Der einundzwanzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Hella Halbmarathon in Hamburg.
Ich hatte in den Tagen zuvor im Internet aufmerksam die Wettervorhersagen verfolgt, da es mich interessierte, ob dieser reine Halbmarathon erneut – wie im letzten Jahr – bei 30°C stattfinden würde. Doch dies war nicht der Fall: Fünf Tage vor dem Event erfuhr ich aus den ersten Vorhersagen, dass der 3. Juli 2011 in eine kühlere Periode des Sommers fallen sollte. Erst am darauffolgenden Montag sollte es wieder wärmer werden. Für diesen Sonntag wurden schließlich 14°C bis 20°C vorausgesagt.
Die Strecke war exakt die gleiche wie im letzten Jahr, weshalb Startnummernausgabe und Ziel an verschiedenen Orten zu finden waren. Daher hatte ich ursprünglich vor, bereits am Samstag zur Rothenbaumchaussee zu fahren, um mir die Unterlagen abzuholen und dann am Sonntag direkt zum Start die U-Bahn nach St. Pauli zu nehmen. Doch es kam anders.
Als ich am Samstag gegen 15:30 Uhr den Metronom nach Bremen nehmen wollte, musste ich feststellen, dass dieser Zug ausfiel, da die Mitarbeiter der Metronom Eisenbahn AG streikten. Mit einem späteren Zug wäre ich nicht mehr rechtzeitig bei der Startnummernausgabe angekommen, da diese um 18:00 Uhr schließen sollte. So blieb mir nichts anderes übrig, als am Sonntag eben noch ein bisschen früher aufzustehen und dann in Hamburg erst zur Rothenbaumchaussee und von da aus nach St. Pauli zu fahren. Da am Bahnhof keine Metronom Mitarbeiter anzutreffen waren, konnte ich nicht erfahren, ob am Sonntag auch gestreikt werden sollte. Da ich mir aber vornahm, Sonntag früh bereits den Zug gegen 6:30 zu nehmen, dachte ich, gegen alle Streiks gewappnet zu sein. Wie sehr ich mi da irrte!
Am Sonntag stand ich um 5:30 Uhr auf. Meine Tasche war bereits gepackt und die konservierten Brote, welche ich am Vorabend geschmiert hatte, nahm ich aus dem Kühlschrank und steckte sie ebenfalls dazu. Dann verließ ich das Haus. Um kurz nach sechs Uhr nahm ich die Straßenbahn, mit welcher ich um kurz vor halb sieben Uhr am Hauptbahnhof in Bremen ankam.
Als ich die Bahnhofshalle betrat, musste ich auf der Anzeigetafel lesen, dass der ME nach Hamburg um 6:33 Uhr und der MEr, ein langsamerer Metronom, ebenfalls nach Hamburg, um 7:00 Uhr, beide ausfielen. An den Schuhen erkannte ich einen anderen Läufer, welcher scheinbar auch nach dorthin wollte und verzweifelt vor der Anzeigetafel stand. Ich sprach ihn an und wir stellten uns gegenseitig vor. Er hieß Dirk und kam aus Delmenhorst. Wir gingen gemeinsam zum Gleis und trafen da tatsächlich zwei Metronom-Mitarbeiter. Diese sagten uns, dass der MEr um sechs Uhr heute Morgen nach Hamburg gefahren sei und als nächstes der MEr um acht Uhr dorthin fahren werde. Also nur ein Viertel der Metronom-Züge war im Einsatz! Der Acht-Uhr-Zug würde um 9:23 Uhr am Hbf in Hamburg ankommen, um zehn Uhr sollte das Rennen starten. Wie sollte ich in der kurzen Zeit noch die Startunterlagen holen und vom Ziel- zum Startbereich fahren, wo doch auch die U-Bahnen in Hamburg sonntags nur alle zehn und die S-Bahnen nur alle 20 Minuten fahren?
Fernverkehrszüge gab es auch fast keine: Einer war um kurz vor sehcs Uhr nach HH gefahren und der nächste sollte um Viertel nach acht Uhr folgen. Hatte ich die 30Euro Startgebühren für den Halbmarathon etwa umsonst gezahlt? Würde ich sie zurückbekommen?
Ich frühstückte am Gleis mein erstes Brot und ging dann mit Dirk in die Halle zurück, wo wir warteten. Dabei überlegte ich, was jetzt zu tun sei. Der Intercity würde Viertelstunde nach dem MEr starten, aber in Hamburg trotzdem früher ankommen – wenn er keine Verspätung haben sollte. Alerdings würde mich die Fahrt mit diesem Zug Geld kosten. Ich ging zum Informationsschalter und ließ mir S- und U-Bahn-Verbindungen ausdrucken, mit denen ich, falls ich den IC bis Hamburg-Dammtor nehmen sollte, schnell zur Startnummernausgabe und von dort zum Startbereich gelangen würde. Ich wollte abwarten, ob der IC verspätet in Bremen ankommen würde. Sollte dies der Fall sein, so würde ich den MEr nehmen, ansonsten den IC.
Ich unterhielt mich mit Dirk über unsere Lauferlebnisse und die Zeit verging relativ schnell. Da der IC tatsächlich keine Verspätung haben sollte, beschloss ich, das Wagnis einzugehen und Geld für diese Fahrt auszugeben, in der Hoffnung, damit den Tag noch retten zu können.
Dirk verabschiedete sich von mir, da er selber den MEr nahm und dieser um acht Uhr losfuhr. Gegen 8:10 Uhr buchte ich das Ticket für den Intercity; ich zahlte bis Hamburg-Dammtor stolze 18,75Euro. Doch der Zug war zum Glück pünktlich und erfuhr auch auf der Fahrt nach Hamburg keine Verspätung. Ich aß unterwegs das zweite mitgebrachte Brot und zog meine Laufkleidung an. Darunter waren auch die neuen Schuhe, die ich drei Wochen zuvor erworben hatte.
Am Dammtor stieg ich aus und suchte zunächst die Toilette auf, um meine Notdurft zu verrichten. Dann ging ich den Fußweg zur U-Bahnhaltestelle Stephansplatz, wo um 9:31 Uhr die U-Bahn eine Station zur Hallerstraße fuhr. Wie war sowohl der Zielbereich als auch die Startnummernausgabe. Diese sollte eigentlich um 9:30 Uhr schließen, aber die freundlichen Mitarbeiterinnen gaben mir noch die Nummer, Stecknadeln sowie den Chip zur Zeitmessung, den ich nachher wieder abzugeben hatte. Die Markierung meiner Tasche, die ich direkt dort abgeben konnte, übernahmen die beiden Damen auch, sodass ich sofort zur Bushaltestelle laufen konnte, wo ich die Linie 15 bis Schlump nehmen und von dort aus mit der U-Bahn nach St. Pauli fahren konnte. Der Verkehr der Shuttle-Busse, die die Läufer von der Startnummernausgabe zum Starbereich fuhren, sollte auch gegen 9:30 Uhr eingestellt werden. Zu meiner Überraschung sah ich jedoch noch einen der Busse, in welchen einige Leute mit Startnummern auf der Brust, also Läufer, einstiegen. Ich stieg sofort auch ein, nachdem der Fahrer mir bestätigt hatte, dass er uns nach St. Pauli bringe. Damit war ja alles gutgegangen! Die Fahrt, während welcher ich mir die Startnummer ans Trikot heftete und den Chip an die Schnürsenkel band, dauerte nicht lange, und so kamen wir noch zehn Minuten vor dem Startpfiff an der Reeperbahn an. Ich war überglücklich!
Das Wetter auch mitzuspielen. Es war gegen 15°C und so bewölkt und neblig, dass ich auf die Sonnenbrille ganz verzichtet hatte. Es regnete nicht, sondern tröpfelte nur ein bisschen.
Den Halbmarathonläufern standen beide Fahrbahnen der Reeperbahn als Startgeraden zur Verfügung. Ich stand relativ weit vorne, als es zehn Uhr war. Aber der Startschuss verzögerte sich noch ein bisschen. Wartete man etwa auf die Läufer aus Bremen und Umgebung?
Nach wenigen Minuten ging es doch los. Ich stellte meine Uhr ein, als ich Startgerade überquerte, denn bei diesen Temperaturen war es für mich nicht ganz ausgeschlossen, einen neuen persönlichen Rekord aufzustellen.
Begleitet von Trommelmusik ging es in westlicher Richtung die Reeperbahn entlang. Nach einem Kilometer war diese Partymeile zu ende und in ein Wohnviertel verwandelt. Da ich beim Start relativ weit vorne im Läuferfeld gestanden hatte, musste ich zunächst wenig überholen. Kurz vor Altona befand sich die erste Verpflegungsstation, an der ich ein Glas Wasser zu mir nahm. In Altona wendete der Kurs in zwei scharfen Linkskurven die Richtung. Nun ging es an der Elbe entlang zurück Richtung St. Pauli. Bevor die Landungsbrücken erreicht wurden, führte der Kurs relativ steil bergab. Hier bremste ich in keinster Weise ab, sodass ich einige Leute überholen musste. Wegen des Wetters waren diesmal weniger Zuschauer an den Landungsbrücken als letztes Jahr. Trotzdem war es auch jetzt richtig laut. Ich merkte, dass mein rechtes Knie Probleme zu machen begann, was mir Sorgen machte. Sollte der Schmerz größer werden, so drohte mir ein Abbruch des Rennens. Zum Glück blieb dieser Schmerz bis kurz vor Erreichen des Ziels auf seinem jetzigen Level. An der S-Bahn-Haltestelle Landungsbrücken bogen wir links ab, um wieder die Reeperbahn zu erreichen. Hier war eine zweite Versorgungsstelle, wo ich wieder ein Glase Wasser zu mir nahm. Überhaupt ließ ich keine einzige Versorgungsstelle aus. Die Tatsachen, dass der Boden an diesen Stellen kaum mit weggeworfenen Bechern bedeckt war und an den Versorgungsständen die gefüllten Becher in Massen nebeneinander standen zeigten mir, dass ich mich wirklich weit vorne im Läuferfeld befinden musste.
Als die Startlinie das zweite Mal überquert wurde, war nur noch die linke Spur für die Läufer vorhanden. Da das Feld aber inzwischen dünner geworden war, wurde es hier nicht eng. Diese erste Runde war fünf Kilometer lang gewesen.
Ich lief an den Eingängen zu den unterirdischen Haltestellen Reeperbahn und Königstraße vorbei nach Altona, machte dort die Schleife und lief über die Landungsbrücken zurück. Nun ging es an der gleichnamigen S-Bahn-Haltestelle geradeaus in Richtung Innenstadt. Links oberhalb von uns war das Gerüst der U-Bahn-Linie zu sehen. Hier wurde der Kurs wieder ein bisschen enger, da die von der belaufenen Straße die eine Seite gerade Bauarbeiten unterzogen war.
Als ich das Schild von Kilometer zehn passierte, schaute ich auf die Uhr. Ich war gerade einmal 46 Minuten unterwegs gewesen. Zehn Kilometer in 46 Minuten! Wenn ich so weitermachte, war für mich eine neue Bestzeit möglich.
Bevor der Hauptbahnhof erreicht wurde, folgte eine Abzweigung nach links in die unterirdische Passage. Letztes Jahr war es angenehm, hier für einige hundert Meter nicht den Strahlen der Sonne ausgesetzt zu sein. Als wir wieder die Erdoberfläche erreichten, lag der Hauptbahnhof hinter uns und wir zweigten zunächst rechts und dann links ab, um an der Nordseite des Jungfernstiegs parallel zur Bahnlinie zwischen Hbf und Dammtor wenige hundert Meter zu einem Wendepunkt und von dort aus parallel zur Bahnlinie wieder zurück zu laufen. Dann ging nach links, um in nördlicher Richtung die Außenalster abzulaufen.
Inzwischen hatte ich 15 Kilometer hinter mir und der Zustand meines Knies war noch immer stabil. Die Gegend hier war sehr schön: Wir hatten keine lärmenden Autos in der Nähe und links von uns lag eine kleine Wiese hinter der das Alsterwasser mit Segelbooten befahren wurde.
Der Zielbereich lag auf der anderen Seite der Alster, westlich von ihr. Da es auf den letzten Kilometern aber mehrere Rechts- und Linkskurven gab, verlor ich vollkommen die Orientierung. Nach 20 Kilometern schaute ich wieder auf die Uhr: Ich hatte für die letzten zehn Kilometer nur 45 Minuten benötigt. Wenn jetzt nichts Unvorhergesehenes passierte, so war mir die neue Bestzeit nicht mehr zu nehmen. Leider verstärkten sich jetzt die Schmerzen im Knie und ich begann sogar leicht zu hinken. Das hinderte mich aber nicht daran, meine Geschwindigkeit beizubehalten. Der letzte Kilometer befand sich auf einer langen Geraden. Ein Streckenposten rief uns zu: „Noch 500 Meter!“ Dies wäre allerdings nicht nötig gewesen, denn ich konnte den aufgebauten Zielbogen jetzt schon erkennen. Der laute Jubel der Zuschauer ließ mich meine Geschwindigkeit noch einmal erhöhen, und als ich die Ziellinie überquerte konnte ich dort lesen, dass die Bruttozeit bei wenig über 1:36h war. Ich hatte definitiv meinen bisherigen Rekord um einige Minuten verbessert.
Im Zielbereich nahm ich von jedem Getränk, das vorhanden war, einen Becher: Wasser, Iso, ACE und Apfelsaftschorle. Dann kam ich zur Medaillenausgabe. Das diesjährige Exemplar war dem letztjährigen extrem ähnlich, nur die Schrift war leicht verändert und das Datum natürlich angepasst. Außerdem hing die Medaille diesmal an einem weiß-blauen anstatt an einem weiß-orangenen Band.
Ich holte meine Tasche ab. Diese befand sich dort, wo ich sie auch abgegeben hatte. Die Taschen der Läufer, die sie im Startbereich abgegeben hatten, waren dagegen auf den bereitgestellten LKWs zu finden.
Nun suchte ich den Duschbereich auf, welcher nicht einfach zu finden war, obwohl er sich noch an der gleichen Stelle befand wie im letzten Jahr. In den Umkleiden war es zwar schon sehr eng, aber bei der Dusche musste ich nicht anstehen. Nachdem ich mich umgezogen hatte, ging ich zur U-Bahn-Haltestelle Hallerstraße. Ich spürte nun deutlich die Muskelschmerzen in den Beinen und am rechten Knie. Zum Glück habe ich nun eine fünfwöchige Pause vor mir, was das Laufen von Wettkämpfen angeht.
Über Dammtor und den Hauptbahnhof kam ich mit der S-Bahn nach Harburg. Ich musste hier feststellen, dass weiterhin nur ein Viertel der Metronomzüge nach Bremen verkehrte. Und dieser eine von vier Zügen war nun viermal so gefüllt wie gewöhnlich. Daher zog ich es vor, 17,25Euro für ein Ticket auszugeben, um auch die Rückfahrt mit dem Intercity anzutreten. So fand ich sogar noch einen Sitzplatz für die Heimfahrt. Gegen halb vier Uhr kam ich glücklich zu Hause an. Auch wenn der Tag alles andere als gut angefangen hatte, meine zusätzlichen Ausgaben hatten sich durchaus gelohnt. Ich hätte es nie für möglich gehalten, an einem Halbmarathon, der Anfang Juli stattfindet, meine persönliche Bestzeit um mehrere Minuten zu unterbieten.
Mittwoch, 6. Juli 2011
Dienstag, 14. Juni 2011
Halbmarathon Fürth 2011-06-05
Der zwanzigste Halbmarathon meines Lebens.
Der Metropolmarathon in Fürth.
Ich hatte in Erlangen in einer privaten Unterkunft genächtigt und ging am nächsten Morgen zur Bushaltestelle, von wo aus ich zum Hauptbahnhof in Erlangen fahren wollte. Als ich gegen Viertel nach Sieben Uhr auf den Bus wartete, stellte sich ein Mann im mittleren Alter zu mir, den ich an seinen Schuhen sofort als Läufer erkannte. Ich sprach ihn an und erfuhr, dass er heute den kompletten Marathon laufen wollte, welcher für ihn der erste seines Lebens sein sollte. Wir fuhren zusammen zum Bahnhof, wo ich mir ein belegtes Brötchen kaufte. In der S-Bahn nach Fürth aß ich zunächst erst dieses Brötchen und danach noch mein mitgebrachtes, konserviertes Salami-Brot.
Da mein Kollege sich seine Startunterlagen schon am Vortag abgeholt hatte, konnte er mir vom Fürther Hauptbahnhof aus den Weg zum Veranstaltungszentrum zeigen. Ich hätte ihn wohl aber auch alleine gefunden, denn er war nicht weit entfernt. Es war inzwischen 8:30 Uhr. Marathon als auch Halbmarathon sollten um 9:00 gemeinsam starten, wobei letztere Läufer den Gesamtkurs nur einmal zu absolvieren hatten.
Im Starterbeutel befand sich diesmal nicht nur der übliche Werbemüll, sondern eine ganze Reihe zu gebrauchender Gegenstände: Ein Stück Traubenzucker, eine Dose mit Bonbons, eine kleine Mineralwasserflasche von Bonaqa und einiges mehr. Meine mitgebrachte, große Wasserflasche gab ich nicht mit dem Beutel ab, da ich sie bis zum Start bei mir behalten wollte. Ich konnte nämlich an einer Temperaturanzeige sehen, dass es bereits vor dem Start 24°C waren. Am Himmel war keine Wolke, weshalb ich meine Sonnenbrille für das Rennen aufsetzte. Obenrum trug ich das grüne Trikot vom MiMa, untenrum erstmals eine kurze Hose. Ich sah jedoch, dass sich nur wenige Läufer an die Aufforderung gehalten hatten, sich in grün-weiß zu kleiden.
Zur Zeitmessung wurde ein Chip verwendet, der nachher wieder zurückgegeben werden musste.
