Der einunddreißigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Stadtwerke-Lübeck-Marathon.
Als ich mich vor einigen Monaten für dieses Event angemeldet hatte, musst ich nur zehn Euro Startgebühr bezahlen. Dafür waren aber die Fahrtkosten ein bisschen teurer. Die Ausgabe der Startunterlagen war nämlich nur bis zum Sonntag um 9:00 Uhr möglich, der Halbmarathon sollte aber erst um 11:00 Uhr starten. Um an diesem Tag nicht allzu früh aufstehen zu müssen und dann ewig lange in Lübeck auf den Startschuss warten zu müssen, entschied ich mich, zwei Tagesausflüge in die Hansestadt zu unternehmen. Ich fuhr bereits am Freitagvormittag über Hamburg nach Lübeck, um im Haerder-Center meine Startnummer zusammen mit einigen Werbeartikeln abzuholen. Hin- und Rückfahrt kosteten mich jeweils 9,40.
Für Sonntag früh hatte ich eine Fernverkehrsverbindung gebucht. Ich stand gegen halb sieben Uhr auf und frühstückte. Dann nahm ich die Straßenbahn zum Hauptbahnhof, wo ich um acht Uhr ankam. Siebzehn Minuten später sollte der Intercity nach Hamburg fahren, wo ich sechzehn Minuten Umsteigezeit hatte, um den ICE nach Lübeck zu erreichen. Ich hatte mir schon ausgerechnet, dass es knapp werden könne, wenn der IC Verspätung haben sollte. Als ich die Bahnhofshalle betrat, las ich an der Anzeigetafel, dass der Intercity nach Hamburg 150 Minuten Verspätung hätte. Sofort erkannte ich aber, dass dies nicht mein IC war, sondern einer, der bereits kurz vor sechs Uhr hätte fahren sollen. Ich suchte den nächsten IC an der Anzeigetafel und sah, dass dieser nur 20 Minuten Verspätung hatte. Grund für diese immensen Störungen seien angeblich Tiere auf den Schienen.
Am Info-Schalter ließ ich mir einen Stempel ausfüllen, der es mir erlaubte, von meiner Zugbindung abzuweichen und den ersten der beiden Züge nach Hamburg zu nehmen, also den, welcher zweieinhalb Stunden Verspätung hatte und nun bald einfahren sollte.
Glücklicherweise kam keine weitere Verspätung dazu, sodass wir fast pünktlich in Richtung Hamburg starteten. Neben mir saß eine Seniorin, welche auch nach Lübeck wollte, um dort in einer Gruppe von zehn Leuten den Staffel-Marathon zu laufen. Dabei sollten sich zehn Sportler die 42,195km-Distanz teilen.
Der Intercity kam fast pünktlich in Hamburg an und der ICE nach Lübeck wurde problemlos erreicht. Nachdem dieser Zug gestartet war, aß ich mein mitgebrachtes Brot und zog mich danach im Toilettenbereich zwischen zwei Abteilen um. Sämtliche Schwachstellen an den Füßen wurden mit Pflastern versehen, genauso wie die Brustwarzen. Ich trug das Trikot vom Berlin-Halbmarathon, auf welchem die heutige Startnummer angebracht war. Diese Startnummer beinhaltete auf der Rückseite den Chip zur Zeitmessung.
Der Zug kam kurz nach zehn Uhr am Lübecker Hauptbahnhof an. Den Weg in die Innenstadt kannte ich noch vom Freitag.
Die Innenstadt von Lübeck ist ringsherum von Wasser (Holstentorhafen, Mühlenteich, Krähenteich, Hansahafen) eingeschlossen. An der Straße, welche ich benutzte, um auf die Insel zu kommen, liegt das stadtberühmte Holstentor. Hinter der Holstentorbrücke kommt die Innenstadt. Hier ging ich in den ersten Stock des Haerder-Centers, um meine Tasche abzugeben. Ich behielt nur meine Armbanduhr, eine Packung Taschentücher, die Sonnenbrille und eine Kappe. Es war keine einzige Wolke am Himmel und ich wollte nicht von der Sonne geblendet werden. Die Temperatur war wohl noch im einstelligen Bereich.
Der Marathon hatte bereits um zehn Uhr begonnen. Der Kurs führte nach Nordosten, aus Lübeck heraus und die Travemünder Allee entlang bis nach Travemünde an der Ostsee, wo der Wendepunkt war und man die gleiche Strecke wieder zurückzulaufen hatte. Für die Halbmarathonis ging es nicht so weit; der Wendepunkt befand sich schon auf halber Strecke des gleichen Kurses.
Zwanzig Minuten vor dem Start verließ ich das Einkaufszentrum und begab mich in kurzärmligem Trikot ins Freie. Ich lief mich warm und schaute mir dabei einen Teil der Innenstadt an. Die Startgeraden befand sich in der Fußgängerzone. Auf der einen Seite des aufgebauten Tores war Start zu lesen, auf der anderen Seite Ziel. Der Kommentator machte uns jedoch darauf aufmerksam, dass das Ziel nicht in dieser Straße, sondern auf dem Marktplatz liege und man daher auf dem Rückweg an einer bestimmten Stelle rechts abzubiegen habe.
Pünktlich um 11 Uhr ertönte der Startschuss. Von den weniger als 900 Halbmarathonis stand ich relativ weit vorne. Um meine persönliche Bestzeit zu unterbieten, war eine Zeit von 4:15 Minuten pro Kilometer nötig.
In der Fußgängerzone war der Boden unangenehm, da das Kopfsteinpflaster sehr uneben angebracht war. Der Innenstadtbereich wurde über eine Brücke an der Nordseite verlassen, wo wir durch das sogenannten Burgtor liefen.
Den ersten Kilometer konnte ich tatsächlich in der anvisierten Zeit absolvieren, aber ich merkte sofort, dass eine neue Bestzeit heute nicht möglich war, da ich die jetzige Geschwindigkeit nicht beibehalten konnte.
Die erste Versorgungsstelle kam schon nach zwei Kilometern. Ich nahm hier einen Becher Cola zu mir. Inzwischen hatte ich den Kopfsteinpflasterboden hinter mir gelassen und lief auf Asphalt. Ich befand mich nun auf der Travemünder Allee, allerdings noch im Stadtbereich von Lübeck. Um mich herum gab es Wohnhäuser und Zuschauer. Ich befand mich so weit vorne im Läuferfeld, dass nun schon genug Platz vorhanden war und ich zum Überholen nicht großartig ausweichen musste.
Nach vier Kilometern kam ein weiterer Versorgungspunkt, wo ich einen Becher Wasser bekam. Dieses Wasser war, entsprechend der Lufttemperaturen, eisig kalt. Daher entschloss ich mich, soweit es möglich war, bei den nächsten Stationen auf Tee umzusteigen. Dieser erwies sich tatsächlich als ein bisschen wärmer.
Der Stadtbereich lag nun hinter uns und den Teilnehmern standen zwei Spuren der Travemünder Allee zur Verfügung. Die beiden Spuren, welche aus der Stadt heraus in Richtung Ostsee führten, waren jedoch für den Autoverkehr freigegeben.
Nach der Unterquerung einer Bundesstraße ging es kilometerlang nach Nordosten. Dann folgte eine Linksschleife, die eine Art Autobahnzufahrt darstellte. Es war sehr interessant, solch eine Straße einmal zu Fuß zu betreten, da sie im eigentlichen Verkehr nur für Kraftfahrzeuge vorgesehen ist.
Der nun folgende Abschnitt führte weiter die Travemünder Allee entlang. Wir näherten uns dem Herrentunnel. Dieser bestand offenbar aus zwei voneinander abgeschirmten Unterführungen, von denen eine (mit zwei Spuren) den Läufern zur Verfügung stand. Der Kommentator hatte vor dem Rennen eine Steigung von 6% angekündigt. Da ich meine Sonnenbrille trug, kam mir dieser Abschnitt ziemlich dunkel vor. In regelmäßigen Abständen gab es Beleuchtungen und auch Helfer standen bereit, um notfalls einzugreifen. Insgesamt kam mir der Weg nicht sehr steil vor, aber die Straße nach unten war sehr langgezogen. Ich gab mir keine Mühe, meine Geschwindigkeit zu drosseln. Möglicherweise lief ich hier um die 20km/h. Danach folgte jedoch der Anstieg, welcher umso anstrengender wurde. Er führte durch eine Linkskurve, weshalb das Ende des Tunnels zunächst nicht sichtbar war. Auf der anderen Seite war dann ein Hinweisschild mit der Aufschrift Skandinavienkai zu sehen. Die letzten zwei Kilometer bis zum Wendepunkt mussten jetzt auf einer Straße absolviert werden, die nicht mehr zur Travemünder Allee gehörte, sondern neben dieser Hauptstraße an einem Wohngebiet vorbeiführte. Zwischen Kilometer neun und zehn kamen mir dann die ersten Läufer wieder entgegen. Da ihr Startnummern die gleiche Farbe wie meine hatten, ging ich davon aus, dass es sich hier um Halbmarathonis handelte. Es gab also bis jetzt keinen Marathonläufer, der vor mir war. Ich schaute mir die entgegenkommenden Läufer an, denn es interessierte mich, wie viele Frauen heute schneller sein würden als ich. Allerdings bekam ich bis zur Wendeschleife keine einzige Läuferin zu sehen. Beim 10km-Schild registrierte ich eine Zeit von 44 Minuten, was für eine neue persönliche Bestzeit eindeutig zu viel war.
