Dienstag, 25. Juni 2013
Halbmarathon Hamburg 2013-06-23
An dieser Veranstaltung, welche jedes Jahr Ende Juni oder Anfang Juli stattfand, nahm ich nun bereits zum vierten Mal in Folge teil. Beim ersten Mal, 2010, herrschten 30°C Hitze, in den beiden folgenden Jahren war es relativ kühl. Auch dieses Mal schien ich mit dem Wetter Glück zu haben, denn zum Wochenende sanken die Temperaturen wieder. Für Hamburg waren bis zu 18°C vorausgesagt worden.
Die Organisation war die gleiche wie immer: Da die Stargeraden nicht an dem Ort lag, wo man sich die Startunterlagen abholen konnte, fuhr ich bereits am Freitag nach Hamburg, um die Sachen in Empfang zu nehmen. Neben der Startnummer war auch der alljährliche Leih-Chip zur Zeitmessung dabei, welcher direkt nach dem Rennen wieder abgegeben werden musste. Sollte man dies vergessen und den Chip mit nach Hause nehmen, so würden einem Läufer 15€, einem Skater dagegen 90€ in Rechnung gestellt werden.
Die Strecke war exakt die gleiche wie in den Vorjahren und die Startzeiten auch. Ich wollte zum zweiten Mal in meinem Leben mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit laufen, welche einer Zeit von nur vier Minuten pro Kilometer entsprach. Dies war mir bis jetzt nur in Paderborn 2013 gelungen. Um wieder einmal so schnell laufen zu können, entschied ich mich, vollkommen oberkörperfrei anzutreten und die Startnummer an der Vorderseite meiner Hose zu befestigen.
Da ich am Samstagnachmittag einige Stunden geschlafen hatte, fiel mir das Einschlafen am Abend erwartungsgemäß schwer. Ich fand nur ungefähr drei Stunden Schlaf, bevor um sechs Uhr am Sonntagmorgen mein Wecker klingelte. Ich stand auf, frühstückte und packte meine Tasche. Um sieben Uhr nahm die Straßenbahn zum Bahnhof Walle, von wo aus ich mit der Nordwestbahn zum Bremer Hauptbahnhof fuhr.
Hier bestieg ich den Metronom in Richtung Hamburg. Andere Läufer sah ich in diesem Zug noch keine. Bevor wir Hamburg erreichten, aß ich mein mitgebrachtes Brot. Am Hauptbahnhof stieg ich aus und suchte zunächst die Toilette auf. Dann ging ich zu Fuß in die Stadt zur U-Bahn-Haltestelle Mönckebergstraße. Hier traf ich einige andere Läufer, mit denen ich zusammen in die U-Bahn nach St. Pauli einstieg.
Ich ließ mich nun aufklären über die Vergabe der Startnummern: Diese orientierte sich offenbar am Anmeldungszeitraum. Da meine Startnummer am Hamburger Halbmarathon über die Jahre vom vier- in den dreistelligen Bereich übergegangen war und heute nur knapp über 300 betrug, hatte ich zunächst vermutet, dass sie nach Zielzeiten vergeben wurde.
In St. Pauli angekommen, ging ich in den nahegelegenen Park und zog mich um. Ich entschied mich nun endgültig dafür, auf ein Trikot zu verzichten. Die Sonne schien gelegentlich, aber ab und zu kamen auch ein paar Tropfen von oben. Daher setzte ich meine Kappe auf den Kopf, welche mich sowohl vor Regen als auch vor Sonne schützen sollte. Dank meiner niedrigen Startnummer konnte ich meine Tasche bereits im ersten der positionierten LKWs abgeben. Die Fahrzeuge sollten die Taschen dann zum Ziel an der Rothenbaumchaussee fahren. Dann ging ich an der Startgeraden entlang nach vorne. Natürlich fiel es einigen Leuten auf, dass ich offenbar als einziger Läufer oberkörperfrei herumlief, aber niemand sagte etwas.
Auf dem Weg zu meinem Startplatz kam ich an den Pacemakern für 2:00h, für 1:45h und für 1:30h vorbei. Bevor ich mich einreihte, sah ich mir von der Zuschauerposition aus die Stargeraden an. Ganz vorne standen einige Afrikaner. Dann reihte ich mich noch vor dem 1:30h-Pacemaker ein.
Um 9:30 Uhr waren bereits die Inlineskater gestartet, pünktlich um zehn Uhr ging es dann auch für uns Läufer los. Ich wich zunächst ganz nach rechts aus, bis ich so viele Vorderleute überholt hatte, dass ich freie Fahrt hatte. Es ging nach Westen auf der Reeperbahn entlang, wo uns zahlreiche Zuschauer zujubelten. Meine Kappe saß fest auf dem Kopf und ich war mir sicher, dass ich sie nachher sofort in die Waschmaschine stecken müsste, da sie wahrscheinlich nach dem Rennen voller Schweiß sein würde.
Noch vor dem zweiten Kilometer kam die erste Versorgungsstelle. Gegen mein Wissen war diese bereits in der ersten Runde eröffnet. Ich verpasste es, mir einen Becher Wasser abzuholen. Stattdessen lief ich weiter geradeaus.
Nach zwei Kilometern war dann in Altona der Wendepunkt erreicht. Da ich im April den ganzen Marathon in Hamburg absolviert hatte, kam mir das Stück bis zur Wende wahnsinnig kurz vor. Als ich gedreht hatte und wieder in Richtung Veranstaltungszentrum zurücklief, spürte ich erstmals ein bisschen Rückenwind an den Beinen. Dann kam auch schon die Stelle an den Landungsbrücken, wo es in einer Rechts-Links-Kurve nach unten ging. Hier waren wieder zahlreiche Zuschauer.
Am Ende dieser ersten Runde bogen wir nach links ab. Hinter einer Brücke mit U-Bahn-Schienen war nun, nach viereinhalb Kilometern, für mich der erste Versorgungspunkt erreicht, wo ich einen Becher Wasser bekam. Dann bog ich wieder auf die Reeperbahn in die zweite Runde ein. Da ich im Feld weit vorne war und hier die Läuferdichte sehr gering war, hatte ich das Gefühl, die ganze Reeperbahn für mich alleine zu haben. Als ich dann die Versorgungsstelle aus der ersten Runde nun erneut erreichte, konnte ich die ganzen Plastikbecher am Boden sehen, die die Läufermasse hinterlassen hatte. Ich befand mich im Gleichschritt mit einer Gruppe von Männern und einer einzelnen Frau. Wir drehten in Altona erneut und traten nun wieder den Rückweg an. Als wir die abwärtsführende Rechts-Links-Kurve hinter uns hatten, mussten wir uns diesmal rechts einordnen, um nicht noch eine Runde durch St. Pauli zu drehen, sondern in Richtung Hauptbahnhof zu laufen. Bevor wir den Punkt erreichten, wo die beiden Kurse sich trennten, hatte ich tatsächlich das Schlussfeld erreicht, welches jetzt erst in die zweite Runde einbog. Zwei Polizei-Motorräder eskortierten einen alten Mann, der sich in etwas schnellerem Schritt fortbewegte. Davor begann schon das Feld der Läufermasse, dass ich nun überrundete.
Es folgte nun der Weg direkt an der Elbe, wo große Zuschauermassen standen. Bei Kilometer zehn schaute ich auf die Uhr. Ich hatte gerade einmal 40 Minuten und zehn Sekunden benötigt. Leider ließ ich nun ein bisschen in der Geschwindigkeit nach.
Etwa auf Höhe der Hafencity holte ich plötzlich einen dunkelhäutigen Mann ein. Ich fragte mich, ob dies ein gewöhnlicher Läufer oder jemand von der afrikanischen Elite sei. Als ich ihn überholte, sah ich mir seine Startnummer an. Sie war zweistellig. Ich war mir sicher, dass er als normaler Teilnehmer niemals eine zweistellige Startnummer erhalten hatte. Ich vermutete, dass er zur Elite gehörte und offenbar wegen gesundheitlichen Problemen heute nicht die Erwartungen erfüllen konnte. Zwar überholte er mich später wieder, doch zog ich einige Zeit danach erneut an ihm vorbei und kam auch vor ihm im Ziel an.
Am Hauptbahnhof durften wir wieder fast einen ganzen Kilometer lang durch den Tunnel laufen. Der Himmel war inzwischen etwas bewölkter als zu Beginn der Veranstaltung, es regnete aber nicht. Als wir den Tunnel hinter uns hatten, bogen wir an der Binnenalster rechts ab und unterquerten die Brücke mit den S-Bahn-Gleisen, welche den Hauptbahnhof mit dem Bahnhof Dammtor verbinden. Hinter der Unterführung ging es links, neben den Bahnschienen, auf die Kennedy-Brücke, an deren Ende der Wendepunkt war. So konnte ich nun das Läuferfeld vor mir sehen. Ich erblickte nur vereinzelte Läufer, darunter eine Frau. Am Wendepunkt drehte ich und kam dann an einer Stelle vorbei, wo ein Moderator die Zuschauer unterhielt. Er nannte auch meinen Namen, als ich vorbeilief und verwies darauf, dass es schon ziemlich warm geworden sei, da ich ja ohne Oberteil lief.
Als ich nun das Feld hinter mir sehen konnte, erblickte ich den Pacemaker für die 1:30h-Marke, gerade, als ich nach links abbog. Der Weg führte nun an der Außenalster entlang. Einige Zuschauer forderten mich hier auf, mich doch ganz auszuziehen. Während wir Halbmarathonis auf der Straße laufen durfte, kamen uns „normale“ Jogger auf dem Fußgängerweg im Park an der Alster entgegen.
Hier im Viertel der Reichen gab es weniger Zuschauer. Ich hatte mit meiner Geschwindigkeit inzwischen so nachgelassen, dass ich mir zum Ziel setzte, noch eine Zeit unter 1:26h zu erreichen. Dies wäre dann die bisher drittschnellste Zeit meiner Halbmarathonkarriere.
Wir liefen über einige Brücke, welche über die Nebenarme der Alster führte. Auf der letzten Brücke, zwischen Kilometer 19 und 20, erinnerte ich mich, wie ich im letzten Jahr die langsamste Inlineskaterin überholt hatte. Eine so langsame Teilnehmerin war dieses Mal offenbar nicht dabei.
Das Ziel konnte ich schon aus der Ferne sehen, obwohl es vorher einen kleinen Anstieg zu bewältigen galt. Es waren zwei aufblasbare Tore aufgestellt, wobei das hintere der beiden das Ziel markierte. Der Kommentator sprach von großartigen Zeiten unter 1:30h und nannte meinen Namen, als ich nach etwa 1:25:40h die Linie überquerte.
Im Zielbereich ging ich zunächst an den Wasserständen vorbei und ließ mir die Medaille umhängen. Da im Moment noch die Spitzengruppe eintraf, reichte ein einzelner Helfer aus, der die Auszeichnungen verteilte. Als ich dann die Getränkestände des Sponsors „hella“ erreicht hatte, nahm ich mir drei verschiedene Säfte. Dabei unterhielt ich mich mit einem Helfer, der mir erzählte, dass er schon einmal Läufe von 100 und sogar 160 Kilometern absolviert hatte.
Die Medaille hatte exakt das gleiche Design wie in den Vorjahren. Die Aufschrift war aber angepasst: „19. Hella hamburg halbmarathon, 23.06.2013“. Das Band war diesmal blau.
Ich ging nun weiter und erreichte den LKW, wo ich meine Tausche zurückbekam. Nun erfuhr ich, dass es neben den Duschen der Sport-Fakultät der Universität noch andere Duschräumlichkeiten gab, welche in einer anderen Sporthalle lagen. Ein Helfer zeigte mir den Weg. Ich duschte hier kalt und zog mich dann wieder an. Ich ging direkt zur unterirdischen U-Bahn-Haltestelle Hallerstraße und fuhr zehn Minuten lang zurück zum Hauptbahnhof, wo ich um 12:16 Uhr gerade noch den Metronom nach Bremen erreichte. Erst als ich gegen 14 Uhr wieder zu Hause ankam, bemerkte ich, dass ich vergessen hatte, den Leih-Chip im Zielbereich wieder zurückzugeben. Mal schauen, ob sich das noch regeln lässt. Ich kann ihn dem Veranstalter ja mit der Post zuschicken.
