Dienstag, 30. September 2014

Halbmarathon Zeven 2014-09-28

Der einhundertundzweite Halbmarathon meines Lebens.
Der sechste Zevener Straßenlauf.
Am Straßenlauf in Zeven hatte ich vor zwei Jahren schon einmal teilgenommen. Damals hatte ich bereits am Samstag die zweistündige Anfahrt in Kauf genommen, um mir die Startunterlagen abzuholen. Da ich nun wusste, dass ich die Unterlagen auch am Sonntag problemlos noch kurz vor dem Start ausgehändigt bekommen konnte, verzichtete ich auf diesen Ausflug.
Die Anfahrt war wie vor zwei Jahren. Da Sonntags nur wenige Busse von Bremen nach Zeven fahren, hatte ich auch keine Wahl. Ich stand um kurz vor neun Uhr auf und frühstückte. Dann packte ich meine Tasche. Die Läuferkleidung hatte ich bereits an, ich trug obenrum das Trikot vom Badenmarathon, welches ich am letzten Wochenende in Karlsruhe bekommen hatte.
Um kurz nach zehn Uhr nahm ich die Straßenbahn, welche mich zum Hauptbahnhof brachte. Dort startete um halb elf Uhr der Bus nach Zeven. Die Fahrt dauerte über siebzig Minuten. Ich aß im Bus mein mitgebrachtes Brot. Dann kamen wir am Busbahnhof in Zeven an. Die Veranstaltung war bereits in vollem Gange, der Halbmarathon und der Zehn-Kilometerlauf sollten um 12:15 Uhr starten.
Ich ging ins Rathaus und holte die Startnummer ab. Sie trug die Nummer 3. Auf der Voranmelderliste konnte ich erkennen, dass sich heute für den Halbmarathon weniger als 30 Teilnehmer angemeldet hatten.
Meine Tasche konnte ich in einem großen Nebenraum abstellen, wo allerdings keine Bewachung war. Dann lief ich mich ein bisschen im Park warm und ging dann zur Startgeraden in der Fußgängerzone. Ich hatte in den letzten Tagen ein verstärtktes Nasenlaufen gehabt, als Erkältung würde ich dies aber nicht bezeichnen. Unter diesen Umständen kann es natürlich sinnvoll sein, solch einen Wettkampf langsam anzugehen. Aber ich musste auch bedenken, dass der Bus für die Heimfahrt schon um 14:23 Uhr starten würde und der nächste Bus erst wieder am Abend fuhr. Mir blieb also nichts anderes übrig, als eine Zielzeit von 90 Minuten anzupeilen, wenn ich nachher noch Zeit zum Duschen haben wollte.
Pünktlich um 12:15 Uhr ging es los. Das Teilnehmerfeld war tatsächlich sehr überschaubar, trotz der vielen Teilnehmer über die zehn Kilometer. Die Strecke war die gleiche wie vor zwei Jahren. Ich musste dreimal die gleiche Runde absolvieren. Es ging über die Hauptdurchfahrtsstraße am Park vorbei in ein Wohngebiet. Hier stand ein Feuerwehrposten und wies uns den Weg in eine engere Straße nach rechts. Nun war das Feld schon so weit auseinandergezogen, dass kein Platzmangel mehr herrschte.
An einem Parkplatz folgte eine Links-Rechtskurve. Dann ging es geradeaus aus dem Ort heraus in den Wald. Wir kamen über die Eisenbahnschienen, wo vor zwei Jahren einige Läufer wegen einer Dampfeisenbahn hatten warten müssen. Heute konnte ich keinen solchen Zwischenfall beobachten. Streckenposten waren auch ausreichend vorhanden. Hinter der Bahnlinie folgte dann eine scharfe Rechtskurve. Als wir dann wider auf der Hauptverkehrsstraße rechts einbogen, mussten wir Läufer uns mit dem Radweg begnügen, die Straße blieb für die Autos freigegeben.
Es ging noch ein ganzes Stück durch den Wald, bis die Innenstadt erreicht wurde. Hier mussten wir links abbiegen und kamen durch die Wohngebiete. Beim Überqueren der Hauptstraße regelten eine Polizistin und ein Feuerwehrmann den Verkehr. Dann hatte ich den einen Versorgungspunkt der Strecke erreicht, wo ich einen Becher Wasser nahm. Die Becher waren heute nur sehr geringfügig mit Wasser gefüllt. Das Wetter war übrigens sehr schon, aber fast schon ein bisschen zu warm. Bei wolkenlosem Himmel konnten es wohl etwa 20°C sein.
Zuschauer gab es nur wenige, und richtig Lärm wurde auch nirgendwo gemacht. Nach einem kurzen Stück in der jetzigen Straße kam der Punkt, wo sich die beiden Kurse trennten. Die Zehn-Kilometerläufer bogen direkt rechts ab, während ich links abbiegen und noch eine Art Viereck laufen musste, bevor ich am Trennungspunkt wieder ankam und den gleichen Weg nehmen durfte. Diese zusätzliche Runde führte dazu, dass ich während des Halbmarathons einige der Zehn-Kilometerläufer gleich mehrfach überholte. Am südöstlichsten Punkt dieser Zusatzstrecke musste ich um einen Verkehrskreisel herumlaufen. Dann ging es zum südwestlichsten Streckenpunkt und von da aus eine lange Geraden entlang, zwischen großen Wohnhäusern, zurück zum Trennungspunkt von Halbmarathon- und Zehnkilometerlauf. Ich bog hier nun lnks ab und kam in die Innenstadt, wo an einem Wendepunkt ein großes Famila-Einkaufszentrum stand. Nun war ich auf der Start- und Zielgeraden in der Fußgängerzone. Kurz vor dem Ziel erreichte ich den zweiten Versorgungspunkt, wo ich mir einen Becher Wasser nahm. Unter Zuschauerapplaus kam ich über die Linie und begann nun die zweite Runde. Für das erste Drittel hatte ich weniger als 30 Minuten benötigt.