An der Wendeschleife befanden sich nun zahlreiche Zuschauer. Ein Kommentator erwähnte einige der vorbeikommenden Läufer und nannte ihre Namen. Dabei sprach er auch von einer Läuferin, die angeblich zur Zeit auf dem dritten Platz war. Wenn das stimmte, so waren zu diesem Zeitpunkt gerade einmal drei Halbmarathonläuferinnen vor mir. Als ich die Zuschauermenge erreichte, winkte ich in die Menge. Der Kommentator sah dies offenbar und erwähnte mich über das Mikrofon: Das war Siegfried aus Bremen, der da gewunken hat. Siggi, viel Erfolg! Danach sprach er auch über die Marathonläufer, von denen angeblich noch keiner diesen Punkt erreicht hatte. Somit war es für mich tatsächlich möglich, noch vor dem Marathonsieger im Ziel anzukommen.
Der Rückweg wurde bis zum Herrentunnel ein bisschen eng, denn nun kam mir das Hauptfeld entgegen. Zum Glück musste ich so gut wie nicht überholen. Ich konnte auch die gleichen Versorgungsstellen ansteuern, über die ich mich schon auf dem Hinweg verpflegt hatte.
Der Abschnitt durch den Herrentunnel war ähnlich wie der Hinweg: Die Strecke nach unten kam mir deutlich länger vor als der folgende Anstieg. Dann kam ich wieder ans Tageslicht und lief die Travemünder Alle zurück.
Bei Kilometer dreizehn sah ich eine Frau, die etwa 100 Meter vor mir lief. War das die Läuferin, die den dritten Platz anvisierte? Ich nahm mir vor, sie noch abzufangen. Dies gestaltete sich allerdings schwieriger als erwartet, denn ich kam ihr kaum näher. Ein leichtes Seitenstechen verhinderte zunächst größere Anstrengungen, allerdings gingen die Schmerzen bald wieder zurück.
Erst bei Kilometer sechzehn stellte sich en Erfolg ein, denn ich kam ihr langsam näher. Sie lief offenbar in Begleitung eines Mannes, der direkt neben ihr war. Die letzte Versorgungsstelle ließ ich aus. Kurz vor dem Burgtor war es soweit. Ich konnte die beiden überholen und blickte dabei nach hinten, um mir die Nummer der Läuferin zu merken. Danach erreichte ich das Kopfsteinpflaster der Innenstadt. Hier kamen mir nun immer mehr Läufer entgegen, die offenbar zu den Staffelteams gehörten, deren Teammitglieder alle nacheinander in der Innenstadt starteten und die alle seltsame Gegenstände in der Hand hielten.
Als ich die Fußgängerzone erreichte, erinnerte ich mich an die Worte des Kommentators, dass das Ziel auf dem Marktplatz liege und man dafür rechts abbiegen müsse. Ich musste nun genau aufpassen, denn eine Orientierung an den Vordermännern war nicht ohne Weiteres möglich. Ich war im Feld so weit vorne, dass die Läuferdichte sehr gering war.
Zum Glück gab es dann doch einen Teilnehmer, der sich knapp vor mir befand und an der richtigen Stelle abbog. Hier mussten wir durch Torpfeiler durch, weshalb der Weg richtig eng wurde. Und dann war das Ziel auch schon da. Es gab kaum hier fast keinen Auslaufbereich. Ich musste nun schnell abbremsen und bekam dann auch schon die Finishermedaille überreicht. Sie hing an einem orangenen Band und hatte die Form eines Rechtecks, dass an zwei Seiten stark abgerundet war. Auf der Vorderseite stand 4. Stadtwerke Lübeck Marathon, 23. Oktober 2011 und auf der Rückseite war das Holstentor eingraviert. Es gab also offenbar die gleiche Medaille für Teilnehmer sämtlicher Disziplinen
Wenige Sekunden später hörte ich, wie der Kommentator jetzt die Frau erwähnte, welche ich noch Minuten zuvor überholt hatte. Seinen Worten zu Folge handelte es sich um die drittschnellste Frau an diesem Tag. Ob dies wirklich so war, konnte ich erst einen Tag später im Internet nachprüfen.
Ich ging zum Haerder-Center und holte dort meine Tasche ab. Dort erkundigte ich mich auch nach den Duschen, welche in der Sporthalle der Domschule zur Verfügung stehen sollten. Hätte ich mich vorher ein bisschen genauer über deren Lage informiert, so hätte ich wohl weniger Zeit gebraucht, um den Platz zu finden. Die Ausschilderung vor Ort war nämlich nicht einmal dürftig, sondern überhaupt nicht vorhanden. Dank einiger Passanten fand ich die Sporthalle aber doch. Dort angekommen, musste ich feststellen, dass der Umkleideraum gänzlich leer war. Außer mir befand sich nur ein einziger weiterer Sportler unter den Duschen. Als dieser dann den Raum verließ, war ich vollkommen alleine.
Nachdem ich mich umgezogen hatte, ging ich zum Bahnhof zurück. Noch bevor ich die Bahnhofshalle betrat, wurde ich von einem Mann angesprochen, ob ich noch Hamburg wolle. Ich bejahte und er machte mir das Angebot, gegen sechs Euro auf seinem Schleswig-Holstein-Ticket mitzufahren. Zusammen mit drei anderen Pendlern bestiegen wir dann den Zug auf welchen wir allerdings lange warten mussten, denn sonntags fuhren die Regionalzüge offenbar nur im Stundentakt nach Hamburg. Kurz vor 15 Uhr kamen wir schließlich dort an. Ich bestieg den Metronom nach Bremen und war gegen 17 Uhr wieder zu Hause.
Dienstag, 25. Oktober 2011
Dienstag, 18. Oktober 2011
Halbmarathon Oldenburg 2011-10-16
Der dreißigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Oldenburger City-Lauf.
Ich stand um 6:30 Uhr auf und frühstückte. Dann ging ich zur Straßenbahn, mit der ich um 8:00 Uhr am Hauptbahnhof ankam. Dort wartete die Nordwestbahn, welche ein Viertelstunde später in Richtung Oldenburg startete. Wegen des Freimarkts war dieser Zug gut gefüllt. An den einzelnen Bahnhöfen stiegen dann immer mehr Läufer zu. Kurz vor der Endhaltestelle ging ich auf die Zugtoilette, um mich dort umzuziehen. Die Schwachstellen an meinen Füßen sowie die Brustwarzen klebte ich mit Pflastern ab. Ich trug das hellgrüne Trikot vom Wilhelmshaven-Marathon 2010, da mir das Bissendorf-Trikot aus dem selben Jahr vor einigen Tagen verlorengegangen war.
Kurz vor neun Uhr kam der Zug in Oldenburg an. Ich nahm bereits zum dritten Mal bei dieser Veranstaltung Teil und jedes Mal war die Ausgabe der Startunterlagen an einem anderen Ort. Heute mussten wir uns zu einem Einkaufszentrum begeben, welches als Organisationszentrale genutzt wurde. Eine meterlange Menschenschlange stand an einem Tisch an, wo die Startnummernausgabe für Marathon und Halbmarathon war. Ich nutzte diese lange Anstehzeit, um mein mitgebrachtes Brot zu essen. Nach zehn Minuten bekam ich den Umschlag, in welchem neben der Nummer und einer Streckenbeschreibung noch einige kleine Werbeblätter waren.
