Der dreiundachtzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der 31. Fiducia Baden-Marathon.
An diesem Sonntag war nicht nur Marathon in Karlsruhe, sondern auch Bundestagswahl. Da ich von vornherein wusste, dass ich es nicht mehr rechtzeitig in das mir zugewiesene Wahllokal schaffen würde, hatte ich schon eine Woche zuvor per Briefwahl abgestimmt.
Der Baden-Marathon ist eine Großveranstaltung mit insgesamt mehreren tausend Teilnehmern. Neben dem Marathon gibt es noch einen Halbmarathon, welcher die erste Hälfte des Marathonkurses umfasst. Beide sollten um neun Uhr starten. Für die Sportler, die auch einmal die zweite Hälfte des Marathonkurses sehen wollen, sich aber keine 42 Kilometer zutrauen, gibt es die Möglichkeit, nach zwei Stunden auf die zweite Streckenhälfte „geschleust“ zu werden und mit den Marathonläufern diese zweite Hälfte zu absolvieren. Bei diesem Halbmarathon gibt es allerdings keine Siegerehrung. Da ich noch nie in Karlsruhe gelaufen war, entschied ich mich natürlich für den eigentlichen Halbmarathon.
Ich hatte die Nacht in Frankenthal verbracht und wurde an diesem Morgen um zehn vor sieben Uhr von meinem Vater mit dem Auto zum Mannheimer Hauptbahnhof gebracht. Als wir auf der Anzeigetafel sahen, dass der ICE nach Karlsruhe keine Verspätung haben würde, kauften wir die Fahrkarte dorthin. Wenig später traf der Zug ein und ich bestieg ihn. Er sollte um kurz vor acht Uhr in Karlsruhe sein.
Glücklicherweise traten auch nun keine Verspätungen ein. Am Karlsruher Hauptbahnhof schloss ich mich zwei Läufern an, die auch zum Veranstaltungszentrum wollten. Wir verzichteten darauf, kostenlos die Straßenbahn zu benutzen. Leider war meine Tasche ziemlich schwer. In der Europahalle konnte ich die Startunterlagen abholen. Diese bestanden nur aus ein bisschen Papierkram und der Startnummer. Der Weg zur Taschenabgabe war allerdings noch ein weiteres Stück entfernt. Mein Brot hatte ich unterwegs gegessen, denn viel Zeit blieb mir nicht bis zum Start. Ich war sehr erleichtert, als ich die schwere Tasche endlich in einem Schulgebäude abgeben konnte.
Da der Himmel nahezu wolkenlos war, nahm ich meine Spezialsonnenbrille mit. Obenrum trug ich das Trikot vom Bremen-Marathon. Ich sah mir nun das Feld auf der Startgeraden an: Für bestimmte Marathonzeiten gab es Pacemaker mit Luftballons, einer davon für eine Zielzeit von 2:59 Stunden. In dessen Nähe reihte ich mich ein.
Um Punkt neun Uhr ging es los. Da ich ziemlich weit vorne stand, musste ich anfangs keine Überholvorgänge starten. Die Sportler hier waren alle ziemlich schnell. Anfangs hielt ich mich hinter dem Pacemaker, welche eine große Läufergruppe um sich versammelte.
Als wir die erste große Hauptstraße erreichten, ging es unter mehreren Unterführungen durch. Hier war jedoch nur die eine Hälfte für den Marathon gesperrt. In der anderen Hälfte fuhren Autos, welche einen unangenehmen Lärm verursachten. An verschiedensten Stellen des Kurses spielten auch kleine Orchester (Klarinette, Trompete) oder Bauchtänzerinnen waren im Einsatz.
Nach mehr als vier Kilometern kam die erste Versorgungsstelle, wo ich mir einen Becher Wasser nahm. Danach ging es weiter nach Osten, auf einer Hauptverkehrsstraße lang, die an einer Stelle sogar eine Autobahn kreuzte. Die Streckenabschnitte wechselten zwischen Bereichen, wo zahlreiche Zuschauer standen, und Bereichen, in denen alles ruhig war. Den Pacemaker hatte ich zwischendurch zwar überholt, ihn dann aber wieder vorbeiziehen lassen.
Nach zehn Kilometern wurden unsere Zwischenzeiten erfasst. Danach überquerten wir erneut die Autobahn 5 und befanden uns dann in einem Park. Nach fünfzehn Kilometern hatte ich die dritte Versorgungsstelle angesteuert. Eine Zeit von unter 1:30 Stunden schien zu diesem Zeitpunkt noch möglich. Kurz dahinter geschah leider etwas, womit wirklich kaum ein Teilnehmer gerechnet hatte.
An einem beschrankten Bahnübergang, den wir eigentlich überqueren mussten, parkte ein Güterzug. Ein Vorbeikommen wäre nur möglich gewesen, wenn man auf den Zug auf- und auf der anderen Seite wieder absprang. Einige Teilnehmer taten dies, die Mehrheit jedoch wartete. Als ich die Stelle erreicht hatte, waren hier nur wenige Sportler. Wäre ich einige Minuten früher hier angekommen, so hätte ich wahrscheinlich die Gleise noch rechtzeitig überqueren können.
Nun staute sich das Teilnehmerfeld am Bahnübergang. Einige Leute schimpften. Es dauerte etwa sieben Minuten, bis sich der Güterzug in Bewegung setzte und die Schranken wieder hochgingen. Danach setzten wir den Lauf fort, aber das Feld war nun wieder richtig eng beisammen.
Meine Sonnenbrille konnte ich inzwischen absetzen, da wir nun schattige Stellen erreichten. Nach einem Abschnitt durch einen Park ging es wieder in die Innenstadt. Einen halben Kilometer vor dem Ziel trennten sich die Kurse. Wir Halbmarathonis mussten nach rechts abbiegen, um die Zielgeraden zu erreichen. Kurz vor dem Zieleinlauf rempelte mich ein älterer Teilnehmer an, welcher – laut seinem Trikot – aus Verden kam. Ich fragte ihn, und er bestätigte mir, dass es sich tatsächlich um Verden an der Aller handelte. Wir liefen zusammen über die Ziellinie, welche sich in einem Sportstadion befand. Während mein Kollege aus Verden die Medaille ablehnte (er hatte angeblich schon genug davon zu Hause), nahm ich meine dankend an. Sie war silbern mit rot-gelber Lackierung und auf der Vorderseite stand: „Karlsruhe, 18.09.1983, 22.09.2013, 31. Fiducia Baden Marathon, LBS Halbmarathon“. Offenbar wurde hier unterschieden zwischen Marathon- und Halbmarathonläufern.
