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Der achte Halbmarathon meines Lebens.
Für den 6. Sparda-Bank City Marathon in Bremerhaven, den sogenannten „Lauf der Emotionen“ hatte ich mich für die 21km bereits im April angemeldet. Damals ahnte ich noch nicht, was für ein heißer Sommer in Deutschland bevorstehen sollte. Die Wetterprognosen an diesem Tag stimmten mich jedoch optimistisch: Es sollte nur 22°C warm werden.
Der Veranstalter dieses Events war der gleiche wie auch beim Marathon von Cuxhaven. Bereits vor dem besagten Tag konnte ich die entsprechenden Parallelen erkennen: Es sollte einen Marathon, einen Halbmarathon und einen 10km-Lauf geben, wobei die beiden ersteren um 9:30 Uhr starten sollten, also im Vergleich zu Hamburg eine halbe Stunde früher. Auch dadurch erhoffte ich mir Vorteile im Hinblick auf die Temperaturen.
Am Sonntag, den 18.7.2010, ließ ich mich um sechs Uhr morgens von meinem Wecker aufwecken, frühstückte, packte noch ein Brot als Proviant ein und fuhr zunächst mit dem Bus nach Bremen-Burg, von wo aus ich die Regionalbahn nach Bremerhaven-Hauptbahnhof nahm. Diese Zugfahrt dauerte eine Dreiviertelstunde. Am Hauptbahnhof, welcher von der Innenstadt und damit auch vom Startbereich etwas weiter entfernt liegt, kam ich eine Stunde vor dem Startschuss an. Es war Sonntag, und daher hätte ich auf den nächsten Bus ins Zentrum lange warten müssen. Deshalb ging ich zu Fuß dorthin. Ich musste nur einigen Männern hinterherlaufen, an deren Kleidung ich erkannte, dass diese zu der gleichen Sportveranstaltung wollten. Nach einer Viertelstunde kamen wir in der Fußgängerzone an. Dort holte ich mir in einem Verwaltungsgebäude die Startunterlagen ab, welche außer der Startnummer und dem Einweg-Transponder-Chip zur Zeiterfassung keine zusätzlichen Produkte beinhalteten.
Ich suchte daraufhin das Schulgelände auf, wo die Duschen und die Kleiderabgabe sein sollte. Da ich schon umgezogen war, musste ich nur meinen Kleiderbeutel in der Sporthalle der Schule abgeben. Ich tat dies, nachdem ich mein Brot gegessen hatte. Inzwischen waren es nur noch 15 Minuten bis zum Start. Da am Himmel keinerlei Wolken zu erkennen waren, hatte ich mich dazu entschlossen, mit Sonnenbrille zu laufen.
Ich muss dazu sagen, dass ich mich wegen der Erfahrungen in Hamburg vor drei Wochen dazu entschieden hatte, diesmal mit eigenen Wasserreserven an den Start zu gehen, falls die Distanzen zwischen den Erfrischungspunkten zu groß sein würden. Ich trug also während des Rennens meinen Gürtel, an dem vier kleine, gefüllte Wasserfläschchen hingen.
An der Startgeraden stellte ich mich ganz hinten an. Der ganze Bereich war recht überschaubar, da nur etwa 500 Halbmarathon- und 100 Marathon-Läufer anwesend waren. Es dauerte nur knapp über eine Minute, als ich nach dem Startschuss die Startlinie überquerte.
Der Kurs führte zunächst durch die Fußgängerzone entlang bis zu der Brücke, über die ich vom Bahnhof zum Startbereich gekommen war, die „Alte Drehbrücke“, auch „Steg im Bremerhavener Hafen“ genannt. Diese Brücke führte über die Geeste, ein Fluss, welcher in Bremerhaven in die Weser mündet. Diese Brücke wurde beim Marathon jedoch nicht überquert. Stattdessen führte eine Abzweigung nach links, und der Kurs führte am linken Ufer der Geeste entlang. Die Strecke war relativ eng bemessen, was aber auf Grund der geringen Teilnehmeranzahl kein Verkehrsproblem darstellte.