Die Taschenabgabe befand sich auf dem Parkdeck im 2. Obergeschoss. Um dorthin zu gelangen gab es vier Aufzüge, aber keine Treppe. Ich wartete die Ankunft dreier Aufzüge ab, ehe ich in einem von ihnen Platz fand. Dieser Aufzug musste jedoch erst in den Keller und dann wieder nach oben fahren, um bis zur Ankunft auf dem Parkdeck überall mindestens einmal gehalten zu haben. Als die Sportler über die Dauer dieses Manövers diskutierten, erfuhr ich von ihnen, dass der Startschuss von 10:00 Uhr auf 10:15 Uhr verlegt worden war, da die Organisation nicht so glatt gelaufen war wie erwartet.
Nachdem ich meine Tasche auf dem Parkdeck abgegeben hatte, ging es mit dem Aufzug wieder zurück ins Erdgeschoss. Diese Fahrt verlief wesentlich schneller.
Das Wetter war fast ideal. Es sollten etwa 13°C werden und es war kein Regen vorhergesagt. Da aber auch keine Wolken am Himmel standen, hatte ich meine Kappe aufgesetzt um nicht geblendet zu werden. Bis auf kurze Pausen behielt ich sie während des ganzen Laufes auf dem Kopf.
Außerhalb des Einkaufszentrums durfte ich ein Zelt betreten, in welchem die Preise für die heutigen Sieger bereitgestellt waren. Ich sah dort Pokale für die jeweils drei Erstplatzierten, Bücher über die Oldenburger Sportgeschichte und einiges mehr.
Der Startbereich war der gleiche wie im letzten Jahr. Die Fahrbahnen des Schlosswalles südlich des Grünstreifens dienten den Marathon- und Halbmarathonläufern als Startgeraden, die Spuren nördlich der Trennlinie waren für die 10-Kilometer-Läufer reserviert. Alle drei Gruppen sollte um 10:15 Uhr starten. Auf der Südseite waren einzelne Bereiche markiert, in die man sich je nach der erwarteten Endzeit einzugliedern hatte. Ich stellte mich kurz hinter die 1:30h-Marke, denn eine neue persönliche Bestzeit war bei diesen äußeren Bedingungen durchaus möglich.
Um Viertel nach zehn Uhr ertönte der Startschuss. Der Weg führte nach einer Linkskurve in Richtung Norden, wobei die Kurse der (Halb-)Marathonis von den 10-Kilometer-Läufern weiterhin durch eine erhöhte Grünfläche getrennt waren. Wenn ich heute neue Bestzeit laufen wollte, dann musste ich von Anfang an Gas geben. Nach einigen Überholmanövern, bei denen ich stark auf die Seite ausweichen musste, hatte sich das Läuferfeld bereits auseinandergezogen (es waren wohl weniger als 2000 Marathon- und Halbmarathonläufer) und ich hatte freien Raum. Für den ersten Kilometer benötigte ich ziemlich genau 4:20 Minuten. Mein Tempo war damit ausreichend, musste jedoch über die gesamte Distanz aufrecht erhalten werden.
Direkt hinter der Unterführung unter der Bahnlinie befand sich der Pferdemarkt, ein großer Verkehrsknoten, der einen zentralen Punkt der Strecke bildete. Die 10-Kilometer-Läufer mussten hier eine Linkskurve einschlagen, während ich mit den anderen Sportlern nach rechts zu laufen hatte. Wir waren nun auf einer ganz normalen zweispurigen Straße, welche nach einer Schleife wieder zurückgelaufen wurde, um wieder zum Pferdemarkt zu führen. Hier befand sich auch die erste Versorgungsstelle, wo ich einen Becher Wasser trank. Ich ließ im Folgenden keine dieser Stellen aus, nahm aber jedes Mal nur Wasser und nichts zu essen zu mir.
Für die ersten drei Kilometer benötigte ich tatsächlich nur die anvisierten 13 Minuten.
Als der Pferdemarkt wieder erreicht wurde, sah ich die langsamsten Teilnehmer, wie diese ihn gerade zum ersten Mal erreichten. Nun führte die Strecke von hier aus nach Norden, um eine ähnlich lange Schleife zu bilden, welche uns schließlich wieder zum Pferdemarkt zurückführte. Insgesamt war der Kurs mit dem des letzten Jahres nahezu identisch.
Nachdem der Pferdemarkt zum letzten Mal passiert wurde, ging es durch die Gegend nordwestlich der Innenstadt. Ich erreichte die 6km-Marke nach 26 Minuten und die 9km-Marke nach weniger als 39 Minuten. Bei Kilometer zehn war ich weniger als 44 Minuten unterwegs gewesen.
Ich spürte nun allerdings, dass meine Beine schon langsam schwer wurde. Eine Pause legte ich aber nicht ein. Der Weg führte durch ruhige Wohngebiete, wo vereinzelt Zuschauer standen. Etwa bei Kilometer 14 war der westlichste Punkt der Strecke erreicht. Auf meiner Uhr konnte ich erkennen, dass ich bis hierher ziemlich genau eine Stunde benötigt hatte. Ich war also bisher mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14km/h gelaufen. So schnell war ich noch nie zuvor gewesen.
Der Rückweg zur Innenstadt führte wie letztes Jahr durch eine lange, gerade Straße , die zwischen einer Autobahn und einem kleinen Fluss lag. Als ich die Unterführung, welche unter der A28 durchführte und für uns Läufer heute komplett gesperrt war, hinter mir hatte, musste ich kurz anhalten, denn der Doppelknoten an meinem rechten Schuh hatte sich tatsächlich gelockert. Das Problem war aber schnell behoben und dann konnte es weiter gehen.
Vier Kilometer vor dem Ziel spürte ich wieder leichtes Seitenstechen in der linken Bauchhälfte, was mich dazu zwang, meine Geschwindigkeit zu drosseln.
Einen Kilometer vor dem Ziel wurde der Kopfsteinpflasterboden erreicht, der mich an die Zielgeraden im letzten Jahr erinnerte. Bis Kilometer 20 hatte ich eine Zeit von 86 Minuten benötigt. Eine neue Bestzeit war mir nun sicher, aber ich hätte doch gerne den Halbmarathon in weniger als 90 Minuten absolviert. Die schmerzenden Beine machten mir aber einen Strich durch die Rechnung und ich konnte keinen richtigen Endspurt einlegen.
Nachdem der Startbereich am Schlosswall wieder erreicht war, zeigte mir ein Ordner an, dass ich nun nach links abzubiegen hatte, im Gegensatz zu dem Marathonläufer vor mir, welcher sich geradeaus auf seine zweite Runde begab. Kurz hinter dieser Linkskurve war das Ziel. Ich sah hier eine Bruttozeit von knapp über 1:31h auf der Digitalanzeige. Damit hatte ich meine persönliche Bestzeit unterboten.
Hinter der Ziellinie wurde mir eine Medaille umgehängt, die mich sehr stark an ihr Vorgängerexemplar von 2010 erinnerte: Das Band war das gleiche und auch die Medaille entsprach mit Ausnahme der auf der Vorderseite eingravierten Begriffen der Medaille des letzten Jahres. Diesmal stand nicht "25. Oldenburger City-Lauf 2010" sondern "Oldenburg Marathon 2011" darauf.
Es war nun etwa 11:45 Uhr. Um 12:35 Uhr sollte der Regionalexpress nach Bremen fahren. Ich beeilte mich daher, meine Tasche wiederzubekommen. Auf dem Weg zum Parkdeck wurde mir von einem Ordner noch ein Werbegeschenk eines Sponsors in Form von einem Laib Brot überreicht. Nachdem ich meine Tasche abgeholt hatte, erkundigte ich mich nach den Duschgelegenheiten. Diese befanden sich in der Sporthalle des "Alten Gymnasiums", wohin ich fünf Minuten lang zu laufen hatte. Der Andrang war zum Glück nicht groß und ich hatte sowohl eine Duschmöglichkeit ohne Wartezeit sowie genug Platz, um mich umzuziehen.
Danach ging ich zum Bahnhof, wo ich gerade rechtzeitig ankam um in den Zug nach Bremen einzusteigen. Um kurz nach 13 Uhr kam ich dort an, gegen 14 Uhr war ich dann wieder zu Hause.
Der Oldenburger City-Lauf.
Ich stand um 6:30 Uhr auf und frühstückte. Dann ging ich zur Straßenbahn, mit der ich um 8:00 Uhr am Hauptbahnhof ankam. Dort wartete die Nordwestbahn, welche ein Viertelstunde später in Richtung Oldenburg startete. Wegen des Freimarkts war dieser Zug gut gefüllt. An den einzelnen Bahnhöfen stiegen dann immer mehr Läufer zu. Kurz vor der Endhaltestelle ging ich auf die Zugtoilette, um mich dort umzuziehen. Die Schwachstellen an meinen Füßen sowie die Brustwarzen klebte ich mit Pflastern ab. Ich trug das hellgrüne Trikot vom Wilhelmshaven-Marathon 2010, da mir das Bissendorf-Trikot aus dem selben Jahr vor einigen Tagen verlorengegangen war.
