Freitag, 23. Mai 2014

Marathon Gelsenkirchen-Essen-Bottrop-Gladbeck 2014-05-18

Der elfte Marathon meines Lebens.
Der zweite Vivawest-Marathon.
Der Vivawest-Marathon ist der Nachfolger des Karstadt-Marathons, welcher einige Jahre lang ausgetragen worden war. Dieser frühere Karstadt-Marathon hatte zwei verschiedene Startpunkte, in Oberhausen und Dortmund. Das gemeinsame Ziel war in Essen. Der jetzige Vivawest-Marathon, der dieses Jahr erst zum zweiten Mal ausgetragen wurde, war ein Rundkurs von Gelsenkirchen über Essen, Bottrop und Gladbeck zurück nach Gelsenkirchen.
Die Übernachtung hatte ich in Dortmund gebucht. Bei der Anreise am Samstag hatte ich einen Zwischenhalt in Gelsenkirchen eingefügt, um dort meine Startunterlagen abzuholen. Um 14:44 Uhr stieg ich am Samstag am Bremer Hauptbahnhof in den Intercity Richtung Frankfurt am Main ein. Nach über einer Stunde Fahrt erreichten wir Münster, wo ich in den Intercity in Richtung Trier umstieg. Nach einer Dreiviertelstunde kam dieser Zug in Gelsenkirchen an. Leider hatte ich keinen Stadtplan dabei und wusste zunächst nicht, wo es zum Veranstaltungszentrum ging. Auch andere Läufer sah ich nicht.
Ein Mitarbeiter der örtlichen Verkehrsbetriebe in der unterirdischen Straßenbahnhaltestelle erklärte mir, wie ich zum Veranstaltungsgelände gelangen könne. Ich müsse mit der Straßenbahn zwei Stationen bis zum Musiktheater fahren. Daraufhin kaufte ich mir zwei Kurzstreckentickets und stieg in die nächste Straßenbahn ein. Als ich am oberirdischen Teil der anvisierten Haltestelle wieder ausstieg, konnte ich bereits das Zelt sehen, wo es die Startunterlagen gab. Ich ging hin und holte meinen Beutel ab. Er war ziemlich groß, aber neben der Startnummer war nur Werbematerial enthalten. Die Größe des Beutels sollte allerdings nützlich sein, da meine mitgebrachte Tasche mit allem Gepäck hineinpassen würde.
Ein Trikot war im Startpreis übrigens nicht enthalten. Ich ging zurück zur Straßenbahn und fuhr zum Hauptbahnhof Gelsenkirchen, wo ich einer Dönerbude eine Art Abendessen zu mir nahm. Es war inzwischen 18:00 Uhr geworden. Um kurz vor 19:00 Uhr nahm ich dann die S-Bahn zum Dortmunder Hauptbahnhof, in die an den folgenden Haltestellen immer mehr BVB-Fans einstiegen. Die Fahrt dauerte relativ lange, da die Bahn wirklich an jedem Zwischenhalt anhielt und an einigen Bahnhöfen sogar mehrere Minuten Aufenthaltszeit hatte.
Am Dortmunder Hauptbahnhof wimmelte es nun von BVB-Fans. Beamte der Bundespolizei zeigten mir den Weg zum A&O-Hostel, wo ich die Übernachtung gebucht hatte. Dieses Gebäude lag nicht weit vom Bahnhof entfernt. Ich musste die Nacht in einem Sechsbettzimmer verbringen. Als ich dieses Zimmer betrat und meine Tasche ablegte, waren die anderen Bewohner zwar gerade nicht anwesend, aber ihre Kleidung und Ausstattung, die überall verstreut herumlag, gab mir eindeutig zu erkennen, dass es sich um BVB-Fans handelte.
Ich ging nun hinunter in die Lobby, um das Pokalfinale auf dem dort aufgestellten Fernseher anzuschauen. Es hatte gerade begonnen. Wegen der nötigen Verlängerung des Spiels saß ich bis kurz vor 23 Uhr hier. Etwa alle zehn Minuten fuhr auf der Straße ein Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene vorbei.
Als ich mich schließlich schlafen legte, waren meine Mitbewohner noch nicht da. Ein Einzelner kam kurz vor Mitternacht, drei weitere, als ich gerade versuchte, einzuschlafen. Alle schienen extrem betrunken zu sein. Ich wachte bereits gegen fünf Uhr auf und konnte nicht wieder einschlafen. Jetzt bekam ich mit, wie einer meiner Mitbewohner die Toilette aufsuchte, wo er sich – den Geräuschen zu Folge – mehrfach übergab. Ich stand gegen 6:30 Uhr auf, zog mich an und ging in den Keller, wo der Frühstücksraum war. Ein Frühstück hatte ich am Vorabend kurzfristig dazu gebucht. Ich nahm mir fünf Sandwiches mit unterschiedlichen Beilagen. Dann machte ich mich auf den Weg zum Hauptbahnhof.
Der Regionalexpress in Richtung Düsseldorf stand schon bereit. Im Gegensatz zur S-Bahn hielt er nicht an allen Stationen, so dass ich nach weniger als einer halben Stunde Fahrtzeit, um kurz vor halb neun Uhr, am Gelsenkirchener Hauptbahnhof ankam.
Ich sprach einen anderen Läufer an, der aus der Region kam. Zusammen setzten wir uns in die Straßenbahn zum Musiktheater und gingen von dort aus das Veranstaltungsgelände entlang, wo ich ihn wieder aus den Augen verlor. Ich gab meine Tasche in der Sporthalle ab. Es war nun kurz vor neun Uhr. Eigentlich sollte um neun Uhr der Halbmarathon starten und um 9:30 Uhr dann der Marathon und die Marathonstaffel. Aber daraus wurde vorerst nichts. Der Kommentator sagte, dass einige auf der Strecke geparkte Autos noch abgeschleppt werden müssten. Leider dauerte dies länger als vorgesehen. Die armen Halbmarathonis mussten jetzt auf der Startgeraden lange warten.
Ich nutzte die Gelegenheit, um noch einmal die Toilette aufzusuchen. Ich trug obenrum das Trikot vom Bremen-Marathon 2011 und eine Kappe wegen der Sonne. Leider sollten gerade heute die Temperaturen auf bis zu 23°C ansteigen.
Es dauerte bis kurz nach 9:30 Uhr, bevor die Halbmarathonis starten konnten – und zwar in mehreren Blöcken. Alle paar Minuten war der nächste Block an der Reihe. Ich hatte schon befürchtet, dass die halbe Stunde Verzögerung zwischen den Starts von Halbmarathon und Marathon eingehalten werde müssten, sah mich aber zum Glück getäuscht. Nachdem der letzte Halbmarathon-Block an den Start gegangen war, konnten die etwa 1000 Marathonis auf die Gerade gehen. Es gab Pacemaker für verschiedene Zielzeiten, auch einen für 3:30h. An diesem wollte ich mich orientieren.
Der Kommentator sagte durch, dass die von den Verspätungen betroffenen Läufer im nächsten Jahr vergünstigt an den Start gehen könnten. Dann ging es auch für die Marathonläufer los. Als ich die Startlinie überquerte, war es ungefähr zehn Uhr. Da ich nicht mehr genau wusste, wann mein Zug vom Gelsenkirchener Hauptbahnhof abfahren würde, machte ich mir bereits Sorgen, ob ich den anvisierten Intercity noch bekommen würde, da ich mit Zugbindung gebucht hatte.
Ich arbeitete mich im Feld zunächst nach vorne und überholte nach etwa zwei Kilometern auch den Pacemaker für die Dreieinhalbstunden-Marke. Der Weg führte anfangs an den Straßenbahnschienen entlang unter einer Brücke hindurch. Dann ging es nach links. Wir überquerten einen Kanal. Ich unterhielt mich mit einem Läufer aus der Region über das gestrige Fußballspiel und dann noch allgemein ein bisschen über das Laufen. Dann trennten wir uns, da ich ein bisschen Gas geben musste, um nicht hinter den Pacemaker zurückzufallen.
Als der erste Versorgungsstand erreicht war, nahm ich mir einen Becher Cola zu trinken. Wegen der langen Wartezeit im Startbereich hatte ich fast schon wieder Hunger bekommen, weshalb ich mich entschlossen hatte, Cola statt Wasser während des Laufes zu mir zu nehmen. Eine Helferin, die Bananen verteilte, sagte uns, dass dies der letzte Verpflegungspunkt vor der Grenze sei. Damit war die Stadtgrenze zwischen Gelsenkirchen und Essen gemeint.
Es war inzwischen richtig warm geworden und Wolken gab es kaum am Himmel. Kurz nachdem wir eine Bahnlinie unterquert hatten liefen wir über eine Brücke. Unter der Brücke, quer zu uns, waren ebenfalls Läufer. Bei diesen handelte es sich um die Halbmarathonis, welche hier eine andere Strecke als wir liefen. Ich hatte nach wenigen Minuten bereits die langsamsten der Halbmarathonläufer überholen müssen, da diese ja nur kurz vor mir gestartet waren.
In Essen kamen wir nun am Zeche-Zollverein, einem Unesco-Welterbe, vorbei. Danach folgte die Kokerei. Hier trennten sich die Kurse von Marathon und Halbmarathon. Eine Halbmarathonläuferin, die dies zu spät gemerkt hatte, musste nun eine ganze Strecke zurückgehen. Der Halbmarathon führte zurück nach Gelsenkirchen, wir dagegen mussten weiter durch Essen.
Bei Kilometer zehn folgte eine extrem starke Steigung. Insgesamt war die Strecke nicht immer flach, es ging regelmäßig bergauf und bergab. Kurz darauf erreichten wir die Essener Rathausgalerie. Wir liefen auf der einen Seite hinein und auf der anderen Seite hinaus. Das Gebäude erinnerte mich an das Ludwigshafener Rathauscenter, wo auch eine unterirdische Straßenbahnhaltestelle in das Einkaufszentrum integriert war.
Kurz hinter der Galerie folgte der Limbecker Platz, wo künstliche Wasserbecken angelegt waren. Dies war ein sehr schöner Anblick.
Als wir Essen hinter uns hatten, ging es auf einer Schnellstraße in Richtung Bottrop. Diese Schnellstraße hatte zwei Fahrspuren in beide Richtungen, getrennt durch Leitplanken. Die beiden Spuren in die eine Richtung waren für uns Läufer reserviert. Es ging hier einige Kilometer geradeaus. In Bottrop gab es immer wieder Verkehrsschilder mit dem Hinweis auf einen Tetraeder, den ich aber nicht selber zu Gesicht bekam.
Etwa bei Kilometer 25 nahmen meine Beschwerden an den Füßen zu. Ich machte daher einen Zwischenstopp, zog den linken Schuh mitsamt dem Socken aus und nahm eines der Pflaster zur Hand, um es an den Zeh zu kleben, wo sich die Blase bildete. Als ich den Zeh suchte, musste ich feststellen, dass ich nicht mehr erkennen konnte, welcher der Zehen denn Probleme machte. Ich legte trotzdem ein Pflaster an. Eine Anwohnerin bot mir Hilfe an, ich erklärte ihr jedoch, dass ich selber vorgesorgt hatte.
In Bottrop gab es dann noch eine Stelle, wo sich ein kleiner Wendepunkt befand und ich das Feld vor mir sehen konnte. Der Pacemaker für 3:30 Stunden hatte mich inzwischen überholt und ich hatte ihn aus den Augen verloren. Das Feld war inzwischen so weit auseinandergezogen, dass ich manchmal sogar ganz allein auf der Strecke war.
Schließlich erreichten wir wieder Gelsenkirchen, wo wir durch einen Park mussten. Eine Brücke führte über ein Tal. Ein Teil des Bodens der Brücke bestand aus Metallgittern, so dass ich beim Herunterschauen den Boden des Tales sehen konnte. Marathon- und Halbmarathonkurst stimmten inzwischen wieder überein. Immer mehr Läufer hatten jetzt keine Kraft mehr und gingen anstatt zu laufen.
Bevor ich die Zielgeraden wieder erreichte, musste ich eine Staffelläuferin überholen. Diese stöhnte sehr laut, so dass ich Angst haben musste, dass sie jeden Augenblick zusammenbrechen würde. Ich überholte sie, ließ sie dabei aber nicht aus den Augen. Auf der Zielgeraden ließ ich mich vom Publikum feiern. Ich überquerte die Linie und ließ mir die Medaille umhängen. Ich hatte zwischen 3:35 und 3:40 Stunden gebraucht, eine genauere Zeit konnte ich nicht abschätzen, da ich nicht mehr genau wusste, wann der Startschuss gewesen war. Da ich auch nicht genau wusste, wann mein Zug fahren würde, musste ich mich jetzt beeilen.
Ich nahm mir einen Becher mit flüssigem Traubenzucker und joggte dann einfach weiter zur Turnhalle. Ich ließ mir die Tasche geben und schaute sofort nach meiner Fahrkarte. Mein Zug sollte um 14:45 Uhr fahren, bis dahin war es noch fast eine Stunde. Beruhigt ging ich zu den Duschen und säuberte mich. Dann begab ich mich zu den Toiletten. Während des Marathons hatte ich kein einziges Mal urinieren müssen.
Ich ging daraufhin zurück zur Startgeraden und weiter zur unterirdischen Straßenbahnhaltestelle. Ich kaufte ein Ticket und nahm die nächste Bahn zum Hauptbahnhof. Jetzt konnte ich mir die Medaille richtig anschauen. Sie hing an einem türkisfarbenen Band und hatte die Form eines Dreiecks. Bei genauerem Betrachten erkannte ich, dass der obere Teil den Zollverein in Essen darstellen sollte. Nach zwanzig Minuten Wartezeit kam der Intercity nach Münster an. Dort stieg ich in den Intercity nach Bremen ein. Gegen 18 Uhr war ich wieder zu Hause. Bereits am Dienstag spürte ich fast keinen Muskelkater mehr.

