Der zwanzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Metropolmarathon in Fürth.
Ich hatte in Erlangen in einer privaten Unterkunft genächtigt und ging am nächsten Morgen zur Bushaltestelle, von wo aus ich zum Hauptbahnhof in Erlangen fahren wollte. Als ich gegen Viertel nach Sieben Uhr auf den Bus wartete, stellte sich ein Mann im mittleren Alter zu mir, den ich an seinen Schuhen sofort als Läufer erkannte. Ich sprach ihn an und erfuhr, dass er heute den kompletten Marathon laufen wollte, welcher für ihn der erste seines Lebens sein sollte. Wir fuhren zusammen zum Bahnhof, wo ich mir ein belegtes Brötchen kaufte. In der S-Bahn nach Fürth aß ich zunächst erst dieses Brötchen und danach noch mein mitgebrachtes, konserviertes Salami-Brot.
Da mein Kollege sich seine Startunterlagen schon am Vortag abgeholt hatte, konnte er mir vom Fürther Hauptbahnhof aus den Weg zum Veranstaltungszentrum zeigen. Ich hätte ihn wohl aber auch alleine gefunden, denn er war nicht weit entfernt. Es war inzwischen 8:30 Uhr. Marathon als auch Halbmarathon sollten um 9:00 gemeinsam starten, wobei letztere Läufer den Gesamtkurs nur einmal zu absolvieren hatten.
Im Starterbeutel befand sich diesmal nicht nur der übliche Werbemüll, sondern eine ganze Reihe zu gebrauchender Gegenstände: Ein Stück Traubenzucker, eine Dose mit Bonbons, eine kleine Mineralwasserflasche von Bonaqa und einiges mehr. Meine mitgebrachte, große Wasserflasche gab ich nicht mit dem Beutel ab, da ich sie bis zum Start bei mir behalten wollte. Ich konnte nämlich an einer Temperaturanzeige sehen, dass es bereits vor dem Start 24°C waren. Am Himmel war keine Wolke, weshalb ich meine Sonnenbrille für das Rennen aufsetzte. Obenrum trug ich das grüne Trikot vom MiMa, untenrum erstmals eine kurze Hose. Ich sah jedoch, dass sich nur wenige Läufer an die Aufforderung gehalten hatten, sich in grün-weiß zu kleiden.
Zur Zeitmessung wurde ein Chip verwendet, der nachher wieder zurückgegeben werden musste.
Zusammen mit meinem Kollegen ging ich zur Startgeraden, auf der wir uns so weit wie möglich nach vorne drängelten. Der Kommentator legte mit uns eine Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen, ehemaligen Bürgermeister von Fürth ein. Dieser hatte einige Jahre vorher die Marathon-Veranstaltung ins Leben gerufen. Danach sprach er noch ein kurzes Gebet für die Läufer. Es war das erste Mal, dass ich an einer so christlich orientierten Sportveranstaltung teilnahm.
Um 9:00 Uhr kam der Startschuss. Mein Kollege verabschiedete sich von mir, denn wie ich sah, wollte er gleich beim Start davonziehen. Ich ließ es gemächlicher angehen. Wir liefen in östlicher Richtung an den Bahngleisen entlang in Richtung Nürnberg, nach einem Kilometer kam eine Kurve nach links und danach noch eine, welche uns durch einen Park entlang der Pegnitz führte. Nach der zweiten Versorgungsstelle in Ronhof wurde der nördlichste Streckenabschnitt erreicht. Auf Höhe von Fürth-Poppenreuth wurde die A73 zweimal überquert.
Verpflegungsstellen mit Wasser und anderen Getränken waren im Überfluss vorhanden, fast jeden Kilometer. Obwohl für den Kurs ganze Straßen gesperrt waren, zogen es die meisten Läufer vor, auf Bürgersteig zu laufen, da man hier im Schatten der Häuser vor den Sonnenstrahlen sicher war.
Vom Südstadtpark ging es durch Dambach nach Unterfürberg. Nach der Hälfte der Strecke wurden die Räumlichkeiten eines Cafés durchquert, an der die Zuschauer links und rechts uns kaum Platz zum Durchkommen ließen.
Viele Anwohner hatten auch Gartenschläuche bereitgestellt, um Vorbeilaufenden eine Abkühlung anzubieten.
Kurz vor Schluss ging es noch einen Kilometer die Rednitz entlang, bevor der Innenstadtbereich wieder erreicht wurde. Auf meine Zeit hatte ich nicht geachtet, da wegen der Temperaturen ein persönlicher Rekord ausgeschlossen war. Allerdings spürte ich, wie meine (inzwischen abgelaufenen) Schuhe mir einige Blasen an den Zehen verursachten. Der letzte Abschnitt führte durch das Freibad, in welchem auch ein Prediger mit einem Mikrofon laute Gebete für die Läufer sprach.
Im Ziel ließ ich mir die Medaille umhängen. Optisch unterschied sie sich von meinen bisherigen Erinnerungsstücken, denn die Vorderseite war mit einer Kunststoffplatte versehen, auf dem die Worte „Laufen anders erleben, Fürth 2011, Metropolmarathon“ auf hellblauem Hintergrund geschrieben waren. Die Rückseite bestand aus Metall, auf dem „Finisher Fürth“ eingraviert war.
Ich suchte nach den Shuttle-Bussen zu den Duschen. Dort musste ich einige Minuten warten, bevor genug Läufer versammelt waren, die den nächsten Kleinbus besteigen konnten. Obwohl die Fahrerin die Strecke zum ersten Mal zurücklegte, fand sie sich schnell zurecht. Wir benutzten die Duschen einer Sporthalle, wo zum Glück noch nicht so viel los war. Ich musste als nicht anstehen. Zurückgefahren wurde ich auch noch mit einem der Busse. So war ich schon vor Mittag wieder am Hauptbahnhof und konnte heimreisen.
Dienstag, 14. Juni 2011
Samstag, 4. Juni 2011
Halbmarathon Duisburg 2011-05-29
Der neunzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der zehnte Rhein-Ruhr-Marathon. Nachdem ich beim Mittelrheinmarathon in Koblenz das Ziel erreicht hatte, fühlte ich mich nicht gut. Duschen war nicht möglich, und so musste ich zwei Stunden verschwitzt mit dem Zug nach Duisburg fahren. Der Muskelkater an den Beinen war stärker als ich ihn mir vorgestellt hatte. Ferner fühlte ich eine gewisse Übelkeit und Kopfschmerzen. Ich hegte den Gedanken, dass es vielleicht doch keine so gute Idee gewesen war, mich für zwei Halbmarathons an einem Wochenende anzumelden. Ich konnte nur hoffen, dass es mir am nächsten Tag wieder besser gehen würde. Ich sehnte mich einfach nur nach einem Bett zum Schlafen. Da ich am nächsten Tag schon wieder um 7:15 Uhr am Bahnhof in Rheinhausen sein musste, sollte auch zum Schlafen wenig Zeit bleiben. Und das gebuchte Hotelzimmer musste auch erst einmal gefunden werden.
