Hier konnte ich die künstlerisch merkwürdigst gestalteten Hochhäuser sehen, die um die „Nieuwe Maas“ herumstehen.
Glücklicherweise war es heute nicht so windig wie gestern. Auch regnete es nicht mehr. Es war ein relativ sonniger Tag. Ich machte mich nun auf den Weg zur Taschenabgabe. Dabei kam ich auch an der Startgeraden vorbei. Hier herrschte schon mächtig Betrieb, je mehr ich mich der Taschenabgabe näherte, die nordwestlich der Startgeraden lag. Ich zog meine Jacke aus und gab meinen Beutel bei der entsprechenden Stelle ab. Obenrum trug ich das Trikot vom Wilhelmshaven-Marathon 2011, welches von der Farbe her dem Rotterdam-Trikot extrem ähnlich war. Startnummern gab es übrigens nicht nur für die Brust, sondern auch für den Rücken, allerdings ohne Aufdruck des Vornamens. Ich hatte noch eine ganze Packung Taschentücher bei mir, da ich davon ausgehen musste, wegen meiner Erkältung hin und wieder die Nase säubern zu müssen.
Ich begab mich nun noch einmal zu den Toiletten und wollte dann in den Bereich D der Startgeraden eintreten, welcher für mich vorgesehen war. Beim Zugang musste ich allerdings draußen warten, da die Straße schon voll war. Um Punkt zehn Uhr kam der Startschuss. Es ging dann auch relativ zügig voran. Ich konnte die Gerade betreten und war nach weniger als drei Minuten über der Startlinie.
Es ging erst einmal nach Süden, weshalb wir die Sonne im Gesicht hatten. Wir kamen an der Metrostation „Beurs“ vorbei, an welcher sämtliche Rotterdammer Metrolinien halten. Dahinter kam dann schon bald die Nieuwe Maas und wir erreichten die Erasmus-Brücke. Hier waren nun beide Fahrbahnspuren für uns Läufer gesperrt. Die linke und die rechte Hälfte der Brücke waren durch Straßenbahnschienen voneinander getrennt, aber heute fuhr hier keine Straßenbahn. Die Fußgängerwege waren für jedermann frei zugänglich. Es befanden sich hier einige Zuschauer.
Links von uns konnte ich ein Schiff sehen, welches drei Wasserfontänen in den Himmel schoss. Auf der anderen Seite der Brücke wartete schon die erste Musikband auf uns, von denen heute sehr viele an der Strecke verteilt waren. Wir liefen nun auf einer breiteren Straße entlang, die nicht mehr durch ein Wohngebiet führte. Als ich ein Schild mit Kilometer 25 sah und auf meine Armbanduhr schaute, machte mich ein anderer Läufer darauf aufmerksam, dass dieses Schild sich auf den Rückweg bezog. Wir mussten erst eine Schleife durch die Gegend südlich des Hafens laufen, bevor wir dann wieder hierher zurückkommen würden. Ich fand es ein bisschen unpassend, dieses Schild auf Vorder- und Rückseite mit der Kilometerangabe zu beschreiben.
Ich wich hier später auf die linke Spur aus, weil hier wesentlich weniger Teilnehmer waren und es daher mehr Platz gab. Wir kamen auf eine Brücke, die über sehr viele parallel verlaufende Schienen führte. Dahinter wurde Kilometer fünf erreicht und unsere Zwischenzeiten gemessen. Nun fiel mir ein, dass hier irgendwo „De Kuip“, das Stadion von Feyernoord, sein musste. Ich drehte mich um und konnte es nur noch aus der Entfernung sehen. Ich hatte es tatsächlich verpasst.
Kurz darauf kam die erste Versorgungsstelle. Zu trinken gab es hier ausschließlich Wasser aus Pappbechern. Ich hatte bis jetzt einen Schnitt von fünf Minuten pro Kilometer. Zwar war ich schon schneller gewesen, aber gemessen an meinem heutigen Gesundheitszustand konnte ich zufrieden sein. Es folgten nun Abschnitte durch ruhigere Orte von Rotterdam wo nur noch einzelne Häuser, aber keine großen Hochhäuser mehr standen. Nach einem Abschnitt durch den Südosten der Stadt kamen wir unter einer Eisenbahnstation hindurch. In dieser Unterführung wurde laut Techno-Musik abgespielt. Dahinter ging es weiter nach Süden. Nach zehn Kilometern wurden erneut unsere Zeiten gemessen und Wasser verteilt. Von nun an waren die Wasserbecher oben mit einem Schwamm abgedeckt, den man vor dem Trinken erst entfernen musste.