Montag, 5. Mai 2014

Halbmarathon Kassel 2014-05-04

Der dreiundneunzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Kassel Marathon.
Wegen der komplizierten Anfahrt nach Kassel hatte ich bisher an dieser Veranstaltung nie teilgenommen. Eine Anfahrt am Veranstaltungstag war nicht möglich und somit musste eine Teilnahme in Kassel mit einer Übernachtung vor Ort verknüpft werden. Dieses Jahr hatte ich mich dazu entschieden, den Halbmarathon zu laufen und hatte zunächst eine Übernachtung in einem Hotel gebucht. Als ich dann jedoch erfuhr, dass ein Freund von mir neuerdings in einem nahegelegen Ort wohnte, stornierte ich die Hotelübernachtung, da ich mich bei ihm einquartieren durfte.
Am Samstag fuhr ich um 12:19 Uhr mit dem Regionalexpress von Bremen nach Hannover, wo ich nach zwanzigminütigem Aufenthalt in den IC in Richtung Süden einstieg. Pünktlich um 15:01 Uhr kam ich in Kassel-Wilhelmshöhe an, wo ich Axel nach kurzem Suchen fand. Er war mit dem Auto vorgefahren und brachte mich zum Auestadion, wo wir unsere Startunterlagen abholten. Er wollte mit mir zusammen den Halbmarathon laufen.
Außer den Startnummern und einem kleinen Heftchen zur Veranstaltung war in den Beuteln nur Werbematerial enthalten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Laufveranstaltungen war der Start des Halbmarathons schon ziemlich früh, nämlich um 8:30 Uhr. Der Handbike-Halbmarathon sollte bereits um 7:45 Uhr beginnen, der Marathon dagegen erst um 9:00 Uhr. Die 42,2 Kilometer des Marathons verteilten sich auf eine einzige Runde quer durch Kassel, wobei der richtige Innenstadtbereich ausgelassen wurde. Der Halbmarathon bestand ebenfalls aus einer einzigen, verkürzten Runde. An insgesamt sechs Stellen trennten sich beide Kurse. Da der Halbmarathon aber früher starten sollte, würde ich von diesen Streckenabschnitten nichts mitbekommen.
Ich wurde von Axel in den Vorort gefahren, wo er eine Haushälfte gemietet hatte. Zum Abendessen trank ich ein Bier. Wir schauten zusammen ein bisschen Unterschichten-Fernsehen und dann legte ich mich auf die Couch. Axel hatte einen Schlafsack für mich bereitgestellt. Trotzdem dauerte es bis weit über Mitternacht, bis ich einnickte. Richtig schlafen konnte ich während der Nacht nicht.
Um sechs Uhr klingelte bereits der Wecker. Axel machte mir einen Pfefferminztee zu trinken. Dazu aß ich eine Banane. Ein konserviertes Brot hatte ich mir von zu Hause mitgebracht. Um sieben Uhr stiegen wir ins Auto und Axel fuhr uns nach Kassel.
Ich möchte kurz etwas zum Wetter sagen. In diesem Kalenderjahr hatte ich keine richtig schnellen Halbmarathonzeiten hingelegt, was auch daran gelegen hatte, dass ich bisher nur bei höheren Temperaturen gelaufen war. An diesem Wochenende war es allerdings etwas kühler. Heute war keine einzige Wolke am Himmel. Es war richtig kalt und die Sonne blendete.
Als wir in Kassel ankamen, parkte Axel am Straßenrand in der Nähe des Auestadions. Meine Reisetasche ließ ich im Auto und nahm nur den Starterbeutel mit, in dem ich Wechselkleidung und Badetuch hatte. Auf dem Weg zum Stadion aß ich mein mitgebrachtes Brot. Ich hatte meine Spezialsonnenbrille auf, da noch immer keine einzige Wolke am Himmel war.
In der Eissporthalle, die neben dem Stadion war, zogen wir uns um und gaben unsere Beutel ab. Es waren jetzt noch 30 Minuten bis zum Start. Ich hatte auf eine Kappe verzichtet, dafür aber die Sonnenbrille behalten. Während Axel in langer Hose lief, trug ich meine kurze Läuferhose. Obenrum hatte ich das Trikot vom Mittelrhein-Marathon 2011 an.
Es war immer noch ziemlich kalt. Wir liefen uns im Bereich der Toiletten warm und verabredeten uns an dieser Stelle auch für nachher, da ich damit rechnete, einige Zeit früher als Axel im Ziel einzutreffen.
Meine Hände froren am meisten. Etwa zehn Minuten vor dem Start gingen wir zur Geraden. Wir kletterten über die Absperrung, um uns möglichst weit vorne zu platzieren. Dabei drängelte sich noch eine relativ junge Frau nach vorne, die ich während des Rennens nicht mehr aus den Augen lassen sollte.
In unserer Nähe befand sich auch ein Pacemaker mit Luftballon für die 1:29-Marke. Ich nahm mir vor, mich an diesem zu orientieren. Pünktlich um 8:30 Uhr kam der Startschuss und nach wenigen Sekunden hatte ich die Linie überquert. Axel hatte ich schnell hinter mir gelassen.
Nur anfangs war es ein bisschen eng. Die Startgerade befand sich südlich des Auestadions und führte anfangs auch nach Süden. Insgesamt sollte der Kurs einmal um das Zentrum von Kassel herumführen. Für den ersten Kilometer brauchte ich vier Minuten. Ich befand mich vor der Laufgruppe um den Pacemaker. Die Sonnenbrille setzte ich fast gar nicht ab, da die Sonne ununterbrochen schien.
Nach einem Kilometer ging es nach Westen. Als wir eine größere Fernverkehrsstraße überquerten, ging es zunächst einmal ein Stückchen bergauf. Es war einer der vielen, jedoch nur kleinen Anstiege während des Halbmarathons.
Beim ersten Versorgungspunkt nahm ich mir einen Becher Wasser zu trinken. Hinter einem kleinen Fluss kam eine Stelle, wo eine Blaskapelle Musik machte. Nach einer viereckigen Schleife ging es wieder zurück zur Blaskapelle, wobei wir nun das Feld hinter uns sehen konnten. Axel war allerdings nicht unter den Läufern. Jetzt musste ich rechts abbiegen nach Norden. Ich hatte für die ersten fünf Kilometer ziemlich genau 21 Minuten benötigt. Wenn meine Kondition heute nicht nachließ, so war endlich einmal wieder eine Zeit unter 90 Minuten möglich.
Kurz vor Kilometer zehn ging es über die Hafenbrücke, welche uns auf die andere Seite der Fulda brachte. Ich konnte im Fluss eine Art Schleuse erkennen. Dahinter konnte ich nun eine Stelle sehen, wo Marathon- und Halbmarathonkurs sich trennten. Natürlich bogen alle Läufer links in den Halbmarathonkurs ein, da jetzt noch gar keine Marathonteilnehmer an diesem Streckenpunkt waren. Für die ersten zehn Kilometer hatte ich 42 Minuten benötigt.
Als ich plötzlich von der Laufgruppe um den Pacemaker überholt wurde, strengte ich mich wieder ein bisschen mehr an. Unter den Überholenden war auch die junge Frau, die sich am Start vorgedrängelt hatte. Eine Zeitlang lief ich neben ihr, dann konnte ich sie aber nach langer Zeit schließlich doch abhängen.
An einer Stelle ging es in einer Straße eine Zeitlang richtig steil bergab. Ich ließ ich mich einfach hinuntertreiben ohne zu bremsen. So langsam zogen auch erste Wolken am Himmel auf und ermöglichten es mir, die Sonnenbrille für kurze Zeit abzusetzen. Für die ersten 14 Kilometer hatte ich knapp unter eine Stunde benötigt. Da nun sehr viele Versorgungsstellen nacheinander aufgebaut waren, verzichtete ich an einigen Ständen auf Wasser und lief einfach weiter. Den Pacemaker und seine Begleitung hatte ich bald abgehängt.
Bei Kilometer 17 ging es ein Stücken die Wilhelmshöher Allee entlang. Wir liefen nach Westen und konnten von hier aus nun die Straße sehen, die ins Gebirge hochführte, dort wo sich angeblich der Herkules befand. Bevor der Weg jedoch nach oben führte, bogen wir links ab. Bei einer letzten Verpflegungsstelle zweieinhalb Kilometer vor dem Ziel, nahm ich mir noch einmal etwas zu trinken. Nach einer Linkskurve kam der letzte Abschnitt vor dem Einlauf ins Stadion. Das Stadion selber konnte ich jetzt bereits sehen.
Beim Einlauf musste ich noch fast eine ganze Runde auf der Laufbahn drehen. Die Ziellinie überquerte ich bei unter 1:29 Stunden. Dann ging ich über die Wiese und ließ mir die Medaille umhängen. Sie war die gleiche für Marathon- Halbmarathon und alle anderen Läufe dieser Veranstaltung. Auf der goldfarbenen Vorderseite stand „E.ON Mitte Kassel Marathon, powered by E.ON Mitte Vertrieb. Auf der Rückseite stand „Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe“. Da weder Datum noch Jahrgang angegeben waren, vermutete ich, dass der Veranstalter jedes Jahr das gleiche Exemplar verteilte. Auf dem roten Band war das Jahr aufgedruckt.
Ich musste nun erst einmal den Ausgang finden. Ich lief unter den Tribünen hindurch und erreichte eine Tür mit der Aufschrift „Kein Durchgang“. Diese führte mich nach draußen. Ich war nun direkt vor der Eissporthalle, wo ich meinen Beutel zurückbekam. Laut Helfer war ich der erste Teilnehmer, der dies tat. Ich ging nun in die Sporthalle, wo ich nach kurzem Suchen die Duschen fand. Als ich sie betrat, war ich ganz allein. Erst als ich fertig geduscht hatte, betraten andere Sportler die Räumlichkeiten.
Ich zog mich wieder an und ging nach draußen an den Ort, den ich mit Axel als Treffpunkt vereinbart hatte. Es dauerte 20 Minuten, bis er eintraf. Auch er hatte schon geduscht. Wir gingen zum Auto und er fuhr mich zum Bahnhof Wilhelmshöhe, wo wir noch zusammen essen gingen. Um 11:55 Uhr stieg ich dann in den Intercity nach Hannover, wo ich eine Stunde später ankam und in den Regionalexpress nach Bremen stieg. Gegen 15:30 Uhr war ich wieder zu Hause.