Nachdem mein Kollege mir einige Tipps zur Bewältigung des anstehenden Amsterdam-Marathons gegeben hatte, holte ich meine Tasche ab und ging zu den Duschen, welche sich in aufgebauten Zelten befanden. Auf dem Weg dorthin traf ich noch einen Läufer, der mich auf dem Hinweg begleitet hatte. Da er auch außerhalb wohnte, gingen wir zusammen zum Bahnhof in Karlsruhe. Wieder musste ich die schwere Tasche schleppen. Wegen einer Fahrplanänderung konnte ich erst um 12:51 Uhr die Heimfahrt antreten. Ab Frankfurt am Main füllte sich der ICE beträchtlich und ich hatte nur im Gang einen Sitzplatz auf dem Boden. Wegen einer Verspätung kam ich erst gegen 19:30 Uhr zu Hause an.
Mittwoch, 25. September 2013
Montag, 23. September 2013
Halbmarathon Otterndorf 2013-09-15
Der zweiundachtzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der vierzehnte KSK-Küstenmarathon zum Weltkindertag in Otterndorf.
Zum dritten Mal nach 2011 und 2012 nahm ich an dieser Veranstaltung teil. Strecken und Startzeiten waren die gleichen wie in den Vorjahren. Letztes Jahr war ich gleich nach dem Lauf zum Duschen gegangen und hatte direkt danach die Heimfahrt angetreten. Ich hatte nicht gewusst, dass die ersten drei aller Altersklassen aller Wettbewerbe geehrt wurden und ich der Drittplatzierte bei den Männern (Hauptklasse) im Halbmarathon gewesen war. Der Sachpreis, ein Trikot der Veranstaltung, war mir vier Wochen später zugeschickt worden. Diesmal wollte ich bei der Siegerehrung anwesend sein, daher stellte ich mich darauf ein, erst relativ spät nach Hause zu kommen.
Ich stand an diesem Sonntag um Viertel nach fünf Uhr auf und frühstückte. Dann packte ich meine Tasche und ging zu Fuß zwei Kilometer zum Bahnhof Oslebshausen. Um 6:41 Uhr bestieg ich die Nordwestbahn, welche mich in wenigen Minuten nach Bremen-Burg brachte. Hier bestieg ich nach kurzem Aufenthalt die Nordwestbahn in Richtung Bremerhaven. Wegen Gleisbauarbeiten endete sie jedoch schon in Osterholz-Scharmbeck. Ich stieg aus und wartete auf den Regionalexpress, welcher mich ohne Zwischenhalt zum Bremerhavener Hauptbahnhof brachte. Hier startete um halb neun Uhr die EVB nach Cuxhaven, wo ich ohne Verspätung ankam. Dort musste ich eine Dreiviertelstunde auf den Metronom in Richtung Hamburg warten. Um 9:21 Uhr, fast eine Stunde vor dem Start von Marathon und Halbmarathon (Start des Zehn-Kilometerlaufes sollte eine Viertelstunde früher um 10:00 Uhr sein), kam der Zug in Otterndorf an. Ich hatte während der Fahrt mein zweites Frühstück zu mir genommen und machte mich nun auf den Weg in die Fußgängerzone. Im letzten Jahr waren hier viele Bereiche wegen Bauarbeiten abgesperrt gewesen. Diese Arbeiten waren inzwischen beendet worden und die ganze Fußgängerzone wieder begehbar.
In der Schulsporthalle holte ich meine Startunterlagen ab. Zur Abwechslung befand sich diesmal ein Baumwoll-Shirt in grüner Farbe darunter. Ich ging in die Umkleidekabine und legte meine Läuferkleidung an. Obenrum trug ich das Trikot vom Berlin-Halbmarathon 2010. Da der Himmel extrem bewölkt war, verzichtete ich auf eine Sonnenbrille und gab meine Tasche in der Sporthalle ab. Das Wetter war nahezu ideal zum Laufen: Weniger als 15°C und bewölkter Himmel.
Ich lief mich auf dem Schulhof ein bisschen warm und ging dann zur Startgeraden. Um zehn Uhr fing es an zu regnen. Daher stellte ich mich in einem Innenhof unter. Bis zum Start hörte der Regen allerdings wieder auf.
Auf der Startgerade stellte ich mich relativ weit vorne auf. Der Start wurde um fünf Minuten verschoben. Um 10:20 Uhr ging es dann endlich los. Ich überholte einige Leute, bevor ich freies Feld hatte und die Fußgängerzone hinter uns lag. Es ging nach Norden, aus dem Ort heraus. Ich befand mich nur wenige Meter hinter einer Gruppe von drei afrikanischen Frauen. Auf den ersten Kilometern schaffte ich es tatsächlich, den Abstand zu dieser Frauengruppe gering zu halten. Doch hinter der Brücke über den Hadelner Kanal verlor ich die Damen nach und nach aus den Augen. Auch weitere Konkurrenten musste ich vorbeiziehen lassen, darunter Memet, den ich beim Lesmonalauf noch abgehängt hatte. Er sagte mir, dass ich sehr unregelmäßig liefe.
Noch vor dem Deich holte ich die langsamste Teilnehmerin des Zehn-Kilometerlaufes ein. Dann ging es an die Nordsee, wo gerade Flut herrschte. Man hörte die Wellen gegen die Steine schlagen. An der Stelle, wo sich Hin- und Rückweg des Rundkurses vereinigten, sah ich – wie im Vorjahr – das Führungsfeld an mir vorbeikommen. Es bestand aus fünf Männern, unter ihnen ein weißer. Bis zum Wendepunkt hatte ich nun die Möglichkeit, meine Position zu bestimmen, indem ich einfach die Läufer zählte, welche mir bis zu diesem Punkt entgegenkamen. Ich befand mich auf Platz 25, allerdings waren hier Marathonis und Halbmarathonis zusammengefasst.