Über googlemaps hatte ich mich vorab über die Gegend informiert. Ich verließ den Bahnhof in Rheinhausen durch den Südausgang und bog links in die Straße ein. Nach der Beschreibung des Hotelchefs sollten es von hier aus nur 300 Meter sein. Nachdem ich einen Taxifahrer und einen Passanten gefragt hatte, fand ich schließlich die richtige Straße, beschritt sie aber erst in falscher Richtung. Als ich diesen Fehler bemerkte, kehrte ich um. Es war schon fast 23:30 Uhr und ich machte mir Sorgen, ob das Personal überhaupt noch wach sei. Als die Straße schon fast zu Ende war, fragte ich ein mir entgegenkommendes Ehepaar nach dem Hotel. Zufälligerweise handelte es sich bei diesen Leuten auch um Hotelgäste, welche mir mitteilten, dass der Chef mich bereits erwartete. Ich ging auf das Haus zu und klingelte mehrfach. Es brannte kein Licht mehr. Endlich öffnete der Chef doch und begrüßte mich. Ich fragte sofort, ob eine Möglichkeit zum Duschen bestehe und er zeigte mir zunächst mein Zimmer und dann das Badezimmer, welches allen Gästen zur Verfügung stand. Ich wurde jedoch gemahnt, beim Duschen so leise wie möglich zu sein um niemanden aufzuwecken. Nachdem ich bezahlt hatte, stieg ich für wenige Minuten unter die Dusche. Danach schlich ich auf mein Zimmer zurück und legte mich ins Bett, nachdem ich mein Handy so eingestellt hatte, dass es um 6:30 Uhr klingeln sollte.
Dafür, dass ich in einem fremden Bett lag, schlief ich überraschend gut, was wohl auch der Tatsache zu verdanken war, dass ich schon seit fünf Uhr morgens auf den Beinen war.
Um 6:30 stand ich auf und packte meine Sachen zusammen. Ich wollte den Zimmerschlüssel abgeben, fand den Chef aber nicht an. Über mein Handy rief ich beim Hotel an und er sagte mir, dass ich den Schlüssel einfach in den Briefkasten werfen sollte. Damit war dieses Thema abgehakt und ich ging zum Bahnhof Rheinhausen. Hier kam um 7:15 Uhr eine Regionalbahn, die mich über den Rhein (Rheinhausen liegt linksrheinisch, das Zentrum von Duisburg rechtsrheinisch) in fünf Minuten zur Haltestelle Duisburg-Hochfeld-Süd brachte.
Der Halbmarathon sollte um neun Uhr starten, ich hatte also noch genug Zeit, um zum Veranstaltungszentrum zu laufen. Ich überquerte eine große Brücke und lief neben den Bahngleisen in östliche Richtung durch ein Industriegebiet, an welchem Sonntags offenbar nicht viel los war. Dies kam mir entgegen, da ich auf Autolärm sehr sensibel reagiere. Nach einigen hundert Metern konnte ich sehen, wie Polizisten eine große Straße für den Marathon sperrten. In der Ferne war schon das Wedaustadion, welches das Veranstaltungszentrum bildete, sichtbar. Ich hielt darauf zu und erreichte es ein paar Minuten später. Rechts vom Stadion war eine große Halle, in der ich meine Startunterlagen bekam. Sie bestanden aus einem Beutel mit etlichen Werbeprospekten und der Startnummer. Die Zeitmessung geschah über den Champion-Chip. Weiter östlich vom Stadion war die Startgerade. Da ich die Umkleidekabinen nicht fand, stellte ich mich in eine Ecke neben die Arena und zog dort meine Kleidung an. Besonders achtete ich darauf, dass ich sämtliche Stellen meiner Füße, wo ich am Vortag Blasen davongetragen hatte, sorgfältig mit Pflastern abdeckte. Davon hatte ich genug Vorrat. Nun frühstückte ich auch den zweiten Sandwich, den ich mir von zu Hause mitgebracht hatte. Ich fühlte mich ein bisschen besser als gestern. Es war möglich, dass mir das Laufen gut tun könnte und ich nachher wieder gesunde sein würde.
Meine Tasche passte leider nicht in den Starterbeutel. Zum Glück konnte ich sehen, dass auch einige andere Teilnehmer nicht den Beutel, sondern ihre Sporttaschen abgaben. Dies tat ich genauso, die Tasche wurde mit meiner Startnummer markiert. Ich trug über dem Trikot vom gestrigen Halbmarathon noch ein langärmliges Hemd, da das Wetter heute ein bisschen schlechter war als gestern. Es war bewölkt und relativ kühl. Für den Fall, dass es regnen sollte, setzte ich noch meine Kappe auf, damit mir die Tropfen nicht ins Gesicht schlagen konnten. Dies hätte nämlich weitere Kopfschmerzen gefördert. Ich musste heute wegen meines Gesundheitszustands auch den Fall in Betracht ziehen, nicht rechtzeitig ins Ziel zu kommen und daher vom Besenwagen aufgenommen zu werden, welcher das Feld abschloss und die Läufer einsammelte, welche zu langsam waren. Dies könnte insofern unangenehm werden, da ich wegen meiner Zugbindung spätestens um 12:30 Uhr am Bahnhof Schlenk sein musste.
Mir fiel auf, dass man hier im Startbereich keine Stimme eines Kommentators vernehmen konnte. Dies war deshalb ärgerlich, weil sich der Start des Halbmarathons offenbar verzögerte. Erst gegen 9:15 Uhr ging es los.
Ich startete ganz hinten und gab mir keine Mühe, das Feld von dort aus aufzurollen. Meine Beine waren immer noch schwer vom Vortag. Ich lief neben einer Reihe von Sportlern, die bei jedem Kilometer kontrollierten, ob sie ihr Ziel, die Sieben-Minuten-Marke pro Kilometer, auch erreichten. Bei meinen sonstigen Läufen benötigte ich für einen Kilometer um die fünf Minuten.
Nachdem die Kruppstraße in Richtung Osten entlang abgelaufen war, mussten wir eine Linkskurve durch eine Unterführung unter die Bahngleise nehmen. Von nun an ging es nördlich durch den Stadtteil Neudorf. Nach drei Kilometern passierten wir den Hauptbahnhof. Ich merkte mir diese Stelle, da ich möglicherweise nach dem Rennen vom Zielbereich direkt hierhin laufen könnte.
Kurz vor einer großen Kreuzung mit Auotstraßen auf zwei Ebenen ich ließ die Sieben-Minuten-Sportler-Gruppe hinter mir. Die Schmerzen in den Beinen hatten sich ein wenig abgeschwächt. Ich konnte mich danach nur noch an einzelne Details der Strecke erinnern. An einer Stelle sah ich Arbeiter, die den Sonntag nutzen, um ein Straßenbahngleis zu erneuern. An einer anderen Stelle verteilten Anwohner Traubenzucker an die Sportler. Der Kurs führte nach Norden, bog aber dann nach links ab, bevor die Ruhr erreicht wurde. Bevor nun der Rhein erreicht wurde, bog der Kurs wiederum nach Süden ab. An diesen beiden Verzweigungen trennten und vereinigten sich die Strecken von Marathon und Halbmarathon. Die Marathonläufer bekamen also, gemäß dem Namen der Veranstaltung, sowohl Rhein als auch Ruhr zu sehen und zu überqueren, uns Halbmarathonis wurde dies verwehrt.
Nach Süden erstreckte sich der Kurs bis zum Stadtteil Großenbaum, über Buchholz ging es wieder zurück zum Veranstaltungszentrum. Ich war gespannt: Sollte der Zieleinlauf tatsächlich im Wedaustadion sein? Ich freute mich schon darauf, als ich die Teilnehmer vor mir dort einbiegen sah. Wir musste tatsächlich in das Stadion und dort eine komplette Runde laufen, ehe wir das Ziel erreichten. Die Schmerzen in meinen Beinen waren inzwischen wieder stärker geworden und ich war unendlich froh, es geschafft zu haben. Ich hatte das Hemd ausgezogen und hielt es in der linken Hand, in der rechten Hand dagegen meine Kappe, als ich die Linie überquerte.