Zusammen mit meinem Kollegen ging ich zur Startgeraden, auf der wir uns so weit wie möglich nach vorne drängelten. Der Kommentator legte mit uns eine Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen, ehemaligen Bürgermeister von Fürth ein. Dieser hatte einige Jahre vorher die Marathon-Veranstaltung ins Leben gerufen. Danach sprach er noch ein kurzes Gebet für die Läufer. Es war das erste Mal, dass ich an einer so christlich orientierten Sportveranstaltung teilnahm.
Um 9:00 Uhr kam der Startschuss. Mein Kollege verabschiedete sich von mir, denn wie ich sah, wollte er gleich beim Start davonziehen. Ich ließ es gemächlicher angehen. Wir liefen in östlicher Richtung an den Bahngleisen entlang in Richtung Nürnberg, nach einem Kilometer kam eine Kurve nach links und danach noch eine, welche uns durch einen Park entlang der Pegnitz führte. Nach der zweiten Versorgungsstelle in Ronhof wurde der nördlichste Streckenabschnitt erreicht. Auf Höhe von Fürth-Poppenreuth wurde die A73 zweimal überquert.
Verpflegungsstellen mit Wasser und anderen Getränken waren im Überfluss vorhanden, fast jeden Kilometer. Obwohl für den Kurs ganze Straßen gesperrt waren, zogen es die meisten Läufer vor, auf Bürgersteig zu laufen, da man hier im Schatten der Häuser vor den Sonnenstrahlen sicher war.
Vom Südstadtpark ging es durch Dambach nach Unterfürberg. Nach der Hälfte der Strecke wurden die Räumlichkeiten eines Cafés durchquert, an der die Zuschauer links und rechts uns kaum Platz zum Durchkommen ließen.
Viele Anwohner hatten auch Gartenschläuche bereitgestellt, um Vorbeilaufenden eine Abkühlung anzubieten.
Kurz vor Schluss ging es noch einen Kilometer die Rednitz entlang, bevor der Innenstadtbereich wieder erreicht wurde. Auf meine Zeit hatte ich nicht geachtet, da wegen der Temperaturen ein persönlicher Rekord ausgeschlossen war. Allerdings spürte ich, wie meine (inzwischen abgelaufenen) Schuhe mir einige Blasen an den Zehen verursachten. Der letzte Abschnitt führte durch das Freibad, in welchem auch ein Prediger mit einem Mikrofon laute Gebete für die Läufer sprach.
Im Ziel ließ ich mir die Medaille umhängen. Optisch unterschied sie sich von meinen bisherigen Erinnerungsstücken, denn die Vorderseite war mit einer Kunststoffplatte versehen, auf dem die Worte „Laufen anders erleben, Fürth 2011, Metropolmarathon“ auf hellblauem Hintergrund geschrieben waren. Die Rückseite bestand aus Metall, auf dem „Finisher Fürth“ eingraviert war.
Ich suchte nach den Shuttle-Bussen zu den Duschen. Dort musste ich einige Minuten warten, bevor genug Läufer versammelt waren, die den nächsten Kleinbus besteigen konnten. Obwohl die Fahrerin die Strecke zum ersten Mal zurücklegte, fand sie sich schnell zurecht. Wir benutzten die Duschen einer Sporthalle, wo zum Glück noch nicht so viel los war. Ich musste als nicht anstehen. Zurückgefahren wurde ich auch noch mit einem der Busse. So war ich schon vor Mittag wieder am Hauptbahnhof und konnte heimreisen.
Der Metropolmarathon in Fürth.
Ich hatte in Erlangen in einer privaten Unterkunft genächtigt und ging am nächsten Morgen zur Bushaltestelle, von wo aus ich zum Hauptbahnhof in Erlangen fahren wollte. Als ich gegen Viertel nach Sieben Uhr auf den Bus wartete, stellte sich ein Mann im mittleren Alter zu mir, den ich an seinen Schuhen sofort als Läufer erkannte. Ich sprach ihn an und erfuhr, dass er heute den kompletten Marathon laufen wollte, welcher für ihn der erste seines Lebens sein sollte. Wir fuhren zusammen zum Bahnhof, wo ich mir ein belegtes Brötchen kaufte. In der S-Bahn nach Fürth aß ich zunächst erst dieses Brötchen und danach noch mein mitgebrachtes, konserviertes Salami-Brot.
Da mein Kollege sich seine Startunterlagen schon am Vortag abgeholt hatte, konnte er mir vom Fürther Hauptbahnhof aus den Weg zum Veranstaltungszentrum zeigen. Ich hätte ihn wohl aber auch alleine gefunden, denn er war nicht weit entfernt. Es war inzwischen 8:30 Uhr. Marathon als auch Halbmarathon sollten um 9:00 gemeinsam starten, wobei letztere Läufer den Gesamtkurs nur einmal zu absolvieren hatten.
Im Starterbeutel befand sich diesmal nicht nur der übliche Werbemüll, sondern eine ganze Reihe zu gebrauchender Gegenstände: Ein Stück Traubenzucker, eine Dose mit Bonbons, eine kleine Mineralwasserflasche von Bonaqa und einiges mehr. Meine mitgebrachte, große Wasserflasche gab ich nicht mit dem Beutel ab, da ich sie bis zum Start bei mir behalten wollte. Ich konnte nämlich an einer Temperaturanzeige sehen, dass es bereits vor dem Start 24°C waren. Am Himmel war keine Wolke, weshalb ich meine Sonnenbrille für das Rennen aufsetzte. Obenrum trug ich das grüne Trikot vom MiMa, untenrum erstmals eine kurze Hose. Ich sah jedoch, dass sich nur wenige Läufer an die Aufforderung gehalten hatten, sich in grün-weiß zu kleiden.
Zur Zeitmessung wurde ein Chip verwendet, der nachher wieder zurückgegeben werden musste.
Zusammen mit meinem Kollegen ging ich zur Startgeraden, auf der wir uns so weit wie möglich nach vorne drängelten. Der Kommentator legte mit uns eine Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen, ehemaligen Bürgermeister von Fürth ein. Dieser hatte einige Jahre vorher die Marathon-Veranstaltung ins Leben gerufen. Danach sprach er noch ein kurzes Gebet für die Läufer. Es war das erste Mal, dass ich an einer so christlich orientierten Sportveranstaltung teilnahm.
Um 9:00 Uhr kam der Startschuss. Mein Kollege verabschiedete sich von mir, denn wie ich sah, wollte er gleich beim Start davonziehen. Ich ließ es gemächlicher angehen. Wir liefen in östlicher Richtung an den Bahngleisen entlang in Richtung Nürnberg, nach einem Kilometer kam eine Kurve nach links und danach noch eine, welche uns durch einen Park entlang der Pegnitz führte. Nach der zweiten Versorgungsstelle in Ronhof wurde der nördlichste Streckenabschnitt erreicht. Auf Höhe von Fürth-Poppenreuth wurde die A73 zweimal überquert.
Verpflegungsstellen mit Wasser und anderen Getränken waren im Überfluss vorhanden, fast jeden Kilometer. Obwohl für den Kurs ganze Straßen gesperrt waren, zogen es die meisten Läufer vor, auf Bürgersteig zu laufen, da man hier im Schatten der Häuser vor den Sonnenstrahlen sicher war.
Vom Südstadtpark ging es durch Dambach nach Unterfürberg. Nach der Hälfte der Strecke wurden die Räumlichkeiten eines Cafés durchquert, an der die Zuschauer links und rechts uns kaum Platz zum Durchkommen ließen.
Viele Anwohner hatten auch Gartenschläuche bereitgestellt, um Vorbeilaufenden eine Abkühlung anzubieten.
Kurz vor Schluss ging es noch einen Kilometer die Rednitz entlang, bevor der Innenstadtbereich wieder erreicht wurde. Auf meine Zeit hatte ich nicht geachtet, da wegen der Temperaturen ein persönlicher Rekord ausgeschlossen war. Allerdings spürte ich, wie meine (inzwischen abgelaufenen) Schuhe mir einige Blasen an den Zehen verursachten. Der letzte Abschnitt führte durch das Freibad, in welchem auch ein Prediger mit einem Mikrofon laute Gebete für die Läufer sprach.
Im Ziel ließ ich mir die Medaille umhängen. Optisch unterschied sie sich von meinen bisherigen Erinnerungsstücken, denn die Vorderseite war mit einer Kunststoffplatte versehen, auf dem die Worte „Laufen anders erleben, Fürth 2011, Metropolmarathon“ auf hellblauem Hintergrund geschrieben waren. Die Rückseite bestand aus Metall, auf dem „Finisher Fürth“ eingraviert war.
Ich suchte nach den Shuttle-Bussen zu den Duschen. Dort musste ich einige Minuten warten, bevor genug Läufer versammelt waren, die den nächsten Kleinbus besteigen konnten. Obwohl die Fahrerin die Strecke zum ersten Mal zurücklegte, fand sie sich schnell zurecht. Wir benutzten die Duschen einer Sporthalle, wo zum Glück noch nicht so viel los war. Ich musste als nicht anstehen. Zurückgefahren wurde ich auch noch mit einem der Busse. So war ich schon vor Mittag wieder am Hauptbahnhof und konnte heimreisen.
Samstag, 4. Juni 2011
Halbmarathon Duisburg 2011-05-29
Der neunzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der zehnte Rhein-Ruhr-Marathon. Nachdem ich beim Mittelrheinmarathon in Koblenz das Ziel erreicht hatte, fühlte ich mich nicht gut. Duschen war nicht möglich, und so musste ich zwei Stunden verschwitzt mit dem Zug nach Duisburg fahren. Der Muskelkater an den Beinen war stärker als ich ihn mir vorgestellt hatte. Ferner fühlte ich eine gewisse Übelkeit und Kopfschmerzen. Ich hegte den Gedanken, dass es vielleicht doch keine so gute Idee gewesen war, mich für zwei Halbmarathons an einem Wochenende anzumelden. Ich konnte nur hoffen, dass es mir am nächsten Tag wieder besser gehen würde. Ich sehnte mich einfach nur nach einem Bett zum Schlafen. Da ich am nächsten Tag schon wieder um 7:15 Uhr am Bahnhof in Rheinhausen sein musste, sollte auch zum Schlafen wenig Zeit bleiben. Und das gebuchte Hotelzimmer musste auch erst einmal gefunden werden.
Über googlemaps hatte ich mich vorab über die Gegend informiert. Ich verließ den Bahnhof in Rheinhausen durch den Südausgang und bog links in die Straße ein. Nach der Beschreibung des Hotelchefs sollten es von hier aus nur 300 Meter sein. Nachdem ich einen Taxifahrer und einen Passanten gefragt hatte, fand ich schließlich die richtige Straße, beschritt sie aber erst in falscher Richtung. Als ich diesen Fehler bemerkte, kehrte ich um. Es war schon fast 23:30 Uhr und ich machte mir Sorgen, ob das Personal überhaupt noch wach sei. Als die Straße schon fast zu Ende war, fragte ich ein mir entgegenkommendes Ehepaar nach dem Hotel. Zufälligerweise handelte es sich bei diesen Leuten auch um Hotelgäste, welche mir mitteilten, dass der Chef mich bereits erwartete. Ich ging auf das Haus zu und klingelte mehrfach. Es brannte kein Licht mehr. Endlich öffnete der Chef doch und begrüßte mich. Ich fragte sofort, ob eine Möglichkeit zum Duschen bestehe und er zeigte mir zunächst mein Zimmer und dann das Badezimmer, welches allen Gästen zur Verfügung stand. Ich wurde jedoch gemahnt, beim Duschen so leise wie möglich zu sein um niemanden aufzuwecken. Nachdem ich bezahlt hatte, stieg ich für wenige Minuten unter die Dusche. Danach schlich ich auf mein Zimmer zurück und legte mich ins Bett, nachdem ich mein Handy so eingestellt hatte, dass es um 6:30 Uhr klingeln sollte.
Dafür, dass ich in einem fremden Bett lag, schlief ich überraschend gut, was wohl auch der Tatsache zu verdanken war, dass ich schon seit fünf Uhr morgens auf den Beinen war.
Um 6:30 stand ich auf und packte meine Sachen zusammen. Ich wollte den Zimmerschlüssel abgeben, fand den Chef aber nicht an. Über mein Handy rief ich beim Hotel an und er sagte mir, dass ich den Schlüssel einfach in den Briefkasten werfen sollte. Damit war dieses Thema abgehakt und ich ging zum Bahnhof Rheinhausen. Hier kam um 7:15 Uhr eine Regionalbahn, die mich über den Rhein (Rheinhausen liegt linksrheinisch, das Zentrum von Duisburg rechtsrheinisch) in fünf Minuten zur Haltestelle Duisburg-Hochfeld-Süd brachte.
Der Halbmarathon sollte um neun Uhr starten, ich hatte also noch genug Zeit, um zum Veranstaltungszentrum zu laufen. Ich überquerte eine große Brücke und lief neben den Bahngleisen in östliche Richtung durch ein Industriegebiet, an welchem Sonntags offenbar nicht viel los war. Dies kam mir entgegen, da ich auf Autolärm sehr sensibel reagiere. Nach einigen hundert Metern konnte ich sehen, wie Polizisten eine große Straße für den Marathon sperrten. In der Ferne war schon das Wedaustadion, welches das Veranstaltungszentrum bildete, sichtbar. Ich hielt darauf zu und erreichte es ein paar Minuten später. Rechts vom Stadion war eine große Halle, in der ich meine Startunterlagen bekam. Sie bestanden aus einem Beutel mit etlichen Werbeprospekten und der Startnummer. Die Zeitmessung geschah über den Champion-Chip. Weiter östlich vom Stadion war die Startgerade. Da ich die Umkleidekabinen nicht fand, stellte ich mich in eine Ecke neben die Arena und zog dort meine Kleidung an. Besonders achtete ich darauf, dass ich sämtliche Stellen meiner Füße, wo ich am Vortag Blasen davongetragen hatte, sorgfältig mit Pflastern abdeckte. Davon hatte ich genug Vorrat. Nun frühstückte ich auch den zweiten Sandwich, den ich mir von zu Hause mitgebracht hatte. Ich fühlte mich ein bisschen besser als gestern. Es war möglich, dass mir das Laufen gut tun könnte und ich nachher wieder gesunde sein würde.
Meine Tasche passte leider nicht in den Starterbeutel. Zum Glück konnte ich sehen, dass auch einige andere Teilnehmer nicht den Beutel, sondern ihre Sporttaschen abgaben. Dies tat ich genauso, die Tasche wurde mit meiner Startnummer markiert. Ich trug über dem Trikot vom gestrigen Halbmarathon noch ein langärmliges Hemd, da das Wetter heute ein bisschen schlechter war als gestern. Es war bewölkt und relativ kühl. Für den Fall, dass es regnen sollte, setzte ich noch meine Kappe auf, damit mir die Tropfen nicht ins Gesicht schlagen konnten. Dies hätte nämlich weitere Kopfschmerzen gefördert. Ich musste heute wegen meines Gesundheitszustands auch den Fall in Betracht ziehen, nicht rechtzeitig ins Ziel zu kommen und daher vom Besenwagen aufgenommen zu werden, welcher das Feld abschloss und die Läufer einsammelte, welche zu langsam waren. Dies könnte insofern unangenehm werden, da ich wegen meiner Zugbindung spätestens um 12:30 Uhr am Bahnhof Schlenk sein musste.
Mir fiel auf, dass man hier im Startbereich keine Stimme eines Kommentators vernehmen konnte. Dies war deshalb ärgerlich, weil sich der Start des Halbmarathons offenbar verzögerte. Erst gegen 9:15 Uhr ging es los.
Ich startete ganz hinten und gab mir keine Mühe, das Feld von dort aus aufzurollen. Meine Beine waren immer noch schwer vom Vortag. Ich lief neben einer Reihe von Sportlern, die bei jedem Kilometer kontrollierten, ob sie ihr Ziel, die Sieben-Minuten-Marke pro Kilometer, auch erreichten. Bei meinen sonstigen Läufen benötigte ich für einen Kilometer um die fünf Minuten.
Nachdem die Kruppstraße in Richtung Osten entlang abgelaufen war, mussten wir eine Linkskurve durch eine Unterführung unter die Bahngleise nehmen. Von nun an ging es nördlich durch den Stadtteil Neudorf. Nach drei Kilometern passierten wir den Hauptbahnhof. Ich merkte mir diese Stelle, da ich möglicherweise nach dem Rennen vom Zielbereich direkt hierhin laufen könnte.
Kurz vor einer großen Kreuzung mit Auotstraßen auf zwei Ebenen ich ließ die Sieben-Minuten-Sportler-Gruppe hinter mir. Die Schmerzen in den Beinen hatten sich ein wenig abgeschwächt. Ich konnte mich danach nur noch an einzelne Details der Strecke erinnern. An einer Stelle sah ich Arbeiter, die den Sonntag nutzen, um ein Straßenbahngleis zu erneuern. An einer anderen Stelle verteilten Anwohner Traubenzucker an die Sportler. Der Kurs führte nach Norden, bog aber dann nach links ab, bevor die Ruhr erreicht wurde. Bevor nun der Rhein erreicht wurde, bog der Kurs wiederum nach Süden ab. An diesen beiden Verzweigungen trennten und vereinigten sich die Strecken von Marathon und Halbmarathon. Die Marathonläufer bekamen also, gemäß dem Namen der Veranstaltung, sowohl Rhein als auch Ruhr zu sehen und zu überqueren, uns Halbmarathonis wurde dies verwehrt.
Nach Süden erstreckte sich der Kurs bis zum Stadtteil Großenbaum, über Buchholz ging es wieder zurück zum Veranstaltungszentrum. Ich war gespannt: Sollte der Zieleinlauf tatsächlich im Wedaustadion sein? Ich freute mich schon darauf, als ich die Teilnehmer vor mir dort einbiegen sah. Wir musste tatsächlich in das Stadion und dort eine komplette Runde laufen, ehe wir das Ziel erreichten. Die Schmerzen in meinen Beinen waren inzwischen wieder stärker geworden und ich war unendlich froh, es geschafft zu haben. Ich hatte das Hemd ausgezogen und hielt es in der linken Hand, in der rechten Hand dagegen meine Kappe, als ich die Linie überquerte.