Wir waren nun am südlichen Stadtrand angekommen und liefen auf einem Fahrradweg kilometerlang nach Westen. Hier ging es wieder ein bisschen enger zu. Wir überquerten auch die Straßenbahnschienen. An der Strecke spielten in regelmäßigen Abständen verschiedene Bands Musik. Zuschauer waren nur vereinzelt hier. Rechts waren einzelne Häuser zu sehen, links die flache Landschaft. Eine Zuschauerin hielt eine Schale mit Gummi-Süßigkeiten bereit, wo ich natürlich gerne zugriff.
Nach einigen Kilometern ging es dann wieder nach rechts in eine Hauptstraße hinein. Als wir dort eine hochgelegene Metrostation erreichten, folgte eine Gerade nach links, an deren Wendepunkt Kilometer 15 erreicht war. Wir sahen zunächst das Feld vor und dann das Feld hinter uns. Hier war wieder ein Versorgungspunkt, wo es Wasser zu trinken gab. Da mein Frühstück schon einige Stunden zurücklag, machte ich mir Gedanken, ob es bald etwas zu essen geben würde. Es konnte doch nicht wirklich sein, dass man hier nur Wasser bekam.
Ein Stückchen weiter nördlich folgte eine Schleife nach Nordwesten. Wir kamen um einen Park herum, an dessen Ende wir an der hochgelegenen Metrolinie entlangliefen. Hier war eine erste Schwamm-Station, wo ausschließlich nasse Schwämme verteilt wurden. Ich hatte bis jetzt einige Taschentücher verbraucht, da ich immer noch leicht erkältet war. Doch nun trat ein weiteres Problem hinzu: Mein rechtes Knie begann zu schmerzen. Dieses Problem hatte ich bereits 2012 schon einmal gehabt. Es war auch der Grund, warum ich keine zwei Marathons an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden laufe, damit eine gewisse Regeneration möglich ist. Damals hatte ich einige Halbmarathons mit Knieproblemen absolvieren müssen, bevor eine dreiwöchige Pause möglich war. Meine Hoffnung war, dass sich die die Schmerzen nicht allzu sehr verschlimmern würden. Leider kam es anders.
Wir kamen an der Stelle auf die Hauptstraße zurück, wo wir vorher abgebogen waren. Dann ging es unter den Metroschienen hindurch (wieder mit Techno-Musik) und danach weiter nach Norden. Hier war nun die Halbmarathondistanz erreicht. Ich hatte etwa 1:45 Stunden dafür benötigt. Gemessen an meinem Gesundheitszustand war dies keine schlechte Leistung. Wir näherten uns nun über den Maashaven wieder der Erasmusbrücke. Da wir bis jetzt immer noch keine Versorgungsstelle mit Essensverpflegung passiert hatten, schaute ich mich genauer um. Ich sah, dass einige Zuschauer Bananen in der Hand hielten. Sollte ich einfach um eine bitten?
Am Maashaven war erst einmal eine Schwamm-Verpflegungsstelle. Ich nahm einen und wusch mir das Gesicht ein bisschen ab. Dann kamen wir wieder auf die Gerade, welche wir vorhin bereits in entgegengesetzter Richtung abgelaufen waren. Nun ging es von Süd nach Nord auf die Brücke zu. Wir kamen nun am 25km-Schild vorbei, das nun wirklich gültig war. Ich überholte dabei eine junge Läuferin, die – zumindest am linken Arm – keine Hand (mehr) hatte. Kurz darauf sah ich zwei Zuschauerinnen, von denen eine eine Banane in der Hand hielt. Ich versuchte es einfach und bettelte sie in deutscher Sprache an. Sie verstand es und gab mir das Stück. Nun hatte ich endlich etwas zu essen. Das erste Problem war damit gelöst. Leider trat ich kurz darauf mit dem rechten Fuß etwas zu stark auf und belastete damit mein Knie übermäßig, was sich sofort durch Schmerzen bemerkbar macht. Und auch im Rachen spürte ich irgendetwas. Da der Weg uns nun zurück zum Startbereich führte, überlegte ich, ob es vielleicht geraten sei, hier das Rennen abzubrechen. Doch ich entschied mich dafür, durchzuhalten.
Nun erreichten wir wieder die Brücke. Hier standen inzwischen viel mehr Zuschauer als noch am Morgen auf dem Hinweg. Für uns Läufer war diesmal allerdings nur die rechte Hälfte der Brücke zur Verfügung gestellt worden. Das Schiff mit den drei Wasserfontänen war inzwischen nicht mehr da.