Kurz vor neun Uhr kam der Zug in Oldenburg an. Ich nahm bereits zum dritten Mal bei dieser Veranstaltung Teil und jedes Mal war die Ausgabe der Startunterlagen an einem anderen Ort. Heute mussten wir uns zu einem Einkaufszentrum begeben, welches als Organisationszentrale genutzt wurde. Eine meterlange Menschenschlange stand an einem Tisch an, wo die Startnummernausgabe für Marathon und Halbmarathon war. Ich nutzte diese lange Anstehzeit, um mein mitgebrachtes Brot zu essen. Nach zehn Minuten bekam ich den Umschlag, in welchem neben der Nummer und einer Streckenbeschreibung noch einige kleine Werbeblätter waren.
Die Taschenabgabe befand sich auf dem Parkdeck im 2. Obergeschoss. Um dorthin zu gelangen gab es vier Aufzüge, aber keine Treppe. Ich wartete die Ankunft dreier Aufzüge ab, ehe ich in einem von ihnen Platz fand. Dieser Aufzug musste jedoch erst in den Keller und dann wieder nach oben fahren, um bis zur Ankunft auf dem Parkdeck überall mindestens einmal gehalten zu haben. Als die Sportler über die Dauer dieses Manövers diskutierten, erfuhr ich von ihnen, dass der Startschuss von 10:00 Uhr auf 10:15 Uhr verlegt worden war, da die Organisation nicht so glatt gelaufen war wie erwartet.
Nachdem ich meine Tasche auf dem Parkdeck abgegeben hatte, ging es mit dem Aufzug wieder zurück ins Erdgeschoss. Diese Fahrt verlief wesentlich schneller.
Das Wetter war fast ideal. Es sollten etwa 13°C werden und es war kein Regen vorhergesagt. Da aber auch keine Wolken am Himmel standen, hatte ich meine Kappe aufgesetzt um nicht geblendet zu werden. Bis auf kurze Pausen behielt ich sie während des ganzen Laufes auf dem Kopf.
Außerhalb des Einkaufszentrums durfte ich ein Zelt betreten, in welchem die Preise für die heutigen Sieger bereitgestellt waren. Ich sah dort Pokale für die jeweils drei Erstplatzierten, Bücher über die Oldenburger Sportgeschichte und einiges mehr.
Der Startbereich war der gleiche wie im letzten Jahr. Die Fahrbahnen des Schlosswalles südlich des Grünstreifens dienten den Marathon- und Halbmarathonläufern als Startgeraden, die Spuren nördlich der Trennlinie waren für die 10-Kilometer-Läufer reserviert. Alle drei Gruppen sollte um 10:15 Uhr starten. Auf der Südseite waren einzelne Bereiche markiert, in die man sich je nach der erwarteten Endzeit einzugliedern hatte. Ich stellte mich kurz hinter die 1:30h-Marke, denn eine neue persönliche Bestzeit war bei diesen äußeren Bedingungen durchaus möglich.
Um Viertel nach zehn Uhr ertönte der Startschuss. Der Weg führte nach einer Linkskurve in Richtung Norden, wobei die Kurse der (Halb-)Marathonis von den 10-Kilometer-Läufern weiterhin durch eine erhöhte Grünfläche getrennt waren. Wenn ich heute neue Bestzeit laufen wollte, dann musste ich von Anfang an Gas geben. Nach einigen Überholmanövern, bei denen ich stark auf die Seite ausweichen musste, hatte sich das Läuferfeld bereits auseinandergezogen (es waren wohl weniger als 2000 Marathon- und Halbmarathonläufer) und ich hatte freien Raum. Für den ersten Kilometer benötigte ich ziemlich genau 4:20 Minuten. Mein Tempo war damit ausreichend, musste jedoch über die gesamte Distanz aufrecht erhalten werden.
Direkt hinter der Unterführung unter der Bahnlinie befand sich der Pferdemarkt, ein großer Verkehrsknoten, der einen zentralen Punkt der Strecke bildete. Die 10-Kilometer-Läufer mussten hier eine Linkskurve einschlagen, während ich mit den anderen Sportlern nach rechts zu laufen hatte. Wir waren nun auf einer ganz normalen zweispurigen Straße, welche nach einer Schleife wieder zurückgelaufen wurde, um wieder zum Pferdemarkt zu führen. Hier befand sich auch die erste Versorgungsstelle, wo ich einen Becher Wasser trank. Ich ließ im Folgenden keine dieser Stellen aus, nahm aber jedes Mal nur Wasser und nichts zu essen zu mir.
Für die ersten drei Kilometer benötigte ich tatsächlich nur die anvisierten 13 Minuten.
Als der Pferdemarkt wieder erreicht wurde, sah ich die langsamsten Teilnehmer, wie diese ihn gerade zum ersten Mal erreichten. Nun führte die Strecke von hier aus nach Norden, um eine ähnlich lange Schleife zu bilden, welche uns schließlich wieder zum Pferdemarkt zurückführte. Insgesamt war der Kurs mit dem des letzten Jahres nahezu identisch.
Nachdem der Pferdemarkt zum letzten Mal passiert wurde, ging es durch die Gegend nordwestlich der Innenstadt. Ich erreichte die 6km-Marke nach 26 Minuten und die 9km-Marke nach weniger als 39 Minuten. Bei Kilometer zehn war ich weniger als 44 Minuten unterwegs gewesen.
Ich spürte nun allerdings, dass meine Beine schon langsam schwer wurde. Eine Pause legte ich aber nicht ein. Der Weg führte durch ruhige Wohngebiete, wo vereinzelt Zuschauer standen. Etwa bei Kilometer 14 war der westlichste Punkt der Strecke erreicht. Auf meiner Uhr konnte ich erkennen, dass ich bis hierher ziemlich genau eine Stunde benötigt hatte. Ich war also bisher mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14km/h gelaufen. So schnell war ich noch nie zuvor gewesen.
Der Rückweg zur Innenstadt führte wie letztes Jahr durch eine lange, gerade Straße , die zwischen einer Autobahn und einem kleinen Fluss lag. Als ich die Unterführung, welche unter der A28 durchführte und für uns Läufer heute komplett gesperrt war, hinter mir hatte, musste ich kurz anhalten, denn der Doppelknoten an meinem rechten Schuh hatte sich tatsächlich gelockert. Das Problem war aber schnell behoben und dann konnte es weiter gehen.
Vier Kilometer vor dem Ziel spürte ich wieder leichtes Seitenstechen in der linken Bauchhälfte, was mich dazu zwang, meine Geschwindigkeit zu drosseln.
Einen Kilometer vor dem Ziel wurde der Kopfsteinpflasterboden erreicht, der mich an die Zielgeraden im letzten Jahr erinnerte. Bis Kilometer 20 hatte ich eine Zeit von 86 Minuten benötigt. Eine neue Bestzeit war mir nun sicher, aber ich hätte doch gerne den Halbmarathon in weniger als 90 Minuten absolviert. Die schmerzenden Beine machten mir aber einen Strich durch die Rechnung und ich konnte keinen richtigen Endspurt einlegen.
Nachdem der Startbereich am Schlosswall wieder erreicht war, zeigte mir ein Ordner an, dass ich nun nach links abzubiegen hatte, im Gegensatz zu dem Marathonläufer vor mir, welcher sich geradeaus auf seine zweite Runde begab. Kurz hinter dieser Linkskurve war das Ziel. Ich sah hier eine Bruttozeit von knapp über 1:31h auf der Digitalanzeige. Damit hatte ich meine persönliche Bestzeit unterboten.
Hinter der Ziellinie wurde mir eine Medaille umgehängt, die mich sehr stark an ihr Vorgängerexemplar von 2010 erinnerte: Das Band war das gleiche und auch die Medaille entsprach mit Ausnahme der auf der Vorderseite eingravierten Begriffen der Medaille des letzten Jahres. Diesmal stand nicht "25. Oldenburger City-Lauf 2010" sondern "Oldenburg Marathon 2011" darauf.