Nachdem die erste Verpflegungsstelle nach vier Kilometern erreicht war, wurde die Geeste schließlich doch überquert. Nun mussten die Läufer aufmerksam die Schilder beachten. Der Kurs für Marathon und Halbmarathon wich nun vom 10km-Kurs ab und führte einmal komplett durch den Bürgerpark. Die Strecke für die beiden letzteren Gruppen war übrigens identisch, die Marathonläufer mussten jedoch zwei Runden des Gesamtkurses absolvieren.
Nachdem der Bürgerpark durchquert worden war, wurde die Autobahn 27 mit Hilfe einer Brücke überschritten. Hier hörte ich einige Autofahrer (als Applaus für uns?) hupen. Hinter der Brücke wurde der Park am Klinikum umrundet. Erst als dieser Abschnitt absolviert war, wartete die nächste Verpflegungsstation auf uns. Ich war froh, meinen eigenen Wasserflaschengürtel dabei zu haben. Bei der nun folgenden Taxusstraße, dem Weg 66 und dem Höllenhammsweg wurde mir klar, dass die Gesamtstrecke größtenteils außerhalb vom Stadtgebiet Bremerhaven lag. Hier gab es kaum Zuschauer und auch Rettungskräfte sah ich keine. Es waren auch keine Bäume vorhanden, die uns vor der strahlenden Sonne schützen konnten. Dies änderte sich auf dem Rückweg ins Stadtgebiet in westlicher Richtung, welcher entlang der Geeste führte. Hier konnte ich die (für mich) seltsamsten Sorten von Schiffen beobachten, welche auf dem genannten Fluss an uns vorbeifuhren. Als wir wieder das Stadtgebiet erreichten, zog ich mein Trikot mit der Startnummer aus, da mir langsam richtig warm geworden war. Die nun wieder vorhandenen Zuschauer kommentierten dies, indem sie auf die Sonnenbrandgefahr hinwiesen. Als ich an zwei jungen Frauen vorbeikam, die jeden Läufer mit seinem Vornamen anfeuerten, hielt ich ihnen mein Trikot so entgegen, dass sie auch meinen Namen lesen und laut rufen konnten. Im Stadtgebiet waren nun wieder viele Fotografen vorhanden. Ihnen hielt ich mein Trikot mit der Nummer auch entsprechend entgegen, damit die dabei entstandenen Fotos richtig zugeordnet und später im Internet von mir wiedergefunden werden konnten.
Als ich den (laut Kennzeichnung) 21. Kilometer erreichte, stellte ich mich auf eine Zeit von etwa fünf Minuten bis zum Erreichen des Ziels ein. Ich sah mich jedoch getäuscht: Nach auffällig kurzer Zeit hatte ich die Ziellinie überschritten. Dort holte ich mir meine Medaille ab. Sie hatte, wie erwartet, mit der Medaille vom Cuxhaven-Halbmarathon große Ähnlichkeit: Die Form war ähnlich, und die Aufschrift lautete: „City Marathon Bremerhaven“. Aufgezeichnet war das Klimahaus Bremerhaven mit Beschriftung. Der Veranstalter hatte sich also wieder nicht die Mühe gemacht, zwischen Marathon und Halbmarathon zu unterscheiden. Ebenso wenig war das Jahr der Veranstaltung eingraviert. Das Datum war lediglich auf dem weiß-blauen Band aufgedruckt.
Ich griff nun bei den Getränken zu: Neben zwei Bechern Iso probierte ich auch erstmals ein alkoholfreies Weizenbier. Die Hälfte des halben Liters konnte ich trinken, den Rest schüttete ich weg.
Als ich meinen Kleiderbeutel abgeholt hatte und zum Duschen ging, hörte ich einige andere Läufer, die sich darüber unterhielten, dass der letzte Kilometer des Laufs abgekürzt worden war. Mein Gefühl hatte mich also nicht getäuscht. Allerdings konnte ich nicht beurteilen, ob der letzte Kilometer kürzer und damit der ganze Lauf kein richtiger Halbmarathon war, oder ob die Schilder, welche die Kilometer anzeigten, einfach nur in falschen Abständen postiert waren.
Nach dem Duschen lief ich zu Fuß zum Hauptbahnhof. Ich konnte gegen 12:30 Uhr den schnellen Regionalexpress zum Bremer Hauptbahnhof nehmen. So kam ich schon gegen 13:30 Uhr wieder zu Hause an.
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