Beim Rückweg in die Stadt mussten wir erneut eine Brücke überqueren, auf welcher man die Holzbalken vibrieren fühlte. In den engen Gassen der Innenstadt musste ich aufpassen, die richtige Abzweigung zu nehmen. Dann war ich wieder auf der Startgeraden und machte mich auf den Weg in die zweite Runde.
Es fing nun wieder an zu regnen, jedoch hörte es auch schnell wieder auf. Meine Position konnte ich nun auch beibehalten. Auf Höhe des Dammes überholte ich sogar noch einen Konkurrenten, Memet bleib aber weiter vor mir. Als ich wieder die Nordseeküste erreichte, sah ich, wie sich das Wasser schon wieder zurückzog. Es war nun Ebbe.
Wieder auf dem Damm konnte ich das Feld hinter mir beobachten, welches sich nun auch schon weit auseinandergezogen hatte. Das Spitzenfeld erblickte ich nicht mehr, als ich die Stelle vor dem Wendepunkt erreichte.
Langsam bekam ich wieder richtig Hunger, aber um meine Laufzeit nicht zu gefährden, versorgte ich mich weiterhin nur mit Wasser. In der Innenstadt von Ottderndorf, kurz vor dem Ziel, verlor ich Memet, meinen Vordermann, aus den Augen. Als ich dann auf die Zielgeraden einbog, hielt ich eine Nettozeit von unter 1:27h noch für möglich. Leider zog sich die Gerade so lange hin, dass ich erst kurz nach der anvisierten Zeit ins Ziel kam. Ich ließ mir die Medaille umhängen und mir dann, wie jedes Jahr, von einem der Organisatoren (oder war es der Bürgermeister?) die Hand schütteln. Die Medaille war denen der Vorjahre sehr ähnlich. Das Band war rot-weiß und die Medaille silbern. Vorne stand „14. Küstenmarathon zum Weltkindertag in Otterndorf, 15. September 2013“. Auf der Rückseite war der Sponsor eingraviert.
Ich ging nun mit Memet in einen Innenhof, wo es Obst und Getränke gab. Dann ging ich zurück zur Turnhalle und holte meine Tasche ab. Ich duschte und zog mich um. Es war nun etwa 12:30 Uhr. Die Siegerehrung für die Altersklassen im Halbmarathon sollte um 13:30 Uhr stattfinden und ich wollte sie diesmal nicht verpassen. In der Fußgängerzone suchte ich daher einen Asia-Imbiss auf, wo ich ein Mittagessen zu mir nahm. Um herauszufinden, ob ich wirklich geehrt wurde, ging ich danach in das Büro und ließ mir meine Urkunde ausdrucken. Ich wollte es zunächst gar nicht glauben, als ich das Blatt Papier in die Hand bekam: Ich war tatsächlich Sieger der Altersklasse MH! Ich ging auf den Marktplatz, wo gerade die Cuxland-Läufer geehrt wurden. Dann begann die Siegerehrung der Altersklassen. Als erstes wurden die drei schnellsten Frauen der ältesten Altersklasse geehrt, dann die drei schnellsten Frauen der zweitältesten Altersklasse und so weiter. Ich hatte also erst einmal viel zu Klatschen und lange zu warten. Nach den Frauen ging das gleiche Spiel mit den Männern los. Da zuerst immer der drittschnellste, dann der Zweitschnellste und dann der Sieger geehrt wurden, war ich tatsächlich der letzte Halbmarathonläufer, der an die Reihe kam. Es gab kein Podest mit drei Stufen, sondern eine Treppe, die zum Rathaus-Eingang führte. Diese musste ich hinaufsteigen um den Preis und eine weitere Ausgabe meiner Urkunde entgegenzunehmen. Der Sachpreis bestand aus einer Metallflasche und einer Umhängetasche.
Nach der kurzen Ehrung unterhielt ich mich noch mit Memet und ging dann zurück zum Bahnhof. Erst um 14:41 Uhr konnte ich den Metronom zurück nach Cuxhaven nehmen. Wegen Problemen bei der Strecke zwischen Bremerhaven und Bremen kam ich erst gegen 18:45 Uhr erschöpft zu Hause an.
Der vierzehnte KSK-Küstenmarathon zum Weltkindertag in Otterndorf.
Zum dritten Mal nach 2011 und 2012 nahm ich an dieser Veranstaltung teil. Strecken und Startzeiten waren die gleichen wie in den Vorjahren. Letztes Jahr war ich gleich nach dem Lauf zum Duschen gegangen und hatte direkt danach die Heimfahrt angetreten. Ich hatte nicht gewusst, dass die ersten drei aller Altersklassen aller Wettbewerbe geehrt wurden und ich der Drittplatzierte bei den Männern (Hauptklasse) im Halbmarathon gewesen war. Der Sachpreis, ein Trikot der Veranstaltung, war mir vier Wochen später zugeschickt worden. Diesmal wollte ich bei der Siegerehrung anwesend sein, daher stellte ich mich darauf ein, erst relativ spät nach Hause zu kommen.
Ich stand an diesem Sonntag um Viertel nach fünf Uhr auf und frühstückte. Dann packte ich meine Tasche und ging zu Fuß zwei Kilometer zum Bahnhof Oslebshausen. Um 6:41 Uhr bestieg ich die Nordwestbahn, welche mich in wenigen Minuten nach Bremen-Burg brachte. Hier bestieg ich nach kurzem Aufenthalt die Nordwestbahn in Richtung Bremerhaven. Wegen Gleisbauarbeiten endete sie jedoch schon in Osterholz-Scharmbeck. Ich stieg aus und wartete auf den Regionalexpress, welcher mich ohne Zwischenhalt zum Bremerhavener Hauptbahnhof brachte. Hier startete um halb neun Uhr die EVB nach Cuxhaven, wo ich ohne Verspätung ankam. Dort musste ich eine Dreiviertelstunde auf den Metronom in Richtung Hamburg warten. Um 9:21 Uhr, fast eine Stunde vor dem Start von Marathon und Halbmarathon (Start des Zehn-Kilometerlaufes sollte eine Viertelstunde früher um 10:00 Uhr sein), kam der Zug in Otterndorf an. Ich hatte während der Fahrt mein zweites Frühstück zu mir genommen und machte mich nun auf den Weg in die Fußgängerzone. Im letzten Jahr waren hier viele Bereiche wegen Bauarbeiten abgesperrt gewesen. Diese Arbeiten waren inzwischen beendet worden und die ganze Fußgängerzone wieder begehbar.