Auf der zweiten Runde musste ich nun immer wieder Teilnehmer des Zehn-Kilometerlaufes überholen. Auf der langen Gerade, die über die Eisenbahnschienen führte, konnte ich einen Konkurrenten des Halbmarathons überholen. Und erneut passierte ich einige Zehn-Kilometerläufer doppelt, einmal vor und einmal nach der Zusatzrunde. Nach knapp einer Stunde hatte ich das zweite Drittel hinter mir.
Mit Rücksicht auf meine Gesundheit ließ ich es nun ein bisschen langsamer angehen. Die Gefahren, wenn man angeschlagen in solch einen Wettkampf geht, sind nicht zu unterschätzen. Ich hatte auf der dritten Runde zunächst keinen Konkurrenten hinter mir. Es war inzwischen sehr einsam geworden, da die Zehn-Kilometerläufer alle entweder schon im Ziel oder kurz davor waren. Glücklicherweise kannte ich die Strecke inzwischen sehr gut und die Streckenposten waren noch anwesend, so dass ich mich nicht verlaufen konnte.
Als ich hinter den Eisenbahnschienen die scharfe Rechtskurve nahm, wurde ich dann doch von einem Konkurrenten langsam eingeholt. Auf der Zusatzrunde überholte er mich. Ich hielt es durchaus für möglich, wieder an ihn heranzukommen und strengte mich noch einmal ein bisschen mehr an, aber er war einfach zu schnell. Bei einer Zeit von über 93 Minuten überquerte ich die Ziellinie und ließ mir die Medaille umhängen. Sie bestand aus einem Metallstück, auf welchem ein Aufkleber mit der Aufschrift „6. Zevener Stadtlauf“ angebracht war.
Ich nahm mir zwei Becher Wasser zu trinken und ging dann ins Rathaus, um meine Tasche zu holen. Dann machte ich mich auf den Weg zu den Duschen, welche, wie vor zwei Jahren, am Schulgelände waren, wo sich der erste Versorgungspunkt auf der Strecke befand. Ich duschte, zog mich um und ging dann zum Busbahnhof. Nach zehnminütigem Warten kam der Bus an und ich fuhr bis Falkenberg. Hier stieg ich aus, um mir die neue Straßenbahnstrecke von Lilienthal nach Borgfeld anzuschauen. Auf dem Heimweg machte ich noch ein einer Dönerbude Halt, um etwas zu essen. So kam ich gegen 17 Uhr zu Hause an.

Marathon Karlsruhe 2014-09-21

Der vierzehnte Marathon meines Lebens.
Der Baden-Marathon.
Ich hatte im letzten Jahr beim Halbmarathon in Karlsruhe teilgenommen. Wegen des Zwischenfalles mit dem Güterzug, welcher für fast zehn Minuten die Laufstrecke versperrte, hatten die betroffenen Teilnehmer für die diesjährige Auflage einen Gutschein im Wert der Disziplin erhalten, an der sie 2013 teilgenommen hatten. Dies bedeutete, dass ich am Halbmarathon kostenlose teilnehmen konnte und für den Marathon nur die Differenz bezahlen musste. Ich konnte mich also für gerade einmal zehn Euro für den Baden-Marathon anmelden. Dafür musste ich allerdings auf eine Teilnahme am Küstenmarathon in Otterndorf verzichten, weil dieser auf den gleichen Tag fiel.
Der Badenmarathon ist eine Aneinanderreihung von zwei einzelnen Halbmarathons. Der erste Halbmarathon, welcher um neun Uhr startet, ist der Hauptlauf mit sehr vielen Teilnehmern. Die andere Runde, welche durch den Nordwesten der Stadt führt, bietet den Läufern, welche sich keinen ganzen Marathon zutrauen, die Möglichkeit, den zweiten Teil der Marathonstrecke zu sehen. Hier gibt es nur wenige Teilnehmer, welche ab elf Uhr dreißig auf das Feld hinzugeschleust werden. Eine Siegerehrung für diesen Halbmarathon findet nicht statt. Der Marathon startet zusammen mit dem ersten Halbmarathon, welcher durch den Südosten von Karlsruhe führt, um neun Uhr. Leider hatte ich die Schuhe, in denen ich die 42 Kilometer absolvieren wollte, in den Vorwochen nicht benutzt. Lediglich am Freitag, also nur zwei Tage vor dem Start, hatte ich eine Strecke von 25 Kilometern absolviert. Die kurze Regenerationspause sollte mir noch zum Verhängnis werden.