Nun bekam ich die zweite Medaille an einem Wochenende. Auf ihr stand „Rhein-Ruhr-Halbmarathon“ eingraviert, woraus ich schließen konnte, dass es für die beiden Disziplinen verschiedene Medaillen gab. Desweiteren wurden einfach Plastikjacken an die Finisher verteilt. Diese hatten aus meiner Sicht einzig und allein den Sinn, uns an der Fortbewegung zu stören.
Ich hatte insgesamt fast zwei Stunden und 15 Minuten gebraucht, es war für mich der langsamste Halbmarathon jemals. Ich hatte noch eine Stunde Zeit, ehe ich in Duisburg-Schlenk die Bahn zum Hbf nehmen musste. Ich wollte vorher unbedingt duschen. Ich fragte mich durch und kam ins Stadion-Bad, wo ich nicht lange anstehen musste. Danach kam ich mit einem jungen Pärchen ins Gespräch. Der Mann war heute seinen ersten Halbmarathon gelaufen. Da die beiden auch zum Bahnhof Schlenk musste, um dort die S-Bahn nach Düsseldorf zu nehmen, gingen wir zusammen dorthin. Ich bekam daher rechtzeitig die Bahn zum Hauptbahnhof, kam aber wegen Verspätung des Intercitys Richtung Dortmund erst eine Stunde später zu Hause an als geplant. Dennoch war ich überglücklich, mein Ziel für das Wochenende erreicht zu haben.
Der zehnte Rhein-Ruhr-Marathon. Nachdem ich beim Mittelrheinmarathon in Koblenz das Ziel erreicht hatte, fühlte ich mich nicht gut. Duschen war nicht möglich, und so musste ich zwei Stunden verschwitzt mit dem Zug nach Duisburg fahren. Der Muskelkater an den Beinen war stärker als ich ihn mir vorgestellt hatte. Ferner fühlte ich eine gewisse Übelkeit und Kopfschmerzen. Ich hegte den Gedanken, dass es vielleicht doch keine so gute Idee gewesen war, mich für zwei Halbmarathons an einem Wochenende anzumelden. Ich konnte nur hoffen, dass es mir am nächsten Tag wieder besser gehen würde. Ich sehnte mich einfach nur nach einem Bett zum Schlafen. Da ich am nächsten Tag schon wieder um 7:15 Uhr am Bahnhof in Rheinhausen sein musste, sollte auch zum Schlafen wenig Zeit bleiben. Und das gebuchte Hotelzimmer musste auch erst einmal gefunden werden.
Über googlemaps hatte ich mich vorab über die Gegend informiert. Ich verließ den Bahnhof in Rheinhausen durch den Südausgang und bog links in die Straße ein. Nach der Beschreibung des Hotelchefs sollten es von hier aus nur 300 Meter sein. Nachdem ich einen Taxifahrer und einen Passanten gefragt hatte, fand ich schließlich die richtige Straße, beschritt sie aber erst in falscher Richtung. Als ich diesen Fehler bemerkte, kehrte ich um. Es war schon fast 23:30 Uhr und ich machte mir Sorgen, ob das Personal überhaupt noch wach sei. Als die Straße schon fast zu Ende war, fragte ich ein mir entgegenkommendes Ehepaar nach dem Hotel. Zufälligerweise handelte es sich bei diesen Leuten auch um Hotelgäste, welche mir mitteilten, dass der Chef mich bereits erwartete. Ich ging auf das Haus zu und klingelte mehrfach. Es brannte kein Licht mehr. Endlich öffnete der Chef doch und begrüßte mich. Ich fragte sofort, ob eine Möglichkeit zum Duschen bestehe und er zeigte mir zunächst mein Zimmer und dann das Badezimmer, welches allen Gästen zur Verfügung stand. Ich wurde jedoch gemahnt, beim Duschen so leise wie möglich zu sein um niemanden aufzuwecken. Nachdem ich bezahlt hatte, stieg ich für wenige Minuten unter die Dusche. Danach schlich ich auf mein Zimmer zurück und legte mich ins Bett, nachdem ich mein Handy so eingestellt hatte, dass es um 6:30 Uhr klingeln sollte.
Dafür, dass ich in einem fremden Bett lag, schlief ich überraschend gut, was wohl auch der Tatsache zu verdanken war, dass ich schon seit fünf Uhr morgens auf den Beinen war.
Um 6:30 stand ich auf und packte meine Sachen zusammen. Ich wollte den Zimmerschlüssel abgeben, fand den Chef aber nicht an. Über mein Handy rief ich beim Hotel an und er sagte mir, dass ich den Schlüssel einfach in den Briefkasten werfen sollte. Damit war dieses Thema abgehakt und ich ging zum Bahnhof Rheinhausen. Hier kam um 7:15 Uhr eine Regionalbahn, die mich über den Rhein (Rheinhausen liegt linksrheinisch, das Zentrum von Duisburg rechtsrheinisch) in fünf Minuten zur Haltestelle Duisburg-Hochfeld-Süd brachte.
Der Halbmarathon sollte um neun Uhr starten, ich hatte also noch genug Zeit, um zum Veranstaltungszentrum zu laufen. Ich überquerte eine große Brücke und lief neben den Bahngleisen in östliche Richtung durch ein Industriegebiet, an welchem Sonntags offenbar nicht viel los war. Dies kam mir entgegen, da ich auf Autolärm sehr sensibel reagiere. Nach einigen hundert Metern konnte ich sehen, wie Polizisten eine große Straße für den Marathon sperrten. In der Ferne war schon das Wedaustadion, welches das Veranstaltungszentrum bildete, sichtbar. Ich hielt darauf zu und erreichte es ein paar Minuten später. Rechts vom Stadion war eine große Halle, in der ich meine Startunterlagen bekam. Sie bestanden aus einem Beutel mit etlichen Werbeprospekten und der Startnummer. Die Zeitmessung geschah über den Champion-Chip. Weiter östlich vom Stadion war die Startgerade. Da ich die Umkleidekabinen nicht fand, stellte ich mich in eine Ecke neben die Arena und zog dort meine Kleidung an. Besonders achtete ich darauf, dass ich sämtliche Stellen meiner Füße, wo ich am Vortag Blasen davongetragen hatte, sorgfältig mit Pflastern abdeckte. Davon hatte ich genug Vorrat. Nun frühstückte ich auch den zweiten Sandwich, den ich mir von zu Hause mitgebracht hatte. Ich fühlte mich ein bisschen besser als gestern. Es war möglich, dass mir das Laufen gut tun könnte und ich nachher wieder gesunde sein würde.