In der Schulsporthalle holte ich meine Startunterlagen ab. Zur Abwechslung befand sich diesmal ein Baumwoll-Shirt in grüner Farbe darunter. Ich ging in die Umkleidekabine und legte meine Läuferkleidung an. Obenrum trug ich das Trikot vom Berlin-Halbmarathon 2010. Da der Himmel extrem bewölkt war, verzichtete ich auf eine Sonnenbrille und gab meine Tasche in der Sporthalle ab. Das Wetter war nahezu ideal zum Laufen: Weniger als 15°C und bewölkter Himmel.
Ich lief mich auf dem Schulhof ein bisschen warm und ging dann zur Startgeraden. Um zehn Uhr fing es an zu regnen. Daher stellte ich mich in einem Innenhof unter. Bis zum Start hörte der Regen allerdings wieder auf.
Auf der Startgerade stellte ich mich relativ weit vorne auf. Der Start wurde um fünf Minuten verschoben. Um 10:20 Uhr ging es dann endlich los. Ich überholte einige Leute, bevor ich freies Feld hatte und die Fußgängerzone hinter uns lag. Es ging nach Norden, aus dem Ort heraus. Ich befand mich nur wenige Meter hinter einer Gruppe von drei afrikanischen Frauen. Auf den ersten Kilometern schaffte ich es tatsächlich, den Abstand zu dieser Frauengruppe gering zu halten. Doch hinter der Brücke über den Hadelner Kanal verlor ich die Damen nach und nach aus den Augen. Auch weitere Konkurrenten musste ich vorbeiziehen lassen, darunter Memet, den ich beim Lesmonalauf noch abgehängt hatte. Er sagte mir, dass ich sehr unregelmäßig liefe.
Noch vor dem Deich holte ich die langsamste Teilnehmerin des Zehn-Kilometerlaufes ein. Dann ging es an die Nordsee, wo gerade Flut herrschte. Man hörte die Wellen gegen die Steine schlagen. An der Stelle, wo sich Hin- und Rückweg des Rundkurses vereinigten, sah ich – wie im Vorjahr – das Führungsfeld an mir vorbeikommen. Es bestand aus fünf Männern, unter ihnen ein weißer. Bis zum Wendepunkt hatte ich nun die Möglichkeit, meine Position zu bestimmen, indem ich einfach die Läufer zählte, welche mir bis zu diesem Punkt entgegenkamen. Ich befand mich auf Platz 25, allerdings waren hier Marathonis und Halbmarathonis zusammengefasst.
Beim Rückweg in die Stadt mussten wir erneut eine Brücke überqueren, auf welcher man die Holzbalken vibrieren fühlte. In den engen Gassen der Innenstadt musste ich aufpassen, die richtige Abzweigung zu nehmen. Dann war ich wieder auf der Startgeraden und machte mich auf den Weg in die zweite Runde.
Es fing nun wieder an zu regnen, jedoch hörte es auch schnell wieder auf. Meine Position konnte ich nun auch beibehalten. Auf Höhe des Dammes überholte ich sogar noch einen Konkurrenten, Memet bleib aber weiter vor mir. Als ich wieder die Nordseeküste erreichte, sah ich, wie sich das Wasser schon wieder zurückzog. Es war nun Ebbe.
Wieder auf dem Damm konnte ich das Feld hinter mir beobachten, welches sich nun auch schon weit auseinandergezogen hatte. Das Spitzenfeld erblickte ich nicht mehr, als ich die Stelle vor dem Wendepunkt erreichte.
Langsam bekam ich wieder richtig Hunger, aber um meine Laufzeit nicht zu gefährden, versorgte ich mich weiterhin nur mit Wasser. In der Innenstadt von Ottderndorf, kurz vor dem Ziel, verlor ich Memet, meinen Vordermann, aus den Augen. Als ich dann auf die Zielgeraden einbog, hielt ich eine Nettozeit von unter 1:27h noch für möglich. Leider zog sich die Gerade so lange hin, dass ich erst kurz nach der anvisierten Zeit ins Ziel kam. Ich ließ mir die Medaille umhängen und mir dann, wie jedes Jahr, von einem der Organisatoren (oder war es der Bürgermeister?) die Hand schütteln. Die Medaille war denen der Vorjahre sehr ähnlich. Das Band war rot-weiß und die Medaille silbern. Vorne stand „14. Küstenmarathon zum Weltkindertag in Otterndorf, 15. September 2013“. Auf der Rückseite war der Sponsor eingraviert.
Ich ging nun mit Memet in einen Innenhof, wo es Obst und Getränke gab. Dann ging ich zurück zur Turnhalle und holte meine Tasche ab. Ich duschte und zog mich um. Es war nun etwa 12:30 Uhr. Die Siegerehrung für die Altersklassen im Halbmarathon sollte um 13:30 Uhr stattfinden und ich wollte sie diesmal nicht verpassen. In der Fußgängerzone suchte ich daher einen Asia-Imbiss auf, wo ich ein Mittagessen zu mir nahm. Um herauszufinden, ob ich wirklich geehrt wurde, ging ich danach in das Büro und ließ mir meine Urkunde ausdrucken. Ich wollte es zunächst gar nicht glauben, als ich das Blatt Papier in die Hand bekam: Ich war tatsächlich Sieger der Altersklasse MH! Ich ging auf den Marktplatz, wo gerade die Cuxland-Läufer geehrt wurden. Dann begann die Siegerehrung der Altersklassen. Als erstes wurden die drei schnellsten Frauen der ältesten Altersklasse geehrt, dann die drei schnellsten Frauen der zweitältesten Altersklasse und so weiter. Ich hatte also erst einmal viel zu Klatschen und lange zu warten. Nach den Frauen ging das gleiche Spiel mit den Männern los. Da zuerst immer der drittschnellste, dann der Zweitschnellste und dann der Sieger geehrt wurden, war ich tatsächlich der letzte Halbmarathonläufer, der an die Reihe kam. Es gab kein Podest mit drei Stufen, sondern eine Treppe, die zum Rathaus-Eingang führte. Diese musste ich hinaufsteigen um den Preis und eine weitere Ausgabe meiner Urkunde entgegenzunehmen. Der Sachpreis bestand aus einer Metallflasche und einer Umhängetasche.