Montag, 17. Juni 2013
Halbmarathon Wilhelmshaven 2013-06-16
Der dreiundsiebzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der 8. Gorch-Fock-Marathon Wilhelmshaven.
Ich nahm nun schon zum vierten Mal an dieser Veranstaltung teil. Seit 2010 hatte ich jedes Mal den Halbmarathon absolviert, mit relativ ähnlichen Zeiten zwischen 1:39h und 1:44h. Im letzten Jahr hatte ich wegen meines Knieproblems die langsamste Zeit hingelegt.
Im Gegensatz zu den Vorjahren hatte sich dieses Mal an der Organisation etwas Wesentliches geändert: Marathon- und Halbmarathon sollten zusammen um 9:45 Uhr starten, eine Viertelstunde nach dem Start des Zehn-Kilometerlaufes. Bei den bisherigen Auflagen waren die Halbmarathonis immer als Letzte ins Rennen gegangen, und zwar um Punkt zehn Uhr. Nun konnte es für mich mit der Anfahrt ein bisschen knapp werden, denn die Nordwestbahn sollte erst um 9:24 Uhr in Wilhelmshaven eintreffen. Da ich aber den Weg zum Veranstaltungsgelände inzwischen kannte, nahm ich dieses Risiko in Kauf. Würde ich den Start verpassen, so konnte ich immer noch beim Halbmarathon in Wardenburg (bei Oldenburg) antreten, welcher erst am Mittag beginnen sollte und bei dem ich im letzten Jahr auch teilgenommen hatte. Auf jeden Fall würde ich heute eine Halbmarathondistanz absolvieren können.
Da ich am Samstagnachmittag mehrere Stunden geschlafen hatte, kam ich in der Nacht erst gegen zwei Uhr zur Ruhe. Drei Stunden später klingelte dann auch schon wieder mein Wecker. Ich stand auf, frühstückte und packte meine Tasche. Dann ging ich zur Straßenbahnhaltestelle. Um 6:30 Uhr startete die Linie 2 in die Innenstadt. Am Brill stieg ich in den Bus, welcher mich zur Hochschule brachte, von wo aus ich zu Fuß zum Bahnhof Neustadt ging. Hier wartete ich auf die Nordwestbahn in Richtung Oldenburg.
Um 20 Minuten nach sieben Uhr kam diese an. Ich stieg ein und fuhr eine halbe Stunde lang bis nach Oldenburg, wo ich weitere vierzig Minuten auf die Nordwestbahn nach Wilhelmshaven wartete. Im Gegensatz zum Vorjahr war die Schienenstrecke nun wieder befahrbar. Im Zug aß ich mein mitgebrachtes Brot und zog mich auch schon um, denn in Wilhelmshaven sollte ich nur 20 Minuten vor dem Startschuss ankommen. Obenrum trug ich das Trikot vom Küstenmarathon 2012 aus Otterndorf. Zum Glück hatte der Zug keine Verspätung. Weitere Läufer außer mir erblickte ich übrigens keine; sie waren alle schon am Veranstaltungsort.
Als ich in Wilhelmshaven vom Bahnhof zum Gorch-Fock-Haus lief, ertönte gerade der Startschuss des Zehn-Kilometer-Laufes. Die Sportler kamen mir nun alle entgegen. Ich versuchte an Hand dieser Menschenmasse herauszufinden, welche Farbe das diesjährige Trikot der Veranstaltung hatte, was mir allerdings nicht gelang, denn die Masse war zu bunt gekleidet.
Im Gorch-Fock-Haus schaute ich zunächst auf der Teilnehmerliste nach, welche Startnummer ich hatte. Dann konnte ich problemlos die Startnummer und das dazugehörige, weiße Trikot entgegennehmen. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es diesmal keinen Zeitmess-Chip, der an den Schnürsenkeln befestigt und nachher wieder zurückgegeben werden musste. Stattdessen befand sich der Einwegtransponder auf der Startnummer. Dies erweckte in mir die Hoffnung, dass nun vielleicht zum ersten Mal beim Wilhelmshavener Marathon auch die Netto-Zeit gemessen wurde. Später stellte ich fest, dass bereits im letzten Jahr die Nettozeit gemessen worden war und dies bei dieser Auflage genauso war.
Nun waren es noch zehn Minuten bis zum Start. Ich ließ meine Tasche mit meiner Startnummer versehen und gab sie im dafür vorgesehenen LKW ab. Dann ging ich zur Startgerade, die bereits zum Bersten voll war. Ich reihte mich so weit vorne wie möglich ein.
Ich muss erwähnen, dass in den Tagen nach dem Ludwigshafen-Halbmarathon mein Knie beim Trainieren wieder leicht geschmerzt hatte. Ich wusste daher nicht, ob ich heute durchgehend Vollgas geben konnte, oder ob ich irgendwann mit dem Tempo nachlassen musste.
Der Kommentator machte uns auf ein Problem aufmerksam, dass den Einheimischen in Wilhelmshaven wohlbekannt war: Egal wo man laufe, man habe immer Gegenwind. Dass dies zum Glück nicht ganz stimmte, davon konnte ich mich später überzeugen. Die Temperaturen waren akzeptabel. Allerdings schien die Sonne, zumindest jetzt, relativ stark, weshalb ich meine Spezialsonnenbrille trug.
Um Viertel vor zehn Uhr ging es dann los für Marathon- und Halbmarathonläufer. Obwohl ich relativ weit vorne im Feld stand, dauerte es einige Sekunden, bis ich an der Startlinie vorbeikam. Hier waren Geräte zum Scannen der Transponder angebracht. Ich hoffte, dass diese zur Messung der Nettozeit aufgebaut worden waren. Zunächst war es für mich nämlich schwierig, voranzukommen, da meine Vorderleute sehr im Weg standen und auffällig langsam waren. Ich schlängelte mich durch.
Der Kurs war genau der gleiche wie in den letzten drei Jahren, wobei der Marathon wie jedes Mal noch eine zweite, leicht abgeänderte Runde beinhaltete.
Nach der ersten Kurve, die nach rechts in die Fußgängerzone führte, konnte ich endlich meine Geschwindigkeit ausnutzen, denn ich war nun weit genug vorne und dem Stau hinter mir entgangen. Bei den Leuten vor mir achtete ich vor allem auf die Läuferinnen. Ich sah derer drei, von denen ich zwei auf der langen Geraden durch die Fußgängerzone und im darauf folgende Wohngebiet nach und nach überholte.
Am Ende der Geraden ging es in eine Linkskurve, welche uns auf die Brücke über die Eisenbahnschienen führte. Hier wartete ein Radfahrer, an dessen Frontseite die Beschriftung „Halbmarathon 1. Frau“ angebracht war. Da diese erste Frau sich gerade vor mir befand, ging für ihn nun die Tour los, als ich ihn erreichte. Beim Herunterlaufen der Brücke überholte ich nun diese Frau und ihren Fahrradfahrer. Ab sofort hatte ich also nur noch Männer vor mir.
Bis jetzt hatten wir durchgehend Gegenwind gehabt. Dies änderte sich auch vorerst nicht. Am Ende der jetzigen Geraden führte eine kleine Brücke über den Kanalhafen. Auf der anderen Seite war die erste Versorgungsstelle, wo ich einen Becher Wasser bekam.
Die Strecke wurde jetzt ein bisschen enger. Wir liefen durch ein Industriegebiet, welches um den Banter See führte. Dabei überholte ich eine Gruppe von vier Läufern. Insgesamt überholte ich nun während des gesamten Kurses und ließ keinen Wettbewerber mehr an mir vorbei.
Als wir die andere Seite des Sees erreicht hatten, trennte uns nur noch eine kleine, mit Wiese bewachsene Deichanlage vom Niedersächsischen Wattenmeer. Ein paar Schafe waren auf dieser Wiese eingezäunt. Es ging nun in Richtung Osten, später in Richtung Nordost und ich konnte nun erstmals ein bisschen den Rückenwind genießen.
Noch bevor wir auf den Deich kamen, erreichten wir die zweite Versorgungsstelle. Ich hatte fast auf der gesamten bisherigen Strecke die Sonnenbrille aufgesetzt gehabt, doch langsam zogen dunkle Wolken auf. Für den Rest des Wettkampfes hielt ich die Spezialbrille überwiegend in der Hand.
Dann erreichten wir die Stelle, an welcher wir den Deich hochstiegen. Auf Grund des Ruhepegels vermutete ich, dass gerade Ebbe war. Ich sah aber dann, wie der Zustand im Wattenmeer gerade von Ebbe auf Flut wechselte. Hier oben profitierte ich nun richtig vom Rückenwind. Ich überholte so lange andere Läufer, bis ich schon richtig alleine auf der Strecke war, das heißt, dass mein Vordermann einen durchaus beträchtlichen Vorsprung auf mich hatte. Einige Touristen saßen in aufgebauten Strandkörben und schauten uns zu. Auf den Spielplätzen tobten Kinder.
Am Ende dieser Strandpromenade begann der Bereich, in welchem die Kriegsschiffe der Bundeswehr vor Anker lagen. Da das Meer hier eine Einbuchtung hatte, musste ich einen Schlenker nach links machen. Hier befand sich auch der dritte Versorgungspunkt. Ich war nun erstmals in der Situation, dass ich meinen Vordermann nicht sehen konnte und musste doppelt aufpassen, wo die Streckenposten mich hinschickten. Nach dem Schlenker folgte nun der Abschnitt geradeaus an der Uferstraße neben den Kriegsschiffen.
Für den ersten Kilometer im Getümmel hatte ich viereinhalb Minuten benötigt, für die folgenden Kilometer jeweils vier Minuten und zehn Sekunden und seit wir am Wattenmeer waren und ich vom Rückenwind profitierte, waren es gerade einmal nur noch vier Minuten.
Wie jedes Jahr befand sich an der Nordspitze der Uferstraße der Wendepunkt. Ich kam nun auf die Idee, meine Position zu bestimmen, indem ich einfach zählte, wie viele Halbmarathonläufer mir bis zu diesem Wendepunkt entgegenkamen und schaute mir deshalb noch einmal meine Startnummer an: Sie war schwarz. Die Marathonläufer dagegen trugen rote Nummern. Nach einiger Zeit war es soweit: Ein Fahrradfahrer begleitete zwei Männer, die Führenden des Halbmarathons. Ein weiterer Radfahrer, der neben zwei anderen Läufern fuhr, war für den Marathon zuständig, dem diese Leute angehörten. Dann kam ein dritter Läufer, der eine schwarze Startnummer trug, und nach einiger Zeit ein weiterer. Als nächstes folgten ein Marathonläufer und dann noch eine Gruppe von drei Halbmarathonläufern, die auf mich einen Vorsprung von etwa einer halben Minute hatten, denn nun hatte ich den Wendepunkt erreicht und drehte um. Ich befand mich also auf Position acht.
Als ich dann umdrehte, spürte ich den Gegenwind. Meine Zeiten fielen nun wieder auf vier Minuten und 15 Sekunden pro Kilometer. Da ich jemand bin, der sich von den äußeren Umständen wie z.B. dem Wetter stark beeinflussen lässt, hegte ich Zweifel, ob ich jetzt noch den einen oder anderen Platz gutmachen könnte.