Halbmarathon Hannover 2014-04-27

Der zweiundneunzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der TUI Marathon Hannover.
Es war nun schon das fünfte Mal, dass ich in Hannover zum Halbmarathon antrat. Erstmals in dieser Zeit fiel der Sonntag des Rennens in den April. Auch die Startzeiten waren neu. Der Marathonstart war vorverlegt worden auf 9:00 Uhr und der Halbmarathonstart von 10:45 Uhr auf 10:30 Uhr. Trotzdem entschied ich mich, nicht früher anzureisen als in den Vorjahren.
Ich stand um sechs Uhr morgens auf und frühstückte. Um halb acht Uhr ging ich aus dem Haus und fuhr mit der Straßenbahn erst zur Domsheide und von da aus zum Hauptbahnhof. Ich hatte nur fünf Minuten Zeit, dann fuhr auch schon der Zug nach Hannover um 8:18 Uhr ab. Andere Halbmarathonläufer sah ich erst einmal keine. Wegen der Vorverlegung des Startes hatten sie wohl alle einen Zug früher genommen. Erst in Verden stiegen die ersten Passagiere mit Laufschuhen ein. Als wir Nienburg erreicht hatten, kamen auch Läufer dazu, die ihren Starterbeutel schon am Vortag in Hannover abgeholt hatten. Ich nahm jetzt mein mitgebrachtes Brot zu mir.
Der Zug kam pünktlich um 9:39 Uhr am Hauptbahnhof Hannover an, wo ich zunächst die Toilette aufsuchte. Dann machte ich mich auf den Fußweg über Kröpcke zum Aegidientorplatz. Hier kamen mir einige Spitzenläufer des Marathons entgegen. Das Veranstaltungsgelände war wie immer am Rathaus. Im Zelt konnte ich mir meinen Starterbeutel abholen. Ich war einer der letzten, die dies taten. Anstehen musste ich daher nicht. Da ich mich bereits auf der Bahnhofstoilette umgezogen hatte, konnte ich den Beutel nun im vorgesehenen LKW abgeben. Ich trug das Trikot vom Braunschweig-Halbmarathon 2010. Auf Kappe und Sonnenbrille hatte ich verzichtet, da der Himmel teilweise bewölkt war. Es sollten heute bis zu 19°C werden.
Die Startnummern waren diesmal nicht mit farbigen Balken versehen, sondern mit Buchstaben. Ich hatte den Buchstaben „A“ wegen meiner schnellen Zeit von Paderborn 2013, daher durfte ich mich ganz nach vorne stellen. Block A und B waren durch ein rotes Band voneinander getrennt. Hier bei der Elite ging es etwas geräumiger zu.
Es waren jetzt noch zehn Minuten bis zum Start. Der Moderator sagte, dass die eine der beiden Hahner-Zwillinge beim Marathon aufgegeben hatte. Ihre Schwester hatte zwei Wochen zuvor den Wien-Marathon gewonnen. Jetzt konnte ich von meinem Standpunkt aus die beiden Schwestern sehen, wie sie ein Interview gaben.
Um kurz nach 10:30 Uhr kam der Startschuss. Ich hatte die Linie bereits nach wenigen Sekunden überquert und arbeitete mich nach vorne. Die Halbmarathonstrecke war fast genau die gleiche wie im Vorjahr. Über uns kreiste ein Hubschrauber. Für den ersten Kilometer brauchte ich weniger als vier Minuten, aber dann musste ich nachlassen. Meine Kondition war einfach zu schlecht.
Nach zwei Kilometern war der Maschsee erreicht, an dem es nun erst einmal nur geradeaus nach Süden ging. Jetzt wurde ich von zahlreichen Läufern überholt, die aber alle noch ein „A“ auf ihrer Startnummer hatten.
Am Ende des Machsees mussten wir links abbiegen. Hier war die erste Abzweigung, wo sich Marathon- und Halbmarathonkurs sich trennten. Die Marathonläufer, die diese Stelle schon längst passiert hatten, waren hier geradeaus unter den S-Bahnschienen hindurchgelaufen. Hier befand sich auch der erste Verpflegungspunkt, wo ich einen Becher Wasser zu mir nahm. Wir hatten nun die ersten fünf Kilometer absolviert.
Nach einer weiteren Linkskurve ging es nun wieder lange geradeaus, an den Schienen der sogenannten U-Bahn entlang. Jetzt ging es wieder in Richtung Innenstadt. Je mehr wir uns dieser näherten, desto mehr Zuschauer standen am Rand. Beim Kröpcke ging es nach links durch die Fußgängerzone und dann am Hauptbahnhof vorbei und unter den Gleisen hindurch nach Norden. Direkt hinter der Unterführung war die Marke für den zehnten Kilometer erreicht. Ich hatte etwa 41 und eine halbe Minute bis jetzt benötigt.
Nun trennten sich die Strecken zum zweiten Mal. Für den Halbmarathon ging es links, für den Marathon rechts. Bereits nach wenigen Metern waren beide Strecken wieder vereinigt, wobei ich als Halbmarathonläufer bei Kilometer 10,5 und die Marathonis bei Kilometer 21 waren. Nun hatte ich auch die langsamsten dieser Marathonis eingeholt und die Strecke war daher wieder ein bisschen dichter besiedelt. Unter den Läufern, die ich jetzt überholte, war auch eine Frau, die einen Rollstuhlfahrer schob.
Nachdem wir an einer Kirche vorbeigekommen waren, trennten sich beide Kurse wieder. Einer der Marathonis hatte dies offenbar zu spät bemerkt, legte den Rückwärtsgang ein und kollidierte dabei fast mit ein paar anderen Sportlern. Nach kurzer Zeit waren beide Kurse wieder zusammengelegt worden, allerdings durch ein Gitter voneinander getrennt. Dann trennten sich die Kurse erneut und bei einer Linkskurve, die unter den Bahngleisen hindurchführte, wurden sie wieder zusammengelegt. Wir befanden uns nun wieder östlich der Bahnstrecke. Für diese ersten 14 Kilometer hatte ich knapp eine Stunde benötigt.
Wie erreichten dann den nordöstlichsten Punkt und dann ging es neben den Herrenhäuser Gärten und der U-Bahnlinie nach Süden. Nach einer 180°-Kurve trennten sich die Strecken ein letztes Mal. Die Marathonis durften durch den Park laufen, wir Halbmarathonis kürzten ab. Die Strecken wurden kurz darauf wieder zusammengelegt und es ging nun unter einer Hauptverkehrsstraße hindurch. Ich hatte inzwischen starke Schmerzen an den Füßen, wo sich Blasen bildeten. Allerdings wollte ich nicht anhalten und ein Pflaster einsetzen.
Eine Zeit von unter 90 Minuten war nicht mehr möglich. Auf der Zielgeraden, die diesmal in die entgegensetzte Richtung führte, lief ich noch einmal so schnell wie möglich. Dann überquerte ich die Linie. Ich musste mich nun erst einmal orientieren, da dieses Jahr alles anders war. Ich nahm mir zunächst Cola zu trinken und ging dann im Zielbereich weiter. Hier gab es alle möglichen Sachen zu essen. Eine Helferin hängte mir die Medaille um. Wie jedes Jahr hing die Marathonmedaille an einem roten und die Halbmarathonmedaille an einem gelben Band. Der Weg zurück zum Rathaus war diesmal wesentlich länger als sonst. Dann erreichte ich endlich die LKWs, wo ich meine Tasche abholen konnte. Dem Helfer erzählte ich, dass ich in Hannover irgendwann einmal auch den Marathon laufen wolle.
Die Duschen waren dieses Jahr an einer anderen Stelle aufgebaut. Im Zelt waren nicht besonders viele Duschbrausen vorhanden, aber glücklicherweise war jetzt noch nicht viel los. Die Durchflussmenge der Brausen war ein bisschen gering. Ich duschte, zog mich an und ging dann zur U-Bahn-Haltestelle Aegidientorplatz, von wo aus ich bis zum Hauptbahnhof fahren konnte. Hier nahm ich etwas zu essen und um 13:21 Uhr fuhr ich mit dem Regionalexpress nach Bremen zurück. Wegen der schlechten Verbindungen kam ich erst gegen 15:30 Uhr zu Hause an.

