Liebe Leser,
Ich leide zur Zeit an einer Gürtelrose. Eine Teilnahme am Halbmarathon in Bad Oldesloe ist daher nicht ratsam. Ich bitte um Verständnis.
Freitag, 23. März 2012
Halbmarathon Langenrehm 2012-03-18
Der vierunddreißigste Halbmarathon meines Lebens.
Der 29. Straßenlauf-Cup der LG HNF Hamburg.
Um zu vermeiden, an einem Wochenende im Frühjahr mal nicht laufen zu können, hatte ich mich einige Wochen zuvor dafür entschieden, auf dem Land bei einer Art Vorbereitungslauf teilzunehmen. Der Halbmarathon in Langenrehm bildete die letzte Veranstaltung eines dreiteiligen Straßenlaufcups und der Austragungsort befand sich fernab jeglicher Großstadt. Offiziell war das Veranstaltungsgelände „auf dem Parkplatz Rosengarten in Langenrehm“, welchen ich aber bei googlemaps nicht finden konnte. Die Anfahrt war entsprechend abenteuerlich.
An diesem Sonntag ließ ich mich um fünf Uhr morgens wecken und überlegte dann, ob ich nicht vielleicht doch einfach im Bett liegenbleibe sollte. Schließlich stieg ich doch auf und frühstückte. Noch vor halb sieben ging ich zu Fuß zum Bahnhof Oslebshausen. Ich hatte nicht viel Gepäck dabei, da mich noch ein längerer Fußmarsch erwarten sollte. In Oslebshausen nahm ich die erste Nordwestbahn an diesem Tag, welche zum Hauptbahnhof fuhr. Dort startete um sieben Uhr der Metronom-Regional in Richtung Hamburg. Kurz nach acht Uhr stieg ich in Klecken, also zwei Stationen vor Hamburg-Harburg aus dem Zug aus. Die Ortschaft Langenrehm gehörte offiziell zum Landkreis Harburg. Eigentlich hatte ich mein Fahrrad mitnehmen wollen, um damit die sieben Kilometer nach Langenrehm zurückzulegen. Wegen eines Missverständnisses mit dem Händler befand sich dieses jedoch noch in der Werkstatt. Es gab zwar einen Bus, der zwischen Klecken, Langenrehm und Hamburg-Harburg verkehrte, aber sonntags fuhr solch einer nur alle zwei Stunden und um diese frühe Uhrzeit schon gar nicht. Mir blieb nichts anderes übrig, als mit dem Rucksack auf dem Rücken zu Fuß zu gehen.
Ich hatte mir die Route bei googlemaps markiert ausgedruckt, denn verlaufen durfte ich mich auf keinen Fall. Nachdem ich zwei Passanten gefragt hatte, war ich mir sicher, den richtigen Weg genommen zu haben. Ich musste auf Gehwegen laufen, die neben den Durchfahrtsstraßen verliefen. Dies war zwar wegen des Autolärms ein bisschen unangenehm, aber ich hatte keine andere Wahl. Nachdem ich auf diesem Weg die A1 unterquert hatte, kam ich nach Nenndorf. Hier musste ich aufpassen, die richtige Abzweigung zu nehmen. Hinter Nenndorf musste eine weitere Schnellstraße überquert werden. Ich hatte Nenndorf schon fast wieder verlassen, als ich von einem Auto überholt wurde, welches vor mit anhielt. Der Fahrer, ein Mann in hohem Alter, stieg aus und kam auf mich zu. Er war sehr sportlich gekleidet und hegte schon die Hoffnung, dass er heute auch mitlaufen wolle. Tatsächlich fragte er mich, wo Langenrehm liege, denn er habe sich offenbar verfahren. Ich sagte ihm, dass ich auch nach Langenrehm wolle und er nahm mich in seinem Auto mit. Somit blieb mir der erste große Lauf erspart. Der Mann wollte ebenfalls Halbmarathon laufen. Er war aus Hamburg-Bergedorf und versuchte, sich mit Hilfe seines Navigationsgerätes zu orientieren. Mit Hilfe meiner ausgedruckten Karte fanden wir schnell die Ortschaft Langenrehm. Den Veranstaltungsplatz mussten wir ein bisschen länger suchen, er lag etwa einen Kilometer außerhalb. Der sogenannte Parkplatz war eigentlich eher eine kleine Wiese. Hier war lediglich ein Zelt aufgestellt, wo man sich die Startnummern abholen konnte (Die Teilnahmegebühr hatte nur 8€ betragen, man durfte also nicht allzu viel erwarten). Duschen gab es keine. Wie gut, dass ich erst gar kein Badetuch mitgeschleppt hatte.