Nun bekam ich die zweite Medaille an einem Wochenende. Auf ihr stand „Rhein-Ruhr-Halbmarathon“ eingraviert, woraus ich schließen konnte, dass es für die beiden Disziplinen verschiedene Medaillen gab. Desweiteren wurden einfach Plastikjacken an die Finisher verteilt. Diese hatten aus meiner Sicht einzig und allein den Sinn, uns an der Fortbewegung zu stören.
Ich hatte insgesamt fast zwei Stunden und 15 Minuten gebraucht, es war für mich der langsamste Halbmarathon jemals. Ich hatte noch eine Stunde Zeit, ehe ich in Duisburg-Schlenk die Bahn zum Hbf nehmen musste. Ich wollte vorher unbedingt duschen. Ich fragte mich durch und kam ins Stadion-Bad, wo ich nicht lange anstehen musste. Danach kam ich mit einem jungen Pärchen ins Gespräch. Der Mann war heute seinen ersten Halbmarathon gelaufen. Da die beiden auch zum Bahnhof Schlenk musste, um dort die S-Bahn nach Düsseldorf zu nehmen, gingen wir zusammen dorthin. Ich bekam daher rechtzeitig die Bahn zum Hauptbahnhof, kam aber wegen Verspätung des Intercitys Richtung Dortmund erst eine Stunde später zu Hause an als geplant. Dennoch war ich überglücklich, mein Ziel für das Wochenende erreicht zu haben.
Der zehnte Rhein-Ruhr-Marathon. Nachdem ich beim Mittelrheinmarathon in Koblenz das Ziel erreicht hatte, fühlte ich mich nicht gut. Duschen war nicht möglich, und so musste ich zwei Stunden verschwitzt mit dem Zug nach Duisburg fahren. Der Muskelkater an den Beinen war stärker als ich ihn mir vorgestellt hatte. Ferner fühlte ich eine gewisse Übelkeit und Kopfschmerzen. Ich hegte den Gedanken, dass es vielleicht doch keine so gute Idee gewesen war, mich für zwei Halbmarathons an einem Wochenende anzumelden. Ich konnte nur hoffen, dass es mir am nächsten Tag wieder besser gehen würde. Ich sehnte mich einfach nur nach einem Bett zum Schlafen. Da ich am nächsten Tag schon wieder um 7:15 Uhr am Bahnhof in Rheinhausen sein musste, sollte auch zum Schlafen wenig Zeit bleiben. Und das gebuchte Hotelzimmer musste auch erst einmal gefunden werden.
Über googlemaps hatte ich mich vorab über die Gegend informiert. Ich verließ den Bahnhof in Rheinhausen durch den Südausgang und bog links in die Straße ein. Nach der Beschreibung des Hotelchefs sollten es von hier aus nur 300 Meter sein. Nachdem ich einen Taxifahrer und einen Passanten gefragt hatte, fand ich schließlich die richtige Straße, beschritt sie aber erst in falscher Richtung. Als ich diesen Fehler bemerkte, kehrte ich um. Es war schon fast 23:30 Uhr und ich machte mir Sorgen, ob das Personal überhaupt noch wach sei. Als die Straße schon fast zu Ende war, fragte ich ein mir entgegenkommendes Ehepaar nach dem Hotel. Zufälligerweise handelte es sich bei diesen Leuten auch um Hotelgäste, welche mir mitteilten, dass der Chef mich bereits erwartete. Ich ging auf das Haus zu und klingelte mehrfach. Es brannte kein Licht mehr. Endlich öffnete der Chef doch und begrüßte mich. Ich fragte sofort, ob eine Möglichkeit zum Duschen bestehe und er zeigte mir zunächst mein Zimmer und dann das Badezimmer, welches allen Gästen zur Verfügung stand. Ich wurde jedoch gemahnt, beim Duschen so leise wie möglich zu sein um niemanden aufzuwecken. Nachdem ich bezahlt hatte, stieg ich für wenige Minuten unter die Dusche. Danach schlich ich auf mein Zimmer zurück und legte mich ins Bett, nachdem ich mein Handy so eingestellt hatte, dass es um 6:30 Uhr klingeln sollte.
Dafür, dass ich in einem fremden Bett lag, schlief ich überraschend gut, was wohl auch der Tatsache zu verdanken war, dass ich schon seit fünf Uhr morgens auf den Beinen war.
Um 6:30 stand ich auf und packte meine Sachen zusammen. Ich wollte den Zimmerschlüssel abgeben, fand den Chef aber nicht an. Über mein Handy rief ich beim Hotel an und er sagte mir, dass ich den Schlüssel einfach in den Briefkasten werfen sollte. Damit war dieses Thema abgehakt und ich ging zum Bahnhof Rheinhausen. Hier kam um 7:15 Uhr eine Regionalbahn, die mich über den Rhein (Rheinhausen liegt linksrheinisch, das Zentrum von Duisburg rechtsrheinisch) in fünf Minuten zur Haltestelle Duisburg-Hochfeld-Süd brachte.
Der Halbmarathon sollte um neun Uhr starten, ich hatte also noch genug Zeit, um zum Veranstaltungszentrum zu laufen. Ich überquerte eine große Brücke und lief neben den Bahngleisen in östliche Richtung durch ein Industriegebiet, an welchem Sonntags offenbar nicht viel los war. Dies kam mir entgegen, da ich auf Autolärm sehr sensibel reagiere. Nach einigen hundert Metern konnte ich sehen, wie Polizisten eine große Straße für den Marathon sperrten. In der Ferne war schon das Wedaustadion, welches das Veranstaltungszentrum bildete, sichtbar. Ich hielt darauf zu und erreichte es ein paar Minuten später. Rechts vom Stadion war eine große Halle, in der ich meine Startunterlagen bekam. Sie bestanden aus einem Beutel mit etlichen Werbeprospekten und der Startnummer. Die Zeitmessung geschah über den Champion-Chip. Weiter östlich vom Stadion war die Startgerade. Da ich die Umkleidekabinen nicht fand, stellte ich mich in eine Ecke neben die Arena und zog dort meine Kleidung an. Besonders achtete ich darauf, dass ich sämtliche Stellen meiner Füße, wo ich am Vortag Blasen davongetragen hatte, sorgfältig mit Pflastern abdeckte. Davon hatte ich genug Vorrat. Nun frühstückte ich auch den zweiten Sandwich, den ich mir von zu Hause mitgebracht hatte. Ich fühlte mich ein bisschen besser als gestern. Es war möglich, dass mir das Laufen gut tun könnte und ich nachher wieder gesunde sein würde.
Meine Tasche passte leider nicht in den Starterbeutel. Zum Glück konnte ich sehen, dass auch einige andere Teilnehmer nicht den Beutel, sondern ihre Sporttaschen abgaben. Dies tat ich genauso, die Tasche wurde mit meiner Startnummer markiert. Ich trug über dem Trikot vom gestrigen Halbmarathon noch ein langärmliges Hemd, da das Wetter heute ein bisschen schlechter war als gestern. Es war bewölkt und relativ kühl. Für den Fall, dass es regnen sollte, setzte ich noch meine Kappe auf, damit mir die Tropfen nicht ins Gesicht schlagen konnten. Dies hätte nämlich weitere Kopfschmerzen gefördert. Ich musste heute wegen meines Gesundheitszustands auch den Fall in Betracht ziehen, nicht rechtzeitig ins Ziel zu kommen und daher vom Besenwagen aufgenommen zu werden, welcher das Feld abschloss und die Läufer einsammelte, welche zu langsam waren. Dies könnte insofern unangenehm werden, da ich wegen meiner Zugbindung spätestens um 12:30 Uhr am Bahnhof Schlenk sein musste.
Mir fiel auf, dass man hier im Startbereich keine Stimme eines Kommentators vernehmen konnte. Dies war deshalb ärgerlich, weil sich der Start des Halbmarathons offenbar verzögerte. Erst gegen 9:15 Uhr ging es los.
Ich startete ganz hinten und gab mir keine Mühe, das Feld von dort aus aufzurollen. Meine Beine waren immer noch schwer vom Vortag. Ich lief neben einer Reihe von Sportlern, die bei jedem Kilometer kontrollierten, ob sie ihr Ziel, die Sieben-Minuten-Marke pro Kilometer, auch erreichten. Bei meinen sonstigen Läufen benötigte ich für einen Kilometer um die fünf Minuten.
Nachdem die Kruppstraße in Richtung Osten entlang abgelaufen war, mussten wir eine Linkskurve durch eine Unterführung unter die Bahngleise nehmen. Von nun an ging es nördlich durch den Stadtteil Neudorf. Nach drei Kilometern passierten wir den Hauptbahnhof. Ich merkte mir diese Stelle, da ich möglicherweise nach dem Rennen vom Zielbereich direkt hierhin laufen könnte.
Kurz vor einer großen Kreuzung mit Auotstraßen auf zwei Ebenen ich ließ die Sieben-Minuten-Sportler-Gruppe hinter mir. Die Schmerzen in den Beinen hatten sich ein wenig abgeschwächt. Ich konnte mich danach nur noch an einzelne Details der Strecke erinnern. An einer Stelle sah ich Arbeiter, die den Sonntag nutzen, um ein Straßenbahngleis zu erneuern. An einer anderen Stelle verteilten Anwohner Traubenzucker an die Sportler. Der Kurs führte nach Norden, bog aber dann nach links ab, bevor die Ruhr erreicht wurde. Bevor nun der Rhein erreicht wurde, bog der Kurs wiederum nach Süden ab. An diesen beiden Verzweigungen trennten und vereinigten sich die Strecken von Marathon und Halbmarathon. Die Marathonläufer bekamen also, gemäß dem Namen der Veranstaltung, sowohl Rhein als auch Ruhr zu sehen und zu überqueren, uns Halbmarathonis wurde dies verwehrt.
Nach Süden erstreckte sich der Kurs bis zum Stadtteil Großenbaum, über Buchholz ging es wieder zurück zum Veranstaltungszentrum. Ich war gespannt: Sollte der Zieleinlauf tatsächlich im Wedaustadion sein? Ich freute mich schon darauf, als ich die Teilnehmer vor mir dort einbiegen sah. Wir musste tatsächlich in das Stadion und dort eine komplette Runde laufen, ehe wir das Ziel erreichten. Die Schmerzen in meinen Beinen waren inzwischen wieder stärker geworden und ich war unendlich froh, es geschafft zu haben. Ich hatte das Hemd ausgezogen und hielt es in der linken Hand, in der rechten Hand dagegen meine Kappe, als ich die Linie überquerte.
Nun bekam ich die zweite Medaille an einem Wochenende. Auf ihr stand „Rhein-Ruhr-Halbmarathon“ eingraviert, woraus ich schließen konnte, dass es für die beiden Disziplinen verschiedene Medaillen gab. Desweiteren wurden einfach Plastikjacken an die Finisher verteilt. Diese hatten aus meiner Sicht einzig und allein den Sinn, uns an der Fortbewegung zu stören.
Ich hatte insgesamt fast zwei Stunden und 15 Minuten gebraucht, es war für mich der langsamste Halbmarathon jemals. Ich hatte noch eine Stunde Zeit, ehe ich in Duisburg-Schlenk die Bahn zum Hbf nehmen musste. Ich wollte vorher unbedingt duschen. Ich fragte mich durch und kam ins Stadion-Bad, wo ich nicht lange anstehen musste. Danach kam ich mit einem jungen Pärchen ins Gespräch. Der Mann war heute seinen ersten Halbmarathon gelaufen. Da die beiden auch zum Bahnhof Schlenk musste, um dort die S-Bahn nach Düsseldorf zu nehmen, gingen wir zusammen dorthin. Ich bekam daher rechtzeitig die Bahn zum Hauptbahnhof, kam aber wegen Verspätung des Intercitys Richtung Dortmund erst eine Stunde später zu Hause an als geplant. Dennoch war ich überglücklich, mein Ziel für das Wochenende erreicht zu haben.
Halbmarathon Mittelrhein 2011-05-28
Der achtzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der Mittelrheinmarathon (MIMO) ging in diesem Jahr in eine weitere Auflage. Ich hatte schon letztes Frühjahr damit begonnen, mich über diesen Wettbewerb zu informieren und war an einer Teilnahme sehr interessiert gewesen. Leider war ich im letzten Jahr zu spät auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, um noch rechtzeitig eine günstige Anreise buchen zu können. Für 2011 hatte ich dies aber nachgeholt. Ich kannte den Verlauf des Kurses, da ich die danebenliegende Bahnstrecke wiederholt abgefahren war. Die Strecke ist landschaftlich sehr attraktiv, um nicht zu sagen „traumhaft“. Von daher konnte ich diesen Tag kaum erwarten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Marathonveranstaltungen fand diese an einem Samstag, und zwar abends, statt. Ich hatte also die Möglichkeit, vormittags anzureisen und musste nicht sehr früh aufstehen. Komplizierter war die Heimfahrt: Nach 19 Uhr sollte vorerst kein Zug mehr von Koblenz nach Bremen fahren, ich hätte auf den nächsten bis nach Mitternacht warten müssen, hätte in diesem Zug wohl kein Auge zudrücken können und dann den ganzen Sonntag unter der Bettdecke verbracht. Durch einige Untersuchungen kam mir ein Gedanke: Die Intercitys am Samstagabend von Koblenz in Richtung Norden endeten alle im Ruhrgebiet. Dort fand am Sonntagmorgen, den 29.5.2011, der Duisburg-Marathon statt, welcher auch eine Disziplin über die halbe Distanz enthielt. Wenn ich mit dem Zug nur bis Duisburg fuhr und dort übernachtete, so wäre es möglich, an einem Wochenende zwei Medaillen zu holen. Im Internet fand ich ein günstiges Hotel im Duisburger Stadtteil Rheinhausen, in welchem ich eine Übernachtung buchte. Für den Duisburg-Halbmarathon meldete ich mich ebenfalls an. Ohne Verpflegung waren damit schon einmal etwa 135€ für dieses Wochenende ausgegeben.
Am Samstag, den 28.5., wurde ich schon vor fünf Uhr von zwitschernden Vögeln geweckt und konnte nicht mehr einschlafen. Daher stand ich auf, frühstückte und packte zwei Sandwiches als Proviant ein. Ich nahm die drei Monate zuvor gebuchten Fahrkarten und stellte meine Ausrüstung zusammen. Um viertel vor acht Uhr verließ ich das Haus.
Am Hauptbahnhof suchte ich das Subway-Restaurant auf, um mir für die folgende, vierstündige Zugfahrt ein zweites Frühstück zu kaufen. Wegen dem EHEC-Erreger waren in den Sandwiches leider keine Gurken, weshalb ich jedoch 10% Rabatt auf den Einkaufspreis bekam.
Um 8:45 Uhr stieg ich in den Intercity Richtung Frankfurt. Ich hatte Glück, da nicht viele Passagiere an Bord waren und ich daher einen Sitzplatz ergatterte. Während der nun folgenden Fahrt las ich eine interessante Broschüre durch.
Ohne Verspätung kam der Zug um Viertel vor Eins am Hauptbahnhof in Koblenz an. Da ich Einiges an Gepäck bei mir hatte, schaute ich mich in der Bahnhofshalle sofort nach Schließfächern um, denn ich hatte vor, einen Teil meiner Reiseutensilien hier am Bahnhof zurückzulassen und nur mit dem Nötigsten versehen nach Boppard zum Startbereich zu fahren. Als ich die Bahnhofshalle durch den Haupteingang verließ, sah ich auf dem Vorplatz eine versammelte Menschenmenge, die gegen Atomenergie demonstrierte. Ein paar Schilder zeigten mir den Weg zum Messegelände, wo ich die Startunterlagen abholen konnte. Ich musste dafür etwa zwei Kilometer in südliche Richtung laufen. Dabei kam ich auch an der Anzeige eines Temperaturmessgerätes vorbei: Es waren im Moment 21°C bei strahlendem Sonnenschein.
Das Messegelände befand sich in einer Sporthalle, welche ich vom Eingang aus bis zum Ende durchschreiten musste, um meine Startnummer zu erhalten. Dort bekam ich auch eine Fahrkarte für eine Sonderfahrt von Koblenz zum Startbereich nach Boppard. Ich konnte zwischen verschiedenen Zügen wählen und entschied mich für den, welcher um 16:15 in Koblenz losfahren sollte. So hatte ich noch ausreichend Zeit, hier etwas Warmes zu essen.
Nachdem ich diese beiden Stücke Papier erhalten hatte, wollte ich die Messehalle schon wieder verlassen, als ich sah, dass ein paar Tische weiter noch T-Shirts an die Teilnehmer ausgegeben wurden. Ich erhielt eines in meiner Größe. Das Trikot war von grüner Farbe und mit einigen Sponsoren bedruckt. Ferner erhielt ich den Starterbeutel, welchen ich dann in Boppard mit meiner Kleidung abzugeben hatte. Diesen hätte ich vergessen, wenn ich das Messergelände jetzt schon verlassen hätte. In dem Starterbeutel befand sich neben dem üblichen Schnick-Schnack ein Erdinger-Paket, welches aus einem großen Bierglas und einer Flasche Erdinger-Alkoholfrei bestand. Auf dem Bierglas war neben dem Erdinger-Logo noch die gesamte Strecke des MIMA 2011 aufgezeichnet.
Vom Messegelände aus nahm ich einen Bus zurück in die Innenstadt, was mich allerdings 2,50€ kostete. Am Hauptbahnhof war die Demo gerade beendet worden. An der Temperatur-Anzeige sah ich, dass es inzwischen 22°C warm war. Ich suchte ein griechisches Schnell-Restaurant auf, wo ich eine Jägerschnitzel verzehrte. Dieses Schnitzel war allerdings nicht von besonders guter Qualität, jedoch blieb mir nichts anderes übrig, als es zu essen, wenn ich später beim Laufen durchhalten wollte.