Es war nun etwa 11:45 Uhr. Um 12:35 Uhr sollte der Regionalexpress nach Bremen fahren. Ich beeilte mich daher, meine Tasche wiederzubekommen. Auf dem Weg zum Parkdeck wurde mir von einem Ordner noch ein Werbegeschenk eines Sponsors in Form von einem Laib Brot überreicht. Nachdem ich meine Tasche abgeholt hatte, erkundigte ich mich nach den Duschgelegenheiten. Diese befanden sich in der Sporthalle des "Alten Gymnasiums", wohin ich fünf Minuten lang zu laufen hatte. Der Andrang war zum Glück nicht groß und ich hatte sowohl eine Duschmöglichkeit ohne Wartezeit sowie genug Platz, um mich umzuziehen.
Danach ging ich zum Bahnhof, wo ich gerade rechtzeitig ankam um in den Zug nach Bremen einzusteigen. Um kurz nach 13 Uhr kam ich dort an, gegen 14 Uhr war ich dann wieder zu Hause.
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Halbmarathon Eindhoven 2011-10-09
Der neunundzwanzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Eindhoven-Marathon.
Ich war am Samstagnachmittag mit dem Moorexpress von Bremen nach Stade und von dort aus mit dem Metronom zum Hamburger Hauptbahnhof gefahren. Hier musste ich bis 0:30 Uhr warten, ehe der City-Nightline-Zug, in dem ich einen Liegeplatz reserviert hatte, ankam um in Richtung Holland weiterzufahren. Trotz einigen Schnarchern in meinem Sechser-Abteil schaffte ich es, etwa vier bis fünf Stunden zu schlafen, ehe wir um 9:30 Uhr am Bahnhof in Utrecht ankamen.
Der Marathon von Eindhoven ist die drittgrößte Laufveranstaltung in Holland mit mehreren tausend Teilnehmern. Der Marathon sollte um zehn Uhr vormittags starten, einige kleinere Läufe danach und der Halbmarathon erst mittags um 13:30 Uhr. Nur dieser späte Zeitpunkt ermöglichte mir überhaupt die Teilnahme.
In Utrecht musste ich meine Englischkenntnisse anwenden, um am Bahnschalter ein Ticket für Hin- und Rückfahrt nach Eindhoven zu kaufen. Kurz darauf konnte ich bereits den Intercity dorthin besteigen, so dass ich schon vor elf Uhr in Eindhoven ankam.
Die Marathonmesse befand sich nordwestlich vom Hauptbahnhof. In einer großen Halle konnte ich meine Startnummer abholen. Danach hatte ich noch über zwei Stunden Zeit bis zum Start. Ich ging nach Süden, in die Fußgängerzone, wo die letzten drei Kilometer des Kurses stattfanden. In jeder Kneipe lief ein Fernseher, der den Marathon live übertrug. Im Zielbereich aß ich zunächst meinen mitgebrachten Proviant und sah dann in der Fußgängerzone, wie die ersten Marathonläufer (allesamt dunkelhäutige Afrikaner) auf die Zielgeraden einbogen. Der Marathon bestand (mit Ausnahme einiger kleiner Abweichungen) aus der zweifachen Runde des Halbmarathons.
Als ich wieder am Messegelände ankam, hatte sich die Halle schon gut gefüllt. Ich zog mich um und gab meine Tasche ab, welche ich jedoch noch einmal zurückfordern musste, denn ich hatte meine Armbanduhr vergessen. Ich wollte sie während des Rennens unbedingt tragen, denn eine neue Bestzeit war für mich nicht ausgeschlossen.
In der Halle sah ich auch einige der Pacemaker. Wie ich später erfuhr, gab es Tempomacher für die Zeiten 2:00h, 1:55h, 1:50h und so weiter bis 1:30h. Und diese Tempomacher bestanden jeweils aus mehreren Läufern. Auf ihren Trikots war nicht nur die entsprechende Endzeit aufgedruckt, sondern auch die Zeit pro Kilometer.
Es begann jetzt leicht zu regnen, als ich zur Startgeraden ging. Diese Startgeraden bestand aus zwei mehrspurigen Autostraßen, die durch einen Grünstreifen voneinander getrennt waren. Jede Gerade war in einzelne Startblöcke unterteilt, welche durch Gitterabsperrungen voneinander getrennt und nur durch enge Eingänge zugänglich waren. An diesen Eingängen standen Ordner, die nur die „richtigen“ Teilnehmer hinter die Gitter ließen. Bei der Anmeldung musste nämlich eine erwartete Zielzeit angegeben werden, was durch eine bestimmte Farbe auf der Startnummer erkennbar war. Mein Zielzeit war 1:40h und ich musste dementsprechend in das zweite Feld hinter der Startgeraden.
Nach einigen Minuten Wartezeit ging es um 13:30 Uhr endlich los. Ich überquerte die Startgerade nach weniger als einer Minute.
Die beiden Läuferfelder waren zunächst einen Kilometer lang durch den Grünstreifen getrennt, ehe sie dann zusammengeführt wurden. In diesem ersten Abschnitt musste ich immer wieder auf den Rasen ausweichen, um Überholen zu können. Fast der gesamte Kurs befand sich auf gesperrten Autostraßen, sodass immer breite Pfade zur Verfügung standen.
Am Rande des Geschehens gab es fast überall Zuschauer und mindestens alle 1000 Meter eine Musikband, die uns mit Blasmusik unterhielt. Grob beschrieben führte der Weg erst nach Norden und dann wieder bis in Bahnhofsnähe zurück nach Süden.
Bei den ersten Versorgungsstellen ließ ich mir Wasser geben, auf Äpfel oder Bananen verzichtete ich. Das aus Deutschland bekannte Iso wurde von den Holländern mit dem Begriff „Sportgetränk“ (oder so ähnlich) betitelt.
Den ersten Kilometer legte ich in viereinhalb Minuten zurück. Das Wetter war trotz eines etwas stärkeren Windes ideal, weil der Regen kurz vor dem Start wieder aufgehört hatte. Der Himmel hing voller Wolken, so dass ich mich nicht an der Sonne orientieren konnte und daher auch nicht die Himmelsrichtung bestimmen konnte, in welche ich lief.
Als Kilometer acht erreicht war, sah ich auf meiner Uhr, dass ich für diese Strecke nur 35 Minuten benötigt hatte. Sollte ich dieses Tempo durchhalten, so war ein neuer Rekord möglich. Kurz nach diesem Abschnitt erreichte ich die Pacemakergruppe für 1:35h, welche aus sieben bis acht Läufern bestand und knapp vor mir war. Auch diese Leute überholte ich. Ich hatte nun das Gefühl, dass heute einfach alles klappen könne.
An vielen der Kilometermarken befanden sich auch Messgeräte, welche unseren Champion-Chip scannten. Somit sollte es wohl möglich sein, später auch die einzelnen Zwischenzeiten zu erfahren. Für die ersten zehn Kilometer benötigte ich weniger als 44 Minuten, für mich persönlich ein neuer Rekord.
Der Rückweg in Richtung Innenstadt führte durch einen kleinen Wald, bevor nun das Phillips-Stadion und die Niederlassung des gleichnamigen Elektronikkonzerns abgelaufen wurden. Nun waren es noch drei Kilometer, und ich spürte jetzt das Seitenstechen, welches erst in der rechten und dann in beiden Bauchhälften auftrat. Ich musste langsamer machen und einige Sportler an mir vorbeilassen, nachdem ich vorher fast durchgängig selber überholt hatte.
Bei Kilometer 18 war ein Holzgerüst aufgebaut, welches den Zuschauern dazu diente, die Marathonstrecke zu überqueren, denn der Laufkurs teilte die Innenstadt in zwei Hälften und Unterführungen oder Brücken gab es keine.
Nun ging es durch die Fußgängerzone, wo zunächst Gitterabsperrungen die Läufer von den Zuschauern trennten, dann jedoch keine Absperrungen mehr vorhanden waren und der Raum für mich immer enger wurde. Trotzdem konnte ich auch hier einige waghalsige Überholmanöver starten. Das Seitenstechen hatte etwas nachgelassen, doch ich sehnte nun das Ziel herbei. Wo war es nur? Es folgten hintereinander drei Rechtskurven, hinter denen das Ziel schließlich versteckt war. Hier war eine Digitalanzeige mit der Bruttozeit, die seit dem Startschuss vergangen war. Ich sah, dass ich Linie überschritt, noch bevor 1:33h erreicht war. Dass ich meinen persönlichen Rekord heute überbieten würde, war mir bereits seit zehn Minuten klar.