Ich war am Samstag in Frankenthal angekommen und hatte am Nachmittag auf der Mörscher Kerwe eine Weinschorle und ein Bier getrunken. Daher war es am Abend zunächst kaum möglich, Schlaf zu finden. Schließlich gelang es mir doch, von 23 Uhr bis 3:15 Uhr zu schlafen. Um sechs Uhr stand ich dann auf und frühstückte. Dann ließ ich mich um sieben Uhr von meinem Vater mit dem Auto zum Mannheimer Hauptbahnhof fahren. Die Läuferkleidung hatte ich bereits angezogen. Der ICE in die Schweiz traf pünktlich ein, weshalb ich kurzfristig eine Fahrkarte kaufte und dann in den Zug einstieg, nachdem ich mich von meinem Vater verabschiedet hatte. Die Fahrt nach Karlsruhe dauerte 22 Minuten. Um acht Uhr kamen wir dort am Hauptbahnhof an. Mein mitgebrachtes Brot hatte ich während der Zugfahrt verzehrt. Ich suchte nun die Toilette auf und ging danach vor den Bahnhof zur Straßenbahnhaltestelle, wo schon einige andere Läufer warteten. Da es Sonntag war, waren nur wenige Staßenbahnen unterwegs und wir mussten relativ lange warten. Ich wollte nicht – wie im letzten Jahr – mit der Sporttasche in der Hand bis zur Europahalle laufen. Ich unterhielt mich mit einem anderen Sportler, der heute auch den kompletten Marathon absolvieren wollte. Als die richtige Straßenbahn dann eintraf, stiegen wir ein und kamen etwa 30 Minuten vor dem Start am Veranstaltungszentrum an.
Wir gingen zusammen zur Abholung der Startunterlagen, wo ich den Briefmumschlag mit der Startnummer bekam. Dann fragte ich meinen Kollegen, ob es nicht auch Trikots für die Leute gebe, welche den gesamten Marathon liefe. Er sagte mir daraufhin, dass diese Trikots nur noch in den Größen S und XXL zur Verfügung stände. Meine Standardgröße war M. Trotzdem wollte ich mir dieses Shirt nicht entgehen lassen und ließ es mir in Größe S aushändigen. Später sah ich, dass es in komplett blauer Farbe war und die Aufschrift lediglich aus dem Namen einer der Hauptsponsoren bestand. Es gab auf dem Trikot keinerlei Hinweis darauf, dass es zum Baden-Marathon gehörte.
Die Sporttasche konnte ich in der Halle ablegen. Dann waren es nur noch zehn Minuten bis zum Start. Ich suchte noch einmal die Toiletten auf und reihte mich dann vor dem Pacemaker für 3:29 Stunden im Starterfeld ein. Die Halbmarathonläufer hatten rote Startnummern, die Marathonläufer blaue.
Um Punkt neun Uhr ging es los. Da ich relativ weit vorne stand, war ich nach weniger als einer Minute über der Linie. Vor mir lief der Pacemaker für die 3:14-Marke, auf den Pacemaker für 3:29 Stunden schaffte ich es zunächst, einen Vorsprung herauszulaufen. Das Wetter war geradezu ideal. Es war stark bewölkt, aber es regnete nicht.
Als wir das Stadiongelände hinter uns hatten, bogen wir links ab und liefen nach Norden an den Straßenbahnschienen entlang. Das Feld war eng, aber die Straßen waren noch breit. An einer großen Kreuzung ging es nach rechts, so dass wir von nun an nach Osten liefen. Auffällig waren die zahlreichen Tänzergruppen, die in regelmäßigen Abständen an der Strecke waren. Zusätzlich war der gesamte Kurs von kleinen Brücken geprägt, die oft einen sehr steilen Anstieg hatten.
Als wir im Osten den Stadtteil Durlach hinter uns hatten, kamen wir in einen großen Wald, wo die Strecke erstmals ein bisschen enger wurde. Wir hatten nun zehn Kilometer hinter uns. Bis jetzt hatte ich meine Geschwindigkeit relativ hoch halten können, doch leider machte sich jetzt die Trainingseinheit vom Freitag bemerkbar. Meine Beine wurden schwer.
Nach einem kurzen Abschnitt durch ein Wohnviertel im Karlsruher Süden kamen wir an dem Bahnübergang vorbei, wo im letzten Jahr ein Güterzug den Durchgang blockiert hatte. Dann näherten wir uns auch schon wieder dem Ziel. Ich konnte jetzt ein Schild mit der Markierung des 41. Kilometers sehen, welches mir sagte, dass dieser Abschnitt sowohl zur ersten als auch zur zweiten Runde gehörte. Wir liefen an einem kleinen Fluss entlang, bevor sich dann die Strecken trennten. Die Halbmarathonis mussten nach rechts zum Stadion einbiegen, ich als Marathonläufer musste geradeaus. Nun sah ich hier einen Bereich, wo sich zahlreiche Sportler warmmachten. Neben den Marathonis waren nämlich auch noch die Staffelläufer hierhergekommen, wo sie von ihren Teammitgliedern abgelöst wurden.
Ich hatte für die erste Hälfte etwa 100 Minuten benötigt, damit wäre heute also eine neue persönliche Bestzeit möglich gewesen. Doch auf der zweiten Runde, welche optisch wesentlich attraktiver war als die erste, ließ ich mit der Geschwindigkeit deutlich nach.
Der Park, durch welchen ich jetzt kam, hatte rechts eine große Wiese und links sehr große Spielplätze. Dann kamen wir in ein Wohngebiet. Nach einiger Zeit ging es nach links auf eine sehr hohe Brücke, die uns über die Eisenbahnschienen führte. Dahinter liefen wir eine Schleife, sodass wir genau unter dieser Brücke hindur und dann in ein Industriegebiet kamen. Als wir dann wieder durch ein Wohngebiet kamen, sah ich, dass der Pacemaker für 3:29 Stunden inzwischen hinter mir aufgetaucht war.
Nach 30 Kilometer kamen wir am einem ehemaligen Flugplatz vorbei, wo eine Blaskapelle spielte. Diese Blaskapelle war für mich noch minutenlang hörbar. Hinter dem Flugplatz verteilte einer der Anwohner Laugengebäck. Ich hatte inzwischen bei jedem Verpflegungspunkt Bananenstücke zu mir genommen, da es sich immer mehr bemerkbar machte, dass ich heute morgen nur sehr dürfitg gefrühstückt hatte.