Ich bedankte mich bei meinem Kollegen für das Mitnehmen, stieg aus und gesellte mich zu den anderen Läufern. Diese staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass ich aus dem fernen Bremen in die Provinz gekommen war, um einen völlig abgelegenen Halbmarathon zu absolvieren. Angeblich sollten heute um die 100 Sportler mitlaufen. Ich aß mein mitgebrachtes Brot, holte mir die Startnummer ab und steckte sie an. Meine Füße versah ich mit Pflastern, an den Brustwarzen vergaß ich dies allerdings. Meinen Rucksack konnte ich im Zelt abstellen. Nun joggte ich noch einmal zur Hauptstraße zurück, um nachzusehen, wann der Bus von Langenrehm nach Klecken fahren sollte. Ich brauchte sechs Minuten für diesen Weg. An der Haltestelle sah ich, dass um 11:44 Uhr der Bus zum Kleckener Bahnhof abfuhr. Das Rennen startete um zehn Uhr. Bei gutem Tempo würde ich diesen Bus wohl bekommen.
Nun ging ich zurück zum Veranstaltungsort. Die Startgerade befand sich tiefer im Wald. Ich lief den anderen Leuten hinterher. An einer Kreuzung musste wir links abbiegen, es ging nun eine Steigung nach oben. Hier war die Startgerade. Kurz, nachdem ich angekommen war, ertönte auch schon der Startpfiff. Es ging nun auf Waldwegen entlang, immer geradeaus. Man musste aufpassen, wo man hintrat, um sich nicht an den Füßen zu verletzen.
Anfangs überholte ich einige Läufer. Ich sah jedoch früh, dass eine neue Bestzeit heute nicht möglich war. Zu allem Überfluss bekam ich auch noch Kopfschmerzen.
Die Kilometer waren markiert. An den jeweiligen Holzpfosten waren immer vier Zahlen angebracht, aus denen ich ersah, dass die Strecke in beide Richtungen je zweimal abgelaufen wurde, dann hätte man 20 Kilometer absolviert. Die Reststrecke sollte dann vom Startpunkt aus zur Zielgeraden auf dem Parkplatz führen.
Rings um uns herum war nur Wald zu sehen. Nach etwa 3,5 Kilometern überquerten wir die A1 zwischen Bremen und Hamburg. Später sah ich auf googlemaps, dass der Kurs in südliche Richtung führte und der Wendepunkt gar nicht so weit weg vom Ort Buchholz in der Nordheide lag.
Kurz vor dem vierten Kilometer kamen mir die ersten Läufer entgegen, die das Ende der Stecke schon erreicht hatten. Nun musste man doppelt aufpassen, um Unfälle zu vermeiden.
Der Wendepunkt bei Kilometer fünf war mit einem Hütchen markiert. Hier befand sich einer der wenigen Streckenposten. Ich fragte diesen, ob ich mir einen Becher Wasser nehmen dürfe, welche auf dem geparkten LKW standen. Er bejahte und ich nahm mir einen Becher, trank ihn aus und lief weiter, nun die gleiche Strecke zurück. Da ich mich nicht gut fühlte, musste ich mich von einigen Leuten überholen lassen, darunter auch von zwei jungen Männern, von denen einer ein Trikot vom Bremen-Marathon trug.
Der Kurs führte an einigen Stellen bergauf und wieder bergab. Als ich bei Kilometer zehn wieder die Startgerade erreichte und erneut umdrehte, musste ich enttäuscht einsehen, dass hier kein Versorgungspunkt war. Der nächste Becher Wasser war erst wieder bei Kilometer 15 zu bekommen.