Mittwoch, 23. April 2014

Halbmarathon Paderborn 2014-04-19

Der einundneunzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der 68. Paderborner Osterlauf.
Wer an Ostern laufen will, muss nach Paderborn, da andere Veranstaltungen an diesem Wochenende schwer zu finden sind. Der Paderborner Osterlauf, der dieses Jahr bereits zum 68. Mal stattfand, ist eine Massenveranstaltung mit dem Halbmarathon als Höhepunkt, der um 15 Uhr startet und über tausend Teilnehmer hat. Im letzten Jahr hatte ich hier meine bisherige Bestzeit absolviert, diesmal war ich allerdings wesentlich schlechter vorbereitet und gerade am Samstag sollten die Temperaturen deutlich ansteigen auf 20°C.
Ich stand an diesem Tag um halb sieben Uhr auf und frühstückte. Um kurz nach neun Uhr fuhr ich mit der Straßenbahn zum Bahnhof Walle, von wo aus ich mit der Nordwestbahn weiter zum Hauptbahnhof fuhr. Hier nahm ich um 9:44 Uhr den Intercity nach Münster, wo ich in die Eurobahn in Richtung Paderborn umstieg. Es wimmelte zunächst von BVB-Fans, die einen Umweg nach Dortmund nahmen, in Hamm aber ausstiegen. Der Zug kam um 12:40 Uhr in Paderborn auf.
Das Veranstaltungsgelände liegt ein bisschen außerhalb des Zentrums. Ich ging zunächst in die Fußgängerzone und suchte McDoof auf, um ein reichhaltiges Mittagessen zu mir zu nehmen. Danach setzte ich mich in ein Café, um ein bisschen an meinem Netbook zu arbeiten. Um 14 Uhr ging ich los zum Veranstaltungszentrum.
Neben der Sporthalle war noch eine Art Jahrmarkt aufgebaut, was dazu führte, dass der Andrang noch größer war als sonst. Da die meisten Läufe schon vorüber waren, kamen mir viele Sportler mit umgehängten Medaillen entgegen. Es war auf dem Schulgelände richtig eng, aber zum Glück kannte ich den Weg.
Ich ging in die Sporthalle, wo die Messe war. Meine Startnummer hatte ich mir schon vorher notiert und konnte daher problemlos die Unterlagen abholen. In der Umkleidekabine sprach mich ein Typ an, der heute seinen ersten Halbmarathon laufen wollte. Er hieß Thomas. Da ich schon das dritte Mal in Paderborn dabei war und heute insgesamt schon meinen 91. Halbmarathon lief, konnte ich ihm alles erklären.
Wir gingen gemeinsam zur Taschenabgabe. Ich trug heute das Trikot vom Lesmonalauf aus dem Jahr 2010. Zusammen mit Thomas lief ich mich ein bisschen im Park warm, bevor wir – fünf Minuten vor dem Start – zur Stargeraden gingen. Ich verabschiedete mich von Thomas, der ganz hinten blieb, da er heute lediglich das Ziel erreichen wollte. Ich selber drängelte mich ein bisschen nach vorn, war beim Startschuss aber doch noch so weit hinten, dass ich erst nach über einer Minute die Linie überquert hatte und es hier nun sehr eng zuging.
Ich muss bemerken, dass ich die Rückfahrt mit Zugbindung für 17:21 Uhr vom Paderborner Hauptbahnhof angesetzt hatte. Wenn ich auf eine Dusche nicht verzichten wollte, dann hatte ich mich also zu beeilen. Ich peilte eine Zeit von 90 Minuten an.
Die Strecke war die gleiche wie in den Vorjahren und bestand aus zweimal derselben Runde. Es ging erst einmal durch ein Wohnviertel nach Norden. Das Überholen war hier extrem schwer, da es richtig eng war. Am Rand waren immer wieder Zelte aufgebaut, an denen die Zuschauer Gegrilltes zu Essen bekamen. Ich musste immer wieder auf den Bürgersteig ausweichen, um zu Überholen.
Nach über einem Kilometer ging es nach rechts auf die Brücke, die über die Gleise des Güterbahnhofs führt. Jetzt begann die Runde durch die nordöstlichen Wohnviertel von Paderborn.
So langsam wurde das Überholen einfacher, da sich das Feld lichtete. Nach drei Kilometern, für die ich etwa 13 Minuten benötigt hatte, kam der erste Versorgungspunkt. Ich nahm mir einen Becher Wasser. Wegen der hohen Temperaturen schwitze ich sehr und musste den brennenden Schweiß mehrfach mit dem Trikot aus den Augen reiben.
Am Ende der Runde ging es wieder über die Brücke und danach rechts in die nordwestliche Tour durch Paderborn. Ein Messgerät erfasste unsere Zwischenzeit. Auf der anderen Straßenseite kam uns das langsamste Feld entgegen. Die jetzige Runde führte an einem Wald vorbei. Ich erinnerte mich, wie ich vor zwei Jahren die Befürchtung hatte, dass das Streckenpersonal mich aus dem Rennen nehmen könnte, da ich damals ja ein bisschen erkältet war. Dann kam die Stelle, wo die Zwischenstände der Bundesliga angezeigt wurden. Jetzt, um 15:35 Uhr stand es überall noch 0:0.
In einem der letzten Wohnviertel war ein Zelt der CDU aufgestellt. Dann war der Park erreicht, der neben der Stargeraden lag. Nach einem kleinen Abstecher durch eine Straße liefen wir auf die Startgeraden zu, wo man sich links einordnen musste, um auf die zweite Runde zu gelangen. An der Start- und Zielgeraden, wo die meisten Zuschauer standen, legte ich eine 180°-Kurve hin. Ich hatte die erste Runde in knapp unter 45 Minuten absolviert.
Als ich das erste Wohngebiet der zweiten Runde erreichte, spürte ich erstmals starken Gegenwind. Das Feld war inzwischen so dünn, dass ich teilweise für mich allein lief. Ich überholte eine sehr kleine Frau, die am Anfang offenbar schnell gemacht hatte, der dann aber die Puste ausgegangen war. Eine weitere Frau überholte ich später noch. Ansonsten waren nur noch Männer um mich herum.
Als ich ein zweites Mal über die Brücke lief, die in die nordöstlichen Stadtteile führte, sah ich nun das Feld, das noch auf der ersten Runde war und mir entgegenkam. Der Kurs war insgesamt so gelegt, dass einem an vielen Stellen Läufer entgegenkamen.
Meine Geschwindigkeit ließ langsam nach. Eine Zeit unter 90 Minuten war schwierig zu erreichen. Angetrieben wurde ich von der Musik, die an vielen Stellen abgespielt wurde. An meinem rechten Fuß schien sich eine Blase zu bilden und auch die Pflaster, die meine Brustwarzen abdeckten, wurden langsam locker.
An einer Stelle, wo ein Kommentator stand, wurde mein Name durchs Mikrofon gerufen. Meinen Konkurrenten ging auch langsam die Puste aus und ich konnte einige von ihnen überholen.
Hinter der Brücke kam dann wieder die Tour durch den Nordwesten Paderborns. Gerade zur Halbzeit konnte ich mich wieder über die Bundesligaspielstände informieren. In Augsburg stand es noch 0:0. Vor einem Hause war eine Wasserbrause aufgebaut, aus der Leitungswasser strömte. Ich sprang unter der Braus hindurch und wurde ein bisschen nass.
Als dann wieder der Park erreicht wurde, war es noch ein Kilometer bis zum Ziel. Leider hatte ich gerade jetzt wieder Gegenwind. Erst als ich in die Straße vor der Zielgeraden einbog, wurde es besser. Kurz vor der Zielgeraden überholte ich noch einen Teilnehmer, der dann aber sofort auch zum Sprint ansetzte. Jetzt, nach 90 Minuten, war der Weg in die zweite Runde geschlossen und jeder Läufer konnte nur noch zum Ziel einbiegen. Der Typ, den ich eben noch überholt hatte, überholte mich jetzt auch und rempelte mich dabei aus Versehen an.
Nach 90 und einer halben Minute überquerte ich die Ziellinie. Ich ließ mir die Medaille umhängen, die dieses Jahr rund war ein kreuzförmiges Loch in der Mitte hatte. Dann machte ich mich auf den Weg zur Halle, um meine Tasche abzuholen. Inzwischen war es leichter, hier durchzukommen, die viele Teilnehmer und Zuschauer schon auf dem Heimweg waren.
Beim Duschen musste ich nicht anstehen und so konnte ich noch rechtzeitig zum Bahnhof gehen. Die Züge hatte keine Verspätung und ich kam gegen 21 Uhr wieder zu Hause an.