Nach der kurzen Ehrung unterhielt ich mich noch mit Memet und ging dann zurück zum Bahnhof. Erst um 14:41 Uhr konnte ich den Metronom zurück nach Cuxhaven nehmen. Wegen Problemen bei der Strecke zwischen Bremerhaven und Bremen kam ich erst gegen 18:45 Uhr erschöpft zu Hause an.
Montag, 9. September 2013
Halbmarathon Friedberg 2013-09-08
Der einundachtzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Friedberger Halbmarathon.
Friedberg liegt neben Augsburg auf einer kleinen Anhöhe. Als ich mir am Samstag die Startunterlagen abholte, bekam ich bereits einen Vorgeschmack auf den steilen Anstieg (angeblich 13 Prozent Steigung) auf der Hauptstraße. Am morgigen Tag sollte ich diesen Anstieg viermal zu bewältigen haben.
Die Startgebühren hatten zwar nur 15 Euro betragen, trotzdem gab es für jeden Anmelder ein Trikot. Außerdem waren noch Gutscheine für ein halbes Hähnchen und ein Getränk nach der Veranstaltung enthalten. Eine Medaille sollte es aber leider nicht geben.
Das Wetter spielte nicht mit: Wie jedes Jahr gab es Anfang September noch einmal eine Hitzewelle in Deutschland. Unglücklicherweise sollte der Temperatursturz erst am Montag erfolgen, am Sonntag sollten es noch einmal bis zu 23°C in Augsburg werden. Und der Halbmarathon sollte auch erst um zehn Uhr starten.
Ich übernachtete bei meiner Mutter und stand an diesem Tag um sieben Uhr auf, frühstückte und packte meine Tasche. Die Läuferkleidung mit dem Trikot vom Bremen-Marathon 2012 zog ich bereits in der Wohnung an. Dann machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof Haunstettenstraße, wo um Viertel vor neun Uhr die BRB in Richtung Ingolstadt abfahren sollte. Hier sprach ich einen anderen Läufer an, mit dem ich zusammen zwei Stationen bis Friedberg fuhr.
Die Halbmarathon-Strecke, welche aus vier identischen Runden bestand, führte auch direkt am Friedberger Bahnhof vorbei, wo wir wenige Minuten später ausstiegen. Mein Begleiter führte mich zum Veranstaltungszentrum. Wir aßen zusammen und dann machten wir uns auf die Suche nach der Taschenabgabe. Leider mussten wir feststellen, dass es keinen überwachten Bereich gab. Daher stellten wir unsere Taschen in die Turnhalle hinter den Stand eines Sportartikelgeschäftes.
Auf eine Sonnenbrille verzichtete ich, da es noch einigermaßen bewölkt war. Wir liefen uns zusammen warm und suchten danach noch die Toiletten auf, welche sich in der Tiefgarage unter der Fußgängerzone befanden. Danach stellten wir uns relativ weit vorne in die Stargeraden, wo über 1000 Läufer waren. Der Lauf konnte nach jeder der jeweils 5,3-Kilometer langen Runden abgebrochen werden.
Um Punkt zehn Uhr kam der Startschuss. Es ging nach Osten, zunächst durch die Fußgängerzone und dann durch ein Wohngebiet, bis der Rand des Dorfes erreicht war und ein paar abgeerntete Felder auftauchten. Am östlichsten Punkt spielte ein Blasorchester. Etwas südlich versetzt ging es nun zurück, wobei wir an einem weiteren Orchester und dem ersten Versorgungspunkt vorbeikamen. Ich hatte bis jetzt einige Leute überholt und war eine relativ gute Zeit gelaufen, aber nun spürte ich Seitenstechen. Ich musste langsamer machen und einige Leute an mir vorbeiziehen lassen.
Kurz bevor wir den Bahnhof erreichten ging es bergab. Auf Höhe des Bahnhofs war ein zweiter Versorgungspunkt. Nun ging es ein Stück an einem Fluss entlang, nach Norden zur Hauptstraße. Bei der Jet-Tankstelle ging es wieder nach Osten. Nun kam der schwierigste Teil, der Friedberger Berg. Hier waren alle 50 Meter Schilder aufgestellt, die darauf hinwiesen, wie weit es noch bis nach oben war. Dort oben waren wir dann wieder in der Innenstadt. Bei der Start-Ziel-Linie hatte ich die Möglichkeit, das Rennen abzubrechen oder in die zweite Runde zu starten. Natürlich entschied ich mich dafür, weiter zu laufen.
Da ich langsam machte, ließ das Seitenstechen nach. Inzwischen war es auch richtig warm geworden. Als ich den Berg zum zweiten Mal nach oben lief, spürte ich, wie anstrengend dies für meinen Rücken war. Mitte der dritten Runde fingen dann die Überrundungen an. Ich überrundete die hintersten der Läufer, die noch auf der zweiten Runde waren. Als ich zum dritten Mal über die Ziellinie kam, sah ich meine Mutter unter den Zuschauern. Nun ging es auf die letzte Runde.
Inzwischen hatte ich mich im Läuferfeld so eingependelt, dass ich nicht mehr dauernd überholt wurde. Eine Zeit von unter 100 Minuten schien sogar noch machbar. Dafür musste ich allerdings beim letzten Anstieg auf den Berg ein bisschen schneller machen. An dieser Stelle gab es eine eigene Kommentatorin. Ich schaffte es tatsächlich, noch unter 1:40 Stunden ins Ziel zu kommen und wusch mir als erstes das Gesicht an einem aufgebauten Gartenschlauch ab. Danach holte ich meine Tasche aus der Turnhalle ab und ging zum Duschen in die Stadthalle. Zusammen mit meiner Mutter nahm ich noch etwas zu essen zu mir, bevor wir dann mit der BRB nach Augsburg zurückfuhren.
Der Friedberger Halbmarathon.
