Mittwoch, 3. November 2010

Halbmarathon Braunschweig 2010-10-31


Der dreizehnte Halbmarathon meines Lebens.
Am 31. Oktober 2010 fanden in Braunschweig die 10. Braunschweiger Lauftage statt, wo auch ein Marathon und eine Halbmarathon dabei waren. Ich hatte mich für letzten angemeldet. Die Startgebühren waren dabei interessant verteilt: Sie schwankten zwischen zehn und 30 Euro, je nachdem, wie frühzeitig man sich anmeldete.
Ich hatte mir überlegt, wie ich von Sülfeld aus nach Braunschweig gelangen sollte. Mit dem Zug von Fallersleben aus hätte ich zweimal 4,70€ zahlen müssen und noch länger als 20 Minuten zum Bahnhof in Fallersleben laufen müssen. Daher hatte ich mich entschieden, direkt mit dem Fahrrad die 25km nach Braunschweig zu fahren. Das war vor allem deshalb möglich, weil der Halbmarathon erst um 11:00 Uhr starten sollte, wohlgemerkt nach der Winterzeit, auf die in der Nacht zuvor die Uhren umgestellt worden waren. Nach Sommerzeit wäre der Startpfiff also erst um 12:00 Uhr mittags gewesen.
An diesem Sonntag fühlte ich mich gesundheitlich ein wenig angeschlagen, da ich leichte Kopfschmerzen hatte. Es war von Anfang an klar, dass ich leider keine neue persönliche Bestzeit laufen könne und daher eher das Erreichen des Ziels und den Empfang der Medaille in den Vordergrund stellte.
Um 8:00 Uhr fuhr ich mit dem Fahrrad los. Ich hatte mir die Strecke vorher bei googlemaps angeschaut und die Orte notiert, welche ich nacheinander zu durchqueren hatte. Ich hatte mir vorgenommen, von dieser Route nicht abzuweichen, um so zu verhindern, mich zu verfahren und eventuell noch zu spät zur Veranstaltung zu erscheinen.
Ich musste zunächst auf der Landstraße von Sülfeld nach Wettmershagen fahren. Einen separaten Fahrradweg gab es hier nicht. Glücklicherweise waren Sonntag morgens hier nur wenige Autos unterwegs. Die Temperaturen waren nicht allzu niedrig, trotzdem trug ich Handschuhe und musste regelmäßig meine Nase mit Hilfe von Taschentüchern leeren.
Als nächstes Dorf musste ich Essenrode durchqueren. Dahinter folgte ein kleinerer Abschnitt durch einen Wald. In Wendhausen musste ich in eine Seitenstraße einbiegen, um nach Dibbesdorf zu gelangen. Von da aus führte eine größere Straße mit eigenem Fahrradweg in den Stadtteil Volkmarode. Dieser Stadtteil gehörte bereits zu Braunschweig. Auf dem Weg ins Zentrum musste ich nun einigen Glasscherben ausweichen, was mich nun daran erinnerte, dass ich mich wieder in einer Großstadt befand. Ich erreichte das Braunschweiger Straßenbahnnetz, allerdings an einer Strecke, die zu diesem Zeitpunkt offenbar (noch) nicht in Betrieb war.
Im Zentrum verfuhr ich mich einmal, ehe ich den richtigen Weg zum Veranstaltungsort fand.
Mein Fahrrad stellte ich in der Innenstadt ab und sicherte es mit meinen vier Schlössern. Danach ließ ich mir von einem Streckenposten den Weg zum Veranstaltungsort zeigen. Ich musste zum Marktplatz. Dort angekommen sah ich gerade, wie die Marathonläufer starteten. Es war wenige Minuten nach zehn Uhr. Ich holte mir an einem Zelt meine Startunterlagen ab. Diese enthielten neben der Startnummer auch ein rotes Trikot der Sparkasse, welches ich während dem Lauf tragen sollte.
Die Umkleidekabinen befanden sich ein paar Straßen weiter in der Sporthalle eines Gymnasiums. Nachdem ich mich dort umgezogen und mein Brot gegessen hatte, gab ich mein umfangreiches Gepäck (dicker Mantel, Baumwolltasche mit Kleidung und Laptop-Tasche mit einigen Kleinigkeiten) in der Turnhalle neben der Kabine ab.