Halbmarathon Cuxhaven 2014-04-13

Der neunzigste Halbmarathon meines Lebens.
In Cuxhaven war ich bereits 2010 und 2013 den Halbmarathon gelaufen. Dabei hatte ich letztes Jahr meinen größten Erfolg gefeiert, als ich von 213 Teilnehmern Dritter wurde und bei der Siegerehrung aufs Podest durfte. Ich hatte damals davon profitiert, dass sowohl die Teilnehmerzahl als auch das Niveau dieser Veranstaltung von Jahr zu Jahr abgenommen hatte und ich mich deshalb gezielt hier angemeldet, da ich auf den Podest-Platz spekuliert hatte.
Allerdings war ich in diesem Jahr nicht annähernd so gut vorbereitet wie 2013. Nach dem Weinstraßen-Marathon hatte ich fünf Tage lang Muskelkater und auf den Halbmarathon im Alten Land in Hamburg am Wochenende danach hatte ich verzichtet.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag schlief ich nur etwa drei Stunden, dann klingelte um sechs Uhr mein Wecker. Ich stand auf, ging unter die Dusche und frühstückte. Dann packte ich meine Tasche und nahm den Bus zum Bahnhof Burg. Es war zwar sonnig, aber relativ kühl und windig. Von Burg aus fuhr ich mit der Nordwestbahn nach Bremerhaven, wo ich um 8:30 Uhr in den Zug der EVB nach Cuxhaven einstieg. Die vier Hauptläufe (Marathon, 30-Kilometerlauf, Halbmarathon, Zehnkilometerlauf) sollten dieses Jahr bereits um 10:30 Uhr starten. Dies war dann wohl auch der Grund dafür, dass ich keinen weiteren Läufer im Zug erblickte. Sie waren schon alle vorher angereist.
Ich aß mein mitgebrachtes Brot im Zug und kam gegen 9:30 Uhr in Cuxhaven an. Den Weg in die Innenstadt kannte ich schon. Ich schloss mich zwei Frauen an, die bisher nur Erfahrung mit Cross-Läufen gemacht hatten und heute ihren ersten Halbmarathon absolvieren wollten. Wir gingen einmal um die Hauptfiliale der Sparkasse herum, wo in den letzten Jahren immer die Startunterlagenausgabe gewesen war, stellten jedoch fest, dass hier kein Personal war. Dann erfuhren wir, dass wir durch einen Hintereingang das Gebäude betreten mussten. Von hier aus führte eine Treppe in den dritten oder vierten Stock, wo wir unsere Startnummern mit integriertem Chip abholen konnten.
Die Umkleidekabinen befanden sich auf demselben Schulgelände wie immer. Ich legte hier meine Läuferkleidung an. Obenrum trug ich das Trikot vom Valencia-Marathon. Auf Kappe und Sonnenbrille verzichtete ich. Dann lief ich mich ein bisschen warm. An der Start- und Zielgeraden konnte ich mir bereits die Medaillen anschauen. Es waren offenbar wieder genau die gleichen wie in den Jahren zuvor. Ich würde damit also bald schon drei Exemplare von dieser Sorte besitzen, da der Veranstalter jedes Jahr exakt die gleiche Medaille an die Finisher vergab und die Auflage der Veranstaltung nur auf dem roten Band vermerkt war.
Kurz vor dem Start stellte ich mich auf das dichtgedrängte Läuferfeld und reihte mich relativ weit vorne ein. Als um 10:30 Uhr der Startschuss ertönte, musste ich einige Leute überholen und hatte dann freie Bahn. Die Strecke war genau dieselbe wie im Vorjahr und ich hatte zwei Runden des Kurses zu absolvieren.
Der Weg führte erst auf die Nordsee zu und dann nach Westen durch die Fußgängerzone. Hier wurde ich plötzlich von einem Mann überholt, der mich auch sich aufmerksam machte. Ich erkannte Mehmet, der bei den diesjährigen Vorbereitungsläufen im Bürgerpark richtig schnell gewesen war und unterhielt mich kurz mit ihm. Er wollte heute den 30-Kilometerlauf absolvieren. Da ich wusste, dass im Vorjahr lediglich zwölf Leute daran teilgenommen hatten, sagte ich ihm jetzt schon voraus, dass er aufs Podest kommen würde. Ich sollte Recht behalten, denn aus dem Internet erfuhr ich später, dass er tatsächlich gewonnen hatte. Da Mehmet heute viel schneller war als ich, verlor ich ihn bald wieder aus den Augen.
Nach etwa zwei Kilometern ging es den Deich hinauf und auf der anderen Seite an der Nordsee entlang. Noch konnte ich das Führungsfahrzeug vor mir sehen. Wir liefen nun direkt an der Nordsee entlang und ich bekam den Gegenwind richtig zu spüren. Als ich mich mitten in einer Gruppe von Läufern befand, stürzten zwei Teilnehmer, da der eine auf den anderen offenbar „aufgelaufen“ war. Obwohl diese beiden sich wohl gegenseitig rausgekegelt hatten, konnte ich die Hoffnung auf einen Podest-Platz schnell begraben, da ich von nun an von zu vielen Leuten mit blauer Startnummer (Halbmarathon) überholt wurde. Glücklicherweise war es nicht allzu kalt, denn einen solch starken Gegenwind hatte ich bisher beim Laufen noch nie erlebt.
Der Weg führte weiter zwischen Nordsee und Deich entlang. Auf der Wiese waren vereinzelt Zuschauer, die applaudierten. An einem Versorgungspunkt nahm ich mir einen Becher Wasser. Dann wurde die Stelle erreicht, wo ein Gebäude stand und die Teilnehmer von Zehn- und Dreißigkilometerlauf links abbogen, um die verkürzte Runde zu absolvieren. Nun war Mehmet richtig weit vor mir. Ich selber musste noch ein paar hundert Meter geradeauslaufen, bevor auch für mich der Wendepunkt erreicht war. Als ich dann eine Wende um 180° hinlegte, war es wie eine Erlösung für mich, den Wind urplötzlich im Rücken zu haben. Leider führte der Rückweg auf der anderen Seite des Deichs entlang, weshalb ich den Rückenwind nicht vollständig genießen konnte.
Bei einem weiteren Versorgungspunkt bekam ich Wasser zu trinken, bevor die Strecke ein bisschen ins Landesinnere und dann an einem Spielplatz vorbei wieder zum Deich zurückführte. Als wir die Stelle erreicht hatten, wo auf dem Hinweg der Deich überquert worden war, waren Hin- und Rückweg identisch. Es dauerte nicht lange, bis mir die Führenden entgegenkamen, die sich nun auf der zweiten Runde befanden. Ich überholte nun eine Teilnehmerin, die mir bekannt vorkam. An Hand ihrer Starnummer und des aufgedruckten Vornamens erkannte ich Janina, die für das Team „Werder Bremen“ läuft und heute offenbar auch die 30 Kilometer absolvierte. In der Fußgängerzone am letzten Versorgungspunkt wurde laut Musik abgespielt und ich nahm mir einen Becher Cola zu trinken.
Auf der langen Start- und Zielgeraden kam mir dann Mehmet entgegen, der sich nun schon auf der zweiten Runde befand. Als ich dann selber den Wendepunkt erreichte und auf die zweite Runde einbog, sah ich, dass die meisten Teilnehmer vor mir anhielten und sich die Medaillen umhängen ließen. Es handelte sich hierbei offenbar um Teilnehmer des Zehn-Kilometerlaufes.
Für mich ging es nun zurück durch die Fußgängerzone, wo mir nun das Hauptfeld der Läufer entgegenkam. Im Gegensatz zum letzten Jahr konnte ich mich diesmal an meinem Vordermann orientieren, da ich ja im Feld weiter hinten war. An der Stelle, wo der Deich überquert wurde, wichen wir dann von der Strecke des Rückweges ab. Als ich die andere Seite des Deichs erreicht hatte, spürte ich wieder den Gegenwind. Er war diesmal nicht ununterbrochen vorhanden, aber wenn eine Sturmböe auftrat, dann richtig. Ich spürte jedes Mal, wie der aufgewirbelte fürchterlich hart gegen meinen Körper prallte.
Auch das Meer war jetzt ein bisschen unruhiger geworden. An den Stellen, wo die Uferwand unterbrochen war, kam bei jeder Welle Wasser auf die Laufstrecke. Nach 15 Kilometern hatte ich dann wieder den Wendepunkt erreicht und drehte um. Es war wieder eine Erlösung, den Wind im Rücken zu haben.
Auf dem Rückweg überholte ich erneut Janina, die auf der zweiten Runde des 30-Kilometerlaufes wieder die Abkürzung gelaufen war. Mehmet kam mir schon vor der Fußgängerzone entgegen und die Führende bei den Frauen im Halbmarathon war kurz hinter mir.
Ich erreichte das Ziel nach etwas mehr als 91 Minuten und ließ mir die Medaille geben, die exakt die gleiche wie immer war. Im aufgebauten Zelt nahm ich mir etwas zu essen und wurde von einem Läufer angesprochen, der mir sagte, dass er mich letztes Jahr auf dem Podest gesehen hatte.
Ich machte mich dann auf den Weg zur Turnhalle wo ich duschte und mich umzog. Dann ging ich sofort zum Bahnhof und erreichte noch den Zug um 12:39 Uhr, so dass ich schon gegen 15:30 Uhr wieder zu Hause war.