Zunächst sah ich nun das Feld hinter mir mit all denen, die ich überholt hatte, mir entgegenkommen, darunter auch die schnellste Frau mit Fahrradbegleitung, auf die ich schon einen deutlichen Vorsprung hatte. Als die Geraden von Hin- und Rückweg sich trennten, war die vierte Versorgungsstelle erreicht. Wie immer nahm ich mir wieder einen Becher Wasser. Der folgende Abschnitt war nun nicht mehr so einsichtig und es kam erneut vor, dass ich meine Vorderleute aus den Augen verlor. Als wir dann aber die Straße, welche am Großen Hafen, einem See, entlangführte, erreichten, hatte ich die drei Männer wieder im Blick. Die Straße war nur zu einem kleinen Teil für uns Läufer reserviert. Der Großteil war für den Autoverkehr freigegeben. Eine Gruppe von Motorradfahrern kam uns erst entgegen und überholte uns später wieder. Auf dieser Geraden überholte ich schließlich den hintersten meiner drei Vorderleute, welcher ein bisschen zurückgeblieben war. Nun befand ich mich auf Position 7!
Zwischen dem Großen Hafen und dem Banter See ging es nach Norden zurück in die Innenstadt. Nun hatte ich keinen Gegenwind mehr. Auf dem engen Landweg überholte ich nun meine beiden Vorderleute: Einen großen mit Halbglatze und einen kleinen mit langen Haaren. Ich war nun fünfter und wollte diesen Rang nicht mehr hergeben. Bis zum Ziel waren es nur noch zwei Kilometer. Unmittelbar nach diesem Überholvorgang erreichte ich den fünften Versorgungspunkt, wo ich mir wieder einen Becher Wasser nahm.
Nun wurde es aber noch einmal heikel, denn auf dem letzten Abschnitt ging es um einige Häuserecken die nicht leicht einzusehen waren. Da mein jetziger Vordermann, ein Marathonläufer, einigen Vorsprung hatte, musste ich erneut höllisch aufpassen, nicht die falsche Abzweigung zu nehmen.
Auf der Nordseite des Großen Hafens ging es in einer scharfen Kurve nach rechts. Zu meiner Linken war eine stillgelegte Eisenbahnschiene, auf der ein kleines Mädchen spielte. Dann folgte eine Linkskurve und an der nun zu überquerenden Straße wiesen mir zwei Bundeswehrsoldaten an, erneut links zu laufen.
Dann ging es nach rechts durch den Park, wo mir, wie in letzten Jahren, die Helfer Wasser anboten, ich aber ablehnte. Ein Kommentator sagte, dass es nun nur noch 800 Meter seien.
Hinter dem Park folgte eine Linkskurve, welche auf die Startgeraden führte. Ich hatte meinen Vordermann, den aktuell Drittplatzierten des Marathons, fast eingeholt, da trennten sich unsere Wege: Er lief geradeaus in die Fußgängerzone (2. Runde), ich wurde von den Streckenposten angewiesen, nach rechts auf die Start- und Zielgeraden abzubiegen.
Nun schaute ich auf die Uhr: Bis jetzt hatte ich eine Bruttozeit von 1:26h gebraucht. Mein Ziel war es nun, unter 1:27h zu laufen. Ich strengte mich noch einmal an. Leider erreichte ich die Ziellinie um einige Sekunden zu spät. Der Kommentator nannte meinen Namen. Er sprach von „einstelligen Plätzen beim Halbmarathon.“ Ich war offenbar nicht nur Fünfter in der Gesamtwertung, sondern auch Sieger bei den Männern, also der Sieger in meiner Altersklasse.
Kurz hinter der Ziellinie hängte mir eine Frau die Medaille um. Entsprechend den Farben des Trikots war die diesjährige Ausgabe überwiegend weiß, von der Struktur her aber ähnlich den Vorjahresversionen. Auf der Vorderseite war ein Aufkleber mit der Aufschrift „8. Gorch Fock Marathon Wilhelmshaven, Juni 2013“, auf der Rückseite war Werbung für ein Autohaus aufgeklebt.
Ich nahm mir nun einen Becher Limonade und holte dann sofort meine Tasche wieder ab. Es war nun 11:15 Uhr. Um 11:39 Uhr sollte die Nordwestbahn nach Oldenburg starten, von wo aus ich dann Anschluss mit dem Regionalexpress nach Bremen hatte. Sollte ich die jetzige Nordwestbahn verpassen, so würde ich erst zwei Stunden später in Bremen ankommen. Genug Zeit zum Duschen schien aber noch vorhanden zu sein. Daher begab ich mich sofort auf den Weg zu den Duschanlagen, die neben dem Hauptbahnhof waren.
Als ich dort angekommen war, befanden sich in den Umkleideräumen einige der Zehn-Kilometerläufer. Ein 15-jähriger sah meine schwarze Startnummer und fragte mich erstaunt, wie schnell ich denn gelaufen sei. Ich unterhielt mich kurz mit ihm und duschte dann. Danach zog ich mich wieder an und ging zum Bahnhof, wo ich gerade rechtzeitig die Nordwestbahn erreichte. Während der Fahrt las ich die in den Startunterlagen enthaltene Broschüre über die heutige Veranstaltung. Ich erfuhr, dass es Sachpreise für die jeweils ersten drei jeder Altersklasse gab. Naja, diesen Sachpreis müsste man mir dann wohl auf dem Postweg zuschicken.
Die Bahn hatte keine Verspätung, so dass ich in Oldenburg den Anschlusszug erreichte und schließlich vor 14 Uhr wieder zu Hause ankam. Ich spürte zwar mein linkes Knie, allerdings schmerzte es nicht. Trotzdem freue ich mich jetzt schon auf die Sommerpause im Juli, wo sich mein Knie dann komplett regenerieren sollte.
Der 8. Gorch-Fock-Marathon Wilhelmshaven.
Ich nahm nun schon zum vierten Mal an dieser Veranstaltung teil. Seit 2010 hatte ich jedes Mal den Halbmarathon absolviert, mit relativ ähnlichen Zeiten zwischen 1:39h und 1:44h. Im letzten Jahr hatte ich wegen meines Knieproblems die langsamste Zeit hingelegt.
Im Gegensatz zu den Vorjahren hatte sich dieses Mal an der Organisation etwas Wesentliches geändert: Marathon- und Halbmarathon sollten zusammen um 9:45 Uhr starten, eine Viertelstunde nach dem Start des Zehn-Kilometerlaufes. Bei den bisherigen Auflagen waren die Halbmarathonis immer als Letzte ins Rennen gegangen, und zwar um Punkt zehn Uhr. Nun konnte es für mich mit der Anfahrt ein bisschen knapp werden, denn die Nordwestbahn sollte erst um 9:24 Uhr in Wilhelmshaven eintreffen. Da ich aber den Weg zum Veranstaltungsgelände inzwischen kannte, nahm ich dieses Risiko in Kauf. Würde ich den Start verpassen, so konnte ich immer noch beim Halbmarathon in Wardenburg (bei Oldenburg) antreten, welcher erst am Mittag beginnen sollte und bei dem ich im letzten Jahr auch teilgenommen hatte. Auf jeden Fall würde ich heute eine Halbmarathondistanz absolvieren können.
Da ich am Samstagnachmittag mehrere Stunden geschlafen hatte, kam ich in der Nacht erst gegen zwei Uhr zur Ruhe. Drei Stunden später klingelte dann auch schon wieder mein Wecker. Ich stand auf, frühstückte und packte meine Tasche. Dann ging ich zur Straßenbahnhaltestelle. Um 6:30 Uhr startete die Linie 2 in die Innenstadt. Am Brill stieg ich in den Bus, welcher mich zur Hochschule brachte, von wo aus ich zu Fuß zum Bahnhof Neustadt ging. Hier wartete ich auf die Nordwestbahn in Richtung Oldenburg.
Um 20 Minuten nach sieben Uhr kam diese an. Ich stieg ein und fuhr eine halbe Stunde lang bis nach Oldenburg, wo ich weitere vierzig Minuten auf die Nordwestbahn nach Wilhelmshaven wartete. Im Gegensatz zum Vorjahr war die Schienenstrecke nun wieder befahrbar. Im Zug aß ich mein mitgebrachtes Brot und zog mich auch schon um, denn in Wilhelmshaven sollte ich nur 20 Minuten vor dem Startschuss ankommen. Obenrum trug ich das Trikot vom Küstenmarathon 2012 aus Otterndorf. Zum Glück hatte der Zug keine Verspätung. Weitere Läufer außer mir erblickte ich übrigens keine; sie waren alle schon am Veranstaltungsort.
Als ich in Wilhelmshaven vom Bahnhof zum Gorch-Fock-Haus lief, ertönte gerade der Startschuss des Zehn-Kilometer-Laufes. Die Sportler kamen mir nun alle entgegen. Ich versuchte an Hand dieser Menschenmasse herauszufinden, welche Farbe das diesjährige Trikot der Veranstaltung hatte, was mir allerdings nicht gelang, denn die Masse war zu bunt gekleidet.
Im Gorch-Fock-Haus schaute ich zunächst auf der Teilnehmerliste nach, welche Startnummer ich hatte. Dann konnte ich problemlos die Startnummer und das dazugehörige, weiße Trikot entgegennehmen. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es diesmal keinen Zeitmess-Chip, der an den Schnürsenkeln befestigt und nachher wieder zurückgegeben werden musste. Stattdessen befand sich der Einwegtransponder auf der Startnummer. Dies erweckte in mir die Hoffnung, dass nun vielleicht zum ersten Mal beim Wilhelmshavener Marathon auch die Netto-Zeit gemessen wurde. Später stellte ich fest, dass bereits im letzten Jahr die Nettozeit gemessen worden war und dies bei dieser Auflage genauso war.
Nun waren es noch zehn Minuten bis zum Start. Ich ließ meine Tasche mit meiner Startnummer versehen und gab sie im dafür vorgesehenen LKW ab. Dann ging ich zur Startgerade, die bereits zum Bersten voll war. Ich reihte mich so weit vorne wie möglich ein.
Ich muss erwähnen, dass in den Tagen nach dem Ludwigshafen-Halbmarathon mein Knie beim Trainieren wieder leicht geschmerzt hatte. Ich wusste daher nicht, ob ich heute durchgehend Vollgas geben konnte, oder ob ich irgendwann mit dem Tempo nachlassen musste.
Der Kommentator machte uns auf ein Problem aufmerksam, dass den Einheimischen in Wilhelmshaven wohlbekannt war: Egal wo man laufe, man habe immer Gegenwind. Dass dies zum Glück nicht ganz stimmte, davon konnte ich mich später überzeugen. Die Temperaturen waren akzeptabel. Allerdings schien die Sonne, zumindest jetzt, relativ stark, weshalb ich meine Spezialsonnenbrille trug.
Um Viertel vor zehn Uhr ging es dann los für Marathon- und Halbmarathonläufer. Obwohl ich relativ weit vorne im Feld stand, dauerte es einige Sekunden, bis ich an der Startlinie vorbeikam. Hier waren Geräte zum Scannen der Transponder angebracht. Ich hoffte, dass diese zur Messung der Nettozeit aufgebaut worden waren. Zunächst war es für mich nämlich schwierig, voranzukommen, da meine Vorderleute sehr im Weg standen und auffällig langsam waren. Ich schlängelte mich durch.
Der Kurs war genau der gleiche wie in den letzten drei Jahren, wobei der Marathon wie jedes Mal noch eine zweite, leicht abgeänderte Runde beinhaltete.
Nach der ersten Kurve, die nach rechts in die Fußgängerzone führte, konnte ich endlich meine Geschwindigkeit ausnutzen, denn ich war nun weit genug vorne und dem Stau hinter mir entgangen. Bei den Leuten vor mir achtete ich vor allem auf die Läuferinnen. Ich sah derer drei, von denen ich zwei auf der langen Geraden durch die Fußgängerzone und im darauf folgende Wohngebiet nach und nach überholte.