Danach ging ich zum Hauptbahnhof und sortierte mein Gepäck: Was ich nicht zum Laufen brauchte, steckte ich in meine Reisetasche, die ich im letzten noch freien Schließfach in der Bahnhofshalle unterbrachte. Den Rest verstaute ich im Starterbeutel und ging danach zum Bahngleis, von wo aus der Sonderzug nach Boppard fahren sollte. Dieser Zug war ausschließlich für die Marathon- und Halbmarathonläufer vorgesehen. Die Inline-Skater waren schon um 15:15 an den Start gegangen und der 10km-Lauf sollte um 17:20 in Rhens, also zwischen Boppard und Koblenz starten. Damit sollte unser Zug also ohne Zwischenhalt direkt nach Boppard fahren. Da ich zeitig am Gleis war und hier nicht viel los war, nutzte ich die Gelegenheit, um hier meine Sportkleidung anzuziehen. Danach füllte sich der Bahnsteig immer mehr. Offenbar hatten die meisten Sportler diesen letzten Zug ausgewählt, um zum Start zu gelangen.
Der Sonderzug, welcher dann einfuhr, bestand aus 10 doppelstöckigen Waggons. Ich ging bis ans Ende des Gleises, wo kein so großes Aufkommen an Menschen war und bekam daher einen Sitzplatz im letzten Waggon. Um mich herum saßen offenbar einige Holländer, die sich laut unterhielten. Auf der Fahrt nach Boppard konnte ich nun die Strecke sehen, die ich nachher laufen sollte.
Nach etwa 15 Minuten kamen wir am Bahnhof in Boppard an. Um die Station zu verlassen, gab es nur einen Ausgang, welcher eine Treppe hinab führte. Diese Treppe befand sich am anderen Ende des Bahnsteigs. Es dauerte wiederum eine Viertelstunde, bis die Menschenmasse dieses Nadelöhr durchquert hatte und ich als einer der letzten den Bahnhof verlassen konnte. Einige Leute, die offenbar keine Lust hatte, so lange zu warten, stiegen einfach über die Gleise. Mehrfach ertönte daher aus den Lautsprechern: „Bitte nicht die Gleise überschreiten! Lebensgefahr!“
Als einer der letzten passierte ich den Ausgang des Bahnhofs und lief dem Feld hinterher. Nach hundert Metern gelangten wir an das Ufer des Rheins, wo sich die Läufer jetzt, etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Start des Halbmarathons, versammelten. Man hatte von hier aus einen phantastischen Blick auf das Mittelrheintal, welches den Titel „Unesco-Weltkulturerbe“ trägt.
Ich trug zunächst meine Sonnenbrille und steckte die normale Brille in die Hosentasche meiner Trainingshose, um sie aufzuziehen, falls die Sonne hinter den westlichen Hügeln später verschwinden sollte. Dann stopfte ich mein gesamtes Gepäck in den Starterbeutel und gab ihn in einem der beiden LKWs ab. Diese beiden Fahrzeuge sollten sofort nach dem Startschuss nach Koblenz fahren, wo wir dann nach dem Ankunft im Ziel unsere Kleidung wieder zurückbekommen sollten.
Der Halbmarathon sollte um 17:35 Uhr starten, der Marathon kurz danach. Die Läufer des letzteren Wettbewerbs mussten zunächst nach Süden bis Hirzenach und anschließend wieder zurück nach Boppard und weiter nach Koblenz laufen. Für uns Halbmarathonis ging es direkt nach Koblenz am Rhein entlang.
Ich ging als einer der letzten Läufer an den Start. Von den Cafés in Boppard klatschten die Zuschauer und feuerten uns an. Hier war es noch sehr eng, da die Ortsdurchfahrt nur aus einer gewöhnlichen Straße bestand. Nach wenigen Minuten hatten wir die Stadt jedoch verlassen und nun stand dem Läuferfeld die gesamte B9 zur Verfügung, welche für Autos gesperrt war. Rechts von uns war noch ein Fahrradweg und daneben lag einige Meter tiefer der Rhein. Links war die Bahnlinie und dahinter erhoben sich Berge, hinter denen die Sonne später verschwinden sollte. Da zwischen den Läufern kaum Worte gewechselt wurden, war es jetzt unglaublich still, denn Zuschauer gab es hier auch keine. Ich fühlte mich fast ein bisschen einsam, obwohl überall um mich herum andere Sportler waren. Da der Rhein zwischen Boppard und Braubach eine S-förmige Krümmung machte, konnte ich zunächst das Spitzenfeld weit vor mir und später das Schlussfeld hinter mir sehen.
Ich musste heute meine Geschwindigkeit drosseln, sonst würde ich einen Tag später in Duisburg keinen zweiten Halbmarathon laufen können. Bei der zweiten Verpflegungsstation wollte ich bei einem isotonischen Getränk zugreifen und holte mir dabei einen elektrischen Schlag, als ich den nassen Holztisch berührte. Die Zuckung meiner Hand führte dazu, dass diese sich nun bis zur nächsten Verpflegungsstation sehr klebrig anfühlte, da sie einen Teil der Flüssigkeit abbekommen hatte.
Nach einigen Kilometern wurde das erste Dorf durchquert, ich glaube, es handelte sich um den Ort Spey. Dort gab es zur Abwechslung mal wieder ein paar Zuschauer. Wenig später mussten wir durch eine Unterführung laufen, um auf die andere Seite der Bahnlinie zu gelangen. Von nun an war es mit der schönen Aussicht vorbei: Der Rhein war von hier aus nicht mehr zu sehen, da die Bahnlinie und einige Bäume im Weg standen. Ich war fast schon ein bisschen enttäuscht.
Das zweite Dorf, durch welches wir durchliefen, müsste der Ort „Rhens“ gewesen sein, welcher die Hälfte der Halbmarathonstrecke und den Start des 10-km-Laufs markierte. Hier befanden sich auch einige Kommentatoren, die durch Lautsprecher unsere Namen riefen.
Da die Sonne inzwischen hinter den Bergen verschwunden war, setzte ich nun meine normale Brille auf. Ein gelbes Hinweisschild zeigte uns, dass es bis Koblenz noch neun Kilometer seien. Diese Angabe bezog sich allerdings auf die Entfernung zum Stadtzentrum, denn bereits wenige Minuten später wurde der erste Stadtteil, dessen Namen ich vergessen habe, erreicht.
Ich sehnte mich schon langsam nach dem Ziel. Da der jetzige Streckenabschnitt Teil aller drei Wettbewerbe (10km, Halb- und Marathon) war, gab es nun pro Kilometer drei Kilometerschilder, an denen ich mich orientieren konnte.
Zwei Kilometer vor dem Ziel befand sich das Messegelände, wo ich heute Mittag die Startunterlagen abgeholt hatte. Nun befand sich dort ein Verpflegungspunkt, an welchem ich mir einen Becher Cola gönnte. Da ich in gemächlichem Schritt weiterlief, nachdem ich diesen Becher entgegengenommen hatte, nutze ein Helfer diese Gelegenheit, um mir mit den Worten „Hier, noch einer, und dann werden das nochmal zwei ganz tolle Kilometer“ einen zweiten Becher desselben Getränks in die Hand zu drücken. Nachdem ich beide geleert hatte, lief ich weiter. Inzwischen spürte ich auch schon vereinzelte Blasen an den Füßen, was mich daran erinnerte, dass die 160€-Schuhe nach fast 600 Kilometern wohl bald wieder ausgetauscht werden müssten.
Der Zielbereich befand sich zwei Kilometer weiter und damit ein Stückchen nördlich des Hauptbahnhofs. Dies war gut zu wissen, da ich nachher ein bisschen Orientierungsprobleme beim Weg zum Bahnhof zurück hatte. Beim Einlaufen ins Ziel erhöhte ich meine Geschwindigkeit nicht mehr. Eine Frau hängte mir die Medaille um, auf welcher „Mittelrhein Marathon 2011“ zu lesen war. Das Datum war nicht eingraviert und eine Unterscheidung zwischen den Disziplinen fand hier auch nicht statt. Auf Getränke verzichtete ich komplett und stellte mich sofort in einer Schlange an, um meinen Starterbeutel und damit meine Kleidung zurückzubekommen. Ich spürte nun deutlich, dass ich mehr Muskelkater hatte, als ursprünglich gedacht.
Zusammen mit einem anderen Läufer, welcher heute noch nach Frankfurt zurück fahren wollte, suchte ich die Duschen auf. Wir musste uns dabei mehrmals durchfragen, ehe wir das entsprechende Schulgelände fanden. Enttäuscht musste ich feststellen, dass für alle Läufer nur ein einziger Duschraum zur Verfügung stand. Ich hätte lange anstehen müssen und unter Anbetracht der Tatsache, dass ich von hier aus den Weg zum Hauptbahnhof nicht kannte und diesen vielleicht auch länger suchen musste, entschied ich mich, nur am Waschbecken mein Gesicht abzuwaschen und in Sportbekleidung, vollkommen verschwitzt zum Bahnhof zu laufen, denn ich hatte Zugbindung und musste kurz nach 21:00 Uhr am Bahnhof sein. Es war inzwischen schon fast 20:00 Uhr. Ich fragte mich durch, um den Weg zum Hauptbahnhof zu finden. Gegen 20:30 kam ich dort an, holte mein Teilgepäck aus dem Schließfach und ging zum Gleis. Hier aß ich einen der beiden Sandwiches, die ich von zu Hause mitgebracht hatte. Der ICE nach Köln hatte zum Glück keine Verspätung, denn hier hatte ich nur wenige Minuten Umsteigezeit, um den ICE nach Duisburg zu erreichen. Leider hatte dieser aber so viel Verspätung, dass ich die Regionalbahn nach Rheinhausen nicht bekam und erst die nächste, zehn Minuten später nehmen konnte. So kam ich gegen 23:20 Uhr in Duisburg-Rheinhausen an, nachts in einer mir völlig fremden Gegend.
Der Mittelrheinmarathon (MIMO) ging in diesem Jahr in eine weitere Auflage. Ich hatte schon letztes Frühjahr damit begonnen, mich über diesen Wettbewerb zu informieren und war an einer Teilnahme sehr interessiert gewesen. Leider war ich im letzten Jahr zu spät auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, um noch rechtzeitig eine günstige Anreise buchen zu können. Für 2011 hatte ich dies aber nachgeholt. Ich kannte den Verlauf des Kurses, da ich die danebenliegende Bahnstrecke wiederholt abgefahren war. Die Strecke ist landschaftlich sehr attraktiv, um nicht zu sagen „traumhaft“. Von daher konnte ich diesen Tag kaum erwarten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Marathonveranstaltungen fand diese an einem Samstag, und zwar abends, statt. Ich hatte also die Möglichkeit, vormittags anzureisen und musste nicht sehr früh aufstehen. Komplizierter war die Heimfahrt: Nach 19 Uhr sollte vorerst kein Zug mehr von Koblenz nach Bremen fahren, ich hätte auf den nächsten bis nach Mitternacht warten müssen, hätte in diesem Zug wohl kein Auge zudrücken können und dann den ganzen Sonntag unter der Bettdecke verbracht. Durch einige Untersuchungen kam mir ein Gedanke: Die Intercitys am Samstagabend von Koblenz in Richtung Norden endeten alle im Ruhrgebiet. Dort fand am Sonntagmorgen, den 29.5.2011, der Duisburg-Marathon statt, welcher auch eine Disziplin über die halbe Distanz enthielt. Wenn ich mit dem Zug nur bis Duisburg fuhr und dort übernachtete, so wäre es möglich, an einem Wochenende zwei Medaillen zu holen. Im Internet fand ich ein günstiges Hotel im Duisburger Stadtteil Rheinhausen, in welchem ich eine Übernachtung buchte. Für den Duisburg-Halbmarathon meldete ich mich ebenfalls an. Ohne Verpflegung waren damit schon einmal etwa 135€ für dieses Wochenende ausgegeben.
Am Samstag, den 28.5., wurde ich schon vor fünf Uhr von zwitschernden Vögeln geweckt und konnte nicht mehr einschlafen. Daher stand ich auf, frühstückte und packte zwei Sandwiches als Proviant ein. Ich nahm die drei Monate zuvor gebuchten Fahrkarten und stellte meine Ausrüstung zusammen. Um viertel vor acht Uhr verließ ich das Haus.
Am Hauptbahnhof suchte ich das Subway-Restaurant auf, um mir für die folgende, vierstündige Zugfahrt ein zweites Frühstück zu kaufen. Wegen dem EHEC-Erreger waren in den Sandwiches leider keine Gurken, weshalb ich jedoch 10% Rabatt auf den Einkaufspreis bekam.
Um 8:45 Uhr stieg ich in den Intercity Richtung Frankfurt. Ich hatte Glück, da nicht viele Passagiere an Bord waren und ich daher einen Sitzplatz ergatterte. Während der nun folgenden Fahrt las ich eine interessante Broschüre durch.
Ohne Verspätung kam der Zug um Viertel vor Eins am Hauptbahnhof in Koblenz an. Da ich Einiges an Gepäck bei mir hatte, schaute ich mich in der Bahnhofshalle sofort nach Schließfächern um, denn ich hatte vor, einen Teil meiner Reiseutensilien hier am Bahnhof zurückzulassen und nur mit dem Nötigsten versehen nach Boppard zum Startbereich zu fahren. Als ich die Bahnhofshalle durch den Haupteingang verließ, sah ich auf dem Vorplatz eine versammelte Menschenmenge, die gegen Atomenergie demonstrierte. Ein paar Schilder zeigten mir den Weg zum Messegelände, wo ich die Startunterlagen abholen konnte. Ich musste dafür etwa zwei Kilometer in südliche Richtung laufen. Dabei kam ich auch an der Anzeige eines Temperaturmessgerätes vorbei: Es waren im Moment 21°C bei strahlendem Sonnenschein.
Das Messegelände befand sich in einer Sporthalle, welche ich vom Eingang aus bis zum Ende durchschreiten musste, um meine Startnummer zu erhalten. Dort bekam ich auch eine Fahrkarte für eine Sonderfahrt von Koblenz zum Startbereich nach Boppard. Ich konnte zwischen verschiedenen Zügen wählen und entschied mich für den, welcher um 16:15 in Koblenz losfahren sollte. So hatte ich noch ausreichend Zeit, hier etwas Warmes zu essen.
Nachdem ich diese beiden Stücke Papier erhalten hatte, wollte ich die Messehalle schon wieder verlassen, als ich sah, dass ein paar Tische weiter noch T-Shirts an die Teilnehmer ausgegeben wurden. Ich erhielt eines in meiner Größe. Das Trikot war von grüner Farbe und mit einigen Sponsoren bedruckt. Ferner erhielt ich den Starterbeutel, welchen ich dann in Boppard mit meiner Kleidung abzugeben hatte. Diesen hätte ich vergessen, wenn ich das Messergelände jetzt schon verlassen hätte. In dem Starterbeutel befand sich neben dem üblichen Schnick-Schnack ein Erdinger-Paket, welches aus einem großen Bierglas und einer Flasche Erdinger-Alkoholfrei bestand. Auf dem Bierglas war neben dem Erdinger-Logo noch die gesamte Strecke des MIMA 2011 aufgezeichnet.
Vom Messegelände aus nahm ich einen Bus zurück in die Innenstadt, was mich allerdings 2,50€ kostete. Am Hauptbahnhof war die Demo gerade beendet worden. An der Temperatur-Anzeige sah ich, dass es inzwischen 22°C warm war. Ich suchte ein griechisches Schnell-Restaurant auf, wo ich eine Jägerschnitzel verzehrte. Dieses Schnitzel war allerdings nicht von besonders guter Qualität, jedoch blieb mir nichts anderes übrig, als es zu essen, wenn ich später beim Laufen durchhalten wollte.
Danach ging ich zum Hauptbahnhof und sortierte mein Gepäck: Was ich nicht zum Laufen brauchte, steckte ich in meine Reisetasche, die ich im letzten noch freien Schließfach in der Bahnhofshalle unterbrachte. Den Rest verstaute ich im Starterbeutel und ging danach zum Bahngleis, von wo aus der Sonderzug nach Boppard fahren sollte. Dieser Zug war ausschließlich für die Marathon- und Halbmarathonläufer vorgesehen. Die Inline-Skater waren schon um 15:15 an den Start gegangen und der 10km-Lauf sollte um 17:20 in Rhens, also zwischen Boppard und Koblenz starten. Damit sollte unser Zug also ohne Zwischenhalt direkt nach Boppard fahren. Da ich zeitig am Gleis war und hier nicht viel los war, nutzte ich die Gelegenheit, um hier meine Sportkleidung anzuziehen. Danach füllte sich der Bahnsteig immer mehr. Offenbar hatten die meisten Sportler diesen letzten Zug ausgewählt, um zum Start zu gelangen.
Der Sonderzug, welcher dann einfuhr, bestand aus 10 doppelstöckigen Waggons. Ich ging bis ans Ende des Gleises, wo kein so großes Aufkommen an Menschen war und bekam daher einen Sitzplatz im letzten Waggon. Um mich herum saßen offenbar einige Holländer, die sich laut unterhielten. Auf der Fahrt nach Boppard konnte ich nun die Strecke sehen, die ich nachher laufen sollte.
Nach etwa 15 Minuten kamen wir am Bahnhof in Boppard an. Um die Station zu verlassen, gab es nur einen Ausgang, welcher eine Treppe hinab führte. Diese Treppe befand sich am anderen Ende des Bahnsteigs. Es dauerte wiederum eine Viertelstunde, bis die Menschenmasse dieses Nadelöhr durchquert hatte und ich als einer der letzten den Bahnhof verlassen konnte. Einige Leute, die offenbar keine Lust hatte, so lange zu warten, stiegen einfach über die Gleise. Mehrfach ertönte daher aus den Lautsprechern: „Bitte nicht die Gleise überschreiten! Lebensgefahr!“
Als einer der letzten passierte ich den Ausgang des Bahnhofs und lief dem Feld hinterher. Nach hundert Metern gelangten wir an das Ufer des Rheins, wo sich die Läufer jetzt, etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Start des Halbmarathons, versammelten. Man hatte von hier aus einen phantastischen Blick auf das Mittelrheintal, welches den Titel „Unesco-Weltkulturerbe“ trägt.
