Der dreiundsechzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der 35.Travelauf.
Bereits im letzten Jahr wollte ich am Travelauf in Bad Oldesloe teilnehmen, aber wegen der auftretenden Gürtelrose verbot mir meine Ärztin damals kurzfristig die Teilnahme. Nun war es also endlich so weit: Ich hatte mich (meines Wissens zu Folge) offiziell angemeldet, die Startgebühren von zehn Euro waren aber bis zum Veranstaltungstag nicht abgebucht worden. Ich ging davon aus, vor Ort in bar bezahlen zu müssen.
Leider war es in diesem Jahr in Deutschland Ende März so kalt wie vor 100 Jahren nicht mehr, besonders in Nordostdeutschland. Neben den Minus-Temperaturen sollte auch noch ein eisiger Wind wehen. Ich nahm also entsprechend dicke Kleidung mit.
Um 5:30 Uhr ließ ich mich am Sonntag wecken, stand auf und frühstückte. Dann packte ich meine Tasche und ging zur Straßenbahn, mit der ich um sieben Uhr losfuhr. Wenige Minuten später erreichte ich den Bahnhof Walle, wo ich um 7:21 Uhr die Nordwestbahn zum Hauptbahnhof bestieg, wo der Zug wenige Minuten später ankam. Hier stand bereits der Metronom nach Hamburg bereit.
Da keine einzige Wolke am Himmel war und sich dies heute auch nicht ändern sollte, hatte ich während des gesamten Tages meine Spezial-Sonnenbrille auf. Der Metronom fuhr pünktlich um 7:33 Uhr los und kam um Viertel vor neun Uhr am Hamburger Hauptbahnhof an. Hier kaufte ich mir eine Tageskarte, welche innerhalb der sogenannten „4 Ringe“ gültig war und bis nach Bad Oldesloe gelten sollte. Dann bestieg ich den Regionalexpress in Richtung Lübeck, welcher um 9:05 Uhr startete. Nachdem ich mein mitgebrachtes Brot verzehrt hatte, zog ich mich auf der Toilette um: Ich trug meine kurze Läuferhose, darüber die lange Hose, obenrum ein Trikot und darüber einen langen Pulli, Handschuhe und auf dem Kopf eine Mütze und die Spezial-Sonnenbrille. Einige Passagier hielten mich für einen Snowboarder und ich setzte mich nun zu Ihnen, um zu erklären, dass ich heute lediglich laufen wollte.
Schon nachdem der Zug Hamburg verlassen hatte, war mir aufgefallen, dass die Gegend hier ganz anders aussah als auf der Strecke Bremen-Hamburg: Es lag nämlich überall Schnee. Es schneite zwar nicht, aber wegen der niedrigen Temperaturen konnte der Schnee nicht wegschmelzen. Da der heutige Halbmarathonkurs über Waldwege führen sollte, befürchtete ich, dass es ähnlich schwierig werden sollte wie in Langenrehm vor einer Woche, denn der Weg war mit Sicherheit nicht geräumt worden.
Beim ersten Halt des Zuges musste ich aussteigen. Wir erreichten Bad Oldesloe um 9:30 Uhr. Um 10:15 Uhr sollte der Halbmarathon starten. Den Weg zum Stadion hatte ich mir bei google-maps vorher angeschaut: Ich musste lediglich die Bahnstrecke einen Kilometer zurücklaufen. Unterwegs traf ich einen weiteren Läufer, welcher sich mir anschloss. Er hieß Klas, kam ursprünglich aus Schweden und trat heute auch zum ersten Mal beim Travelauf an. Nach kurzer Zeit erreichten wir das Stadion. Die Startnummernausgabe befand sich nebenan in einer Schule. Hier wurde mir mitgeteilt, dass ich offenbar noch gar nicht angemeldet war. Jetzt wurde mir klar, warum die Startgebühren bisher von meinem Konto nicht abgebucht worden waren. Glücklicherweise war eine Nachmeldung möglich. Ich füllte einen Zettel mit meinen Daten aus. Den Eintrag für den Verein ließ ich frei. Die Nachmeldung kostete mich drei Euro zusätzlich, insgesamt zahlte ich 13 Euro.
Meine Tasche konnte ich in der Sporthalle abstellen, wo allerdings keine Überwachung stattfand. Dann ging ich hinaus neben den Sportplatz, wo die Startgerade war. Über Lautsprecher erklärte uns der Kommentator dir Strecke, welche immer geradeaus führen sollte. Sich zu verlaufen sollte eigentlich gar nicht möglich sein. Um 10:00 Uhr startete der Zehn-Kilometerlauf. Nachdem ich einige Dehnübungen gemacht hatte, ging ich nun auch zur Startgeraden. Um 10:15 Uhr ging es dann endlich los.
Der Weg führte erst eine Straße mit hohem Anstieg hinauf und dann auf einen Wanderweg. Von hier an hatten wir durchgehend eine Schnee- und Eisschicht unter uns. Zunächst war der Boden überwiegend festgefroren und beim Laufen hörte man Geräusche, aus denen man schließen konnte, dass die Eisdecke jederzeit einbrechen könnte. Dann wurde es unangenehmer: Der Schnee lag teilweise 30 Zentimeter hoch. An manchen Stellen versank ich mit den Schuhen darin.
Die ersten Kilometer (sie waren gut ausgeschildert) waren zeitlich noch akzeptabel: Nur achteinhalb Minuten brauchte ich für die ersten 2000 Meter. Doch dann ging es immer schwieriger voran: Ich musste mir die Ideallinie suchen, auf welcher der Schnee von wenigen hier verkehrenden Autos platt gedrückt war. An einigen Stellen war aber nie ein Auto vorbeigekommen, so dass ich mitten durch die tiefe Schneeschicht durchmusste.
Unser Kurs kreuzte eine Landstraße, wo die Feuerwehr den Weg für uns freihielt. Kurz darauf war der erste Versorgungspunkt, wo ich einen Becher mit warmem Wasser bekam. Dann ging es weiter durch die winterliche Landschaft. Nach 2,5 Kilometern erreichten wir den Wendepunkt für den Fünf-Kilometerlauf. Kurz darauf erreichte ich schon die langsamsten der Zehn-Kilometerläufer und überholte sie. Einige Zeit später kamen mir die Zehn-Kilometerläufer entgegen, welche sich auf dem Rückweg befanden. Jetzt wurde die Strecke richtig eng und es damit noch schwieriger, eine gute Spur zum Laufen zu finden
Am Wendepunkt für den Zehn-Kilometerlauf musste ich geradeaus. Hier befand sich ein Streckenposten. Kurz darauf liefen wir unter der Autobahn durch: Fünfzig Meter lang hatten wir richtigen Asphalt ohne Schneedecke unter uns.
Inzwischen wurde ich von einigen Konkurrenten überholt, die mit den Witterungsbedingungen offenbar besser zurechtkamen. An einer weiteren Stelle, wo eine Landstraße den Kurs kreuzte, standen Streckenposten und applaudierten. Beim zweiten Versorgungspunkt bekam ich warmen Tee. Dann hatte ich endlich den Wendepunkt erreicht, wo ich um den Streckenposten herumlaufen musste. Für die Hälfte der Strecke hatte ich über 50 Minuten benötigt.
Auf dem Rückweg wurde es anfangs wieder eng, da ich den mir entgegenkommenden Läufern Platz machen musste. Außerdem wurde ich auch jetzt wieder von einigen überholt. Insgesamt machte mir dieses Rennen nicht besonders viel Spaß, da ich ständig auf den Boden schauen und mir die am wenigsten unangenehmste Spur zum Laufen aussuchen musste. Die langsamste Halbmarathonläuferin wurde von einem Radfahrer begleitet, welcher offenbar den Abschluss bildete. Dieser Radfahrer musste mit dem Vorankommen noch größere Schwierigkeiten haben als wir Läufer.
Beim Rückweg nahm ich zunächst wieder einen Becher Tee an der einen Versorgungsstelle. Nachdem ich dann einige der Läufer vor mir wieder überholt hatte, war ich plötzlich ganz alleine unterwegs, denn meinen Vordermann hatte ich aus den Augen verloren. Zum Glück führte der Weg immer geradeaus. An der zweiten Versorgungsstelle bekam ich wieder Tee, allerdings handelte es sich hier offenbar um schwarzen Tee, welcher mir überhaupt nicht schmeckte.
An einer Verzweigung wurde ich dann doch ein bisschen unsicher und fragte vorbeikommende Spaziergänger, ob ich richtig sei. Sie bestätigten es. Nun war es noch ein Kilometer bis zum Ziel. Als ich die Stelle erreichte, wo die Straße nach unten führte, lief ich so schnell es ging. Da weder vor noch hinter mir gerade ein anderer Läufer war, kam ich ganz allein über die Ziellinie und der Kommentator nannte meinen Namen. Dabei fügte er hinzu, dass so ein Läufer wie ich doch unbedingt einem Verein beitreten sollte. Man erinnere sich, dass ich bei der Nachmeldung das Feld für den Verein freigelassen hatte.
Kurz hinter der Ziellinie scannte ein Helfer meine Nummer, um die Zeit zu erfassen. Ich hatte knapp unter 1:45 Stunden gebraucht. Auf dem Sportgelände bekam ich Tee zu trinken. Ich sah hier einige Pokale, welche angeblich für die Altersklassensieger aller Läufe vorgesehen waren. Ich gehörte mit Sicherheit nicht zu diesen Siegern und ging daher erst einmal in die Sporthalle zu meiner Tasche zurück. Ich holte mein Badetuch hervor und ging duschen. Danach zog ich mich wieder an, nahm die Tasche über den Arm und ging noch einmal zum Sportgelände. Jetzt fiel mir ein, dass ich doch in der Ausschreibung etwas von einer Finisher-Medaille gelesen hatte. Ich erkundigte mich und erfuhr, dass es hier doch keine Medaillen gegen würde. Dies heute war für mich im Jahr 2013 bereits der vierte Halbmarathon, aber bis jetzt hatte ich keine Medaille erhalten.
Ich ging nun den Weg zum Bahnhof zurück und kam gerade noch rechtzeitig zur Regionalbahn nach Hamburg, welche um 12:31 Uhr starten sollte. Diese Regionalbahn hielt an allen Unterwegsbahnhöfen (u.a. in Kupfermühle) und benötigte eine Dreiviertelstunde bis zum Hamburger Hauptbahnhof. Mit der S-Bahn fuhr ich weiter nach Harburg, wo ich meine Tageskarte für zwei Euro an einen Rentner weiterverkaufte. Dann bestieg ich den Metronom-Regional nach Bremen, wo ich kurz nach 15 Uhr ankam. Gegen 16 Uhr war ich zu Hause. Nachdem ich gegessen hatte, legte ich mich um 17 Uhr schlafen und wachte erst drei Stunden später wieder auf.