Nun wartete der Höhepunkt des Rennens auf mich. Es ging durch den Schlossgarten. Wir näherten uns dem Schloss von Süden, wo auch der Rückweg verlief. Hier war der zweite und letzte Staffelwechselpunkt und auch eine Tänzerinnengruppe. Kurz vor dem Schloss bogen wir links ab und nahmen einen Seiteneingang, der uns auf die andere Seite in den Garten brachte.  Hier drehten wir eine drei Kilometer lange Runde, an deren Ende mich der Pacemaker schließlich überholte. Ich hatte keine Kraft mehr, ihn einzuholen und eine neue Bestzeit konnte ich damit vergessen. Der Park selber verfügt offenbar auch über eine kleine Eisenbahn, da ich zumindest deren Schienen mehrfach überquert hatte.
Als ich das Schloss dann wieder in Richtung Süden verließ, waren es noch sechs Kilometer. Dieser Weg zog sich sehr lange hin, da es im Zickzack nach Süden bis zum Hauptbahnhof ging und dann zurück zum Stadion. Dabei erreichten wir den gleichen Stadtteil, den wir auf der letzten Runde schon einmal durchquert hatten. Diesmal bog ich danach rechts ein und kam zum Stadion. Bei einer Zeit von knapp über 3:33 Stunden kam ich ins Ziel. Es gab wieder verschiedenen Medaillen für Marathon und Halbmarathon. Meine war von silberner Farbe.
Ich nahm nun schnell den Ausgang und holte meine Tasche ab. Die Männerduschen befanden sich in zwei bereitgestellten LKWs. Nachdem ich mich wieder angezogen hatte, ging ich zur Straßenbahnhaltestelle, denn ich wollte nicht wie im letzten Jahr den relativ langen Weg zum Hauptbahnhof zu Fuß nehmen. Nach einer Wartezeit am Bahnhof bestieg ich den TGV, der in artemberaubender Geschwindigkeit nach Frankfurt fuhr. Dort stieg ich in einen Intercity nach Hannover ein, welcher leider exakt soviel Verspätung hatte, dass ich den Regionalexpress nach Bremen verpasste und eine Stunde lang in Hannover warten musste. Erst gegen 22 Uhr kam ich am Abend wieder zu Hause an.

Donnerstag, 18. September 2014

Halbmarathon Wolfsburg 2014-09-14

Am Wolfsburger Halbmarathon hatte ich bereits 2011 schon einmal teilgenommen. In den Folgejahren fiel diese Veranstaltung aber mit anderen Läufen auf einen Tag, welche für mich attraktiver waren. So kam es, dass ich erst nach drei Jahren wieder in die Autostadt kam. Für die Finisher des Halbmarathons gab es auch dieses Jahre keine Medaillen (für Marathonläufer schon), sondern nur ein Trikot. Ich hatte auf Sportveranstaltungen immer wieder Teilnehmer mit solchen Trikots gesehen und dabei beobachtet, dass das Design jedes Jahr exakt das gleiche war. Nur die aufgedruckte Jahreszahl war angepasst worden.
Nach etwa fünf Stunden Schlaf wurde ich gegen fünf Uhr morgens vom Klingeln des Weckers wach. Im Gegensatz zu 2011 wollte ich diesmal den Zug eine Stunde später nehmen, um nicht noch früher losfahren zu müssen. Ich frühstückte, packte meine Tasche und verließ dann das Haus. Um 6:30 Uhr nahm ich die Straßenbahn in die Innenstadt. Am Bahnhof Walle stieg ich aus und wartete auf die Nordwestbahn, welche um 6:51 Uhr über den Bremer Hauptbahnhof nach Verden abfuhr. Es handelte sich dabei um die erste Nordwestbahn am Sonntag in diese Richtung. Ich stieg erst in Verden wieder aus und wartete dort auf den Regionalexpress nach Hannover. Ich hatte mich vorher bereits darüber informiert, dass es heute keinen Lokführerstreik bei der Bahn geben sollte. Der Zug kam pünktlich an und ich stieg ein. Gegen 8:40 Uhr kamen wir in Hannover an, wo ich in den Regionalexpress nach Wolfsburg einstieg. Wiederum eine Stunde später erreichten wir die Autostadt.
Der Marathon sollte um zehn Uhr starten, der Halbmarathon um 10:30 Uhr. Die Startunterlagen konnte man sich angeblich bis zu vierzieg Minuten vor dem jeweiligen Start abholen. Umgezogen war ich bereits. Ich lief durch die Fußgängerzone und kam am Veranstaltungsgelände an. Jetzt war gerade der Start des Marathons. Ich konnte meinen Starterbeutel abholen und die Nummer an mein Trikot, das Amsterdam-Trikot vom letzten Jahr, anheften. Dann gab ich meine Tasche ab und joggte noch einmal zum Bahnhof zurück, um dort die Toilette aufzusuchen. Als ich wieder in der Innenstadt ankam, war gerade der Start der Fünf-Kilometerläufer. Dann musste auch ich mich im Feld einreihen. Um Punt halb elf Uhr ging es dann los.
Ich stand leider nicht so weit vorne, wie es meiner Zielzeit angemessen war. Dadurch musste ich anfangs immer wieder ausweichen, um zu überholen. Es ging auf der Stargeraden nach Süden, am großen Real-Einkaufshaus vorbei, bis unter einer Brücke nach rechts abgezweigt wurde. Es folgte eine Schleife durch die Hauptstraßen der Stadtmitte, bevor wir dann links in die Fußgängerzone kamen und nach Norden in Richtung Hauptbahnhof liefen. Nun musste ich die langsamsten der Fünf-Kilometerläufer überholen, welche aber bei der Hauptverkehrsstraße kurz vor den Schienen rechts abbogen und zurück zum Ziel liefen.
