Montag, 29. August 2011

Halbmarathon im Goldenstedter Moor 2011-08-28

Der vierundzwanzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Moormarathon von Goldenstedt.
Bereits vor einigen Monaten hatte ich mich für dieses Event Ende August angemeldet. Unglücklicherweise, wie ich später erfuhr, sollte der diesjährige Bremerhaven-Marathon am selben Tag stattfinden, so dass ich dort nicht teilnehmen konnte.
Der Austragungsort war nicht direkt in Goldenstedt, sondern im Goldenstedter Moor (daher auch der Name „Moormarathon“), welches zwischen Vechta, Goldenstedt und Barnstorf liegt. Letzterer der Orte besitzt einen Bahnhof an der Strecke zwischen Bremen und Osnabrück und ist etwa zehn Kilometer vom Veranstaltungszentrum, dem sogenannten „Haus im Moor“, auch „Torfwerk“ genannt, entfernt.
Da der Startschusse für Marathon (zwei Runden auf der gleichen Strecke) und Halbmarathon bereits um 9:00 Uhr am Sonntagmorgen erfolgen sollte, hatte ich ein Problem mit der Anreise: Der erste Regionalexpress vom Bremer Hauptbahnhof fährt Sonntagmorgens erst kurz nach acht Uhr los. Ich wäre daher nicht rechtzeitig im Moor angekommen. So blieb mir nichts anderes übrig, als in einer kleinen Gaststätte in Barnstorf ein Zimmer zu mieten.
Am Samstagabend fuhr ich mit dem Fahrrad zum Bahnhof Oslebshausen, wo ich gegen 21:30 Uhr die Regionalbahn zum Hauptbahnhof nahm. Mit meinem Fahrrad und einer Tasche Gepäck wechselte ich dort das Gleis und stieg um kurz nach 21 Uhr in den Regionalexpress nach Osnabrück. Auf der Fahrt lernte ich einen jungen Mann kennen, der für das Deutsche Rote Kreuz arbeitete und mir erzählte, dass er öfter als Helfer bei großen Veranstaltungen (auch Marathonläufe) im Einsatz sei.
Nach einer halben Stunde kam der Zug in Barnstorf an. Trotz Dunkelheit konnte ich das Gasthaus schnell finden, da es nicht weit weg vom Zentrum lag. In diesem Gasthaus war im Erdgeschoss, wo sich ein großer Veranstaltungsraum befand, eine Feier, auf der ein Schlager nach dem anderen gespielt wurde. Mein Zimmer befand sich im ersten Stock. Nachdem ich bezahlt hatte, durfte ich mein Fahrrad in der Garderobe parken und ging auf mein Zimmer. Dieses verfügte sogar über ein kleines Bad mit WC und Dusche, und das für nur 27€/Nacht.
Obwohl man hier die Musik von unten nur sehr leise hören konnte, hatte ich Probleme einzuschlafen. Daher schaltete ich noch bis Mitternacht den Fernseher ein. Danach konnte ich dann endlich schlafen, wachte aber zwischendurch immer wieder auf. Ich hörte, wie sich irgendwo unten, auf der Straße oder im Haus, mehrere Menschen laut stritten.
Gegen sieben Uhr am Morgen stand ich auf. Ich zog mich an und verließ das Zimmer. Den Schlüssel ließ ich von außen stecken, so wie es am Abend vereinbart worden war. Dann nahm ich mein Fahrrad aus der Garderobe und verließ das Gästehaus. Gefrühstückt hatte ich nicht, ich wollte mein mitgebrachtes Brot im Startbereich im Moor zu mir nehmen.
Ich hatte keine Landkarte dabei, sondern mir vorher die Straßen aufgeschrieben, in welche ich einbiegen musste. Leider ist es nicht so einfach, einen sehr kleinen Ort zu finden, wenn man von einem größeren Ort losfährt. Ich hatte zunächst mit starkem Gegenwind zu kämpfen. Vom Sommer war mal wieder wenig zu spüren, es war relativ kühl. Nachdem ich eine gewisse Strecke zurückgelegt hatte, sah ich die ersten Vorboten der Veranstaltung: Auf einem großen Flyer konnte ich „Goldenstedter Moormarathon“ lesen und auf einem asphaltierten Feldweg waren bereits Schilder vorhanden, welche Verpflegungsstellen kennzeichneten.
Der weitere Weg war leider nicht mehr asphaltiert, sondern er führte über Wanderwege, die holprig und teilweise von tiefen Pfützen durchzogen waren. Meine Füße, welche barfuß in Sandalen steckten, wurden immer dreckiger. Ich befand mich zwar schon auf dem Weg, der die Strecke das Marathons bildete und konnte mich an den Kilometerschildern orientieren. Leider aber war diese Strecke nicht so eindeutig, da einige Wege zu mehrere Streckenabschnitten gehörten. Als mir zwei Landwirte auf einem Traktor entgegenkamen, fragte ich diese nach dem Torfwerk. Sie zeigten mir die Richtung an.