Ich trug zunächst meine Sonnenbrille und steckte die normale Brille in die Hosentasche meiner Trainingshose, um sie aufzuziehen, falls die Sonne hinter den westlichen Hügeln später verschwinden sollte. Dann stopfte ich mein gesamtes Gepäck in den Starterbeutel und gab ihn in einem der beiden LKWs ab. Diese beiden Fahrzeuge sollten sofort nach dem Startschuss nach Koblenz fahren, wo wir dann nach dem Ankunft im Ziel unsere Kleidung wieder zurückbekommen sollten.
Der Halbmarathon sollte um 17:35 Uhr starten, der Marathon kurz danach. Die Läufer des letzteren Wettbewerbs mussten zunächst nach Süden bis Hirzenach und anschließend wieder zurück nach Boppard und weiter nach Koblenz laufen. Für uns Halbmarathonis ging es direkt nach Koblenz am Rhein entlang.
Ich ging als einer der letzten Läufer an den Start. Von den Cafés in Boppard klatschten die Zuschauer und feuerten uns an. Hier war es noch sehr eng, da die Ortsdurchfahrt nur aus einer gewöhnlichen Straße bestand. Nach wenigen Minuten hatten wir die Stadt jedoch verlassen und nun stand dem Läuferfeld die gesamte B9 zur Verfügung, welche für Autos gesperrt war. Rechts von uns war noch ein Fahrradweg und daneben lag einige Meter tiefer der Rhein. Links war die Bahnlinie und dahinter erhoben sich Berge, hinter denen die Sonne später verschwinden sollte. Da zwischen den Läufern kaum Worte gewechselt wurden, war es jetzt unglaublich still, denn Zuschauer gab es hier auch keine. Ich fühlte mich fast ein bisschen einsam, obwohl überall um mich herum andere Sportler waren. Da der Rhein zwischen Boppard und Braubach eine S-förmige Krümmung machte, konnte ich zunächst das Spitzenfeld weit vor mir und später das Schlussfeld hinter mir sehen.
Ich musste heute meine Geschwindigkeit drosseln, sonst würde ich einen Tag später in Duisburg keinen zweiten Halbmarathon laufen können. Bei der zweiten Verpflegungsstation wollte ich bei einem isotonischen Getränk zugreifen und holte mir dabei einen elektrischen Schlag, als ich den nassen Holztisch berührte. Die Zuckung meiner Hand führte dazu, dass diese sich nun bis zur nächsten Verpflegungsstation sehr klebrig anfühlte, da sie einen Teil der Flüssigkeit abbekommen hatte.
Nach einigen Kilometern wurde das erste Dorf durchquert, ich glaube, es handelte sich um den Ort Spey. Dort gab es zur Abwechslung mal wieder ein paar Zuschauer. Wenig später mussten wir durch eine Unterführung laufen, um auf die andere Seite der Bahnlinie zu gelangen. Von nun an war es mit der schönen Aussicht vorbei: Der Rhein war von hier aus nicht mehr zu sehen, da die Bahnlinie und einige Bäume im Weg standen. Ich war fast schon ein bisschen enttäuscht.
Das zweite Dorf, durch welches wir durchliefen, müsste der Ort „Rhens“ gewesen sein, welcher die Hälfte der Halbmarathonstrecke und den Start des 10-km-Laufs markierte. Hier befanden sich auch einige Kommentatoren, die durch Lautsprecher unsere Namen riefen.
Da die Sonne inzwischen hinter den Bergen verschwunden war, setzte ich nun meine normale Brille auf. Ein gelbes Hinweisschild zeigte uns, dass es bis Koblenz noch neun Kilometer seien. Diese Angabe bezog sich allerdings auf die Entfernung zum Stadtzentrum, denn bereits wenige Minuten später wurde der erste Stadtteil, dessen Namen ich vergessen habe, erreicht.
Ich sehnte mich schon langsam nach dem Ziel. Da der jetzige Streckenabschnitt Teil aller drei Wettbewerbe (10km, Halb- und Marathon) war, gab es nun pro Kilometer drei Kilometerschilder, an denen ich mich orientieren konnte.
Zwei Kilometer vor dem Ziel befand sich das Messegelände, wo ich heute Mittag die Startunterlagen abgeholt hatte. Nun befand sich dort ein Verpflegungspunkt, an welchem ich mir einen Becher Cola gönnte. Da ich in gemächlichem Schritt weiterlief, nachdem ich diesen Becher entgegengenommen hatte, nutze ein Helfer diese Gelegenheit, um mir mit den Worten „Hier, noch einer, und dann werden das nochmal zwei ganz tolle Kilometer“ einen zweiten Becher desselben Getränks in die Hand zu drücken. Nachdem ich beide geleert hatte, lief ich weiter. Inzwischen spürte ich auch schon vereinzelte Blasen an den Füßen, was mich daran erinnerte, dass die 160€-Schuhe nach fast 600 Kilometern wohl bald wieder ausgetauscht werden müssten.
Der Zielbereich befand sich zwei Kilometer weiter und damit ein Stückchen nördlich des Hauptbahnhofs. Dies war gut zu wissen, da ich nachher ein bisschen Orientierungsprobleme beim Weg zum Bahnhof zurück hatte. Beim Einlaufen ins Ziel erhöhte ich meine Geschwindigkeit nicht mehr. Eine Frau hängte mir die Medaille um, auf welcher „Mittelrhein Marathon 2011“ zu lesen war. Das Datum war nicht eingraviert und eine Unterscheidung zwischen den Disziplinen fand hier auch nicht statt. Auf Getränke verzichtete ich komplett und stellte mich sofort in einer Schlange an, um meinen Starterbeutel und damit meine Kleidung zurückzubekommen. Ich spürte nun deutlich, dass ich mehr Muskelkater hatte, als ursprünglich gedacht.
Zusammen mit einem anderen Läufer, welcher heute noch nach Frankfurt zurück fahren wollte, suchte ich die Duschen auf. Wir musste uns dabei mehrmals durchfragen, ehe wir das entsprechende Schulgelände fanden. Enttäuscht musste ich feststellen, dass für alle Läufer nur ein einziger Duschraum zur Verfügung stand. Ich hätte lange anstehen müssen und unter Anbetracht der Tatsache, dass ich von hier aus den Weg zum Hauptbahnhof nicht kannte und diesen vielleicht auch länger suchen musste, entschied ich mich, nur am Waschbecken mein Gesicht abzuwaschen und in Sportbekleidung, vollkommen verschwitzt zum Bahnhof zu laufen, denn ich hatte Zugbindung und musste kurz nach 21:00 Uhr am Bahnhof sein. Es war inzwischen schon fast 20:00 Uhr. Ich fragte mich durch, um den Weg zum Hauptbahnhof zu finden. Gegen 20:30 kam ich dort an, holte mein Teilgepäck aus dem Schließfach und ging zum Gleis. Hier aß ich einen der beiden Sandwiches, die ich von zu Hause mitgebracht hatte. Der ICE nach Köln hatte zum Glück keine Verspätung, denn hier hatte ich nur wenige Minuten Umsteigezeit, um den ICE nach Duisburg zu erreichen. Leider hatte dieser aber so viel Verspätung, dass ich die Regionalbahn nach Rheinhausen nicht bekam und erst die nächste, zehn Minuten später nehmen konnte. So kam ich gegen 23:20 Uhr in Duisburg-Rheinhausen an, nachts in einer mir völlig fremden Gegend.
Sonntag, 15. Mai 2011
Halbmarathon Wilhelmshaven 2011-05-15
Der siebzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Der 6. Gorch-Fock-Marathon bestand aus einem Marathon, einem Halbmarathon und einem 10km-Lauf. Nach meinem letzten Lauf in Hannover voriges Wochenende waren die Temperaturen deutlich gefallen. Da der Halbmarathon schon um 10:00 Uhr starten sollte und keine allzu starken Regenschauer vorhergesagt worden waren, rechnete ich mir gute Chancen aus, hier meine persönliche Bestzeit von 1:39:50h zu unterbieten. Durch einige Recherchen im Internet hatte ich eine Möglichkeit gefunden, schon gegen 8:20 Uhr in Wilhelmshaven anzukommen und trotzdem erst um kurz vor halb sieben Uhr das Haus zu verlassen. Ohne zu frühstücken tat ich das an diesem Morgen und setzte mich in die Straßenbahn, um nach wenigen Minuten Fahrt am Bahnhof Walle in die Regionalbahn zum Hauptbahnhof einzusteigen und dort dann in den RE nach Oldenburg umzusteigen. Dafür sollten mir am Hbf sechs Minuten Umsteigezeit zur Verfügung stehen. Doch soweit kam es gar nicht: Als ich die Treppe zum Bahnhof Walle hinauflief, hörte ich durch eine Lautsprecherstimme, dass der Zug zum Hauptbahnhof heute wegen eines technischen Defekts ausfalle. Damit war ich erst einmal bedient. Um den RE am Hbf noch zu bekommen, musste nun schnell etwas geschehen. Über mein Handy kontaktierte ich das nächste Taxi-Unternehmen, doch als man mir dort sagte, dass ich mindesten eine Viertelstunde darauf warten müsste, wurde mir klar, dass ich wohl erst um 9:20 Uhr in Wilhelmshaven ankommen würde. Glücklicherweise fuhr die nächste Straßenbahn zum Hauptbahnhof schon wenige Minuten später ab, da die einzige Alternative nach Oldenburg zu kommen, eine langsame Nordwestbahn, schon 20 Minuten nach dem RE abfuhr. In der Straßenbahn frühstückte ich mein mitgebrachtes Brot und ging am Bahnhof dann zur Nordwestbahn, welche bereits abfahrbereit stand. Eine Dreiviertelstunde später kam ich in Oldenburg an. Hier musste ich wiederum etwa 40 Minuten waren, um mit einer weiteren Nordwestbahn nach Wilhelmshaven fahren zu können. Da mir dort bis zum Startschuss nicht mehr viel Zeit bleiben sollte, frühstückte ich mein zweites Brot in der Bahn, wo ich nachher auch meine Sportkleidung anzog. Glücklicherweise kam diese Nordwestbahn pünktlich in Wilhelmshaven an. Nun blieben also noch 40 Minuten bis zum Start. Beim Aussteigen lernte ich eine Frau kennen, die heute ihren ersten Halbmarathon laufen wollte und bis zu diesem Tag immer nur 10km-Abschnitte absolviert hatte. Da sie zum ersten Mal bei der Veranstaltung in Wilhelmshaven teilnahm, zeigte ich ihr den Weg vom Bahnhof zum Veranstaltungszentrum, den ich noch aus dem Vorjahr kannte. Wir mussten beide noch unsere Startunterlagen abholen, was mich einigermaßen beruhigte, da ich mir nicht sicher war, ob hierfür ein bestimmtes zeitliches Limit gesetzt worden war.
Nach wenigen Minuten kamen wir am Gorch-Fock-Haus an. Hier konnte ich ein Schild sehen, welches die Haltestelle für die Pendelbusse zu den Duschen kennzeichnete. Offenbar hatte sich in diesem Punkt im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert. Ich nahm mir vor, diesmal von den Duschen Gebrauch zu machen und nicht erneut verschwitzt die Heimfahrt mit der Bahn anzutreten.
Im Gorch-Fock-Haus erhielt ich meine Startunterlagen, unter denen sich kein Schnick-Schnack befand. Lediglich die Startnummer und der Chip zur Zeitmessung wurden mir gegeben, zusätzlich ein Trikot, genau wie im Vorjahr. Vorder- und Rückseite waren wieder mit Sponsoren-Aufschriften überzogen, die Grundfarbe war dieses Mal mehr gelblicher als im Vorjahr, wo sie eher giftgrün erschienen war.
Vor 10:00 Uhr starteten zunächst die Marathon- und dann die 10km-Läufer. Eine Viertelstunde vor unserem Startschuss gab ich meine Tasche im entsprechenden LKW ab, lief mich kurz warm und ging dann zur Startgeraden. Wenn ich heute meine Rekordzeit verbessern wollte, war es sinnvoll, möglichst weit vorne im Läuferfeld zu stehen, da bei diesem Wettbewerb nur die Brutto- und nicht die Nettozeit gemessen werden sollte. Ich schob mich also im Startfeld so weit nach vorne, wie es nur möglich war. Als um 10:00 Uhr der Startschuss ertönte, dauerte es 25 Sekunden, bis ich die Startlinie überquerte. Mit meiner Armbanduhr wollte ich nun die nächsten 21km genau beobachten, wie sich meine Kilometer- Zeiten verhielten.
Um persönliche Rekordzeit zu laufen, durfte ich pro Kilometer nur 4:45min benötigen und musste zusätzlich die 25s vom Start aufholen.
Die Strecke war exakt die gleiche wie im Vorjahr: Zunächst ging es den Weg zum Hauptbahnhof zurück, jedoch wurde vor dem Erreichen der Nordseepassage, welche den Bahnhof umgab, nach links in die Fußgängerzone eingebogen. Hier war das Feld noch eng zusammen und Überholen etwas schwieriger. Nach dem ersten Kilometer merkte ich, dass ich zum Erreichen meines Ziels die richtige Geschwindigkeit ausgewählt hatte. Die Frage war, ob ich dieses auch halten könnte. Es ging nun etwa zwei Kilometer lang geradeaus in westlicher Richtung durch ein ruhiges Wohngebiet, wo nur wenige Zuschauer am Rand standen. Hier bekam ich den Eindruck, dass ich konditionell vielleicht doch nicht so gut gerüstet war, um meine Geschwindigkeit auf Dauer aufrechterhalten zu können. Nach einer schnellen Rechts-Links-Kurve überquerten wir eine Brücke, die über die Bahngleise führte, auf welchen ich heute Morgen noch mit dem Zug gefahren war.
Die folgende Straße in südlicher Richtung führte durch ein Industriegebiet und endete am Kanalhafen, einem kleinen Fluss, hinter dem wir eine Kurve einschlugen und wieder nach Westen liefen. Ungefähr hier befand sich der erste Verpflegungspunkt, an dem ich mir einen Becher Wasser gönnte. Nach einer 180°-Kurve führte der Kurs nach Osten am Niedersächsischen Wattenmeer entlang, welches wir jedoch zunächst nicht sehen konnte, da zwischen ihm und uns eine "Düne" mit einer Wiese im Weg stand. Diese Düne war mit einem Zaun abgesperrt, damit die darauf weidenden Schafe nicht verloren gehen konnten. Nach zwei Kilometern war dieses Weidefeld zu Ende und es gab einen asphaltierten Weg, der über die Düne auf deren andere Seite führte. Nun konnten wir das Niedersächsische Wattenmeer sehen. Im Gegensatz zum Vorjahr herrschte diesmal Flut, und einige kleine Boote schaukelten auf dem Wasser. Auf der anderen Seite des Weges standen Strandkörbe, die allerdings nicht belegt waren. Jedoch gab es jetzt einige Zuschauer, während auf den Kilometern zuvor auffällige Ruhe geherrscht hatte. Als ich Kilometer Zehn erreicht hatte, war der Badestrand zu Ende und der Ausrüstungshafen der Bundeswehr erreicht. Hier wehte seitlich ein sehr starker Wind, was mir beim Laufen zu schaffen machte. Zusätzlich merkte ich, wie sich eines meiner Pflaster, die ich über eine Blase am großen Zeh angebracht hatte , sich von der Stelle gelöst hatte und nun eher als Störfaktor meinen Fuß beeinträchtigte. Mir blieb nichts anderes übrig als dies hinzunehmen, denn eine Pause einlegen, um das Pflaster zu entfernen, wollte ich nicht, da mich das zu viel Zeit gekostet hätte. Beim Blick auf meine Uhr merkte ich allerdings, dass ich zum Erreichen meiner Bestzeit bis jetzt nur wenige Sekunden zu langsam gewesen war. Ein neuer persönlicher Rekord war immer noch möglich. Nach dem Ausrüstungshafen und dem Nordhafen folgte eine Uferstraße, an der wir einige große Schiffe passierten. Auf Höhe der Fregatte "Schleswig-Holstein" befand sich der Wendepunkt der Halbmarathon- und der ersten Marathonrunde. Läufer des letzteren Kurses musste bei der zweiten Runde ein Stück weiter vorne drehen. An dieser Stelle hatte ich auch die ersten Marathonläufer, welche ja eine halbe Stunde vor uns gestartet waren, eingeholt. Ich konnte sie an der farbigen Aufschrift ihrer Startnummern erkennen. Insgesamt führte ich auch einige Überholungen von Halbmarathonläufern durch, allerdings weit nicht so viele wie eine Woche zuvor in Hannover. Nun folgten fünf Kilometer in die entgegengesetzte Richtung, bei der ich erneut einen unangenehmen Wind, diesmal von der anderen Seite, verspürte. Dieser Abschnitt verlief auf einer normalen Straße, von der nur eine Seite für uns Läufer gesperrt war. Die andere Seite wurde von Autos befahren, was mich auf Grund des Lärms schon ziemlich störte. Nachdem die Häfen wieder passiert waren, führte eine Passage zwischen dem "Großen Hafen" und dem Banter See nach Norden in Richtung Innenstadt zurück. Hier gab es die erste Verpflegungsstation, welche ich ausließ, da mir langsam klar wurde, dass heute tatsächlich eine neue Bestzeit möglich war. Auf der anderen Seite des Großen Hafens lief ich eine Rechtskurve und damit ein Stück nach Osten. Ich konnte hier bereits Lautsprecherdurchsagen hören, welche sich weiter nördlich im Zielbereich befanden. Besonders dicht war das Läuferfeld hier auch nicht mehr. Glücklicherweise zeigten Streckenposten jedem Teilnehmer die Richtung, die er bei einer Abzweigung zu nehmen hatte. Bei Kilometer 20 erhöhte ich mein Tempo noch einmal leicht. Kurz vor Erreichen der Zielgeraden, etwas 500 Meter vor dem Ziel, war tatsächlich noch einmal eine Verpflegungsstelle vorhanden. Mir wurde von mehreren Helfern Wasser angeboten, dass ich jedoch zurückwies. An dieser Stelle befand ich auch der Kommentator, den ich wenige Minuten zuvor aus der Ferne wahrgenommen hatte. Als ich vorbeilief, sagte er über sein Mikrofon: "Ab hier gibt es nur noch Rückenwind!" Das kam mir natürlich sehr entgegen. Ich erreichte die Fußgängerzone, vor welcher ich allerdings rechts auf die Zielgeraden abbiegen musste. Dies war im Prinzip der Weg vom Bahnhof zum Veranstaltungszentrum, den ich schon bestens kannte. Ich lief noch einmal so schnell ich konnte und erreichte das Ziel bei einer Bruttozeit von etwa 1 Stunde und 39 Minuten. Damit hatte ich meine Bestzeit tatsächlich unterboten. Nach wenigen Metern wurde ich sofort aufgefordert, den Chip zur Zeitmessung zurückzugeben. Nach ich ihn von meinen Schnürsenkeln entfernt und abgegeben hatte, trank ich zwei Glas Pepsi und aß Apfel- und Melonenstücke. Die Medaille hatte ich kurz zuvor ausgehändigt bekommen. Sie sah so ähnlich aus wie im Vorjahr: Auf der Rückseite war ein Aufkleber mit einem Sponsor, welcher sich jedoch leicht entfernen ließ. Auf der Vorderseite war ein Aufkleber mit der Aufschrift: "6. Gorch-Fock-Marathon Wilhelmshaven, Mai 2011". Also erneut keine Gravur, keine Angabe des genauen Datums und kein Unterschied zwischen den verschiedenen Disziplinen. In der Mitte war ein Segelboot aufgemalt.