Im Zielbereich bekam ich zunächst eine 250ml-Dose eines Energydrinks geschenkt. Einige Meter weiter gab es dann die Medaille. Sie war rund, aber nicht besonders groß. Sie hing an einem orange-blau-orangenen Band. Auf der Vorderseite war „1/2 Marathon“ sowie „Eindhoven Marathon, 09/10/2011“ eingraviert. Man hatte also bei dieser Veranstaltung für die einzelnen Disziplinen tatsächlich verschiedene Medaillentypen eingesetzt.
Nun folgte der Rückweg zum Veranstaltungszentrum, wo ich die vorhin beschriebene Teilstrecke des Kurses überqueren musste. Als ich dort ankam musste ich sehen, dass die aufgebaute Treppe voller Zuschauer war. Hätte ich sie benutzt, so hätte dies lange gedauert und besonders der Abstieg wäre unangenehm geworden, da ich nach meiner vorbildlichen Zielzeit stärkeren Muskelkater hatte als in den Wochen zuvor. Ich musste die Strecke daher bei den Gitterabsperrungen überqueren. Dies gestaltete sich nicht gerade einfach, da hier gerade das Hauptfeld der Läufer vorbeikam. Ich musste mit Muskelkater den entscheidenden Zeitpunkt abwarten, um dann schnell über die Strecke zu huschen. Zum Glück gelang dies ohne Kollision.
Nachdem ich in der großen Halle meine Tasche wieder zurückbekommen hatte, erkundigte ich mich nach den Duschen. Zwei Mitarbeiter eines Rettungsteams, welche deutsch sprachen, erklärten mir, dass 700 Meter entfernt, auf dem Gelände der Technischen Universität von Eindhoven. die Sporthalle zur Verfügung stand. Sie zeigten mir die Richtung dorthin und ich machte mich auf den Weg. Dieser Weg wurde aber länger und weiter als ich gedacht hatte. Immer wieder musste ich andere Sportler fragen, die mir erklärten, dass ich noch ein Stück weiter laufen müsse. Es waren insgesamt wohl über drei Kilometer die ich zurücklegte, ehe ich in der Männerumkleidekabine ankam. Ich fror sehr stark, da ich nur ein kurzärmliges Trikot trug und der Wind immer noch stark wehte. Zum Glück musste ich bei der Dusche nicht lange anstehen. Nachdem ich mich umgezogen hatte, ging ich zum Bahnhof. Mit dem nächsten Zug fuhr ich nach Utrecht und von dort aus nach Ammersfort. Hier hatte ich Zugbindung, weshalb ich auf den Intercity nach Osnabrück zwei Stunden lang warten musste. In Osnabrück musste ich erfahren, dass der ICE nach Bremen leider über eine halbe Stunde Verspätung hatte. So kam ich erst gegen Mitternacht in Bremen an und war kurz vor halb ein Uhr zu Hause.
Der Eindhoven-Marathon.
Ich war am Samstagnachmittag mit dem Moorexpress von Bremen nach Stade und von dort aus mit dem Metronom zum Hamburger Hauptbahnhof gefahren. Hier musste ich bis 0:30 Uhr warten, ehe der City-Nightline-Zug, in dem ich einen Liegeplatz reserviert hatte, ankam um in Richtung Holland weiterzufahren. Trotz einigen Schnarchern in meinem Sechser-Abteil schaffte ich es, etwa vier bis fünf Stunden zu schlafen, ehe wir um 9:30 Uhr am Bahnhof in Utrecht ankamen.
Der Marathon von Eindhoven ist die drittgrößte Laufveranstaltung in Holland mit mehreren tausend Teilnehmern. Der Marathon sollte um zehn Uhr vormittags starten, einige kleinere Läufe danach und der Halbmarathon erst mittags um 13:30 Uhr. Nur dieser späte Zeitpunkt ermöglichte mir überhaupt die Teilnahme.
In Utrecht musste ich meine Englischkenntnisse anwenden, um am Bahnschalter ein Ticket für Hin- und Rückfahrt nach Eindhoven zu kaufen. Kurz darauf konnte ich bereits den Intercity dorthin besteigen, so dass ich schon vor elf Uhr in Eindhoven ankam.
Die Marathonmesse befand sich nordwestlich vom Hauptbahnhof. In einer großen Halle konnte ich meine Startnummer abholen. Danach hatte ich noch über zwei Stunden Zeit bis zum Start. Ich ging nach Süden, in die Fußgängerzone, wo die letzten drei Kilometer des Kurses stattfanden. In jeder Kneipe lief ein Fernseher, der den Marathon live übertrug. Im Zielbereich aß ich zunächst meinen mitgebrachten Proviant und sah dann in der Fußgängerzone, wie die ersten Marathonläufer (allesamt dunkelhäutige Afrikaner) auf die Zielgeraden einbogen. Der Marathon bestand (mit Ausnahme einiger kleiner Abweichungen) aus der zweifachen Runde des Halbmarathons.
Als ich wieder am Messegelände ankam, hatte sich die Halle schon gut gefüllt. Ich zog mich um und gab meine Tasche ab, welche ich jedoch noch einmal zurückfordern musste, denn ich hatte meine Armbanduhr vergessen. Ich wollte sie während des Rennens unbedingt tragen, denn eine neue Bestzeit war für mich nicht ausgeschlossen.
In der Halle sah ich auch einige der Pacemaker. Wie ich später erfuhr, gab es Tempomacher für die Zeiten 2:00h, 1:55h, 1:50h und so weiter bis 1:30h. Und diese Tempomacher bestanden jeweils aus mehreren Läufern. Auf ihren Trikots war nicht nur die entsprechende Endzeit aufgedruckt, sondern auch die Zeit pro Kilometer.
Es begann jetzt leicht zu regnen, als ich zur Startgeraden ging. Diese Startgeraden bestand aus zwei mehrspurigen Autostraßen, die durch einen Grünstreifen voneinander getrennt waren. Jede Gerade war in einzelne Startblöcke unterteilt, welche durch Gitterabsperrungen voneinander getrennt und nur durch enge Eingänge zugänglich waren. An diesen Eingängen standen Ordner, die nur die „richtigen“ Teilnehmer hinter die Gitter ließen. Bei der Anmeldung musste nämlich eine erwartete Zielzeit angegeben werden, was durch eine bestimmte Farbe auf der Startnummer erkennbar war. Mein Zielzeit war 1:40h und ich musste dementsprechend in das zweite Feld hinter der Startgeraden.
Nach einigen Minuten Wartezeit ging es um 13:30 Uhr endlich los. Ich überquerte die Startgerade nach weniger als einer Minute.
Die beiden Läuferfelder waren zunächst einen Kilometer lang durch den Grünstreifen getrennt, ehe sie dann zusammengeführt wurden. In diesem ersten Abschnitt musste ich immer wieder auf den Rasen ausweichen, um Überholen zu können. Fast der gesamte Kurs befand sich auf gesperrten Autostraßen, sodass immer breite Pfade zur Verfügung standen.
Am Rande des Geschehens gab es fast überall Zuschauer und mindestens alle 1000 Meter eine Musikband, die uns mit Blasmusik unterhielt. Grob beschrieben führte der Weg erst nach Norden und dann wieder bis in Bahnhofsnähe zurück nach Süden.
Bei den ersten Versorgungsstellen ließ ich mir Wasser geben, auf Äpfel oder Bananen verzichtete ich. Das aus Deutschland bekannte Iso wurde von den Holländern mit dem Begriff „Sportgetränk“ (oder so ähnlich) betitelt.
Den ersten Kilometer legte ich in viereinhalb Minuten zurück. Das Wetter war trotz eines etwas stärkeren Windes ideal, weil der Regen kurz vor dem Start wieder aufgehört hatte. Der Himmel hing voller Wolken, so dass ich mich nicht an der Sonne orientieren konnte und daher auch nicht die Himmelsrichtung bestimmen konnte, in welche ich lief.
Als Kilometer acht erreicht war, sah ich auf meiner Uhr, dass ich für diese Strecke nur 35 Minuten benötigt hatte. Sollte ich dieses Tempo durchhalten, so war ein neuer Rekord möglich. Kurz nach diesem Abschnitt erreichte ich die Pacemakergruppe für 1:35h, welche aus sieben bis acht Läufern bestand und knapp vor mir war. Auch diese Leute überholte ich. Ich hatte nun das Gefühl, dass heute einfach alles klappen könne.
An vielen der Kilometermarken befanden sich auch Messgeräte, welche unseren Champion-Chip scannten. Somit sollte es wohl möglich sein, später auch die einzelnen Zwischenzeiten zu erfahren. Für die ersten zehn Kilometer benötigte ich weniger als 44 Minuten, für mich persönlich ein neuer Rekord.