Da ich die Pflaster für die Brustwarzen vergessen hatte, zog ich nun mein Trikot für eine halbe Stunde aus. Dies bewahrte mich möglicherweise vor größeren Problemen. Als ich den Wendepunkt wieder erreicht hatte, nahm ich einen von den hinteren Bechern, in denen sich Tee befand. Dieser Tee war beim Einschenken wohl gut temperiert gewesen, inzwischen aber abgekühlt. Ich schaute nun auf die Uhr, denn auch wenn eine neue Bestzeit nicht zu standen kommen konnte, so musste ich doch daran denken, dass ich den Bus nach Klecken noch erwischen wollte. Meinen Berechnungen zu Folge sollte dies klappen.
Überholt wurde ich nun nicht mehr. Als ich die Startgerade wieder erreicht hatte, war hier überhaupt kein Streckenposten mehr. Offenbar hatte inzwischen auch der letzte Läufer die zweite Runde eingeschlagen. Es ging nun ein ganzes Stück abwärts und dann in einer scharfen Kurve nach rechts und dahinter leicht bergauf. Nun konnte ich die Ziellinie sehen. Ich gab noch einmal Alles, um eine Zeit von unter 1:35h zu erreichen. Gemessen wurde wahrscheinlich nur die Bruttozeit, welche von einer Helferin per Hand aufgeschrieben wurde. Im Ziel angekommen, holte ich sofort meinen Rucksack und lief weiter zur Bushaltestelle. Ich hatte einige Muskelschmerzen, kam aber rechtzeitig an der Haltestelle an. Dort nahm ich den Bus nach Klecken, wo ich am Bahnhof nicht lange auf den Metronom-Regional warten musste. Eine Stunde lang saß ich verschwitzt im Zug, dann erreichten wir Bremen. Gegen 14 Uhr war ich wieder zu Hause. Ich konnte duschen und legte mich dann schlafen. Die Kopfschmerzen wurden zunächst schlimmer, erst am nächsten Morgen fühlte ich mich wieder gut. Da ich im Hüftenbereich wieder (genau wie in Frankfurt) einige Ausschläge und Schwellungen bekommen hatte, beschloss ich, mir bis zum nächsten Lauf eine neue Hose zuzulegen, welche nicht mit einer Schnur zugebunden werden musste.
Der 29. Straßenlauf-Cup der LG HNF Hamburg.
Um zu vermeiden, an einem Wochenende im Frühjahr mal nicht laufen zu können, hatte ich mich einige Wochen zuvor dafür entschieden, auf dem Land bei einer Art Vorbereitungslauf teilzunehmen. Der Halbmarathon in Langenrehm bildete die letzte Veranstaltung eines dreiteiligen Straßenlaufcups und der Austragungsort befand sich fernab jeglicher Großstadt. Offiziell war das Veranstaltungsgelände „auf dem Parkplatz Rosengarten in Langenrehm“, welchen ich aber bei googlemaps nicht finden konnte. Die Anfahrt war entsprechend abenteuerlich.
An diesem Sonntag ließ ich mich um fünf Uhr morgens wecken und überlegte dann, ob ich nicht vielleicht doch einfach im Bett liegenbleibe sollte. Schließlich stieg ich doch auf und frühstückte. Noch vor halb sieben ging ich zu Fuß zum Bahnhof Oslebshausen. Ich hatte nicht viel Gepäck dabei, da mich noch ein längerer Fußmarsch erwarten sollte. In Oslebshausen nahm ich die erste Nordwestbahn an diesem Tag, welche zum Hauptbahnhof fuhr. Dort startete um sieben Uhr der Metronom-Regional in Richtung Hamburg. Kurz nach acht Uhr stieg ich in Klecken, also zwei Stationen vor Hamburg-Harburg aus dem Zug aus. Die Ortschaft Langenrehm gehörte offiziell zum Landkreis Harburg. Eigentlich hatte ich mein Fahrrad mitnehmen wollen, um damit die sieben Kilometer nach Langenrehm zurückzulegen. Wegen eines Missverständnisses mit dem Händler befand sich dieses jedoch noch in der Werkstatt. Es gab zwar einen Bus, der zwischen Klecken, Langenrehm und Hamburg-Harburg verkehrte, aber sonntags fuhr solch einer nur alle zwei Stunden und um diese frühe Uhrzeit schon gar nicht. Mir blieb nichts anderes übrig, als mit dem Rucksack auf dem Rücken zu Fuß zu gehen.