Auf der anderen Seite ging es nun weiter den Weg zurück, den wir auf der Startgeraden in entgegengesetzter Richtung entlanggelaufen waren. Auf Höhe der Metrostation „Beurs“ bogen wir nach links ab, legten eine 180°-Kurve hin und kamen unter einer Unterführung durch. Auf der anderen Seite sollte nun die Schleife durch den Nordosten von Rotterdam führen. Der jetzige Abschnitt war zweigeteilt, da er auch als Rückweg für die Läufer diente. Ich konnte somit das Führungsfeld sehen. Wir kamen an sehr merkwürdig aussehenden Häusern vorbei. An einer Unterführung unter einem Häuserblock hindurch war ein Moderator, der irgendeinen holländischen Text aufsagte. Dazu wurde wieder so laut Techno-Musik gespielt, dass ich mir die Ohren zuhalten musste. Dahinter ging es durch Wohngebiete. Wir erreichten Kilometer 30. Ich beobachtete nun das Führungsfeld, welches mir entgegenkam. Die absoluten Spitzenläufer waren schon vorbei, denn ich sah nur noch Teilnehmer mit heller Hautfarbe.
Meine Schmerzen am rechten Knie wurden langsam stärker. Ich hatte die bisherigen 30 Kilometer in etwa zweieinhalb Stunden zurückgelegt, doch jetzt wurde ich langsamer und musste mich von immer mehr Teilnehmern überholen lassen. Zum Glück wurde ich von den Zuschauern auch jetzt noch mit Bananenstücken versorgt und auch immer wieder mit meinem Vornamen angefeuert.
Wir hatten jetzt noch einen Rundkurs um einen Park vor uns, an dessen Ende wir wieder auf die gemeinsame Strecke von Hin- und Rückweg zurücktreffen sollten. Als wir eine Tankstelle passierten, an der auch eine Band spielte, wurden mir sowohl Fruchtgummis als auch ein Keks angeboten, was ich jeweils dankend annahm. Obwohl hier teilweise nur vereinzelte Wohnhäuser standen, war der gesamte Straßenrand voller Zuschauer. Leider wurden meine Schmerzen im Knie so stark, dass ich Gehpausen einlegen musste. Als die Zuschauer mich mit meinem Namen anfeuerten, musste ich auf mein Knie zeigen, um zu signalisieren, dass ich wirklich körperliche Schmerzen hatte. Überraschenderweise konnte ich nach der Gehpause wieder einigermaßen normal joggen.
Plötzlich tauchten auch Zuschauer auf, die Orangenstückchen anboten. Nach 38 Kilometern hatten wir die Nord-Ost-Schleife hinter uns und kamen auf die Strecke zurück, die gemeinsam als Hin- und Rückweg diente. Ich musste wieder kurze Gehpausen einlegen. Dabei sah ich das Feld hinter mir, in welchem ich nacheinander die Pacemaker für 4:15 sowie für 4:30 Stunden erblickte. Als ich dann den Punkt erreichte, wo der holländische Moderator war, wusste ich, dass es nicht mehr weit bis zum Ziel war. Mir waren während des Rennens ständig Zuschauer aufgefallen, die aufgeblasene Luftballons in Form der Champions-League-Trophäe hochhielten. Als ich wieder solch einen Zuschauer passierte und direkt danach einen Fotografen sah, überlegte ich mir, ob ich vielleicht diesem Zuschauer den Ballon aus der Hand reißen und mich mit ihm fotografieren lassen sollte. Jedoch verzichtete ich darauf.
Wir kamen nun auf dem Rückweg nicht durch die Unterführung, sondern liefen direkt nach rechts auf die Zielgeraden. Beim Zieleinlauf machte ich nun ein bisschen langsamer. Ich winkte den Zuschauern zu und überschritt die Ziellinie bei einer Bruttozeit von etwa 3:48 Stunden. Ich war überglücklich, nach all den Komplikationen heute noch so schnell im Ziel angekommen zu sein und hoffte, keine langfristigen Schäden davongetragen zu haben. Ich wurde von den Helfern gebeten, nach links auszuweichen und dort weiter geradeaus zu gehen. Hier sah ich nun einen Finisher, der sich unter Behandlung eines Helfers gerade übergeben musste. Rechts von mir war die Bühne, auf der gerade eine (offenbar) Altersklassensiegerehrung stattfand.
Ich ging weiter geradeaus und kam nun zu der Stelle, wo mir die Medaille umgehängt wurde. Sie war von goldener Farbe und auf der Vorderseite war die Erasmus-Brücke zu sehen. Leider stand nur der Jahrgang, nicht aber das genaue Datum darauf. Ich ging weiter nach links um die Ecke und kam zur Taschenabgabe, wo ich meinen Starterbeutel zurück erhielt. Ich hängte meine Jacke um und ging zurück zu meiner Unterkunft. Dort konnte ich meine Reisetasche wieder bekommen und dann im zweiten Stock die Duschen benutzen.