Dienstag, 1. April 2014

Marathon Deutsche Weinstraße 2014-03-30

Der zehnte Marathon meines Lebens.
Der 9. Marathon Deutsche Weinstraße
Ich wäre gerne schon im letzten Jahr an der Deutschen Weinstraße mitgelaufen, musste jedoch feststellen, dass diese Veranstaltung nur alle zwei Jahre stattfindet. Da der Marathon von Bockenheim bis Bad Dürkheim und zurück führt, der Halbmarathon jedoch nur bis Grünstadt und die Gegend für mich eine Art Heimat war, stand fest, dass ich hier den ganzen Marathon absolvieren würde. Ich hatte einen Bekannten namens Axel überredet, mitzumachen. Er hatte sich für den Halbmarathon angemeldet.
Ich war am Donnerstagnachmittag in Frankenthal angekommen und verbrachte das Wochenende bei meinem Vater. Am Samstagmittag holte ich Axel ab und fuhr im Auto mit ihm zusammen nach Bockenheim, wo das Veranstaltungszentrum lag. Ab 13 Uhr konnte man hier die Startunterlagen abholen. Die Startgeraden war neben dem Haus der Deutschen Weinstraße. Daneben waren auf einem Platz einige große Zelte aufgestellt, von denen in einem die Unterlagen abgeholt werden konnten. Neben der Startnummer mit integriertem Zeit-Mess-Chip gab es noch eine Tüte mit viel Werbematerial, einer Flasche Karamalz und einer weiteren Flasche trockenem Riesling. Das Etikett der Veranstaltung klebte auf der Vorderseite der Flasche.
Beim Rückweg zum Parkplatz konnten wir bereits die Finisher-Medaillen sehen. Es gab hier nur eine einzige Version, welche für Marathonis, Halbmarathonis und für Kinderläufe bereitstand. Für den Marathon hatten sich 1200 Teilnehmer angemeldet, für den Halbmarathon 2300. Weitere Anmeldungen waren nicht möglich, da das Läuferfeld vom Veranstalter begrenzt worden war.
Am Sonntagmorgen musste ich daran denken, dass in dieser Nacht die Uhren auf Sommerzeit umgestellt wurden. Marathon- und Halbmarathon starteten um zehn Uhr nach der neuen Zeit. Mir blieb also eine Stunde weniger zum schlafen.
Ich stand gegen 8 Uhr auf und frühstückte. Um halb neun Uhr brachten mich meine Eltern mit dem Auto nach Bockenheim. Noch war die Strecke für Autos nicht gesperrt und ich konnte von meinen Eltern in der Nähe des Bockenheimer Bahnhofs ausgesetzt werden. Es war jetzt ungefähr neun Uhr und ich ging ins Haus der Deutschen Weinstraße, wo ich mitgebrachtes Brot aß und ein Glas Wasser dazu trank, welches mir der Wirt kostenfrei zur Verfügung stellte. Im Gegensatz zum Platz zwischen und in den großen Zelten war hier sehr wenig los. Sogar die Toilette konnte ich benutzen. Als Dank ließ ich dann doch einen Euro da.
Zwanzig Minuten vor dem Start ging ich zu den Zelten, wo ich mich mit Axel verabredet hatte. Er stand bereits da. Zusammen ging wir in eines der Zelte, wo ich meine Tasche abgab. Ich trug das Trikot vom Wilhelmshaven-Halbmarathon 2010 und eine Kappe, da die Sonne auf dem Hinweg von vorne links scheinen würde. Auf dem Rückweg sollte ich sie dann im Rücken haben.
In diversen Ankündigungen der Veranstaltung war ich erst vor kurzem auf das anspruchsvolle Höhenprofil aufmerksam geworden, dem ich bis dahin noch gar keine Beachtung geschenkt hatte. Später stellte ich fest, dass ich dieses Problem unterschätzt hatte. Im Moment hatte ich noch vor, fünf Minuten für einen Kilometer zu benötigen. Daher stellten Axel, für den es der erste Halbmarathon war, und ich uns in der Mitte des Starterfeldes, welches übrigens auffällig viele US-Amerikaner enthielt, auf. Um zehn Uhr ging es los, nach zweieinhalb Minuten hatten wir die Startlinie überquert.
Da Bockenheim mit Start- und Zielgeraden der nördlichste Punkt der Strecke war, ging es nun erst einmal nach Süden. Die Landstraße führte bergauf und wir mussten einige Leute überholten, darunter auch einen Babyjogger, was sich auf dem engen Weg als schwierig erwies. Axel preschte immer wieder nach vorne, und ich hatte Mühe, ihn jedes Mal einzuholen.
Kurz bevor Asselheim, ein Vorort von Grünstadt, erreicht wurde, ging es eine Zeitlang richtig steil bergab. Leider konnten wir hier nicht ganz so schnell laufen, da das Feld immer noch eng beisammen war und wir ständig ausweichen mussten. Mir wurde beim Gedanken, am Rückweg, kurz vor dem Ziel, dieses Stück wieder hinaufzulaufen, ein bisschen übel.
Als wir Asselheim erreicht hatten, verließen wir die Weinstraße und folgten einem etwas engeren Weg. Auf einer langen Geraden musste wir Platz für einen Krankenwagen machen, der uns mit Blaulicht und Sirene entgegenkam. Offenbar war bereits der erste Teilnehmer zusammengebrochen. Danach erreichten wir den ersten Versorgungspunkt, wo ich mir einen Becher Wasser nahm. Wein gab es hier – offensichtlich – (noch) nicht.
Das Wetter war übrigens nicht ganz ideal: Am Himmel war keine einzige Wolke zu sehen, weshalb ich froh war, meine Kappe zu tragen. Außerdem waren die Temperaturen zu hoch. Im Moment ging es noch, aber auf dem Rückweg sollten es schon 20°C sein.
Als wir Asselheim verlassen hatten, führte der Weg unter den Bahngleisen (Strecke nach Ramsen und Eiswoog) hindurch und dann waren wir in Grünstadt. In der Fußgängerzone standen zahlreiche Zuschauer und applaudierten. Die Musikschule, welche ich einige Jahre lang besucht hatte, bekam ich leider nicht zu sehen. An einem Versorgungsstand nahm ich mir erneut einen Becher Wasser.
Als wir Grünstadt verlassen hatten, ging es durch die Weinfelder. Eine Läuferin zeigte uns einen kleinen Fernsehmast, der in einiger Entfernung angeblich die höchste Stelle des Marathons zeigte. Axel würde allerdings nicht daran vorbeilaufen, da er vorher schon den Rückweg antreten sollte.
Bei einer Geraden, die steil bergab führte, konnten wir nun ein Schild sehen, welches angab, das in hundert Metern separiert wurde: Marathonis mussten rechts abbiegen, Halbmarathonis links. Als am Ende der Geraden der tiefste Punkt erreicht war und der Weg sich trennte, verabschiedete ich mich von Axel. Dann war ich allein unter Marathonläufern. Jetzt war auf einmal wesentlich mehr Platz vorhanden. Wir kamen durch ein kleines Wohngebiet, wo uns die Anwohner zuschauten. Wir waren in Kleinkarlbach. Die A6 von Frankenthal nach Kaiserslautern hatten wir bereits hinter uns gelassen, ohne dass ich dies bemerkt hatte.
Nach einigen Kurven trafen die Halbmarathonis wieder auf uns. Sie hatten einen etwas längeren Weg zu laufen, um die jetzige Stelle zu erreichen, daher befand sich Axel nun hinter mir. Kurz vor dem Ortsausgang trennten wir uns wieder. Ich musste nach links, die Halbmarathonläufer nach rechts. Für mich ging es nun nach Süden. Der nächste Ort sollte Bobenheim am Berg sein.
Nun wurde mir klar, warum es Bobenheim am Berg hieß. Ich hatte einen sehr steilen Anstieg zu bewältigen. Auf der Verbindungsstraße der beiden Orte war nun sehr viel Platz vorhanden. Ich hatte mich im Feld nach vorne gekämpft und hier war nicht mehr allzu viel los. Der Anstieg machte mir allerdings zu schaffen. Ich spürte die Anstrengung im Rücken und auch leichte Schmerzen am großen Zeh des rechten Fußes. Da diese Probleme aber nur beim Anstieg zu spüren waren, machte ich mir keine großen Gedanken darüber. Ich hätte auch den Schuh ausziehen, den Fuß untersuchen und ein Pflaster aufsetzen können.
Nach Bobenheim am Berg folgte Weisenheim am Berg. Bis dahin ging es wieder ein Stück bergauf. Im Ort wartete dann ein Verpflegungspunkt auf uns. Neben einem Becher Wasser nahm ich diesmal zusätzlich noch Apfelsaftschorle. Auf ein Stück Banane verzichtete ich hier noch. Hinter Weisenheim ging es auf einer Landstraße am Fernsehmast vorbei, der die höchste Stelle des Kurses markierte. Dann zeigten die Hinweisschilder schon Bad Dürkheim an. Nach 15 Kilometern war der Vorort Leistadt erreicht. Auch hier gab es für mich Wasser und Apfelsaftschorle zu trinken.