Nachdem ich meine Tasche abgeholt hatte, ging ich zur Haltestelle und wartete auf den Kleinbus zu den Duschräumen. Zusammen mit einigen anderen Sportlern stieg ich in das Fahrzeug ein, welches schon nach kurzer Zeit eintraf. Ich musste nun feststellen, dass es durchaus sinnvoller gewesen wäre, den Weg zu den Duschen auszuschildern, dann zu Fuß hätte man ihn wohl schneller erreicht. Der Weg mit dem Auto kreuzte nämlich den Marathon-Kurs, was zur Folge hatte, dass wir mehrere Minuten im Stau standen, eher der zuständige Polizist uns vorbeiwinkte. Die Duschen befanden sich auf einem Schulgelände, welches nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt war. Anstehen mussten wir hier nicht, da wir die Räumlichkeiten vollkommen leer vorfanden. Allerdings änderte sich das, nachdem ich mit dem Duschen fertig war. Ich zog mich wieder an und ging zum Bahnhof. Hier nahm ich um Viertel vor Ein Uhr mittags die Nordwestbahn nach Oldenburg. Um nicht eine Stunde warten zu müssten, investierte ich 7.85€ in eine Ticket, um in Oldenburg sofort in den Intercity nach Bremen einzusteigen. Ich hatte Glück, dass keiner der Züge auf der Rückfahrt Verspätung hatte. So kam ich schon kurz vor 15Uhr zu Hause an.
Der 6. Gorch-Fock-Marathon bestand aus einem Marathon, einem Halbmarathon und einem 10km-Lauf. Nach meinem letzten Lauf in Hannover voriges Wochenende waren die Temperaturen deutlich gefallen. Da der Halbmarathon schon um 10:00 Uhr starten sollte und keine allzu starken Regenschauer vorhergesagt worden waren, rechnete ich mir gute Chancen aus, hier meine persönliche Bestzeit von 1:39:50h zu unterbieten. Durch einige Recherchen im Internet hatte ich eine Möglichkeit gefunden, schon gegen 8:20 Uhr in Wilhelmshaven anzukommen und trotzdem erst um kurz vor halb sieben Uhr das Haus zu verlassen. Ohne zu frühstücken tat ich das an diesem Morgen und setzte mich in die Straßenbahn, um nach wenigen Minuten Fahrt am Bahnhof Walle in die Regionalbahn zum Hauptbahnhof einzusteigen und dort dann in den RE nach Oldenburg umzusteigen. Dafür sollten mir am Hbf sechs Minuten Umsteigezeit zur Verfügung stehen. Doch soweit kam es gar nicht: Als ich die Treppe zum Bahnhof Walle hinauflief, hörte ich durch eine Lautsprecherstimme, dass der Zug zum Hauptbahnhof heute wegen eines technischen Defekts ausfalle. Damit war ich erst einmal bedient. Um den RE am Hbf noch zu bekommen, musste nun schnell etwas geschehen. Über mein Handy kontaktierte ich das nächste Taxi-Unternehmen, doch als man mir dort sagte, dass ich mindesten eine Viertelstunde darauf warten müsste, wurde mir klar, dass ich wohl erst um 9:20 Uhr in Wilhelmshaven ankommen würde. Glücklicherweise fuhr die nächste Straßenbahn zum Hauptbahnhof schon wenige Minuten später ab, da die einzige Alternative nach Oldenburg zu kommen, eine langsame Nordwestbahn, schon 20 Minuten nach dem RE abfuhr. In der Straßenbahn frühstückte ich mein mitgebrachtes Brot und ging am Bahnhof dann zur Nordwestbahn, welche bereits abfahrbereit stand. Eine Dreiviertelstunde später kam ich in Oldenburg an. Hier musste ich wiederum etwa 40 Minuten waren, um mit einer weiteren Nordwestbahn nach Wilhelmshaven fahren zu können. Da mir dort bis zum Startschuss nicht mehr viel Zeit bleiben sollte, frühstückte ich mein zweites Brot in der Bahn, wo ich nachher auch meine Sportkleidung anzog. Glücklicherweise kam diese Nordwestbahn pünktlich in Wilhelmshaven an. Nun blieben also noch 40 Minuten bis zum Start. Beim Aussteigen lernte ich eine Frau kennen, die heute ihren ersten Halbmarathon laufen wollte und bis zu diesem Tag immer nur 10km-Abschnitte absolviert hatte. Da sie zum ersten Mal bei der Veranstaltung in Wilhelmshaven teilnahm, zeigte ich ihr den Weg vom Bahnhof zum Veranstaltungszentrum, den ich noch aus dem Vorjahr kannte. Wir mussten beide noch unsere Startunterlagen abholen, was mich einigermaßen beruhigte, da ich mir nicht sicher war, ob hierfür ein bestimmtes zeitliches Limit gesetzt worden war.
Nach wenigen Minuten kamen wir am Gorch-Fock-Haus an. Hier konnte ich ein Schild sehen, welches die Haltestelle für die Pendelbusse zu den Duschen kennzeichnete. Offenbar hatte sich in diesem Punkt im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert. Ich nahm mir vor, diesmal von den Duschen Gebrauch zu machen und nicht erneut verschwitzt die Heimfahrt mit der Bahn anzutreten.
Im Gorch-Fock-Haus erhielt ich meine Startunterlagen, unter denen sich kein Schnick-Schnack befand. Lediglich die Startnummer und der Chip zur Zeitmessung wurden mir gegeben, zusätzlich ein Trikot, genau wie im Vorjahr. Vorder- und Rückseite waren wieder mit Sponsoren-Aufschriften überzogen, die Grundfarbe war dieses Mal mehr gelblicher als im Vorjahr, wo sie eher giftgrün erschienen war.
Vor 10:00 Uhr starteten zunächst die Marathon- und dann die 10km-Läufer. Eine Viertelstunde vor unserem Startschuss gab ich meine Tasche im entsprechenden LKW ab, lief mich kurz warm und ging dann zur Startgeraden. Wenn ich heute meine Rekordzeit verbessern wollte, war es sinnvoll, möglichst weit vorne im Läuferfeld zu stehen, da bei diesem Wettbewerb nur die Brutto- und nicht die Nettozeit gemessen werden sollte. Ich schob mich also im Startfeld so weit nach vorne, wie es nur möglich war. Als um 10:00 Uhr der Startschuss ertönte, dauerte es 25 Sekunden, bis ich die Startlinie überquerte. Mit meiner Armbanduhr wollte ich nun die nächsten 21km genau beobachten, wie sich meine Kilometer- Zeiten verhielten.
Um persönliche Rekordzeit zu laufen, durfte ich pro Kilometer nur 4:45min benötigen und musste zusätzlich die 25s vom Start aufholen.
Die Strecke war exakt die gleiche wie im Vorjahr: Zunächst ging es den Weg zum Hauptbahnhof zurück, jedoch wurde vor dem Erreichen der Nordseepassage, welche den Bahnhof umgab, nach links in die Fußgängerzone eingebogen. Hier war das Feld noch eng zusammen und Überholen etwas schwieriger. Nach dem ersten Kilometer merkte ich, dass ich zum Erreichen meines Ziels die richtige Geschwindigkeit ausgewählt hatte. Die Frage war, ob ich dieses auch halten könnte. Es ging nun etwa zwei Kilometer lang geradeaus in westlicher Richtung durch ein ruhiges Wohngebiet, wo nur wenige Zuschauer am Rand standen. Hier bekam ich den Eindruck, dass ich konditionell vielleicht doch nicht so gut gerüstet war, um meine Geschwindigkeit auf Dauer aufrechterhalten zu können. Nach einer schnellen Rechts-Links-Kurve überquerten wir eine Brücke, die über die Bahngleise führte, auf welchen ich heute Morgen noch mit dem Zug gefahren war.
Die folgende Straße in südlicher Richtung führte durch ein Industriegebiet und endete am Kanalhafen, einem kleinen Fluss, hinter dem wir eine Kurve einschlugen und wieder nach Westen liefen. Ungefähr hier befand sich der erste Verpflegungspunkt, an dem ich mir einen Becher Wasser gönnte. Nach einer 180°-Kurve führte der Kurs nach Osten am Niedersächsischen Wattenmeer entlang, welches wir jedoch zunächst nicht sehen konnte, da zwischen ihm und uns eine "Düne" mit einer Wiese im Weg stand. Diese Düne war mit einem Zaun abgesperrt, damit die darauf weidenden Schafe nicht verloren gehen konnten. Nach zwei Kilometern war dieses Weidefeld zu Ende und es gab einen asphaltierten Weg, der über die Düne auf deren andere Seite führte. Nun konnten wir das Niedersächsische Wattenmeer sehen. Im Gegensatz zum Vorjahr herrschte diesmal Flut, und einige kleine Boote schaukelten auf dem Wasser. Auf der anderen Seite des Weges standen Strandkörbe, die allerdings nicht belegt waren. Jedoch gab es jetzt einige Zuschauer, während auf den Kilometern zuvor auffällige Ruhe geherrscht hatte. Als ich Kilometer Zehn erreicht hatte, war der Badestrand zu Ende und der Ausrüstungshafen der Bundeswehr erreicht. Hier wehte seitlich ein sehr starker Wind, was mir beim Laufen zu schaffen machte. Zusätzlich merkte ich, wie sich eines meiner Pflaster, die ich über eine Blase am großen Zeh angebracht hatte , sich von der Stelle gelöst hatte und nun eher als Störfaktor meinen Fuß beeinträchtigte. Mir blieb nichts anderes übrig als dies hinzunehmen, denn eine Pause einlegen, um das Pflaster zu entfernen, wollte ich nicht, da mich das zu viel Zeit gekostet hätte. Beim Blick auf meine Uhr merkte ich allerdings, dass ich zum Erreichen meiner Bestzeit bis jetzt nur wenige Sekunden zu langsam gewesen war. Ein neuer persönlicher Rekord war immer noch möglich. Nach dem Ausrüstungshafen und dem Nordhafen folgte eine Uferstraße, an der wir einige große Schiffe passierten. Auf Höhe der Fregatte "Schleswig-Holstein" befand sich der Wendepunkt der Halbmarathon- und der ersten Marathonrunde. Läufer des letzteren Kurses musste bei der zweiten Runde ein Stück weiter vorne drehen. An dieser Stelle hatte ich auch die ersten Marathonläufer, welche ja eine halbe Stunde vor uns gestartet waren, eingeholt. Ich konnte sie an der farbigen Aufschrift ihrer Startnummern erkennen. Insgesamt führte ich auch einige Überholungen von Halbmarathonläufern durch, allerdings weit nicht so viele wie eine Woche zuvor in Hannover. Nun folgten fünf Kilometer in die entgegengesetzte Richtung, bei der ich erneut einen unangenehmen Wind, diesmal von der anderen Seite, verspürte. Dieser Abschnitt verlief auf einer normalen Straße, von der nur eine Seite für uns Läufer gesperrt war. Die andere Seite wurde von Autos befahren, was mich auf Grund des Lärms schon ziemlich störte. Nachdem die Häfen wieder passiert waren, führte eine Passage zwischen dem "Großen Hafen" und dem Banter See nach Norden in Richtung Innenstadt zurück. Hier gab es die erste Verpflegungsstation, welche ich ausließ, da mir langsam klar wurde, dass heute tatsächlich eine neue Bestzeit möglich war. Auf der anderen Seite des Großen Hafens lief ich eine Rechtskurve und damit ein Stück nach Osten. Ich konnte hier bereits Lautsprecherdurchsagen hören, welche sich weiter nördlich im Zielbereich befanden. Besonders dicht war das Läuferfeld hier auch nicht mehr. Glücklicherweise zeigten Streckenposten jedem Teilnehmer die Richtung, die er bei einer Abzweigung zu nehmen hatte. Bei Kilometer 20 erhöhte ich mein Tempo noch einmal leicht. Kurz vor Erreichen der Zielgeraden, etwas 500 Meter vor dem Ziel, war tatsächlich noch einmal eine Verpflegungsstelle vorhanden. Mir wurde von mehreren Helfern Wasser angeboten, dass ich jedoch zurückwies. An dieser Stelle befand ich auch der Kommentator, den ich wenige Minuten zuvor aus der Ferne wahrgenommen hatte. Als ich vorbeilief, sagte er über sein Mikrofon: "Ab hier gibt es nur noch Rückenwind!" Das kam mir natürlich sehr entgegen. Ich erreichte die Fußgängerzone, vor welcher ich allerdings rechts auf die Zielgeraden abbiegen musste. Dies war im Prinzip der Weg vom Bahnhof zum Veranstaltungszentrum, den ich schon bestens kannte. Ich lief noch einmal so schnell ich konnte und erreichte das Ziel bei einer Bruttozeit von etwa 1 Stunde und 39 Minuten. Damit hatte ich meine Bestzeit tatsächlich unterboten. Nach wenigen Metern wurde ich sofort aufgefordert, den Chip zur Zeitmessung zurückzugeben. Nach ich ihn von meinen Schnürsenkeln entfernt und abgegeben hatte, trank ich zwei Glas Pepsi und aß Apfel- und Melonenstücke. Die Medaille hatte ich kurz zuvor ausgehändigt bekommen. Sie sah so ähnlich aus wie im Vorjahr: Auf der Rückseite war ein Aufkleber mit einem Sponsor, welcher sich jedoch leicht entfernen ließ. Auf der Vorderseite war ein Aufkleber mit der Aufschrift: "6. Gorch-Fock-Marathon Wilhelmshaven, Mai 2011". Also erneut keine Gravur, keine Angabe des genauen Datums und kein Unterschied zwischen den verschiedenen Disziplinen. In der Mitte war ein Segelboot aufgemalt.
Nachdem ich meine Tasche abgeholt hatte, ging ich zur Haltestelle und wartete auf den Kleinbus zu den Duschräumen. Zusammen mit einigen anderen Sportlern stieg ich in das Fahrzeug ein, welches schon nach kurzer Zeit eintraf. Ich musste nun feststellen, dass es durchaus sinnvoller gewesen wäre, den Weg zu den Duschen auszuschildern, dann zu Fuß hätte man ihn wohl schneller erreicht. Der Weg mit dem Auto kreuzte nämlich den Marathon-Kurs, was zur Folge hatte, dass wir mehrere Minuten im Stau standen, eher der zuständige Polizist uns vorbeiwinkte. Die Duschen befanden sich auf einem Schulgelände, welches nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt war. Anstehen mussten wir hier nicht, da wir die Räumlichkeiten vollkommen leer vorfanden. Allerdings änderte sich das, nachdem ich mit dem Duschen fertig war. Ich zog mich wieder an und ging zum Bahnhof. Hier nahm ich um Viertel vor Ein Uhr mittags die Nordwestbahn nach Oldenburg. Um nicht eine Stunde warten zu müssten, investierte ich 7.85€ in eine Ticket, um in Oldenburg sofort in den Intercity nach Bremen einzusteigen. Ich hatte Glück, dass keiner der Züge auf der Rückfahrt Verspätung hatte. So kam ich schon kurz vor 15Uhr zu Hause an.
Dienstag, 10. Mai 2011
Halbmarathon Hannover 2011-05-08
Der sechzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Wenige Tage, nachdem ich am 2.5.2010 den TUIfly-Halbmarathon absolviert hatte, bekam ich vom Veranstalter per E-Mail die Mitteilung, dass ich mich bereits für die Auflage im darauffolgenden Jahr, am 8.5.2011, anmelden könne. Somit legte ich mich fast zwölf Monate im Voraus darauf fest, an diesem Tag wieder einen Halbmarathon in Hannover zu laufen.
Die Veranstaltung sollte mit der Vorjahres nahezu identisch sein: Neben einigen „Spezialläufen“ waren ein Marathon (Start um 9:00 Uhr), ein Halbmarathon (Start um 11:00 Uhr) und ein 10km-Lauf vorgesehen. Somit konnte ich an diesem Sonntagmorgen etwas länger schlafen. Ich stieg erst um 6:30 Uhr auf und fuhr um 7:40 Uhr mit der Straßenbahn zum Hautbahnhof. Dort nahm ich um 8:19 Uhr den Zug nach Hannover. Im Vergleich zum Vorjahr sollte ich also eine Stunde später in Hannover ankommen. Den Hinweis, die Startunterlagen wegen großem Andrang am Veranstaltungstag schon Samstag oder Freitag abzuholen, hatte ich ignoriert. Gegen 9:45 Uhr kam der Regionalexpress in Hannover an, über Lautsprecher wünschte ein Zugbegleiter allen aussteigenden Fahrgästen viel Spaß beim Marathon.