Meine Tasche passte leider nicht in den Starterbeutel. Zum Glück konnte ich sehen, dass auch einige andere Teilnehmer nicht den Beutel, sondern ihre Sporttaschen abgaben. Dies tat ich genauso, die Tasche wurde mit meiner Startnummer markiert. Ich trug über dem Trikot vom gestrigen Halbmarathon noch ein langärmliges Hemd, da das Wetter heute ein bisschen schlechter war als gestern. Es war bewölkt und relativ kühl. Für den Fall, dass es regnen sollte, setzte ich noch meine Kappe auf, damit mir die Tropfen nicht ins Gesicht schlagen konnten. Dies hätte nämlich weitere Kopfschmerzen gefördert. Ich musste heute wegen meines Gesundheitszustands auch den Fall in Betracht ziehen, nicht rechtzeitig ins Ziel zu kommen und daher vom Besenwagen aufgenommen zu werden, welcher das Feld abschloss und die Läufer einsammelte, welche zu langsam waren. Dies könnte insofern unangenehm werden, da ich wegen meiner Zugbindung spätestens um 12:30 Uhr am Bahnhof Schlenk sein musste.
Mir fiel auf, dass man hier im Startbereich keine Stimme eines Kommentators vernehmen konnte. Dies war deshalb ärgerlich, weil sich der Start des Halbmarathons offenbar verzögerte. Erst gegen 9:15 Uhr ging es los.
Ich startete ganz hinten und gab mir keine Mühe, das Feld von dort aus aufzurollen. Meine Beine waren immer noch schwer vom Vortag. Ich lief neben einer Reihe von Sportlern, die bei jedem Kilometer kontrollierten, ob sie ihr Ziel, die Sieben-Minuten-Marke pro Kilometer, auch erreichten. Bei meinen sonstigen Läufen benötigte ich für einen Kilometer um die fünf Minuten.
Nachdem die Kruppstraße in Richtung Osten entlang abgelaufen war, mussten wir eine Linkskurve durch eine Unterführung unter die Bahngleise nehmen. Von nun an ging es nördlich durch den Stadtteil Neudorf. Nach drei Kilometern passierten wir den Hauptbahnhof. Ich merkte mir diese Stelle, da ich möglicherweise nach dem Rennen vom Zielbereich direkt hierhin laufen könnte.
Kurz vor einer großen Kreuzung mit Auotstraßen auf zwei Ebenen ich ließ die Sieben-Minuten-Sportler-Gruppe hinter mir. Die Schmerzen in den Beinen hatten sich ein wenig abgeschwächt. Ich konnte mich danach nur noch an einzelne Details der Strecke erinnern. An einer Stelle sah ich Arbeiter, die den Sonntag nutzen, um ein Straßenbahngleis zu erneuern. An einer anderen Stelle verteilten Anwohner Traubenzucker an die Sportler. Der Kurs führte nach Norden, bog aber dann nach links ab, bevor die Ruhr erreicht wurde. Bevor nun der Rhein erreicht wurde, bog der Kurs wiederum nach Süden ab. An diesen beiden Verzweigungen trennten und vereinigten sich die Strecken von Marathon und Halbmarathon. Die Marathonläufer bekamen also, gemäß dem Namen der Veranstaltung, sowohl Rhein als auch Ruhr zu sehen und zu überqueren, uns Halbmarathonis wurde dies verwehrt.
Nach Süden erstreckte sich der Kurs bis zum Stadtteil Großenbaum, über Buchholz ging es wieder zurück zum Veranstaltungszentrum. Ich war gespannt: Sollte der Zieleinlauf tatsächlich im Wedaustadion sein? Ich freute mich schon darauf, als ich die Teilnehmer vor mir dort einbiegen sah. Wir musste tatsächlich in das Stadion und dort eine komplette Runde laufen, ehe wir das Ziel erreichten. Die Schmerzen in meinen Beinen waren inzwischen wieder stärker geworden und ich war unendlich froh, es geschafft zu haben. Ich hatte das Hemd ausgezogen und hielt es in der linken Hand, in der rechten Hand dagegen meine Kappe, als ich die Linie überquerte.
Nun bekam ich die zweite Medaille an einem Wochenende. Auf ihr stand „Rhein-Ruhr-Halbmarathon“ eingraviert, woraus ich schließen konnte, dass es für die beiden Disziplinen verschiedene Medaillen gab. Desweiteren wurden einfach Plastikjacken an die Finisher verteilt. Diese hatten aus meiner Sicht einzig und allein den Sinn, uns an der Fortbewegung zu stören.
Ich hatte insgesamt fast zwei Stunden und 15 Minuten gebraucht, es war für mich der langsamste Halbmarathon jemals. Ich hatte noch eine Stunde Zeit, ehe ich in Duisburg-Schlenk die Bahn zum Hbf nehmen musste. Ich wollte vorher unbedingt duschen. Ich fragte mich durch und kam ins Stadion-Bad, wo ich nicht lange anstehen musste. Danach kam ich mit einem jungen Pärchen ins Gespräch. Der Mann war heute seinen ersten Halbmarathon gelaufen. Da die beiden auch zum Bahnhof Schlenk musste, um dort die S-Bahn nach Düsseldorf zu nehmen, gingen wir zusammen dorthin. Ich bekam daher rechtzeitig die Bahn zum Hauptbahnhof, kam aber wegen Verspätung des Intercitys Richtung Dortmund erst eine Stunde später zu Hause an als geplant. Dennoch war ich überglücklich, mein Ziel für das Wochenende erreicht zu haben.
Halbmarathon Mittelrhein 2011-05-28
Der achtzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der Mittelrheinmarathon (MIMO) ging in diesem Jahr in eine weitere Auflage. Ich hatte schon letztes Frühjahr damit begonnen, mich über diesen Wettbewerb zu informieren und war an einer Teilnahme sehr interessiert gewesen. Leider war ich im letzten Jahr zu spät auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, um noch rechtzeitig eine günstige Anreise buchen zu können. Für 2011 hatte ich dies aber nachgeholt. Ich kannte den Verlauf des Kurses, da ich die danebenliegende Bahnstrecke wiederholt abgefahren war. Die Strecke ist landschaftlich sehr attraktiv, um nicht zu sagen „traumhaft“. Von daher konnte ich diesen Tag kaum erwarten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Marathonveranstaltungen fand diese an einem Samstag, und zwar abends, statt. Ich hatte also die Möglichkeit, vormittags anzureisen und musste nicht sehr früh aufstehen. Komplizierter war die Heimfahrt: Nach 19 Uhr sollte vorerst kein Zug mehr von Koblenz nach Bremen fahren, ich hätte auf den nächsten bis nach Mitternacht warten müssen, hätte in diesem Zug wohl kein Auge zudrücken können und dann den ganzen Sonntag unter der Bettdecke verbracht. Durch einige Untersuchungen kam mir ein Gedanke: Die Intercitys am Samstagabend von Koblenz in Richtung Norden endeten alle im Ruhrgebiet. Dort fand am Sonntagmorgen, den 29.5.2011, der Duisburg-Marathon statt, welcher auch eine Disziplin über die halbe Distanz enthielt. Wenn ich mit dem Zug nur bis Duisburg fuhr und dort übernachtete, so wäre es möglich, an einem Wochenende zwei Medaillen zu holen. Im Internet fand ich ein günstiges Hotel im Duisburger Stadtteil Rheinhausen, in welchem ich eine Übernachtung buchte. Für den Duisburg-Halbmarathon meldete ich mich ebenfalls an. Ohne Verpflegung waren damit schon einmal etwa 135€ für dieses Wochenende ausgegeben.
Am Samstag, den 28.5., wurde ich schon vor fünf Uhr von zwitschernden Vögeln geweckt und konnte nicht mehr einschlafen. Daher stand ich auf, frühstückte und packte zwei Sandwiches als Proviant ein. Ich nahm die drei Monate zuvor gebuchten Fahrkarten und stellte meine Ausrüstung zusammen. Um viertel vor acht Uhr verließ ich das Haus.