Friedberg liegt neben Augsburg auf einer kleinen Anhöhe. Als ich mir am Samstag die Startunterlagen abholte, bekam ich bereits einen Vorgeschmack auf den steilen Anstieg (angeblich 13 Prozent Steigung) auf der Hauptstraße. Am morgigen Tag sollte ich diesen Anstieg viermal zu bewältigen haben.
Die Startgebühren hatten zwar nur 15 Euro betragen, trotzdem gab es für jeden Anmelder ein Trikot. Außerdem waren noch Gutscheine für ein halbes Hähnchen und ein Getränk nach der Veranstaltung enthalten. Eine Medaille sollte es aber leider nicht geben.
Das Wetter spielte nicht mit: Wie jedes Jahr gab es Anfang September noch einmal eine Hitzewelle in Deutschland. Unglücklicherweise sollte der Temperatursturz erst am Montag erfolgen, am Sonntag sollten es noch einmal bis zu 23°C in Augsburg werden. Und der Halbmarathon sollte auch erst um zehn Uhr starten.
Ich übernachtete bei meiner Mutter und stand an diesem Tag um sieben Uhr auf, frühstückte und packte meine Tasche. Die Läuferkleidung mit dem Trikot vom Bremen-Marathon 2012 zog ich bereits in der Wohnung an. Dann machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof Haunstettenstraße, wo um Viertel vor neun Uhr die BRB in Richtung Ingolstadt abfahren sollte. Hier sprach ich einen anderen Läufer an, mit dem ich zusammen zwei Stationen bis Friedberg fuhr.
Die Halbmarathon-Strecke, welche aus vier identischen Runden bestand, führte auch direkt am Friedberger Bahnhof vorbei, wo wir wenige Minuten später ausstiegen. Mein Begleiter führte mich zum Veranstaltungszentrum. Wir aßen zusammen und dann machten wir uns auf die Suche nach der Taschenabgabe. Leider mussten wir feststellen, dass es keinen überwachten Bereich gab. Daher stellten wir unsere Taschen in die Turnhalle hinter den Stand eines Sportartikelgeschäftes.
Auf eine Sonnenbrille verzichtete ich, da es noch einigermaßen bewölkt war. Wir liefen uns zusammen warm und suchten danach noch die Toiletten auf, welche sich in der Tiefgarage unter der Fußgängerzone befanden. Danach stellten wir uns relativ weit vorne in die Stargeraden, wo über 1000 Läufer waren. Der Lauf konnte nach jeder der jeweils 5,3-Kilometer langen Runden abgebrochen werden.
Um Punkt zehn Uhr kam der Startschuss. Es ging nach Osten, zunächst durch die Fußgängerzone und dann durch ein Wohngebiet, bis der Rand des Dorfes erreicht war und ein paar abgeerntete Felder auftauchten. Am östlichsten Punkt spielte ein Blasorchester. Etwas südlich versetzt ging es nun zurück, wobei wir an einem weiteren Orchester und dem ersten Versorgungspunkt vorbeikamen. Ich hatte bis jetzt einige Leute überholt und war eine relativ gute Zeit gelaufen, aber nun spürte ich Seitenstechen. Ich musste langsamer machen und einige Leute an mir vorbeiziehen lassen.
Kurz bevor wir den Bahnhof erreichten ging es bergab. Auf Höhe des Bahnhofs war ein zweiter Versorgungspunkt. Nun ging es ein Stück an einem Fluss entlang, nach Norden zur Hauptstraße. Bei der Jet-Tankstelle ging es wieder nach Osten. Nun kam der schwierigste Teil, der Friedberger Berg. Hier waren alle 50 Meter Schilder aufgestellt, die darauf hinwiesen, wie weit es noch bis nach oben war. Dort oben waren wir dann wieder in der Innenstadt. Bei der Start-Ziel-Linie hatte ich die Möglichkeit, das Rennen abzubrechen oder in die zweite Runde zu starten. Natürlich entschied ich mich dafür, weiter zu laufen.
Da ich langsam machte, ließ das Seitenstechen nach. Inzwischen war es auch richtig warm geworden. Als ich den Berg zum zweiten Mal nach oben lief, spürte ich, wie anstrengend dies für meinen Rücken war. Mitte der dritten Runde fingen dann die Überrundungen an. Ich überrundete die hintersten der Läufer, die noch auf der zweiten Runde waren. Als ich zum dritten Mal über die Ziellinie kam, sah ich meine Mutter unter den Zuschauern. Nun ging es auf die letzte Runde.
Inzwischen hatte ich mich im Läuferfeld so eingependelt, dass ich nicht mehr dauernd überholt wurde. Eine Zeit von unter 100 Minuten schien sogar noch machbar. Dafür musste ich allerdings beim letzten Anstieg auf den Berg ein bisschen schneller machen. An dieser Stelle gab es eine eigene Kommentatorin. Ich schaffte es tatsächlich, noch unter 1:40 Stunden ins Ziel zu kommen und wusch mir als erstes das Gesicht an einem aufgebauten Gartenschlauch ab. Danach holte ich meine Tasche aus der Turnhalle ab und ging zum Duschen in die Stadthalle. Zusammen mit meiner Mutter nahm ich noch etwas zu essen zu mir, bevor wir dann mit der BRB nach Augsburg zurückfuhren.
Mittwoch, 4. September 2013
Halbmarathon Lesmona 2013-09-01
Der achtzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Lesmona-Lauf.
An dieser Veranstaltung hatte ich schon 2010 und 2012 teilgenommen. Da die Brücke über die Lesum in Bremen-Burg immer noch nicht fertiggestellt war, sollte der Kurs wieder nur südlich der Lesum verlaufen. Start- und Zielbereich waren wieder am Grambker Sportpark. Der Halbmarathon sollte um neun Uhr beginnen, der Zehn- und Fünfkilometerlauf später.
Ich schlief am Vorabend erst gegen vier Uhr nachts ein und wachte schon vor sieben Uhr wieder auf. Ich stand auf und frühstückte. Wegen der kurzen Anfahrt verzichtete ich auf Gepäck und zog stattdessen direkt meine Läuferkleidung an. Ich trug das Trikot vom Wolfsburg-Marathon 2011. Neben einer Packung Taschentücher nahm ich noch einen Zehn-Euro-Schein mit, da die Startgebühr vor Ort in bar bezahlt werden musste.