Danach machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Dort nahm ich um 16:20 Uhr den Zug nach Ammersfort, wo ich in den Intercity nach Osnabrück einstieg. Von Osnabrück aus fuhr ich nach Bremen und dort mit der Nordwestbahn zum Bahnhof Walle. Da ich inzwischen wusste, dass in meinem Ticket kein City-Plus enthalten war, ging ich zu Fuß nach Hause. Ich hatte auf der Heimfahrt starke Kopfschmerzen bekommen und war froh, mich gegen 23 Uhr endlich schlafen legen zu können.
Der 35.Rotterdam-Marathon.
Der Rotterdam-Marathon ist der größte Marathon in den Niederlanden und hatte gerade in den letzten drei Jahren enorme Teilnehmerzuwächse. 2014 waren mehr als 10.000 Teilnehmer die Gesamt-Distanz gelaufen. Ähnlich wie in Eindhoven und Amsterdam startet der Marathon vormittags, während der Halbmarathon kurz nach Mittag beginnt (so dachte ich, lag damit aber falsch). Hier in Rotterdam gab es auch noch einen Zehn- und einen Fünf-Kilometerlauf.
Die Strecke gilt als sehr attraktiv und für jeden Sportler ist es einer der größten Träume, einmal hier laufen zu dürfen. Der Veranstalter wirbt mit Sprüchen wie „Die schönsten 42 Kilometer Ihres Lebens“ für dieses Event. Ich selber hatte auf die Teilnahme am Halbmarathon in Hamburg-Wilhelmsburg sowie in Cuxhaven verzichtet, um an diesem Wochenende hier in Holland teilnehmen zu können. Angemeldet hatte ich mich im Vorjahr, sofort, nachdem die Anmeldung im Internet freigeschaltet war.
Leider hatte ich gesundheitliche Probleme. Vor zwei Wochen hatte eine Viruserkrankung beinahe meine Teilnahme am Berlin-Halbmarathon verhindert. Sechs Tage später, am Ostersamstag, konnte ich zwar eine vorläufige Jahresbestzeit hinlegen, aber schon am darauffolgenden Montag spürte ich, dass ich mich offenbar leicht erkältet hatte. Einem Kratzen im Hals folgte nach einigen Tagen eine stark laufende Nase. Ich bekam Zweifel, ob ich tatsächlich zum Marathon antreten könne. Besonders die drohenden Langzeitschädigungen meines Körpers beunruhigten mich.
Ich konnte in der Nacht von Freitag auf Samstag nur zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens schlafen. Dann wachte ich auf und blieb bis halb sieben Uhr im Bett liegen, bevor ich aufstand und frühstückte. Ich fuhr noch zu einem Discounter und kaufte einen Zehn-Kilo-Sack Kartoffeln, von denen ich einige unter meinen Nachbarn verteilte. Dann nahm ich meine am Vortag gepackte Tasche und ging los.
Ich hatte meine Marathon-Schuhe dabei, die ich vor vier Wochen in Barcelona getragen hatte. Sie hatten sich bewährt, waren von mir allerdings seitdem überhaupt nicht mehr getragen worden. Um kurz nach acht Uhr nahm ich die Straßenbahn von Gröpelingen zum Bahnhof Walle. Erst später erfuhr ich von einer Zugbegleiterin, dass ich damit schwarzgefahren war, da bei meiner Fahrkarte (Niederlande-Spezial) kein City-Plus dabei war, das mir eine kostenlose Anschlussfahrt mit der Straßenbahn ermöglicht hätte.
Vom Bahnhof Walle aus nahm ich die Nordwestbahn zum Hauptbahnhof, wo ich kurz vor halb neun Uhr ankam. Der Intercity nach Osnabrück hatte so viel Verspätung, dass ich den Zug nach Holland wohl um wenige Minuten verpasst hätte, wenn dieser nicht zufällig auch einige Minuten Verspätung gehabt hätte und am Gleis auf uns wartete. Hier fuhr ich nun zweieinhalb Stunden lang nach Westen. Unterwegs nahm ich vier Brötchen zu mir, die ich im Gepäck hatte. In Ammersfort stieg ich aus und wechselte in den holländischen Intercity, der mich in einer Stunde zum Bahnhof „Rotterdam Centraal“ brachte. Glücklicherweise befand sich meine Unterkunft nur etwa zwei Kilometer südlich des Bahnhofs.