Montag, 25. März 2013
Montag, 18. März 2013
Halbmarathon Langenrehm 2013-03-17
Der zweiundsechzigste Halbmarathon meines Lebens.
Genau wie im letzten Jahr folgte auf den Frankfurt-Halbmarathon eine Woche später der Halbmarathon in Langenrehm, veranstaltet von der LGHNF. Diesmal hatte ich mich auf das Ereignis logistisch besser vorbereitet, denn mir stand ein Fahrrad zur Verfügung, mit dem ich an diesem Morgen kurz vor halb acht Uhr zum Bahnhof Oslebshausen fuhr. Die Verbindung war knapp kalkuliert worden: Im Gegensatz zum Vorjahr sollte ich eine Stunde später in Klecken ankommen, von wo aus ich mit dem Fahrrad zum Parkplatz im Rosengarten fahren wollte.
In Oslebshausen bestieg ich zusammen mit meinem Fahrrad die Nordwestbahn zum Hauptbahnhof um Viertel vor acht Uhr. Einige Minuten später erreichten wir den Hauptbahnhof, wo um acht Uhr der Metronom-Regional in Richtung Hamburg startete. Nach über einer Stunde Fahrt kamen wir kurz nach neun Uhr in Klecken an. Der Halbmarathon in Langenrehm sollte um zehn Uhr starten. Bis dahin musste ich die acht Kilometer des verbleibenden Weges zurückgelegt haben.
Leider war es in Norddeutschland immer noch ziemlich winterlich. Mit dem Fahrrad kam ich nach Nenndorf und auch an die Stelle, wo mich letztes Jahr der Autofahrer mitgenommen hatte. In der darauffolgenden Ortschaft konnte ich eine Abzweigung nach links erkennen, die laut Ausschilderung nach Buchholz führte. Ich nahm mir vor, auf dem Rückweg hier entlangzufahren um dann in Buchholz in den Metronom nach Bremen einzusteigen.
Zunächst bog ich aber nach rechts ab, um dann die Stelle zu erreichen, wo die Abzweigung zum Veranstaltungszentrum war. Da diese Abzweigung nur von wenigen Autos befahren worden war, war der Boden hier noch fast überall mit Glatteis bedeckt. Zum Glück hielt mich ein Läufer fest, bevor ich mit dem Fahrrad umgekippt wäre. Alleine Bremsen brachte ich hier nicht mehr fertig.
Als ich das Veranstaltungszentrum erreicht hatte, waren es nur noch zwanzig Minuten bis zum Start. Ich aß zwei meiner mitgebrachten Knäckebrot-Sandwiches und holte mir dann meine Startnummer ab. Bei der Kleidung entschied ich mich, in kurzer Hose und mit einfachem Trikot (ohne Pulli), dem vom Wilhelmshaven-Marathon 2010, anzutreten. Da die Sonne nicht schien, verzichtete ich auf meine Spezial-Brille. Allerdings zog ich Handschuhe an.
Die Tasche konnte ich beim Info-Stand abgeben. Toiletten und Duschen gab es (genau wie letztes Jahr) nicht. Da es jetzt kurz vor zehn Uhr war, musste ich zur Startgeraden, die sich ein bisschen weiter weg befand. Das Veranstaltungszentrum war beim Zielbereich. Nach einigen Minuten kam ich zur Startgeraden. Die Laufstrecke war genau die gleiche wie im Vorjahr. Der Moderator machte uns darauf aufmerksam, dass der schnee- und eisbedeckte Boden auch auf der Strecke anhalten würde. Heute sollte man also nicht auf seine Bestzeit achten, sondern eher darauf, unversehrt das Ziel zu erreichen.
Dann ging es los. Ich stand relativ weit vorne im Feld, musste auf der Geraden (Kurs nach Süden in Richtung Buchholz) aber zunächst einige Male überholen. Dann konnte ich die Strecke ein bisschen besser überblicken. Die Ankündigung über die Bodenverhältnisse bestätigte sich leider: Fast der gesamte Weg war mit Glatteis bedeckt.
Die Kilometer waren ausgeschildert, ich merkte aber schnell, dass eine neue Bestzeit heute nicht möglich war. Bei der ersten Waldschneise liefen wir unter einer Stromtrasse hindurch. Bei der zweiten Schneise überquerten wir die Autobahn. Etwa 50 Sekunden, bevor der Wendepunkt erreicht war, kamen mir die ersten Läufer wieder entgegen. Ich verzichtete aber zunächst darauf, zu zählen, auf welcher Position ich mich befand.
Beim Wendepunkt stand eine Anordnung von Verkehrshütchen, um die ich herumlaufen musste. Dann bekam ich einen Becher mit lauwarmem Tee (heißer Tee wäre jetzt ein bisschen unangenehm gewesen). Nun folgten die gleichen fünf Kilometer zurück zum Startpunkt. Hier konnte ich nun das etwas umfangreichere Feld hinter mir betrachten. Eine einsam laufende Frau bildete dabei den Abschluss.
Ich stellte fest, dass meine Unterarme sich rot gefärbt hatten. Es wäre vielleicht doch vernünftiger gewesen, heute einen Pullover zu tragen. Kurz, bevor ich wieder den Startpunkt erreicht hatte, kamen mir wieder die ersten Läufer entgegen. Diesmal zählte ich sie. Ich befand mich auf Position 18. Der Wendepunkt war mit einem einzigen Hütchen markiert. Hier wurde ich vom Streckenposten darauf hingewiesen, extrem vorsichtig zu sein. In dieser engen Kurve bestand erhöhte Gefahr, auszurutschen. Als ich dann gewendet hatte, wurde ein Foto von mir geschossen. Nun, nach zehn Kilometern, befand ich mich auf der zweiten Runde.
Ich wurde hier von einem Läufer überholt und rutsche auf Position 19 ab, die ich bis zum Ende beibehielt. Ich erreichte wieder die beiden Waldschneisen mit Oberleitung und Autobahn und war dann kurz vor dem Wendepunkt, als mein Vordermann, der mich am Anfang der zweiten Runde noch überholt hatte, auf dem glatten Boden plötzlich ausrutschte und hinfiel. Er konnte jedoch sofort wieder aufstehen und weiterlaufen, noch bevor ich ihn überholt hatte. Dann war auch schon der Wendepunkt erreicht worden, wo ich erneut einen Becher Tee bekam. Es folgte der Rückweg.
Es begann nun zu schneien, was die Situation für mich und alle anderen Läufer noch unangenehmer machte. Als ich den Startpunkt wieder erreicht hatte, musste ich noch die Ausgleichsstrecke von 1,1 Kilometer absolvieren. Hier ging es ein Stückchen bergab, wo ich richtig beschleunigte. Der Geruch von verbranntem Benzin ließ mich vermuten, dass hier Autos in der Nähe waren. Ein Streckenposten wies mir den Weg nach rechts, wo ich dann an zwei Holzfällern mit Motorsägen vorbeimusste. Daher also dieser Geruch.
Nun befand ich mich auf der Zielgeraden. Gemessen wurde nur die Brutto-Zeit und ich erkannte an der Digitalanzeige im Ziel, dass ich zwischen 92 und 93 Minuten gebraucht hatte. Ich nahm mir einen Becher Tee, holte meine Tasche und zog mir dann die lange Kleidung über die Kleidung drüber, in welcher ich gelaufen war. Zum Glück schwitzte ich kaum. Noch während ich mich anzog, begann die Siegerehrung, welche sich auf die Teilnehmer des Cups bezog, bei welchem heute der dritte von drei Läufen absolviert worden war. Ich selber hatte nur an diesem dritten Lauf teilgenommen und konnte daher keinen Preis erwarten. Ich schwang mich auf mein Fahrrad und begann, die acht Kilometer lange Strecke nach Buchholz zurückzulegen. Dabei begann nun ein sehr unangenehmer Wind zu wehen, der zur Folge hatte, dass der Schnee sich nicht von oben nach unten sondern von links nach rechts bewegte. Glücklicherweise verfuhr ich mich kein einziges Mal und kam schließlich am Bahnhof in Buchholz an, wo ich um 13:38 Uhr den schnellen Metronom nach Bremen besteigen konnte. Von dort aus nahm die Nordwestbahn nach Walle und kam gegen 15 Uhr mit dem Fahrrad zu Hause an.
Genau wie im letzten Jahr folgte auf den Frankfurt-Halbmarathon eine Woche später der Halbmarathon in Langenrehm, veranstaltet von der LGHNF. Diesmal hatte ich mich auf das Ereignis logistisch besser vorbereitet, denn mir stand ein Fahrrad zur Verfügung, mit dem ich an diesem Morgen kurz vor halb acht Uhr zum Bahnhof Oslebshausen fuhr. Die Verbindung war knapp kalkuliert worden: Im Gegensatz zum Vorjahr sollte ich eine Stunde später in Klecken ankommen, von wo aus ich mit dem Fahrrad zum Parkplatz im Rosengarten fahren wollte.
In Oslebshausen bestieg ich zusammen mit meinem Fahrrad die Nordwestbahn zum Hauptbahnhof um Viertel vor acht Uhr. Einige Minuten später erreichten wir den Hauptbahnhof, wo um acht Uhr der Metronom-Regional in Richtung Hamburg startete. Nach über einer Stunde Fahrt kamen wir kurz nach neun Uhr in Klecken an. Der Halbmarathon in Langenrehm sollte um zehn Uhr starten. Bis dahin musste ich die acht Kilometer des verbleibenden Weges zurückgelegt haben.
Leider war es in Norddeutschland immer noch ziemlich winterlich. Mit dem Fahrrad kam ich nach Nenndorf und auch an die Stelle, wo mich letztes Jahr der Autofahrer mitgenommen hatte. In der darauffolgenden Ortschaft konnte ich eine Abzweigung nach links erkennen, die laut Ausschilderung nach Buchholz führte. Ich nahm mir vor, auf dem Rückweg hier entlangzufahren um dann in Buchholz in den Metronom nach Bremen einzusteigen.
Zunächst bog ich aber nach rechts ab, um dann die Stelle zu erreichen, wo die Abzweigung zum Veranstaltungszentrum war. Da diese Abzweigung nur von wenigen Autos befahren worden war, war der Boden hier noch fast überall mit Glatteis bedeckt. Zum Glück hielt mich ein Läufer fest, bevor ich mit dem Fahrrad umgekippt wäre. Alleine Bremsen brachte ich hier nicht mehr fertig.