Um Viertel nach acht Uhr nahm ich den Bus nach Bremen-Nord. An der Haltestelle sah ich zwar einen weiteren Läufer mit Sporttasche, sprach diesen jedoch nicht an. Er stieg an der Haltestelle „Am Geestkamp“ aus, während ich weiter nach Burg fuhr und von dort aus den Fußweg zum Veranstaltungszentrum nahm. Ich erhoffte mir dadurch einen kürzeren Weg. Hier sah ich nun auch andere Läufer, die das gleiche Ziel wie ich hatten. Da kaum Wolken am Himmel waren, blendete die Sonne ziemlich stark. Meine Sonnenbrille hatte ich allerdings zu Hause gelassen.
Das Veranstaltungszentrum lag auf einer Wiese neben einem See. An einem Tisch wurden die Startnummern ausgegeben, in denen sich auch die Chips zur Zeitmessung befanden. Wie jedes Jahr mussten diese Startnummer nachher wieder abgegeben werden.
Ich lief mich kurz warm. Dann stellte ich mich auf die Wiese zu den anderen Läufern, die um neun Uhr zum Halbmarathon starten sollten. Ich stand zwar relativ weit vorne, aber nach dem Startschuss wurde es erst einmal richtig eng. Die Strecke war genau die gleiche wie im Vorjahr.
Der Weg führte erst nach Norden aus dem Sportpark heraus in ein Wohngebiet. Dann mussten wir eine Straße überqueren, um auf den Deich zu gelangen, der entlang der Lesum führte. Hier stand ein Streckenposten und nannte uns die Bruttozeit des ersten Kilometers. Bei mir betrug sie vier Minuten und zehn Sekunden.
Der jetzige Streckenabschnitt sollte an der Lesum entlang führen, und zwar auf dem Deich. Da es nach Westen ging, hatte ich die Sonne zwar im Rücken, aber leider auch starken Gegenwind. Trotzdem machte ich einige Plätze gut und überholte zwei Frauen, die beim Start vor mir gestanden hatten. Damit befand sich nun keine einzige Frau mehr vor mir.
Ich schaffte es auch die nächsten Kilometer eine Zeit von knapp über vier Minuten beizubehalten. Nach zweieinhalb Kilometern war der Wendepunkt für die Fünf-Kilometerläufer erreicht. Dahinter kam die erste Versorgungsstelle. Ich nahm mir einen Becher Wasser. Hier vorne war das Feld inzwischen sehr ausgedünnt. Nach fünf Kilometern war der Wendepunkt für die Zehn-Kilometerläufer erreicht.
Als wir das Lesumsperrwerk erreichten, ging es weiter auf der Halbinsel entlang. Die Richtung änderte sich jetzt aber. Nun hatte ich zwar Rückenwind, aber die Sonne blendete mich. Die jetzige Strecke war mir nicht so vertraut wie der bisherige Kurs. Ich hatte sie nur einmal mit dem Fahrrad und einmal beim Lesmonalauf im Vorjahr zurückgelegt.
Es gab hier vereinzelt Häuser von Anwohnern, die teilweise auch vor den Grundstücken standen. Insgesamt waren aber fast keine Zuschauer zu sehen. Am nächsten Versorgungspunkt nahm ich mir wieder einen Becher Wasser. Wir hatten den Deich inzwischen wieder verlassen und waren auf der Straße unterwegs. Etwa einen Kilometer vor dem Wendepunkt an der Moorlosen-Kirche kam mir der Führende entgegen. Ich hatte nun die Möglichkeit zu zählen, wie viele Läufer sich vor mir befanden und so meine Position zu bestimmen. Bis zum Wendepunkt, an dem sich ein Streckenposten befand, zählte ich zwölf oder 13 Leute vor mir. Als ich jedoch die 180°-Kurve hinlegte, hatte ich wieder starken Gegenwind. Die Folge war, dass ich von einigen Hintermännern überholt wurde, darunter auch die führende Frau. Im letzten Jahr hatte ich die schnellste Frau auf dem Rückweg überholt und war vor ihr ins Ziel gekommen.
Als sich die Laufrichtung wieder änderte, gelang es mir nach und nach wieder einige Plätze gut zu machen. Der Läufer vor mir, an dem ich mich während fast des gesamten Rennens orientiert hatte, ließ nun auch langsam nach. Ihn überholte ich, als wir wieder auf dem Deich waren. Die schnellste Frau dagegen verlor ich langsam aus den Augen. Immerhin waren meine Kilometerzeiten immer noch bei nur knapp über vier Minuten. Eine Zeit von unter 90 Minuten schien daher erstmals nach der Sommerpause für mich möglich.
Als ich wieder die Stelle erreichte, wo die Straße überquert wurde und der Streckenposten den Verkehr regelte, war es noch ein Kilometer bis zum Ziel. Ein Blick auf die Uhr ließ mich eine Zielzeit von knapp unter 1:28 Stunden vorhersagen. Beim nun folgenden Abschnitt auf einem engen Pflasterstein-Weg machten drei meiner Hintermänner Druck. Ich ließ sie vorbei und folgte ihnen dann. Wir bogen in den Sportpark ein. Hinter einer Kurve war das Ziel. Ich überquerte die Linie bei ziemlich genau 1:27:40 Stunden. Dahinter sah ich meine Vorderleute, wie sie die Startnummern von ihren Trikots lösten und in einen Topf warfen. Ich folgte dem Beispiel und nahm mir dann einige Becher mit Getränken.
Nun trat ich den Rückweg an. Da ich ein bisschen Muskelkater in den Oberschenkeln verspürte, ging ich langsam zur Bushaltestelle „Am Geestkamp“. Dort kam glücklicherweise sofort der nächste Bus nach Gröpelingen. Kurz nach elf Uhr war ich wieder zu Hause.
Der Lesmona-Lauf.
An dieser Veranstaltung hatte ich schon 2010 und 2012 teilgenommen. Da die Brücke über die Lesum in Bremen-Burg immer noch nicht fertiggestellt war, sollte der Kurs wieder nur südlich der Lesum verlaufen. Start- und Zielbereich waren wieder am Grambker Sportpark. Der Halbmarathon sollte um neun Uhr beginnen, der Zehn- und Fünfkilometerlauf später.