Auf dem Weg befanden sich auch (teilweise) sehr verbogene Schienen, auf welche das Torf transportiert wurde oder wohl eher früher einmal transportiert worden war. Endlich erreichte ich das Schild für Kilometer 2. Ich konnte also nicht mehr weit weg vom Haus im Moor sein. Kurz vor dem Schild von Kilometer 1 sah ich ein Fahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes mit einigen Mitarbeitern, die hier eine Verpflegungsstelle vorbereiteten. Es war inzwischen schon Viertel nach Acht Uhr. Diese Leute zeigten mir den Weg zum Startbereich, wo ich kurz darauf ankam.
Der Startbereich bestand aus mehreren Hütten und einer aufgebauten WC-Anlage. Eine dieser Hütten enthielt die Umkleidekabinen. Ich stellte mich zunächst an einen freien Platz und aß dort mein Brot und zwei mitgebrachte Bifis. Dann ging ich zu einem aufgebauten Zelt, wo ich meine Startunterlagen abholen konnte. Sie bestanden nur aus der Nummer und zwei kleinen Informationsblättern. Ich ging in die Hütte mit der Umkleidekabine. Duschen gab es zunächst keine, so dass ich in dieser Hütte ein Waschbecken benutzte, um meine dreckigen Sandalen und Füße zu säubern. Dann zog ich meine Laufkleidung an. Ich lernte hier auch zwei Männer aus Fischerhude kennen, die mir anboten, mich beim nächsten Mal mit dem Auto hierher mitnehmen zu können. Beide sollte ich voraussichtlich am 2. Okotber beim Marathon in Bremen wiedersehen. Sie wollten auch heute die gesamten 42km laufen.
In einer weiteren Hütte konnte ich meine Tasche abgeben. Ich nahm beide Brillen zu mir, da die Sonne teilweise stark schien und um diese Uhrzeit noch tief am Himmel stand. Dann ging ich zum Start. Vom Kommentator hörte ich, dass die Zahl der Halbmarathonläufer über 200 und die der Marathonläufer unter 100 betrage. Beide Gruppen sollten nun zusammen starten, die restlichen Teilnehmer (3km-Lauf und Ähnliches) erst später.
Das Haus im Moor lag an einer Art Kreuzung, wobei die Straße, welche in nördlicher Richtung auf diese Kreuzung stieß, eine asphaltierte Autostraße war. Die drei anderen Wege konnte man eher als Wanderwege bezeichnen. Ich war mit meinem Fahrrad von Osten auf diese Kreuzung gestoßen. Nach dem Startschuss wurde die südliche Richtung eingeschlagen. Ich war relativ weit hinten im Feld und hatte zunächst Probleme mit dem Überholen. Obwohl die Teilnehmerzahl begrenzt war, ging es sehr gedrängt zu, da auch dieser Weg sehr eng war. Außerdem musste man aufpassen, nicht in Pfützen zu treten.
Nach fünf Minuten hatte ich den ersten Kilometer absolviert. Noch vor dem Ende des zweiten Kilometers erreichten wir eine Stelle, wo eine begeisterte Zuschauermenge stand. Dies war auffallend, da der gesamte Kurs fernab jeglicher Wohngebiete war. Als wir die Zuschauer erreichten, musste ich feststellen, dass dieser Ort die Kreuzung war, an welcher wir vor wenigen Minuten gestartet waren. Wir hatte sie in südlicher Richtung verlassen und kamen nun von Westen her wieder dort an, der Weg hatte uns also im Krei geführt. Nun ging es nach Osten, den Weg, den ich mit dem Fahrrad hierhergekommen war.
An der Kreuzung war auch die ertse Verpflegungsstelle, wo ich einen Becher mit einem apfelsaftähnlichen Getränk erhielt. Kurz darauf überholte ich zwei Läufer, die beide einen Hund an der Leine führte. Diese Hunde waren ebenfalls mit Startnummern ausgestattet und nutzen eine Pfütze, um sich zu erfrischen.
Das Feld hatte sich nun ein bisschen auseinandergezogen und ich konnte die Landschaft um mich herum genießen, was bei der Fahrt hierher nicht möglich gewesen war. Auf den „Feldern“ neben uns türmten sich Mengen von abgebautem Torf. In der Mitte des Weges verliefen die Schienen und an einer Stelle war sogar ein „Zug“ zu sehen, der auf diesen Schienen wohl früher einmal gefahren war.