Den Weg zum Veranstaltungszentrum kannte ich noch aus dem letzten Jahr. Somit musste ich mich nicht an den anderen Sportlern, welche an dem TUIfly-Sack der bereits abgeholten Startunterlagen zu erkennen waren, orientieren. Die Fußgängerzone bildete einen Teil der Strecke, auf welche mir das Spitzenfeld des Marathons, also eine Hand voll afrikanischer Sportler, entgegenkam. Gegen 10:00 Uhr kam ich am Rathaus an. In einem Messezelt musste ich mich mit der Meldebestätigung ausweisen, um in den Bereich zu kommen, wo die Startunterlagen ausgegeben wurden. Hier wurde mir klar, dass die Ankündigung von dem großen Andrang genauso wenig zutreffend war wie im letzten Jahr: Ich musste keine Minute warten, bis ich an der Reihe war. Neben der Startnummer bekam ich einige Werbeprospekte, ein Tuch für den Kopf, ein Stück Traubenzucker und eine Tüte mit einem Zeug, welches ich als „flüssige Süßigkeit“ bezeichne und letztes Jahr angeekelt weggeworfen hatte, nachdem ich ein kleines Bisschen davon „getrunken“ hatte. Meine Versuche, diese Substanz an andere Läufer zu verschenken, scheiterten zunächst an Absagen wie „Das schmeckt widerwärtig“. Letztlich fand sich doch eine Läuferin, die das Zeug dankend entgegennahm.
Zum Wetter ist zu sagen, dass der vorläufige Höhepunkt der Temperaturen gestern bereits erreicht worden war. Heute sollten es in Hannover nur 22°C werden. Da keine einzige Wolke am Himmel war, entschied ich mich dafür, meine Sonnenbrille während des gesamten Laufs zu tragen und die normale Brille mit meinen Kleidern abzugeben.
Nachdem ich mein mitgebrachtes Brot und das Stück Traubenzucker gegessen hatte, steckte ich meine Sporttasche in den TUIfly-Beutel und beklebte diesen mit dem kleinen Startnummern-Aufkleber. Ich gab den Beutel im entsprechenden LKW ab. Danach schaute ich mir noch kurz den Maschsee an, bevor ich zur Startgeraden ging. Die Straße Friedrichswall war zweigeteilt in die Start- und Zielgeraden. Auf letztere reihte ich mich am Ende des Feldes ein. Um 11:00 Uhr ertönte der Startschuss, jedoch dauerte es bis 11:04 Uhr, bis der hinterste Teil des Feldes losgehen konnte. Gegen 11:08 Uhr erreichte ich als einer der letzten Teilnehmer die Startlinie.
Da ich erst am Mittwoch zuvor trainiert hatte und noch einige Muskelschmerzen davongetragen hatte, war ich mir nicht sicher, ob ich vielleicht nach relativ kurzer Distanz Probleme mit den Beinen bekommen würde.
Vom Friedrichswall aus ging es zunächst nach Westen, bevor mit einer 180°-Drehung Kurs in Richtung Maschsee genommen wurde. Wie im Jahr zuvor wurde dieser See nun komplett an seiner Ostseite abgelaufen.
Nach vier Kilometern kam die erste Verpflegungsstelle. Das Gedränge an den Wasserständen war ziemlich groß, ein Helfer schrie uns an: „Es gibt fünf Wasserstände, bitte auch die hinteren benutzen!“
Der Weg führte weiter geradeaus bis zu den Schienen der S-Bahn. Hier war der erste Verzweigungspunkt, an dem die Marathonläufer vor etwa zwei Stunden alle geradeaus durch die Unterführung unter der Bahnlinie durchgelaufen waren und wir Halbmarathonis nun links abbiegen musste. Nach einem kurzen Stück entlang der Bahnlinie kam eine weitere Linkskurve und es ging nun wieder, parallel zur vorherigen Gerade entlang des Maschsees, zurück in Richtung Stadtzentrum.
Auf diesem Abschnitt überholte ich nun schon den zweiten Läufer, der zusammen mit einem Kinderwagen unterwegs war. Also Schieben und Laufen gleichzeitig und das bei einer durchaus beachtlichen Geschwindigkeit.
Da ich als einer der letzten Teilnehmer die Startgerade überschritten hatte, bestand das gesamte Event für mich fast nur aus Überholungen. Auf Grund der hohen Teilnehmerzahl und des damit verbundenen Platzmangels auf der Strecke musste ich immer wieder Zick-Zack-Routen laufen, um Lücken zum Überholen zu finden.
An der zweiten Verpflegungsstelle nach acht Kilometern herrschte schon „Ausverkauf“ und die Helfer hatte alle Hände voll zu tun, um für Nachschub zu sorgen. Da ich wegen der hohen Temperaturen auf den Becher mit Trinkwasser nicht verzichten konnte, musste ich hier einige Sekunden lang im wahrsten Sinne des Wortes „anstehen“, bis ich an die Reihe kam. Völlig zu Recht hörte ich einen Sportler hinter mir rufen „Leute, ihr müsste schneller machen!“
Eigentlich war für die Veranstaltung nur eine Straßenseite vorgesehen, welche von den Läufern benutzt werden sollte. Diese Seite war mit orangefarbenen Baustellenhütchen von der anderen Spur getrennt. Allerdings wurde auch diese Seite von vielen Teilnehmern benutzt, wodurch nicht vermieden werden konnte, dass einige Hütchen umgeworfen wurde. Zwei umgefallene Hütchen wurden von mir beim Vorbeilaufen aufgehoben und wieder richtig aufgestellt.
Nach etwa zehn Kilometern wurde die Fußgängerzone erreicht, in welcher ich beim Hinweg die Spitzengruppe der Marathonläufer gesehen hatte. Auf Höhe der Hauptbahnhofs erreichte ich ein Motorrad, welches mit zwei Fahrern bestückt war, von denen einer mit einer Kamera Bilder oder Videos aufnahm. Um nicht länger die unangenehmen Abgase einatmen zu müssen, blieb mir nichts anderes übrig, als das Tempo hier zu erhöhen und an dem Fahrzeug vorbeizuziehen, was mir recht schnell gelang. Südlich vom Hauptbahnhofsgebäude wurde die Unterführung unter den Gleisen benutzt, die folgenden drei bis vier Kilometer befanden sich also östlich der Bahngleise. Ab dem zehnten Kilometer befanden sich die Versorgungsstationen in Abständen von zwei bis dreitausend Metern zueinander, trotzdem ließ ich keine einzige aus. Bevor die Bahngleise wieder unterquert wurden, passierten wir noch zwei Abzweigungen, an welcher die Marathonläufer rechts abbiegen musste, um aus Sicht der Halbmarathonläufer wenige Meter weiter wieder zu ihnen zu stoßen. Nachdem die Westseite der Bahngleise wieder erreicht wurde, ging es an den Herrenhäuser Gärten vorbei. Hier folgte die letzte Verzweigung des Kurses. Während die Halbmarathonis an den Gärten vorbeiliefen, mussten die Marathonläufer eine zusätzliche Runde durch den Park drehen. Die Punkte, an denen sich die Kurse trennten und wieder vereinigten, lagen dabei direkt nebeneinander. Ab sofort konnte ich mich also auch an den Kilometerzählschildern des Marathons orientieren, um zu wissen, wie viel ich noch zu laufen hatte.
Nach einigen Kurven wurde die Zielgerade erreicht, die ich bei einer Bruttozeit von einer Stunde und etwa 53 Minuten überschritt. Von hier aus musste ich ein ganze Stück laufen, bevor ich die Medaille entgegennehmen konnte. Sie hing an einem gelben Band und im Vergleich zum Vorjahr waren die Maße von Höhe und Breite vertauscht. So war in der Horizontalen genug Platz für die Eingravierung der Haupttürme des Rathauses vorhanden. Zumindest vermute ich, dass es sich bei diesem Abbild um das Rathaus von Hannover handeln soll. Es war die Aufschrift „7.+8. Mai 2011, TUIfly Marathon Hannover“ eingraviert. Die Medaille für die Marathonläufer war exakt die gleiche, lediglich das anmontierte Band war von anderer Farbe (rot).
Nach einem Becher Wasser und einem Becher Cola holte ich mein Gepäck ab. Im Gegensatz zum Vorjahr wollte ich dieses Mal nicht sofort zum Zug rennen, sondern vorher duschen. Es waren zwei Zelte vorhanden, eines für Männer und eines für Frauen. Als ich mich vor dem Zelt entkleiden wollte, machte mich ein Helfer darauf aufmerksam, dass es für Männer noch eine zweite Duschmöglichkeit im Innenhof des Rathauses gab. In dem von mir anvisierten Zelt sei es extrem eng.
Ich ging in den Hof, wo ebenfalls ein Zelt aufgebaut war, in dem Duschbrausen angebracht waren. Hier musste ich etwa fünf Minuten in der Schlange stehen, bevor ich an die Reihe kam. Nachdem ich geduscht hatte, zog ich mich wieder an und lief zur unterirdischen Straßenbahnhaltestelle „Aegidientorplatz“, denn zum Bahnhof zurücklaufen wollte ich nicht mehr.
Glücklicherweise war diese Haltestelle ausreichend mit Rolltreppen versehen, da das Treppe-Runter-Laufen nach solch einer Sportveranstaltung immer sehr unangenehm ist. Meine Startnummer diente an diesem Tag auch als Fahrausweis in Hannover, weshalb ich kein Geld für die Straßenbahn bezahlen musste. Am Hauptbahnhof musste ich vierzig Minuten lang warten, ehe ich um 14:21 Uhr den Zug nach Bremen nehmen konnte. Gegen 16:15 war ich wieder zu Hause.
Wenige Tage, nachdem ich am 2.5.2010 den TUIfly-Halbmarathon absolviert hatte, bekam ich vom Veranstalter per E-Mail die Mitteilung, dass ich mich bereits für die Auflage im darauffolgenden Jahr, am 8.5.2011, anmelden könne. Somit legte ich mich fast zwölf Monate im Voraus darauf fest, an diesem Tag wieder einen Halbmarathon in Hannover zu laufen.
Die Veranstaltung sollte mit der Vorjahres nahezu identisch sein: Neben einigen „Spezialläufen“ waren ein Marathon (Start um 9:00 Uhr), ein Halbmarathon (Start um 11:00 Uhr) und ein 10km-Lauf vorgesehen. Somit konnte ich an diesem Sonntagmorgen etwas länger schlafen. Ich stieg erst um 6:30 Uhr auf und fuhr um 7:40 Uhr mit der Straßenbahn zum Hautbahnhof. Dort nahm ich um 8:19 Uhr den Zug nach Hannover. Im Vergleich zum Vorjahr sollte ich also eine Stunde später in Hannover ankommen. Den Hinweis, die Startunterlagen wegen großem Andrang am Veranstaltungstag schon Samstag oder Freitag abzuholen, hatte ich ignoriert. Gegen 9:45 Uhr kam der Regionalexpress in Hannover an, über Lautsprecher wünschte ein Zugbegleiter allen aussteigenden Fahrgästen viel Spaß beim Marathon.
Den Weg zum Veranstaltungszentrum kannte ich noch aus dem letzten Jahr. Somit musste ich mich nicht an den anderen Sportlern, welche an dem TUIfly-Sack der bereits abgeholten Startunterlagen zu erkennen waren, orientieren. Die Fußgängerzone bildete einen Teil der Strecke, auf welche mir das Spitzenfeld des Marathons, also eine Hand voll afrikanischer Sportler, entgegenkam. Gegen 10:00 Uhr kam ich am Rathaus an. In einem Messezelt musste ich mich mit der Meldebestätigung ausweisen, um in den Bereich zu kommen, wo die Startunterlagen ausgegeben wurden. Hier wurde mir klar, dass die Ankündigung von dem großen Andrang genauso wenig zutreffend war wie im letzten Jahr: Ich musste keine Minute warten, bis ich an der Reihe war. Neben der Startnummer bekam ich einige Werbeprospekte, ein Tuch für den Kopf, ein Stück Traubenzucker und eine Tüte mit einem Zeug, welches ich als „flüssige Süßigkeit“ bezeichne und letztes Jahr angeekelt weggeworfen hatte, nachdem ich ein kleines Bisschen davon „getrunken“ hatte. Meine Versuche, diese Substanz an andere Läufer zu verschenken, scheiterten zunächst an Absagen wie „Das schmeckt widerwärtig“. Letztlich fand sich doch eine Läuferin, die das Zeug dankend entgegennahm.
Zum Wetter ist zu sagen, dass der vorläufige Höhepunkt der Temperaturen gestern bereits erreicht worden war. Heute sollten es in Hannover nur 22°C werden. Da keine einzige Wolke am Himmel war, entschied ich mich dafür, meine Sonnenbrille während des gesamten Laufs zu tragen und die normale Brille mit meinen Kleidern abzugeben.
Nachdem ich mein mitgebrachtes Brot und das Stück Traubenzucker gegessen hatte, steckte ich meine Sporttasche in den TUIfly-Beutel und beklebte diesen mit dem kleinen Startnummern-Aufkleber. Ich gab den Beutel im entsprechenden LKW ab. Danach schaute ich mir noch kurz den Maschsee an, bevor ich zur Startgeraden ging. Die Straße Friedrichswall war zweigeteilt in die Start- und Zielgeraden. Auf letztere reihte ich mich am Ende des Feldes ein. Um 11:00 Uhr ertönte der Startschuss, jedoch dauerte es bis 11:04 Uhr, bis der hinterste Teil des Feldes losgehen konnte. Gegen 11:08 Uhr erreichte ich als einer der letzten Teilnehmer die Startlinie.
Da ich erst am Mittwoch zuvor trainiert hatte und noch einige Muskelschmerzen davongetragen hatte, war ich mir nicht sicher, ob ich vielleicht nach relativ kurzer Distanz Probleme mit den Beinen bekommen würde.
Vom Friedrichswall aus ging es zunächst nach Westen, bevor mit einer 180°-Drehung Kurs in Richtung Maschsee genommen wurde. Wie im Jahr zuvor wurde dieser See nun komplett an seiner Ostseite abgelaufen.
Nach vier Kilometern kam die erste Verpflegungsstelle. Das Gedränge an den Wasserständen war ziemlich groß, ein Helfer schrie uns an: „Es gibt fünf Wasserstände, bitte auch die hinteren benutzen!“
Der Weg führte weiter geradeaus bis zu den Schienen der S-Bahn. Hier war der erste Verzweigungspunkt, an dem die Marathonläufer vor etwa zwei Stunden alle geradeaus durch die Unterführung unter der Bahnlinie durchgelaufen waren und wir Halbmarathonis nun links abbiegen musste. Nach einem kurzen Stück entlang der Bahnlinie kam eine weitere Linkskurve und es ging nun wieder, parallel zur vorherigen Gerade entlang des Maschsees, zurück in Richtung Stadtzentrum.
Auf diesem Abschnitt überholte ich nun schon den zweiten Läufer, der zusammen mit einem Kinderwagen unterwegs war. Also Schieben und Laufen gleichzeitig und das bei einer durchaus beachtlichen Geschwindigkeit.
Da ich als einer der letzten Teilnehmer die Startgerade überschritten hatte, bestand das gesamte Event für mich fast nur aus Überholungen. Auf Grund der hohen Teilnehmerzahl und des damit verbundenen Platzmangels auf der Strecke musste ich immer wieder Zick-Zack-Routen laufen, um Lücken zum Überholen zu finden.
An der zweiten Verpflegungsstelle nach acht Kilometern herrschte schon „Ausverkauf“ und die Helfer hatte alle Hände voll zu tun, um für Nachschub zu sorgen. Da ich wegen der hohen Temperaturen auf den Becher mit Trinkwasser nicht verzichten konnte, musste ich hier einige Sekunden lang im wahrsten Sinne des Wortes „anstehen“, bis ich an die Reihe kam. Völlig zu Recht hörte ich einen Sportler hinter mir rufen „Leute, ihr müsste schneller machen!“
Eigentlich war für die Veranstaltung nur eine Straßenseite vorgesehen, welche von den Läufern benutzt werden sollte. Diese Seite war mit orangefarbenen Baustellenhütchen von der anderen Spur getrennt. Allerdings wurde auch diese Seite von vielen Teilnehmern benutzt, wodurch nicht vermieden werden konnte, dass einige Hütchen umgeworfen wurde. Zwei umgefallene Hütchen wurden von mir beim Vorbeilaufen aufgehoben und wieder richtig aufgestellt.
Nach etwa zehn Kilometern wurde die Fußgängerzone erreicht, in welcher ich beim Hinweg die Spitzengruppe der Marathonläufer gesehen hatte. Auf Höhe der Hauptbahnhofs erreichte ich ein Motorrad, welches mit zwei Fahrern bestückt war, von denen einer mit einer Kamera Bilder oder Videos aufnahm. Um nicht länger die unangenehmen Abgase einatmen zu müssen, blieb mir nichts anderes übrig, als das Tempo hier zu erhöhen und an dem Fahrzeug vorbeizuziehen, was mir recht schnell gelang. Südlich vom Hauptbahnhofsgebäude wurde die Unterführung unter den Gleisen benutzt, die folgenden drei bis vier Kilometer befanden sich also östlich der Bahngleise. Ab dem zehnten Kilometer befanden sich die Versorgungsstationen in Abständen von zwei bis dreitausend Metern zueinander, trotzdem ließ ich keine einzige aus. Bevor die Bahngleise wieder unterquert wurden, passierten wir noch zwei Abzweigungen, an welcher die Marathonläufer rechts abbiegen musste, um aus Sicht der Halbmarathonläufer wenige Meter weiter wieder zu ihnen zu stoßen. Nachdem die Westseite der Bahngleise wieder erreicht wurde, ging es an den Herrenhäuser Gärten vorbei. Hier folgte die letzte Verzweigung des Kurses. Während die Halbmarathonis an den Gärten vorbeiliefen, mussten die Marathonläufer eine zusätzliche Runde durch den Park drehen. Die Punkte, an denen sich die Kurse trennten und wieder vereinigten, lagen dabei direkt nebeneinander. Ab sofort konnte ich mich also auch an den Kilometerzählschildern des Marathons orientieren, um zu wissen, wie viel ich noch zu laufen hatte.