Ich hatte mir die Route bei googlemaps markiert ausgedruckt, denn verlaufen durfte ich mich auf keinen Fall. Nachdem ich zwei Passanten gefragt hatte, war ich mir sicher, den richtigen Weg genommen zu haben. Ich musste auf Gehwegen laufen, die neben den Durchfahrtsstraßen verliefen. Dies war zwar wegen des Autolärms ein bisschen unangenehm, aber ich hatte keine andere Wahl. Nachdem ich auf diesem Weg die A1 unterquert hatte, kam ich nach Nenndorf. Hier musste ich aufpassen, die richtige Abzweigung zu nehmen. Hinter Nenndorf musste eine weitere Schnellstraße überquert werden. Ich hatte Nenndorf schon fast wieder verlassen, als ich von einem Auto überholt wurde, welches vor mit anhielt. Der Fahrer, ein Mann in hohem Alter, stieg aus und kam auf mich zu. Er war sehr sportlich gekleidet und hegte schon die Hoffnung, dass er heute auch mitlaufen wolle. Tatsächlich fragte er mich, wo Langenrehm liege, denn er habe sich offenbar verfahren. Ich sagte ihm, dass ich auch nach Langenrehm wolle und er nahm mich in seinem Auto mit. Somit blieb mir der erste große Lauf erspart. Der Mann wollte ebenfalls Halbmarathon laufen. Er war aus Hamburg-Bergedorf und versuchte, sich mit Hilfe seines Navigationsgerätes zu orientieren. Mit Hilfe meiner ausgedruckten Karte fanden wir schnell die Ortschaft Langenrehm. Den Veranstaltungsplatz mussten wir ein bisschen länger suchen, er lag etwa einen Kilometer außerhalb. Der sogenannte Parkplatz war eigentlich eher eine kleine Wiese. Hier war lediglich ein Zelt aufgestellt, wo man sich die Startnummern abholen konnte (Die Teilnahmegebühr hatte nur 8€ betragen, man durfte also nicht allzu viel erwarten). Duschen gab es keine. Wie gut, dass ich erst gar kein Badetuch mitgeschleppt hatte.
Ich bedankte mich bei meinem Kollegen für das Mitnehmen, stieg aus und gesellte mich zu den anderen Läufern. Diese staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass ich aus dem fernen Bremen in die Provinz gekommen war, um einen völlig abgelegenen Halbmarathon zu absolvieren. Angeblich sollten heute um die 100 Sportler mitlaufen. Ich aß mein mitgebrachtes Brot, holte mir die Startnummer ab und steckte sie an. Meine Füße versah ich mit Pflastern, an den Brustwarzen vergaß ich dies allerdings. Meinen Rucksack konnte ich im Zelt abstellen. Nun joggte ich noch einmal zur Hauptstraße zurück, um nachzusehen, wann der Bus von Langenrehm nach Klecken fahren sollte. Ich brauchte sechs Minuten für diesen Weg. An der Haltestelle sah ich, dass um 11:44 Uhr der Bus zum Kleckener Bahnhof abfuhr. Das Rennen startete um zehn Uhr. Bei gutem Tempo würde ich diesen Bus wohl bekommen.
Nun ging ich zurück zum Veranstaltungsort. Die Startgerade befand sich tiefer im Wald. Ich lief den anderen Leuten hinterher. An einer Kreuzung musste wir links abbiegen, es ging nun eine Steigung nach oben. Hier war die Startgerade. Kurz, nachdem ich angekommen war, ertönte auch schon der Startpfiff. Es ging nun auf Waldwegen entlang, immer geradeaus. Man musste aufpassen, wo man hintrat, um sich nicht an den Füßen zu verletzen.