Nach einigen Kilometern gab es eine weitere Verpflegungsstelle, wo ich Wasser zu mir nahm. Danach kam ich mit einem Läufer ins Gespräch, der sich als ein „Personal Trainer“ ausgab und mir mitteilte, dass er seine Kunden auf verschiedenste Sachen, u.a. auf Marathonläufe, vorbereite. Wir tauschten fast eine halbe Stunde lang unsere Erlebnisse aus. Er erzählte mir auch, dass er vor fünf Jahren das letzte Mal in Goldenstedt beim Halbmarathon teilgenommen hatte und damals eine Medaille aus Holz bekommen hatte. Darüber freute ich mich, da ich bisher davon ausgegangen war, nach dieser Veranstaltung ohne jegliches Erinnerungsstück nach Hause fahren zu müssen. Die Internetseite des Moormarathons war nämlich sehr dürftig ausgestattet und gab keinerlei Informationen über die Vergabe von Mediallen her. Auch wie die Zeitmessung funktionierte, wusste ich nicht. Nach elf Kilometern verabschiedete ich mich von dem Kollegen, um nun etwas schneller zu laufen. Inzwischen war eine asphaltierte Strecke erreicht worden, die lange Zeit geradeaus führte. An einer Kurve standen ein paar Leute um ein Schild mit der Aufschrift „Verpflegungsstelle 4“, jedoch gab es hier nichts zu trinken. Dies hatte zur Folge, dass ich sechs oder sieben Kilometer lang kein Wasser zu mir nehmen konnte. Auf Grund der niedrigen Temperaturen blieb dies für mich allerdings ohne Folgen. Leider spürte ich, dass sich an meiner linken Ferse eine Blase bildete. Dieses Problem hatte ich mit den jetzigen Schuhen bisher noch nicht gehabt, vielmehr hatte ich mit Blasen an den Zehen zu kämpfen. Für das nächste Rennen in Wolfsburg würde also der Einsatz von Pflastern an den entsprechenden Stellen unvermeidlich sein.
Der letzte Streckenabschnitt führte mich wieder auf den Weg, den ich mit dem Rad gefahren war, diesmal in der gleichen Richtung. Hier erlebte ich das, was für meine Läufe typisch war: Ich überholte nach und nach zahlreiche Teilnehmer, die noch vor mir waren.
Eine letzte Verpflegungsstelle kurz vor dem Ziel passierte ich, ohne etwas zu nehmen. Ich schaute auf meine Uhr und sah, dass ich wohl eine Zeit knapp über 1:41h erreichen würde. Das Ziel lag an der Kreuzung, wo auch der Start war. Ich überholte hier noch einen Läufer, kurz bevor ein Ordner uns zurief, dass der Halbmarathonläufer (ich) geradeaus und der Marathonläufer nach rechts, in die zweite Runde, einbiegen sollte. Das Ziel lag auf einer Wiese, wo ein Stand mit Getränken und Obst aufgebaut war. Beim Durchlaufen des Zielbogens hörte ich ein Piepsen, dass auf irgendein elektronische Gerät hinwies, welches (hoffentlich) meine Zeit gemessen hatte. Auf einer Bank sah ich einen anderen Finisher, der tatsächlich eine Holzmedaille trug. Er sagte mir, dass ich so ein Exemplar bei den Helfern bekommen könne. Tatsächlich konnte mir ein junges Mädchen im Zielbereich eine Medaille überreichen. Sie war aus einem Ast geschnitten und die Worte „Moormarathon 2011“ sowie die Skizze eines Läufers waren darauf aufgedruckt. Eine etwas andere Medaille als meine bisherigen, die allesamt aus Metall waren.
In der Hütte konnte ich meine Tasche abholen. Neben den Umkleidekabinen hatten die Helfer inzwischen eine aufblasbare Duschkabine installiert. Ich benutze diese und zog mich danach wieder an. Dann nahm ich meine Tasche und ging zu meinem Fahrrad, dass ich an einem Zaun an der Kreuzung aufgestellt hatte. Den gleichen Weg wollte ich nicht mehr zurück nach Barnstorf nehmen. Stattdessen schlug ich von der Kruzung aus die nördliche Richtung ein. Hier kam ich auf eine Straße, an deren Seite ein abgetrennter Fahrradweg vorhanden war. Hinweisschilder zeigten mir den Weg. Ich hatte die Möglichkeit, entweder nach Vechta oder nach Barnstorf zurückzufahren. Da Vechta offenbar näher lag, schlug ich zunächst diese Richtung ein, kehrte aber schnell wieder um, da ich hier einen starken Gegenwind spürte. Diesen kannte ich schon von der Hinfahrt und ich dachte mir, dass ich beim Weg zurück nach Barnstorf logischerweise Rückenwind haben müsste. Leider stimmte dies nur bedingt.
Ich orientierte mich an den Hinweisschildern und hatte nun eine angenehmer Fahrt. Der Weg war asphaltiert und ich kam gut voran. Nach etwa acht Kilometern erreichte ich den östlichsten Teil der Laufstrecke, an welcher jetzt nur noch vereinzelt Marathonläufer ihre zweite Runde absolvierten. Nach elf Kilometern erreichte ich die Osnabrücker Straße, welche mich direkt nach Barnstorf zum Bahnhof führte. Muskelkater spürte ich fast keinen, obwohl ich die 21 Kilometer in einer durchaus beachtliche Zeit zurückgelegt hatte.
Um Viertel nach zwölf Uhr kam der Zug nach Bremen, wo ich kurz vor dreizehn Uhr mittags ankam.

Montag, 22. August 2011

Halbmarathon Osnabrücker Land 2011-08-21

Der dreiundzwanzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Osnabrücker-Land-Marathon in Bissendorf.