Wir Halbmarathonis liefen bis direkt vor die Bahngleisen und bogen dann rechts ab. Auf einer Brücke ging es dann über den Mittellandkanal, wo uns einige der langsameren Marathonläufer entgegenkamen. Auf der anderen Seite des Kanals ging es nach Westen bis in die Autostadt. Wir kamen dort durch die Haupthalle und musste teilweise über den durchsichtigen Boden laufen. Auf der anderen Seite drehten wir dann eine Runde durch die sehr ansehnliche Autostadt, von wo aus wir aufs Werksgelände von Volkswagen kamen, welches durch eines der östlichen Tore wieder verlassen wurde.
Der Verkehrskreisel, an welchem wir nun die erste Ausfahrt nahmen, war für Autos nicht gesperrt. Diese mussten allerdings warten. Insgesamt fiel mir auf, dass in der Wolfsburg bei einem beträchtlicher Teil der Strecke nur die Fußgängerwege für uns Läufer reserviert waren, während der Autoverkehr auf der Straße ganz normal weiterlief.
Wir bogen nun nach links ab und kamen unter der Hauptverkehrsbrücke hindurch, welche über den Mittallandkanal führt. Der Weg in der Unterführung war schlecht einsehbar und entgegenkommende Passanten machten das Durchlaufen sehr gefährlich. Auf der anderen Seite ging es nun durch die Volkswagen-Arena, zum einen Tor im Nordwesten hinein und zum anderen Tor im Nordosten wieder hinaus. Danach folgte der Abschnitt durch den Park beim Wolfsburger Schloss. Hier holte ich die langsamte Marathonläuferin ein, welche von einem Fahrrad begleitet wurde. Ab jetzt musste ich immer wieder Marathonläufer überholen.
Als wir einen kleinen Fluss überquerten, konnte ich am Geländer zahlreiche Vorhängeschlösser erkennen, ähnlich wie auf der Brücke über den Rhein in Köln. Dann ging es zum Allersee und von da aus wieder auf die Brücke zurück, auf welcher wir bereits den Hinweg absolviert hatten. Läufer kamen uns nun keine mehr entgegen.
Es folgte nun ein Abschnitt durch die Wohngebiete von Wolfsburg und eine komplette Runde durch das alte VfL-Stadion. Meine Kondition ließ langsam nach. Es war fraglich, ob ich noch eine Zeit von unter 90 Minuten erreichen würde. Ich sah nun sogar einen Teilnehmer im Trikot vom Deutschen-Weinstraßen-Marathon, welcher heute die 42,2 Kilometer absolvierte. Beim Überholen rief ich ihm zu, dass ich in diesem Jahr auch in Bockenheim gelaufen war.
Kurz vor Schluss kamen wir durch einen Park im Süden von Wolfsburg, in dem ich damals, als ich bei VW gearbeitet hatte, mal eine kleine Radtour gemacht hatte. Dann kamen wir zum Schillerteich, um den ich damals auch gejoggt war. Hinter dem Teich wurde wieder eine der Hauptverkehrsstraßen erreicht. Auf Höhe der Fußgängerzone bogen wir links auf die Start- und Zielgeraden ab. Ich als Halbmarathonläufer musste nun links einbiegen, die Marathonis dagegen musste nach rechts auf die zweite Runde. Der Kommentator nannte meinen Namen und nach knapp über 90 Minuten hatte ich die Linie überquert. Eine Medaille sollte es nur für Marathonläufer geben. Ich ließ mir das Finisher-Trikot geben, welches bis auf die Jahreszahl fast exakt der drei Jahre älteren Version glich.
Nachdem ich meine Tasche abgeholt hatte, suchte ich die Duschen auf. Ich hatte bei dem Teil der Strecke, welcher kurz nach dem Start durch die Fußgängerzone geführt hatte, ein Schild gesehen, welches den Weg zu den Duschen wies. Ich musste bis zum großen Einkaufszentrum in der Fußgängerzone gehen und dort links abbiegen. Schließlich kam ich an einem Schulgelände an, in dessen Turnhalle die Umkleiden bereit standen. Hier waren neben Läufern noch einige andere Sportler, die Krombacher tranken. Da ich mein Badetuch vergessen hatte, benutzte ich den Pullover, um mich abzutrocknen. Dann zog ich mich wieder an und ging zum Bahnhof. Um 13:14 Uhr nahm ich den Regionalexpress nach Hannover, wo ich dann in einen weiteren Regionalexpress nach Bremen umstieg. Als ich gegen 16:30 Uhr zu Hause ankam, legte ich mich für drei Stunden schlafen.

Sonntag, 7. September 2014

Halbmarathon Warendorf 2014-09-06

Wegen den Streiks bei der Deutschen Bahn war eine Anreise nach Warendorf leider nicht möglich.

Halbmarathon Lesmona 2014-08-31

Der hundertste Halbmarathon meines Lebens.
Der Lesmona-Lauf.
 Zwei Tage zuvor war ich beim Heruntergehen einer Treppe unglücklich aufgetreten und hatte mir dabei den rechten Fuß ein wenig verknackst, so dass ich am folgenden Tag nicht richtig laufen konnte. Am Sonntag ging es aber schon wieder einigermaßen und außerdem war die Bewegung des Laufens nicht von der Art, dass sie mir Schmerzen bereitet hätte.