Hinter Leistadt führte die Landstraße uns nun kilometerlang bergab. An einer Abzweigung nach rechts erkannte ich den Weg nach Annaberg, wo ich mit Freunden zusammen vor über zehn Jahren mal eine so heftige Party gefeiert hatte, dass das betroffene Haus danach unbewohnbar gewesen war. Heute liefen wir jedoch geradeaus auf Bad Dürkheim zu, an dessen Ortseingang links von uns ein Campingplatz lag.
Der Weg führte in die Stadt hinein auf die Hauptdurchfahrtsstraße zu. Diese stand uns Läufern nicht zur Verfügung, wir mussten stattdessen den Fußgänger- und Fahrradweg daneben benutzen. Nach wenigen Metern bogen wir in die Unterführung ein, welche uns südlich der Hauptstraße in die Innenstadt brachte. Von hier aus war nun das Dürkheimer Riesenfass aus der Entfernung zu erkennen. In der Fußgängerzone, wo sich der südlichste Punkt der Strecke befand, war wieder eine Verpflegungsstelle. Diesmal nahm ich mir nicht nur zu trinken, sondern auch ein Stück Banane. Am letzten Tisch wurde tatsächlich Pfälzer Wein für die Läufer angeboten. Als ich einen gemächlichen Schritt einlegte, um meine Getränke in aller Ruhe einzunehmen, nannte der Kommentator auch meinen Namen.
Der nun folgende Streckenabschnitt führte durch den schönsten Teil, nämlich den Park in Bad Dürkheim. Hier floss ein kleiner Bach und zahlreiche Zuschauer saßen auf den Bänken. Dann erreichten wir das große Gebäude aus Holz, welches vor einigen Jahren teilweise abgebrannt war und liefen an ihm entlang nach Norden. Wir waren nun im Schatten, was auf dieser Strecke nicht häufig der Fall war. Am Ende des Gebäudes war wieder die Hauptstraße erreicht, wo wir uns nach rechts wendeten. Hier hatten wir nun die erste Hälfte der Strecke hinter uns und aufgestellte technische Geräte maßen unsere Zwischenzeit. Auf der anderen Seite der Hauptstraße war der Rückweg, wo ich das Läuferfeld vor mir sehen konnte.
Am Wendepunkt im Osten regelte die Polizei den Verkehr, da wir hier die Straße überqueren und auf der anderen Seite den Rückweg antreten mussten. Als wir nach kurzer Zeit Bad Dürkheim verließen und nach rechts in die Weinfelder einbogen, sah ich von links ein Kleinflugzeug, das gerade im Landeanflug auf den Flugplatz nach Ungstein war. Dies war der nächste Ort, den wir zu durchlaufen hatten. Im Prinzip ging es jetzt nur noch nach Norden, wir befanden uns auf dem Rückweg nach Bockenheim.
In Ungstein konnte ich nun einen Teil der Strecke sehen, die ich als Kind immer mit dem Fahrrad (von Frankenthal nach Bad Dürkheim) zurückgelegt hatte. Der Flugplatz befand sich direkt neben uns. Insgesamt war es so, dass der Rückweg von Bad Dürkheim bis Grünstadt weiter östlich als der Hinweg lag. Erst in Grünstadt sollten wir wieder auf die Strecke treffen, die wir bereits auf dem Hinweg gelaufen waren.
Während in Bad Dürkheim ein etwa fünf Kilometer Abschnitt hinter uns lag, der sehr flach war (es war die tiefste Stelle der ganzen Strecke), so ging es jetzt wieder bergauf. Hinter Ungstein ging es weiter nach Kallstadt, wo jedes Jahr im Mai das Fest der 100 Weine den Auftat zur Weinfestsaison macht. Am Versorgungsstand am Ortsausgang wurden sogar kleine Stücke gebratenen Fleisches an Zahnstochern an die Läufer ausgegeben.
Da wir die Sonnen nun im Rücken hatten, musste ich die Kappe nicht mehr aufsetzen und hielt sie weitestgehend in der Hand. Der Weg führte nun weiter nach Herxheim am Berg, welches sich auf der höchsten Stelle des Rückweges befand. In Herxheim war ein Versorgungsstand, bei dem man auch durch eine Anlage hindurch laufen konnte, welche angeblich mit Riesling vermischtes Wasser ausschüttete. Auf diese klebrige Dusche verzichtete ich natürlich gerne und nahm mir stattdessen nur zu Essen und zu trinken.
Ich hatte nun 30 Kilometer hinter mir und meine Beine wurden langsam schwer. Auf der folgenden Strecke hatte man eine sehr schönen Ausblick auf das Tal, weshalb ich zwischendurch auch einmal einige Schritte rückwärts lief, um die ganze Umgebung sehen zu können.
Im folgenden Ort, in Dackenheim, nahm ich wieder Getränke zu mir. Dann folgte Kirchheim an der Weinstraße, wo wir am Gelände der freiwilligen Feuerwehr und am Golfplatz vorbeiliefen. Kurz, bevor wir wieder in Grünstadt waren, wurde ich von einem Rettungswagen überholt, welcher die gleiche Strecke abfuhr, die ich zu laufen hatte. Ein Notfall war dies offenbar aber nicht, denn als ich den Wagen bei einer Pause wieder überholte und er mir danach folgte, schien er keine große Eile zu haben.
Bei Kilometer 35 war dann wieder die Strecke des Hinweges erreicht. Wir kamen nach Grünstadt, wo wir wieder durch die Fußgängerzone liefen. Hier waren inzwischen wesentlich mehr Zuschauer, die vor den Cafés saßen, dafür aber umso weniger Läufer. Das Feld hatte sich inzwischen richtig ausgedünnt. Zuvor hatte ich in Kirchheim einmal sogar schon meinen Vordermann aus den Augen verloren.
Nach einem kurzen Abschnitt durch die Weinberge kamen wir nach Asselheim. Die große Durchfahrtsstraße, wo wir auf dem Hinweg Platz für den Rettungswagen machen mussten, war immer noch komplett gesperrt, aber inzwischen ziemlich leer. Ich hatte nun 38 Kilometer hinter mir und nun kam die Stelle, die ich am meisten gefürchtet hatte, nämlich der steile Anstieg, den ich auf dem Hinweg noch herunterlaufen durfte.
Ich spürte wieder meinen Rücken und die Schmerzen am Zeh, aber ich wusste, dass ich es bald geschafft haben würde. Meine Zielzeit würde etwa drei Stunden und vierzig Minuten betragen. Es war inzwischen sehr warm geworden und die Sonne schien erbarmungslos vom Himmel. Später stellte ich fest, dass ich mir tatsächlich einen kleinen Sonnenbrand geholt hatte, und zwar an den Stellen der Oberarme, die nicht von meinem kurzärmligen Trikot abgedeckt wurden.
Am Fußgängerweg neben der Landstraße sah ich einige Halbmarathonis, die den Heimweg antraten und ihre Medaillen umgehängt hatten. Das motivierte mich natürlich noch einmal. Als der Ort Bockenheim erreicht war, musste ich an einer Kolonne aus Polizei- und Feuerwehrfahrzeugen vorbei. Als ich das erste dieser Autos erreicht hatte, sah ich, dass es sich um den Besenwagen für den Halbmarathon handelte. Direkt davor liefen zwei Frauen, die ich nun überholte. Ich hatte es also tatsächlich geschafft, für den Marathon weniger Zeit zu brauchen als diese beiden Damen für den Halben.
Ich musste weiterhin eine große Gruppe an Staffelläufern überholen, bevor ich dann das Ziel sehen konnte. Bei einer Nettozeit von knapp unter 3:40 Stunden überquerte ich die Ziellinie und ließ mir die Medaille umhängen. Sie hatte die Form einer Weinrebe. Auf der Vorderseite stand: „9. Marathon Deutsche Weinstraße, 30.3.2014, mit Halbmarathon“, auf der Rückseite war die Strecke angedeutet, mit aufgemaltem Riesenfass (Bad Dürkheim) und Haus der Deutschen Weinstraße (Bockenheim).
Wenige Meter weiter nahm ich mir Getränke: Einen Becher mit Iso und einen weiteren, mit mir unbekanntem Getränk. Ich trank erst den Iso und probierte dann das andere, musste aber feststellen, dass es sich um Wein handelte und schüttete es weg. Ich holte meine Tasche ab und ließ mir den Weg zu den Duschen zeigen, Nun sah ich, dass ich an der schmerzenden Stelle am Zeh eine dicke Wasserblase hatte. Ich duschte und zog mich dann wieder an. Eigentlich sollte mein Vater mich nun am Bahnhof in Bockenheim abholen, aber er kam mit seinem Auto bis dahin nicht durch, da die Strecke gesperrt war. Daher musste ich den Zug nach Monsheim nehmen, wo ich von ihm erwartet und nach Frankenthal gebracht wurde.
Neben dem Sonnenbrand, der Blase und dem Muskelkater an den Beinen hatte ich keine weiteren Probleme davongetragen. Wegen des Höhenprofils handelte es sich trotzdem um den anstrengendsten Marathon, den ich bisher absolviert hatte. In den Ergebnissen sah ich später, dass nur knapp über 700 Teilnehmer beim Marathon das Ziel erreicht hatten.