Nach den schmerzlichen Erfahrungen des letzten Jahres, als ich schon nach wenigen Kilometern große Probleme an meinem rechten Knie bekommen hatte, wollte ich diesmal erneut in Bissendorf Halbmarathon laufen. Angemeldet hatte ich mich bereits Monate im Voraus, bezahlt werden sollte aber erst vor Ort.
Da diese Veranstaltung an einem Samstagnachmittag stattfand, war es praktisch nicht möglich, eine weitere persönliche Bestzeit zu erreichen, da es am Nachmittag in der Regel ein paar Grad wärmer als morgens ist. Ferner war nun der Sommer auch in der Nordhälfte Deutschlands angekommen. Es sollten an diesem Tag bis zu 30°C werden.
Den Zeitplan für die Anfahrt nach Bissendorf hatte ein bisschen knapp angesetzt: Ich stieg mit meinem Fahrrad um 13:39 Uhr in Oslebshausen in die Regionalbahn zum Hauptbahnhof ein, wo pünktlich um 14:06 der Regionalexpress nach Osnabrück startete. Obwohl Samstag war, war das Fahrradabteil relativ frei. Mit einigen Minuten Verspätung kam ich um 15:25 Uhr in Osnabrück an. Der Marathon in Bissendorf sollte um 15:30 Uhr starten, der Halbmarathon eine Stunde später. Bis zum Veranstaltungszentrum waren es etwa zehn Kilometer. Da ich den Weg, welcher im Prinzip ununterbrochen geradeaus führte, noch aus dem letzten Jahr zu wissen glaubte, führte ich keinerlei Karte oder ähnliches Hilfsmittel bei mir. Ich beging allerdings den Fehler, gleich nach dem Verlassen des Bahnhofs die erste Unterführung statt der zweiten zu nehmen und kam so erst gar nicht auf die lange Geraden, die nach Bissendorf führte. Da ich unterwegs allerdings einige Hinweisschilder mit meinem Zielort zu sehen bekam, glaubte ich zunächst, richtig zu sein.
Als die Hinweisschilder für Bissendorf nach einiger Zeit ausblieben, wurde ich unruhig und fragte andere Radfahrer nach dem Weg. Ein älterer Herr erklärte mir, dass ich mich nach Bissendorf weiter rechts halten sollte und zeigte mir eine Abzweigung, die ich nehmen sollte. Hier überfuhr ich tatsächlich nach einigen Metern die Bahnlinie, welche Osnabrück mit Münster verbindet. Aus meinen Erinnerungen vom letzten Jahr wusste ich noch, dass der gesamte Marathonkurs südlich dieser Bahnlinie lag, bis jetzt war ich mit meinem Fahrrad nördlich von ihr gefahren.
Wegen günstiger Windverhältnisse konnte ich um die 30 km/h fahren. Trotzdem schwitze ich, da es schon extrem warm war und ich meinen Drahtesel aufs Äußerste anstrengte, um noch pünktlich zum Start in Bissendorf zu sein. Nachdem ich nochmals einen Landwirt nach dem Weg gefragt hatte, erreichte ich den Ort und sah dort schon einen Streckenordner, der mir die Richtung zum Veranstaltungszentrum zeigte. Ein anderer Fahrradfahrer, der das gleiche Ziel wie ich hatte, begleitete mich für den Rest der Strecke. Etwa eine halbe Stunde vor dem Start kam ich endlich an.
Ich holte mir für 12€ die Startunterlagen ab, welche nur aus der Startnummer und zwei Gutscheinen bestanden. Einer der beiden Gutscheine beinhaltete, genau wie im letzten Jahr, das Recht auf eine DVD mit Videos und Fotos der Veranstaltung. Für 20€ hätte ich noch ein Trikot des diesjährigen Jahrgangs erwerben können. Es war in schwarzer Farbe. Ich verzichtete darauf und entschied mich stattdessen, mein mitgebrachtes Exemplar des Vorjahres (grau) zu tragen.
Ich ging zur Sporthalle in die Umkleidekabine, um mich umzuziehen. Wie im letzten Jahr konnte man hier seine Sporttasche zurücklassen. Da ich nicht wusste, wie gut diese Einrichtung bewacht war, nahm ich meinen Hausschlüssel und mein Semesterticket neben einer Packung Taschentücher zu mir, um sie während des Laufs bei mir zu tragen. Da am Himmel fast keine Wolke zu sehen war, entschied ich mich, nur die Sonnenbrille mitzunehmen. Dann ging ich zum Start.
Wie im Vorjahr gab es keinen Chip zur Zeitmessung, daher war auch keine Nettozeitmessung möglich. Da die Teilnehmerzahl nicht besonders groß war, stellte dies aber kein Problem dar. Wenige Sekunden nach dem Startschuss hatte ich bereits die Startlinie überquert. Der Kurs war genau der gleiche wie im letzten Jahr.
Es ging zunächst nach Osten, die Werscher Straße entlang. Hier gesellte ich mich bereits zum vorderen Teil des Läuferfeldes. Vor der ersten 90°-Kurve nach rechts war der erste Kilometer absolviert, für den ich ziemlich genau fünf Minuten benötigt hatte. Nachdem die zweite Geraden zu Ende war und ich eine Linkskurve gelaufen war, musste ich zusehen, wie einer der Teilnehmer abbrechen musste, da er offenbar ein Problem am Fuß hatte. Er trottete traurig zum Startpunkt zurück.