Da in dieser Woche in Deutschland der Frühling ausgebrochen war, hatte ich nur eine dünne Jacke mitgenommen, was ich nun bereute. Ich machte mit meiner Kamera einige Bilder von der Innenstadt. Dabei gab es Momente, in denen mir der Wind orkanartig ins Gesicht wehte. Danach waren die Batterien auch leer und ich ging mit der Tasche in der Hand zum Hostel. Am Eingang lernte ich einen anderen Deutschen, Frank aus Darmstadt, kennen, der sich im späteren Verlauf als Hardcore-Ultra-Läufer entpuppte. Wir konnten unsere Zimmer noch nicht beziehen und stellten daher unser Gepäck in die Ablage, um zusammen zur Marathon-Messe zu gehen. Diese befand sich in der Nähe des Bahnhofs. Das Messegelände war nicht allzu groß. Ich bekam erst meine Startnummer mit integriertem Zeitmesschip und einem Beutel und danach noch das Trikot der diesjährigen Auflage. Es war hellgrün. Wir gingen daraufhin zum nächsten McDoof. Ich nahm hier zwei Hamburger und eine große Portion Pommes zu mir, was bis zum Abend reichen musste. Mein nun noch vorhandenes Reisegeld betrug nach Abzug der Übernachtungskosten weniger als drei Euro.
Im Hostel angekommen, zahlte ich den Preis für die Übernachtung im Acht-Bett-Zimmer. Dieser eigentliche Preis betrug 21,42€. Da das Personal aber Ein- und Zwei-Cent-Stücke nicht annahm, musste ich nur 21,40€ zahlen. Auf meinem Zimmer befanden sich sechs Frauen und ein Mann. Dieser Mann war offenbar aus Spanien und wollte morgen auch mitlaufen. Die sechs Damen bildeten eine Reisegruppe. Mit einer von ihnen hatte ich zunächst französisch gesprochen, doch dann stellte ich fest, dass der Großteil von ihnen offenbar spanischsprachig war.
Ich verbrachte den restlichen Tag auf dem Zimmer und fühlte mich langsam immer besser. Einer Teilnahme am morgigen Tag sollte nichts mehr im Wege stehen, wobei ich natürlich vorsichtig sein musste. Die Frauen auf dem Zimmer teilten mir mit, dass sie erst morgen früh gegen vier oder fünf Uhr wieder zurückkommen würden, als sie den Raum verließen. Ich erfuhr, dass zumindest eine von ihnen aus Chile war. Sie sprach mit mir spanisch.
Ich legte mich gegen 22 Uhr schlafen, da ich wirklich müde war. Gemessen an der Tatsache, dass ich in einem fremden Bett lag, konnte ich sogar relativ lange schlafen. Als die Frauen morgens wieder zurückkamen, wurde ich kurz wach. Gegen sieben Uhr war ich dann hellwach. Mir fiel auf, dass ich kaum noch Niesen musste und auch die Nase so gut wie nicht mehr lief. Die Vorzeichen standen also gut. Um 7:30 Uhr ging ich zur Toilette, verzichtete aber darauf, zu duschen. Ich zog mich um und verstaute meine Tasche im dafür vorgesehenen Raum des Hostels. Gegen ein Bestechungsgeld von drei Euro (meine letzten Reserven) wurde mir zugesichert, dass ich nach dem Marathon hier duschen dürfe. Lediglich die wertvollsten Sachen hatte ich im Starterbeutel, den ich nachher abgeben wollte. Dies war vorteilhaft, weil ich dann die schwere Tasche nicht zum Startgelände schleppen musste. Wie es im Zielbereich mit Duschen allgemein aussah, wusste ich auch nicht.
In meinem Übernachtungspreis war ein Frühstück miteinbegriffen. Ich nahm insgesamt sechs Toastbrote mit Honig zu mir. Salami gab es nicht. Am Tisch unterhielt ich mich mit einigen Leuten aus Frankreich, die hier auch zahlreich vertreten waren. Gegen halb neun Uhr verließ ich das Hostel. Ich hatte erfahren, dass es heute in Rotterdam gar keinen Halbmarathon gab, wie ich ursprünglich angenommen hatte.
Da der Start erst um zehn Uhr sein sollte, schaute ich mir noch ein bisschen die Stadt an. Ich ging auf die Erasmusbrücke, die nachher zweimal abgelaufen werden sollte. Hier konnte ich die künstlerisch merkwürdigst gestalteten Hochhäuser sehen, die um die „Nieuwe Maas“ herumstehen.