Der Rückweg in Richtung Innenstadt führte durch einen kleinen Wald, bevor nun das Phillips-Stadion und die Niederlassung des gleichnamigen Elektronikkonzerns abgelaufen wurden. Nun waren es noch drei Kilometer, und ich spürte jetzt das Seitenstechen, welches erst in der rechten und dann in beiden Bauchhälften auftrat. Ich musste langsamer machen und einige Sportler an mir vorbeilassen, nachdem ich vorher fast durchgängig selber überholt hatte.
Bei Kilometer 18 war ein Holzgerüst aufgebaut, welches den Zuschauern dazu diente, die Marathonstrecke zu überqueren, denn der Laufkurs teilte die Innenstadt in zwei Hälften und Unterführungen oder Brücken gab es keine.
Nun ging es durch die Fußgängerzone, wo zunächst Gitterabsperrungen die Läufer von den Zuschauern trennten, dann jedoch keine Absperrungen mehr vorhanden waren und der Raum für mich immer enger wurde. Trotzdem konnte ich auch hier einige waghalsige Überholmanöver starten. Das Seitenstechen hatte etwas nachgelassen, doch ich sehnte nun das Ziel herbei. Wo war es nur? Es folgten hintereinander drei Rechtskurven, hinter denen das Ziel schließlich versteckt war. Hier war eine Digitalanzeige mit der Bruttozeit, die seit dem Startschuss vergangen war. Ich sah, dass ich Linie überschritt, noch bevor 1:33h erreicht war. Dass ich meinen persönlichen Rekord heute überbieten würde, war mir bereits seit zehn Minuten klar.
Im Zielbereich bekam ich zunächst eine 250ml-Dose eines Energydrinks geschenkt. Einige Meter weiter gab es dann die Medaille. Sie war rund, aber nicht besonders groß. Sie hing an einem orange-blau-orangenen Band. Auf der Vorderseite war „1/2 Marathon“ sowie „Eindhoven Marathon, 09/10/2011“ eingraviert. Man hatte also bei dieser Veranstaltung für die einzelnen Disziplinen tatsächlich verschiedene Medaillentypen eingesetzt.
Nun folgte der Rückweg zum Veranstaltungszentrum, wo ich die vorhin beschriebene Teilstrecke des Kurses überqueren musste. Als ich dort ankam musste ich sehen, dass die aufgebaute Treppe voller Zuschauer war. Hätte ich sie benutzt, so hätte dies lange gedauert und besonders der Abstieg wäre unangenehm geworden, da ich nach meiner vorbildlichen Zielzeit stärkeren Muskelkater hatte als in den Wochen zuvor. Ich musste die Strecke daher bei den Gitterabsperrungen überqueren. Dies gestaltete sich nicht gerade einfach, da hier gerade das Hauptfeld der Läufer vorbeikam. Ich musste mit Muskelkater den entscheidenden Zeitpunkt abwarten, um dann schnell über die Strecke zu huschen. Zum Glück gelang dies ohne Kollision.
Nachdem ich in der großen Halle meine Tasche wieder zurückbekommen hatte, erkundigte ich mich nach den Duschen. Zwei Mitarbeiter eines Rettungsteams, welche deutsch sprachen, erklärten mir, dass 700 Meter entfernt, auf dem Gelände der Technischen Universität von Eindhoven. die Sporthalle zur Verfügung stand. Sie zeigten mir die Richtung dorthin und ich machte mich auf den Weg. Dieser Weg wurde aber länger und weiter als ich gedacht hatte. Immer wieder musste ich andere Sportler fragen, die mir erklärten, dass ich noch ein Stück weiter laufen müsse. Es waren insgesamt wohl über drei Kilometer die ich zurücklegte, ehe ich in der Männerumkleidekabine ankam. Ich fror sehr stark, da ich nur ein kurzärmliges Trikot trug und der Wind immer noch stark wehte. Zum Glück musste ich bei der Dusche nicht lange anstehen. Nachdem ich mich umgezogen hatte, ging ich zum Bahnhof. Mit dem nächsten Zug fuhr ich nach Utrecht und von dort aus nach Ammersfort. Hier hatte ich Zugbindung, weshalb ich auf den Intercity nach Osnabrück zwei Stunden lang warten musste. In Osnabrück musste ich erfahren, dass der ICE nach Bremen leider über eine halbe Stunde Verspätung hatte. So kam ich erst gegen Mitternacht in Bremen an und war kurz vor halb ein Uhr zu Hause.
Dienstag, 4. Oktober 2011
Marathon Bremen 2011-10-02

Der zweite Marathon meines Lebens.
Vor einem halben Jahr war ich in Freiburg zum ersten Mal Marathon gelaufen, nun sollte der zweite Höhepunkt in diesem Jahr folgen. Im Gegensatz zu der Veranstaltung im Breisgau bestand der Kurs in Bremen aber nicht aus einer Runde, welche zweimal durchlaufen werden musste. Daher sollte sich keine Möglichkeit bieten, während dem Rennen abzubrechen und wenigstens noch einen Halbmarathon anerkannt zu bekommen.
Ich hatte in den beiden letzten Wochen je einmal eine Strecke von etwa 35 Kilometern trainiert. Bei meiner Anmeldung für den Bremen-Marathon hatte ich eine Zielzeit von 4 Stunden angegeben, welche auch auf der Startnummer vermerkt war, die ich mir bereits am Freitag im Innenstadtbereich abholte. Im Starterbeutel war ferner ein Shirt, welches nur den Läufern zustand, die sich für die komplette Marathondistanz angemeldet hatte. Da auch noch Gutscheine für Essen und Getränke bei der Nudelparty am Samstag dabei waren, ging ich am folgenden Tag auch zu diesem Event. Als ich mich am Samstag dann schlafen legte, fühlte ich mich topfit.
Die Organisation sah vor, dass der 10km-Lauf um 9:35 Uhr starten sollte, der Marathon kurz danach und der Halbmarathon erst um 11:20 Uhr. Etwa bei Kilometer fünf des letzteren Wettbewerbs sollte dieser mit dem Marathonkurs zusammenfallen, wie ich es schon in den beiden letzten Jahren erlebt hatte.
Ich stand am Sonntag gegen acht Uhr auf und frühstückte. Danach zog ich meine Laufkleidung an und nahm alle Sachen zu mir, die ich während des gesamten Rennens bei mir tragen sollte, denn ich hatte nicht vor, meinen Starterbeutel bei der Taschenabgabe zu lassen. Meine Armbanduhr, die normale Brille und die Sonnenbrille, eine Packung Taschentücher sowie Personalausweiß und Semesterticket bildeten meine Ausrüstung. Außerdem setzte ich die Kappe vom Freiburg-Marathon auf, denn es sollte ein sonniger Tag werden. An den Füßen trug ich nicht die aktuellen Laufschuhe, sondern das etwas ältere Paar, mit dem ich auch in Freiburg gelaufen war.
Um 9:00 Uhr fuhr die Linie 2 in die Innenstadt. An einem Gebäude konnte ich die aktuelle Temperatur ablesen: 13°C. Um 9:20 Uhr kam ich am Brill an. Hier wurden die Straßenbahnen umgeleitet in die Neustadt, denn die Fußgängerzone bildete die Start- und Zielgeraden der Läufer. Auf dem Marktplatz suchte ich die Toilette auf. Kurz danach startete der 10km-Lauf und ich konnte mich zur Startgeraden begeben. Es waren schätzungsweise mehr als 1000 Marathonläufer vorhanden. Als der Startschuss mit etwas Verspätung kam, dauerte es nur kurze Zeit, bis ich die Linie überquerte. Nun hatte der zweite Marathon meines Lebens begonnen.
Ich orientierte mich anfangs am Pacemaker für 4:15h, einen für 4:00h hatte ich zwar auch erblickt, aber zunächst schnell wieder aus den Augen verloren. Es ging westwärts bis zum Brill, wo eine 180°-Kurve in die Martinistraße führte. Am Domshof wurde die Unterführung benutzt und nun folgte erneut eine langgezogene 180°-Kurve, die uns an den Wallanlagen vorbeiführte. Hier verpasste ich die erste Versorgungsstelle, welche überraschend früh angesiedelt war.
Nun ging es erneut zum Brill und durch die Bürgermeister-Smidt-Straße, welche uns über die Weser in die Neustadt führte. Nach der Westerstraße wurde die Wilhelm-Kaisen-Brücke erreicht, welche uns über die „Kleine Weser“ auf die Werder-Halbinsel an der Hochschule Bremen vorbeiführte. Hier war es nun extrem ruhig, da diese Gegend von Schrebergärten besiedelt war und daher kaum Zuschauer vorhanden waren.