Am Ende der Geraden ging es in eine Linkskurve, welche uns auf die Brücke über die Eisenbahnschienen führte. Hier wartete ein Radfahrer, an dessen Frontseite die Beschriftung „Halbmarathon 1. Frau“ angebracht war. Da diese erste Frau sich gerade vor mir befand, ging für ihn nun die Tour los, als ich ihn erreichte. Beim Herunterlaufen der Brücke überholte ich nun diese Frau und ihren Fahrradfahrer. Ab sofort hatte ich also nur noch Männer vor mir.
Bis jetzt hatten wir durchgehend Gegenwind gehabt. Dies änderte sich auch vorerst nicht. Am Ende der jetzigen Geraden führte eine kleine Brücke über den Kanalhafen. Auf der anderen Seite war die erste Versorgungsstelle, wo ich einen Becher Wasser bekam.
Die Strecke wurde jetzt ein bisschen enger. Wir liefen durch ein Industriegebiet, welches um den Banter See führte. Dabei überholte ich eine Gruppe von vier Läufern. Insgesamt überholte ich nun während des gesamten Kurses und ließ keinen Wettbewerber mehr an mir vorbei.
Als wir die andere Seite des Sees erreicht hatten, trennte uns nur noch eine kleine, mit Wiese bewachsene Deichanlage vom Niedersächsischen Wattenmeer. Ein paar Schafe waren auf dieser Wiese eingezäunt. Es ging nun in Richtung Osten, später in Richtung Nordost und ich konnte nun erstmals ein bisschen den Rückenwind genießen.
Noch bevor wir auf den Deich kamen, erreichten wir die zweite Versorgungsstelle. Ich hatte fast auf der gesamten bisherigen Strecke die Sonnenbrille aufgesetzt gehabt, doch langsam zogen dunkle Wolken auf. Für den Rest des Wettkampfes hielt ich die Spezialbrille überwiegend in der Hand.
Dann erreichten wir die Stelle, an welcher wir den Deich hochstiegen. Auf Grund des Ruhepegels vermutete ich, dass gerade Ebbe war. Ich sah aber dann, wie der Zustand im Wattenmeer gerade von Ebbe auf Flut wechselte. Hier oben profitierte ich nun richtig vom Rückenwind. Ich überholte so lange andere Läufer, bis ich schon richtig alleine auf der Strecke war, das heißt, dass mein Vordermann einen durchaus beträchtlichen Vorsprung auf mich hatte. Einige Touristen saßen in aufgebauten Strandkörben und schauten uns zu. Auf den Spielplätzen tobten Kinder.
Am Ende dieser Strandpromenade begann der Bereich, in welchem die Kriegsschiffe der Bundeswehr vor Anker lagen. Da das Meer hier eine Einbuchtung hatte, musste ich einen Schlenker nach links machen. Hier befand sich auch der dritte Versorgungspunkt. Ich war nun erstmals in der Situation, dass ich meinen Vordermann nicht sehen konnte und musste doppelt aufpassen, wo die Streckenposten mich hinschickten. Nach dem Schlenker folgte nun der Abschnitt geradeaus an der Uferstraße neben den Kriegsschiffen.
Für den ersten Kilometer im Getümmel hatte ich viereinhalb Minuten benötigt, für die folgenden Kilometer jeweils vier Minuten und zehn Sekunden und seit wir am Wattenmeer waren und ich vom Rückenwind profitierte, waren es gerade einmal nur noch vier Minuten.
Wie jedes Jahr befand sich an der Nordspitze der Uferstraße der Wendepunkt. Ich kam nun auf die Idee, meine Position zu bestimmen, indem ich einfach zählte, wie viele Halbmarathonläufer mir bis zu diesem Wendepunkt entgegenkamen und schaute mir deshalb noch einmal meine Startnummer an: Sie war schwarz. Die Marathonläufer dagegen trugen rote Nummern. Nach einiger Zeit war es soweit: Ein Fahrradfahrer begleitete zwei Männer, die Führenden des Halbmarathons. Ein weiterer Radfahrer, der neben zwei anderen Läufern fuhr, war für den Marathon zuständig, dem diese Leute angehörten. Dann kam ein dritter Läufer, der eine schwarze Startnummer trug, und nach einiger Zeit ein weiterer. Als nächstes folgten ein Marathonläufer und dann noch eine Gruppe von drei Halbmarathonläufern, die auf mich einen Vorsprung von etwa einer halben Minute hatten, denn nun hatte ich den Wendepunkt erreicht und drehte um. Ich befand mich also auf Position acht.
Als ich dann umdrehte, spürte ich den Gegenwind. Meine Zeiten fielen nun wieder auf vier Minuten und 15 Sekunden pro Kilometer. Da ich jemand bin, der sich von den äußeren Umständen wie z.B. dem Wetter stark beeinflussen lässt, hegte ich Zweifel, ob ich jetzt noch den einen oder anderen Platz gutmachen könnte.
Zunächst sah ich nun das Feld hinter mir mit all denen, die ich überholt hatte, mir entgegenkommen, darunter auch die schnellste Frau mit Fahrradbegleitung, auf die ich schon einen deutlichen Vorsprung hatte. Als die Geraden von Hin- und Rückweg sich trennten, war die vierte Versorgungsstelle erreicht. Wie immer nahm ich mir wieder einen Becher Wasser. Der folgende Abschnitt war nun nicht mehr so einsichtig und es kam erneut vor, dass ich meine Vorderleute aus den Augen verlor. Als wir dann aber die Straße, welche am Großen Hafen, einem See, entlangführte, erreichten, hatte ich die drei Männer wieder im Blick. Die Straße war nur zu einem kleinen Teil für uns Läufer reserviert. Der Großteil war für den Autoverkehr freigegeben. Eine Gruppe von Motorradfahrern kam uns erst entgegen und überholte uns später wieder. Auf dieser Geraden überholte ich schließlich den hintersten meiner drei Vorderleute, welcher ein bisschen zurückgeblieben war. Nun befand ich mich auf Position 7!
Zwischen dem Großen Hafen und dem Banter See ging es nach Norden zurück in die Innenstadt. Nun hatte ich keinen Gegenwind mehr. Auf dem engen Landweg überholte ich nun meine beiden Vorderleute: Einen großen mit Halbglatze und einen kleinen mit langen Haaren. Ich war nun fünfter und wollte diesen Rang nicht mehr hergeben. Bis zum Ziel waren es nur noch zwei Kilometer. Unmittelbar nach diesem Überholvorgang erreichte ich den fünften Versorgungspunkt, wo ich mir wieder einen Becher Wasser nahm.
Nun wurde es aber noch einmal heikel, denn auf dem letzten Abschnitt ging es um einige Häuserecken die nicht leicht einzusehen waren. Da mein jetziger Vordermann, ein Marathonläufer, einigen Vorsprung hatte, musste ich erneut höllisch aufpassen, nicht die falsche Abzweigung zu nehmen.
Auf der Nordseite des Großen Hafens ging es in einer scharfen Kurve nach rechts. Zu meiner Linken war eine stillgelegte Eisenbahnschiene, auf der ein kleines Mädchen spielte. Dann folgte eine Linkskurve und an der nun zu überquerenden Straße wiesen mir zwei Bundeswehrsoldaten an, erneut links zu laufen.
Dann ging es nach rechts durch den Park, wo mir, wie in letzten Jahren, die Helfer Wasser anboten, ich aber ablehnte. Ein Kommentator sagte, dass es nun nur noch 800 Meter seien.
Hinter dem Park folgte eine Linkskurve, welche auf die Startgeraden führte. Ich hatte meinen Vordermann, den aktuell Drittplatzierten des Marathons, fast eingeholt, da trennten sich unsere Wege: Er lief geradeaus in die Fußgängerzone (2. Runde), ich wurde von den Streckenposten angewiesen, nach rechts auf die Start- und Zielgeraden abzubiegen.
Nun schaute ich auf die Uhr: Bis jetzt hatte ich eine Bruttozeit von 1:26h gebraucht. Mein Ziel war es nun, unter 1:27h zu laufen. Ich strengte mich noch einmal an. Leider erreichte ich die Ziellinie um einige Sekunden zu spät. Der Kommentator nannte meinen Namen. Er sprach von „einstelligen Plätzen beim Halbmarathon.“ Ich war offenbar nicht nur Fünfter in der Gesamtwertung, sondern auch Sieger bei den Männern, also der Sieger in meiner Altersklasse.
Kurz hinter der Ziellinie hängte mir eine Frau die Medaille um. Entsprechend den Farben des Trikots war die diesjährige Ausgabe überwiegend weiß, von der Struktur her aber ähnlich den Vorjahresversionen. Auf der Vorderseite war ein Aufkleber mit der Aufschrift „8. Gorch Fock Marathon Wilhelmshaven, Juni 2013“, auf der Rückseite war Werbung für ein Autohaus aufgeklebt.
Ich nahm mir nun einen Becher Limonade und holte dann sofort meine Tasche wieder ab. Es war nun 11:15 Uhr. Um 11:39 Uhr sollte die Nordwestbahn nach Oldenburg starten, von wo aus ich dann Anschluss mit dem Regionalexpress nach Bremen hatte. Sollte ich die jetzige Nordwestbahn verpassen, so würde ich erst zwei Stunden später in Bremen ankommen. Genug Zeit zum Duschen schien aber noch vorhanden zu sein. Daher begab ich mich sofort auf den Weg zu den Duschanlagen, die neben dem Hauptbahnhof waren.
Als ich dort angekommen war, befanden sich in den Umkleideräumen einige der Zehn-Kilometerläufer. Ein 15-jähriger sah meine schwarze Startnummer und fragte mich erstaunt, wie schnell ich denn gelaufen sei. Ich unterhielt mich kurz mit ihm und duschte dann. Danach zog ich mich wieder an und ging zum Bahnhof, wo ich gerade rechtzeitig die Nordwestbahn erreichte. Während der Fahrt las ich die in den Startunterlagen enthaltene Broschüre über die heutige Veranstaltung. Ich erfuhr, dass es Sachpreise für die jeweils ersten drei jeder Altersklasse gab. Naja, diesen Sachpreis müsste man mir dann wohl auf dem Postweg zuschicken.
Die Bahn hatte keine Verspätung, so dass ich in Oldenburg den Anschlusszug erreichte und schließlich vor 14 Uhr wieder zu Hause ankam. Ich spürte zwar mein linkes Knie, allerdings schmerzte es nicht. Trotzdem freue ich mich jetzt schon auf die Sommerpause im Juli, wo sich mein Knie dann komplett regenerieren sollte.
Dienstag, 11. Juni 2013
Halbmarathon Ludwigshafen 2013-06-08
Der zweiundsiebzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der 10. MLP-Marathon Mannheim/Ludwigshafen.
Im letzten Jahr, damals Mitte Mai, hatte ich an dieser Samstagabend-Veranstaltung den kompletten Marathon absolviert, welcher durch Mannheim und Ludwigshafen führte. Erst später hatte ich verstanden dass es neben diesem Marathon, einem Staffellauf sowie dem Halbmarathon durch Mannheim noch einen zusätzlichen Halbmarathon durch Ludwigshafen gab. Dieser startete zwei Stunden nach dem Marathon und dem halben durch Mannheim. Die Läufer sollte dann auf die Marathonstrecke durch Ludwigshafen zu den Marathonis „geschleust“ werden, so dass diese nicht so allein auf der Strecke waren. Als ich mir im Internet die Ergebnisse anschaute, fiel mir auf, dass das Teilnehmerfeld beim Halbmarathon durch Mannheim wesentlich größer war. Die Sieger waren ausschließlich Läufer vom afrikanischen Kontinent. In Ludwigshafen war dies anders: Hier liefen statt einiger tausend nur ein paar hundert Leute mit. Und die Endzeiten der Sieger waren auch nicht besonders eliteverdächtig. Mit meiner schnellsten bisherigen Zeit hätte ich letztes Jahr den dritten Platz erreicht.