Als ich das Veranstaltungszentrum erreicht hatte, waren es nur noch zwanzig Minuten bis zum Start. Ich aß zwei meiner mitgebrachten Knäckebrot-Sandwiches und holte mir dann meine Startnummer ab. Bei der Kleidung entschied ich mich, in kurzer Hose und mit einfachem Trikot (ohne Pulli), dem vom Wilhelmshaven-Marathon 2010, anzutreten. Da die Sonne nicht schien, verzichtete ich auf meine Spezial-Brille. Allerdings zog ich Handschuhe an.
Die Tasche konnte ich beim Info-Stand abgeben. Toiletten und Duschen gab es (genau wie letztes Jahr) nicht. Da es jetzt kurz vor zehn Uhr war, musste ich zur Startgeraden, die sich ein bisschen weiter weg befand. Das Veranstaltungszentrum war beim Zielbereich. Nach einigen Minuten kam ich zur Startgeraden. Die Laufstrecke war genau die gleiche wie im Vorjahr. Der Moderator machte uns darauf aufmerksam, dass der schnee- und eisbedeckte Boden auch auf der Strecke anhalten würde. Heute sollte man also nicht auf seine Bestzeit achten, sondern eher darauf, unversehrt das Ziel zu erreichen.
Dann ging es los. Ich stand relativ weit vorne im Feld, musste auf der Geraden (Kurs nach Süden in Richtung Buchholz) aber zunächst einige Male überholen. Dann konnte ich die Strecke ein bisschen besser überblicken. Die Ankündigung über die Bodenverhältnisse bestätigte sich leider: Fast der gesamte Weg war mit Glatteis bedeckt.
Die Kilometer waren ausgeschildert, ich merkte aber schnell, dass eine neue Bestzeit heute nicht möglich war. Bei der ersten Waldschneise liefen wir unter einer Stromtrasse hindurch. Bei der zweiten Schneise überquerten wir die Autobahn. Etwa 50 Sekunden, bevor der Wendepunkt erreicht war, kamen mir die ersten Läufer wieder entgegen. Ich verzichtete aber zunächst darauf, zu zählen, auf welcher Position ich mich befand.
Beim Wendepunkt stand eine Anordnung von Verkehrshütchen, um die ich herumlaufen musste. Dann bekam ich einen Becher mit lauwarmem Tee (heißer Tee wäre jetzt ein bisschen unangenehm gewesen). Nun folgten die gleichen fünf Kilometer zurück zum Startpunkt. Hier konnte ich nun das etwas umfangreichere Feld hinter mir betrachten. Eine einsam laufende Frau bildete dabei den Abschluss.
Ich stellte fest, dass meine Unterarme sich rot gefärbt hatten. Es wäre vielleicht doch vernünftiger gewesen, heute einen Pullover zu tragen. Kurz, bevor ich wieder den Startpunkt erreicht hatte, kamen mir wieder die ersten Läufer entgegen. Diesmal zählte ich sie. Ich befand mich auf Position 18. Der Wendepunkt war mit einem einzigen Hütchen markiert. Hier wurde ich vom Streckenposten darauf hingewiesen, extrem vorsichtig zu sein. In dieser engen Kurve bestand erhöhte Gefahr, auszurutschen. Als ich dann gewendet hatte, wurde ein Foto von mir geschossen. Nun, nach zehn Kilometern, befand ich mich auf der zweiten Runde.
Ich wurde hier von einem Läufer überholt und rutsche auf Position 19 ab, die ich bis zum Ende beibehielt. Ich erreichte wieder die beiden Waldschneisen mit Oberleitung und Autobahn und war dann kurz vor dem Wendepunkt, als mein Vordermann, der mich am Anfang der zweiten Runde noch überholt hatte, auf dem glatten Boden plötzlich ausrutschte und hinfiel. Er konnte jedoch sofort wieder aufstehen und weiterlaufen, noch bevor ich ihn überholt hatte. Dann war auch schon der Wendepunkt erreicht worden, wo ich erneut einen Becher Tee bekam. Es folgte der Rückweg.
Es begann nun zu schneien, was die Situation für mich und alle anderen Läufer noch unangenehmer machte. Als ich den Startpunkt wieder erreicht hatte, musste ich noch die Ausgleichsstrecke von 1,1 Kilometer absolvieren. Hier ging es ein Stückchen bergab, wo ich richtig beschleunigte. Der Geruch von verbranntem Benzin ließ mich vermuten, dass hier Autos in der Nähe waren. Ein Streckenposten wies mir den Weg nach rechts, wo ich dann an zwei Holzfällern mit Motorsägen vorbeimusste. Daher also dieser Geruch.
Nun befand ich mich auf der Zielgeraden. Gemessen wurde nur die Brutto-Zeit und ich erkannte an der Digitalanzeige im Ziel, dass ich zwischen 92 und 93 Minuten gebraucht hatte. Ich nahm mir einen Becher Tee, holte meine Tasche und zog mir dann die lange Kleidung über die Kleidung drüber, in welcher ich gelaufen war. Zum Glück schwitzte ich kaum. Noch während ich mich anzog, begann die Siegerehrung, welche sich auf die Teilnehmer des Cups bezog, bei welchem heute der dritte von drei Läufen absolviert worden war. Ich selber hatte nur an diesem dritten Lauf teilgenommen und konnte daher keinen Preis erwarten. Ich schwang mich auf mein Fahrrad und begann, die acht Kilometer lange Strecke nach Buchholz zurückzulegen. Dabei begann nun ein sehr unangenehmer Wind zu wehen, der zur Folge hatte, dass der Schnee sich nicht von oben nach unten sondern von links nach rechts bewegte. Glücklicherweise verfuhr ich mich kein einziges Mal und kam schließlich am Bahnhof in Buchholz an, wo ich um 13:38 Uhr den schnellen Metronom nach Bremen besteigen konnte. Von dort aus nahm die Nordwestbahn nach Walle und kam gegen 15 Uhr mit dem Fahrrad zu Hause an.
Dienstag, 12. März 2013
Halbmarathon Frankfurt 2013-03-10
Der einundsechzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der elfte Frankfurter Lufthansa-Halbmarathon.
In diesem Jahr bildete der Frankfurter Halbmarathon für mich nicht die Auftaktveranstaltung, da ich ja bereits im Februar in Oggersheim gelaufen war. Ansonsten hatte sich aber nicht viel geändert: Anfahrt und Strecke waren gleichgeblieben. Eine Medaille gab es wie immer nicht, dafür war das Antrittsgeld aber auf 15 Euro erhöht worden.
Nachdem ich am Samstagabend ausgiebig gegessen hatte, ging ich zur Straßenbahn und fuhr kurz nach 23 Uhr zum Hauptbahnhof. Hier war an Gleis 9 und 10 wenig los. Um 23:41 Uhr fuhr der Intercity aus Hamburg ein. Ich fand darin so viel Platz vor wie noch nie: Jedes zweite der kleinen Abteile war frei. So konnte ich die ganze Fahrt alleine verbringen und die ausfahrbaren Sitze beliebig positionieren. Leider half dies alles nichts: Da ich von zu Hause weder Decke noch Kissen mitgebracht hatte, konnte ich keine einzige Minute schlafen.
Um Viertel vor sieben Uhr kam der Zug am Frankfurter Flughafen an. Hier setzte ich mich vor dem Rewe-Supermarkt, welcher auch sonntags ab fünf Uhr geöffnet hatte, an einen Tisch und aß das erste meiner mitgebrachten Brote. Dann suchte ich den Regionalbahnhof, welchen ich letztes Jahr nur mit Mühe gefunden hatte. Diesmal ging es etwas leichter, ich musste eigentlich nur den Ausschilderungen folgen.
Vom Regionalbahnhof war es mit der S-Bahn eine Station bis zum Stadion. Es war kurz nach acht Uhr, als ich hier ankam. Ich sprach gleich den ersten Läufer an, dem ich begegnete. Er war aus Düsseldorf angereist. Gemeinsam gingen wie zehn Minuten lang zum Stadion.
Ich fühlte mich heute schlechter als in den beiden Vorjahren. Ich merkte deutlich, dass ich nicht geschlafen hatte und immer wieder überkam mich ein leichter Schwindel. Ich konnte nur hoffen, dass die Zeit bis zum Startschuss schnell verging.
Am Stadion ging ich zunächst zur Startunterlagenausgabe. Die Unterlagen bestanden aus der Startnummer und nichts weiter. Ich schaute mir noch die Gegend um das Stadion an und ging dann in den großen Vorraum der Umkleidekabine, wo ich das zweite meiner beiden mitgebrachten Brote verzehrte. Dann zog ich mich um. Die Taschen blieben unbewacht im Vorraum stehen, die Wertsachen konnte allerdings abgegeben und gegen Vorzeigen der Startnummer wieder abgeholt werden.
In Bremen hatten wir in den letzten Tagen einen Wintereinbruch erlebt, im Süden von Deutschland war es aber noch warm. Ich entschied mich daher, die kurze Hose zu tragen und obenrum das Trikot vom Berliner Halbmarathon. Da die Sonne bis jetzt schien, nahm ich auch meine Spezialsonnenbrille zur Hand.
Gegen 9:40 Uhr verließ ich die Katakomben des Stadions und ging zur Startgeraden. Ich musste wirklich aufpassen, wo ich hintrat, da meine Wahrnehmungssinne unter dem Schlafmangel litten.
Die Startgerade war mit Markierungen für einzelne Zielzeiten versehen. Da ich eine Zeit von 90 Minuten anstrebte, musste ich vor den Bereich, welcher für Zielzeiten und 1:35 bis 1:45 vorgesehen war. Ich war verwundert, dass hier so viel Platz war. Die Sportler neben mir bestätigten mir aber, dass ich hier richtig sei.
Die „Elite“ startete um Punkt zehn Uhr. Da diese Gruppe nur aus wenigen Teilnehmern bestand (afrikanische „Topsportler“ waren meines Wissens nicht darunter), durfte das „Fußvolk“ schon zwei Minuten später ran. Hier befand ich mich ganz vorne.
Nach dem Start folgte zunächst die enge Unterführung unter der S-Bahn-Linie hindurch. Dahinter wurde der Weg zwar breiter, aber ich musste doch nach rechts und links ausweichen, wenn ich überholten wollte.
Da Schild für den ersten Kilometer erreichte ich nach 4:25 Minuten. Eine gute Zeit, da ich wegen des hohen Läuferaufkommens nicht immer so schnell vorankam, wie ich eigentlich gekonnt hätte.
Am ersten Wendepunkt kurz dahinter stand die erste größere Zuschauermasse. Ich erinnerte mich an das letzte Jahr, als uns die Leute Plakate entgegenhielten, mit denen sie ihre Wut über den Flughafenausbau zum Ausdruck brachten. Diesmal waren die Zuschauer offenbar rein sportlich interessiert und jubelten uns zu.