Nach einigen Kurven wurde die Zielgerade erreicht, die ich bei einer Bruttozeit von einer Stunde und etwa 53 Minuten überschritt. Von hier aus musste ich ein ganze Stück laufen, bevor ich die Medaille entgegennehmen konnte. Sie hing an einem gelben Band und im Vergleich zum Vorjahr waren die Maße von Höhe und Breite vertauscht. So war in der Horizontalen genug Platz für die Eingravierung der Haupttürme des Rathauses vorhanden. Zumindest vermute ich, dass es sich bei diesem Abbild um das Rathaus von Hannover handeln soll. Es war die Aufschrift „7.+8. Mai 2011, TUIfly Marathon Hannover“ eingraviert. Die Medaille für die Marathonläufer war exakt die gleiche, lediglich das anmontierte Band war von anderer Farbe (rot).
Nach einem Becher Wasser und einem Becher Cola holte ich mein Gepäck ab. Im Gegensatz zum Vorjahr wollte ich dieses Mal nicht sofort zum Zug rennen, sondern vorher duschen. Es waren zwei Zelte vorhanden, eines für Männer und eines für Frauen. Als ich mich vor dem Zelt entkleiden wollte, machte mich ein Helfer darauf aufmerksam, dass es für Männer noch eine zweite Duschmöglichkeit im Innenhof des Rathauses gab. In dem von mir anvisierten Zelt sei es extrem eng.
Ich ging in den Hof, wo ebenfalls ein Zelt aufgebaut war, in dem Duschbrausen angebracht waren. Hier musste ich etwa fünf Minuten in der Schlange stehen, bevor ich an die Reihe kam. Nachdem ich geduscht hatte, zog ich mich wieder an und lief zur unterirdischen Straßenbahnhaltestelle „Aegidientorplatz“, denn zum Bahnhof zurücklaufen wollte ich nicht mehr.
Glücklicherweise war diese Haltestelle ausreichend mit Rolltreppen versehen, da das Treppe-Runter-Laufen nach solch einer Sportveranstaltung immer sehr unangenehm ist. Meine Startnummer diente an diesem Tag auch als Fahrausweis in Hannover, weshalb ich kein Geld für die Straßenbahn bezahlen musste. Am Hauptbahnhof musste ich vierzig Minuten lang warten, ehe ich um 14:21 Uhr den Zug nach Bremen nehmen konnte. Gegen 16:15 war ich wieder zu Hause.
Freitag, 15. April 2011
Halbmarathon Hamburg-Wilhelmsburg 2011-04-10
Der fünfzehnte Halbmarathon meines Lebens.
Beim 31. Internationalen Volkslauf in Hamburg-Wilhelmsburg gab es mehrere Disziplinen, von denen der Halbmarathon die größte Distanz beinhaltete. Bei der Anmeldung hatte ich eine Startgebühr von 15€ bezahlt und zusätzlich 6€ für ein Exemplar der Eisenbahn-Medaille, die ich als Finisher im Ziel erhalten sollte. Diese Medaille wäre in der einfachen Startgebühr nicht enthalten gewesen.
Da der Halbmarathon erst um 9:30 Uhr starten sollte, hatte ich mir ausgerechnet, dass ich an diesem Sontag mal ein bisschen länger schlafen könnte. Doch ich sah mich getäuscht: Die Startunterlagen sollten spätestens eine Stunde vor Beginn abgeholt werden. So klingelte mein Wecker um 5:00 Uhr morgens, um kurz nach 6:00 Uhr verließ ich das Haus und um 7:00 Uhr fuhr ich mit dem Metronom-Regional vom Hauptbahnhof in Richtung Hamburg-Harburg ab, wo ich gegen Viertel nach Sieben ankam. Ich ging zur unterirdischen S-Bahn-Haltestelle und kaufte mir eine Tageskarte für den Großbereich Hamburg. Am Bahnsteig, wo Sonntag morgens wenig los war, sah ich schon die ersten Sportler, welche auch auf die S-Bahn warteten. Ich stieg mit ihnen zusammen ein und wir fuhren eine Station nach Wilhelmsburg. Laut google-maps hätten wir von hier aus einfach die Brücke am Bahnhof nehmen können, um zu dem Schulgelände, welches das Veranstaltungsgelände war, zu gelangen. Doch diese Brücke war gerade abgerissen worden, und so mussten wir einen Umweg über eine weiter südlich gelegene Brücke nehmen. Nach etwa zehn Minuten kamen wir beim Schulzentrum an. Meine Startnummer konnte ich gegen das Vorzeigen meines Personalausweises entgegennehmen. Ich wählte einen unbeleuchteten Gang, um mich dort umzuziehen. Meine Armbanduhr hatte ich zu Hause vergessen. Es war daher nicht möglich, auf Zeit zu laufen, was mich aber nicht störte, da ich nach dem Marathon vom letzten Wochenende nicht noch einmal eine Reihe körperlicher Beschwerden davontragen wollte.
In den Startunterlagen befand sich auch noch ein Zettel mit einer kurzen Beschreibung der Veranstaltung. Hier konnte ich lesen, dass auf dem Halbmarathonkurs drei Verpflegungsstellen mit Wasser und Tee vorhanden waren, die erste nach etwa sechs Kilometern. Die Zeit wurde mit einem Chip gemessen, der in den Unterlagen dabei war und nach dem Rennen wieder abgegeben werden sollte. Nachdem ich etwas gegessen hatte, wollte ich meine Sporttasche abgeben. Es war schon allerhöchste Zeit, denn bis zum Start blieben nur noch zehn Minuten. Ich musste mich trotzdem in einer langen Schlange anstellen und konnte erst fünf Minuten vor Beginn des Rennens zum Sportplatz gehen, wo sich die Startgerade befand.
Das Wetter schien mitzuspielen: Da dieser Lauf schon um halb zehn Uhr und damit fast zwei Stunden früher als der Marathon in Freiburg startete, waren die Temperaturen noch sehr angenehm. Ferner lag noch ein leichter Nebel in der Luft. Ich trug meine normale Brille, die Sonnenbrille hatte ich in meine Hosentasche gesteckt, um beide zu einem geeigneten Zeitpunkt auszutauschen.
Die Startgerade war auf der Laufbahn neben dem Fußballfeld. Um 9:30 Uhr kam der Startschuss. Da ich relativ weit hinten im Feld stand, überquerte ich die Linie erst eine Minute später. Als nach wenigen Metern der Sportplatz verlassen wurde, sah ich noch zwei Halbmarathonläufer, die mir entgegenkamen. Sie hatte offenbar ihr Gepäck nicht rechtzeitig abgeben können und mussten nun noch zur Startlinie laufen. Soviel zur Organisation der Veranstaltung.
Die S-Bahn-Linie wurde mit einer Brücke überquert, die sich nördlich des Bahnhofs Wilhelmsburg befand. Auf der anderen Seite ging es ein Stück weit den Gleisen entlang, wo wir von einigen S-Bahnen passiert wurden. Die Gegend hier bestand überwiegend aus Schrebergartensiedlungen.
Danach folgte eine Abzweigung in östliche Richtung, von der aus es drei Kilometer lange geradeaus ging, solange, bis die Elbe erreicht wurde. Hier setzte ich meine Brille ab und die Sonnenbrille auf, da die Sonne nun langsam zum Vorschein kam. Den Fluss selber bekamen wir Läufer jedoch nicht zu sehen, da wir auf der anderen Seite des Deichs entlangliefen. An der ersten Verpflegungsstelle gab es tatsächlich warmen Tee zu trinken, wovon ich allerdings keinen Gebrauch machte. Ich nahm nur einen Becher Wasser zu mir. Die Atmosphäre war insgesamt sehr ruhig. Zuschauer gab es fast keine, wir liefen am Deich eine Straße für Autos entlang, die weit weg aller Wohngegenden war. Nach elf Kilometern wurde der südliche Zipfel der Elbinsel erreicht. Hier wendete der Kurs wieder nach Norden. Wir kamen am Naturschutzgebiet Heuckenlock und an der Wilhelmsburger Mühle vorbei. Ab der zweiten Hälfte der Strecke begann ich, etwas schneller zu laufen, da die Kräfte bei mir durchaus noch vorhanden waren. Als ich die Schrebergartensiedlung erreichte, stimmte der Kurs auf den letzten zwei Kilometern wieder mit dem Hinweg überein. Auf der Brücke über die Bahnlinie sah ich einen Läufer mit Eisenbahnmedaille, der mir entgegenkam. Dieser hatte das Rennen offenbar schon hinter sich. Sowieso kam mir der ganze Lauf zeitlich gesehen unglaublich kurz vor, was wohl daran lag, dass ich eine Woche zuvor einen kompletten Marathon gelaufen war. Ich war gespannt auf meine Zeit. Zurück am Sportplatz lief ich noch einmal so schnell ich konnte über die Ziellinie. Hier war auch eine Digitaluhr angebracht, auf der ich die aktuelle Uhrzeit ablesen konnte. Daraus konnte ich schließen, dass ich etwa eine Stunde und 50 Minuten für den Halbmarathon benötigt hatte. Ein kleines Mädchen beglückwünschte mich und hängte mir die Medaille um. Als ich mich bedankte und ihr sagte, dass ich die Medaille auch bestellt hatte (also dass ich sie zu Recht erhalten habe), sagte sie mir, dass sie dies an dem roten Punkt auf meiner Startnummer erkennen konnte. Nun hatte ich also auch erfahren, wie diese Sache geregelt war.
Die Medaille war von den Ausmessungen her die größte, die ich bisher jemals bekommen hatte. Sie war etwa doppelt so breit wie meine bisherigen Erinnerungsstücke und mit einem Exemplar der Hamburger Hafenbahn graviert. Darüber stand: „31. Internationaler Volkslauf 2011 SV Wilhelmsburg Hamburg“.
Meinen Transponder zur Zeitmessung löste ich von den Schnürsenkeln und warf ihn in die dafür vorgesehene Kiste. Dann ging ich zum Schulgelände, wo ich meine Tasche abholte. Zum Duschen musste ich wieder zurück zum Sportplatz, wo ich zum Glück nicht lange anstehen musste.
Den Rest des Tages nutzte ich, um mir einige Orte in Hamburg anzuschauen. Ein geplantes Treffen mit einer alten Bekannten war leider im letzten Augenblick geplatzt. Am späten Abend kam ich wieder zu Hause an.
Beim 31. Internationalen Volkslauf in Hamburg-Wilhelmsburg gab es mehrere Disziplinen, von denen der Halbmarathon die größte Distanz beinhaltete. Bei der Anmeldung hatte ich eine Startgebühr von 15€ bezahlt und zusätzlich 6€ für ein Exemplar der Eisenbahn-Medaille, die ich als Finisher im Ziel erhalten sollte. Diese Medaille wäre in der einfachen Startgebühr nicht enthalten gewesen.
Da der Halbmarathon erst um 9:30 Uhr starten sollte, hatte ich mir ausgerechnet, dass ich an diesem Sontag mal ein bisschen länger schlafen könnte. Doch ich sah mich getäuscht: Die Startunterlagen sollten spätestens eine Stunde vor Beginn abgeholt werden. So klingelte mein Wecker um 5:00 Uhr morgens, um kurz nach 6:00 Uhr verließ ich das Haus und um 7:00 Uhr fuhr ich mit dem Metronom-Regional vom Hauptbahnhof in Richtung Hamburg-Harburg ab, wo ich gegen Viertel nach Sieben ankam. Ich ging zur unterirdischen S-Bahn-Haltestelle und kaufte mir eine Tageskarte für den Großbereich Hamburg. Am Bahnsteig, wo Sonntag morgens wenig los war, sah ich schon die ersten Sportler, welche auch auf die S-Bahn warteten. Ich stieg mit ihnen zusammen ein und wir fuhren eine Station nach Wilhelmsburg. Laut google-maps hätten wir von hier aus einfach die Brücke am Bahnhof nehmen können, um zu dem Schulgelände, welches das Veranstaltungsgelände war, zu gelangen. Doch diese Brücke war gerade abgerissen worden, und so mussten wir einen Umweg über eine weiter südlich gelegene Brücke nehmen. Nach etwa zehn Minuten kamen wir beim Schulzentrum an. Meine Startnummer konnte ich gegen das Vorzeigen meines Personalausweises entgegennehmen. Ich wählte einen unbeleuchteten Gang, um mich dort umzuziehen. Meine Armbanduhr hatte ich zu Hause vergessen. Es war daher nicht möglich, auf Zeit zu laufen, was mich aber nicht störte, da ich nach dem Marathon vom letzten Wochenende nicht noch einmal eine Reihe körperlicher Beschwerden davontragen wollte.
In den Startunterlagen befand sich auch noch ein Zettel mit einer kurzen Beschreibung der Veranstaltung. Hier konnte ich lesen, dass auf dem Halbmarathonkurs drei Verpflegungsstellen mit Wasser und Tee vorhanden waren, die erste nach etwa sechs Kilometern. Die Zeit wurde mit einem Chip gemessen, der in den Unterlagen dabei war und nach dem Rennen wieder abgegeben werden sollte. Nachdem ich etwas gegessen hatte, wollte ich meine Sporttasche abgeben. Es war schon allerhöchste Zeit, denn bis zum Start blieben nur noch zehn Minuten. Ich musste mich trotzdem in einer langen Schlange anstellen und konnte erst fünf Minuten vor Beginn des Rennens zum Sportplatz gehen, wo sich die Startgerade befand.
Das Wetter schien mitzuspielen: Da dieser Lauf schon um halb zehn Uhr und damit fast zwei Stunden früher als der Marathon in Freiburg startete, waren die Temperaturen noch sehr angenehm. Ferner lag noch ein leichter Nebel in der Luft. Ich trug meine normale Brille, die Sonnenbrille hatte ich in meine Hosentasche gesteckt, um beide zu einem geeigneten Zeitpunkt auszutauschen.
Die Startgerade war auf der Laufbahn neben dem Fußballfeld. Um 9:30 Uhr kam der Startschuss. Da ich relativ weit hinten im Feld stand, überquerte ich die Linie erst eine Minute später. Als nach wenigen Metern der Sportplatz verlassen wurde, sah ich noch zwei Halbmarathonläufer, die mir entgegenkamen. Sie hatte offenbar ihr Gepäck nicht rechtzeitig abgeben können und mussten nun noch zur Startlinie laufen. Soviel zur Organisation der Veranstaltung.
Die S-Bahn-Linie wurde mit einer Brücke überquert, die sich nördlich des Bahnhofs Wilhelmsburg befand. Auf der anderen Seite ging es ein Stück weit den Gleisen entlang, wo wir von einigen S-Bahnen passiert wurden. Die Gegend hier bestand überwiegend aus Schrebergartensiedlungen.
Danach folgte eine Abzweigung in östliche Richtung, von der aus es drei Kilometer lange geradeaus ging, solange, bis die Elbe erreicht wurde. Hier setzte ich meine Brille ab und die Sonnenbrille auf, da die Sonne nun langsam zum Vorschein kam. Den Fluss selber bekamen wir Läufer jedoch nicht zu sehen, da wir auf der anderen Seite des Deichs entlangliefen. An der ersten Verpflegungsstelle gab es tatsächlich warmen Tee zu trinken, wovon ich allerdings keinen Gebrauch machte. Ich nahm nur einen Becher Wasser zu mir. Die Atmosphäre war insgesamt sehr ruhig. Zuschauer gab es fast keine, wir liefen am Deich eine Straße für Autos entlang, die weit weg aller Wohngegenden war. Nach elf Kilometern wurde der südliche Zipfel der Elbinsel erreicht. Hier wendete der Kurs wieder nach Norden. Wir kamen am Naturschutzgebiet Heuckenlock und an der Wilhelmsburger Mühle vorbei. Ab der zweiten Hälfte der Strecke begann ich, etwas schneller zu laufen, da die Kräfte bei mir durchaus noch vorhanden waren. Als ich die Schrebergartensiedlung erreichte, stimmte der Kurs auf den letzten zwei Kilometern wieder mit dem Hinweg überein. Auf der Brücke über die Bahnlinie sah ich einen Läufer mit Eisenbahnmedaille, der mir entgegenkam. Dieser hatte das Rennen offenbar schon hinter sich. Sowieso kam mir der ganze Lauf zeitlich gesehen unglaublich kurz vor, was wohl daran lag, dass ich eine Woche zuvor einen kompletten Marathon gelaufen war. Ich war gespannt auf meine Zeit. Zurück am Sportplatz lief ich noch einmal so schnell ich konnte über die Ziellinie. Hier war auch eine Digitaluhr angebracht, auf der ich die aktuelle Uhrzeit ablesen konnte. Daraus konnte ich schließen, dass ich etwa eine Stunde und 50 Minuten für den Halbmarathon benötigt hatte. Ein kleines Mädchen beglückwünschte mich und hängte mir die Medaille um. Als ich mich bedankte und ihr sagte, dass ich die Medaille auch bestellt hatte (also dass ich sie zu Recht erhalten habe), sagte sie mir, dass sie dies an dem roten Punkt auf meiner Startnummer erkennen konnte. Nun hatte ich also auch erfahren, wie diese Sache geregelt war.
Die Medaille war von den Ausmessungen her die größte, die ich bisher jemals bekommen hatte. Sie war etwa doppelt so breit wie meine bisherigen Erinnerungsstücke und mit einem Exemplar der Hamburger Hafenbahn graviert. Darüber stand: „31. Internationaler Volkslauf 2011 SV Wilhelmsburg Hamburg“.
Meinen Transponder zur Zeitmessung löste ich von den Schnürsenkeln und warf ihn in die dafür vorgesehene Kiste. Dann ging ich zum Schulgelände, wo ich meine Tasche abholte. Zum Duschen musste ich wieder zurück zum Sportplatz, wo ich zum Glück nicht lange anstehen musste.
Den Rest des Tages nutzte ich, um mir einige Orte in Hamburg anzuschauen. Ein geplantes Treffen mit einer alten Bekannten war leider im letzten Augenblick geplatzt. Am späten Abend kam ich wieder zu Hause an.
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