Am Hauptbahnhof suchte ich das Subway-Restaurant auf, um mir für die folgende, vierstündige Zugfahrt ein zweites Frühstück zu kaufen. Wegen dem EHEC-Erreger waren in den Sandwiches leider keine Gurken, weshalb ich jedoch 10% Rabatt auf den Einkaufspreis bekam.
Um 8:45 Uhr stieg ich in den Intercity Richtung Frankfurt. Ich hatte Glück, da nicht viele Passagiere an Bord waren und ich daher einen Sitzplatz ergatterte. Während der nun folgenden Fahrt las ich eine interessante Broschüre durch.
Ohne Verspätung kam der Zug um Viertel vor Eins am Hauptbahnhof in Koblenz an. Da ich Einiges an Gepäck bei mir hatte, schaute ich mich in der Bahnhofshalle sofort nach Schließfächern um, denn ich hatte vor, einen Teil meiner Reiseutensilien hier am Bahnhof zurückzulassen und nur mit dem Nötigsten versehen nach Boppard zum Startbereich zu fahren. Als ich die Bahnhofshalle durch den Haupteingang verließ, sah ich auf dem Vorplatz eine versammelte Menschenmenge, die gegen Atomenergie demonstrierte. Ein paar Schilder zeigten mir den Weg zum Messegelände, wo ich die Startunterlagen abholen konnte. Ich musste dafür etwa zwei Kilometer in südliche Richtung laufen. Dabei kam ich auch an der Anzeige eines Temperaturmessgerätes vorbei: Es waren im Moment 21°C bei strahlendem Sonnenschein.
Das Messegelände befand sich in einer Sporthalle, welche ich vom Eingang aus bis zum Ende durchschreiten musste, um meine Startnummer zu erhalten. Dort bekam ich auch eine Fahrkarte für eine Sonderfahrt von Koblenz zum Startbereich nach Boppard. Ich konnte zwischen verschiedenen Zügen wählen und entschied mich für den, welcher um 16:15 in Koblenz losfahren sollte. So hatte ich noch ausreichend Zeit, hier etwas Warmes zu essen.
Nachdem ich diese beiden Stücke Papier erhalten hatte, wollte ich die Messehalle schon wieder verlassen, als ich sah, dass ein paar Tische weiter noch T-Shirts an die Teilnehmer ausgegeben wurden. Ich erhielt eines in meiner Größe. Das Trikot war von grüner Farbe und mit einigen Sponsoren bedruckt. Ferner erhielt ich den Starterbeutel, welchen ich dann in Boppard mit meiner Kleidung abzugeben hatte. Diesen hätte ich vergessen, wenn ich das Messergelände jetzt schon verlassen hätte. In dem Starterbeutel befand sich neben dem üblichen Schnick-Schnack ein Erdinger-Paket, welches aus einem großen Bierglas und einer Flasche Erdinger-Alkoholfrei bestand. Auf dem Bierglas war neben dem Erdinger-Logo noch die gesamte Strecke des MIMA 2011 aufgezeichnet.
Vom Messegelände aus nahm ich einen Bus zurück in die Innenstadt, was mich allerdings 2,50€ kostete. Am Hauptbahnhof war die Demo gerade beendet worden. An der Temperatur-Anzeige sah ich, dass es inzwischen 22°C warm war. Ich suchte ein griechisches Schnell-Restaurant auf, wo ich eine Jägerschnitzel verzehrte. Dieses Schnitzel war allerdings nicht von besonders guter Qualität, jedoch blieb mir nichts anderes übrig, als es zu essen, wenn ich später beim Laufen durchhalten wollte.
Danach ging ich zum Hauptbahnhof und sortierte mein Gepäck: Was ich nicht zum Laufen brauchte, steckte ich in meine Reisetasche, die ich im letzten noch freien Schließfach in der Bahnhofshalle unterbrachte. Den Rest verstaute ich im Starterbeutel und ging danach zum Bahngleis, von wo aus der Sonderzug nach Boppard fahren sollte. Dieser Zug war ausschließlich für die Marathon- und Halbmarathonläufer vorgesehen. Die Inline-Skater waren schon um 15:15 an den Start gegangen und der 10km-Lauf sollte um 17:20 in Rhens, also zwischen Boppard und Koblenz starten. Damit sollte unser Zug also ohne Zwischenhalt direkt nach Boppard fahren. Da ich zeitig am Gleis war und hier nicht viel los war, nutzte ich die Gelegenheit, um hier meine Sportkleidung anzuziehen. Danach füllte sich der Bahnsteig immer mehr. Offenbar hatten die meisten Sportler diesen letzten Zug ausgewählt, um zum Start zu gelangen.
Der Sonderzug, welcher dann einfuhr, bestand aus 10 doppelstöckigen Waggons. Ich ging bis ans Ende des Gleises, wo kein so großes Aufkommen an Menschen war und bekam daher einen Sitzplatz im letzten Waggon. Um mich herum saßen offenbar einige Holländer, die sich laut unterhielten. Auf der Fahrt nach Boppard konnte ich nun die Strecke sehen, die ich nachher laufen sollte.
Nach etwa 15 Minuten kamen wir am Bahnhof in Boppard an. Um die Station zu verlassen, gab es nur einen Ausgang, welcher eine Treppe hinab führte. Diese Treppe befand sich am anderen Ende des Bahnsteigs. Es dauerte wiederum eine Viertelstunde, bis die Menschenmasse dieses Nadelöhr durchquert hatte und ich als einer der letzten den Bahnhof verlassen konnte. Einige Leute, die offenbar keine Lust hatte, so lange zu warten, stiegen einfach über die Gleise. Mehrfach ertönte daher aus den Lautsprechern: „Bitte nicht die Gleise überschreiten! Lebensgefahr!“
Als einer der letzten passierte ich den Ausgang des Bahnhofs und lief dem Feld hinterher. Nach hundert Metern gelangten wir an das Ufer des Rheins, wo sich die Läufer jetzt, etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Start des Halbmarathons, versammelten. Man hatte von hier aus einen phantastischen Blick auf das Mittelrheintal, welches den Titel „Unesco-Weltkulturerbe“ trägt.
Ich trug zunächst meine Sonnenbrille und steckte die normale Brille in die Hosentasche meiner Trainingshose, um sie aufzuziehen, falls die Sonne hinter den westlichen Hügeln später verschwinden sollte. Dann stopfte ich mein gesamtes Gepäck in den Starterbeutel und gab ihn in einem der beiden LKWs ab. Diese beiden Fahrzeuge sollten sofort nach dem Startschuss nach Koblenz fahren, wo wir dann nach dem Ankunft im Ziel unsere Kleidung wieder zurückbekommen sollten.
Der Halbmarathon sollte um 17:35 Uhr starten, der Marathon kurz danach. Die Läufer des letzteren Wettbewerbs mussten zunächst nach Süden bis Hirzenach und anschließend wieder zurück nach Boppard und weiter nach Koblenz laufen. Für uns Halbmarathonis ging es direkt nach Koblenz am Rhein entlang.