Zusätzlich war 2012 ein junger Mann mitgelaufen, dessen Bruder ich kannte. Dieser junge Mann hatte außer dem Ludwigshafener Halbmarathon zwar keinen weiteren Halbmarathon im Jahr 2012 absolviert, war aber hier relativ schnell gewesen, nur knapp unter 1:33h. Schon daher entschied ich mich, dieses Jahr in Ludwigshafen den halben zu absolvieren und mich mit diesem Typen (Konkurrenten) zu messen. Zwei weitere Bekannte von mir hatten sich ebenfalls angemeldet und ich freute mich darauf, die beiden zu sehen.
Leider standen die Vorzeichen nicht gut. Ausgerechnet am Wochenende zuvor hatte ich in Potsdam Knieprobleme bekommen. Leidglich das Training ab Freitagabend, in welchem ich acht Kilometer schmerzfrei absolvierte, machte mir ein bisschen Hoffnung. Dieses Training hatte ich auf 21 Uhr gelegt, dem Zeitpunkt, zu dem auch der Halbmarathon in Ludwigshafen starten sollte. Sorgen machten mir auch die Temperaturen: Hatte ich im Vorjahr noch Glück, dass genau am Veranstaltungstag die Temperaturen wieder gefallen waren, so sollten sie dieses Mal am Samstag ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. Tagsüber sollten es 27°C werden. Da blieb nur die Hoffnung, dass es bis abends wieder ein bisschen abkühlen würde. Gewitter wurden zwar auch vorhergesagt, blieben jedoch während der gesamten Nacht aus.
An diesem Samstag stieg ich gegen halb neun Uhr auf und packte während dem Frühstück meine Tasche. Um kurz nach zehn Uhr nahm die Straßenbahn zum Bremer Hauptbahnhof. Dort traf dann um Viertel vor elf Uhr der Ersatz-Intercity ein, welcher mich bis nach Dortmund brachte. Während es hier noch ziemlich eng zuging, hatte ich ab Dortmund im regulären ICE ein ganzes Abteil für mich alleine.
Mit zwanzig Minuten Verspätung kam ich in Mainz an, wo ich den Regionalexpress nach Frankenthal bestieg. Als ich dort von meinen Eltern abgeholt wurde, konnte ich am Bahnhof bereits eine erste Läuferin sehen, die auf den Zug nach Mannheim wartete, wo sie wahrscheinlich um 19 Uhr beim Marathon oder beim Halbmarathon durch Mannheim starten wollte.
Meine Eltern hatten die Startunterlagen für mich abgeholt. Wir gingen zusammen Essen und dann waren es noch zwei Stunden bis zum Start. Das jetzt zu mir zugenommene Essen musste mich also noch einige Zeit lang satt halten.
Um 19:30 brachte mich mein Vater mit dem Auto ins Zentrum von Mannheim, welches wir über die Konrad-Adenauer-Brücke erreichten. Die andere, die Kurt-Schumacher-Brücke, war ja wegen des Laufes gesperrt. Vom Zentrum aus ging ich mit dem Starterbeutel in der Hand zum Veranstaltungszentrum, dem Rosengarten. Umgezogen war ich bereits: Ich trug das giftgrüne Trikot vom Potsdamer Schlösserlauf. Auf eine Sonnenbrille verzichtete ich, da es ja bald dämmern würde.
Ich gab meinen Beutel im Keller des großen Gebäudes ab und dann ging ich zur Straßenbahnhaltestelle „Nationaltheater“. Auf dem Weg dorthin konnte ich die schnellsten Halbmarathonläufer (Mannheim) sehen, welche auf die Zielgeraden einbogen. Es waren lauter Afrikaner.
An den Farben der Startnummern konnte ich erkennen, um was für einen Läufer es sich jeweils handelte. Die Halbmarathonis von Ludwigshafen hatten hellblaue Startnummern. Ich sprach einen an, mit dem ich dann zusammen in die Straßenbahn nach Ludwigshafen einstieg. Er kam aus Stuttgart und hatte als übergewichtiger vor einiger Zeit mit dem Laufen begonnen.
Nach zwanzig Minuten Fahrtzeit kamen wir an der anvisierten Haltestelle an, direkt neben einem der Tore der BASF. Den Weg zur Startgeraden kannte ich zwar nicht, aber wir mussten den anderen Leuten nur hinterherlaufen. Das Starterfeld war jetzt, zwanzig Minuten vor dem Start recht überschaubar. Ich lief mich warm und dabei sah ich den Typen, gegen den ich heute antreten wollte. Ich verdeckte meine Startnummer, an welcher auch mein Name zu lesen war, damit er mich nicht erkannte. Ich war mir sicher, dass er über meine Teilnahme informiert worden war. Als er mit einem anderen Läufer und einer Frau sich am Straßenrand unterhielt, überlegte ich, ob ich ihn ansprechen sollte, verzichtete dann aber doch darauf. Aber wenige Minuten später kam Patrick dazu, welcher mich kannte. Ich ging auf ihn zu und begrüßte ihn. Michael hatte sich leider kurzfristig krankgemeldet. Patrick sagte, dass er im Training nur maximal zehn Kilometer am Stück gelaufen sei. Er wollte heute lediglich das Ziel erreichen. Mit meinem Konkurrenten unterhielt ich mich nicht, aber er hatte nun meine Anwesenheit bemerkt und mich wahrscheinlich erkannt.
Dann stellten wir uns auf. Ich ging relativ weit nach vorne, Patrick blieb ganz hinten. Mein Konkurrent stellte sich einige Meter hinter mich. Er trug eine Kappe und keine sehr geeignete Hose zum Laufen. Ich konnte jetzt nur hoffen, dass mein Knie nicht schmerzen würde, denn ich musste unbedingt vor dem Typen das Ziel erreichen.
Um 21 Uhr kam der Startschuss. Kurz darauf bogen wir nach links ab und liefen nun am Gelände der BASF entlang. Ich überholte einige Leute und nun begann ich mich wirklich zu wundern. Was war denn das für ein Niveau hier? Ich hatte nicht gerade den Eindruck, Vollgas zu geben, und trotzdem befand ich mich auf dem dritten Rang. Nur zwei Läufer waren erst einmal schneller als ich und vor ihnen war das Führungsfahrzeug. Wir mussten nun unter einer Unterführung hindurch, die ich bisher nur vom Autofahren kannte. Dahinter ging es bergauf und ich sah beim Zurückblicken, dass der Vorsprung auf meine Verfolger schon beachtlich war.
Wir kamen über eine Einfahrt auf die Kurt-Schumacher-Brücke und trafen auf die Marathon-Läufer, die seit 19 Uhr unterwegs waren. Auf der anderen Seite der Brücke kam gerade der Führende des Marathons, natürlich ein Afrikaner, welcher in die entgegengesetzte Richtung lief. Ich begann schon zu schwitzen und zog vorerst mein Trikot aus. Wir hatten die Brücke erreicht, als diese auch schon zu Ende war. Es folgte nun nämlich die 180°-Kurve am Ende der Brücke, von der aus es nun wieder nach unten ging. Als ich um die Kurve bog, fragte mich ein Streckenposten scherzhaft, ob er mein Trikot halten solle. Jetzt, wo wir Halbmarathonläufer mit den Marathonis vermischt worden waren, war es schwieriger seine Vorderleute im Auge zu behalten. Ihr Vorsprung auf mich vergrößerte sich langsam auch. Dafür hatte ich jetzt in der Kurve eine Möglichkeit, das Feld hinter mir zu sehen. Auf meinen Konkurrenten hatte ich jetzt schon etwa einen Vorsprung von dreißig Sekunden. Bis jetzt machte mein Knie keine Probleme.
Es ging nun bergab ins Zentrum von Ludwigshafen hinein. Zunächst kam die erste Versorgungsstelle, die ich sehnsüchtig erwartet hatte. Ich zog mein Trikot wieder an und nahm einen Becher Wasser. Der jetzige Teil des Rennens bestand ausschließlich darin, dass ich einen Marathon- oder Staffelläufer nach dem anderen überholte.
Hinter der Fußgängerzone näherten wir uns von Norden dem Berliner Platz. Hier befand sich neben vielen Zuschauern auch eine Lautsprech-Anlage des Veranstalters. Ich hörte, wie der Kommenator den Namen des Zweitplatzierten beim Halbmarathon nannte. Ich war gespannt, ob er auch mich erwähnen würde. Meinen Namen sagte er allerdings nicht. Als er stattdessen in einem Atemzug vom Dritt- und Viertplatzierten sprach, sah ich mich erschrocken um. Tatsächlich: Da befand sich ein Halbmarathoni direkt hinter mir. Dieser hatte offenbar Boden gut gemacht auf mich. Zum Glück war dieser Verfolger nicht mein Konkurrent. Es schien ein noch sehr junger Kerl zu sein.
Wir hatten nun vier Kilometer absolviert und mein Knie machte immer noch keine Probleme. Ich befand mich sogar auf dem dritten Platz. Die Frage war nur, wie lange ich diesen noch halten konnte, denn der junge Kerl machte ganz schön Druck auf mich.
Jetzt folgten die Abschnitte durch Mundenheim und Rheingönheim, wo ich keinen Versorgungspunkt ausließ. Als mich mein Verfolger zwischendurch überholte, konnte ich auf der Rückenseite seines Trikots die Aufschrift „12.5.2012, 18. Geburtstag, 1.Marathon“ lesen. Beim 12.5.2012 handelte es sich um das Vorjahresdatum dieser Veranstaltung. Wenn man bedenkt, dass Marathonlaufen in Deutschland erst ab 18 Jahren erlaubt ist, dann konnte man diesen Jungen also getrost als „Frühstarter“ bezeichnen.
Es gab nun Phasen wo wir beide minutenlang nebeneinander herliefen. Zuschauer am Rand bekamen vielleicht sogar den Eindruck, dass wir beide uns kennen würden und gemeinsam dieses Rennen absolvieren wollten.
Am südlichsten Punkt der Strecke, in Rheingönheim, überquerten wir die Schienen am Bahnhof. Ich hatte die Hälfte der Strecke in ungefähr 43 Minuten absolviert. Mein Knie schmerzte immer noch nicht. Leider konnte ich nicht schneller laufen, weil ich dann Seitenstechen bekommen hätte. So kam es, dass ich den jungen Mann schließlich an mir vorbeiziehen lassen musste, ihn aber noch in Reichweite vor mir hatte.
Dies änderte sich in der Gartenstadt, sieben Kilometer vor dem Ziel. An einem Staffelwechselpunkt mit Versorgung nahm ich mir einen Becher Wasser, mein Vordermann ebenso. Während ich allerdings einige Schritte langsam zurücklegte, lief er ganz normal weiter. Spätestens jetzt war mir klar, dass ich heute nicht aufs Podest kommen würde.
Kurz hinter der Wechselstelle war ein kleiner Grünstreifen, an welchem eine 180°-Kurve zurückgelegt werden musste. Es dämmerte schon und daher konnte ich nicht genau erkennen, welcher meiner Hintermänner zum Halbmarathon gehörte. Aber mich beruhigte die Tatsache, dass ich meinen Konkurrenten nicht mehr sehen konnte. Mein Vorsprung auf ihn war also schon groß genug. Wenn ich schon nicht aufs Podest kommen würde, so sollte ich doch wenigstens mein eigentliches Ziel erreichen, nämlich vor ihm ins Ziel zu kommen.
Nach einem Abschnitt durch eine ruhigere Straße kam nun der vorletzte Abschnitt, nämlich die Kurt-Schumacher-Brücke, welche auf mehreren Kilometern durch Ludwigshafen und dann über den Rhein führte. Es war nun so dunkel, dass ich die Skyline bei Nacht sehen konnte. Leider kam erneut von hinten ein Läufer, welcher zum Halbmarathon gehörte. Ich hatte keine Chance gegen ihn und sagte ihm daher, dass er sich ab sofort auf Position vier befinde.