Über eine kleinere Brücke wurde diese Insel wieder in Richtung Neustadt verlassen. Der Weg führte nun am Weserufer entlang nach Osten. Die Karl-Carstens-Brücke wurde unterquert und der Stadtteil Habenhausen erreicht. Hier war die erste Versorgungsstelle, wo es auch etwas zu essen gab. Ich nahm mir ein Stück Apfel. Danach ging es nordwärts erneut über die Werderinsel. Wir hatten nun etwa 10 Kilometer zurückgelegt und ich spürte ein Problem an meiner rechten Ferse. Sollte sich hier eine Blase bilden? Ich hielt an, öffnete den Schuh und untersuchte das Pflaster. Es war leicht verrutscht. Ich stellte es wieder richtig, band den Schuh zu und lief weiter. Es sollten keine Probleme mehr an dieser Stelle auftreten.
Nun wurde auch die richtige Weser auf Höhe des Weserwehrs überquert. Diese Brücke war ziemlich schmal, aber das Läuferfeld hatte sich auch schon weit auseinandergezogen. Nun wurde links auf den Osterdeich in Richtung Weserstadion eingebogen. Ein Linksschlenker führte erneut unter der Karl-Carstens-Brücke hindurch und zurück zum Osterdeich, dessen östlicher Abschnitt noch einen Streckenabschnitt kurz vor dem Ziel bildete. Bevor dieser Abschnitt erreicht wurde, bog der Kurs allerdings rechts in die Stader Straße ab. Nun ging es nördlich in Richtung Schwachhausen.
Zunächst wurden die Schienen der Straßenbahnlinie 3 überquert, dann die der Linien 2 und 10. Danach ging es unter der Bahnlinien nach Hannover / Osnabrück hindurch. Ein enger Tunnel diente zur Unterquerung der Kurfürstenallee. Hier sorgten entsprechende Beleuchtung und Techno-Musik aus einer Anlage für Disco-Stimmung. Danach wurden die Schienen der Straßenbahnlinien 1 (nach Osterholz) und 4 (nach Borgfeld) erreicht. Die Strecke führte nun an diesen Schienen entlang. An der Haltestelle Kirchbachstraße trennten sich beide Linien, die 1 bog ab und dementsprechend wurden ihre Schienen von und Läufern blockiert. Daher mussten die Linie 1 und die hinter ihr fahrende Linie 4 an dieser Station warten. An einer Sparkassenfiliale konnte ich eine Temperatur von nunmehr 19°C ablesen. Der weitere Weg führte an den Schienen der Linie 4 entlang. Irgendwo auf diesem Abschnitt befand sich der Punkt der Halbmarathondistanz, bei welcher 21,1 Kilometer absolviert waren. Hier stand auch ein Zeitmesser, über welchen ich erfuhr, dass ich seit 1:58 Stunden unterwegs war. Sollte ich meine Tempo beibehalten und nicht, wie in Freiburg, auf den letzten Kilometern gehen statt laufen müssen, so war tatsächlich eine Zielzeit von 4:00 Stunden möglich.
Der nächste Abschnitt führte durch den Rhododendronpark, welchen ich noch nie zuvor gesehen hatte. Danach folgte die Unterquerung der Bahnstrecke Bremen-Hamburg, wo es auf der anderen Seite nun wieder nach Westen ging. Wir erreichten das Berufsbildungswerk, wo die Straßenbahnlinie 6 wegen uns anhalten musste. Dann wurde die Universitätsallee passiert und der Bürgerpark erreicht. Der Weg führte zunächst nach Süden an der Parkallee entlang, wo nun die Stelle auftrat, an der Marathon- und Halbmarathonkurs sich vereinigten. Allerdings war der Halbmarathon fast eine Stunde vorher gestartet, sodass inzwischen alle Halbmarathonteilnehmer diesen Punkt erreicht hatten. Es sollte trotzdem nicht mehr lange dauern, bis ich die langsamsten Halbmarathonis überholen durfte. Die nun folgende Strecke war mir aus den beiden letzten Jahren noch bestens bekannt. Es folgte eine Rechtskurve, sodass der Weg mitten durch den Bürgerpark hindurchführte. Hier fing das große Überholen an, denn ich hatte das Halbmarathonläuferfeld erreicht. In Findorff war es wieder so laut wie im letzten Jahr. Als ich nach fast 30 Kilometern die Unterquerung der Bahnlinie Bremen-Bremerhaven erreicht hatte, tauchte vor mir der Pacemaker für 4:00 Stunden auf, dem offenbar der Luftballon mit dieser Zeitaufschrift abhanden gekommen war. Dies war vermutlich auch der Grund, warum ich ihn aus der Entfernung nicht sofort erkannt hatte. Er war von einer beträchtlichen Anzahl an Läufern umringt. Nach einigen Minuten überholte ich ihn dennoch.
Es folgte die Überseestadt, wo ich mit ansehen musste, wie einer der Marathonläufer wegen Beschwerden aufgeben musste. Sowieso häufte sich jetzt die Anzahl der Sportler, welche nicht laufen, sondern nur noch gehen konnte. Die meisten von ihnen hatten eine rote Startnummer und waren daher Marathonläufer. Ich selber spürte nun erstmals, wie mir die Sonne auf den Rücken brannte, denn es war keine einzige Wolke am Himmel.
An der westlichsten Stelle des Kurses wurde wieder dieses Gebäude in der Überseestadt durchlaufen und danach kam die lange Geraden, welche von der Überseestadt an der Schlachte entlang unter den vier großen Brücken der Innenstadt bis zum Weserstadion führte. Hier waren die meisten Zuschauer. Ich hatte schon ab Kilometer 25 Magenknurren bekommen und nutzte deshalb die Versorgungsstellen, um dort mehrere Stücke Banane und Apfel zu bekommen. Während ich diese Sachen aß und einen Becher Wasser trank, ging ich nur langsam vorwärts, aber weitere Gehpausen musste ich nicht einlegen. Überraschenderweise führte der Kurs diesmal nicht am Weserstadion vorbei, sondern an dessen Nordwestseite hinein und an der Südostseite wieder hinaus. Am darauffolgenden Parkplatz war dann der Wendepunkt, von hier aus ging es wieder den Osterdeich zurück in die Innenstadt. Einige Teilnehmer lagen am Rand und mussten von Helfern behandelt werden.
Erneut ging es durch die Unterführung in der Martinistraße. Das Ziel war jetzt nur noch einen Kilometer entfernt. Ich wollte meine normale Brille aufziehen, um im Zielvideo gut erkennbar zu sein. Als ich in die Tasche langte, wo sich diese Brille befand, muss mir offenbar mein Semesterticket aus Versehen herausgefallen sein. Ich überprüfte zunächst oberflächlich, ob es noch in der Tasche war , fand es aber nicht. Nach einer 180°-Kurve war ich wieder in der Fußgängerzone und lief über die Zielgeraden. Ich hatte etwa 3:55 Stunden gebraucht und war damit gut eine halbe Stunde schneller gewesen als in Freiburg. Im Zielbereich ließ ich mir die Medaille umhängen und stellte dann fest, dass mir mein Semesterticket tatsächlich abhanden gekommen war. Ich ging zurück zu der Stelle, wo ich es wahrscheinlich verloren hatte und fragte einige Passanten, die mir aber nicht helfen konnten. Die Polizisten waren zu sehr mit der Regelung des Verkehrs beschäftigt, als dass ich sie um Hilfe hätte bitten können.
Ich ging zum Brill und nahm dort die nächste Straßenbahn nach Hause. Da der Großteil der Läufer den westlichen Teil der Strecke hinter sich hatte, konnte die Straßenbahn problemlos nach Gröpelingen fahren. Ich betrachtete nun die Medaille: Wie jedes Jahr waren die Marathonmedaillen mit einem roten Band versehen. Jedoch unterschieden sich die Erinnerungsstücke dieses Mal sehr stark von den Vorgängermodellen. Meine Medaille war rund und auf ihr war der Bremer Roland eingraviert. Links stand „7. swb-Marathon Bremen“ und rechts „2. Oktober 2011“ eingraviert, dazwischen war die Zahl „42,195km“ zu lesen. Ich hatte bei meinem zweiten Marathon keine einzige Gehpause einlegen müssen. Das Verschwinden meines Semestertickets trübte die Stimmung allerdings ein wenig.
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