Ich ging als einer der letzten Läufer an den Start. Von den Cafés in Boppard klatschten die Zuschauer und feuerten uns an. Hier war es noch sehr eng, da die Ortsdurchfahrt nur aus einer gewöhnlichen Straße bestand. Nach wenigen Minuten hatten wir die Stadt jedoch verlassen und nun stand dem Läuferfeld die gesamte B9 zur Verfügung, welche für Autos gesperrt war. Rechts von uns war noch ein Fahrradweg und daneben lag einige Meter tiefer der Rhein. Links war die Bahnlinie und dahinter erhoben sich Berge, hinter denen die Sonne später verschwinden sollte. Da zwischen den Läufern kaum Worte gewechselt wurden, war es jetzt unglaublich still, denn Zuschauer gab es hier auch keine. Ich fühlte mich fast ein bisschen einsam, obwohl überall um mich herum andere Sportler waren. Da der Rhein zwischen Boppard und Braubach eine S-förmige Krümmung machte, konnte ich zunächst das Spitzenfeld weit vor mir und später das Schlussfeld hinter mir sehen.
Ich musste heute meine Geschwindigkeit drosseln, sonst würde ich einen Tag später in Duisburg keinen zweiten Halbmarathon laufen können. Bei der zweiten Verpflegungsstation wollte ich bei einem isotonischen Getränk zugreifen und holte mir dabei einen elektrischen Schlag, als ich den nassen Holztisch berührte. Die Zuckung meiner Hand führte dazu, dass diese sich nun bis zur nächsten Verpflegungsstation sehr klebrig anfühlte, da sie einen Teil der Flüssigkeit abbekommen hatte.
Nach einigen Kilometern wurde das erste Dorf durchquert, ich glaube, es handelte sich um den Ort Spey. Dort gab es zur Abwechslung mal wieder ein paar Zuschauer. Wenig später mussten wir durch eine Unterführung laufen, um auf die andere Seite der Bahnlinie zu gelangen. Von nun an war es mit der schönen Aussicht vorbei: Der Rhein war von hier aus nicht mehr zu sehen, da die Bahnlinie und einige Bäume im Weg standen. Ich war fast schon ein bisschen enttäuscht.
Das zweite Dorf, durch welches wir durchliefen, müsste der Ort „Rhens“ gewesen sein, welcher die Hälfte der Halbmarathonstrecke und den Start des 10-km-Laufs markierte. Hier befanden sich auch einige Kommentatoren, die durch Lautsprecher unsere Namen riefen.
Da die Sonne inzwischen hinter den Bergen verschwunden war, setzte ich nun meine normale Brille auf. Ein gelbes Hinweisschild zeigte uns, dass es bis Koblenz noch neun Kilometer seien. Diese Angabe bezog sich allerdings auf die Entfernung zum Stadtzentrum, denn bereits wenige Minuten später wurde der erste Stadtteil, dessen Namen ich vergessen habe, erreicht.
Ich sehnte mich schon langsam nach dem Ziel. Da der jetzige Streckenabschnitt Teil aller drei Wettbewerbe (10km, Halb- und Marathon) war, gab es nun pro Kilometer drei Kilometerschilder, an denen ich mich orientieren konnte.
Zwei Kilometer vor dem Ziel befand sich das Messegelände, wo ich heute Mittag die Startunterlagen abgeholt hatte. Nun befand sich dort ein Verpflegungspunkt, an welchem ich mir einen Becher Cola gönnte. Da ich in gemächlichem Schritt weiterlief, nachdem ich diesen Becher entgegengenommen hatte, nutze ein Helfer diese Gelegenheit, um mir mit den Worten „Hier, noch einer, und dann werden das nochmal zwei ganz tolle Kilometer“ einen zweiten Becher desselben Getränks in die Hand zu drücken. Nachdem ich beide geleert hatte, lief ich weiter. Inzwischen spürte ich auch schon vereinzelte Blasen an den Füßen, was mich daran erinnerte, dass die 160€-Schuhe nach fast 600 Kilometern wohl bald wieder ausgetauscht werden müssten.
Der Zielbereich befand sich zwei Kilometer weiter und damit ein Stückchen nördlich des Hauptbahnhofs. Dies war gut zu wissen, da ich nachher ein bisschen Orientierungsprobleme beim Weg zum Bahnhof zurück hatte. Beim Einlaufen ins Ziel erhöhte ich meine Geschwindigkeit nicht mehr. Eine Frau hängte mir die Medaille um, auf welcher „Mittelrhein Marathon 2011“ zu lesen war. Das Datum war nicht eingraviert und eine Unterscheidung zwischen den Disziplinen fand hier auch nicht statt. Auf Getränke verzichtete ich komplett und stellte mich sofort in einer Schlange an, um meinen Starterbeutel und damit meine Kleidung zurückzubekommen. Ich spürte nun deutlich, dass ich mehr Muskelkater hatte, als ursprünglich gedacht.
Zusammen mit einem anderen Läufer, welcher heute noch nach Frankfurt zurück fahren wollte, suchte ich die Duschen auf. Wir musste uns dabei mehrmals durchfragen, ehe wir das entsprechende Schulgelände fanden. Enttäuscht musste ich feststellen, dass für alle Läufer nur ein einziger Duschraum zur Verfügung stand. Ich hätte lange anstehen müssen und unter Anbetracht der Tatsache, dass ich von hier aus den Weg zum Hauptbahnhof nicht kannte und diesen vielleicht auch länger suchen musste, entschied ich mich, nur am Waschbecken mein Gesicht abzuwaschen und in Sportbekleidung, vollkommen verschwitzt zum Bahnhof zu laufen, denn ich hatte Zugbindung und musste kurz nach 21:00 Uhr am Bahnhof sein. Es war inzwischen schon fast 20:00 Uhr. Ich fragte mich durch, um den Weg zum Hauptbahnhof zu finden. Gegen 20:30 kam ich dort an, holte mein Teilgepäck aus dem Schließfach und ging zum Gleis. Hier aß ich einen der beiden Sandwiches, die ich von zu Hause mitgebracht hatte. Der ICE nach Köln hatte zum Glück keine Verspätung, denn hier hatte ich nur wenige Minuten Umsteigezeit, um den ICE nach Duisburg zu erreichen. Leider hatte dieser aber so viel Verspätung, dass ich die Regionalbahn nach Rheinhausen nicht bekam und erst die nächste, zehn Minuten später nehmen konnte. So kam ich gegen 23:20 Uhr in Duisburg-Rheinhausen an, nachts in einer mir völlig fremden Gegend.
Der Mittelrheinmarathon (MIMO) ging in diesem Jahr in eine weitere Auflage. Ich hatte schon letztes Frühjahr damit begonnen, mich über diesen Wettbewerb zu informieren und war an einer Teilnahme sehr interessiert gewesen. Leider war ich im letzten Jahr zu spät auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, um noch rechtzeitig eine günstige Anreise buchen zu können. Für 2011 hatte ich dies aber nachgeholt. Ich kannte den Verlauf des Kurses, da ich die danebenliegende Bahnstrecke wiederholt abgefahren war. Die Strecke ist landschaftlich sehr attraktiv, um nicht zu sagen „traumhaft“. Von daher konnte ich diesen Tag kaum erwarten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Marathonveranstaltungen fand diese an einem Samstag, und zwar abends, statt. Ich hatte also die Möglichkeit, vormittags anzureisen und musste nicht sehr früh aufstehen. Komplizierter war die Heimfahrt: Nach 19 Uhr sollte vorerst kein Zug mehr von Koblenz nach Bremen fahren, ich hätte auf den nächsten bis nach Mitternacht warten müssen, hätte in diesem Zug wohl kein Auge zudrücken können und dann den ganzen Sonntag unter der Bettdecke verbracht. Durch einige Untersuchungen kam mir ein Gedanke: Die Intercitys am Samstagabend von Koblenz in Richtung Norden endeten alle im Ruhrgebiet. Dort fand am Sonntagmorgen, den 29.5.2011, der Duisburg-Marathon statt, welcher auch eine Disziplin über die halbe Distanz enthielt. Wenn ich mit dem Zug nur bis Duisburg fuhr und dort übernachtete, so wäre es möglich, an einem Wochenende zwei Medaillen zu holen. Im Internet fand ich ein günstiges Hotel im Duisburger Stadtteil Rheinhausen, in welchem ich eine Übernachtung buchte. Für den Duisburg-Halbmarathon meldete ich mich ebenfalls an. Ohne Verpflegung waren damit schon einmal etwa 135€ für dieses Wochenende ausgegeben.