Da ich am Samstag einen Nachmittagsschlaf vollzogen hatte, konnte ich am Abend nicht einschlafen. Insgesamt fand ich in der Nacht nur für zwei Stunden Schlaf. Ich stand um sieben Uhr auf un frühstückte. Dann zog ich mich um und nahm lediglich den Hausschlüssel, eine Fahrkarte, den Personalausweis und eine Packung Taschentücher mit. Bis jetzt war es noch trocken, aber es war Regen vorhergesagt worden. Außerdem war es relativ kühl, der Sommer sollte erst in der nächsten Woche zurückkommen.
Um 8:15 Uhr nahm ich den Bus nach Bremen-Nord, mit welchem ich zehn Minuten lang fuhr und dann an der entsprechenden Haltestelle ausstieg. Von hier aus waren es noch einmal zehn Minuten zu Fuß zum Grambker Sportsee. Auf dem Weg dorthin wurde ich immer wieder von Autos überholt, in denen Sportler saßen.
Am Veranstaltungsgelände konnte ich mir die Startnummer mit integriertem Zeitmesschip abholen. Die zehn Euro Startgebühr hatte ich in bar dabei. Ich trug die neuen Schuhe, mit welchen ich in Bremerhaven knapp über 1:35h gelaufen war. Heute wollte ich eine Zeit von 1:32 laufen. Beim Warmlaufen sah ich auch Janina, die heute angeblich nur zehn Kilometer laufen wollte. Der Zehn-Kilometerlauf sollte später starten, der Halbmarathon bereits um neun Uhr.
Der Kommentator gab nun durch, dass wegen der Deichbauarbeiten eine kleine Streckenänderung zu beachten war. Kurz vor dem eigentlichen Wendepunkt müsste man links abbiegen, wo sich dann der neue Wendepunkt befände. Die Strecke war heute nicht bestenlistenfähig.
Ich stellte mich ins Starterfeld und um Punkt neun Uhr ging es los. Gemessen wurde übrigens nur die Bruttozeit. Ich sah nun, dass Janina auch mitlief. Beim ersten Kilometer, an welchen wir die Lesum erreicht hatten, stand, wie im Vorjahr, ein Helfer, der uns die Bruttozeit mitteilte. Nun ging es nach Westen an der Südseite der Lesum entlang.
Nach etwa zehn Minuten begann es zu regnen, erst noch leicht, dann wurde es immer stärker. An den Versorgungsstellen gab es Wasser und andere Sachen zu trinken. Ich versuchte, mit relativ konstanter Geschwindigkeit zu laufen, was mir auch gelang. Immer wieder überholte ich einzelne Läufer. Schließlich kam ich auch an Janina vorbei.
Nach etwa fünf Kilometer war das Lesumer Sperrwerk erreicht, an welchem wir vorbeiliefen. Der Weg führte weiter an der Südseite der Lesum entlang. Inzwischen war ich so weit vorne, dass nicht mehr viele Sportler in meiner Nähe waren. Schließlich wurde der Deich verlassen und wir liefen auf der Straße weiter. Nach neun Kilometern kamen mir die beiden schnellsten Läufer entgegen, die den Wendepunkt schon hinter sich hatten und sich nun auf dem Rückweg befanden.
Als mir das nächste Pärchen entgegen kam, erkannte ich Gerrit, welcher auf Platz vier lag. Von nun an konnte ich die entegegnkommenden Leute zählen, um meine Position zu bestimmen. Kurz vor der Moorlosenkirche, wo in den vergangenen Jahren der Wendepunkt gewesen war, stand ein Streckenposten, der uns aufforderte, nach links abzubiegen. Der Weg hier war nun nicht mehr asphaltiert, aber glücklicherweise stand der nächste Streckenposten, welcher den Wendepunkt markierte, nicht weit weg. Ich befand mich auf Position 31, als ich mich auf den Rückweg machte. Den Typen direkt vor mir überholte ich relativ schnell. Nun war erst einmal nur ein weiterer Mann vor mir zu sehen, an den ich mich aber erst langsam herankämpfen musste.
Auf dem Rückweg sah ich nun das komplette Feld hinter mir. Frauen gab es vor mir keine. Inzwischen wurde der Regen immer stärker. Ich setzte teilweise die Brille ab, um besser sehen zu können. Mein Trikot klebte mir an der Brust. Noch bevor die Stelle erreicht war, wo es wieder auf den Deich hinaufging, überholte ich den Typen vor mir. Nun war ich auf Position 29. Eine Grupper weiterer Läufer befand sich weit vor mir. Da ich heute etwas schneller unterwegs war als letztes Wochenende, spürte ich am Ende wieder leichte Schmerzen an der Ferse, wo sich eine Blase bildete.
Schließlich kam ich wieder nach Burg, wo wir vom Deich abwichen und zum Sportpatk einbogen. Es war jetzt noch ein Kilometer bis zum Ziel. Ich hatte eine Gruppe von zwei Vorderleuten erreicht, die beide hart um Platz 27 kämpften. Leider kam ich nicht mehr an sie heran. Nach ziemlich genau 90 Minuten überschritt ich die Ziellienie. Ich löste nun meine Startnummer vom Trikot und gab sie wieder ab. Als ich mir etwas zu trinken nahm, sah ich Janina, die als zweite Frau das Ziel erreichte.
Ich wollte nun so schnell wie möglich nach Hause um zu duschen. Auf dem Fußweg zur Bushaltestelle traf ich nun auf Janina, die mir erzählte, dass sie kurzfristig auf den Halbmarathon umgestiegen war. Sie wolle in fünf Wochen beim Bremen-Marathon die 42 Kilometer absolvierten. Jetzt wollte sie in die Sporthalle zum Duschen gehen. Ich verabschiedete mich von ihr und kam wenige Minuten später an der Bushaltestelle an, wo ich nun leider zehn Minuten lang klitschnass auf den Bus warten musste. Als dieser endlich eintraf, stieg ich ein und war kurz darauf zu Hause, wo ich nun selber auch warm duschte.