Donnerstag, 27. März 2014

Halbmarathon Wandsetal 2014-03-23

Der neunundachtzigste Halbmarathon meines Lebens.
Die Wandsetaler Runde.
Die Winterpause hatte für mich diesmal ein bisschen länger gedauert. Den Halbmarathon in Frankfurt am Main vor zwei Wochen hatte ich von Anfang an nicht eingeplant, da ich die aufwändige Anreise scheute. Letzte Woche wollte ich dann eigentlich in Langenrehm mitlaufen, aber mein Fahrrad, das ich zur Anfahrt benötigt hätte, stand mir leider nicht zur Verfügung. So begann die Saison für mich mit der Wandsetaler Runde.
Im Gegensatz zum letzten Jahr war der Winter diesmal wesentlich schneller vorbei. Im letzten Jahr hatte ich in Langenrehm noch auf Glatteis und in Bad Oldesloe im tiefen Schnee laufen müssen, während die Temperaturen dieses Jahr schon relativ hoch waren. Auf die Wandsetaler Runde war ich im Internet aufmerksam geworden. Es gab neben einem Zehn-Kilometerlauf auch einen Halbmarathon, für den ich mich angemeldet hatte. Leider war ich von Montag bis Donnerstag leicht erkältet gewesen. Somit würde ich heute nicht allzu schnell laufen können.
Ich stand an diesem Sonntag gegen halb sechs Uhr auf und frühstückte. Dann packte ich meine Tasche und nahm meine Standard-Verbindung nach Hamburg: Um sieben Uhr mit der Straßenbahn zum Bahnhof Walle, von dort aus mit der Nordwestbahn zum Hauptbahnhof und von dort um 7:33 Uhr mit dem Metronom nach Hamburg.
In Hamburg kam ich gegen Viertel vor neun Uhr an. Der Halbmarathon sollte um 10:30 Uhr starten. Ich begab mich zur U-Bahn-Haltestelle, wo ich in die U-Bahn in Richtung Großhansdorf einstieg. Hier aß ich mein mitgebrachtes Brot. Eigentlich wollte ich bis zur Station „Straßburger Straße“ fahren, und von dort aus zu Fuß zum Schulgelände, an welchem die Veranstaltung war, laufen. Als ich eine Station vorher jedoch einen jungen Mann in Laufschuhen die U-Bahn verlassen sah, sprang ich schnell auch heraus, ging ihm nach und sprach ihn an. Tatsächlich wollte er auch zur Wandsetaler Runde, um dort fünf Kilometer zu laufen.
Wir befanden uns am Busbahnhof in Wandsbek-Markt. Der Typ hatte sich eine genaue Verbindung vorher ausgesucht und kannte eine Möglichkeit, mit dem Bus bis zum Veranstaltungsgelände zu gelangen. Mit der Linie 9 kamen wir nach zehn Minuten Fahrtzeit dort an. Das Gelände war zweigeteilt: Auf dem Schulgelände waren Startunterlagenausgabe, Duschen und Umkleiden, während auf dem wenige hundert Meter entfernten Parkplatz Taschenabgabe sowie Start- und Zielgeraden war.
Wir holte uns die Startunterlagen ab, welche aus der Nummer und einem Chip bestanden. Der Chip hatte ein Band, so dass ich ihn um mein Bein schnüren konnte. Ich trennte mich nun von meinem Begleiter, welcher noch auf seine Schwester warten musste. Mit der Tasche in der Hand ging ich am Wandsetaler „Stadion“ vorbei zum Parkplatz, Ich zog mich hinter einem Gebüsch um und dann gab ich meine Tasche im Zelt ab. Kurz darauf fiel mir ein, dass ich meine Armbanduhr auch im Gepäck gelassen hatte. Da ich aber nicht vorhatte, neue Bestzeit zu laufen, verzichtete ich darauf, die Uhr noch zu holen.
Da ich noch ein bisschen von der Erkältung geschwächt war, fand ich den starken Wind sehr unangenehm. Ich war leicht bekleidet, obenrum mit dem Trikot aus Berlin (2010) und einer Kappe, da die Sonne sehr stark schien.
Ich lief mich ein bisschen warm und als der Startschuss für Halbmarathon, Zehn- und Fünfkilometerlauf kam, stand ich ganz hinten.
Die Strecke führt fast ausschließlich durchs Grüne. Waren wir am Start noch an einer Hauptstraße, so ging es schnell in einen kleinen Park. Überholen war hier nicht einfach. Der Boden war auch nicht ganz trocken. Auffällig waren die vielen Kinder, welche offenbar die fünf Kilometer absolvierten.
Der Weg führte zunächst an der Wandse, einem kleinen Fluss, entlang. Die Strecke verlief südlich des Flusses. Als wir rechts den Ostender Teich liegen ließen, hatten wir schon fast zwei Kilometer hinter uns. Dann kam eine Abzweigung nach Norden, die uns um den Kupferteich führte. Jetzt war die ganze Situation durchaus gefährlich, da die führenden des Fünf-Kilometerlaufs nun auf dem Rückweg waren und uns entgegenkamen. Die Strecke war schmal und ich befand mich noch in einem sehr engen Feld. Glücklicherweise kam es in meinem Bereich zu keiner Kollision.
Nach der Runde um den Teich ging es weiter nach Osten. Wir erreichten dabei die Bahnlinie, die von Hamburg nach Bad Oldesloe führte, einen Kilometer vom Bahnhof Tonndorf entfernt. Wir unterquerten eine große Straße für Autos und die Bahnlinie. Nun kamen die führenden des Zehn-Kilometerlaufs um die Ecke geschossen.
Der westlichste Teil der Strecke führte eine Runde durch eine Schrebergartensiedlung, die mit einem halb verfallenen Haus begann. Am Ende der Runde, als ich wieder zurücklief, konnte ich das Feld hinter mir betrachten. Ich schätzte, dass ich etwa fünf Minuten pro Kilometer benötigte.
Als ich die Unterführung wieder hinter mir hatte, ging es etwas südlicher zurück. Wir waren an einem Waldweg, den ein kleiner Fluss von privaten Häusern mit großen Gärten trennte. Nach neun Kilometern wurden Hin- und Rückweg wieder vereinigt, um danach wieder auseinanderzulaufen.
An den Stellen, an denen Straßen überquert werden mussten, standen jeweils zwei Polizisten und sorgten dafür, dass wir Läufer Vorrang vor den Autos hatten. Kurz vor dem Parkplatz wurde dann separiert: Halbmarathonis musste links abbiegen auf die zweite Runde.
Wegen meiner Ortsunkenntnis kann ich nicht beurteilen, ob die zweite Runde anders als die erste war. Viele Gemeinsamkeiten waren jedoch schon zu erkennen. Als ich wieder hinter der Bahnlinie auf die Runde durch die Schrebergärten einbog, kamen mir einige Halbmarathonis entgegen, die schon auf dem Rückweg waren. In einem von ihnen erkannte ich Klas, den ich letztes Jahr in Bad Oldesloe kennengelernt und dann in Hoisbüttel wiedergetroffen hatte. Er erkannte mich auch. Für ihn war es ein neues Gefühl, schneller zu sein als ich.
Langsam spürte ich, dass ich noch geschwächt war und sehnte das Ende herbei. Trotzdem überstand ich das Rennen problemlos.
Im Ziel auf dem Parkplatz musste ich den Zeitmesschip abgeben. Jetzt verstand ich, dass ich ihn eigentlich an der Hand hätte befestigen sollen, damit man ihn sofort scannen und meine Zielzeit messen konnte. So verzögerte sich alles um ein paar Sekunden, was mich heute aber nicht störte.
Ich nahm sehr schnell meine Tasche wieder und ging dann zu Fuß zum Schulgelände, um zu duschen. Eine Umkleidekabine mit mehreren Duschen stand uns Männern zur Verfügung. Anstehen musste ich nicht. Ich zog mich danach wieder an und ging in den Vorraum der Umkleidehalle, wo ich mich aus Versehen an der Sicherheitsnadel stach, die an meiner Tasche angebracht war. Da wurde ich von einem Mann angesprochen, der hinter mir stand. Es war Klas. Wir begrüßten uns und erzählten, wo wir in letzter Zeit gelaufen waren. Dann gingen wir zusammen in die Turnhalle, wo ich noch mit Klaas‘ Frau sprach.
Später machte ich mich auf den Heimweg. Mit dem Bus kam ich zur Station Wandsbek-Markt zurück und von dort aus mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof, wo ich den Metronom nach Bremen nahm. Gegen 16 Uhr war ich wieder zu Hause. Später sah ich im Internet, dass ich etwa 1:46 Stunden für den Halbmarathon gebraucht hatte.