Ich schlief am Vorabend erst gegen vier Uhr nachts ein und wachte schon vor sieben Uhr wieder auf. Ich stand auf und frühstückte. Wegen der kurzen Anfahrt verzichtete ich auf Gepäck und zog stattdessen direkt meine Läuferkleidung an. Ich trug das Trikot vom Wolfsburg-Marathon 2011. Neben einer Packung Taschentücher nahm ich noch einen Zehn-Euro-Schein mit, da die Startgebühr vor Ort in bar bezahlt werden musste.
Um Viertel nach acht Uhr nahm ich den Bus nach Bremen-Nord. An der Haltestelle sah ich zwar einen weiteren Läufer mit Sporttasche, sprach diesen jedoch nicht an. Er stieg an der Haltestelle „Am Geestkamp“ aus, während ich weiter nach Burg fuhr und von dort aus den Fußweg zum Veranstaltungszentrum nahm. Ich erhoffte mir dadurch einen kürzeren Weg. Hier sah ich nun auch andere Läufer, die das gleiche Ziel wie ich hatten. Da kaum Wolken am Himmel waren, blendete die Sonne ziemlich stark. Meine Sonnenbrille hatte ich allerdings zu Hause gelassen.
Das Veranstaltungszentrum lag auf einer Wiese neben einem See. An einem Tisch wurden die Startnummern ausgegeben, in denen sich auch die Chips zur Zeitmessung befanden. Wie jedes Jahr mussten diese Startnummer nachher wieder abgegeben werden.
Ich lief mich kurz warm. Dann stellte ich mich auf die Wiese zu den anderen Läufern, die um neun Uhr zum Halbmarathon starten sollten. Ich stand zwar relativ weit vorne, aber nach dem Startschuss wurde es erst einmal richtig eng. Die Strecke war genau die gleiche wie im Vorjahr.
Der Weg führte erst nach Norden aus dem Sportpark heraus in ein Wohngebiet. Dann mussten wir eine Straße überqueren, um auf den Deich zu gelangen, der entlang der Lesum führte. Hier stand ein Streckenposten und nannte uns die Bruttozeit des ersten Kilometers. Bei mir betrug sie vier Minuten und zehn Sekunden.
Der jetzige Streckenabschnitt sollte an der Lesum entlang führen, und zwar auf dem Deich. Da es nach Westen ging, hatte ich die Sonne zwar im Rücken, aber leider auch starken Gegenwind. Trotzdem machte ich einige Plätze gut und überholte zwei Frauen, die beim Start vor mir gestanden hatten. Damit befand sich nun keine einzige Frau mehr vor mir.
Ich schaffte es auch die nächsten Kilometer eine Zeit von knapp über vier Minuten beizubehalten. Nach zweieinhalb Kilometern war der Wendepunkt für die Fünf-Kilometerläufer erreicht. Dahinter kam die erste Versorgungsstelle. Ich nahm mir einen Becher Wasser. Hier vorne war das Feld inzwischen sehr ausgedünnt. Nach fünf Kilometern war der Wendepunkt für die Zehn-Kilometerläufer erreicht.
Als wir das Lesumsperrwerk erreichten, ging es weiter auf der Halbinsel entlang. Die Richtung änderte sich jetzt aber. Nun hatte ich zwar Rückenwind, aber die Sonne blendete mich. Die jetzige Strecke war mir nicht so vertraut wie der bisherige Kurs. Ich hatte sie nur einmal mit dem Fahrrad und einmal beim Lesmonalauf im Vorjahr zurückgelegt.
Es gab hier vereinzelt Häuser von Anwohnern, die teilweise auch vor den Grundstücken standen. Insgesamt waren aber fast keine Zuschauer zu sehen. Am nächsten Versorgungspunkt nahm ich mir wieder einen Becher Wasser. Wir hatten den Deich inzwischen wieder verlassen und waren auf der Straße unterwegs. Etwa einen Kilometer vor dem Wendepunkt an der Moorlosen-Kirche kam mir der Führende entgegen. Ich hatte nun die Möglichkeit zu zählen, wie viele Läufer sich vor mir befanden und so meine Position zu bestimmen. Bis zum Wendepunkt, an dem sich ein Streckenposten befand, zählte ich zwölf oder 13 Leute vor mir. Als ich jedoch die 180°-Kurve hinlegte, hatte ich wieder starken Gegenwind. Die Folge war, dass ich von einigen Hintermännern überholt wurde, darunter auch die führende Frau. Im letzten Jahr hatte ich die schnellste Frau auf dem Rückweg überholt und war vor ihr ins Ziel gekommen.
Als sich die Laufrichtung wieder änderte, gelang es mir nach und nach wieder einige Plätze gut zu machen. Der Läufer vor mir, an dem ich mich während fast des gesamten Rennens orientiert hatte, ließ nun auch langsam nach. Ihn überholte ich, als wir wieder auf dem Deich waren. Die schnellste Frau dagegen verlor ich langsam aus den Augen. Immerhin waren meine Kilometerzeiten immer noch bei nur knapp über vier Minuten. Eine Zeit von unter 90 Minuten schien daher erstmals nach der Sommerpause für mich möglich.
Als ich wieder die Stelle erreichte, wo die Straße überquert wurde und der Streckenposten den Verkehr regelte, war es noch ein Kilometer bis zum Ziel. Ein Blick auf die Uhr ließ mich eine Zielzeit von knapp unter 1:28 Stunden vorhersagen. Beim nun folgenden Abschnitt auf einem engen Pflasterstein-Weg machten drei meiner Hintermänner Druck. Ich ließ sie vorbei und folgte ihnen dann. Wir bogen in den Sportpark ein. Hinter einer Kurve war das Ziel. Ich überquerte die Linie bei ziemlich genau 1:27:40 Stunden. Dahinter sah ich meine Vorderleute, wie sie die Startnummern von ihren Trikots lösten und in einen Topf warfen. Ich folgte dem Beispiel und nahm mir dann einige Becher mit Getränken.
Nun trat ich den Rückweg an. Da ich ein bisschen Muskelkater in den Oberschenkeln verspürte, ging ich langsam zur Bushaltestelle „Am Geestkamp“. Dort kam glücklicherweise sofort der nächste Bus nach Gröpelingen. Kurz nach elf Uhr war ich wieder zu Hause.
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