Die nun folgende Gerade war ziemlich eng, so dass ich wieder Probleme hatte, zu überholen. Die Schilder für Kilometer zwei und drei waren bedruckt mit der Aufschrift „BMW-Marathon Frankfurt“. Diese Veranstaltung war aber im Oktober. Ich fragte meinen Nebenmann, ob diese Schilder jetzt für diese Veranstaltung galten und er bejahte. Auf der ersten Hälfte der Strecke gelang es mir nun tatsächlich, pro Kilometer bei ziemlich genau vier Minuten zu bleiben.
Auf der Geraden waren wir links und rechts von Wald umgeben. Wir liefen in westliche Richtung. Zwischen Kilometer drei und vier folgte dann eine 170°-Kurve. Hier konnte ich kurz das Feld vor mir sehen. Als ich den Wendepunkt hinter mir hatte, tauchen die Bürohochhäuser Niederrad auf. Dann wurden die Straßenbahnschienen überquert und wir liefen durch dieses Stadtviertel, wo uns wieder einige Zuschauer applaudierten.
Nach fünf Kilometern tauchte der Main auf. Wir liefen auf ihn zu und bogen dann nach rechts, nach Osten, ab. Noch liefen wir nicht direkt am Ufer sondern an einer Hauptstraße, die einige Meter oberhalb des Flusspegels verlief. Bis jetzt hatte ich meine Sonnenbrille immer wieder auf- und abgesetzt. Nun aber wurde die Wolkendecke dichter und ich hielt die Spezialbrille fast ununterbrochen in meiner Hand.
Nach einer langen Geraden auf der für Autos gesperrten Hauptstraße verließen wir diese, um nun direkt am Mainufer weiterzulaufen. Hier kamen uns auch „normale“ Jogger entgegen und zahlreiche Zuschauer beklatschten uns. Links von uns, auf der anderen Seite des Mains, war das Bankenviertel zu sehen. Hinter einer Unterführung unter einer Brücke hindurch verließen wir wieder den Uferweg. Es ging zurück auf die Verkehrsstraße und dann war der berühmte Kilometer 9,7 erreicht, wo sich die erste Versorgungsstelle befand. Ich nahm mir einen Becher, der halbvoll mit irgendeinem Saft war.
Wir kamen nun in ein Gebiet, welches ein bisschen an die Innenstadt erinnerte. Nach einer Abzweigung nach rechts war die Zehn-Kilometer-Marke erreicht. Hier standen Messgeräte zur Erfassung der Zwischenzeit. Ich hatte für diesen Teil der Strecke kaum über vierzig und einer halben Minuten benötigt. Eine neue Bestzeit war heute tatsächlich möglich.
Nun wurde ich aber ein bisschen langsamer. Für die folgenden Kilometer brauchte ich etwa jeweils zehn Sekunden länger als bisher. Das Teilnehmerfeld war hier inzwischen so weit auseinandergezogen, dass ich manchmal fast alleine unterwegs war. Der Vordermann hatte etwa 15 Meter Vorsprung auf mich und dieselbe Distanz hatte ich auf meinen nächsten Verfolger.
Wir liefen auf die Unterführung einer Bahnlinie zu, wendeten jedoch nach rechts um erst einen Kilometer danach diese Linie zu unterqueren. Nun kamen noch einige hundert Meter bewohntes Gebiet und dann folgte der Abschnitt auf der Landstraße durch den Wald.
An einer Art Kreuzung hielten wir uns links. Wir hatten nun die lange Gerade vor uns, an deren Ende eine 180°-Wende folgen sollte. Hier hatte ich dann längere Zeit die Möglichkeit, das Feld vor mir zu beobachten. Kurz bevor wie den Punkt erreichten, wo die Strecke des Hin- und Rückweges identisch waren, kam noch der zweite und letzte Versorgungspunkt, wo ich einen Becher Wasser bekam. Dann, bei Kilometer 15, vereinigten sich die Strecken.
Ich überlegte kurz, ob ich vielleicht zählen sollte, wie viele Läufer vor mir waren. Aber angesichts der Teilnehmerzahl von über 3000 gab ich den Gedanken sofort wieder auf.
Die Gerade war ziemlich flach und ich konnte nun wieder etwas schneller laufen. Allerdings spürte ich schon seit Längerem Seitenstechen, welches mich immer wieder zwang, die Geschwindigkeit zu drosseln.
Bei den Leuten, die mir entgegenkamen, waren sogar einige Frauen dabei. Bei dieser Massenveranstaltung sollte es mir also nicht gelingen, sämtliche Frauen hinter mir zu lassen. Am Wendepunkt, welcher zwischen Kilometer 16 und 17 war, stand erneut ein Messgerät zur Erfassung der Zwischenzeit. Dadurch wurde auch verhindert, dass Betrüger einfach abkürzten. Auf dem Rückweg sah ich nun das Feld hinter mir, welches schon um einiges dichter war.
Dann kam der Punkt, wo sich beide Strecken trennten. Ich bog nach links ab und nahm nun wieder Kurs auf die Commerzbank-Arena. Die nun folgende Gerade führte wieder durch den Wald. Ich war ständig damit beschäftigt, auszurechnen, welche Zeit ich heute laufen könnte. Unter 1:26h war inzwischen nicht mehr möglich, aber eine neue persönliche Bestzeit könnte es doch werden. Vielleicht würde ich mich in der Arena sofort auf den Rasen legen, denn ich fühlte mich langsam fix und fertig.
Zwei Kilometer vor dem Ziel folgte eine Rechtskurve, die uns auf eine Brücke führte, welche uns über eine Bundesstraße leitete. Hinter der Brücke bekamen wir nun das Stadion zu sehen. Wie im letzten Jahr musste ich erst eine ganze Runde um die Arena laufen, wobei ich hinter der Gitterabsperrung neben mir die Läufer sehen konnte, welche diese Runde bereits absolviert hatten und nun in die Arena einliefen.
Auf der anderen Seite des Stadions erreichte ich nun den Weg, welchen ich heute Morgen vom S-Bahnhof zur Arena zurückgelegt hatte. Meine Kräfte schwanden langsam. Als ich das Stadiongelände wieder erreicht hatte, lief ich noch einmal so schnell es ging. Aber der Weg zog sich in die Länge. Als ich die Arena erreichte, stand meine Uhr bei 1:26h. Im Stadion musste ich noch hundert Meter bis zum Ziel zurücklegen, welches ich nach etwa 1:26:30h erreichte. Ich hatte eine neue Bestzeit hingelegt.
Ich überlegte, ob ich mich nun auf den Boden setzten sollte. Hier lag an fast jeder Ecke ein erschöpfter Läufer. Ich ging weiter bis zum anderen Ausgang der Arena, wo ich mir zwei Becher mit Saft nahm. Nun wollte ich sofort duschen, solange in der Kabine noch genug Platz war.
Da die Umkleiden sich im Keller befanden, musste ich nun die Treppe hinunterlaufen. Dies war zwar unangenehm, aber nicht so schlimm, wie ich es aus anderen Veranstaltungen kannte. Trotz meiner neuen Bestzeit war der Muskelkater erträglich.
Nachdem ich meine Tasche genommen hatte, ging ich in die Umkleide, wo noch reichlich Platz vorhanden war. Beim Duschen musste ich auch nicht anstehen. Ich zog mich danach wieder an und holte meine Wertsachen ab. Als ich die Katakomben verließ, kam gerade das Hauptfeld am Stadion vorbei. Beim Weg zurück zur S-Bahn-Station musste ich die Laufstrecke überqueren. Hier kamen die Sportler mit einer Zielzeit von über zwei Stunden vorbei. Das Feld war so dicht, dass ich längere Zeit auf eine Lücke warten musste.
Mit der nächsten S-Bahn fuhr ich zwei Stationen zum Hauptbahnhof, wo ich in einem Fast-Food-Restaurant ich mein Mittagessen einnahm. Nun war es 13 Uhr. Da mein Zug erst um 14:18 Uhr vom Hauptbahnhof losfahren sollte, ging ich in eine Kneipe und trank dort drei alkoholfreie Bier. Dann ging ich ans Gleis und bestieg den Intercity nach Hannover. Schlafen konnte ich auch hier nicht. Zu meiner Müdigkeit kamen nun auch noch Kopfschmerzen Als ich um 17 Uhr in Hannover ankam, spürte ich den Klimaunterschied: Während das Wetter in Frankfurt zum Laufen perfekt war, schneite es hier.
Um 17:21 Uhr fuhr der Regionalexpress nach Bremen ab. Ich kam gegen halb acht zu Hause an. Der Kopf tat immer stärker weh. Nun konnte ich mich aber endlich in mein Bett legen und die „verlorene“ Nacht nachholen. Ich stand erst wieder um zehn Uhr am nächsten Morgen auf. Die Kopfschmerzen ließen nun langsam nach. Die neue erreichte Bestzeit entschädigte mich jedoch für diesen großen Aufwand.
Der elfte Frankfurter Lufthansa-Halbmarathon.
In diesem Jahr bildete der Frankfurter Halbmarathon für mich nicht die Auftaktveranstaltung, da ich ja bereits im Februar in Oggersheim gelaufen war. Ansonsten hatte sich aber nicht viel geändert: Anfahrt und Strecke waren gleichgeblieben. Eine Medaille gab es wie immer nicht, dafür war das Antrittsgeld aber auf 15 Euro erhöht worden.
Nachdem ich am Samstagabend ausgiebig gegessen hatte, ging ich zur Straßenbahn und fuhr kurz nach 23 Uhr zum Hauptbahnhof. Hier war an Gleis 9 und 10 wenig los. Um 23:41 Uhr fuhr der Intercity aus Hamburg ein. Ich fand darin so viel Platz vor wie noch nie: Jedes zweite der kleinen Abteile war frei. So konnte ich die ganze Fahrt alleine verbringen und die ausfahrbaren Sitze beliebig positionieren. Leider half dies alles nichts: Da ich von zu Hause weder Decke noch Kissen mitgebracht hatte, konnte ich keine einzige Minute schlafen.
Um Viertel vor sieben Uhr kam der Zug am Frankfurter Flughafen an. Hier setzte ich mich vor dem Rewe-Supermarkt, welcher auch sonntags ab fünf Uhr geöffnet hatte, an einen Tisch und aß das erste meiner mitgebrachten Brote. Dann suchte ich den Regionalbahnhof, welchen ich letztes Jahr nur mit Mühe gefunden hatte. Diesmal ging es etwas leichter, ich musste eigentlich nur den Ausschilderungen folgen.
Vom Regionalbahnhof war es mit der S-Bahn eine Station bis zum Stadion. Es war kurz nach acht Uhr, als ich hier ankam. Ich sprach gleich den ersten Läufer an, dem ich begegnete. Er war aus Düsseldorf angereist. Gemeinsam gingen wie zehn Minuten lang zum Stadion.