Schattige Stellen gab es fast keine. Nach zwei Kilometern befanden wir uns auf einem asphaltierten Weg, zu dessen linker Seite Felder mit mannshohen Pflanzen lagen. Es ging immer weiter nach Osten. Nach vier Kilometern war der erste Versorgungspunkt erreicht. Ich ließ mir zwei Becher Wasser geben, denn die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel. Kurz hinter dem Versorgungspunkt regelte ein Polizist den Verkehr, denn hier musste eine Landstraße überquert werden.
Nach einer Linkskurve war schließlich der nördlichste Punkt der Strecke erreicht. Von hier aus konnte man die Bahnlinie sehen, die ich noch vor einer Stunde mit dem Fahrrad überquert hatte. Und wie im letzten Jahr erblickte ich auch jetzt eine türkisfarbene Westfalenbahn, die gerade von Osnabrück nach Münster unterwegs war. Ich zog nun für die nächsten etwa fünf Kilometer mein Trikot aus, da ich richtig zu schwitzen anfing.
Nach dem Überqueren des Flusses „Hase“ und dem Ablaufen des sogenannten „Kuhdamms“ war der östlichste Teil der Strecke erreicht und es ging nun wieder zurück nach Westen. Dabei musste wir zunächst durch einen Wald, wo nun kein asphaltierter Bodenbelag mehr vorhanden war und man an einigen Stellen Pfützen zu überspringen hatte. Es war höchste Konzentration geboten, wenn man nicht stolpern wollte. In diesem Wald befand sich auch der zweite Versorgungspunkt, wo ich erneut zwei Becher Wasser trank. Bis hierher waren es sieben Kilometer gewesen und ich hatte diese in weniger als 35 Minuten absolviert. Gemessen an den hochsommerlichen Temperaturen war das eine beachtliche Leistung, die ich allerdings nicht aufrechterhalten konnte.
Das Durchlaufen des Waldes erfolgte in überwiegend südlicher Richtung. Hier war es relativ schattig. Als der Wald hinter uns lag, war der Ort „Nemden“ erreicht, wo es nach einer Rechtskurve wieder in westlicher Richtung zurück nach Bissendorf ging.
Nach zehn Kilometern erreichte ich den dritten Verpflegungspunkt, wo ich Wasser und Cola trank. Inzwischen hatte sich das Läuferfeld so weit auseinandergezogen, dass ich die Teilnehmer vor mir oft gar nicht zu Gesicht bekam. Es wurde nun etwas hügeliger. Immer wieder musste schwere Anstiege gemeistert werden, bevor es dann wieder abwärts ging. Auch hier bestand der Boden nicht immer aus Asphalt und ich musste aufpassen, wo ich hintrat, um mir nicht unglücklich den Fuß zu verstauchen. Auf Höhe des Ortes „Himbergen“, wo ein weiterer Versorgungspunkt war, mussten wir zwischen zwei Äckern einen so engen Weg belaufen, dass ich auf diesen Acker ausweichen musste, als mir zwei Radfahrer entgegenkamen. Dabei trat ich tatsächlich etwas unglücklich auf dem Boden auf, ohne jedoch ernsthaften Schaden zu erleiden.
Nach etwa 15km war Bissendorf wieder erreicht. Hier gab es einige Zuschauer, die uns anfeuerten, eine ungewohnte Gefühl, nachdem es auf der bisherigen Strecke sehr ruhig zugegangen war. Einige Kinder hielten einen Gartenschlauch bereit, um den Läufern (falls erwünscht) eine Abkühlung zu verpassen. Ich winkte jedoch ab, da das kalte Wasser sehr unangenehm auf mich gewirkt hätte.
In Bissendorf musste wir uns eine Straße mit den Läufern teilen, die bereits von der Kurve im Westen, dem letzten Teil der Strecke, zurückkamen. Diese Straße war ich heute bereits mit dem Fahrrad abgefahren. An einem Versorgungspunkt in dieser Straße wurde ich von den Ordnern gefragt, wie ich nur mit langer Hose laufen könne. Ich hatte inzwischen auch bemerkt, dass eine kürzere Hose heute wohl angenehmer gewesen wäre.
Langsam schwanden bei mir die Kräfte. Ich musste mehrfach Pausen einlegen, in denen ich ganz normal vorwärts ging. Mit diesem Problem war ich allerdings nicht der einzige Teilnehmer.
Auf Höhe der Ortschaft „Eistrup“ befand ich sich der westlichste Teil der Strecke. Von hier aus ging es über „Achelriede“ wieder zurück. Der Weg durch diese Ortschaft war auch nicht gerade einfach: Ich musste mich voll konzentrieren, um kein Schild zu übersehen, welches die Laufrichtung anzeigte, denn es gab in den Wohngebieten viele Abzweigungen und die Läufer vor mir waren mir so weit voraus, dass ich sie nicht sehen konnte.