Am Samstag, den 28.5., wurde ich schon vor fünf Uhr von zwitschernden Vögeln geweckt und konnte nicht mehr einschlafen. Daher stand ich auf, frühstückte und packte zwei Sandwiches als Proviant ein. Ich nahm die drei Monate zuvor gebuchten Fahrkarten und stellte meine Ausrüstung zusammen. Um viertel vor acht Uhr verließ ich das Haus.
Am Hauptbahnhof suchte ich das Subway-Restaurant auf, um mir für die folgende, vierstündige Zugfahrt ein zweites Frühstück zu kaufen. Wegen dem EHEC-Erreger waren in den Sandwiches leider keine Gurken, weshalb ich jedoch 10% Rabatt auf den Einkaufspreis bekam.
Um 8:45 Uhr stieg ich in den Intercity Richtung Frankfurt. Ich hatte Glück, da nicht viele Passagiere an Bord waren und ich daher einen Sitzplatz ergatterte. Während der nun folgenden Fahrt las ich eine interessante Broschüre durch.
Ohne Verspätung kam der Zug um Viertel vor Eins am Hauptbahnhof in Koblenz an. Da ich Einiges an Gepäck bei mir hatte, schaute ich mich in der Bahnhofshalle sofort nach Schließfächern um, denn ich hatte vor, einen Teil meiner Reiseutensilien hier am Bahnhof zurückzulassen und nur mit dem Nötigsten versehen nach Boppard zum Startbereich zu fahren. Als ich die Bahnhofshalle durch den Haupteingang verließ, sah ich auf dem Vorplatz eine versammelte Menschenmenge, die gegen Atomenergie demonstrierte. Ein paar Schilder zeigten mir den Weg zum Messegelände, wo ich die Startunterlagen abholen konnte. Ich musste dafür etwa zwei Kilometer in südliche Richtung laufen. Dabei kam ich auch an der Anzeige eines Temperaturmessgerätes vorbei: Es waren im Moment 21°C bei strahlendem Sonnenschein.
Das Messegelände befand sich in einer Sporthalle, welche ich vom Eingang aus bis zum Ende durchschreiten musste, um meine Startnummer zu erhalten. Dort bekam ich auch eine Fahrkarte für eine Sonderfahrt von Koblenz zum Startbereich nach Boppard. Ich konnte zwischen verschiedenen Zügen wählen und entschied mich für den, welcher um 16:15 in Koblenz losfahren sollte. So hatte ich noch ausreichend Zeit, hier etwas Warmes zu essen.
Nachdem ich diese beiden Stücke Papier erhalten hatte, wollte ich die Messehalle schon wieder verlassen, als ich sah, dass ein paar Tische weiter noch T-Shirts an die Teilnehmer ausgegeben wurden. Ich erhielt eines in meiner Größe. Das Trikot war von grüner Farbe und mit einigen Sponsoren bedruckt. Ferner erhielt ich den Starterbeutel, welchen ich dann in Boppard mit meiner Kleidung abzugeben hatte. Diesen hätte ich vergessen, wenn ich das Messergelände jetzt schon verlassen hätte. In dem Starterbeutel befand sich neben dem üblichen Schnick-Schnack ein Erdinger-Paket, welches aus einem großen Bierglas und einer Flasche Erdinger-Alkoholfrei bestand. Auf dem Bierglas war neben dem Erdinger-Logo noch die gesamte Strecke des MIMA 2011 aufgezeichnet.
Vom Messegelände aus nahm ich einen Bus zurück in die Innenstadt, was mich allerdings 2,50€ kostete. Am Hauptbahnhof war die Demo gerade beendet worden. An der Temperatur-Anzeige sah ich, dass es inzwischen 22°C warm war. Ich suchte ein griechisches Schnell-Restaurant auf, wo ich eine Jägerschnitzel verzehrte. Dieses Schnitzel war allerdings nicht von besonders guter Qualität, jedoch blieb mir nichts anderes übrig, als es zu essen, wenn ich später beim Laufen durchhalten wollte.
Danach ging ich zum Hauptbahnhof und sortierte mein Gepäck: Was ich nicht zum Laufen brauchte, steckte ich in meine Reisetasche, die ich im letzten noch freien Schließfach in der Bahnhofshalle unterbrachte. Den Rest verstaute ich im Starterbeutel und ging danach zum Bahngleis, von wo aus der Sonderzug nach Boppard fahren sollte. Dieser Zug war ausschließlich für die Marathon- und Halbmarathonläufer vorgesehen. Die Inline-Skater waren schon um 15:15 an den Start gegangen und der 10km-Lauf sollte um 17:20 in Rhens, also zwischen Boppard und Koblenz starten. Damit sollte unser Zug also ohne Zwischenhalt direkt nach Boppard fahren. Da ich zeitig am Gleis war und hier nicht viel los war, nutzte ich die Gelegenheit, um hier meine Sportkleidung anzuziehen. Danach füllte sich der Bahnsteig immer mehr. Offenbar hatten die meisten Sportler diesen letzten Zug ausgewählt, um zum Start zu gelangen.
Der Sonderzug, welcher dann einfuhr, bestand aus 10 doppelstöckigen Waggons. Ich ging bis ans Ende des Gleises, wo kein so großes Aufkommen an Menschen war und bekam daher einen Sitzplatz im letzten Waggon. Um mich herum saßen offenbar einige Holländer, die sich laut unterhielten. Auf der Fahrt nach Boppard konnte ich nun die Strecke sehen, die ich nachher laufen sollte.
Nach etwa 15 Minuten kamen wir am Bahnhof in Boppard an. Um die Station zu verlassen, gab es nur einen Ausgang, welcher eine Treppe hinab führte. Diese Treppe befand sich am anderen Ende des Bahnsteigs. Es dauerte wiederum eine Viertelstunde, bis die Menschenmasse dieses Nadelöhr durchquert hatte und ich als einer der letzten den Bahnhof verlassen konnte. Einige Leute, die offenbar keine Lust hatte, so lange zu warten, stiegen einfach über die Gleise. Mehrfach ertönte daher aus den Lautsprechern: „Bitte nicht die Gleise überschreiten! Lebensgefahr!“
Als einer der letzten passierte ich den Ausgang des Bahnhofs und lief dem Feld hinterher. Nach hundert Metern gelangten wir an das Ufer des Rheins, wo sich die Läufer jetzt, etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Start des Halbmarathons, versammelten. Man hatte von hier aus einen phantastischen Blick auf das Mittelrheintal, welches den Titel „Unesco-Weltkulturerbe“ trägt.