Ich fühlte mich heute schlechter als in den beiden Vorjahren. Ich merkte deutlich, dass ich nicht geschlafen hatte und immer wieder überkam mich ein leichter Schwindel. Ich konnte nur hoffen, dass die Zeit bis zum Startschuss schnell verging.
Am Stadion ging ich zunächst zur Startunterlagenausgabe. Die Unterlagen bestanden aus der Startnummer und nichts weiter. Ich schaute mir noch die Gegend um das Stadion an und ging dann in den großen Vorraum der Umkleidekabine, wo ich das zweite meiner beiden mitgebrachten Brote verzehrte. Dann zog ich mich um. Die Taschen blieben unbewacht im Vorraum stehen, die Wertsachen konnte allerdings abgegeben und gegen Vorzeigen der Startnummer wieder abgeholt werden.
In Bremen hatten wir in den letzten Tagen einen Wintereinbruch erlebt, im Süden von Deutschland war es aber noch warm. Ich entschied mich daher, die kurze Hose zu tragen und obenrum das Trikot vom Berliner Halbmarathon. Da die Sonne bis jetzt schien, nahm ich auch meine Spezialsonnenbrille zur Hand.
Gegen 9:40 Uhr verließ ich die Katakomben des Stadions und ging zur Startgeraden. Ich musste wirklich aufpassen, wo ich hintrat, da meine Wahrnehmungssinne unter dem Schlafmangel litten.
Die Startgerade war mit Markierungen für einzelne Zielzeiten versehen. Da ich eine Zeit von 90 Minuten anstrebte, musste ich vor den Bereich, welcher für Zielzeiten und 1:35 bis 1:45 vorgesehen war. Ich war verwundert, dass hier so viel Platz war. Die Sportler neben mir bestätigten mir aber, dass ich hier richtig sei.
Die „Elite“ startete um Punkt zehn Uhr. Da diese Gruppe nur aus wenigen Teilnehmern bestand (afrikanische „Topsportler“ waren meines Wissens nicht darunter), durfte das „Fußvolk“ schon zwei Minuten später ran. Hier befand ich mich ganz vorne.
Nach dem Start folgte zunächst die enge Unterführung unter der S-Bahn-Linie hindurch. Dahinter wurde der Weg zwar breiter, aber ich musste doch nach rechts und links ausweichen, wenn ich überholten wollte.
Da Schild für den ersten Kilometer erreichte ich nach 4:25 Minuten. Eine gute Zeit, da ich wegen des hohen Läuferaufkommens nicht immer so schnell vorankam, wie ich eigentlich gekonnt hätte.
Am ersten Wendepunkt kurz dahinter stand die erste größere Zuschauermasse. Ich erinnerte mich an das letzte Jahr, als uns die Leute Plakate entgegenhielten, mit denen sie ihre Wut über den Flughafenausbau zum Ausdruck brachten. Diesmal waren die Zuschauer offenbar rein sportlich interessiert und jubelten uns zu.
Die nun folgende Gerade war ziemlich eng, so dass ich wieder Probleme hatte, zu überholen. Die Schilder für Kilometer zwei und drei waren bedruckt mit der Aufschrift „BMW-Marathon Frankfurt“. Diese Veranstaltung war aber im Oktober. Ich fragte meinen Nebenmann, ob diese Schilder jetzt für diese Veranstaltung galten und er bejahte. Auf der ersten Hälfte der Strecke gelang es mir nun tatsächlich, pro Kilometer bei ziemlich genau vier Minuten zu bleiben.
Auf der Geraden waren wir links und rechts von Wald umgeben. Wir liefen in westliche Richtung. Zwischen Kilometer drei und vier folgte dann eine 170°-Kurve. Hier konnte ich kurz das Feld vor mir sehen. Als ich den Wendepunkt hinter mir hatte, tauchen die Bürohochhäuser Niederrad auf. Dann wurden die Straßenbahnschienen überquert und wir liefen durch dieses Stadtviertel, wo uns wieder einige Zuschauer applaudierten.
Nach fünf Kilometern tauchte der Main auf. Wir liefen auf ihn zu und bogen dann nach rechts, nach Osten, ab. Noch liefen wir nicht direkt am Ufer sondern an einer Hauptstraße, die einige Meter oberhalb des Flusspegels verlief. Bis jetzt hatte ich meine Sonnenbrille immer wieder auf- und abgesetzt. Nun aber wurde die Wolkendecke dichter und ich hielt die Spezialbrille fast ununterbrochen in meiner Hand.
Nach einer langen Geraden auf der für Autos gesperrten Hauptstraße verließen wir diese, um nun direkt am Mainufer weiterzulaufen. Hier kamen uns auch „normale“ Jogger entgegen und zahlreiche Zuschauer beklatschten uns. Links von uns, auf der anderen Seite des Mains, war das Bankenviertel zu sehen. Hinter einer Unterführung unter einer Brücke hindurch verließen wir wieder den Uferweg. Es ging zurück auf die Verkehrsstraße und dann war der berühmte Kilometer 9,7 erreicht, wo sich die erste Versorgungsstelle befand. Ich nahm mir einen Becher, der halbvoll mit irgendeinem Saft war.
Wir kamen nun in ein Gebiet, welches ein bisschen an die Innenstadt erinnerte. Nach einer Abzweigung nach rechts war die Zehn-Kilometer-Marke erreicht. Hier standen Messgeräte zur Erfassung der Zwischenzeit. Ich hatte für diesen Teil der Strecke kaum über vierzig und einer halben Minuten benötigt. Eine neue Bestzeit war heute tatsächlich möglich.
Nun wurde ich aber ein bisschen langsamer. Für die folgenden Kilometer brauchte ich etwa jeweils zehn Sekunden länger als bisher. Das Teilnehmerfeld war hier inzwischen so weit auseinandergezogen, dass ich manchmal fast alleine unterwegs war. Der Vordermann hatte etwa 15 Meter Vorsprung auf mich und dieselbe Distanz hatte ich auf meinen nächsten Verfolger.
Wir liefen auf die Unterführung einer Bahnlinie zu, wendeten jedoch nach rechts um erst einen Kilometer danach diese Linie zu unterqueren. Nun kamen noch einige hundert Meter bewohntes Gebiet und dann folgte der Abschnitt auf der Landstraße durch den Wald.
An einer Art Kreuzung hielten wir uns links. Wir hatten nun die lange Gerade vor uns, an deren Ende eine 180°-Wende folgen sollte. Hier hatte ich dann längere Zeit die Möglichkeit, das Feld vor mir zu beobachten. Kurz bevor wie den Punkt erreichten, wo die Strecke des Hin- und Rückweges identisch waren, kam noch der zweite und letzte Versorgungspunkt, wo ich einen Becher Wasser bekam. Dann, bei Kilometer 15, vereinigten sich die Strecken.
Ich überlegte kurz, ob ich vielleicht zählen sollte, wie viele Läufer vor mir waren. Aber angesichts der Teilnehmerzahl von über 3000 gab ich den Gedanken sofort wieder auf.
Die Gerade war ziemlich flach und ich konnte nun wieder etwas schneller laufen. Allerdings spürte ich schon seit Längerem Seitenstechen, welches mich immer wieder zwang, die Geschwindigkeit zu drosseln.
Bei den Leuten, die mir entgegenkamen, waren sogar einige Frauen dabei. Bei dieser Massenveranstaltung sollte es mir also nicht gelingen, sämtliche Frauen hinter mir zu lassen. Am Wendepunkt, welcher zwischen Kilometer 16 und 17 war, stand erneut ein Messgerät zur Erfassung der Zwischenzeit. Dadurch wurde auch verhindert, dass Betrüger einfach abkürzten. Auf dem Rückweg sah ich nun das Feld hinter mir, welches schon um einiges dichter war.
Dann kam der Punkt, wo sich beide Strecken trennten. Ich bog nach links ab und nahm nun wieder Kurs auf die Commerzbank-Arena. Die nun folgende Gerade führte wieder durch den Wald. Ich war ständig damit beschäftigt, auszurechnen, welche Zeit ich heute laufen könnte. Unter 1:26h war inzwischen nicht mehr möglich, aber eine neue persönliche Bestzeit könnte es doch werden. Vielleicht würde ich mich in der Arena sofort auf den Rasen legen, denn ich fühlte mich langsam fix und fertig.
Zwei Kilometer vor dem Ziel folgte eine Rechtskurve, die uns auf eine Brücke führte, welche uns über eine Bundesstraße leitete. Hinter der Brücke bekamen wir nun das Stadion zu sehen. Wie im letzten Jahr musste ich erst eine ganze Runde um die Arena laufen, wobei ich hinter der Gitterabsperrung neben mir die Läufer sehen konnte, welche diese Runde bereits absolviert hatten und nun in die Arena einliefen.
Auf der anderen Seite des Stadions erreichte ich nun den Weg, welchen ich heute Morgen vom S-Bahnhof zur Arena zurückgelegt hatte. Meine Kräfte schwanden langsam. Als ich das Stadiongelände wieder erreicht hatte, lief ich noch einmal so schnell es ging. Aber der Weg zog sich in die Länge. Als ich die Arena erreichte, stand meine Uhr bei 1:26h. Im Stadion musste ich noch hundert Meter bis zum Ziel zurücklegen, welches ich nach etwa 1:26:30h erreichte. Ich hatte eine neue Bestzeit hingelegt.
Ich überlegte, ob ich mich nun auf den Boden setzten sollte. Hier lag an fast jeder Ecke ein erschöpfter Läufer. Ich ging weiter bis zum anderen Ausgang der Arena, wo ich mir zwei Becher mit Saft nahm. Nun wollte ich sofort duschen, solange in der Kabine noch genug Platz war.
Da die Umkleiden sich im Keller befanden, musste ich nun die Treppe hinunterlaufen. Dies war zwar unangenehm, aber nicht so schlimm, wie ich es aus anderen Veranstaltungen kannte. Trotz meiner neuen Bestzeit war der Muskelkater erträglich.
Nachdem ich meine Tasche genommen hatte, ging ich in die Umkleide, wo noch reichlich Platz vorhanden war. Beim Duschen musste ich auch nicht anstehen. Ich zog mich danach wieder an und holte meine Wertsachen ab. Als ich die Katakomben verließ, kam gerade das Hauptfeld am Stadion vorbei. Beim Weg zurück zur S-Bahn-Station musste ich die Laufstrecke überqueren. Hier kamen die Sportler mit einer Zielzeit von über zwei Stunden vorbei. Das Feld war so dicht, dass ich längere Zeit auf eine Lücke warten musste.