Nachdem ich das Schild für den 20. Kilometer passiert hatte, gab es noch einen letzten Punkt, wo ein paar Kinder Getränke anboten. Ich lehnte aber ab. Dann erreichte ich endlich die Zielgeraden. Der Kommentator nannte meinen Namen, als ich die Linie überquerte. Dort wurde mir die Medaille überreicht und ich ging zur Wiese, um mich für einige Minuten hinzulegen.
Die Medaille war der aus dem Vorjahr sehr ähnlich, die Form war diesmal eine andere. Das Bild, welches aus drei Häusern bestand, war mit einer anderen Farbe aufgezeichnet und die Worte „8. Osnabrücker Land Marathon, 20.8.2011, Finisher“ waren darauf zu lesen.
Nachdem ich ein paar Stück Obst gegessen und einige Becher getrunken hatte, ging ich zur Umkleidekabine zurück. Muskelkater hatte ich kaum, da ich nicht besonders schnell gelaufen war. Meine Zeit lag wohl bei knapp unter 110 Minuten. Auch mein Kniee zeigten diesmal keinerlei Beschwerden.
Ich duschte und zog mich um. Danach ging ich zu meinem Fahrrad. Den Weg vom Dorf in die Großstadt zu finden ist immer einfacher als umgekehrt. Für den Hinweg hatte ich 12,8 Kilometer benötigt. Für den Rückweg konnte ich nun den „richtigen“ Weg einschlagen, den ich problemlos fand. Er war nur knapp neun Kilometer lang.
Am Bahnhof in Osnabrück musste ich feststellen, dass gerade zur jetzigen Stunde kein Regionalexpress nach Bremen fuhr. Ich hätte lange auf den nächsten Zug warten müssen. Aber es gab noch eine Nordwestbahn, die nach Bremen fuhr, wenn auch auf einem Umweg. Diese konnte ich nehmen. Die Fahrt nach Bremen dauerte nun über zwei Stunden. Irgendwo zwischen Bramsche und Vechta stiegen ein paar als Krankenschwestern verkleidete Damen ein, die einen Junggesellinnenabschied feierten und dabei an Passanten Kleinigkeiten verkauften. Ich gab das restliche Geld, das ich noch bei mir hatte, für 16- bis 18-prozentige Getränke aus und unterhielt mich mit den Frauen, die von Bremen aus weiter nach Hamburg wollten. In Bremen kam der Zug pünktlich an, so dass ich gerade noch die Regionalbahn nach Oslebshausen nehmen konnte. So war ich schon gegen 22:00 Uhr wieder zu Hause.

Mittwoch, 10. August 2011

Halbmarathon Augsburg 2011-08-07

Der zweiundzwanzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Friedensmarathon in Augsburg.
Anlässlich des Religionsfriedens am Ende des 30jährigen Krieges ist der 8. August in Augsburg (und auch nur dort) ein Feiertag. Im Jahr 2011 sollte dieses Datum auf einen Montag fallen. Für den Tag zuvor war der erste Marathon dieser Stadt, der sogenannte Friedensmarathon, vorgesehen. Diese Veranstaltung bestand aus einem kompletten Marathon, einem Halbmarathon, einem Viertel- und einem Achtelmarathon. Ich hatte mich ein halbes Jahr vorher für den Halbmarathon angemeldet, was mich 30€ gekostet hatte. Die Gebühren für Marathon und Halbmarathon waren übrigens identisch. 42 Kilometern traute ich mir allerdings nicht zu, da ich annehmen musste, dass im August hochsommerliche Temperaturen herrschen sollten.
Die Startunterlagen konnte ich mir bereits am Samstag in der großen Sporthalle in Augsburg abholen. Neben meiner Startnummer befand sich darunter auch ein hellblaues Trikot, welches allerdings aus viel zu schwerem Stoff hergestellt bestand. Ich entschied mich daher, beim morgigen Lauf mein von zu Hause mitgebrachtes Trikot vom Osnabrücker-Land-Marathon zu tragen, welches wesentlich leichter war. Zur Zeitmessung wurde der Champion-Chip verwendet, welchen ich bereits besaß und den ich deshalb nicht neu ausleihen musste. An diesem Tag brannte die Sonne noch ziemlich stark, doch für den folgenden Tag war eine Abkühlung vorhergesagt worden.
Da meine Unterkunft bei Verwandten relativ zentral lag, konnte ich am nächsten Morgen bis kurz vor acht Uhr schlafen. Nach dem Frühstück zog ich nur Socken, Laufschuhe, eine kurze Hose und das Trikot an. Außer einer Armbanduhr und einer Packung Taschentücher nahm ich nichts mit. Es hatte in der Nacht geregnet und auch jetzt tropfte es von oben ein bisschen. Die Sonne konnte man vor lauter Wolken nicht erkennen, deshalb trug ich meine normale Brille.