Anfangs überholte ich einige Läufer. Ich sah jedoch früh, dass eine neue Bestzeit heute nicht möglich war. Zu allem Überfluss bekam ich auch noch Kopfschmerzen.
Die Kilometer waren markiert. An den jeweiligen Holzpfosten waren immer vier Zahlen angebracht, aus denen ich ersah, dass die Strecke in beide Richtungen je zweimal abgelaufen wurde, dann hätte man 20 Kilometer absolviert. Die Reststrecke sollte dann vom Startpunkt aus zur Zielgeraden auf dem Parkplatz führen.
Rings um uns herum war nur Wald zu sehen. Nach etwa 3,5 Kilometern überquerten wir die A1 zwischen Bremen und Hamburg. Später sah ich auf googlemaps, dass der Kurs in südliche Richtung führte und der Wendepunkt gar nicht so weit weg vom Ort Buchholz in der Nordheide lag.
Kurz vor dem vierten Kilometer kamen mir die ersten Läufer entgegen, die das Ende der Stecke schon erreicht hatten. Nun musste man doppelt aufpassen, um Unfälle zu vermeiden.
Der Wendepunkt bei Kilometer fünf war mit einem Hütchen markiert. Hier befand sich einer der wenigen Streckenposten. Ich fragte diesen, ob ich mir einen Becher Wasser nehmen dürfe, welche auf dem geparkten LKW standen. Er bejahte und ich nahm mir einen Becher, trank ihn aus und lief weiter, nun die gleiche Strecke zurück. Da ich mich nicht gut fühlte, musste ich mich von einigen Leuten überholen lassen, darunter auch von zwei jungen Männern, von denen einer ein Trikot vom Bremen-Marathon trug.
Der Kurs führte an einigen Stellen bergauf und wieder bergab. Als ich bei Kilometer zehn wieder die Startgerade erreichte und erneut umdrehte, musste ich enttäuscht einsehen, dass hier kein Versorgungspunkt war. Der nächste Becher Wasser war erst wieder bei Kilometer 15 zu bekommen.
Da ich die Pflaster für die Brustwarzen vergessen hatte, zog ich nun mein Trikot für eine halbe Stunde aus. Dies bewahrte mich möglicherweise vor größeren Problemen. Als ich den Wendepunkt wieder erreicht hatte, nahm ich einen von den hinteren Bechern, in denen sich Tee befand. Dieser Tee war beim Einschenken wohl gut temperiert gewesen, inzwischen aber abgekühlt. Ich schaute nun auf die Uhr, denn auch wenn eine neue Bestzeit nicht zu standen kommen konnte, so musste ich doch daran denken, dass ich den Bus nach Klecken noch erwischen wollte. Meinen Berechnungen zu Folge sollte dies klappen.
Überholt wurde ich nun nicht mehr. Als ich die Startgerade wieder erreicht hatte, war hier überhaupt kein Streckenposten mehr. Offenbar hatte inzwischen auch der letzte Läufer die zweite Runde eingeschlagen. Es ging nun ein ganzes Stück abwärts und dann in einer scharfen Kurve nach rechts und dahinter leicht bergauf. Nun konnte ich die Ziellinie sehen. Ich gab noch einmal Alles, um eine Zeit von unter 1:35h zu erreichen. Gemessen wurde wahrscheinlich nur die Bruttozeit, welche von einer Helferin per Hand aufgeschrieben wurde. Im Ziel angekommen, holte ich sofort meinen Rucksack und lief weiter zur Bushaltestelle. Ich hatte einige Muskelschmerzen, kam aber rechtzeitig an der Haltestelle an. Dort nahm ich den Bus nach Klecken, wo ich am Bahnhof nicht lange auf den Metronom-Regional warten musste. Eine Stunde lang saß ich verschwitzt im Zug, dann erreichten wir Bremen. Gegen 14 Uhr war ich wieder zu Hause. Ich konnte duschen und legte mich dann schlafen. Die Kopfschmerzen wurden zunächst schlimmer, erst am nächsten Morgen fühlte ich mich wieder gut. Da ich im Hüftenbereich wieder (genau wie in Frankfurt) einige Ausschläge und Schwellungen bekommen hatte, beschloss ich, mir bis zum nächsten Lauf eine neue Hose zuzulegen, welche nicht mit einer Schnur zugebunden werden musste.