Mit der nächsten S-Bahn fuhr ich zwei Stationen zum Hauptbahnhof, wo ich in einem Fast-Food-Restaurant ich mein Mittagessen einnahm. Nun war es 13 Uhr. Da mein Zug erst um 14:18 Uhr vom Hauptbahnhof losfahren sollte, ging ich in eine Kneipe und trank dort drei alkoholfreie Bier. Dann ging ich ans Gleis und bestieg den Intercity nach Hannover. Schlafen konnte ich auch hier nicht. Zu meiner Müdigkeit kamen nun auch noch Kopfschmerzen Als ich um 17 Uhr in Hannover ankam, spürte ich den Klimaunterschied: Während das Wetter in Frankfurt zum Laufen perfekt war, schneite es hier.
Um 17:21 Uhr fuhr der Regionalexpress nach Bremen ab. Ich kam gegen halb acht zu Hause an. Der Kopf tat immer stärker weh. Nun konnte ich mich aber endlich in mein Bett legen und die „verlorene“ Nacht nachholen. Ich stand erst wieder um zehn Uhr am nächsten Morgen auf. Die Kopfschmerzen ließen nun langsam nach. Die neue erreichte Bestzeit entschädigte mich jedoch für diesen großen Aufwand.
Montag, 25. Februar 2013
Halbmarathon Kiel 2013-02-23
Liebe Leser,
leider ist mir ein peinliches Missgeschick unterlaufen: Ich hatte mir den Kiel-Marathon für den 24.2.2013 in einem Kalender eingetragen, leider fand er aber schon am 23.2.2013 statt. Dies wurde mir erst klar, als ich am Sonntagmorgen in Kiel ankam...
leider ist mir ein peinliches Missgeschick unterlaufen: Ich hatte mir den Kiel-Marathon für den 24.2.2013 in einem Kalender eingetragen, leider fand er aber schon am 23.2.2013 statt. Dies wurde mir erst klar, als ich am Sonntagmorgen in Kiel ankam...
Dienstag, 19. Februar 2013
Halbmarathon Oggersheim 2013-02-17
Der sechzigste Halbmarathon meines Lebens.
Dieses Jahr begann die Halbmarathonsaison für mich nicht in
Frankfurt, sondern in Oggersheim. Durch Zufall war ich auf diese Veranstaltung
aufmerksam geworden und hatte daher die Möglichkeit, schon im Winter an echten
Wettkämpfen teilzunehmen.
Den genauen Namen der Veranstaltung hatte ich kurz nach der
Anmeldung schon wieder vergessen. Da die Teilnahmegebühr für den Halbmarathon
(daneben gab es noch einen etwas kürzeren Lauf) nur 5€ betrug, stellte ich
nicht allzu große Erwartungen an diesen Wettbewerb. Insbesondere eine
Finishermedaille erwartete ich nicht.
Am Samstagmorgen fuhr ich mit dem Zug von Bremen zunächst nach
Frankenthal, wo ich die Nacht verbringen konnte. Der Halbmarathon sollte um
zehn Uhr am nächsten Morgen starten. Die Nacht konnte ich bei meinem Vater
verbringen. Am nächsten Morgen wurde ich gegen sieben Uhr wach, duschte und
frühstückte zwei Sandwiches, da ich kurz vor dem Lauf nicht noch einmal die
Möglichkeit zum Essen haben würde. Kurz nach neun Uhr fuhr mich mein Vater mit
dem Auto nach Oggersheim zur entsprechenden Sportanlagen, wo sich die
zahlreichen Teilnehmer bereits warmliefen.
Im Vereinsheim konnte ich mir die Startunterlagen abholen.
Sie bestanden lediglich aus der Startnummer mit rotem Hintergrund. Teilnehmer
des kürzeren Laufes hatte eine Nummer auf weißen Hintergrund. In der Kabine zog
ich mich und stellte dann fest, dass ich Pflaster vergessen hatte. Im
Vereinsheim sah ich drei Mitarbeiter des Malteser Rettungsdienstes, welche mich
mit vier Pflastern ausstatten. Zwei davon klebte ich auf meine Brustwarzen,
eines an den linken Zeh des linken Fußes und ein drittes steckte ich in die
Taschentücher-Packung, für den Fall, dass irgendwo unvorhergesehene Beschwerden
auftreten sollten.
Ich trug über der kurzen noch die lange Hose, da es etwa 4°C
kalt war. Zum Glück wehte hier fast kein Wind, im Gegensatz zu meinem Wohnort
im Norden, wo ich das Training deshalb in den letzten Tagen jedes Mal vorzeitig
abbrechen musste. Mütze oder Handschuhe trug ich nicht und auf einen langärmligen
Pullover verzichtete ich ebenfalls.
Als ich von der Toilette zurückkam und die Startgeraden
neben dem Vereinsheim noch nicht sehen konnte, hörte ich bereits, wie die
Starter von zehn bis Null herunterzählten. Es ging also gleich los.
Zum Glück war die Startgerade nicht weit weg und ich konnte
noch unter einer Absperrung hindurchgehen um mich kurz nach dem Startschuss im
Feld einzureihen. Dann überquerte auch ich die Linie und stellte kurz darauf
meine Uhr richtig ein. Offenbar sollte bei den Läufern lediglich die Bruttozeit
gemessen werden und zwar von Hand, denn einen Chip gab es nicht.
Da ich im Mittelfeld der Sportler startete, konnte ich
zunächst nicht so schnell laufen, wie es mir sonst möglich gewesen wäre, denn
Überholmöglichkeiten gab es kaum. Die Kilometer waren zum Glück angegeben,
allerdings nicht in Form von bedruckten Plakaten sondern mit auf den Boden
eingravierten Zahlen.
Die Strecke sollte durch eine Art Naturgebiet nach Südosten
führen. Das Sportgelände selber lag am Rande von Oggersheim in einem
Schrebergartengebiet. Wir mussten zunächst auf asphaltiertem Boden nach Süden
laufen. An der ersten Abzweigung nach rechts stand ein Streckenposten, der uns
den Weg wies. In der ersten Runde war das Teilnehmerfeld noch ziemlich eng, da
hier beide Sportlergruppen zusammenliefen. Sich zu verlaufen war also erst
einmal unmöglich.
Wir liefen nun an einer Art Tümpel entlang. Dabei überholte
ich immer wieder andere Teilnehmer, ohne darauf zu achten, ob diese rote oder
weiße Startnummern trugen.
An den einzelnen Wegkreuzungen standen überall
Streckenposten. Nach etwa fünf Kilometern erreichte ich den Punkt, wo die
Teilnehmer des kürzeren Laufes nach links abbiegen und ich selber geradeaus
laufen musste. Ich als Halbmarathoni musste eine längere Runde hinlegen um dann
nach einer Strecke um einen kleinen Berg wieder mit den anderen Läufern
zusammenzutreffen. Bei der zweiten Runde sollte ich dann die Abkürzung nehmen
dürfen.
Beim Abschnitt um den Berg waren nun nur noch wenige
Teilnehmer in Sichtweite. Als dann die beiden Läufergruppen wieder
zusammentrafen, durfte ich einige Leute, an denen ich Minuten zuvor bereits
vorbeigezogen war, erneut überholen. Der Boden wurde nun ein bisschen
unangenehmer. Es hatte in der Nacht zuvor zwar nicht allzu stark geregnet, aber
eine leichte Schicht feuchter Erde lag trotzdem auf dem Asphaltboden. Beim
Überholen musste in der Mitte des Weges laufen, wo der meiste Dreck lag,
während die Teilnehmer, welche langsamer waren als ich, auf der linken oder
rechten Seite liefen, wo wegen des spärlichen Autoverkehrs kein Dreck lag.
Meine lange Hose wurde mit der Zeit immer schmutziger, genauso wie meine
Schuhe. Zum Glück gab es keine Stelle, wo ich richtig Tief im Matsch versinken
konnte.
Nach der ersten Runde erreichte ich wieder die Startgeraden.
Hier war ein Stand aufgebaut, wo es Getränke gab. Das hatte ich ja beinahe
vergessen, dass es ja auch noch Verpflegung während dem Laufen gab. Es handelte
sich hierbei um die einzige Versorgungsstelle während des ganzen Kurses. Ich
ließ mir einen Becher Tee geben und dann ging es auf in die zweite Runde.
Ich bedauerte nun, dass ich mir die Strecke auf der ersten
Runde nicht gut eingeprägt hatte bzw. auf die Umgebung nicht allzu sehr
geachtet hatte. Auch jetzt überholte ich noch ab und zu einen
Halbmarathonläufer. Ich erkannte nun endgültig, dass sich nur eine Minderheit
an die Halbmarathonstrecke gewagt hatte. Was mich irritierte waren vereinzelte
Läufer ohne Startnummer, welche uns regelmäßig entgegenkamen. Hatten diese
Hobbysportler etwa nicht mitbekommen, dass es heute einen Wettkampf für 5€
Startgebühr gab?
Auf der zweiten Runde musste der Berg nicht umlaufen werden.
Der Streckenposten schickte uns diesmal nach links, wo wir am Berg vorbeiliefen
und dann wieder auf den Kurs trafen, der zum Sportgelände zurückführte. An
einer nun folgenden Weggabelung befand sich kein Streckenposten. Vor mir
befanden sich zwei Läufer, von denen der eine links abbog und derjenige vor mir
geradeauslief. Was sollte denn nun das bedeuten? Ich achtete auf den Mann vor
mir: Als er sich kurz zu mir umdrehte, sah ich, dass er keine Startnummer auf
der Brust trug. Infolgedessen bog ich links ab und folgte dem anderen Sportler.
Es kamen nun noch einige Abzweigungen, wo ich meine
Vorderleute kurzfristig aus den Augen verlor. Zum Glück waren hier ausreichend
Streckenposten vorhanden. Als ich vier Kilometer vor dem Ziel wieder den
Abschnitt mit den Pflastersteinen erreichte, sah ich auf die Uhr: Eine Zeit von
90 Minuten war heute möglich, viel mehr aber auch nicht.
Bis kurz vor Schluss überholte ich noch einige andere
Sportler. Dann erreichte ich das Vereinsgelände, wo ich unter geringem Applaus
über die Ziellinie lief. Ein Mann, der in einem geöffneten LKW am Laptop saß,
notierte meine Zeit.
Ich blieb zunächst zwei Minuten am Rand der Strecke stehen
und beobachtete, wie die erste Frau das Ziel erreichte. Dann begab ich mich zum
Startbereich einige Meter weiter, wo ich, wie nach Beendigung der ersten Runde,
einen Becher Tee trank.
Vor der Umkleidekabine befand sich ein Eimer mit dreckigem
Wasser und zwei Bürsten, mit denen ich meine Schuhe einigermaßen vom Schmutz
befreien konnte. Beim Duschen musste ich nicht lange anstehen und warmes Wasser
gab es hier auch. Nachdem ich mich wieder angezogen hatte, holte mich mein
Vater mit dem Auto ab. Nachdem wir gemeinsam essen gegangen waren, bestieg ich
um 14 Uhr wieder den Zug nach Mainz und dort den Eurocity nach Bremen.