Der Start befand sich neben dem Rosenaustadion, welches seit einiger Zeit nicht mehr vom jetzigen Bundesligisten FC Augsburg benutzt wird. Da ich keinen Starterbeutel bei der Gepäckverwahrung abzugeben hatte, war es kein Problem, dass ich das Veranstaltungszentrum erst fünf Minuten vor dem Start erreichte. Ich hatte mich nämlich auf dem Weg dorthin verlaufen. Der Start für Marathon- und Halbmarathon sollte zeitgleich um neun Uhr erfolgen, daher waren auf der Startgeraden die Läufer beider Kategorien gemischt. Die Startorte von Viertel- und Achtelmarathon befanden sich anderswo in Augsburg, das Ziel war aber für alle Sportler das gleiche: Das Rosenaustadion.
Wegen meines späten Eintreffens musste ich mich mit dem hintersten Bereich der Startgeraden begnügen. Nach dem Startschuss dauerte es über eine Minute, bis ich als einer der letzen Läufer die Linie überquerte. Ich stellte entsprechend meine Uhr, da wegen der niedrigen Temperaturen heute eine neue Bestzeit nicht ausgeschlossen war.
Die Teilnehmermenge war recht überschaubar. Aus den Ergebnissen erfuhr ich, dass knapp über 500 Marathonis und fast 700 Halbmarathonis ins Ziel gekommen waren.
Im dichtgedrängten Läuferfeld vor mir befanden sich einige Pacemaker, die mit Luftballons unterschiedlicher Farbe ausgestattet waren. Für den Marathon erblickte ich einen Ballon mit der Zeit 3:30, was also einem Halbmarathon von 1:45 entsprechen sollte. Zunächst konnte ich diesen Zugläufer allerdings nicht erreichen, denn Überholen war zu Beginn sehr schwierig. Der erste Kilometer führte an der Stadionstraße entlang, östlich der Wertach, der gleiche Weg, den ich heute Morgen zum Stadion gelaufen war. An einer Kreuzung ging es nach rechts und ziemlich steil bergauf. Ich musste immer wieder die Spur wechseln, um eine Lücke zum Überholen zu finden. Nun war der erste Kilometer absolviert, für den ich knapp über fünf Minuten benötigt hatte. Jeder der 21 Kilometer war durch ein großes Plakat gekennzeichnet, auf dem ein Foto und ein Zitat eines sogenannten „Friedensstifters“ abgedruckt war. Eine dieser Personen war Michail Gorbatschow, die anderen Namen konnte ich mir nicht merken.
Die Gögginger Brücke, welche kurz vor dem Hauptbahnhof über die Bahngleise führt, wurde im Abstand von 1000 Metern zweimal überquert: Bis zum Königsplatz ging es geradeaus und an einem engen Wendepunkt auf der anderen Seite der Herrmannstraße wieder zurück. Hinter diesem Abschnitt trennten sich beide Wege wieder. Ich hatte also nun einen guten Überblick, wie groß das Läuferfeld vor mir war. Unter den Teilnehmern, die mir entgegenkamen, fiel mir der Zugläufer von 1:45 auf, welcher sich als Wikinger verkleidet hatte. Er war mir am Wendepunkt am Königsplatz etwa eine Minute voraus.
Als die Brücke zum zweiten Mal überquert war, ging es die Gögginger Straße entlang nach Süden. Hier war endlich mehr Platz vorhanden und ich überholte viele Teilnehmer. Das Feld war jedoch immer noch ziemlich eng. Nach fünf Kilometern war die erste Versorgungsstelle erreicht. Hier nahm ich einen Becher Wasser zu mir. Ich hatte mir den Streckenplan schon in den Tagen zuvor genau angeschaut und mir war aufgefallen, dass für diese Jahreszeit auffällig wenige Versorgungsstationen vorhanden waren. Daher durfte ich keine einzige auslassen. Nach sieben Kilometern lag der Stadtbereich hinter uns und eine ländliche Gegend begann. In der Wellenburger Straße trat erneut die Situation auf, dass an einem Wendepunkt die Richtung der Strecke um 180° gedreht wurde. Hier hatte ich wieder die Möglichkeit, das Läuferfeld vor und hinter mir zu begutachten. Den Pacemaker für 1:45 hatte ich fast eingeholt. Nach einer Linkskurve führte der Weg durch ein Waldgebiet, wo zahlreiche Teilnehmer eine Pinkelpause machten. Ich hatte nun den Pacemaker erreicht und fragte ihn, ob er noch Kollegen für andere Halbmarathonzeiten habe. Er sagte mir, dass für die Zeit 1:30 noch einer vorhanden sei, dieser wäre aber sofort nach dem Start „davongezischt“. Es war klar, dass ich diesen Mann heute nicht einholen würde.
Nach einiger Zeit wurde die B17 erreicht, weshalb der Weg nun eine Biegung nach rechts machte, an dieser Bundesstraße entlang. Dieser Weg führte direkt auf die Wertach zu, an deren Ufer eine Unterführung unter die B17 war. Wir durchliefen diese und nun ging es wieder Richtung Innenstadt, an der Wertach entlang. Hier erreichte ich die Marke für den zehnten Kilometer und sah bei einem Blick auf meine Uhr, dass ich , genau wie in Hamburg, nur eine Zeit von 46 Minuten dafür benötigt hatte. Weder mein Knie noch meine Füße machten Probleme. Eine neue Bestzeit war also möglich. Das Läuferfeld hatte sich inzwischen auch gelichtet, aber das Überholen ging weiter. Jetzt waren es nur noch vereinzelte Läufer, an denen ich nach und nach vorbeizog.