Donnerstag, 15. März 2012
Halbmarathon Frankfurt 2012-03-11

Der dreiunddreißigste Halbmarathon meines Lebens.
Der zehnte Lufthansa-Halbmarathon Frankfurt am Main.
Diesmal hatte ich während der Winterpause eine Art Vorbereitungsprogramm absolviert: Im Januar, im Februar sowie im März hatte ich an jeweils einem Sonntag beim AOK-Vorbereitungslauf im Bürgerpark teilgenommen. Diese Läufe erstreckten sich über 10, 15 bzw. 20 Kilometern und boten daher die Möglichkeiten, schon frühzeitig annähernd mein Niveau des letzten Jahres zu erreichen. Eine Woche nach dem letzten Vorbereitungslauf stand nun der erste echte Halbmarathon der diesjährigen Saison in Frankfurt am Main an.
Ich hatte für die frühzeitige Anmeldung nur 13€ gezahlt, dafür war die Veranstaltung (genau wie im letzten Jahr) sehr mager ausgestattet: Es sollte an der Strecke erneut nur zwei Versorgungspunkte geben und auf eine Finisher-Medaille wurde wieder verzichtet.
Um 23 Uhr verließ ich am Samstag meine Wohnung, um mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof zu fahren. Dort angekommen, traf auch schon der Intercity nach Frankfurt ein. Wie im letzten Jahr war in diesem Zug genug Platz für mich. Das Sechser-Abteil mit den ausfahrbaren Sitzen musste ich mir zunächst mit einer Frau aus Tunesien teilen. Ich hatte mir diesmal eine eigene Decke mitgebracht, in der Hoffnung, damit wenigstens ein bisschen schlafen zu können. Im Vorjahr hatte ich auf der gleichen Zugfahrt keine einzige Minute die Augen zubekommen.
Zu meiner Überraschung gelang es mir tatsächlich, zwischen ein und zwei Stunden zu schlafen. Gegen halb drei Uhr wachte ich auf. Meine Begleiterin verließ in Essen den Zug. Nun hatte ich das Abteil für mich alleine. Schlafen konnte ich aber nur noch etwa eine halbe Stunde, bevor der Zug um Viertel vor Sieben Uhr am Flughafen in Frankfurt am Main (Fernbahnhof) ankam. Dort stieg ich aus. Da ich mich müde fühlte, überlegte ich zuerst, ob ich mich am Bahnhof vielleicht irgendwo auf eine Bank setzen und dort noch ein bisschen ruhen sollte. Ich entschied mich dann jedoch dazu, eines meiner mitgebrachten Brote zu essen und zu den Gleisen des Regionalbahnhofs zu gehen. Dieser Bahnhof war zunächst gar nicht so einfach zu finden. Ich nahm dann die nächste S-Bahn, welche mich zum Stadion brachte.
Hier konnte ich dann die ersten Läufer sehen. Einer sprach mich an und ich zeigte ihm den Weg zum Stadion. Gemeinsam erreichten wir die Startnummernausgabe, wo ich nur meine Startnummer nennen musste und daraufhin das Stück Papier mit dieser Nummer ausgehändigt bekam. An einem anderen Eingang des Stadions wurden sogenannte „Jubiläumsbecher“ verteilt. Gegen Vorlage der Startnummer konnte auch ich einen dieser Becher bekommen, auf denen „10. Spiridon Lufthansa Halbmarathon - Finisher“ aufgedruckt war. Ich hätte also jetzt schon nach Hause fahren können und mit Hilfe dieses Bechers behaupten können, das Ziel erreicht zu haben.