Auf der Brücke waren wieder Kerzen angebrannt, Zuschauer gab es hier allerdings keine, sondern nur Streckenposten. Mir kamen zwei Motorräder entgegen, die offenbar zu einem Rettungsteam gehörten.
Als ich über den Rhein lief, überholte mich eine Gruppe von Fahrradfahrern.
Hinter dem Rhein ging es wieder bergab. Nun waren wir in Mannheim mit seinen senkrecht angeordneten Straßenzügen. Dank der Straßenbeleuchtung war die Umgebung noch einigermaßen zu erkennen. Mit Ausnahme eines Schlenkers durch eine Seitenstraße ging es jetzt bis zum Rosengarten nur noch geradeaus. Das Veranstaltungszentrum am Wasserturm war mit diskoähnlicher Beleuchtung ausgestattet. Dies und einige Fotografen mit Blitzlicht machten es schwierig, Hindernisse zu erkennen.
Auf den letzte Metern um den Wasserturm herum versuchte ich noch einmal, so schnell zu laufen wir es nur ging. Leider betrug meine Zeit, als ich im Ziel ankam, knapp über 1:27h. Es war die vierbeste Zeit, die ich jemals erreicht hatte. Und mein Knie hatte überhaupt keine Probleme gemacht. Durch das Laufen waren die Beschwerden einfach wieder verschwunden.
Im Zielbereich sah ich mehrere Frauen, welche die Medaillen umhängten. Ich blieb zunächst in einiger Entfernung stehen, was sie irritierte. Ich wollte erst wissen, ob vielleicht eine Bekannte von mir unter ihnen war, welcher ich dann gerne um den Hals gefallen wäre. Als ich sie nicht erblickte, ging ich auf die nächstbeste Helferin zu und ließ mir das Ding umhängen. Es war eine silberfarbene Zehn (es handelte sich um die zehnte Auflage dieser Veranstaltung). Auf der Vorderseite stand relativ klein: „MLP Marathon Mannheim Rhein-Neckar“. Weder das genaue Datum noch das Jahr waren vermerkt. Letzteres war wenigstens auf dem blauen Band aufgedruckt.
Nachdem ich mir zwei Becher Cola genehmigt hatte, dabei aber keinen meiner Vordermänner erblickt hatte, ging ich zur Zielgeraden zurück, um dort auf meinen Konkurrenten zu warten. Tatsächlich traf er nach kurzer Zeit, etwa fünf Minuten nach mir, ein. Ich sprach ihn mit seinem Namen an und gab ihm die Hand. Wir unterhielten uns kurz. Ich war sehr froh darüber, wie freundlich er sich mir gegenüber verhielt.
Er wollte auch duschen gehen, sich aber vorher massieren lassen. Also verabschiedete ich mich wieder von ihm und holte meinen Starterbeutel ab. Den komplizierten Weg zu den Duschen kannte ich zum Glück noch aus dem Vorjahr. Ich konnte ohne Wartezeiten duschen und zog mich danach wieder an. Auf dem Rückweg wartete ich an der Zielgeraden noch ein bisschen, ob ich Patrick vielleicht zu sehen bekam. Aber entweder war er schon im Ziel oder er brauchte länger als 130 Minuten für seinen ersten Halbmarathon. Da ich von meinen Eltern mit dem Auto abgeholt wurde, machte ich mich auf den Weg zur Tiefgarage am Mannheimer Hauptbahnhof, wo ich um Viertel nach elf Uhr ankam. Meine Eltern warteten schon und fuhren mich nach Hause, wo wir noch zusammen aßen. Nach Mitternacht legte ich mich schlafen, um am nächsten Morgen wieder nach Bremen zurückzufahren.
Der 10. MLP-Marathon Mannheim/Ludwigshafen.
Im letzten Jahr, damals Mitte Mai, hatte ich an dieser Samstagabend-Veranstaltung den kompletten Marathon absolviert, welcher durch Mannheim und Ludwigshafen führte. Erst später hatte ich verstanden dass es neben diesem Marathon, einem Staffellauf sowie dem Halbmarathon durch Mannheim noch einen zusätzlichen Halbmarathon durch Ludwigshafen gab. Dieser startete zwei Stunden nach dem Marathon und dem halben durch Mannheim. Die Läufer sollte dann auf die Marathonstrecke durch Ludwigshafen zu den Marathonis „geschleust“ werden, so dass diese nicht so allein auf der Strecke waren. Als ich mir im Internet die Ergebnisse anschaute, fiel mir auf, dass das Teilnehmerfeld beim Halbmarathon durch Mannheim wesentlich größer war. Die Sieger waren ausschließlich Läufer vom afrikanischen Kontinent. In Ludwigshafen war dies anders: Hier liefen statt einiger tausend nur ein paar hundert Leute mit. Und die Endzeiten der Sieger waren auch nicht besonders eliteverdächtig. Mit meiner schnellsten bisherigen Zeit hätte ich letztes Jahr den dritten Platz erreicht.
Zusätzlich war 2012 ein junger Mann mitgelaufen, dessen Bruder ich kannte. Dieser junge Mann hatte außer dem Ludwigshafener Halbmarathon zwar keinen weiteren Halbmarathon im Jahr 2012 absolviert, war aber hier relativ schnell gewesen, nur knapp unter 1:33h. Schon daher entschied ich mich, dieses Jahr in Ludwigshafen den halben zu absolvieren und mich mit diesem Typen (Konkurrenten) zu messen. Zwei weitere Bekannte von mir hatten sich ebenfalls angemeldet und ich freute mich darauf, die beiden zu sehen.
Leider standen die Vorzeichen nicht gut. Ausgerechnet am Wochenende zuvor hatte ich in Potsdam Knieprobleme bekommen. Leidglich das Training ab Freitagabend, in welchem ich acht Kilometer schmerzfrei absolvierte, machte mir ein bisschen Hoffnung. Dieses Training hatte ich auf 21 Uhr gelegt, dem Zeitpunkt, zu dem auch der Halbmarathon in Ludwigshafen starten sollte. Sorgen machten mir auch die Temperaturen: Hatte ich im Vorjahr noch Glück, dass genau am Veranstaltungstag die Temperaturen wieder gefallen waren, so sollten sie dieses Mal am Samstag ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. Tagsüber sollten es 27°C werden. Da blieb nur die Hoffnung, dass es bis abends wieder ein bisschen abkühlen würde. Gewitter wurden zwar auch vorhergesagt, blieben jedoch während der gesamten Nacht aus.
An diesem Samstag stieg ich gegen halb neun Uhr auf und packte während dem Frühstück meine Tasche. Um kurz nach zehn Uhr nahm die Straßenbahn zum Bremer Hauptbahnhof. Dort traf dann um Viertel vor elf Uhr der Ersatz-Intercity ein, welcher mich bis nach Dortmund brachte. Während es hier noch ziemlich eng zuging, hatte ich ab Dortmund im regulären ICE ein ganzes Abteil für mich alleine.
Mit zwanzig Minuten Verspätung kam ich in Mainz an, wo ich den Regionalexpress nach Frankenthal bestieg. Als ich dort von meinen Eltern abgeholt wurde, konnte ich am Bahnhof bereits eine erste Läuferin sehen, die auf den Zug nach Mannheim wartete, wo sie wahrscheinlich um 19 Uhr beim Marathon oder beim Halbmarathon durch Mannheim starten wollte.
Meine Eltern hatten die Startunterlagen für mich abgeholt. Wir gingen zusammen Essen und dann waren es noch zwei Stunden bis zum Start. Das jetzt zu mir zugenommene Essen musste mich also noch einige Zeit lang satt halten.
Um 19:30 brachte mich mein Vater mit dem Auto ins Zentrum von Mannheim, welches wir über die Konrad-Adenauer-Brücke erreichten. Die andere, die Kurt-Schumacher-Brücke, war ja wegen des Laufes gesperrt. Vom Zentrum aus ging ich mit dem Starterbeutel in der Hand zum Veranstaltungszentrum, dem Rosengarten. Umgezogen war ich bereits: Ich trug das giftgrüne Trikot vom Potsdamer Schlösserlauf. Auf eine Sonnenbrille verzichtete ich, da es ja bald dämmern würde.
Ich gab meinen Beutel im Keller des großen Gebäudes ab und dann ging ich zur Straßenbahnhaltestelle „Nationaltheater“. Auf dem Weg dorthin konnte ich die schnellsten Halbmarathonläufer (Mannheim) sehen, welche auf die Zielgeraden einbogen. Es waren lauter Afrikaner.
An den Farben der Startnummern konnte ich erkennen, um was für einen Läufer es sich jeweils handelte. Die Halbmarathonis von Ludwigshafen hatten hellblaue Startnummern. Ich sprach einen an, mit dem ich dann zusammen in die Straßenbahn nach Ludwigshafen einstieg. Er kam aus Stuttgart und hatte als übergewichtiger vor einiger Zeit mit dem Laufen begonnen.
Nach zwanzig Minuten Fahrtzeit kamen wir an der anvisierten Haltestelle an, direkt neben einem der Tore der BASF. Den Weg zur Startgeraden kannte ich zwar nicht, aber wir mussten den anderen Leuten nur hinterherlaufen. Das Starterfeld war jetzt, zwanzig Minuten vor dem Start recht überschaubar. Ich lief mich warm und dabei sah ich den Typen, gegen den ich heute antreten wollte. Ich verdeckte meine Startnummer, an welcher auch mein Name zu lesen war, damit er mich nicht erkannte. Ich war mir sicher, dass er über meine Teilnahme informiert worden war. Als er mit einem anderen Läufer und einer Frau sich am Straßenrand unterhielt, überlegte ich, ob ich ihn ansprechen sollte, verzichtete dann aber doch darauf. Aber wenige Minuten später kam Patrick dazu, welcher mich kannte. Ich ging auf ihn zu und begrüßte ihn. Michael hatte sich leider kurzfristig krankgemeldet. Patrick sagte, dass er im Training nur maximal zehn Kilometer am Stück gelaufen sei. Er wollte heute lediglich das Ziel erreichen. Mit meinem Konkurrenten unterhielt ich mich nicht, aber er hatte nun meine Anwesenheit bemerkt und mich wahrscheinlich erkannt.
Dann stellten wir uns auf. Ich ging relativ weit nach vorne, Patrick blieb ganz hinten. Mein Konkurrent stellte sich einige Meter hinter mich. Er trug eine Kappe und keine sehr geeignete Hose zum Laufen. Ich konnte jetzt nur hoffen, dass mein Knie nicht schmerzen würde, denn ich musste unbedingt vor dem Typen das Ziel erreichen.
Um 21 Uhr kam der Startschuss. Kurz darauf bogen wir nach links ab und liefen nun am Gelände der BASF entlang. Ich überholte einige Leute und nun begann ich mich wirklich zu wundern. Was war denn das für ein Niveau hier? Ich hatte nicht gerade den Eindruck, Vollgas zu geben, und trotzdem befand ich mich auf dem dritten Rang. Nur zwei Läufer waren erst einmal schneller als ich und vor ihnen war das Führungsfahrzeug. Wir mussten nun unter einer Unterführung hindurch, die ich bisher nur vom Autofahren kannte. Dahinter ging es bergauf und ich sah beim Zurückblicken, dass der Vorsprung auf meine Verfolger schon beachtlich war.
Wir kamen über eine Einfahrt auf die Kurt-Schumacher-Brücke und trafen auf die Marathon-Läufer, die seit 19 Uhr unterwegs waren. Auf der anderen Seite der Brücke kam gerade der Führende des Marathons, natürlich ein Afrikaner, welcher in die entgegengesetzte Richtung lief. Ich begann schon zu schwitzen und zog vorerst mein Trikot aus. Wir hatten die Brücke erreicht, als diese auch schon zu Ende war. Es folgte nun nämlich die 180°-Kurve am Ende der Brücke, von der aus es nun wieder nach unten ging. Als ich um die Kurve bog, fragte mich ein Streckenposten scherzhaft, ob er mein Trikot halten solle. Jetzt, wo wir Halbmarathonläufer mit den Marathonis vermischt worden waren, war es schwieriger seine Vorderleute im Auge zu behalten. Ihr Vorsprung auf mich vergrößerte sich langsam auch. Dafür hatte ich jetzt in der Kurve eine Möglichkeit, das Feld hinter mir zu sehen. Auf meinen Konkurrenten hatte ich jetzt schon etwa einen Vorsprung von dreißig Sekunden. Bis jetzt machte mein Knie keine Probleme.