Es ging nun kilometerlang nach Norden, aber nicht direkt an der Wertach, sondern an einer größeren Straße mit anliegenden Straßenbahnschienen, welche jetzt natürlich nicht befahren werden konnten. Bei Kilometer 13 führte ein Tunnel unter der Bahnlinie, diesmal nördlich vom Hbf, entlang und kurz dahinter wurde die Wertach überquert. Damit war das Gelände, auf welchem der Augsburger Plärrer stattfand, erreicht.
Zwischen Kilometer 17 und 18, auf dem Marktplatz vor dem Perlachturm, hatten die Läufer die Möglichkeit, für eine wohltätige Organisation zu spenden, indem sie eine auf der linken Seite liegende rote Matte überliefen. Ich tat dies, obwohl die Teilnehmer vor mir offenbar alle rechts vorbeiliefen. Der Kurs in der Innenstadt führte durch einige Grünanlagen, wo hinter Gebäudesäulen der Weg nur schwer einzusehen war. Einmal wäre ich bei einer Abzweigung fast geradeaus gelaufen, da ich im Feld inzwischen so weit vorne war, dass ich den Sportler vor mir nicht sehen konnte, als dieser hinter den Häusern an einer Abzweigung schon verschwunden war.
Nach einer erneuten Unterführung unter den Bahngleisen, diesmal auf der anderen Seite der Wertach, lag die Innenstadt hinter uns. Verpflegungsstationen gab es schon seit Kilometer 17 nicht mehr. Es ging nun nach Süden an der Wertach entlang. Die Beine taten mir langsam weh, trotzdem kam mir das gesamte Rennen von der Zeit her richtig kurz vor. Ich orientierte mich nun an den Kilometerzählern für den ganzen und den Halbmarathon. Die Läufer des Marathons mussten insgesamt zwei Runden absolvieren, jedoch wich die zweite Runde teilweise von der ersten ab. Dieser letzte Abschnitt war jedoch in beiden Runden identisch.
Als ich die Markierung für den 20. Kilometer passiert hatte, fühlte ich ein fürchterliches Seitenstechen in der rechten, oberen Brusthälfte. Ich wollte kurz gehen, doch das verstärkte die Schmerzen noch. Luft anhalten war auch nicht möglich, denn ich musste schnell atmen. Ich stieß ein so lautes Stöhnen aus, dass einer der Läufer, die ich gerade noch überholt hatte, sofort wusste, was für ein Problem ich hatte. Er lief von links an mich heran und nahm meinen Arm, um ihn hochzuheben. Er forderte mich auf, selbiges mit dem anderen Arm zu machen. Ich tat dies und bedankte mich bei ihm. Nach einigen Metern ließen die Schmerzen nach und ich überholte den Mann wieder. Ich wollte weiterlaufen, denn eine neue persönliche Rekordzeit stand unmittelbar bevor.
Kurz vor dem Ziel winkte eine Ordnerin die Halbmarathonis nach links und die Marathonis nach rechts. Letztere mussten nun in die 2. Runde, während mein Weg in das Rosenaustadion führte. Am Eingang sah ich das Plakat des 21. Kilometers. Nach dem Einlauf ins Stadion musste ich auf der Laufbahn einige Meter bis ins Ziel. Hier las ich die Bruttozeit „1:36:20“, als ich die Linie überquerte. Eine neue Bestmarke bei der Nettozeit war damit für mich perfekt.
Im Zielbereich wurde mir zunächst die Medaille umgehängt. Gemessen an den Startgebühren von 30€ war sie sehr unzureichend. Sie war vom Durchmesser her wohl die kleinste, die ich je bekommen habe. Das Band war blau-weiß. Auf der Vorderseite waren am Rand die Worte „1. Augsburger Friedensmarathon 2011“ und auf der Rückseite „Frieden bewegt“ eingraviert. In der Mitte war jeweils der Abdruck eines Laufschuhes zu sehen. Es wurde also zwischen Marathon- und Halbmarathon nicht unterschieden. Und auch das Datum des Rennens war nicht angegeben. Für 30 Euro also sehr dürftig, allerdings sollte nicht vergessen werden, dass man für die gleichen Startgebühren auch einen Marathon laufen konnte.
Nachdem ich das Teil in Empfang genommen hatte, ließ ich mich fotografieren und ging weiter zu den Getränkeständen. Ich nahm mir einen Becher mit Iso und eine Flasche mit einer Art Traubensaft. Jetzt begann es stärker zu regnen. Welch ein Glück, dass ich so schnell gelaufen war. Auf der Tribüne waren einige Zuschauer. Ich konnte das Stadion durch den Ausgang unter der Tribüne verlassen. Da ich mich auf dem Heimweg wieder einmal verlief, nutzte ich die Gelegenheit, mit meiner Startnummer kostenlos Straßenbahn zu fahren. So fand ich recht schnell wieder den richtigen Weg.