Ich schlenderte noch einmal zum nahe gelegenen Parkplatz und aß dort mein zweites mitgebrachtes Brot. Danach ging ich zum Stadion in die Umkleidekabine und zog mich entsprechend an. Auf eine Unterhose verzichtete ich komplett, was sich nachher als Fehler herausstellte. Die Tasche stellte ich an den Rand des großen Vorraumes der Kabine, meinen Geldbeutel konnte ich bei der Wertsachenabgabe in Sicherheit wissen. Meinen Wohnungsschlüssel jedoch behielt ich bei mir in einer Packung Taschentücher.
Nun ging ich zum Start, direkt neben dem Stadion. Es gab einzelne Startblöcke. Der erste war für die Elite vorgesehen, der zweite für die Läufer mit Zielzeit 1:30h bis 1:40h. Hier reihte ich mich ein. Vor mir sah ich einen Pacemaker, der einen Luftballon mit der Zielzeit 1:29h trug. Hinter mir war ein Pacemaker mit der Zeit 1:39h. Um 10:00 Uhr startete die Elite. Nach einer kurzen Pause kam mein Block an die Reihe. Der erste Halbmarathon dieser Saison hatte begonnen.
Der Kurs war genau der gleiche wie im letzten Jahr. Wir mussten durch die enge Unterführung unter den Bahngleisen durch und dann auf einer Straße geradeaus. Hier war das Läuferfeld noch sehr eng beisammen und überholen daher nicht einfach. Ich sah schon nach dem ersten Kilometer, dass eine neue persönliche Bestzeit heute nicht möglich war.
Nach einem Kilometer wurde ein Wohngebiet erreicht, wo wir eine 180°-Kurve hinlegen mussten. Hier standen einige Zuschauer, die verschiedene Plakate hochhielten. Im Vorbeilaufen sah ich, dass auf diesen Plakaten Protest gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens zum Ausdruck gebracht wurde. Einige Leute hatten Trillerpfeifen dabei. Wurden wir Sportler etwa mit dem Flughafen-Ausbau in Verbindung gebracht, weil die Lufthansa der Hauptsponsor dieser Sportveranstaltung war?
Die nächsten zwei Kilometer ging es auf einer Straße entlang, welche von Wald eingeschlossen war. Danach wurde der Stadtteil Niederrad durchquert. Hier sah ich auch eine Niederlassung des Konzerns Nestlé, welcher sich laut eigenen Angaben so stark gegen Kindersklaverei (Ernte von Kakao-Bohnen) in der Elfenbeinküste einsetzt. Auch einige Zuschauer standen zwischen den großen Hochhäusern und machten mit diversen Instrumenten Lärm.
Nach fünfeinhalb Kilometer erreichten wir das südliche Ufer des Mains. Hier sollte es nun bis zur Hälfte der Halbmarathonstrecke in östlicher Richtung entlanggehen. Dabei liefen wir unter einigen großen Brücken durch. Auf der anderen Seite des Mains konnten wir die Skyline der Innenstadt sehen. Diesmal war ich darauf vorbereitet, dass die erste Versorgungsstelle erst am Ende dieser langen Geraden, bei Kilometer 9,7 sein würde. Dort angekommen, trank ich zwei Becher Wasser und machte dabei eine kurze Geh-Pause. Dann wurde das Mainufer verlassen und wir liefen durch die Straßen eines Frankfurter Stadtteils, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Die 10km-Marke hatte ich nach 43 oder 44 Minuten erreicht. Hier befand sich auch ein Gerät zur Erfassung der Zwischenzeit. Lufthansa-Maschinen waren diesmal wesentlich weniger zu beobachten als noch im letzten Jahr.
Nach 13 Kilometern hatten wir die Stadt hinter uns und liefen auf einer extra für uns gesperrten Landstraße, wo bei Kilometer 14,8 die zweite und letzte Versorgungsstelle vor dem Ziel war. Ich nahm zwei Becher Iso und lief dann weiter. Ich hatte inzwischen starke körperliche Probleme. Meine Genitalien fühlten sich durch die Reibung an den Beinen ziemlich wund an. Außerdem fühlte ich, dass sich an einem der Zehen eine Blase bildete. Ich hatte mir im Winter neue Schuhe zugelegt und wusste noch nicht genau, an welchen Stellen ich Pflaster einsetzen sollte.