Nun ging ich zur Startgeraden. Es war zehn Minuten vor elf Uhr. Etwa 300 Halbmarathonis standen bereit und wollten starten. Doch der Start verzögerte sich. Ich stand im kurzärmligen Trikot und fror an den Armen. Erst kurz vor halb elf Uhr, also fast eine halbe Stunde zu spät, ertönte doch noch der Startschuss.
Es ging zunächst durch die Innenstadt und den Museumpark. Die Strecke war nur sporadisch abgesperrt, der eigentliche Verkehr von Autos und Fußgängern lief parallel zu dem Sportevent. Die herbstliche Atmosphäre war überall sichtbar: Der Boden war an fast allen Stellen mit Blättern bedeckt und zu manchem Zeitpunkten, als der Wind etwas stärker wurde, wehten einem diese Blätter direkt ins Gesicht. Nach dem Durchlaufen des Stadt- sowie des Prinz-Albrecht-Parks wurden drei Bahnlinien unter- oder auch überquert. Die Marathonläufer, welche insgesamt zwei Runden zu absolvieren hatte und über eine Stunde vorher gestartet waren, kamen nun schon von hinten an um zu überholen.
Die Verpflegungspunkte waren gleichmäßig im Abstand von jeweils fünf Kilometern verteilt. Die Autobahn 39 wurde zweimal überquert, an einer Stelle konnte man von der Brücke aus sehen, dass die eine Fahrbahnrichtung an dieser Stelle überdacht war.
Nachdem diese Autobahn nun noch einmal unterquert wurde, folgte der schönste Teil der Strecke: Es wurde eine komplette Runde um den Südsee gelaufen. Hier fing ich an, einige Läufer zu überholen, obwohl ich meine Geschwindigkeit nicht vergrößert hatte. Sowieso musste ich auf meine Gesundheit Rücksicht nehmen, weshalb eine Zeit unter zwei Stunden heute einfach nicht drin war.
Wenige Kilometer vor dem Ziel kreuzte sich der Kurs. Hier stand ein Ordner und sorgte dafür, dass keine Läufer zusammenstießen. Nachdem nun noch der Bürgerpark durchquert worden war, ging es zurück zur Innenstadt und zur Zielgeraden. Hier jubelten mir die Zuschauer zu. Ich rannte durchs Ziel und ließ mir die Medaille umhängen. Sie war fast genauso schlecht wie die Medaille von Oldenburg eine Woche zuvor: Auf der Vorderseite war ein Teil der Braunschweiger Innenstadt eingraviert und darunter stand: „10. Braunschweiger Lauftage 2010“. Auf der Rückseite waren noch die einzelnen Disziplinen (Marathon, Halbmarathon, 10km, 3km) aufgelistet. Es war also weder ein genaues Datum noch die jeweilige gelaufene Distanz angegeben.
Im Zielbereich freute ich mich, dass es überraschenderweise kein alkoholfreies Weizen, sondern alkoholfreies Pils gab. Ich leerte zwei Becher davon und ging dann zur Umkleidekabine. Muskelkater hatte ich kaum, da ich mich ja beim Laufen nicht unbedingt angestrengt hatte. Als ich meine Taschen und meine Jacke abholte, wurde mir gesagt, dass die Duschen außer Betrieb seien. Zuerst ärgerte ich mich darüber, doch kurz darauf stellte ich fest, dass ich sowieso mein Badetuch zu Hause vergessen hatte und daher gar nicht hätte duschen können. Und besonders stark schwitzte ich auch nicht, da ich mich beim Laufen ja nicht besonders angestrengt hatte.
Ich hängte mir meine Jacke um und lief durch die Innenstadt zu meinem Fahrrad. Ich fuhr die gleiche Strecke wie auf dem Hinweg wieder zurück nach Sülfeld. Dafür benötigte ich eineinhalb Stunden. Zu Hause stieg ich dann unter die Dusche. Am Montag sah ich auf der Internetseite des Veranstalters, dass dieser die nichtfunktionierenden Duschen sehr bedauerte.