Halbmarathon Bremerhaven 2014-08-24

Der neunundneunzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Bremerhaven-Marathon.
In Bremerhaven nahm ich dieses Jahr zum insgesamt dritten Mal Teil. 2010 hatte ich gerade mit dem Halbmarathonlaufen begonnen und es war damals ein ziemlich heißer Sommertag. 2011 hatte ich den Halbmarathon im Goldenstedter Moor und 2012 den Augsburger Halbmarathon vorgezogen. Als ich dann 2013 nach drei Jahren wieder in Bremerhaven antrat, hatte der Veranstalter bei der Angabe der Anzahl der Medaillen, die bestellt werden sollten, leider eine Null vergessen, so dass nur zehn Prozent der gwünschten Menge zur Verfügung stand. Somit bekamen nur ausgewählte Läufer eine Medaille. Später stellte ich fest, dass ich im Halbmarathon nicht nur Altersklassensieger gewesen war, sondern auch in der Gesamtwertung den sechsten Platz erreicht hatte. Diese Gesamtwertung orientierte sich an der Bruttozeit. Netto hätte ich sogar den vierten Platz erreicht. Möglicherweise wäre doch eine Medaille für mich vorhanden gewesen.
Andreas, ein Lauffreund von mir, hatte angekündigt, bei dieser Veranstaltung den ersten Marathon seines Lebens laufen zu wollen. Ich hielt dies für sehr gewagt, da man Ende August mit hohen Temperaturen zu rechnen hatte. Doch der Sommer war offenbar vor einigen Tagen zu Ende gegangen und das Wetter erschien nahezu ideal. Es sollten heute 16°C werden. Allerdings war ich konditionell nicht in bester Form und hatte noch den Nachteil, dass ich neue Laufschuhe einlaufen musste. Mit diesen Schuhen hatte ich anfangs große Probleme gehabt, da sich an der einen Ferse sehr schnell eine Blase bildete. Mit stetig wachsender Distanz, die ich im Training zurücklegte, verschwand dieses Problem aber. Ich war gespannt, ob ich heute einen Halbmarathon ohne Schmerzen an der Ferse absolvieren konnte.
An diesem Morgen stand ich um Viertel nach sieben Uhr auf und früchstückte. Eine Stunde später verließ ich das Haus und ging zur Haltestelle, um den Bus nach Bremen-Burg zu nehmen. Dort sollte eigentlich um 8:49 Uhr die Nordwestbahn nach Bremerhaven abfahren. Ich sah nun aber, dass wegen Bauarbeiten an diesem und dem nächsten Wochenende die Züge nicht zwischen Burg und Osterholz-Scharmbeck fuhren. Der Schienenersatzverkehr sollte zehn Minuten später eintreffen und uns bis nach Osterholz bringen, wo wir dann in die Nordwestbahn nach Bremen einsteigen konnten. Glücklicherweise sollte dieser Zug von dort aus kurz nach dem Eintreffen unseres Busses abfahren, sodass wir um Viertel nach zehn Uhr in Bremerhaven ankommen sollten. Ich hatte schon befürchtet, dort eine ganze Stunde später als geplant anzukommen, was möglicherweise meine Teilnahme an der Veranstaltung verhindert hätte.
Während der Busfahrt musste ich dann feststellen, dass ich meine Armbanduhr vergessen hatte. Zum Glück plante ich heute keine neue Bestzeit. In Osterholz-Scharmbeck stieg ich in die Nordwestbahn ein, welche gerade aus Bremerhaven angekommen war und nun dorthin zurückfahren sollte. Um 9:40 Uhr ging es los, um Viertel nach zehn Uhr kam ich in Bremerhaven an. Die vier Hauptläufe (Marathon, 30 Kilometer, Halbmarathon und zehn Kilometer) sollten alle zusammen um elf Uhr starten. Da die Innenstadt in Bremerhaven vom Bahnhof ein ganzes Stück entfernt ist, musste ich erst eine Strecke zu Fuß zurücklegen. Dann kam ich in der Fußgängezone an und konnte mir, genau wie im letzten Jahr, in einem Haus die Startnummer abholen. Der Zeitmesschip war diesmal von der Kategorie derer, die man nach dem Laufen wieder zurückgeben musste. Meine Startnummer war blau, diese Farbe stand für den Halbmarathon. Bei Marathonläufern sollte die Nummer weiß sein, bei Zehn-Kilometerläufern rot.
Ich ging nun zum Schulgelände in die Sporthalle, wo ich mich umziehen konnte. Ich zog mir meine relativ neuen Laufschuhe an und das Trikot vom Braunschweig-Halbmarathon 2010. Dann gab ich die Tasche in der Turnhalle ab und lief zur Startgeraden in der Fußgängerzone. Die Strecke war exakt dieselbe wie im Vorjahr.
Ich ging nun von hinten zum Starterfeld und arbeitete mich nach vorne. Dabei schaute ich mich um, ob ich vielleicht Andreas sehen würde. Um Punkt elf Uhr kam dann der Startschuss. Es ging nach Süden durch die Fußgängerzone. Ich musste dabei einige Mal überholen. Als ich die Brücke über die Geeste hinter mir hatte, sah ich Andreas, der ein beachtliches Tempo hinlegte, wenn man berücksichtigte, dass er heute ganze vier Runden absolvieren wollte. Ich begrüßte ihn und wir liefen von nun an zusammen.