Mittwoch, 14. November 2012
Halbmarathon Südheide 2012-11-03
Leider habe ich beim Südheide-Halbmarathon von Wilsche nach Gifhorn unabsichtlich einen Kilometer abgekürzt und wurde daher disqualifiziert. Einen Bericht möchte ich nicht veröffentlichen.
Montag, 29. Oktober 2012
Halbmarathon Braunschweig 2012-10-28
Der neunundfünfzigste Halbmarathon meines Lebens.
Die zwölften Braunschweiger Lauftage.
Für den Halbmarathon bei den Braunschweiger Lauftagen hatte ich mich bereits im Jahr 2011 angemeldet und daher für die Teilnahme nur knapp über 10 Euro zahlen müssen. Das Ticket für die Hinfahrt mit der Bahn (Fernverkehr) hatte ich 92 Tage vorher gekauft.
Leider war ich in den letzten vier Tagen leicht erkältet gewesen und wusste daher nicht, wie ich das Rennen angehen sollte. Es bestand die Möglichkeit, mich wegen der niedrigen Temperaturen (nur knapp über Null Grad) ein bisschen wärmer zu kleiden und eine vergleichsweise langsame Zeit anzustreben. Letztendlich sollte sich erst am Tag des Rennens entscheiden, wie ich mich verhalten würde, denn ich wollte meinen Gesundheitszustand abwarten. Dank der Zeitumstellung konnte ich relativ lange schlafen. Ich stand (nach Winterzeit) um kurz nach sechs Uhr auf, frühstückte und duschte. Es ging mir besser als in den letzten Tagen, trotzdem packte ich auch eine lange Jogginghose in meine Tasche.
Um kurz nach halb acht Uhr ging ich aus dem Haus und nahm die nächste Straßenbahn zum Hauptbahnhof, wo ich um acht Uhr ankam. In der Bahnhofshalle schaute ich auf die Abfahrtstafel, denn meine größte Sorge war, dass der Intercity nach Leipzig ausfallen würde, was ja bei der Deutschen Bahn keine Seltenheit ist. Zum Glück war dies aber heute nicht der Fall. An Gleis drei stand der Zug abfahrbereit und ich stieg ein.
Nach Zwischenhalten in Verden und Nienburg erreichten wir Hannover. Wegen der Mitnahme von Anschlussreisenden verzögerte sich die Abfahrt hier um fünf Minuten. Planmäßig sollte der Zug kurz nach zehn Uhr in Braunschweig ankommen. Um zehn Uhr sollten dort der Marathon und 200 Läufer des Halbmarathons starten, weitere 500 Teilnehmer des Halbmarathons würden erst um elf Uhr an den Start gehen, zu denen auch ich gehörte.
Das Veranstaltungszentrum lag in der Innenstadt, der Braunschweiger Hauptbahnhof aber etwas außerhalb. Ich kannte den Weg allerdings noch aus dem Vorjahr, wo ich meine Jahresbestzeit 2011 gelaufen war. Als der Zug mit wenig Verspätung ankam, machte ich mich auf den Weg. Nach einer Viertelstunde, während der ich ständig an roten Ampeln warten musste, kam ich in der Fußgängerzone an. Bis jetzt hatte ich keinen Läufer zu Gesicht bekommen. Hatte ich mich im Datum geirrt? Als ich weiter durch die Fußgängerzone schritt, konnte ich schließlich die Stimme des Kommentators hören und bald schon die Menschenmasse am Kohlmarkt sehen.
Bevor ich meine Startnummer abholte, fiel mein Blick auf einen großen Tisch, der voller kleiner Modell-Schuhe aus Metall war. Ich vermutete, dass es diesmal anstatt der gewohnten Medaille einen solchen Schuh für die Finisher geben würde. Dann bekam ich meine Startnummer mit den Zeitmesschips für beide Schuhe und begab mich mit meinem Gepäck zu dem Schulgelände, wo auch letztes Jahr die Taschenabgabe war. In der Kabine neben der Sporthalle konnte ich mich umziehen. Ich hatte mich dazu entschlossen, die „schnellere“ Variante zu wählen: Weder Pulli noch lange Hose noch Handschuhe nahm ich mit sondern gab alles mit der Tasche ab. Lediglich die Spezialsonnenbrille behielt ich auf, denn es war zwar sehr kalt, aber Wolken waren keine am Himmel.
Nun waren es noch etwa zehn Minuten bis zum Start. Ich konnte mich warmlaufen und einige Dehnübungen durchführen, dann reihte ich mich in der Fußgängerzone ins Starterfeld ein. Der Start erfolgte von Süd nach Nord und besonders bis zur ersten Kurve war die Strecke ziemlich eng.
Glücklicherweise erfolgte der Start pünktlich, anders als vor zwei Jahren. Anfangs liefen wir durch die Fußgängerzone und dann auf einen großen Platz hinaus. An eine neue Bestzeit dachte ich heute nicht, denn ich war noch ein bisschen von der Erkältung geschwächt.
Der Weg führte weiter durch den Stadtpark, wo es einige steile Abhänge hinunterging, die ich zum Überholen benutzte. Ich befand mich im Feld so weit vorne, dass die enge Strecke mir keine Probleme bereitete. Als dann die Gegend entlang eines kleinen Rangierbahnhofes erreicht war, überholte ich eine Frau. Ich konnte nicht sagen, ob sie die schnellste von allen war, aber sie war die einzige Frau, an der ich während dem Rennen vorbeizog.
Erst bei Kilometer 4 entdeckte ich die Kilometerschilder. Ich hatte bis hierher nur knapp über 16 Minuten benötigt. Meine Hände waren im Moment ziemlich kalt, aber ich wusste aus Erfahrung, dass sie während dem Laufen wieder warm werden würden. Nach fünf Kilometern erreichten wir den ersten Versorgungspunkt, wo ich einen Becher mit warmem Tee bekam.
Nach der Unterführung unter der Bahnlinie nach Magdeburg erreichten wir, wie jedes Jahr, den Weg, der zwischen den abgeernteten Feldern hindurchführte. Am Ende dieser Geraden, die am Stadtrand von Braunschweig lag, folgte eine Rechtskurve und es ging an einer Hauptverkehrsstraße wieder nach Braunschweig zurück. Hier hatte ich die Gelegenheit, erst das Feld vor und dann jenes hinter mir zu beobachten. Vor mit befanden sich nur vereinzelte Läufer, hinter mir war schon mehr los.
Für uns Sportler war nur der Radweg neben der Straße vorgesehen. Als ich die Stelle erreichte, wo wir an einer Kreuzung diese Straße überqueren mussten, war ich gerade der vorderste in unserem Feld und mein Vordermann mir weit voraus. Ich musste die Polizistin, welche den Autoverkehr regelte, nach dem Weg fragen. Sie machte mich auf die roten Pfeile am Boden aufmerksam, welche mir den Weg wiesen.
Es ging nun geradeaus auf der anderen Seite der Straße entlang. Leider bekam ich nun ein bisschen Seitenstechen, was meine Geschwindigkeit drosselte. Dafür waren meine Hände wieder warm geworden. Ich hatte heute genau die richtige Kleidung gewählt. Lediglich eine Kappe vermisste ich, denn wir liefen nun ein ganzes Stück weit nach Süden direkt der tiefstehenden Sonne entgegen.
Wie jedes Jahr befand sich der zweite Versorgungspunkt am Ende der ersten Hälfte des Rundkurses. Und auch dieses Jahr wurde hier wieder Musik gespielt, ich bekam beim Vorbeilaufen den Text „Ich bin ein Mädchen aus Piräus“ zu hören.
Bald liefen wir an einem kleinen Teich und unter vielen Autobahnbrücken hindurch und dann war nach zwei engen Kurven endlich der Südsee erreicht. Wir umliefen ihn wie letztes Jahr gegen den Uhrzeigersinn. Ich hatte mich inzwischen in einer Gruppe von fünf Läufern eingependelt. Die langsamen Sportler, welche wir nun überholten, bildeten offenbar das Schlussfeld des Zehn-Kilometer-Laufes.
Als das südliche Ende des Südsees erreicht war und wir wieder nach Norden umdrehten, hatte ich die Sonne endlich wieder im Rücken. Der Rundkurs um den See kam mir relativ kurz vor. Als wir ihn hinter uns gelassen hatten, liefen wir ein kurzes Stück auf dem Hinweg zurück, wo uns das Halbmarathon-Hauptfeld entgegenkam. Dann kam die Verzweigungsstelle und ich hatte nur noch drei Kilometer bis zum Ziel.
Es ging wieder unter der Autobahn hindurch und dann durch den Bürgerpark. Ich wartete darauf, kurz vor einer Unterführung das Schild mit der Aufschrift „Jetzt noch aufgeben wäre blöd“ zu sehen, wie es in den letzten beiden Jahren dort angebracht war. Diesmal stand es jedoch nicht dort. Aber hinter der Unterführung war ich wieder in der Innenstadt und kurz vor dem Ziel. Eine Brücke brachte mich über einen kleinen Fluss und hinter der Straßenbahnhaltestelle begann schon die Fußgängerzone. Meine Bestzeit konnte ich nicht mehr unterbieten, aber eine Zeit unter 1:28h erschien mir noch möglich. Leider war die Zielgerade dafür zu lang. Ferner wurde ich noch von zwei Läufern kurz vor dem Ziel überholt, da diese einen noch schnelleren Schlussspurt einlegten als ich.
Im Ziel nahm ich mir zunächst einen Becher alkoholfreies Pils und fragte dann nach den Medaillen. Jetzt wurde mir bestätigt, dass es dieses Jahr Modellschuhe statt Medaillen gab. Sie waren silber- und goldfarben und auf der Stirnseite war eine Kunststoffplatte angebracht mit der aufgedruckten Aufschrift „12. Braunschweiger Lauftage, Marathon, Halbmarathon, 10km, 28.10.2012“.
Ich hatte heute meine zweitbeste Halbmarathonzeit überhaupt erzielt. Es war jetzt halb ein Uhr. Um 13:20 Uhr sollte der Regionalexpress nach Hannover starten. Ich ging daher sofort zum Schulgelände und holte meine Tasche ab. Im Gegensatz zum Vorjahr gab es diesmal bei den Duschen warmes Wasser. Anstehen musste ich nicht. Nachdem ich mich wieder angezogen hatte, ging ich über das Veranstaltungszentrum durch die Fußgängerzone zum Kennedy-Platz, wo ich eine Straßenbahn zum Hauptbahnhof nahm. Gesundheitliche Probleme spürte ich nicht.