Es ging nun bergab ins Zentrum von Ludwigshafen hinein. Zunächst kam die erste Versorgungsstelle, die ich sehnsüchtig erwartet hatte. Ich zog mein Trikot wieder an und nahm einen Becher Wasser. Der jetzige Teil des Rennens bestand ausschließlich darin, dass ich einen Marathon- oder Staffelläufer nach dem anderen überholte.
Hinter der Fußgängerzone näherten wir uns von Norden dem Berliner Platz. Hier befand sich neben vielen Zuschauern auch eine Lautsprech-Anlage des Veranstalters. Ich hörte, wie der Kommenator den Namen des Zweitplatzierten beim Halbmarathon nannte. Ich war gespannt, ob er auch mich erwähnen würde. Meinen Namen sagte er allerdings nicht. Als er stattdessen in einem Atemzug vom Dritt- und Viertplatzierten sprach, sah ich mich erschrocken um. Tatsächlich: Da befand sich ein Halbmarathoni direkt hinter mir. Dieser hatte offenbar Boden gut gemacht auf mich. Zum Glück war dieser Verfolger nicht mein Konkurrent. Es schien ein noch sehr junger Kerl zu sein.
Wir hatten nun vier Kilometer absolviert und mein Knie machte immer noch keine Probleme. Ich befand mich sogar auf dem dritten Platz. Die Frage war nur, wie lange ich diesen noch halten konnte, denn der junge Kerl machte ganz schön Druck auf mich.
Jetzt folgten die Abschnitte durch Mundenheim und Rheingönheim, wo ich keinen Versorgungspunkt ausließ. Als mich mein Verfolger zwischendurch überholte, konnte ich auf der Rückenseite seines Trikots die Aufschrift „12.5.2012, 18. Geburtstag, 1.Marathon“ lesen. Beim 12.5.2012 handelte es sich um das Vorjahresdatum dieser Veranstaltung. Wenn man bedenkt, dass Marathonlaufen in Deutschland erst ab 18 Jahren erlaubt ist, dann konnte man diesen Jungen also getrost als „Frühstarter“ bezeichnen.
Es gab nun Phasen wo wir beide minutenlang nebeneinander herliefen. Zuschauer am Rand bekamen vielleicht sogar den Eindruck, dass wir beide uns kennen würden und gemeinsam dieses Rennen absolvieren wollten.
Am südlichsten Punkt der Strecke, in Rheingönheim, überquerten wir die Schienen am Bahnhof. Ich hatte die Hälfte der Strecke in ungefähr 43 Minuten absolviert. Mein Knie schmerzte immer noch nicht. Leider konnte ich nicht schneller laufen, weil ich dann Seitenstechen bekommen hätte. So kam es, dass ich den jungen Mann schließlich an mir vorbeiziehen lassen musste, ihn aber noch in Reichweite vor mir hatte.
Dies änderte sich in der Gartenstadt, sieben Kilometer vor dem Ziel. An einem Staffelwechselpunkt mit Versorgung nahm ich mir einen Becher Wasser, mein Vordermann ebenso. Während ich allerdings einige Schritte langsam zurücklegte, lief er ganz normal weiter. Spätestens jetzt war mir klar, dass ich heute nicht aufs Podest kommen würde.
Kurz hinter der Wechselstelle war ein kleiner Grünstreifen, an welchem eine 180°-Kurve zurückgelegt werden musste. Es dämmerte schon und daher konnte ich nicht genau erkennen, welcher meiner Hintermänner zum Halbmarathon gehörte. Aber mich beruhigte die Tatsache, dass ich meinen Konkurrenten nicht mehr sehen konnte. Mein Vorsprung auf ihn war also schon groß genug. Wenn ich schon nicht aufs Podest kommen würde, so sollte ich doch wenigstens mein eigentliches Ziel erreichen, nämlich vor ihm ins Ziel zu kommen.
Nach einem Abschnitt durch eine ruhigere Straße kam nun der vorletzte Abschnitt, nämlich die Kurt-Schumacher-Brücke, welche auf mehreren Kilometern durch Ludwigshafen und dann über den Rhein führte. Es war nun so dunkel, dass ich die Skyline bei Nacht sehen konnte. Leider kam erneut von hinten ein Läufer, welcher zum Halbmarathon gehörte. Ich hatte keine Chance gegen ihn und sagte ihm daher, dass er sich ab sofort auf Position vier befinde.
Auf der Brücke waren wieder Kerzen angebrannt, Zuschauer gab es hier allerdings keine, sondern nur Streckenposten. Mir kamen zwei Motorräder entgegen, die offenbar zu einem Rettungsteam gehörten.
Als ich über den Rhein lief, überholte mich eine Gruppe von Fahrradfahrern.
Hinter dem Rhein ging es wieder bergab. Nun waren wir in Mannheim mit seinen senkrecht angeordneten Straßenzügen. Dank der Straßenbeleuchtung war die Umgebung noch einigermaßen zu erkennen. Mit Ausnahme eines Schlenkers durch eine Seitenstraße ging es jetzt bis zum Rosengarten nur noch geradeaus. Das Veranstaltungszentrum am Wasserturm war mit diskoähnlicher Beleuchtung ausgestattet. Dies und einige Fotografen mit Blitzlicht machten es schwierig, Hindernisse zu erkennen.
Auf den letzte Metern um den Wasserturm herum versuchte ich noch einmal, so schnell zu laufen wir es nur ging. Leider betrug meine Zeit, als ich im Ziel ankam, knapp über 1:27h. Es war die vierbeste Zeit, die ich jemals erreicht hatte. Und mein Knie hatte überhaupt keine Probleme gemacht. Durch das Laufen waren die Beschwerden einfach wieder verschwunden.
Im Zielbereich sah ich mehrere Frauen, welche die Medaillen umhängten. Ich blieb zunächst in einiger Entfernung stehen, was sie irritierte. Ich wollte erst wissen, ob vielleicht eine Bekannte von mir unter ihnen war, welcher ich dann gerne um den Hals gefallen wäre. Als ich sie nicht erblickte, ging ich auf die nächstbeste Helferin zu und ließ mir das Ding umhängen. Es war eine silberfarbene Zehn (es handelte sich um die zehnte Auflage dieser Veranstaltung). Auf der Vorderseite stand relativ klein: „MLP Marathon Mannheim Rhein-Neckar“. Weder das genaue Datum noch das Jahr waren vermerkt. Letzteres war wenigstens auf dem blauen Band aufgedruckt.
Nachdem ich mir zwei Becher Cola genehmigt hatte, dabei aber keinen meiner Vordermänner erblickt hatte, ging ich zur Zielgeraden zurück, um dort auf meinen Konkurrenten zu warten. Tatsächlich traf er nach kurzer Zeit, etwa fünf Minuten nach mir, ein. Ich sprach ihn mit seinem Namen an und gab ihm die Hand. Wir unterhielten uns kurz. Ich war sehr froh darüber, wie freundlich er sich mir gegenüber verhielt.
Er wollte auch duschen gehen, sich aber vorher massieren lassen. Also verabschiedete ich mich wieder von ihm und holte meinen Starterbeutel ab. Den komplizierten Weg zu den Duschen kannte ich zum Glück noch aus dem Vorjahr. Ich konnte ohne Wartezeiten duschen und zog mich danach wieder an. Auf dem Rückweg wartete ich an der Zielgeraden noch ein bisschen, ob ich Patrick vielleicht zu sehen bekam. Aber entweder war er schon im Ziel oder er brauchte länger als 130 Minuten für seinen ersten Halbmarathon. Da ich von meinen Eltern mit dem Auto abgeholt wurde, machte ich mich auf den Weg zur Tiefgarage am Mannheimer Hauptbahnhof, wo ich um Viertel nach elf Uhr ankam. Meine Eltern warteten schon und fuhren mich nach Hause, wo wir noch zusammen aßen. Nach Mitternacht legte ich mich schlafen, um am nächsten Morgen wieder nach Bremen zurückzufahren.
Freitag, 7. Juni 2013
Halbmarathon Potsdam 2013-06-02
Der einundsiebzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der zehnte Potsdamer Schlösserlauf.
Vom Schlösserlauf in Potsdam hatte ich schon vor einigen Jahren gehört. Leider war die Anfahrt ein bisschen zu kompliziert, so dass ich erst dieses Jahr beim Halbmarathon (zusätzlich gab es noch einen Zehn-Kilometerlauf) teilnehmen konnte. Eine Übernachtung in der Region war unumgänglich. Ich buchte einen Schlafplatz im Quartier Hostel Potsdam im Stadtteil Bornstedt.
Am Samstag bestieg ich um kurz nach 14 Uhr den Intercity, welcher mich in weniger als vier Stunden direkt von Bremen nach Potsdam bringen sollte. Dort kam ich kurz vor 18 Uhr an. Am Vorplatz des Hauptbahnhofs schaute ich mir das Nahverkehrssystem an. Es war leider schwierig zu überblicken. Nach etwa einer Stunde bestieg ich einen Bus, welcher mich in die Nähe des Hostels bringen sollte. Der Fahrer schickte mich jedoch nach wenigen Stationen wieder hinaus und empfahl mir einen anderen Bus. Als ich diesen nahm, war ich endlich auf dem richtigen Weg. Von der Haltestelle hatte ich noch etwa 300 Meter bis zum Hostel zu Fuß zurückzulegen.
Das Haus kam mir wie ausgestorben vor, bevor dann endlich der Wirt öffnete. Er sprach mich sofort mit meinem Vornamen an und sagte mir, dass ich der letzte der Gäste sei, die heute angekommen waren. Er wies mir meinen Platz in einem Vier-Bett-Zimmer an. Es war inzwischen kurz vor 20 Uhr und das Pokalfinale sollte gleich beginnen. Leider gab es in der Nähe kein Restaurant, in dem man Essen und Fußballschauen kombinieren konnte. Ich ging daher zunächst in das gegenüberliegende Lokal, wo ich ein teures Essen zu mir nahm, um dann nach einer Stunde zurück ins Hostel zu gehen und dort im Gemeinschaftsraum die zweite Halbzeit zu sehen und mich danach über das Triple des FC Bayern München zu freuen.
Gegen halb elf Uhr legte ich mich schlafen. Dies funktionierte so, wie ich es in fremden Betten gewohnt war, nämlich fast gar nicht. Ich schlief insgesamt etwa drei Stunden lang, bevor ich um halb sechs Uhr am nächsten Morgen wach wurde. Ich zog mich an und frühstückte im Gemeinschaftsraum. Der Wirt hatte mir den Fußweg zum Veranstaltungszentrum mit Hilfe eines Stadtplans gut beschrieben. Gegen sieben Uhr machte ich mich auf den Weg.
Es dauerte fast eine Stunde, bis ich am Luftschiffhafen ankam. Ich war damit für den Halbmarathon schon ein bisschen gehandicapt. Im Nebenraum einer großen Sporthalle konnte ich meine Startnummer abholen mit dem Zeitmessungs-Chip, im Hauptraum der Halle gab es noch ein Trikot dazu. Es war giftgrün. Auf der Brustseite wurde darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um die zehnte Auflage des Schlösserlaufs handelte, auf der Rückenseite waren sämtliche Sponsoren eingetragen.