An einer großen Kreuzung ging es nach links, nach Norden, und dann wieder nach rechts, durch ein Wohngebiet und unter den Bahngleisen hindurch. Wir waren nun am Bürgerpark, wo ein erster Versorgungspunkt war, an welchem ich mir einen Becher Wasser nahm. Andreas dagegen hielt seine Plastikflasche mit Apfelsaft während des gesamten Rennens in der Hand und ließ fast jede Versorgungsstelle aus.
Es folgte nun eine Runde durch den Bürgerpark. Am südöstlichen Ende dieser Runde trennten sich dann die Wege. Die Läufer des Zehn- sowie des 30-Kilometerlaufes mussten links abbiegen, die Marathonis und Halbmarathonis liefen geradeaus, um eine größerer Runde zu absolvieren. Die Helfer passten auf, dass jeder Teilnehmer den richtigen Weg einschlug. Unser Weg führte uns nun aus dem Park heraus ins freie Feld. Von hieraus konnten wir die Autobahn 27 nach Cuxhaven sehen und eine Brücke, welche über diese Straße führte. Dann ging es wieder nach Westen zurück, wo wir auf die Kurse der beiden anderen Läufe trafen.
Der Weg unter den Bahngleisen hindurch war der gleiche wie auf dem Hinweg. Als wir nun wieder die Brücke über die Geeste erreichten, sah ich einen Fotografen. Ich erkannte in ihm einen der Männer, die mit mir zusammen im Bus nach Osterholz gesessen hatten. Hinter der Brücke bogen wir rechts ab. Nun folgte die Runde durch den nördlichen Teil der Innenstadt. Als Hin- und Rückweg wieder aufeinandertrafen, konnte ich den Führenden des Marathons sehen, der ein beachtliches Tempo hinlegte.
Hinter einer weiteren Brücke über die Geeste war der Wendepunkt, wo Zehn- und 30-Kilometerläufer ein Stückchen weiter zu laufen hatten als wir. Nach einem Abschnitt durch eine Kleingartensiedlung mit sehr schönem Spielplatz kamen wir wieder auf die Start- und Zielgeraden. Wir hatten für die erste Hälfte der Strecke knapp über 47 Minuten benötigt. Bis jetzt machte mein Schuh keine Probleme. Jetzt, wo die Zehn-Kilometerläufer im Ziel waren, war das verbliebene Läuferfeld deutlich überschaubarer.
Jetzt ging es auf die zweite Runde. Während ich in der ersten Runde Mühe hatte, mit Andreas Schritt zu halten, war es nun umgekehrt. Trotzdem waren wir nicht viel langsamer. Wenn er dieses Tempo auch nur einigermaßen bis zum Schluss durchhalten würde, so konnte er heute schneller sein als ich bei meiner bisherigen Marathonbestzeit in Duisburg. Als wir unter der Eisenbahnbrücke hindurchliefen und dann nach rechts in den Brügerpark einbogen, konnte ich wieder den Führenden des Marathons sehen, der offenbar schneller war als der Führende des Halbmarathons.
Am Verzweigungspunkt im Bürgerpark standen dieses Mal keine Streckenposten, die uns den Weg wiesen. Wir mussten selber entscheiden, an welcher Stelle wir nicht abbiegen durften. Da wir nicht viel langsamer als in der ersten Runde waren, kam es nun auch vor, dass wir hin und wieder einen anderen Halbmarathonteilnehmer überholten. Der Himmel hatte sich inzwischen verdunkelt und ab und zu kamen ein paar Regentropfen von oben, im Großen und Ganzen blieb es aber trocken.
Ich spürte auch auf dem Rückweg keinerlei Schmerzen am Fuß. Andreas sagte mir, dass er jetzt keinen Sprint mehr einlegen könnte. Ich dagegen nahm mir vor, auf dem letzten Kilometer nochmal Gas zu geben.
Inzwischen hatte ich auch Janina bemerkt, die heute ebenfalls den Halbmarathon lief. Sie war nicht weit hinter uns und sagte mir, dass sie nächsten Sonntag auch in Lesmona laufen werde, allerdings nur zehn Kilometer.
Als wir die Geeste zweimal überquert hatten und uns wieder auf dem Weg in die Innenstadt befanden, verabschiedete ich mich von Andreas und rannt nun so schnell ich konnte. Im Zielbereich sah ich, dass meine Zeit etwas mehr als 1:35 Stunden betrug. Ein Helfer gab mir die Medaille und dann öffnete ich sofort die Schnürsenkel, um den Zeitmesschip loszumachen und zurückzugeben. Danach suchte ich eine der mobilen Toiletten auf und ging daraufhin zu den Umkleiden. Hier traf ich einen Läufer, den ich am Wochenende zuvor in Schortens kennengelernt hatte.
Die Medaille war relativ klein, allerdings war vermerkt, dass es sich um die zehnte Auflage dieser Veranstaltung handelte. Hier wurde also – im Gegensatz zu Cuxhaven – nicht jedes Jahr das gleiche Exemplar verteilt.
Ich duschte, zog mich an und machte mich dann auf den Weg zum Hauptbahnhof, denn ich hatte nur eine halbe Stunde Zeit, um den Regionalexpress nach Bremen zu erreichen. Nachdem ich nun wieder Andreas sah, welcher sich auf der dritten Runde befand (er war nun deutlich langsamer unterwegs) fing es kurzfristig sehr stark zu regnen an. Dann hatte ich auch schon den Hauptbahnhof erreicht. Der Regionalexpress nach Bremen hatte in bisschen Verspätung und kam dann in Bremen mit über zehn Minuten Verspätung an. Zum Glück startete hier gerade ein Schnellbus, der mich sofort nach Hause brachte.