Als ich mir im Bahnhofsgebäude ein Ticket kaufen wollte, traf ich einen jungen Mann, der für sein Tagesticket Mitfahrer nach Hannover suchte. Für fünf Euro nahm er mich mit. In Hannover trennten wir uns. Gegen 16 Uhr kam ich schließlich zu Hause an.
Die zwölften Braunschweiger Lauftage.
Für den Halbmarathon bei den Braunschweiger Lauftagen hatte ich mich bereits im Jahr 2011 angemeldet und daher für die Teilnahme nur knapp über 10 Euro zahlen müssen. Das Ticket für die Hinfahrt mit der Bahn (Fernverkehr) hatte ich 92 Tage vorher gekauft.
Leider war ich in den letzten vier Tagen leicht erkältet gewesen und wusste daher nicht, wie ich das Rennen angehen sollte. Es bestand die Möglichkeit, mich wegen der niedrigen Temperaturen (nur knapp über Null Grad) ein bisschen wärmer zu kleiden und eine vergleichsweise langsame Zeit anzustreben. Letztendlich sollte sich erst am Tag des Rennens entscheiden, wie ich mich verhalten würde, denn ich wollte meinen Gesundheitszustand abwarten. Dank der Zeitumstellung konnte ich relativ lange schlafen. Ich stand (nach Winterzeit) um kurz nach sechs Uhr auf, frühstückte und duschte. Es ging mir besser als in den letzten Tagen, trotzdem packte ich auch eine lange Jogginghose in meine Tasche.
Um kurz nach halb acht Uhr ging ich aus dem Haus und nahm die nächste Straßenbahn zum Hauptbahnhof, wo ich um acht Uhr ankam. In der Bahnhofshalle schaute ich auf die Abfahrtstafel, denn meine größte Sorge war, dass der Intercity nach Leipzig ausfallen würde, was ja bei der Deutschen Bahn keine Seltenheit ist. Zum Glück war dies aber heute nicht der Fall. An Gleis drei stand der Zug abfahrbereit und ich stieg ein.
Nach Zwischenhalten in Verden und Nienburg erreichten wir Hannover. Wegen der Mitnahme von Anschlussreisenden verzögerte sich die Abfahrt hier um fünf Minuten. Planmäßig sollte der Zug kurz nach zehn Uhr in Braunschweig ankommen. Um zehn Uhr sollten dort der Marathon und 200 Läufer des Halbmarathons starten, weitere 500 Teilnehmer des Halbmarathons würden erst um elf Uhr an den Start gehen, zu denen auch ich gehörte.
Das Veranstaltungszentrum lag in der Innenstadt, der Braunschweiger Hauptbahnhof aber etwas außerhalb. Ich kannte den Weg allerdings noch aus dem Vorjahr, wo ich meine Jahresbestzeit 2011 gelaufen war. Als der Zug mit wenig Verspätung ankam, machte ich mich auf den Weg. Nach einer Viertelstunde, während der ich ständig an roten Ampeln warten musste, kam ich in der Fußgängerzone an. Bis jetzt hatte ich keinen Läufer zu Gesicht bekommen. Hatte ich mich im Datum geirrt? Als ich weiter durch die Fußgängerzone schritt, konnte ich schließlich die Stimme des Kommentators hören und bald schon die Menschenmasse am Kohlmarkt sehen.
Bevor ich meine Startnummer abholte, fiel mein Blick auf einen großen Tisch, der voller kleiner Modell-Schuhe aus Metall war. Ich vermutete, dass es diesmal anstatt der gewohnten Medaille einen solchen Schuh für die Finisher geben würde. Dann bekam ich meine Startnummer mit den Zeitmesschips für beide Schuhe und begab mich mit meinem Gepäck zu dem Schulgelände, wo auch letztes Jahr die Taschenabgabe war. In der Kabine neben der Sporthalle konnte ich mich umziehen. Ich hatte mich dazu entschlossen, die „schnellere“ Variante zu wählen: Weder Pulli noch lange Hose noch Handschuhe nahm ich mit sondern gab alles mit der Tasche ab. Lediglich die Spezialsonnenbrille behielt ich auf, denn es war zwar sehr kalt, aber Wolken waren keine am Himmel.
Nun waren es noch etwa zehn Minuten bis zum Start. Ich konnte mich warmlaufen und einige Dehnübungen durchführen, dann reihte ich mich in der Fußgängerzone ins Starterfeld ein. Der Start erfolgte von Süd nach Nord und besonders bis zur ersten Kurve war die Strecke ziemlich eng.
Glücklicherweise erfolgte der Start pünktlich, anders als vor zwei Jahren. Anfangs liefen wir durch die Fußgängerzone und dann auf einen großen Platz hinaus. An eine neue Bestzeit dachte ich heute nicht, denn ich war noch ein bisschen von der Erkältung geschwächt.
Der Weg führte weiter durch den Stadtpark, wo es einige steile Abhänge hinunterging, die ich zum Überholen benutzte. Ich befand mich im Feld so weit vorne, dass die enge Strecke mir keine Probleme bereitete. Als dann die Gegend entlang eines kleinen Rangierbahnhofes erreicht war, überholte ich eine Frau. Ich konnte nicht sagen, ob sie die schnellste von allen war, aber sie war die einzige Frau, an der ich während dem Rennen vorbeizog.
Erst bei Kilometer 4 entdeckte ich die Kilometerschilder. Ich hatte bis hierher nur knapp über 16 Minuten benötigt. Meine Hände waren im Moment ziemlich kalt, aber ich wusste aus Erfahrung, dass sie während dem Laufen wieder warm werden würden. Nach fünf Kilometern erreichten wir den ersten Versorgungspunkt, wo ich einen Becher mit warmem Tee bekam.
Nach der Unterführung unter der Bahnlinie nach Magdeburg erreichten wir, wie jedes Jahr, den Weg, der zwischen den abgeernteten Feldern hindurchführte. Am Ende dieser Geraden, die am Stadtrand von Braunschweig lag, folgte eine Rechtskurve und es ging an einer Hauptverkehrsstraße wieder nach Braunschweig zurück. Hier hatte ich die Gelegenheit, erst das Feld vor und dann jenes hinter mir zu beobachten. Vor mit befanden sich nur vereinzelte Läufer, hinter mir war schon mehr los.
Für uns Sportler war nur der Radweg neben der Straße vorgesehen. Als ich die Stelle erreichte, wo wir an einer Kreuzung diese Straße überqueren mussten, war ich gerade der vorderste in unserem Feld und mein Vordermann mir weit voraus. Ich musste die Polizistin, welche den Autoverkehr regelte, nach dem Weg fragen. Sie machte mich auf die roten Pfeile am Boden aufmerksam, welche mir den Weg wiesen.
Es ging nun geradeaus auf der anderen Seite der Straße entlang. Leider bekam ich nun ein bisschen Seitenstechen, was meine Geschwindigkeit drosselte. Dafür waren meine Hände wieder warm geworden. Ich hatte heute genau die richtige Kleidung gewählt. Lediglich eine Kappe vermisste ich, denn wir liefen nun ein ganzes Stück weit nach Süden direkt der tiefstehenden Sonne entgegen.
Wie jedes Jahr befand sich der zweite Versorgungspunkt am Ende der ersten Hälfte des Rundkurses. Und auch dieses Jahr wurde hier wieder Musik gespielt, ich bekam beim Vorbeilaufen den Text „Ich bin ein Mädchen aus Piräus“ zu hören.
Bald liefen wir an einem kleinen Teich und unter vielen Autobahnbrücken hindurch und dann war nach zwei engen Kurven endlich der Südsee erreicht. Wir umliefen ihn wie letztes Jahr gegen den Uhrzeigersinn. Ich hatte mich inzwischen in einer Gruppe von fünf Läufern eingependelt. Die langsamen Sportler, welche wir nun überholten, bildeten offenbar das Schlussfeld des Zehn-Kilometer-Laufes.
Als das südliche Ende des Südsees erreicht war und wir wieder nach Norden umdrehten, hatte ich die Sonne endlich wieder im Rücken. Der Rundkurs um den See kam mir relativ kurz vor. Als wir ihn hinter uns gelassen hatten, liefen wir ein kurzes Stück auf dem Hinweg zurück, wo uns das Halbmarathon-Hauptfeld entgegenkam. Dann kam die Verzweigungsstelle und ich hatte nur noch drei Kilometer bis zum Ziel.
Es ging wieder unter der Autobahn hindurch und dann durch den Bürgerpark. Ich wartete darauf, kurz vor einer Unterführung das Schild mit der Aufschrift „Jetzt noch aufgeben wäre blöd“ zu sehen, wie es in den letzten beiden Jahren dort angebracht war. Diesmal stand es jedoch nicht dort. Aber hinter der Unterführung war ich wieder in der Innenstadt und kurz vor dem Ziel. Eine Brücke brachte mich über einen kleinen Fluss und hinter der Straßenbahnhaltestelle begann schon die Fußgängerzone. Meine Bestzeit konnte ich nicht mehr unterbieten, aber eine Zeit unter 1:28h erschien mir noch möglich. Leider war die Zielgerade dafür zu lang. Ferner wurde ich noch von zwei Läufern kurz vor dem Ziel überholt, da diese einen noch schnelleren Schlussspurt einlegten als ich.
Im Ziel nahm ich mir zunächst einen Becher alkoholfreies Pils und fragte dann nach den Medaillen. Jetzt wurde mir bestätigt, dass es dieses Jahr Modellschuhe statt Medaillen gab. Sie waren silber- und goldfarben und auf der Stirnseite war eine Kunststoffplatte angebracht mit der aufgedruckten Aufschrift „12. Braunschweiger Lauftage, Marathon, Halbmarathon, 10km, 28.10.2012“.
Ich hatte heute meine zweitbeste Halbmarathonzeit überhaupt erzielt. Es war jetzt halb ein Uhr. Um 13:20 Uhr sollte der Regionalexpress nach Hannover starten. Ich ging daher sofort zum Schulgelände und holte meine Tasche ab. Im Gegensatz zum Vorjahr gab es diesmal bei den Duschen warmes Wasser. Anstehen musste ich nicht. Nachdem ich mich wieder angezogen hatte, ging ich über das Veranstaltungszentrum durch die Fußgängerzone zum Kennedy-Platz, wo ich eine Straßenbahn zum Hauptbahnhof nahm. Gesundheitliche Probleme spürte ich nicht.
Als ich mir im Bahnhofsgebäude ein Ticket kaufen wollte, traf ich einen jungen Mann, der für sein Tagesticket Mitfahrer nach Hannover suchte. Für fünf Euro nahm er mich mit. In Hannover trennten wir uns. Gegen 16 Uhr kam ich schließlich zu Hause an.
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