Glücklicherweise war es heute nicht so windig wie gestern. Auch regnete es nicht mehr. Es war ein relativ sonniger Tag. Ich machte mich nun auf den Weg zur Taschenabgabe. Dabei kam ich auch an der Startgeraden vorbei. Hier herrschte schon mächtig Betrieb, je mehr ich mich der Taschenabgabe näherte, die nordwestlich der Startgeraden lag. Ich zog meine Jacke aus und gab meinen Beutel bei der entsprechenden Stelle ab. Obenrum trug ich das Trikot vom Wilhelmshaven-Marathon 2011, welches von der Farbe her dem Rotterdam-Trikot extrem ähnlich war. Startnummern gab es übrigens nicht nur für die Brust, sondern auch für den Rücken, allerdings ohne Aufdruck des Vornamens. Ich hatte noch eine ganze Packung Taschentücher bei mir, da ich davon ausgehen musste, wegen meiner Erkältung hin und wieder die Nase säubern zu müssen.
Ich begab mich nun noch einmal zu den Toiletten und wollte dann in den Bereich D der Startgeraden eintreten, welcher für mich vorgesehen war. Beim Zugang musste ich allerdings draußen warten, da die Straße schon voll war. Um Punkt zehn Uhr kam der Startschuss. Es ging dann auch relativ zügig voran. Ich konnte die Gerade betreten und war nach weniger als drei Minuten über der Startlinie.
Es ging erst einmal nach Süden, weshalb wir die Sonne im Gesicht hatten. Wir kamen an der Metrostation „Beurs“ vorbei, an welcher sämtliche Rotterdammer Metrolinien halten. Dahinter kam dann schon bald die Nieuwe Maas und wir erreichten die Erasmus-Brücke. Hier waren nun beide Fahrbahnspuren für uns Läufer gesperrt. Die linke und die rechte Hälfte der Brücke waren durch Straßenbahnschienen voneinander getrennt, aber heute fuhr hier keine Straßenbahn. Die Fußgängerwege waren für jedermann frei zugänglich. Es befanden sich hier einige Zuschauer.
Links von uns konnte ich ein Schiff sehen, welches drei Wasserfontänen in den Himmel schoss. Auf der anderen Seite der Brücke wartete schon die erste Musikband auf uns, von denen heute sehr viele an der Strecke verteilt waren. Wir liefen nun auf einer breiteren Straße entlang, die nicht mehr durch ein Wohngebiet führte. Als ich ein Schild mit Kilometer 25 sah und auf meine Armbanduhr schaute, machte mich ein anderer Läufer darauf aufmerksam, dass dieses Schild sich auf den Rückweg bezog. Wir mussten erst eine Schleife durch die Gegend südlich des Hafens laufen, bevor wir dann wieder hierher zurückkommen würden. Ich fand es ein bisschen unpassend, dieses Schild auf Vorder- und Rückseite mit der Kilometerangabe zu beschreiben.
Ich wich hier später auf die linke Spur aus, weil hier wesentlich weniger Teilnehmer waren und es daher mehr Platz gab. Wir kamen auf eine Brücke, die über sehr viele parallel verlaufende Schienen führte. Dahinter wurde Kilometer fünf erreicht und unsere Zwischenzeiten gemessen. Nun fiel mir ein, dass hier irgendwo „De Kuip“, das Stadion von Feyernoord, sein musste. Ich drehte mich um und konnte es nur noch aus der Entfernung sehen. Ich hatte es tatsächlich verpasst.
Kurz darauf kam die erste Versorgungsstelle. Zu trinken gab es hier ausschließlich Wasser aus Pappbechern. Ich hatte bis jetzt einen Schnitt von fünf Minuten pro Kilometer. Zwar war ich schon schneller gewesen, aber gemessen an meinem heutigen Gesundheitszustand konnte ich zufrieden sein. Es folgten nun Abschnitte durch ruhigere Orte von Rotterdam wo nur noch einzelne Häuser, aber keine großen Hochhäuser mehr standen. Nach einem Abschnitt durch den Südosten der Stadt kamen wir unter einer Eisenbahnstation hindurch. In dieser Unterführung wurde laut Techno-Musik abgespielt. Dahinter ging es weiter nach Süden. Nach zehn Kilometern wurden erneut unsere Zeiten gemessen und Wasser verteilt. Von nun an waren die Wasserbecher oben mit einem Schwamm abgedeckt, den man vor dem Trinken erst entfernen musste.
Wir waren nun am südlichen Stadtrand angekommen und liefen auf einem Fahrradweg kilometerlang nach Westen. Hier ging es wieder ein bisschen enger zu. Wir überquerten auch die Straßenbahnschienen. An der Strecke spielten in regelmäßigen Abständen verschiedene Bands Musik. Zuschauer waren nur vereinzelt hier. Rechts waren einzelne Häuser zu sehen, links die flache Landschaft. Eine Zuschauerin hielt eine Schale mit Gummi-Süßigkeiten bereit, wo ich natürlich gerne zugriff.