Ich trug zunächst meine Sonnenbrille und steckte die normale Brille in die Hosentasche meiner Trainingshose, um sie aufzuziehen, falls die Sonne hinter den westlichen Hügeln später verschwinden sollte. Dann stopfte ich mein gesamtes Gepäck in den Starterbeutel und gab ihn in einem der beiden LKWs ab. Diese beiden Fahrzeuge sollten sofort nach dem Startschuss nach Koblenz fahren, wo wir dann nach dem Ankunft im Ziel unsere Kleidung wieder zurückbekommen sollten.
Der Halbmarathon sollte um 17:35 Uhr starten, der Marathon kurz danach. Die Läufer des letzteren Wettbewerbs mussten zunächst nach Süden bis Hirzenach und anschließend wieder zurück nach Boppard und weiter nach Koblenz laufen. Für uns Halbmarathonis ging es direkt nach Koblenz am Rhein entlang.
Ich ging als einer der letzten Läufer an den Start. Von den Cafés in Boppard klatschten die Zuschauer und feuerten uns an. Hier war es noch sehr eng, da die Ortsdurchfahrt nur aus einer gewöhnlichen Straße bestand. Nach wenigen Minuten hatten wir die Stadt jedoch verlassen und nun stand dem Läuferfeld die gesamte B9 zur Verfügung, welche für Autos gesperrt war. Rechts von uns war noch ein Fahrradweg und daneben lag einige Meter tiefer der Rhein. Links war die Bahnlinie und dahinter erhoben sich Berge, hinter denen die Sonne später verschwinden sollte. Da zwischen den Läufern kaum Worte gewechselt wurden, war es jetzt unglaublich still, denn Zuschauer gab es hier auch keine. Ich fühlte mich fast ein bisschen einsam, obwohl überall um mich herum andere Sportler waren. Da der Rhein zwischen Boppard und Braubach eine S-förmige Krümmung machte, konnte ich zunächst das Spitzenfeld weit vor mir und später das Schlussfeld hinter mir sehen.
Ich musste heute meine Geschwindigkeit drosseln, sonst würde ich einen Tag später in Duisburg keinen zweiten Halbmarathon laufen können. Bei der zweiten Verpflegungsstation wollte ich bei einem isotonischen Getränk zugreifen und holte mir dabei einen elektrischen Schlag, als ich den nassen Holztisch berührte. Die Zuckung meiner Hand führte dazu, dass diese sich nun bis zur nächsten Verpflegungsstation sehr klebrig anfühlte, da sie einen Teil der Flüssigkeit abbekommen hatte.
Nach einigen Kilometern wurde das erste Dorf durchquert, ich glaube, es handelte sich um den Ort Spey. Dort gab es zur Abwechslung mal wieder ein paar Zuschauer. Wenig später mussten wir durch eine Unterführung laufen, um auf die andere Seite der Bahnlinie zu gelangen. Von nun an war es mit der schönen Aussicht vorbei: Der Rhein war von hier aus nicht mehr zu sehen, da die Bahnlinie und einige Bäume im Weg standen. Ich war fast schon ein bisschen enttäuscht.
Das zweite Dorf, durch welches wir durchliefen, müsste der Ort „Rhens“ gewesen sein, welcher die Hälfte der Halbmarathonstrecke und den Start des 10-km-Laufs markierte. Hier befanden sich auch einige Kommentatoren, die durch Lautsprecher unsere Namen riefen.
Da die Sonne inzwischen hinter den Bergen verschwunden war, setzte ich nun meine normale Brille auf. Ein gelbes Hinweisschild zeigte uns, dass es bis Koblenz noch neun Kilometer seien. Diese Angabe bezog sich allerdings auf die Entfernung zum Stadtzentrum, denn bereits wenige Minuten später wurde der erste Stadtteil, dessen Namen ich vergessen habe, erreicht.
Ich sehnte mich schon langsam nach dem Ziel. Da der jetzige Streckenabschnitt Teil aller drei Wettbewerbe (10km, Halb- und Marathon) war, gab es nun pro Kilometer drei Kilometerschilder, an denen ich mich orientieren konnte.
Zwei Kilometer vor dem Ziel befand sich das Messegelände, wo ich heute Mittag die Startunterlagen abgeholt hatte. Nun befand sich dort ein Verpflegungspunkt, an welchem ich mir einen Becher Cola gönnte. Da ich in gemächlichem Schritt weiterlief, nachdem ich diesen Becher entgegengenommen hatte, nutze ein Helfer diese Gelegenheit, um mir mit den Worten „Hier, noch einer, und dann werden das nochmal zwei ganz tolle Kilometer“ einen zweiten Becher desselben Getränks in die Hand zu drücken. Nachdem ich beide geleert hatte, lief ich weiter. Inzwischen spürte ich auch schon vereinzelte Blasen an den Füßen, was mich daran erinnerte, dass die 160€-Schuhe nach fast 600 Kilometern wohl bald wieder ausgetauscht werden müssten.
Der Zielbereich befand sich zwei Kilometer weiter und damit ein Stückchen nördlich des Hauptbahnhofs. Dies war gut zu wissen, da ich nachher ein bisschen Orientierungsprobleme beim Weg zum Bahnhof zurück hatte. Beim Einlaufen ins Ziel erhöhte ich meine Geschwindigkeit nicht mehr. Eine Frau hängte mir die Medaille um, auf welcher „Mittelrhein Marathon 2011“ zu lesen war. Das Datum war nicht eingraviert und eine Unterscheidung zwischen den Disziplinen fand hier auch nicht statt. Auf Getränke verzichtete ich komplett und stellte mich sofort in einer Schlange an, um meinen Starterbeutel und damit meine Kleidung zurückzubekommen. Ich spürte nun deutlich, dass ich mehr Muskelkater hatte, als ursprünglich gedacht.
Zusammen mit einem anderen Läufer, welcher heute noch nach Frankfurt zurück fahren wollte, suchte ich die Duschen auf. Wir musste uns dabei mehrmals durchfragen, ehe wir das entsprechende Schulgelände fanden. Enttäuscht musste ich feststellen, dass für alle Läufer nur ein einziger Duschraum zur Verfügung stand. Ich hätte lange anstehen müssen und unter Anbetracht der Tatsache, dass ich von hier aus den Weg zum Hauptbahnhof nicht kannte und diesen vielleicht auch länger suchen musste, entschied ich mich, nur am Waschbecken mein Gesicht abzuwaschen und in Sportbekleidung, vollkommen verschwitzt zum Bahnhof zu laufen, denn ich hatte Zugbindung und musste kurz nach 21:00 Uhr am Bahnhof sein. Es war inzwischen schon fast 20:00 Uhr. Ich fragte mich durch, um den Weg zum Hauptbahnhof zu finden. Gegen 20:30 kam ich dort an, holte mein Teilgepäck aus dem Schließfach und ging zum Gleis. Hier aß ich einen der beiden Sandwiches, die ich von zu Hause mitgebracht hatte. Der ICE nach Köln hatte zum Glück keine Verspätung, denn hier hatte ich nur wenige Minuten Umsteigezeit, um den ICE nach Duisburg zu erreichen. Leider hatte dieser aber so viel Verspätung, dass ich die Regionalbahn nach Rheinhausen nicht bekam und erst die nächste, zehn Minuten später nehmen konnte. So kam ich gegen 23:20 Uhr in Duisburg-Rheinhausen an, nachts in einer mir völlig fremden Gegend.
Abonnieren
Posts (Atom)