Ich aß mein Brot und zog mich danach in einem Nebenraum um: Obenrum trug ich das Trikot vom Münster-Marathon des letzten Jahres. Dann gab meine Tasche ab und ging zur Startgeraden, zwischen der Halle und einem Freiluftstadion. Ich stellte mich etwas weiter hinten auf, da ich heute davon ausging, nicht so schnell laufen zu können wie sonst.
Das Wetter war akzeptabel: Es war nicht allzu warm, der Himmel war bedeckt und es tröpfelte leicht von oben. Der Halbmarathon sollte jetzt um neun Uhr starten, der Zehn-Kilometerlauf, welcher aus einer abgekürzten Runde des Halbmarathon bestand, zwanzig Minuten später. Die langsamsten Teilnehmer dieser Disziplin würde ich also am Ende überholen müssen.
Auf der Stargeraden, die zwischen der Halle und dem Stadion war, ging es eng zu. Ich fand im ersten Drittel gerade noch Platz. Um Punkt neun Uhr ging es dann los. Anfangs musste ich auf einem kleinen Zickzack-Kurs immer wieder ausweichen, um die Leute vor mir zu überholen. Dann folgte eine mehrere Kilometer lange Geraden, die Zeppelinstraße, auf welcher wir von Süd nach Nord liefen. Hier befand sich auch eine Straßenbahnlinie, deren Schienen wir nun blockierten. An den Digitalanzeigen der Haltestellen wurde auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wegen des Schlösserlaufes es heute zu Behinderungen kommen würde.
Leider spürte ich von Beginn an Schmerzen in meinem linken Knie, die zum Glück aber nicht stärker wurden. Das Problem war wahrscheinlich, dass ich bereits den kilometerlangen Weg von der Unterkunft bis zum Start mit einer schweren Tasche auf dem Rücken zu Fuß zurückgelegt hatte. Auf der langen Geraden ging es drei Kilometer lang bis zum Brandenburger Tor am Luisenplatz. Hier war die erste Versorgungsstelle. Ich nahm mir einen Becher Wasser. Nach einigen weiteren Straßen in der Innenstadt erreichten wir die Humboldtbrücke, welche uns über die Havel führte. Direkt hinter der Brücke bogen wir nach rechts um 180° ab, sodass wir nach unten direkt auf das Ufer der Havel zuliefen. Es ging nun am Ufer entlang noch Norden durch den Park Babelsberg.
Der Fluss befand sich links von uns. Ich konnte zwei splitternackte, junge Frauen erkennen, die dort badeten. Dann erreichte ich die zweite Versorgungsstelle, wo ich erneut einen Becher Wasser bekam. Hinter dem Schloss Babelsberg erreichten wir den Griebnitzsee, einen Nebenarm der Havel. Wir überquerten ihn auf der nächsten Brücke und kurz darauf erreichten wir die Glienicker Brücke, welche uns wieder auf die Seite westlich der Havel führte. Von der Brücke aus konnte ich am Horizont das Läuferfeld hinter mir sehen, welches gerade am Babelsberger Schloss vorbeilief.
Nun ging es nach Westen am Jungfernsee entlang, bevor wir durch einige Parkanlagen mussten. Darunter befand sich auch der Park Sanssouci, durch welchen ich heute Morgen zum Veranstaltungszentrum gelaufen war. Wir erreichten ihn an einem Punkt, wo sich unser Kurs wieder mit dem des Zehn-Kilometerlaufes vereinigte. Ab jetzt musste ich immer wieder sehr langsame Läufer der letzteren Disziplin überholen.
Der letzte Abschnitt entsprach exakt der Strecke, die ich am Morgen zurückgelegt hatte. Am Ende ging es um das Stadion herum, um dann auf der Laufbahn im Inneren das Ziel zu erreichen. Durch einen Schlussspurt gelang es mir, gerade noch unter der 1:30-Stunden-Marke zu bleiben. Mein Knie schmerzte allerdings. Ich machte mir gewissen Sorgen für den folgenden Lauf in Ludwigshafen, für den ich mir so viel vorgenommen hatte.
Ich holte in der Halle mein Tasche ab und duschte dann schnellstmöglich. Dann ging ich zu Fuß einige Straßenbahnhaltestellen, da die Schienen noch immer blockiert waren. Mit Straßenbahn und Bus kam ich dann am Hauptbahnhof an. Von hier aus fuhr ich mit dem Regionalexpress zum Berliner Hauptbahnhof. Über Hannover kam ich wieder nach Bremen zurück.
Der zehnte Potsdamer Schlösserlauf.
Vom Schlösserlauf in Potsdam hatte ich schon vor einigen Jahren gehört. Leider war die Anfahrt ein bisschen zu kompliziert, so dass ich erst dieses Jahr beim Halbmarathon (zusätzlich gab es noch einen Zehn-Kilometerlauf) teilnehmen konnte. Eine Übernachtung in der Region war unumgänglich. Ich buchte einen Schlafplatz im Quartier Hostel Potsdam im Stadtteil Bornstedt.
Am Samstag bestieg ich um kurz nach 14 Uhr den Intercity, welcher mich in weniger als vier Stunden direkt von Bremen nach Potsdam bringen sollte. Dort kam ich kurz vor 18 Uhr an. Am Vorplatz des Hauptbahnhofs schaute ich mir das Nahverkehrssystem an. Es war leider schwierig zu überblicken. Nach etwa einer Stunde bestieg ich einen Bus, welcher mich in die Nähe des Hostels bringen sollte. Der Fahrer schickte mich jedoch nach wenigen Stationen wieder hinaus und empfahl mir einen anderen Bus. Als ich diesen nahm, war ich endlich auf dem richtigen Weg. Von der Haltestelle hatte ich noch etwa 300 Meter bis zum Hostel zu Fuß zurückzulegen.
Das Haus kam mir wie ausgestorben vor, bevor dann endlich der Wirt öffnete. Er sprach mich sofort mit meinem Vornamen an und sagte mir, dass ich der letzte der Gäste sei, die heute angekommen waren. Er wies mir meinen Platz in einem Vier-Bett-Zimmer an. Es war inzwischen kurz vor 20 Uhr und das Pokalfinale sollte gleich beginnen. Leider gab es in der Nähe kein Restaurant, in dem man Essen und Fußballschauen kombinieren konnte. Ich ging daher zunächst in das gegenüberliegende Lokal, wo ich ein teures Essen zu mir nahm, um dann nach einer Stunde zurück ins Hostel zu gehen und dort im Gemeinschaftsraum die zweite Halbzeit zu sehen und mich danach über das Triple des FC Bayern München zu freuen.
Gegen halb elf Uhr legte ich mich schlafen. Dies funktionierte so, wie ich es in fremden Betten gewohnt war, nämlich fast gar nicht. Ich schlief insgesamt etwa drei Stunden lang, bevor ich um halb sechs Uhr am nächsten Morgen wach wurde. Ich zog mich an und frühstückte im Gemeinschaftsraum. Der Wirt hatte mir den Fußweg zum Veranstaltungszentrum mit Hilfe eines Stadtplans gut beschrieben. Gegen sieben Uhr machte ich mich auf den Weg.
Es dauerte fast eine Stunde, bis ich am Luftschiffhafen ankam. Ich war damit für den Halbmarathon schon ein bisschen gehandicapt. Im Nebenraum einer großen Sporthalle konnte ich meine Startnummer abholen mit dem Zeitmessungs-Chip, im Hauptraum der Halle gab es noch ein Trikot dazu. Es war giftgrün. Auf der Brustseite wurde darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um die zehnte Auflage des Schlösserlaufs handelte, auf der Rückenseite waren sämtliche Sponsoren eingetragen.
Ich aß mein Brot und zog mich danach in einem Nebenraum um: Obenrum trug ich das Trikot vom Münster-Marathon des letzten Jahres. Dann gab meine Tasche ab und ging zur Startgeraden, zwischen der Halle und einem Freiluftstadion. Ich stellte mich etwas weiter hinten auf, da ich heute davon ausging, nicht so schnell laufen zu können wie sonst.
Das Wetter war akzeptabel: Es war nicht allzu warm, der Himmel war bedeckt und es tröpfelte leicht von oben. Der Halbmarathon sollte jetzt um neun Uhr starten, der Zehn-Kilometerlauf, welcher aus einer abgekürzten Runde des Halbmarathon bestand, zwanzig Minuten später. Die langsamsten Teilnehmer dieser Disziplin würde ich also am Ende überholen müssen.
Auf der Stargeraden, die zwischen der Halle und dem Stadion war, ging es eng zu. Ich fand im ersten Drittel gerade noch Platz. Um Punkt neun Uhr ging es dann los. Anfangs musste ich auf einem kleinen Zickzack-Kurs immer wieder ausweichen, um die Leute vor mir zu überholen. Dann folgte eine mehrere Kilometer lange Geraden, die Zeppelinstraße, auf welcher wir von Süd nach Nord liefen. Hier befand sich auch eine Straßenbahnlinie, deren Schienen wir nun blockierten. An den Digitalanzeigen der Haltestellen wurde auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wegen des Schlösserlaufes es heute zu Behinderungen kommen würde.
Leider spürte ich von Beginn an Schmerzen in meinem linken Knie, die zum Glück aber nicht stärker wurden. Das Problem war wahrscheinlich, dass ich bereits den kilometerlangen Weg von der Unterkunft bis zum Start mit einer schweren Tasche auf dem Rücken zu Fuß zurückgelegt hatte. Auf der langen Geraden ging es drei Kilometer lang bis zum Brandenburger Tor am Luisenplatz. Hier war die erste Versorgungsstelle. Ich nahm mir einen Becher Wasser. Nach einigen weiteren Straßen in der Innenstadt erreichten wir die Humboldtbrücke, welche uns über die Havel führte. Direkt hinter der Brücke bogen wir nach rechts um 180° ab, sodass wir nach unten direkt auf das Ufer der Havel zuliefen. Es ging nun am Ufer entlang noch Norden durch den Park Babelsberg.
Der Fluss befand sich links von uns. Ich konnte zwei splitternackte, junge Frauen erkennen, die dort badeten. Dann erreichte ich die zweite Versorgungsstelle, wo ich erneut einen Becher Wasser bekam. Hinter dem Schloss Babelsberg erreichten wir den Griebnitzsee, einen Nebenarm der Havel. Wir überquerten ihn auf der nächsten Brücke und kurz darauf erreichten wir die Glienicker Brücke, welche uns wieder auf die Seite westlich der Havel führte. Von der Brücke aus konnte ich am Horizont das Läuferfeld hinter mir sehen, welches gerade am Babelsberger Schloss vorbeilief.
Nun ging es nach Westen am Jungfernsee entlang, bevor wir durch einige Parkanlagen mussten. Darunter befand sich auch der Park Sanssouci, durch welchen ich heute Morgen zum Veranstaltungszentrum gelaufen war. Wir erreichten ihn an einem Punkt, wo sich unser Kurs wieder mit dem des Zehn-Kilometerlaufes vereinigte. Ab jetzt musste ich immer wieder sehr langsame Läufer der letzteren Disziplin überholen.
Der letzte Abschnitt entsprach exakt der Strecke, die ich am Morgen zurückgelegt hatte. Am Ende ging es um das Stadion herum, um dann auf der Laufbahn im Inneren das Ziel zu erreichen. Durch einen Schlussspurt gelang es mir, gerade noch unter der 1:30-Stunden-Marke zu bleiben. Mein Knie schmerzte allerdings. Ich machte mir gewissen Sorgen für den folgenden Lauf in Ludwigshafen, für den ich mir so viel vorgenommen hatte.
Ich holte in der Halle mein Tasche ab und duschte dann schnellstmöglich. Dann ging ich zu Fuß einige Straßenbahnhaltestellen, da die Schienen noch immer blockiert waren. Mit Straßenbahn und Bus kam ich dann am Hauptbahnhof an. Von hier aus fuhr ich mit dem Regionalexpress zum Berliner Hauptbahnhof. Über Hannover kam ich wieder nach Bremen zurück.
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