Nach einigen Kilometern ging es dann wieder nach rechts in eine Hauptstraße hinein. Als wir dort eine hochgelegene Metrostation erreichten, folgte eine Gerade nach links, an deren Wendepunkt Kilometer 15 erreicht war. Wir sahen zunächst das Feld vor und dann das Feld hinter uns. Hier war wieder ein Versorgungspunkt, wo es Wasser zu trinken gab. Da mein Frühstück schon einige Stunden zurücklag, machte ich mir Gedanken, ob es bald etwas zu essen geben würde. Es konnte doch nicht wirklich sein, dass man hier nur Wasser bekam.
Ein Stückchen weiter nördlich folgte eine Schleife nach Nordwesten. Wir kamen um einen Park herum, an dessen Ende wir an der hochgelegenen Metrolinie entlangliefen. Hier war eine erste Schwamm-Station, wo ausschließlich nasse Schwämme verteilt wurden. Ich hatte bis jetzt einige Taschentücher verbraucht, da ich immer noch leicht erkältet war. Doch nun trat ein weiteres Problem hinzu: Mein rechtes Knie begann zu schmerzen. Dieses Problem hatte ich bereits 2012 schon einmal gehabt. Es war auch der Grund, warum ich keine zwei Marathons an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden laufe, damit eine gewisse Regeneration möglich ist. Damals hatte ich einige Halbmarathons mit Knieproblemen absolvieren müssen, bevor eine dreiwöchige Pause möglich war. Meine Hoffnung war, dass sich die die Schmerzen nicht allzu sehr verschlimmern würden. Leider kam es anders.
Wir kamen an der Stelle auf die Hauptstraße zurück, wo wir vorher abgebogen waren. Dann ging es unter den Metroschienen hindurch (wieder mit Techno-Musik) und danach weiter nach Norden. Hier war nun die Halbmarathondistanz erreicht. Ich hatte etwa 1:45 Stunden dafür benötigt. Gemessen an meinem Gesundheitszustand war dies keine schlechte Leistung. Wir näherten uns nun über den Maashaven wieder der Erasmusbrücke. Da wir bis jetzt immer noch keine Versorgungsstelle mit Essensverpflegung passiert hatten, schaute ich mich genauer um. Ich sah, dass einige Zuschauer Bananen in der Hand hielten. Sollte ich einfach um eine bitten?
Am Maashaven war erst einmal eine Schwamm-Verpflegungsstelle. Ich nahm einen und wusch mir das Gesicht ein bisschen ab. Dann kamen wir wieder auf die Gerade, welche wir vorhin bereits in entgegengesetzter Richtung abgelaufen waren. Nun ging es von Süd nach Nord auf die Brücke zu. Wir kamen nun am 25km-Schild vorbei, das nun wirklich gültig war. Ich überholte dabei eine junge Läuferin, die – zumindest am linken Arm – keine Hand (mehr) hatte. Kurz darauf sah ich zwei Zuschauerinnen, von denen eine eine Banane in der Hand hielt. Ich versuchte es einfach und bettelte sie in deutscher Sprache an. Sie verstand es und gab mir das Stück. Nun hatte ich endlich etwas zu essen. Das erste Problem war damit gelöst. Leider trat ich kurz darauf mit dem rechten Fuß etwas zu stark auf und belastete damit mein Knie übermäßig, was sich sofort durch Schmerzen bemerkbar macht. Und auch im Rachen spürte ich irgendetwas. Da der Weg uns nun zurück zum Startbereich führte, überlegte ich, ob es vielleicht geraten sei, hier das Rennen abzubrechen. Doch ich entschied mich dafür, durchzuhalten.
Nun erreichten wir wieder die Brücke. Hier standen inzwischen viel mehr Zuschauer als noch am Morgen auf dem Hinweg. Für uns Läufer war diesmal allerdings nur die rechte Hälfte der Brücke zur Verfügung gestellt worden. Das Schiff mit den drei Wasserfontänen war inzwischen nicht mehr da.
Auf der anderen Seite ging es nun weiter den Weg zurück, den wir auf der Startgeraden in entgegengesetzter Richtung entlanggelaufen waren. Auf Höhe der Metrostation „Beurs“ bogen wir nach links ab, legten eine 180°-Kurve hin und kamen unter einer Unterführung durch. Auf der anderen Seite sollte nun die Schleife durch den Nordosten von Rotterdam führen. Der jetzige Abschnitt war zweigeteilt, da er auch als Rückweg für die Läufer diente. Ich konnte somit das Führungsfeld sehen. Wir kamen an sehr merkwürdig aussehenden Häusern vorbei. An einer Unterführung unter einem Häuserblock hindurch war ein Moderator, der irgendeinen holländischen Text aufsagte. Dazu wurde wieder so laut Techno-Musik gespielt, dass ich mir die Ohren zuhalten musste. Dahinter ging es durch Wohngebiete. Wir erreichten Kilometer 30. Ich beobachtete nun das Führungsfeld, welches mir entgegenkam. Die absoluten Spitzenläufer waren schon vorbei, denn ich sah nur noch Teilnehmer mit heller Hautfarbe.