Nach kurzer Zeit erreichte ich die Stelle, wo die Läufer, welche mir 3000 Meter vorauswaren, in Richtung Südwesten abbogen. Ab sofort konnten wir nur die linke Seite der Landstraße benutzen, da die rechte Seite von den uns entgegenkommenden, schnelleren Läufern, eingenommen wurde. Hier konnte ich nun auch den Pacemaker für 1:29h erkennen, welcher mir (zu) weit voraus war.
Die Wendestelle war zwischen Kilometer 16 und 17 und bildete eine sehr scharfe Kurve. Auch hier standen Messgeräte zur Erfassung der Zwischenzeit. Nun ging es eineinhalb Kilometer zurück und dann in die beschriebene Linkskurve. Nun war auch das Stadion wieder in Sichtweite.
Zwei Kilometer vor dem Ziel musste wir eine große Brücke hinauflaufen, welcher über eine Art Autobahn führte. Hinter der Brücke wurde das Stadion erreicht. Allerdings musste dieses noch einmal komplett umlaufen werden. Der Weg war nun der gleiche, den ich zu Fuß vom S-Bahnhof zum Stadion zurückgelegt hatte. Ich lief nun noch einmal so schnell ich konnte und überholte dabei einige Sportler, darunter auch eine dunkelhäutige Frau. Beim Einlauf ins Stadion sah ich mir auf meiner Uhr die Nettozeit an. Ich schaffte es, knapp unter 1:34h zu bleiben. Der Zieleinlauf befand sich zwischen dem Fußballfeld und den Zuschauerrängen.
Ich ging nun zum Ausgang des Stadions, wo ich einige Becher mit Getränken zu mir nahm. Ich wollte sofort duschen, bevor das Hauptfeld das Ziel erreichte.
Das Heruntersteigen der Treppe gestaltete sich als kleine Herausforderung, da ich gewisse Muskelschmerzen hatte. In der großen Halle nahm aus meiner Sporttasche nur das Nötigste (Badetuch und Unterhose) und brachte es in die Umkleide. Hier fand ich sofort eine freie Dusche. Als die ersten Wassertropfen auf meinen Körper herunterfielen, spürte ich einen brennenden Schmerz in der Magengegend. Ich sah, dass sich an der Stelle, wo meine Hose zugeschnürt gewesen war, eine Wunde gebildet hatte. Das lag daran, dass ich keine Unterhose als Puffer benutzt hatte. Naja, es ließ sich jetzt nicht mehr ändern.
Nach dem Duschen achtete ich darauf, meinen Wohnungsschüssel in die mitgebrachte Tüte zu stecken und dann in den Vorraum zu gehen, um mich wieder komplett anzuziehen. Als ich dort in die entsprechende Packung Taschentücher blickte, musste ich feststellen, dass mein Schlüssel nicht mehr da war. Ich bekam den Schock meines Lebens. Wo konnte ich ihn verloren haben? Ich hatte ihn während das ganzen Rennens bei mir gehabt und wusste genau, dass er beim Duschen noch dagewesen war. Ich ging zurück in die Kabine an die Stelle, wo ich mir die Unterhose angezogen hatte. Hier lag er nicht. Ich bückte mich, um unter die Bänke zu schauen. Da war er! Er lag am Boden, er musste mir also offenbar irgendwie heruntergefallen sein. Ich war wahnsinnig erleichtert und ging wieder zurück in den Vorraum. Hier packte ich meine Tasche und holte meinen Geldbeutel von der Wertsachenaufbewahrung ab.
Draußen nahm ich mir zwei Flaschen des angebotenen alkoholfreien Weizens und kaufte mir eine Bratwurst. Dann ging ich zurück zum S-Bahnhof. Ich konnte mit der schweren Tasche in der Hand und den Muskelschmerzen in den Beinen nur langsam laufen. Schließlich stieg ich in die S-Bahn und fuhr zum Hauptbahnhof, wo ich ohne Verspätung den ICE nach Hannover nehmen konnte und von dort aus mit dem IC nach Hause fahren und endlich ausschlafen konnte.
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