Meine Schmerzen am rechten Knie wurden langsam stärker. Ich hatte die bisherigen 30 Kilometer in etwa zweieinhalb Stunden zurückgelegt, doch jetzt wurde ich langsamer und musste mich von immer mehr Teilnehmern überholen lassen. Zum Glück wurde ich von den Zuschauern auch jetzt noch mit Bananenstücken versorgt und auch immer wieder mit meinem Vornamen angefeuert.
Wir hatten jetzt noch einen Rundkurs um einen Park vor uns, an dessen Ende wir wieder auf die gemeinsame Strecke von Hin- und Rückweg zurücktreffen sollten. Als wir eine Tankstelle passierten, an der auch eine Band spielte, wurden mir sowohl Fruchtgummis als auch ein Keks angeboten, was ich jeweils dankend annahm. Obwohl hier teilweise nur vereinzelte Wohnhäuser standen, war der gesamte Straßenrand voller Zuschauer. Leider wurden meine Schmerzen im Knie so stark, dass ich Gehpausen einlegen musste. Als die Zuschauer mich mit meinem Namen anfeuerten, musste ich auf mein Knie zeigen, um zu signalisieren, dass ich wirklich körperliche Schmerzen hatte. Überraschenderweise konnte ich nach der Gehpause wieder einigermaßen normal joggen.
Plötzlich tauchten auch Zuschauer auf, die Orangenstückchen anboten. Nach 38 Kilometern hatten wir die Nord-Ost-Schleife hinter uns und kamen auf die Strecke zurück, die gemeinsam als Hin- und Rückweg diente. Ich musste wieder kurze Gehpausen einlegen. Dabei sah ich das Feld hinter mir, in welchem ich nacheinander die Pacemaker für 4:15 sowie für 4:30 Stunden erblickte. Als ich dann den Punkt erreichte, wo der holländische Moderator war, wusste ich, dass es nicht mehr weit bis zum Ziel war. Mir waren während des Rennens ständig Zuschauer aufgefallen, die aufgeblasene Luftballons in Form der Champions-League-Trophäe hochhielten. Als ich wieder solch einen Zuschauer passierte und direkt danach einen Fotografen sah, überlegte ich mir, ob ich vielleicht diesem Zuschauer den Ballon aus der Hand reißen und mich mit ihm fotografieren lassen sollte. Jedoch verzichtete ich darauf.
Wir kamen nun auf dem Rückweg nicht durch die Unterführung, sondern liefen direkt nach rechts auf die Zielgeraden. Beim Zieleinlauf machte ich nun ein bisschen langsamer. Ich winkte den Zuschauern zu und überschritt die Ziellinie bei einer Bruttozeit von etwa 3:48 Stunden. Ich war überglücklich, nach all den Komplikationen heute noch so schnell im Ziel angekommen zu sein und hoffte, keine langfristigen Schäden davongetragen zu haben. Ich wurde von den Helfern gebeten, nach links auszuweichen und dort weiter geradeaus zu gehen. Hier sah ich nun einen Finisher, der sich unter Behandlung eines Helfers gerade übergeben musste. Rechts von mir war die Bühne, auf der gerade eine (offenbar) Altersklassensiegerehrung stattfand.
Ich ging weiter geradeaus und kam nun zu der Stelle, wo mir die Medaille umgehängt wurde. Sie war von goldener Farbe und auf der Vorderseite war die Erasmus-Brücke zu sehen. Leider stand nur der Jahrgang, nicht aber das genaue Datum darauf. Ich ging weiter nach links um die Ecke und kam zur Taschenabgabe, wo ich meinen Starterbeutel zurück erhielt. Ich hängte meine Jacke um und ging zurück zu meiner Unterkunft. Dort konnte ich meine Reisetasche wieder bekommen und dann im zweiten Stock die Duschen benutzen.
Danach machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Dort nahm ich um 16:20 Uhr den Zug nach Ammersfort, wo ich in den Intercity nach Osnabrück einstieg. Von Osnabrück aus fuhr ich nach Bremen und dort mit der Nordwestbahn zum Bahnhof Walle. Da ich inzwischen wusste, dass in meinem Ticket kein City-Plus enthalten war, ging ich zu Fuß nach Hause. Ich hatte auf der Heimfahrt starke Kopfschmerzen bekommen und war froh, mich gegen 23 Uhr endlich schlafen legen zu können.
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